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108125 diakonie 5 2014 screen

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Die Zeitschrift für Nächstenliebe in unserer Zeit. Herausgeber: Diakoniewerk

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  • D i e Z e i t s c h r i f t f r N c h s t e n l i e b e i n u n s e r e r Z e i t

    d iakoniediakonieDezember 2014

    Teilhabe geht uns alle an! Seite 20

    Wohnquartiersarbeit auf dem Prfstand Seite 16

    Armut in Rumnien was geht

    das uns an?Seite 06

    Teilhabe geht uns alle an! Seite 20

    Migrationshintergrund kein Hindernis Seite 23

  • 22 Neuer Ausbildungsbeginn Ausweitung der Bildungskompetenz

    23 Migrationshintergrund kein Hindernis Besondere Herausforderungen

    24 Neu in Schladming: Spezialambulanz Kindertraumatologie 50. Jahreskongress Diabetes

    25 Wir leben Gesundheit Therapie im Diakoniewerk

    04 Patchwork Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. (Rm. 15, 7)

    06 Armut in Rumnien was geht das uns an?

    12 Spiritualitt

    13 Portrt

    27 Buchtipp Produkttipp

    Aktiv fr Aktiv fr

    Armutthema

    ausbildung gesundheit

    01

    14 Gut lter werden in Bad Zell DiakonieDialoge 2015 Jung und alt im Dialog Besuch von Landesrat Christopher Drexler

    16 Wohnquartiersarbeit auf dem Prfstand in Salzburg-Taxham

    Menschen im

    alter03

    18 Es war die Eule in mir 72hohneKompromiss Leichte Sprache in der Gallneukirchner Stadtzeitung

    20 Teilhabe geht uns alle an! Hier ist die Gesellschaft gefordert

    Menschen mit

    behinderung04 05

    09 Hilfe fr Menschen auf der Flucht Diakoniewerk nimmt Flchtlinge auf.

    10 Weihnachten im Diakoniewerk Medaillen bei Special Olympics Niemand ist sprachlos Halsbrecher neugierig?

    Diakoniewerk

    panorama02

    06

    Impressum Offenlegung: siehe www.diakoniewerk.at/impressum Medieninhaber: Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen, Martin-Boos-Strae 4, 4210 Gallneukirchen, Tel. 07235 632 51, [email protected] Herausgeberin: Rektorin Mag.a Christa Schrauf. Chefredakteurin: Andrea Brummeier. Redaktionsteam: Andrea Brummeier, Sabine Etzlstorfer, Dagmar Hochreiter, Susanne Kunze, Stefan Marchewa, Erwin Oberbramberger, Andrea Obermhlner, Daniela Palk. Unternehmenskooperationen: Markus Putzer. Fotos: iStock (S. 1), Michael Knig (S. 2 oben links, 6, 8), Christoph Bachner (S. 2 oben Mitte, 11), Christian Herzenberger (S. 2 oben rechts, 14), shutterstock (S. 2 unten rechts, 20), Elisabeth Braunsdorfer (S. 2 unten rechts, 10 oben, 25), Gerhard Winkler (S. 3), Stefanie Bahlinger Verlag am Birnbach (S. 5), Andrea Brummeier (S. 9), Roland Rudolph (S. 10 unten), photocase (S. 12), Ulrike Rauch (S. 15 rechts), Erwin Oberbramberger (S. 16), Verlag Bibliothek der Provinz (S. 18), Karin Hofbauer (S. 22), alle anderen Diakoniewerk. Corporate Publishing: Egger & Lerch, www.egger-lerch at (Layout und Gestaltung: Christoph Lehner). Druck: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m.b.H. Erscheint fnfmal jhrlich. Diakoniewerk Spendenverein: Allg. Sparkasse O 257700, BLZ 20320. Sponsoring Post! GZ 02Z032365 S; Diakonie 30/2014

