BARMER GEK - Kein Stress mit dem Stress

  • View
    241

  • Download
    3

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Ein kleiner Ratgeber zum richtigen Umgang mit Stresssituationen

Text of BARMER GEK - Kein Stress mit dem Stress

  • Kein Stress mit dem StressEin kleiner Ratgeber zum richtigen Umgang mit Stresssituationen

  • 3

    Impressum

    Inhalt

    HerausgeberBARMER GEK, Postfach 11 07 04, 10837 Berlinwww.barmer-gek.de

    RedaktionKlaus Mhlendick, PrventionDr. Ursula Marschall, MedizinClaudia Tobis, Gesundheits- und PatienteninformationLichtscheider Strae 89, 42285 Wuppertal

    TextDr. Claudia Robben, Dipl. Psychologin, Sportwissenschaftlerin, www.dr-claudia-robben.de

    GestaltungBARMER GEKAbteilung 0620, Marketing

    StandMai 2014

    Alle Internetlinks wurden zuletzt am 13.05.2014 abgerufen.

    Alle Angaben wurden sorgfltig zusammengetragen und geprft. Dennoch ist es mglich, dass Inhalte nicht mehr aktuell sind. Bitte haben Sie deshalb Verstndnis, dass wir fr die Vollstndigkeit und Richtigkeit des Inhalts keine Gewhr bernehmen knnen. Fr Anregungen und Hinweise sind wir stets dankbar.

    BARMER GEK 2014Alle Rechte vorbehalten.

    Webcode: 104282Diese Broschre kann auch im Internet unter www.barmer-gek.de/104282 heruntergeladen werden.

    Kennen Sie das? 4

    Was ist Stress? 6

    Das richtige Ma 8

    So knnen Sie mit Stress umgehen! 17

    Stress kann auch krank machen 24

    Stressausgleich schaffen 30

    Durch Bewegung entspannen 37

    Tipps und Angebote, Literatur 42

  • 4 5

    Sie kommen von Ihrem Job nach Hause, sind hundemde, aber Kinder und Haus-halt warten bereits

    Ihre Tochter mchte Ihnen unbedingt ein Bild zeigen, das sie gemalt hat, und gleichzeitig schellt es an der Haustr

    Sie mssen die nchste Prfung unbedingt bestehen und bffeln wie verrckt

    Sie sind auf der Fahrt zu einem wichti-gen Termin und geraten mitten in einen dicken Stau

    Sie haben es eilig und an der Kasse im Kaufhaus drngelt sich auch noch jemand vor

    Fr viele Menschen bedeuten diese Situatio nen Stress. Sicher kennen auch Sie hnliche Situationen aus Ihrem persnli-chen Alltag.

    Stress darunter knnen sich alle etwas vorstellen. Vom Stress in der Schule oder am Arbeitsplatz, ber Leistungs-, Bezie-hungs- und Freizeitstress bis hin zu Stress beim Einkaufen oder im Straenver kehr gibt es kaum einen Bereich des alltgli-chen Lebens, in dem dieses Phnomen keinen Einzug gehalten htte. Stress ist ein Kennzeichen unserer immer schneller werdenden Welt, in der immer mehr und immer hhere Anforde rungen an den Einzel nen gestellt werden. Bis zu einem gewissen Grad kann Stress angenehm und

    Kennen Sie das?

    Sie arbeiten an Ihrem Schreibtisch: wieder einmal ist der Computer abgestrzt, Ihr Chef kommt mit einer dringenden Aufgabe zu Ihnen und dann klingelt auch noch das Telefon

    sogar anregend empfunden werden. Was geschieht aber, wenn dieses Ma zeitweilig oder stndig berschritten wird?

    Fhlen auch Sie sich manchmal genervt, gereizt oder berfordert?

    Haben auch Sie zuweilen den Eindruck, dass Ihnen die Dinge ber den Kopf wachsen?

    Dann sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen!

