1. Ausgabe 2014 Sonntag, 13. April 2014 Evangelische ... ... 1. Ausgabe 2014 Sonntag, 13. April 2014

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  • Evangelische Kitazeitung F Ü R S C H L E S W I G - H O L S T E I N U N D H A M B U R G

    Herausgegeben vom Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK) und dem Evangelischen Kindertagesstättenverband Hamburg /Diakonisches Werk. Mehr über unsere Evangelischen Kindertagesstätten unter: www.vek-sh.de, www.eva-kita.de, www.diakonie-hamburg.de

    1. Ausgabe 2014 Sonntag, 13. April 2014

    Zum Thema

    Interview 5 Ihre Cartoons werden bundesweit gedruckt: Renate Alf nimmt liebevoll den Kita-Alltag aufs Korn.

    Ostern 2 Die Osterbotschaft ist Kern des christlichen Glaubens. Impulse und Gestaltungs- ideen für Familien.

    Rubriken Reportage 3 Die Kita Maria Magdalena in Ham- burg-Osdorf besuchen Kinder aus vie- len Kulturen. In der religionspädago- gischen Arbeit gehen die Fachkräfte auf die religiösen Vorstellungen der Kinder ein und entdecken Unterschie- de und Gemeinsamkeiten.

    Im Gespräch 4 „Religion macht Kinder stark“ ist die These des Religionspädagogen Prof. Dr. Frieder Harz. Vertrauen bildet die Grundlage, um mit den Herausforde- rungen des Lebens gut umzugehen.

    Leseraktion 6 Buchtipps mit Verlosung

    Zettels Kolumne 6 Jesus? Ist der auf Youtube?

    Hamburg 8 Evangelische Kitas starten Imagekampagne

    Schleswig-Holstein 10 Religion gehört zum Alltag

    Erziehungsfragen 12 Gequengel an der Quengelware

    Kinderseite 16 Rätsel und Basteltipps

    KOOPER ATIONSPARTNER

    Priscilla, Marvin und Jasleen sind in eine Geschichte aus der Bibel vertieft: Mit Puppen und Tierfiguren spielen sie nach, wie Isaak dem Neid der Philister ausge- setzt ist – ein Beispiel für die religionspä-

    dagogische Arbeit in der Integrationskita Maria Magdalena in Hamburg-Osdorf.

    „Mit Gott groß werden“ – so lautet das Motto der evangelischen Kindertages- stätten in Hamburg und Schleswig-Hol-

    stein. Aber wie geht das? Was bedeutet das? Und warum sollte das wichtig sein? Darauf wollen wir auf den folgenden Sei- ten eingehen. Kinder bringen immer schon religiöse Fragen mit. Sie zu ignorie-

    ren, hieße, auszuweichen und ihnen den Schatz des Glaubens vorzuenthalten. In unseren Kitas begeben wir uns jeden Tag aufs Neue auf die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens.

    THEMA

    Mit Gott groß werden

    Fo to

    : S ch

    ol z

  • 2 | Auftakt Evangelische Kitazeitung, 13. April 2014Evangelische Zeitung – DA S J O U R N A L

    In einigen Kindergär- ten gibt es die Traditi- on, in den Wochen vor und nach Ostern ähn- lich wie die Weih- nachtskrippen gemein-

    sam einen Ostergarten zu gestalten. Das Thema dabei ist das neue Leben, die Auferstehung. Mancher scheut sich, Kindern von der Kreuzigung zu erzäh- len. Aber die Überwindung des Todes setzt den Tod voraus. Anders können wir nicht angemessen von Ostern spre- chen. Und es entspricht auch nicht dem Erleben der Kinder, alles Negative zu vermeiden. Es ist hilfreich, schwierige

    Erfahrungen auch zu benennen und die Hoffnung dagegenzustellen.

    Der Ostergarten macht das ganze Ostergeschehen be-greifbar: Er stellt die Ereignisse vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung dar, sie werden für die Kinder mit allen Sinnen erlebbar.