  • Dezember 2014 diakonie 3

    Liebe Leserinnen und Leser,gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sehen wir sie in den groen Stdten wieder fter Menschen, Notreisen-de, die aufgrund der groen Armut in ihren Herkunftslndern als Bettler auf den Straen versuchen fr sich und ihre Familien zuhause das berleben zu sichern. Am Beispiel Rumnien wird deutlich, dass es nicht gengt, diesen Menschen auf unseren Stra-en zu helfen, sondern es mssen Manahmen in den Herkunftslndern gegen die Armut gesetzt werden. Denn es geht nicht um ein lokales Bettlerproblem, sondern um ein euro-pisches Armutsproblem, wie MMag. Michael Knig, Geschftsfhrer des Diakoniewerk Salzburg, feststellt. Welche Projekte das Diakoniewerk entwickelt hat und welche geplant sind, die an der Wurzel ansetzen, darber erfahren Sie mehr im thema dieser Ausgabe.

    Auch Rektorin Mag.a Christa Schrauf greift in ihrem nachgedacht diese

    Problematik auf. Jedoch ist dieses Thema nur ein Aspekt eines viel umfassenderen Verstndnisses, denn es braucht eine bernahme der Verantwortung fr den Nchsten, wie sie auch in der Jahreslosung 2015 formuliert ist: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Und dieses Anneh-men kann und darf nicht vor dem fremden Nchsten Halt machen.

    Verantwortung bernehmen ist auch das zentrale Anliegen der Hoff-nungstrger-Kampagne der Diakonie sterreich. Heuer werden wieder Adventkrnze an VertreterInnen des ffentlichen Lebens verteilt, um auf die Situation von Kindern und

    Jugendlichen in Not im Besonderen aufmerksam zu machen. Das Diako-niewerk beteiligt sich wie im vergan-genen Jahr an dieser Aktion und wird neben der bergabe der Adventkrnze an verschiedene Persnlichkeiten groe Adventkrnze im ffentlichen Raum aufstellen: in Linz am Konrad-Vogel-Platz vor dem Eingang der Eis-box von Life Radio, auf dem Linzerberg in Gallneukirchen und in Salzburg.

    Wir hoffen, dass wir auch diesmal wieder einige interessante Beitrge in unserer Zeitschrift diakonie fr Sie zusammengestellt haben.

    Eine gesegnete Advent- und Weih-nachtszeit und alles Gute fr das neue Jahr 2015 wnscht Ihnen

    Andrea Brummeier Chefredaktion

    Die groe Armut in den Herkunftslndern der BettlerInnen erfordert Hilfsmanahmen vor Ort eine gesamteuropische Herausforderung.

    editorial

    Es braucht eine bernahme der Verantwortung fr den Nchsten.

  • diakonie Dezember 2014 4

    Patchwork

    Patchwork nennt Stefanie Bahlinger ihre Illustration zu diesem Vers aus dem Rmerbrief, der als Leitspruch fr das Jahr 2015 ausgelost wurde. Sie interpretiert die Worte des Paulus, die von der kumenischen Arbeitsgruppe fr Bibellesen ausgelost wurden, mit dem Motiv der Patchwork-Technik. Die uralte Fertigkeit des Patchworks und Quiltings hat in ihrer langen Ge-schichte gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer wieder eine Renaissance erlebt. Aus alten abgetragenen Stoffen und Flicken, aus vielen Einzelteilen konnte mit dieser kreativen Methode und viel Geduld etwas wunderbar Neues geschaffen werden. Die sthetik des knstlerischen Ausdrucks einer Patchworkarbeit hat die oft bescheidene Ausgangssituation und die langwierige und mhsame Arbeit vergessen gemacht, weil das Zusammenspiel der unterschied-lichen Materialien und Farben ein berzeugendes neues Bild zeigte.