    Die vorliegende Broschre kann hier keine Patentrezepte liefern. Die Lektre kann Ihnen jedoch wertvolle Informationen und Verhaltenstipps geben, die Ihnen helfen, mit Stressbelastungen in Ihrem Alltag bes-ser umgehen zu knnen. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihren ganz persnlichen Weg des Stressausgleichs finden. Stress ist immer sehr individuell und sollte flexibel gehand-habt werden. Probieren Sie deshalb einige Tipps aus dieser Broschre einmal aus und entscheiden Sie dann fr sich selbst!

  • 6 7

    In unserem Alltag begegnen wir stn-dig Anforderungen, die andere oder wir selbst an uns stellen in Beruf und Familie, beim Autofahren, Einkaufen, Sporttreiben oder wo auch immer. Zufrie-denheit und Wohlbe fin den stellen sich ein, wenn wir die Situa tion, in der wir uns befinden, im Griff haben, wenn wir die an uns gestellten Anfor derun gen bewlti-gen. Mit Stress ist dann zu rechnen, wenn uns die Anforderun gen ber den Kopf wachsen, wenn wir in unserem Handeln keine oder nur unzureichende Mittel und Wege kennen, diese Anfor derungen zu bewltigen.

    Stress als Strung des Gleichgewichts zwischen Belastung und Erholung

    Im alltglichen Leben und Handeln be-steht idealerweise ein Gleichgewicht zwi-schen Anspannung und Ruhe, zwischen Stress und Erholung. Stress gehrt also zu unserem Alltag. Er spornt zu Leistun-gen an und ist eine wichtige Quelle fr Erfolgserlebnisse, Vitalitt und Zufrieden-heit. Wenn jedoch der Stress berwiegt,

    Was ist Stress?

    Stress gilt als aktuelles Phnomen unserer Zeit. Immer mehr Menschen klagen ber Stresssymptome. Sicher kennen auch Sie aus Ihrer Erfahrung Situationen, in denen Sie hektisch, unausgeglichen oder nervs sind oder sich angesichts (zu) vieler Anforderungen ohnmchtig und niedergeschla-gen fhlen. Wie kommt es dazu?

    wird das Gleichge wicht gestrt. Zu viel Stress kann krank machen, das Wohlbefin-den erheblich beeintrchtigen und unsere Leistungsfhigkeit mindern.

    Die Stressreaktion ursprnglich lebenswichtig

    Ursprnglich ist Stress ein Reaktionsmuster des Menschen zur Vorbereitung auf Kampf oder Flucht im Falle eines Angriffs auf Leib und Leben. Die biologische Stressreaktion diente dazu, smtliche Krper- und Lebens-funktionen auf Manahmen zur Sicherung des eigenen berlebens auszurichten. Dieser Mechanismus ist uns seit Urzeiten gewissermaen einprogrammiert. Unsere stammesgeschichtlichen Vorfahren waren so innerhalb krzester Zeit aktionsbereit.

    Wenn Gefahr droht, kommt es zu einer enormen Freisetzung von Energie der Organismus macht mobil, um optimal auf Angriff oder Flucht vorbereitet zu sein. Dazu ein Beispiel:

    Ein Urzeit-Jger hrt im Gebsch ein Knacken. Er sieht einen Bren auf sich zu kommen. Was passiert?

    1. Alarmphase: Aktivierung des vegetativen Nerven systems (Beschleunigung von Herzschlag und Atmung), Anspannung der Muskulatur.

    2. Handlungsphase/Widerstandsphase:Angriff oder Flucht unter Verbrauch der bereitgestellten Energien, Bewltigung der Situation, der Br wird vertrieben/erlegt oder der Jger kann dem Bren entkommen.

    3. Erholungsphase:Ausruhen/Regeneration, Auffllen der Energiespeicher, Erschpfung.

  • 8 9

    aber heute?

    Fehlende Zeit oder andere Hinderungs-grn de erschweren zudem die Erholung, Entspan nung und Regeneration. Dies bewirkt, dass der Krper unter Stress in erhhter Anspan nung gehalten wird, und kann so die Ent wicklung krperlicher Be-schwerden bis hin zu ernsthaften Organer-krankungen frdern. Der Mensch ist nicht mehr in der Lage, in hnlichen Situationen dem Stress sinnvoll zu begegnen die Widerstandskraft ist erschpft.

