Amüsante Anekdoten vom Altmühltal - ?· Amüsante Anekdoten vom Altmühltal ... Roboter kriminell…

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    18-Sep-2018

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<ul><li><p>LOKALES EK Nr. 277, Dienstag, 1. Dezember 2015 21KULTUR</p><p>Amsante Anekdoten vom AltmhltalZu Richard Auers Lesung vor groem Publikum aus seinem neuen Krimi Lammabtrieb</p><p>Eichsttt (wbu) Tiefe Einbli-cke in seine Werkstatt gab amDonnerstagabend Richard Auerin der mit rund 100 Besuchernbestens besetzten Buchhand-lung Rupprecht, als er seinenneuen Krimi Lammauftriebvorstellte. Drei Kapitel bekamdas Publikum aus diesem Buchzu hren, dessen erster Satz(Tappen, tappen, keuchen,keuchen) ungewollt an denBeginn von Rilkes Cornet-Novelle erinnert (Reiten, rei-ten, reiten): Doch hier geht esum den am Vorabend in einerAltstadtkneipe versumpftenund daher nun verkatertenKommissar Mike Morgenstern,der den Neuen Weg hoch joggt und dabei auf die Leiche einesSchfers stt.</p><p>Wenn Auer dies liest, wirdseine Darbietung zur szeni-schen Performance: Er chztund seufzt und sthnt, angewi-dert hebt er seine Schuhe an,um daran zu riechen, als MikeMorgenstern auf der Trocken-heide in Schafskttel gestiegenist. Auer zeigt beim Lesen vollenKrpereinsatz, er dreht undbckt und windet sich, grimas-siert hemmungslos und wech-selt immer wieder zwischen derRolle seines Protagonisten undder des Autors hin und her. Soauch in der zweiten vorgetra-genen Textstelle, in der es mithchst vergnglicher Dialog-und Situationskomik um diekulinarische Szene im Alt-mhltal geht: In dem fiktivenDollnsteiner Gourmet-Restau-rant Parzival bekommt Familie</p><p>Morgenstern gednstetenGiersch (die Geiel des Grt-ners) kredenzt, was den Kom-missar ekelt. Zur Lesung hatAuer einen Kochtopf mitge-bracht, aus dem er angewiderteine Handvoll Giersch hervor-zieht.</p><p>Das sind bei weitem nicht dieeinzigen Ingredienzien fr seineLesung: Immer wieder holt eraus einer Koffertruhe Utensili-en, um die bisherigen Romanevorzustellen: eine Kalkplatte mitFossil (Vogelwild), eine Phiole</p><p>Walburgisl, ein Bastelbogen-Jurahaus (Hausbock), erschlpft gar in eine Rmer-Rstung (Teufelsmauer). ZurIllustration des neuen Krimisliegt ein Lammfell auf dem Pult,daneben steht ein putzigesHolzlamm, und aus einerScherzdose ertnt ein lautesMhen.</p><p>Dazu erzhlt Auer vom Auf-und Abtrieb der Lmmer undPolitiker in Mrnsheim oderKipfenberg und den Erlebnis-tagen im Gelnde, manche</p><p>spitzzngige Ironie zeigt desAutors geschulte bung alsjournalistischer Kommentator,der seinen Stoff aus und mit derHeimatzeitung bezieht.</p><p>Auers Anekdoten aus demAltmhltal sind nicht minderunterhaltsam, anregend undamsant als sein Buch selbst. Ererzhlt von seinem Werdegangzum Journalisten, seinen Be-gegnungen mit Schfer Wrlein(dessen Tiere einst eine heim-lich angelegte Hanfplantageabgrasten), mit Hoteliers und</p><p>Professoren, oder von seinemKater Camillo, der inzwischenmehr als 5300 Facebook-Freunde hat und daher imnchsten Krimi eine Nebenrollespielen wird (dieses Leser-Po-tenzial muss man einfach ab-schpfen). Ein Diagramm frdas neue Buch hat der Autorschon parat und meint dazu:Aber das halt ich jetzt weit ge-nug weg von Ihnen, damit Sienichts erkennen!, um einendiabolischen Lacher anzufgen.