    Diakonischer Auftrag des Brckenbauens

    Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob, schreibt der Apostel Paulus

    den Menschen, die sich der frh-christlichen Gemeinde von Rom zugehrig fhlten. Weil er von Polari-sierungstendenzen und Spannungen innerhalb der Gemeinde gehrt hat, appelliert er an die Glaubensvernunft der jungen Christinnen und Christen, die dabei waren, ihre Gemeinschaft wegen Meinungsunterschieden aufs Spiel zu setzen. Paulus mischt sich ein, weil aus seiner Sicht der Graben, der sich da aufgetan hat, berbrck-bar ist. Nicht weil er auf Harmonie setzt, sondern zum Lob Gottes, der es ist, der den Menschen Gemein-schaftsfhigkeit zutraut.

    In diesem Satz des Paulus ist der dia-konische Auftrag des Brckenbauens formuliert, zu Menschen, die nicht Teil des Patchworks Gesellschaft sind, sich kaum oder berhaupt nicht auf die Menschen in ihrem Umfeld verlassen knnen und sich wnschen, Teil des Patchworks

    Gesellschaft zu sein, wo sie im tragfhigen Netzwerk gegenseitiger Achtsamkeit und gelebter Solidaritt

    Geborgenheit und Sicherheit erfah-ren und sich einbringen knnen.

    Patchwork GesellschaftDie Kunstform des Patchworks und Quiltings als Bild fr eine Gesell-schaft, die stark ist, weil sie es schafft an dem, was sie zusammen-hlt und ausmacht, kontinuierlich zu arbeiten. Menschen, denen die Perspektiven fr die Zukunft verloren gegangen sind, Bettlerinnen und Bettler, die unsere Hilfe suchen, sind genauso Teil dieses Patchworks wie Frauen, Mnner und Kinder auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Armut und Not. An einem Patchworkstck kn-nen immer gleichzeitig viele arbeiten und zeitgleich oder -versetzt zum groen Ganzen beitragen. Es braucht

    nachgedacht

    Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Rm. 15, 7)

    Es braucht die Beteiligung vieler fr ein

    soziales Miteinander.

  • Dezember 2014 diakonie 5

    die Beteiligung vieler, damit ein hoff -nungsvolles neues Kunstwerk des so-zialen Miteinanders entstehen kann, weil einander Annehmen, freinan-der Sorgen gebt wird, aus christ-licher Motivation, humanistischem Antrieb oder anderer Begrndung heraus. Das verbindliche Zusammen-wirken fr das gemeinsame Ziel ist das Entscheidende.

    Verantwortung fr den NchstenOb und wie wir einander anneh-men, davon wird die Bewltigung der zuknft igen Herausforderungen abhngen. Der Hamburger Sozial-experte Thomas Klie wnscht sich fr die Aufgaben der Zukunft eine

    sorgende Gesellschaft , die die

    Ihre

    Christa SchraufRektorin

    Verantwortungsbernahme fr den fremden Nchsten zu einer Frage der Kultur, der Gesellschaft im Kleinen wie im Groen, in der Nachbarschaft , im Quartier, im Hochhaus und im Dorf macht. Die Jahreslosung formuliert diesen Anspruch, der ein durch und durch diakonischer ist und uns an die Praxis Jesu erinnert, aber auch an die Schwierigkeiten, die schon die frhen Gemeinden bei der Umsetzung dieses Auft rages hatt en, der zum Lob, zur Ehre Gott es geschieht, welcher die Menschen vorbehaltlos annimmt. Die bevor-stehende Weihnachtszeit mit ihrem Nachdenken ber die Menschwer-dung Gott es im Flchtlingskind Jesus, ber die Entscheidung Gott es auf der Seite der Menschen zu stehen,

    die auf Vernderung und Erneue-rung hoff en, ist eine Einladung, das Annehmen zu ben, mitzuwirken am anspruchsvollen Kunstwerk Patch-work Gesellschaft .

  • diakonie Dezember 2014 6 diakonie Dezember 2014 6

    Die Huser verarmter Menschen sind

    oft mals in einem sehr fragilen Zustand.

  • Dezember 2014 diakonie 7

    In Salzburg wu