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Bauen & Wohnen

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Das Magazin rund um die Immobilie Ausgabe Februar 2016

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  • BAUEN & WohnenFebruar 2016

    Ausgabe Nr. 18gratis

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    STIFTUNGENTauziehen um Wiehre-Villa

    DENKMLERKeine Rettung frs Ratsstble

    STADTTUNNELTunnelblick und Kostenkick

  • Editorial

    chilli | bauen & wohnen | 02.2016 | 3

    5 Anzeige

    Titel: Streit um Wiehre-Villa 4-5

    Politik: Stumpfe 50-Prozent-Klausel 6

    Denkmal: Ringen ums Ratsstble 8

    Flchtlinge: rger auf der Haid 9

    Gisinger: Sonnenhfe in Haslach 10

    Messen: Alles rund ums Bauen 12-15

    Architekten: Haller und die Unikate 16

    Fachplaner: Mller + Klein 18

    Lokhalle: Freiburgs Kreativpark 20-21

    Bautrger: Allgeier Wohnbau 24

    Politik: IHK gegen oder mit Crash? 25

    Stadtbau: 1000 neue Wohnungen 26

    Bautrger: Stuckerts Apartments 28

    Unternehmen: Drrschnabel 30

    Genossen: Rekorde beim BVB 31

    Baurecht: Vorsicht Baugrube 32

    Ingenieure: Mohnke Hss 34

    Freiburg: Zuwachs bei Familienheim /

    FWI mit neuem Grnderzentrum 36

    Makler: Ringen ums Angebot 38-42

    Einrichter: Kche, Fenster, Mbel, Licht:

    Aktuelles aus der Region 44-47

    Innovationen: Die Mikrolofts 50

    Stadtentwicklung: Der Stadttunnel wird 25 Millionen Euro teurer 52-53

    Kommentar 54

    Inhalt

    Frau Hendricks guter Plan

    D ie Sonderpublikation Bau-en & Wohnen des Freiburger chilli-Verlags erscheint mit dieser Ausgabe bereits im 10. Jahr. Und passend zu diesem Geburtstag ist sie mit 56 Seiten und weit ber 25.000 Exemplaren auf Rekord-niveau. ber so viel Zuspruch von Lesern und werbenden Unterneh-men freuen wir uns sehr. Wir haben auch in dieser Ausgabe nahezu alle Facetten des Bauens beleuchtet. Und versprechen, so weiterzumachen.

    Nicht einfach so weitermachen will offenbar das Bundesbauministeri-um: Im Haus von Barbara Hendricks (SPD) wird derzeit geruschlos an ei-ner neuen Gebietskategorie im Bau-planungsrecht gearbeitet. Das ur-bane Gebiet soll etwa ermglichen, dass dichter gebaut werden kann. In einem Positionspapier heit es zudem, dass baurechtliche Konflikte zwischen Wohnen und Sportanla-gen, Verkehrsstraen oder Gaststt-ten entschrft werden sollen. Das wei natrlich Baubrgermeister Martin Haag, will aber dazu noch nicht viel sagen. Klar ist, dass die Ber-liner Plne auch seinem Baudezernat helfen knnen, die Wohnungsnot besser in den Griff zu kriegen.

    Die Immobilien Zeitung fasste die Mglichkeiten des urbanen Ge-biets griffig zusammen: Dichter als Misch-, lauter als Wohngebiet. In Mischgebieten gilt nach der aktu-ellen Baunutzungsverordnung eine maximale Geschossflchenzahl von 1,2 (auf 1000 qm Boden knnen 1200 qm gebaut werden). Die kann in der neuen Kategorie berschritten wer-den. Zudem soll der Lrmschutz ge-lockert werden: In reinen Wohnge-bieten gilt heute tagsber 50 dB(A) als Immissionsrichtwert, in Misch-gebieten 60. Neubauten an Haupt-verkehrsstraen, Bahntrassen oder bestehenden Gewerbebetrieben wren im urbanen Gebiet leichter mglich als heute. Hendricks will drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Wohnraum-versorgung in Ballungsgebieten ver- bessern, den Flchenverbrauch ver-ringern und durch krzere Wege das Verkehrsaufkommen verrin-gern. Mal sehen, aus welcher Ecke die ersten Bedenkentrger kommen. Wir wnschen anregende Lektre.