    Die Kinder pflanzen Samenkörner in die Erde und übernehmen Verantwor- tung für das regelmäßige Gießen und die Pflege des Gartens, damit die Pflan- zen wachsen können. So entsteht ein schöner, bunter Garten. Es wird augen- fällig, wie das neue Leben wächst.

    Mitten im Garten steht die Osterkerze als Zeichen des Lebens - Licht, das ur- sprüngliche Symbol für den auferstan- denen Christus. Sie verdeutlicht: Jesus ist das Licht der Welt. Er erhellt die Dun- kelheit und schenkt Christinnen und Christen die Hoffnung auf neues Leben. Er ist Garant für Leben über den Tod hi- naus. In diesem Licht der Auferstehung lassen wir uns selbst nicht verkrüm- men, noch lassen wir die Verkrümmung anderer zu.

    Österlich zu leben heißt, den Wider- standsgeist gegen Ungerechtigkeit und Hass zu stärken. Ein Bildungsziel unse- rer Kitas ist die Fähigkeit, mit Krisen, Brüchen und Übergängen in der Bio- grafie umgehen zu können. „Österli- che“ Kitas sind Orte für (kleine) wider- ständige, eigenwillige und starke Per- sönlichkeiten, die den Nächsten im Blick haben und sich für ihn und sie stark machen. Auferstehung mitten im Leben heißt auch Auferstehung mitten in der Kita. –––––––––––– Landespastor Dirk Ahrens leitet das Diakoni- sche Werk Hamburg.

    Von Landespastor Dirk Ahrens

    Im Ostergarten wächst das Leben

    G E L E I T WO R T Osterbotschaft für Kinder Auferstehung feiern – Impulse und Gestaltungsideen für Familien

    Von Maike Lauther-Pohl

    Die Osterbotschaft ist Kern und Ausgangspunkt des christlichen Glaubens. Dass Jesus auferstanden ist, hat für die Menschen alles ver- ändert – bis heute.

    Was sagt Ihre eigene Erfah- rung? Erinnern Sie sich an ein „Auferstehungs-Erleb- nis“ in Ihrem Leben, als Sie unerwartet neue Kraft beka- men, als Sie aufstehen konnten gegen Ungerech- tigkeit? Wie stellen Sie sich Auferstehung vor? Wie das, was nach dem Tod kommt?

    Erfahrungen von Kindern: Viele Themen stecken in den biblischen Geschich- ten von Tod und Auferste- hung Jesu: Es ist gut, zu dem zu stehen, was einem wichtig ist, auch wenn es andere vor den Kopf stößt. – Nicht alle verstehen es, wenn man etwas Gutes tut. – Ich werde von jemandem verraten. – Ich fühle mich den Großen gegenüber ohnmächtig. – Ich kann neu anfangen. – Geliebt und ge- borgen sein: alles ist gut! – Gott meint es gut mit mir – Traurigkeit hört auch wie- der auf.

    Die Osterbotschaft, zu- sammengefasst für Kinder: Es gibt Trauriges im Leben, aber Gott möchte, dass wir froh sind. Es ist schön, fröh- lich zu feiern.

    Ostern in der Familie. Ei- gentlich ist das Ereignis der Auferstehung nicht zu ver- stehen. Trotzdem können Sie die Osterfreude Kindern

    durchaus nahebringen. Das Neue, der Aufbruch, die Fröhlichkeit, die Erfahrung, dass Gott da ist – das ist für Kinder gut nachvollziehbar.

    Eine Osterkerze gestalten. Aus Wachsplatten schnei- den Sie mit der Schere Figu- ren (oder formen sie mit der Hand), die Freude und Le- bendigkeit ausdrücken: Blü- te, Vogel, Schmetterling, Baum, Sonne, Menschen etc. Die Figuren drücken Sie auf eine dicke Kerze.

