Antike Numismatik

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    6 Inhaltsverzeichnis

    IV. Rmische Numismatik

    12. Die Mnzprgung der rmischen Republik . . 13. Die Reichsprgung der Kaiserzeit (30 v.-284 n. Chr.) 14. Ausgewhlte Bibliographie zur Numismatik

    der rmischen Kaiserzeit . 15. Organisation der Mnzprgung, Prgesttten,

    Sondererscheinungen . . . . . . . . 16. Die Prgungen der Sptantike . 17. Medaillons und Kontorniaten .

    V. Spezielle Forschungen

    18. Mnzfunde 19. Flschungen

    Register

    52 59

    67

    73 79 86

    91 100

    . 103

    VERZEICHNIS DER ABKRZUNGEN

    AJA. AJN. AM. Annali ANS.

    Babelon, Traite

    BCH. BllMfr. BMC. BNZ. BSA .

    Conint. Paris

    Conint.Rom

    CPANS.

    Ess.Matt.

    HBN.

    JDI. JHS. JIAN. JNG. JRS. MBNG.

    American Journal of Archaeology American Journal of Numismatics Athenische Mitteilungen Annali del Istituto Italiano di Numismatica American Numismatic Society

    E. Babelon, Traite des monnaies grecques et romaines. 1901 ff. Bulletin de correspondance hellenique Bltter fr Mnzfreunde British Museum Catalogue Berliner Numismatische Zeitschrift Annual of the British School at Athens

    Congres International de Numismatique. Paris 1953. I. Rapports. 1953. I I. Actes. 1957. VI. Congresso Internazionale di Numismatica. Rom 1961. I. Relazioni. 1961. I I. Atti. 1965. Centennial Publication of the American Numismatic Society

    Essays in Roman Coinage, presented to H. Mattingly. Ed. by R. A. G. Carson and C. H. V. Sutherland. 1956.

    Hamburger Beitrge zur Numismatik

    Jahrbuch des Deutschen Archologischen Instituts Journal of Hellenie Studies Journal International d' Archeologie Numismatique Jahrbuch fr Numismatik und Geldgeschichte Journal of Roman Srudies Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Ge-sellschaft

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    Mus.Helv. MN.

    NC. NNA. NNM. NZ.

    RBN. RE.

    REG. Rev.Num. RIN. RM.

    Saec. S~eiz. Mzbll. Schweiz. NumR.

    TINC.

    ZfN.

    Verzeichnis der Abkrzungen

    Museum Hel veticum Museum Notes (ANS.)

    Numismatic Chronicle Nordisk Numismatik rsskrift Numismatic Notesand Monographs (ANS.) Numismatische Zeitschrift

    Revue Beige de Numismatique Pauly-Wissowa, Realencyclopdie der classischen Altertumswissenschaft

    Revue des Etudes Grecques Revue Numismatique Rivista italiana di numismatica Rmische Mitteilungen

    Saeculum Schweizer Mnzbltter Schweizerische Numismatische Rundschau

    Transactions of the International Numismatic Con-gress 1936 (1938)

    Zeitschrift fr Numismatik

    I. ALLGEMEINE EINFHRUNG

    1. Gegenstand und Methoden der antiken Numismatik

    Im Gegensatz zur Mnzkunde, die ihr Ziel in der Beschreibung, Bestimmung und systematischen Ordnung des Mnzmaterials erblickte, hat die moderne wissenschaftliche Disziplin "Numismatik" ihren Auf-gabenhereich erheblich weiter gefat. Sie sieht in der Mnze ein "Denkmal mit Aussagen staatlicher, politischer, rechtlicher, religiser, mythologischer, sthetischer, palographischer - berhaupt kultureller Art" (H. Gebhart), damit eine staatsrechtliche, speziell kunst-, wirt-schafts- und religionsgeschichtliche, aber auch allgemein historische Quelle.