</p><p>Dass sich nach der drittenTextpartie eine muntere Frage-runde ergab, lag insbesonderean den 15 Schlerinnen des W-Seminars Deutsch des Gabrieli-Gymnasiums, die sich unterdem Motto I bin der Mrder,und do bin i dahoam intensivmit Regionalkrimis befassen:Offen beantwortete Autor Aueralle Anfragen nach derSchreibdauer fr einen Krimi(anderthalb Jahre), seiner Orts-kunde (Ich hab ja hier einHeimspiel), zu seinem ver-haltensaufflligen Kater Ca-millo, oder danach, warum erkeinen Dialekt verwendet (InMrnsheim spricht man andersals in Kipfenberg). Ob er be-stimmte Personen vor Augenhabe? Na, logisch! Nur drfeman die nicht allzu eindeutigerkennen, juristische Problemewolle er sich nicht einhandeln.Kaum zu glauben: Man sah auchdann noch niemanden ver-stohlen auf die Uhr blinzeln, alsder Verlauf der Lesung fastschon zwei volle Stunden an-steuerte.</p><p>Garnierte seine Lesung mit zahlreichen Utensilien aus dem mitgebrachten Koffer: Richard Auer bei der Le-sung aus seinem neuesten Krimi Lammauftrieb. Foto: Buckl</p><p>Nur Menschen knnen mitfhlen und Empathie zeigen: Diese Einsicht ereilt die Menschen der fiktiven Ge-sellschaft, in der eigentlich Roboter viele Ttigkeiten bernommen hatten. Foto: Bauer</p><p>Menschen sind nicht ersetzbarTheater der Schule: Jugendliche entwickelten eigenes Stck</p><p>Marienstein (zba) Die Vor-stellung, dass ein persnlicherRoboter einem alle lstigen Ar-beiten abnimmt, und sogar alsSpielkamerad dienen kann, istsicherlich fr die meisten Men-schen sehr reizvoll. Diese Visionhaben die Schlerinnen undSchler der beiden neuntenKlassen der Schule Mariensteinin einem Theaterstck thema-tisiert. Die Story hatten die Ju-gendlichen selbst entwickelt.Die Auffhrung fand beim El-ternsprechtagstatt.</p><p>Das Stck erzhlt die Ge-schichte einer fiktiven Gesell-schaft in der Zukunft. Die Men-schen erleichtern sich das Le-ben, indem sie alltgliche Auf-gaben an einen persnlichenRoboter abgeben. Die sind malSpielkamerad, mal Babysitteroder bedienen die Gste imCaf. Auch bei Krankheiten hilftein Roboter zumindest imStck der Schler. Er soll imAuftrag einer der Menschen einteures Medikament beim Apo-thekerstehlen.</p><p>Doch der Roboter wird beiseinem berfall vom Apotheker</p><p>berrascht und schaltet sichnach einer kurzen Flucht selbstab. Zwei seiner Robotergesetzestehen in diesem Fall wenn esnach den Schlern der SchuleMarienstein ginge im Wider-spruch: Ein Roboter darf denMenschen nicht schaden, aberer muss ihnen auch gehorchen.Ein Dilemma. Denn dass derRoboter kriminell wird, weil ei-ner der Menschen das von ihmverlangt um damit seiner Frauzu helfen kann nicht der Sinnder Sache sein. Aber die Be-wohnerder StadtverzeihendemMenschen, der den Roboter be-auftragt hatte, schnell und bie-ten ihm Hilfe an. Eine Fraukommt schlielich zur Einsicht:Manchmal muss man einfachmiteinander reden, so lsst sichselbst ein Dilemma lsen. Amnchsten Tag beginnt fr allewieder der Alltag, nur dass sieihre Aufgaben ohne ihre Robo-ter erledigen, indem sie mitei-nander sprechen und sich ge-genseitiguntersttzen.</p><p>Mit der Geschichte vermit-telten die Schler, dass dieMenschen manche Probleme</p><p>eben nur selbst lsen knnen.Dazu mssten sie sich gegen-seitig zuhren und mitfhlen:echte, menschliche Gefhlezeigen eben. Der Mensch istdurch nichts zu ersetzen, so dieBotschaftdesStcks.