Abschlussprüfung an Realschulen 2013 Deutsch Bayern

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  • Abschlussprfung an Realschulen 2013 Deutsch Bayern Musterlsung

    Klett Lerntraining c/o PONS GmbH, Stuttgart 2014 1/47

    Lsung

    Diese Lsung wurde erstellt von Julia Umschaden. Sie ist keine offizielle Lsung des

    Bayerischen Staatsministeriums fr Kultus und Unterricht.

    Aufgabengruppe A Errterung ohne Informationsmaterial

    1

    GLIEDERUNG:

    A) Das Betriebspraktikum als fester Ausbildungsbestandteil des Schulsystems

    B) vergleichende Gegenberstellung mglicher Risikofaktoren und Gewinnchancen der Praktika

    1. Schwierigkeiten in Organisation und Ablauf des Praktikums

    2. Interpersonale Probleme

    3. Einblick in die Berufswelt auerhalb des Schulwesens

    4. Vorteil fr sptere Bewerbungen

    5. Prfen eigener Berufsvorstellungen

    C) Resmee der genannten Argumente und Verbesserungsvorschlge im organisatorischen Bereich

    AUSFORMULIERUNG:

    A)

    Auf dem Weg zum Ziel, dem lang ersehnten Schulabschluss, ist es ein obligatorischer Bestandteil

    vieler Ausbildungsformen: das Betriebspraktikum. Bei Schlern wie bei Erziehungsbeauftragten ist

    dieser Abschnitt der Ausbildungszeit hei umstritten. Die drei- bis sechswchige Zeit, die die

    Schler in einem Betrieb ihrer Wahl absolvieren mssen, birgt sowohl Chancen als auch Risiken.

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    Im Folgenden sollen die positiven wie auch negativen Seiten des Ausbildungsabschnitts

    Betriebspraktikum errtert werden.

    B)

    1. Lernt ein Praktikant das Kopiergert besser kennen als seinen Chef, muss whrend seiner

    Praktikumszeit irgendetwas schiefgelaufen sein: Gerade Schler laufen Gefahr, whrend ihrer

    sechswchigen Schnupperzeit zu trivialen und inhaltsleeren Leistungen wie Kaffeekochen,

    Kopieren oder Botengngen herangezogen zu werden. Diese Arbeiten sind natrlich Teil eines jeden

    Betriebes und gehren zu den blichen und unerlsslichen Arbeitsablufen dazu, drfen jedoch nicht

    den Schwerpunkt des Ttigkeitsbereiches eines Praktikanten bilden. Werden sie nicht durch das

    Gewhren von beruflichen Einblicken, die in strkerer Verbindung mit dem eigentlichen Wesen des

    Berufs stehen, ergnzt, knnen weder Qualifikationen erworben noch nutzbringende

    Berufserfahrungen gesammelt werden. Betrachtet man zum Beispiel Praktika in sozialen

    Arbeitsfeldern wie Kindergrten oder Krankenhusern, sollte es fr den Praktikanten

    selbstverstndlich sein, die Mglichkeit zum direkten Kontakt mit den Kindern bzw. Patienten zu

    bekommen. Optimalerweise werden die Schler einem Praktikumsmentor zugeteilt, der sie durch

    ihre Praktikumszeit begleitet und ihnen die Mglichkeit gibt, durch Beobachtung und

    Selbstumsetzung berufsrelevanter Ttigkeiten wertvolle Sachkenntnisse zu vermitteln. In vielen

    Betrieben ist dies jedoch ein nahezu utopisches Bild, da es fr eine sinnvolle Gestaltung des

    Ausbildungsabschnitts ihrer Praktika an Zeit, Know-how oder Interesse mangelt.

    2. In einer Vielzahl von Berufsfeldern arbeitet man nicht als unabhngiger Einzelkmpfer, sondern

    steht zumeist mit Kollegen oder Chef in tagtglichem Kontakt. Kommt es hierbei zu Problemen im

    zwischenmenschlichen Bereich oder kann keine Vertrauensbasis gebildet werden, werden sowohl

    Arbeitsklima wie auch berufliche Leistungen negativ beeinflusst. Auch fr Schler besteht dieses

    Risiko whrend ihrer Praktikumszeit: Sind sie beispielsweise permanenter berforderung ausgesetzt

    oder werden sie mit Aufgaben konfrontiert, die ihnen nur unzureichend erklrt wurden, kann dies

    leicht zu Konflikten mit Arbeitskollegen oder Vorgesetzten fhren. Auch Mobbingsituationen oder

    die Gefahr, als Praktikant nicht ernst genommen zu werden, sind Faktoren, die dem Nutzen und

    eigentlichen Ziel eines Betriebspraktikums abtrglich sind.

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    3. Im Schlerdasein liegt es in der Natur der Dinge, noch wenige Erfahrungen in auerschulischen

    Berufsbereichen gesammelt zu haben. Durch das Betriebspraktikum erhalten die Schler die

    Mglichkeit, einen Einblick in den Berufsalltag von Erwerbsttigen zu erhalten und eine konkrete

    Vorstellung ber die Arbeits- und Berufswelt zu bekommen. Auf diese Weise wird auch die

    persnliche Lebenserfahrung um einen wichtigen Aspekt erweitert: In einem Betrieb zu arbeiten

    kann als wichtiger Schritt ins Erwachsenenleben gewertet werden. Ein Schler, der bisher

    beispielsweise noch keine Ferien- oder Schlerjobs bernehmen musste, um eigenes Geld zu

    verdienen, wird so auch in seinem Bewusstsein geschult, dass seine Eltern hart arbeiten mssen, um

    ihm das Leben zu bieten, das er fhrt.