    Die leistungsorientierte Gesellschaft fordert in der Regel unseren ganzen Einsatz. Dies ist jedoch auf Dauer nur mglich, wenn wir unsere Energie optimal einsetzen.

    Etwas Stress muss sein das richtige Ma ist fr jeden anders

    Zwischen Anspannung bzw. Stress und Leistungsfhigkeit besteht eine enge Be-ziehung. Ist das Aktivittsniveau zu gering, kommt es also eher zu Langeweile oder Apathie. Sie werden Ihren Chef kaum zu Begeisterungsstrmen hinreien, wenn Sie ohne jede Lust und Laune Ihre Arbeit verrichten. Bei Stress, bei hoher innerer An-

    Das richtige Ma

    Der Mensch in der modernen Gesellschaft kann auf Stresssituationen meist nicht mehr mit Kampf oder Flucht reagieren. Er kann zudem die durch die physiologische Alarmreaktion mobilisierte Energie infolge von z. B. mangelnden Bewegungsmglichkeiten hufig nicht angemessen abfhren.

    AktivittAnspannungDauerbelastung

    RuheEntspannungErholung

    spannung und Nervositt sinkt ebenso die Leistungsfhigkeit. Beispiel wre etwa der Blackout in einer Prfung oder bei einem wichtigen Vortrag.Nur ein mittleres, ausgeglichenes Ma der Anspannung bildet die Grundlage fr langfristig optimale Leistungen und persn-liches Wohlbefinden in Beruf und Alltag.

    Es kommt also auf die Dosis an!

    Wo genau die richtige Dosis, das ausge-glichene Ma an Anspannung oder Stress liegt, lsst sich nicht allgemeingltig klren. Menschen sind da durchaus sehr verschie-den. Was fr den einen optimale Anspan-nung ist, bedeutet fr den anderen starke Belastung. Was heute anregend wirkt, kann uns morgen aus dem Gleichgewicht bringen.

    Welches sind nun die Ereignisse, Anforderungen oder Situationen, die Stress entstehen lassen?

    Was sind die Dinge, die uns hufig ber den Kopf wachsen? Diese Stressauslser, genannt Stressoren, sind von Person zu Person und von Zeit zu Zeit unterschiedlich.

    Stressauslsend fr die meisten Menschen sind sicherlich Ausnahmesituationen oder Lebenskrisen, die gravierende Vernderun-gen der Lebenssituation mit sich bringen, z. B. Krankheit oder Tod eines Angehrigen, Tren nung vom Partner, Arbeitslosigkeit, Umzug, Geburt eines Kindes usw. Aber auch die tglichen, nervenden Kleinigkei-ten knnen zu Stressbe las tungen werden, z. B. Auto staus, Gedrnge und Hektik beim Einkaufen, stndiges Telefonklin geln usw.

    Es lsst sich eine Flle solcher Stressoren finden, von denen die folgende Liste nur eine Auswahl darstellt. Versuchen Sie doch einmal, die fr Sie persnlich stressausl-senden Ereignisse herauszusuchen oder zu ergnzen! Finden Sie ein Beispiel dazu? An dieser Stelle haben Sie die Mglichkeit, Ihren Stress bei den Wurzeln zu packen, denn die Identi fizierung und Benennung stressauslsender Ereig nisse ist der erste Schritt zu ihrer Bewl ti gung!

  • 10 11

    und jetzt Sie!

    ist fr mich stressauslsend

    1. Physische Stressoren schlechte Arbeitsbedingungen (z. B. schlechtes Licht, Hitze, Durchzug, Schichtarbeit)

    Lrm, Umweltverschmutzung Verkehrsstau

    2. Leistungsstressoren neuer Aufgabenbereich/berforderung Langeweile, Unterforderung Zeitdruck/Hetze Konkurrenzkampf, Mobbing Angst vor Versagen zu viel/zu wenig Verantwortung Mangel an Abwechslung dauerndes Telefonklingeln

    3. Soziale Stressoren Konflikte mit Kollegen und Vorges