    Lars Bargmann,Chefredakteur

  • 4 | chilli | bauen & wohnen | 02.2016

    Immobilien

    S till steht sie da, die Villa Gottlieb an der Maria-Theresia-Strae 8 in der Wiehre. Nebenan ruht eine Baugrube, kein Dreck liegt auf den We-gen, alles sehr gediegen. Doch beim Verkauf des zum Vermgen der Dr. Ellen Gottlieb-Stiftung zhlenden Anwesens ging es hoch her. Interessenten fhlten sich verschaukelt, Anwlte schrieben seitenlange Briefe, sogar das Regierungsprsidium musste sich mit dem Fall befassen.

    Das Rennen um die 1908 auf einem knapp 2600 Quad-ratmeter groen Grundstck erbaute Villa machte am Ende der Freiburger Rdiger Wunderlich. Dass dessen Sohn Norman als Kommanditist ebenso wie der Stif-tungsvorstand und Rechtsanwalt Martin Behrens An-teile an einer Eigentmergesellschaft beim Gasthaus Schiff hlt, hat zu Mutmaungen ber Begnstigun-gen gefhrt. Dem Freiburger Stadtmagazin chilli lie-gen umfangreiche Dokumente vor.

    Hei begehrtes Anwesen: Fr die millionenschwere Villa Dietler gab es fast zwei Dutzend Interessenten.

    Tauziehen um Wiehre-VillaDr. EllEn GottlIEb-StIftunG vErkauft anwESEn fr

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  • chilli | bauen & wohnen | 02.2016 | 5

    Immobilien

    Am Ende des Bieterverfahrens waren die Familie Prinz-Zaiss, die Familie Boedeker und die von Wunderlich briggeblieben. Die Entscheidung ber den Verkauf der einstigen Villa Dietler, die Mit-te der 30er Jahre in den Besitz der Familie Gottlieb kam, fiel am 11. November in einer Sitzung des Ku-ratoriums, dem unter anderem der frhere Dompfarrer Erich Wittner oder Alt-Regierungsprsident Sven von Ungern-Sternberg angehren. Boedeker und Prinz-Zaiss hatten bis dahin 3.000.111 Euro geboten, Wunderlich deutlich mehr, sagt Behrens. Er habe Norman Wunderlich be-reits vor ber einem Jahr mal angerufen, als es noch die Idee gab, aus der Villa mit ihren 676 Quadratmetern Wohnflche ein Boutique-Hotel zu machen. Wun-derlich hat da Erfahrungen, misch-te beim Gasthaus Schiff mit, beim Hotel-Restaurant Der Kaiser, ist auch in Frankreich in der Hotel-branche unterwegs. Wir htten aber mindestens eine Million Euro investieren mssen, sagt Behrens. So lie der Stiftungsvorstand um Behrens und Anita Stilz den Plan wieder fallen. Wer daraus und aus der Beteiligung an einer Komman-ditgesellschaft (Behrens: Haben zwei Aktionre einer Gesellschaft eine Geschftsbeziehung?) nun aber Begnstigung eines Bewer-bers konstruieren wolle, solle sich vor Augen halten, dass es auf der anderen Seite tatschlich eine Ge-schftsbeziehung zum Makler der anderen beiden Bewerber gab. Der-lei Mutmaungen htten also eher fr die Mitbewerber gesprochen.Am 10. November erschien dieser Makler sowohl mit den Eheleuten Prinz-Zaiss als auch mit Boedekers in der Kanzlei von Stilz und Beh-rens. Der Vorstand war eigenen Angaben zufolge vllig verblfft, dass beide Interessenten zeitgleich

    erschienen, denn es habe ja nie zur Debatte gestanden, dass das Haus an eine Bietergemeinschaft verkauft werde. Vielmehr habe es gegolten, einen Kufer zu finden, der das Kulturdenkmal erhalten, baulich nicht verndern und die drei Etagen auch nicht aufteilen will. Zumindest merkwrdig ist aber, dass in einer Mail vom 28. Ok-tober von der Kanzlei an den Mak-ler die Frage gestellt wird, ob ggf. nur eine Wohnung gekauft werden soll und wenn ja, welche und zu welchem Preis. Wenn es ein Infor-mationsdefizit gegeben habe, dann aufseiten des Maklers, findet Stilz.

