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www.fluid.de Einzelpreis 16,- Juli 2016 30510

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Vielseitige Helfer: Speicher von Hydac

technik 2016

Z u b e h r f r h y d r a u l i k u n d P n e u m at i k

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druckluft Marktbersicht Pneumatikschluche 64

EinkaufsfHrEr Adressverzeichnis der Fluidbranche 103

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D ie Speicher erleben derzeit eine Renais-sance in der Hydraulik, betont Dr. Frank Bauer, Geschftsbereichsleiter Speichertechnik bei Hydac. berall, wo es um Energiespeicherung, Komfort oder Energieeffizi-enz geht, um Sauberkeit und die Trennung von Medien, spielen sie eine entscheidende Rolle.

Mit Speichern begann die Geschichte des saarlndischen Hydraulikspezialisten im Jahre 1963. Heute deckt Hydac das gesamte Fluidtech-nikportfolio ab, von Filtern ber Ventile, Steuer-blcke, Pumpen, Khlsysteme, Steuerungstech-nik und allerhand Zubehr.

Bei den Speichern ist Hydac nach eigenen An-gaben das einzige Unternehmen, das alle vier Speicherarten Blasen-, Kolben-, Membran- und Metallbalgspeicher selbst herstellt. Ein groer Vorteil ist unter anderem, dass wir die Fertigung des Trennglieds, das die Gas- und Fls-sigkeitsseite separiert, selbst in der Hand haben, erklrt Dr. Bauer. Auch wenn Speicher von au-en gleich aussehen, das Innere, etwa die Blase, ist genau an die Anwendung angepasst. Wir kn-nen die Zusammensetzung des Trennglieds je nach Temperatur und Medium passend festlegen, weil wir unsere eigenen Werkstoffmischungen ha-ben und zum Beispiel die Blase selber herstellen.

Breites StandardportfolioHydac bietet heute Membranspeicher bis vier Li-ter Nennvolumen und 750 bar Betriebsber-druck sowie Blasenspeicher bis 450 Liter Volu-men und einem zulssigen Betriebsberdruck von bis 1000 bar. Kolbenspeicher wiederum wer-den bis 1000 bar und sogar mit ber 3500 Liter Volumen hergestellt. Metallbalgspeicher werden bei extremen Temperaturen oder der Forderung nach sehr hoher Medienvertrglichkeit einge-setzt. Der metallische Balg, der als Trennglied zwischen Gas- und Fluidseite dient, ist gasdicht, was sich positiv auf die Wartungsfreundlichkeit auswirkt.

Unverzichtbare HelferHydraulikspeicher von Hydac

Glttung von Lastspitzen, Lastkompensation, Dmpfung, Energierckgewinnung und Downsizing: Die Aufgaben, die Speicher heute erfllen sollen, sind vielfltig. fluid hat bei Hydac nach dem aktuellen Stand der Technik gefragt.

1 Als nach eigenen Angaben einziges Unternehmen fertigt Hydac alle vier Speicherarten: Blasen-, Kolben-, Membran- und Metallbalgspeicher.

2 Der saarlndische Hydraulik-hersteller bietet seine Speicher dabei vollstndig aus eigener Konstruktion und Produktion an und hat eine sehr hohe Fertigungstiefe.

3 Vielfalt ab Werk: Membran-speicher lassen sich mit dem entsprechenden Expertenwissen und einem modularen Aufbau sehr individuell an die gestellten Anforderungen anpassen.

4 Hydac bietet fr seine Speicher auch Sicherheitseinrichtungen mit CE-Kennzeichnung zur Absicherung gegen berdruck und unvorhergesehene Temperaturerhhung.

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Neben dem Standardprogramm bietet Hydac auch kundenspezifische Sonderl-sungen an. Diese unterscheiden sich von den Katalogmodellen zum Beispiel durch Werkstoffe wie Edelsthle, Kunststoffe oder Composite-Bauweise. Auch ein angepass-tes Innenleben ist mglich, etwa durch ent-sprechende Dichtsysteme und Sonderma-terialien, die hohe Temperaturen oder aggressive Betriebmedien zulassen.

Vielfltige Einsatzbereicheberhaupt erweisen sich Hydraulikspei-cher als vielseitige Problemlser. Sie kn-nen auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden, wenn es gilt, eine Maschine zu op-

timieren: Zum einen knnen Leistungsspit-zen untersttzt werden. Der Speicher stellt in diesem Fall die zustzlich bentigte Energie zur Verfgung. Auf der anderen Seite lassen sich auch Belastungsspitzen vermeiden, der Speicher arbeitet in diesem Fall als Dmpfer.

Energieeffizienz ist ein sehr wichtiges Thema, wei Dr. Bauer. Richtig ausgelegt kann mit Hydraulikspeichern die bentigte Gesamtleistung der Antriebe zur Drucker-zeugung reduziert werden. Das ermglicht Einsparungen bei den Investitionskosten und reduziert bei mobilen Maschinen die Aufwendungen zur Einhaltung der Abgas-vorschriften. Der Kunde will seine Syste-

Wir haben bereits am nchsten Tag neue Anlagen bestellt.

Dr.-Ing. Frank Bauer ist seit 2012 Geschftsbereichsleiter der Hydac Speichertechnik. Zuvor war er bei Hydac verantwortlich fr das Innovationsmanagement.

Im Gesprch mit Dr. Frank Bauer, Hydac

Wieder voll lieferfhigIm August 2015 brannte das Hydac-Werk 2 in Sulzbach vollstndig ab. fluid fragte nach, wie der Stand der Speicher-Produktion heute ist.