    Die Disziplin sucht die Herstellungstechniken, die Organisation und die Tatigkeit der Prgesttten ebenso zu erforschen wie die Entwick-lung der Mnzkunst. Sie analysiert Mnzmetalle und Gewichte, rekon-struiert die Geldsysteme und deren Verbreitung, die innere Geschichte der Whrungen wie die uere. Vernderungen in Mnzgewicht und Metallzusammensetzung dienen ihr dabei als Pegel der Whrungs-geschichte, als Symptome insbesondere der Wirtschaftskrisen und Infla-tionen. Aus Prgerecht und Prgehoheit schliet sie auf politische Machtverhltnisse und gesellschaftliche Strukturen, aus der Interpre-tation von Mnzbildern und Mnzlegenden gewinnt sie neue Erkennt-nisse mannigfaltigster Art fr die weiten Bereiche der politischen, Verfassungs-, Religions- und Geistesgeschichte. Aus Mnzfunden end-lich erforscht sie die Entwicklung des Wahrungsumlaufs, die Chrono-logie von Zerstrungshorizonten, die Okkupationsdauer in Siedlungen und Befestigungen, die Zeichen innerer Wrrren, Usurpationen oder Kriege. In diesem modernen Verstndnis ist die Numismatik deshalb einerseits Vorstufe der Geldgeschichte, anderseits eine Grundwissen-schaft fr zahlreiche, umfassendere Nachbardisziplinen, die sich heute in zunehmendem Mae bemhen, die Ergebnisse der numismatischen Forschung in ihre Synthesen einzubeziehen.

    Das Arbeitsfeld der antiken Numismatik umspannt nicht allein die Rume des griechischen und rmischen Mnzwesens, die freilich immer

  • 10 I. Allgemeine Einfhrung

    noch im Mittelpunkt liegen, sondern darber hinaus auch die Pr-gungen der orientalischen Reiche, der Lyder, Perser, Parther, Sassa-niden, der hellenistischen Monarchien wie deren griechisch-baktrischer und griechisch-indischer Sonderformen. Die west- und ostkeltischen Mnzserien gehren ebenso in ihren Bereich wie die Nachprgungen der Germanen und anderer Nachbarn des griechisch-rmischen Kultur-gebiets; die jdische Numismatik, die Mnzreihen Karthagos und die iberische Prgelandschaft stellen weitere Sonderbezirke dar. Hinzu kommt die Erforschung spezieller Kategorien, wie diejenige der Medaillons und Kontorniaten, sowie jener Serien, welche schlielich in das Aufgabengebiet der mittelalterlicheil Numismatik hinberleiten, der Prgungen der Vlkerwanderungsreiche und der byzantinischen Mnzen.

    Nach einer summarischen Angabe von E. Babelon haben in der griechisch-hellenistischen Welt mehr als 1400 Stdte oder Stmme und rund 500 Knige oder Dynasten ihr eigenes Geld geprgt. E. Bosch berechnet allein fr Kleinasien die freilich problematische Zahl von 442 Prgesttten, selbst auf Sizilien hatten in vorrmischer Zeit immer-hin rund 50 Stdte und Pltze eigene Prgungen aufzuweisen. An-gesichts dieser Vielfalt und der Zersplitterung des Mnzguts stand in der Numismatik bis ins 19. Jahrhundert zunchst die systematische wissenschfftliche Erfassung aller antiken Mnztypen in Gestalt um-fassender Corpora im Vordergrund. Die klassischen Werke von J. Eckhel, Doctrina numorum veterum. 8 Bnde. 1792-1798. 9. 1826. und T. Mi o n n e t, Description des medailles antiques grecques et romaines avec leur degre de rarete et leur aestimation. 16 Bnde. 1806-1837. stellen die Hhepunkte dieser Bestrebungen dar. Ein Torso blieb der gleichfalls universal angelegte, immer noch ntzliche Traite des monnaies grecques et romaines von E. B ab e 1 o n. (I. Theorie et doctrines. 1901. Il. Description historique. 4 Bnde und 4 Tafelbnde, in denen die griechischen Prgungen bis ins 4. Jh. v. Chr. behandelt sind. 1907-1932.)