</p><p>Die Geschichte haben sich dieSchler selbst ausgedacht undauch Kostme und Bhnenbildentstanden in Eigenproduktionder Jugendlichen. Die Klasseneins bis acht waren mit kurzenBeitrgen ebenfalls an der Auf-fhrung beteiligt. SchulleiterJosef Punz lobte die Akteure frihren Mut, vor groer Ver-sammlung aufzutreten. Er be-tonte, dass in der dem Kinder-dorf angegliederte Schule diesoziale und emotionale Ent-wicklung der Schler und dieWertevermittlung wesentlicheElemente seien. Die Projektlei-ter Wilhelm Schtz und SilviaFischer verfolgen mit dieserebenso wie mit allen voraus-gegangenen Theaterprodukti-onen an der Schule im Sinne derTheaterpdagogik das Ziel derPersnlichkeitsentwicklung derSchlerinnenundSchler.</p><p>Wettstreit derKapellmeisterDe Angelis musiziert Werke von</p><p>Mango, Bachschmid, Haydn, MozartVon Gerhard Julius Beck</p><p>Eichsttt (EK) Ein sehr in-teressantes Konzert bot RudolfPscherer mit seinem En-semble De Angelis im Holzer-saal der Sommeresidenz. Im gutgefllten Saal der wegen sei-ner berakustik etwas schwie-rig zu bespielen ist erlebte dasPublikum qualitativ hochwer-tige Musik.</p><p>Pscherer erffnete das Kon-zert mit der Sinfonia Nr. 19 inB-Dur von Anton Bach-schmied, der von 1173 bis 1797frstbischflicher Hofkapell-meister in Eichsttt war. Die-ses dreiseitige Werk mit origi-nellen Eckstzen, das einen ru-higen, etwas verhaltenen Mit-telsatz mit leicht tnzerischemCharakter hat, war ein sehr ge-lungener Einstieg in den Abend.Eine Herausforderung fr dieSolisten war das Konzert in C-Dur. KV 299 von WolfgangAmadeus Mozart fr Flte,Harfe und Orchester.</p><p>Die zwei Solistinnen meis-terten ihren Part mit grtemEinfhlungsvermgen und ge-reifter Virtuositt. Ann KristinaPscherer (Flte) und Beate Fr-bacher (Harfe) musizierten ho-mogen, angenehm und sehrausgewogen, wobei beide imzweiten Satz ruhig agierten undden Zuhrern vor allem die Ka-denzen gekonnt darboten: dasgrte und kleinste Instru-ment in fabelhaftem Zusam-menspiel. Nach der Pause folg-</p><p>te das Konzert in D-Dur Hob.XVIII: 11 fr Cembalo und Or-chester von Joseph Haydn. DasCembalosolo bernahm Or-chesterleiter Rudolf Pschererselbst und bewies seine Meis-terhaftigkeit, nicht nur im Spielseiner improvisierten Kaden-zen, sondern auch in der Fh-rung des Orchesters, das ermeist nur mit kleinsten Kopf-bewegungen lenkte und dashervorragend reagierte. Be-sonders interessant war derdritte Satz Rondo allUngare-se. Elemente der ungarischenMusik hat Haydn in diesem Satzin einem herrlichen Farben-spiel der Tne eingebaut.</p><p>Der Abschluss des Konzertswar ein Werk des EichsttterHofkapellmeisters GerolamoMango, der von 1760 bis 1771in der Diensten des Frstbi-schofs stand, des Vorgngersvon Bachschmid. Auch hiermusizierte das Orchester sehrhomogen. Erwhnenswert sinddie Blser, die zwei Oboen, dieMango sehr attraktiv einge-setzt hat und die Vater und SohnSemmlinger frisch bewltigten.Die beiden Hornisten fgtensich adquat ein. Besonders zuerwhnen ist das saubere Pi-ano, das zu einem lockeren,entspannten Musizieren desgesamten Orchester fhrte.</p><p>Ein gelungenes Konzert, vondem man sich nur wnschenkann, dass noch etliche fol-gen: Eichsttter Hofkapell-meister vereint mit Klassikern.