    In dieser Sitzung boten beide Par-teien, die den Termin zunchst nur zum Kennenlernen gedacht hatten, spontan und je einzeln die 3.000.111 Euro an. Der Vorstand hat dann gefragt, ob dieser Preis nur fr die Villa oder auch fr das hintere Gar-tengrundstck gelte, das womg-lich noch bebaut werden kann, sagt Nicolas Schill, der die Boede-kers anwaltlich vertritt. Wenn es eine Baureserve gbe, wrde man, wenn noch mglich, das Angebot noch einmal nachbessern. Dies wurde vom Vorstand be-jaht, schreibt Schill in einem Brief ans Regierungsprsidium (RP), der Rechtsaufsicht fr Stiftungen. Das ist frei erfunden, entgegnet Stilz. Fr mich waren die 3.000.111 Millionen das letzte Angebot, so Behrens. Im brigen sei das RP ber jeden Schritt informiert wor-den. Dem chilli liegt ein Schreiben der Behrde vor, wonach die Ver-gabe aus ihrer Sicht rechtmig gewesen ist.

    Am Morgen des 12. November hatte Behrens den Makler dann per Mail darber informiert, dass ein Verkauf an seine Kunden nicht klappen wrde, weil ein anderer Bieter einen hheren Kaufpreis geboten habe. Der sprach mit sei-nen fassungslosen Kunden, die bis dahin von einer Nachbesse-rungsmglichkeit ausgegangen waren. Am Abend schickten sie neue Angebote an den Vorstand, beide in Hhe von 3,3 Millionen Euro. Doch da war die Entschei-dung schon gefallen. Der Makler will wissen, dass die Familie Wun-derlich 3,075 Millionen Euro gebo-ten habe. Damit htte die Stiftung auf 225.000 Euro verzichtet. Diese Zahl verneint Behrens. Wunder-lich selbst wollte sich dazu gegen-ber dem chilli nicht uern. Die Villa sei fr private Zwecke erwor-ben worden. Auerdem knne man noch nicht von einem Kauf sprechen. Es gebe noch offene Fragen. Nach chilli-Informationen hatte es rund 20 Interessenten ge-geben, darunter Architekten und durchaus stadtbekannte Persn-lichkeiten.Mit dem Erls aus dem Verkauf will die Stiftung nun jedenfalls noch strker als bisher den Erhalt des Mnsters frdern. In den Jah-ren 1997 bis 2011, so Stilz, habe Ellen Gottlieb-Schramm rund 560.000 Euro gespendet. Sie zhlte mit einer Einlage in Hhe von 50.000 Mark auch zu den Grndungsstiftern der Stiftung Freiburger Mnster. Die 2007 gegrndete Ellen Gottlieb-Stiftung sei anfangs mit 307.000 Euro ausgestattet worden und habe seit 2012 rund 118.000 Euro frs Mnster aufgebracht. Nun soll jedes Jahr ein sechsstelliger Betrag aus den Kapitaleinknften der Stiftung dem schnsten Turm der Christenheit zukommen.

    Lars Bargmann

    DAS IST FREI ERFUNDENStiftungsvorstand

    Anita Stilz

  • I m vergangenen Mai hat der Freiburger Gemeinderat mit der knappsten aller Mehrheiten beschlossen, dass knftig bei gr-eren Neubaugebieten jede zweite Wohnung eine ffentlich gefrder-te Mietwohnung sein muss. Das hat bundesweit fr Schlagzeilen gesorgt. Seither gibt es einen Glau-benskrieg: Die einen glauben, dass damit mehr bezahlbarer Wohn-raum geschaffen wird, die ande-ren, dass angesichts der drftigen ffentlichen Zuschsse bald gar kein sozialer Mietwohnungsbau mehr hergestellt wird.

    Bisher ist die 50-Prozent-Klausel ein stumpfes Schwert, im Prinzip li

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