    In den letzten Jahrzehnten wurden solche enzyklopdischen Ver-suche nicht mehr gewagt. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Aktivi-tt stand vielmehr die intensivere Bearbeitung von Teilbereichen, zudem setzte seit dem 19. Jahrhundert eine erstaunliche Differen-zierung der Methoden ein. Whrend man sich lange Zeit damit begngt hatte, aus den Mnzen Kaiserreihen oder Galerien der I llustrium imagines zusammenzustellen oder die Mnzbilder als Illustrations-

    1. Gegenstand und Methoden der antiken Numismatik 11

    mittel fr die Angaben der antiken Autoren zu verwenden (V gl. E. Spanhem De praestantia et usu numismatum antiquorum. 1717. J. Addison, Dialogues upon the usefulness of Ancient Medals, espe-cially in relation to the Latin and Greek poets. 1746. = Mise. Works 3, 1830, 59ff.), begann nun, insbesondere im Bereich der rmischen Numismatik, eine sehr viel schrfere Bild- und Legendeninterpretation, deren Ergebnisse unten bei den einzel~en Teilgebieten genannt sind. Die Impulse der Forschungen von A. Bckh, Fr. Hultsch und C. F. Lehm an n-Haupt fhrten zu genaueren Untersuchungen der Mnz-und Gewichtssysteme, wobei in der Gegenwart vor allem neue tech-nische Methoden und Hilfsmittel (Metallanalyse, Spektrographische Untersuchungen u. a.) vordem verschlossene Wege ffneten.

    Auch als Werke der Kleinkunst werden speziell die griechischen Mnzen seit geraumer Zeit eingehender erforscht. Begnstigt durch die Mglichkeiten der modernen Photographie sind nun Vielfalt und Eigengesetzlichkeit der Mnzkunst in wichtigen Monographien er-lutert worden (K. Regling, Die antike Mnze als Kunstwerk. 1924. C. H. V. Sutherland, Art in Coinage. 1955. P. R. Fr anke -M. Hirmer, Die griechische Mnze. 1964.), desgleichen in einer groen Zahl von speziellen Untersuchungen (siehe S. 30 ff.). Vielleicht am augenflligsten ist die Verfeinerung der wissenschaftlichen Metho-den indessen im Sektor der Mnzfundauswertung zu beobachten. Wh-rend Mnzfunde schon seit Jahrhunderten mit einzelnen historischen Ereignissen verknpft wurden - schon 1582 verband H . Ha me 1-m an n die Mnzfunde des Windeldes mit der Varusschlacht -, whlte die Forschung jetzt neue Formen der Bereitstellung und Unter-suchung. Es begann die systematische Publikation der Funde und die Anwendung kartographischer und statistischer Methoden. Die Chro-nologie strittiger Geprge, der Verlauf von Handelswegen, die Datie-rung des Limesfalls in Obergermanien oder das Ende der rmischen Besetzung Britaniens sind auf solche Weise erschlossen worden.

    Gegenstand und Methodologie der antiken Numismatik behandelten zu-letzt ausfhrlicher L. B r e g 1 i a, Numismatica antica. Storia e metodolo-gia. 1964. F. Pan v ini Rosa ti, lntroduzione alla Numismatica antica. 1963 (Corsi Universitari). H. Ge b hart, Numismatik und Geld-geschichte. 1949. - Wenvolle Skizzen der Forschungsgeschichte bieten E. Babelon, Traite I. 1901, Sp. Sff. und C. H. V. Sutherland, Ancient Numismatics: Abrief l ntroduction. 1958.

  • 12 I. Allgemeine Einfhrung

    Fr die Beziehung zwischen Numismatik und Geschichtswissenschafr gibt die Kontroverse zwischen A. H. M. J o n es, Numismatics and History, Ess.Matt.1956,