</p><p>Tanz derVampireund Co.</p><p>Eichsttt (EK) Der Vorverkaufzur Musical - und Operettengalaam 12. Mrz im Alten Stadtthe-ater Eichsttt hat begonnen. Ausdem Fernsehen bekannte Top-Solisten mit internationalerBhnenerfahrung prsentierenin einer zweieinhalbstndigenShow das Beste aus ber 15 derbeliebtesten Musicals undOperetten. Ab sofort gibt es eineRabattaktion: Wer bis zum24. Dezember Eintrittskartenkauft, erhlt einen Nachlass inHhevon10Prozent.</p><p>Die Best of Show vereint diegroen Hhepunkte aus Elisa-beth die wahre Geschichte derSissi, Phantom der Oper, Tanzder Vampire, Die lustige Witwe,Im weien Rssl, Cat und vielemehr. Dabei drfen auch diegroen Klassiker wie Das Wol-galied, Memory oder Lip-pen schweigen nicht fehlen.Das Publikum darf sich auf gro-e Stimmen, historische Kost-me, ein opulentes Bhnenbildund Livegesang freuen. ArminStckl wird die hochkartigeGala prsentieren. Er erhieltbereits unter anderem die Aus-zeichnung Bester Musicalsn-ger und den Deutschen Fach-medienpreis. Umjubelte Kon-zerttourneen fhrten ihn nachAmerika, Frankreich, Deutsch-</p><p>land, sterreich, Schweiz odersogar nach Bolivien. Zum Ope-retten- und Musicalabend nachEichsttt bringt er sein En-semblemit.</p><p>Eintrittskarten sind ab sofortbeim EICHSTTTER KURIER,Westenstrae 1, Telefon(0 84 21) 97 99 22 oder unterwww.okticket.deerhltlich.</p><p>Die Musical - und Operettengalaim Alten Stadttheater Eichstttvereint Stcke aus ber 15 ver-schiedenen Werken. Foto: Stckl</p><p>WeynachtGesaenge</p><p>Eichsttt (EK) Die Pro Mu-sica Konzerte Eichsttt ver-anstalten auch in ihrer 33. Sai-son traditionell ein Weih-nachtskonzert. Das Publikumerwartet ein Programm aus gre-gorianischer Tradition undklassischen Gren der pro-testantischen Musiktradition.In Stzen von Michael Prae-torius, Samuel Scheidt oderMelchior Vulpius fhrt das En-semble Stimmwerck zusam-men mit Julian Behr an derLaute die Zuhrer durch das</p><p>Weihnachtsgeschehen. DasKonzert Weynacht Gesaenge Advent und Weihnacht in Re-naissance und Frhbarockfindet am Donnerstag, 17. De-zember, um 20 Uhr im Spie-gelsaal der Residenz Eichstttstatt.</p><p>Karten gibt es in der Ge-schftsstelle beim EICH-STTTER KURIER, Westen-strae 1, 85072 Eichsttt.</p><p>Advent im SpiegelsaalEichsttt (och) Zum Eich-</p><p>sttter Advent ldt der Mn-nerchor De HeidingsfelderUmdrahdn zum Adventssin-gen in den Spiegelsaal des Eich-sttter Landratsamtes ein. Ne-ben den Heidingsfelder Um-drahdn singen die Sonos Amo-ris (Franziska Weidenhiller, Ni-na Maile, Alexander Schlegel),die ehemaligen Blser Rebdorfunter Leitung von Robert Pfef-</p><p>ferle sowie die MckenloherSaitenmusi gestalten den Inst-rumentalteil. Die Weihnachts-geschichten unter dem MottoWeihnachten im Altmhltalliest Willi Graubmann in hei-mischer Mundart. Die besinn-liche Stunde findet am Mitt-woch, 9. Dezember, um 19.30Uhr im Spiegelsaal statt, Ein-lass ist um 19 Uhr. Das Konzertkostet keinen Eintritt.</p><p>Das Ensemble Stimmwerck wirdbeim Weihnachtskonzert am17. Dezember zusammen mit Ju-lian Behr an der Laute in die Gre-gorianik. Foto: Meixner</p><p>Erschienen in: Donaukurier, 01.12.2015</p></li></ul>

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