    4. Ist es endlich soweit, die erste eigene Bewerbung fr seinen Wunschjob zu schreiben, zahlt es

    sich nun lohnend aus, im Vorfeld bereits einige Praktika und Jobs in dem jeweiligen Berufsfeld

    gesammelt zu haben. Fr immer mehr Arbeitgeber ist die Kategorie bisherige Berufserfahrungen

    ein wesentlicher Entscheidungsfaktor ber Zusage oder Ablehnung bei einer Bewerbung. Der Grund

    hierfr ist evident: Eine Verbindung von fundiertem theoretischen Wissen und die Fhigkeit, dieses

    in der Praxis auch umzusetzen, ist die beste Voraussetzung fr einen erfolgreichen Einstieg als

    Berufsanfnger und erhhen die Chancen auf eine positive Rckmeldung des zuknftigen

    Arbeitgebers. So wird einem Bewerber beispielsweise, der neben einem guten Abschlusszeugnis

    auch noch mehrere bereits abgeleistete Praktika nachweisen kann, einem Interessenten mit gleichem

    Notenschnitt, aber weniger Erfahrung wohl eher der Vorzug gegeben.

    5. Durch die freie Wahl des Betriebes, in dem das Praktikum abgeleistet wird, knnen die Schler

    bereits ihren jeweiligen Vorlieben und eventuell bereits bestehenden beruflichen Wnschen

    nachgehen. Whlen sie einen Betrieb, der ihren Vorstellungen von einem spteren Berufsleben

    entspricht, wird ihnen eine wichtige Entscheidungshilfe gegeben: Durch den realen Einblick in die

    alltglichen Ablufe des Betriebs werden nicht nur konkrete Einblicke in die tatschlichen

    Aufgabenfelder und Arbeitsbereiche geboten und grundlegende Qualifikationen erworben vielmehr

    knnen die Schler zugleich berprfen, ob der von ihnen prferierte Beruf in der Praxis zu ihrer

    Person und ihren Talenten passt. Ein Berufsinteressent fr Automechanik lernt so beispielsweise,

    dass man nicht nur Reparatur-, Wartungs-, oder Montagearbeiten vornehmen muss, sondern allerlei

    fundiertes technisches Hintergrundwissen braucht. Mglicherweise naive Vorstellungen werden

    somit relativiert.

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    Klett Lerntraining c/o PONS GmbH, Stuttgart 2014 4/47

    C)

    Trotz der bestehenden Problemfelder, die hinsichtlich des Ablaufs oder Durchfhrung eines

    berufsorientierten Praktikums aufgezeigt wurden, berwiegen meiner Meinung nach die Chancen,

    die das Absolvieren von Betriebspraktika mit sich bringt, gegenber den Risiken. Insbesondere das

    berprfen bisheriger Idealvorstellungen von einem persnlich favorisierten Beruf bringt durch den

    Einblick ins tatschliche Berufsleben Klarheit und bietet fr viele Jugendliche eine wichtige

    Entscheidungshilfe. Wichtig wre jedoch eine bessere Organisation und intensivere Vorbereitung auf

    die Praktikumszeit, sowohl seitens der Praktikanten als auch der Betreuer. Hierzu wre eine

    umfangreiche Kommunikation von Schulen und Ausbildungsbetrieben unerlsslich. Auf diese Weise

    wre es mglich, Verbesserungen in einigen genannten Problemaspekten zu erzielen und die

    Praktikumszeit von Schlerinnen und Schlern zu einer lohnenden und wertvollen Erfahrung zu

    machen.

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    Aufgabengruppe A Errterung ohne Informationsmaterial

    2

    GLIEDERUNG:

    A) Reality-Sendungen und ihr immenser Zuwachs an Einschaltquoten

    B) Grnde fr den steigenden Beliebtheitsgrad und Kritikpunkte der Reality-Shows

    1. Erfllung des menschlichen Bedrfnisses nach sozialen Vergleichen

    2. Mglichkeit zur Teilhabe am Leben anderer Menschen

    3. Mangelnde Authentizitt der Alltagsdarstellungen in den Shows

    4. Negative Einflsse auf die Zuschauer durch die Inhaltsschwerpunkte der Sendungen

    5. Verletzung der Menschenwrde der Teilnehmer

    C) Mglichkeiten zur sinnvolleren Gestaltung alltagsabbildender Shows

    AUSFORMULIERUNG:

    A)

    Bauer sucht Frau, Big Brother, We are family! So lebt Deutschland oder Frauentausch: Die

    Liste der sogenannten Reality-Shows, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden, liee sich

    noch lange fortsetzen. Hauptmerkmal dieses Genres ist das Bestreben, Menschen in ihrem Alltag zu

    zeigen und einen Einblick in ihr persnliches und privates Leben zu geben. Die steigende Beliebtheit

    dieser Spezies von Fernsehsendungen sorgt fr eine stndige Erweiterung und Neukonzipierung

    unterschiedlichster Aufzeichnungen durch die Medien. Doch weshalb erfreuen sich die Shows eines

    so immensen Zuwachses an Einschaltquoten und was ist der Grund fr unsere Vorliebe, andere

    Menschen in ihrem alltglichen Leben zu beobachten? Welches sind die Kritikpunkte, die man den

    Reportagen und Shows anlasten muss?

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