    Ein Kreuz aus Zweigen. Je- sus ist nicht im Tod geblie- ben, sondern auferstanden. Als Zeichen dafür steht das Kreuz: Binden Sie aus zwei Büscheln Zweigen ein Kreuz, indem Sie einen

    Strang quer auf den zweiten legen und jeweils an den En- den zusammenbinden. Le- gen Sie das Kreuz in eine Schale mit Wasser und ste- cken Sie Gänseblümchen, Osterglocken oder andere Blüten zwischen die Zweige (sodass die Stiele ins Wasser reichen): Das Kreuz ist mit Blüten lebendig geworden.

    Stein und Kerze. Sammeln Sie runde Steine, für jeden in der Familie einen. Außer- dem brauchen Sie eine gro- ße Schale mit Sand, einen wasserfesten Filzstift und für jede Person eine Kerze. Die Familie setzt sich zusam- men. Jede und jeder über- legt: „Was hat mich traurig gemacht?“ und malt das auf

    einen Stein. Wenn alle fertig sind, tauschen sie sich aus und legen ihre Steine in die Schale. Dann wird eine Ker- ze an der anderen angezün- det und jeweils neben einem Stein in den Sand gesteckt. Dabei überlegen alle, was sie sich von Gott wünschen, was sie froh macht, worauf sie hoffen. So bescheint das Licht von Ostern die Steine. Vielleicht lässt es sie sogar in einem anderen Licht er- scheinen. –––––––––––– PPaassttoorriinn MMaaiikkee LLaauutthheerr--PPoohhll ist Theologische Referentin für Religionspädagogik beim Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein.

    Von Maike Lauther-Pohl

    Jesus eckt an. Als Wander- prediger erzählt er den Menschen von Gott. Dass Gott jeden Menschen liebt, ohne Vorbedingungen. Und dass man auch bei Fehlern und Schuld nicht aus dieser Liebe fallen kann. Viele Menschen umjubeln ihn, bei anderen eckt er an. Er sei ein Unruhestifter – weil er die Gesellschaftsordnung infrage stellt, für die Rechte von Kindern, Frauen oder Kranken eintritt. Er sei ein

    Gotteslästerer – weil er den Menschen ein neues, frei- heitliches Gottesverhältnis vor Augen führt und sogar Sünden vergibt.

    Das große Aber. In der Bi- bel (Markusevangelium, 14- 16) können wir nachlesen, was dann passierte: Jesus wird hingerichtet. Doch Gott macht aus diesem Kreuzes- tod einen Sieg, den Sieg über Tod und Gewalt. Nicht mehr der Tod hat das letzte Wort. Das Leben ist stärker, die Liebe siegt. Das verändert al- les: die Vorstellung von dem,

    was nach dem Tod ist, näm- lich ein Aufgehobensein bei Gott. Und auch schon das Verhältnis zum Leben jetzt verändert sich, weil es im- mer und überall um das Le- ben geht.

    Das Neue begreifen. Die Freundinnen und Freunde von Jesus erleben die Ereig- nisse um Kreuzigung und Auferstehung in einem Ge- fühlschaos. Erst die große Hoffnung, dass Jesus alles neu macht und Frieden bringt, dann der Tod am Kreuz; der Rückzug, die

    Trauer, die Leere, vielleicht auch Wut und sicherlich Angst. Und dann: Jesus ist nicht im Grab! Jesus lebt! Und lässt sich sehen, spricht mit ihnen und verweist auf das Neue und den Sieg des Lebens! Das ist Anlass zu höchster Freude und Er- leichterung, auch wenn die Freundinnen und Freunde sicher eine lange Zeit ge- braucht haben, um zu ver- stehen, was da geschehen ist. Vielleicht ja ihr ganzes Leben lang. Und ähnlich geht es wohl auch uns.

    Die Liebe siegt – Gedanken zur Ostergeschichte

    „Österlich zu leben