Welche Rolle spielte das Sulzbacher Werk 2 fr Ihre Hydraulikspeicher-Fertigung?Mit dem Werk 2 sind letztes Jahr 80 Prozent unse-rer Produktionskapazitten fr Speicher abge-brannt. Das sagt eigentlich alles. Aber zum Glck wurde niemand verletzt, kein Kratzer, keine Schramme bei unseren Mitarbeitern.

Das ist ja ein enormer Schlag. Wie ging es dann weiter?Die Geschftsleitung hatte bereits einen Tag spter entschieden, dass das Werk wieder aufgebaut wer-den soll. Allerdings wussten wir auch, dass unsere Kunden jetzt ein Riesenproblem haben. Wenn die eine Maschine nicht ausliefern konnten, nur weil der Speicher fehlt, das hat uns einfach innerlich zerrttet. Das war aber gleichzeitig eine enorme Motivation. Als der Wiederaufbau beschlossen war, war eine Wahnsinnskraft und Energie in der Mann-schaft zu spren, und wir haben diese Energie ge-nutzt. Alle Mann hier, alle fast 400 Mitarbeiter ha-ben angepackt mit dem Ziel, unsere Kunden mg-lichst schnell zu beliefern. Wir haben bereits am nchsten Tag neue Anlagen bestellt, haben uns Leihmaschinen besorgt, haben uns alte Werkbn-ke aus unseren anderen Werken geholt und haben einfach angefangen. Ein groer Vorteil war da si-cher die Erfahrung unserer Mitarbeiter. Da sind Leute mit 40 Jahren Berufserfahrung in der Pro-duktionslinie, und die erinnerten sich dann, wie sie es frher gemacht haben. Die haben dann teilwei-se von Hand geschliffen.

Wie konnten Sie so schnell wieder loslegen, wo hatten Sie die Rume her?Da haben wir natrlich das Glck, hier im Verbund

der Hydac zu sein. Wir sind ja in Sulzbach insge-samt etwa 3500 Mitarbeiter, in 15 Werken verteilt. Von berall haben wir ein bisschen was bekom-men, Materialien, Schreibtischsthle, ein fr einen anderen Zweck gedachtes Verwaltungsgebude durften wir nutzen, und vieles mehr.

Wie schnell waren Sie dann tatschlich wieder lieferfhig?Wir haben es in drei Phasen unterteilt. Phase 1, so die ersten vier, fnf Wochen, da ging natrlich fast gar nichts. Da haben wir unsere produzierenden Auslandsgesellschaften angekurbelt, um das Not-wendigste zu machen. Dann die Phase 2, das war der Aufbau von Leihmaschinen und die Nutzung externer Dienstleister, die fr uns geschweit ha-ben. Das lief etwa bis zum Jahresende. Seit Anfang des Jahres 2016, Phase 3, haben wir alle Maschinen wieder in Eigenregie in Betrieb, auch schon die neuen Anlagen. Die Wege sind wieder krzer, die Logistik einfacher. Seitdem produzieren wir mehr als zuvor, um Lieferschulden zu begleichen. Die Werke in USA und China laufen parallel mit identi-schen Produktionseinrichtungen und schaffen so Redundanz und Wachstumspotenzial.

Wo stehen Sie heute?Wir haben von fast allen Kunden und Lieferanten sehr viel Solidaritt erfahren. Wichtig ist eine gute Kommunikation. Kunden waren bei uns vor Ort und haben sich die neuen Einrichtungen angese-hen. Die Qualittsprozesse mussten ja stehen, je-der Speicher musste auf jeder Maschine zertifiziert werden. Mittlerweile ist das Werk 2 in Sulzbach mitten im Aufbau, und bis Jahresende werden wir dort vollautomatisch produzieren. wk

Synergieeffekte nutzen: Neben der Speicherfunktion lassen sich auch weitere Zusatzfunktionen in den kompakten Einheiten unterbringen, etwa Sensorik.

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me effizienter machen, er will aber auch Pulsationen in seinen Anlagen vermeiden. Das reduziert Grusche und erhht den Komfort. Gleichzeitig verbessert es die Lebensdauer, ergnzt Dr. Bauer. Typische Anwendun-gen im Mobilbereich sind Vorsteuersysteme, aber auch Dmpfungslsungen bei Hebeeinrichtungen, Schwin-gungsdmpfung bei Auslegern, sowie Brems- und Len-kungssysteme.

Gesetzliche Vorgaben eingehaltenZum Thema Sicherheit bietet Hydac fr seine Speicher Lsungen wie Gassicherheitsventile und Berstscheiben gegen berdruck sowie Schmelzsicherungen gegen unzulssige Temperaturerhhung an.

Hinzu kommt, dass es bei derart sicherheitsrelevan-ten Bauteilen eine ganze Reihe gesetzlicher Vorgaben gibt, die einzuhalten sind, fr Hersteller ebenso wie fr Betreiber. Es gibt da ganz verschiedene Regelwerke, die wir beachten mssen, erklrt Dr. Frank Bauer. Speicher knnen fr Europa, USA, China, Japan oder Russland sehr unterschiedlich aussehen. Nicht nur be-zglich der Dokumentation, sondern tatschlich auch vom Design her. So knne es beispielsweise vorkom-men, dass fr dieselbe Anwendung je nach Einsatzort unterschiedliche Wandstrken gefordert sind. Da ist es gut mglich, dass ein Speicher auf einmal doppelt so schwer ist, weil er in einem anderen Land zum Einsatz kommt, erklrt Bauer, und diese Regelwerke, die le-ben, die werden stndig aktualisiert.

Speicher im weltweiten EinsatzDamit Hydac und seine Kunden frhzeitig wissen, was auf sie zukommt, beobachten die Saarlnder die welt-weite Entwicklung kontinuierlich. Wenn wir vom Kunden erfahren, wohin der Speicher geliefert werden soll, dann wird das bei de