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  • BRSE EXPRESS

    be INVESTORNR. 3297/41

    Schwerpunkt Wien: Mit einem Wertzuwachs von 13,38% hat der Wiener Markt im bisherigen Jahresverlauf zahlreiche an-dere Brsen geschlagen. Auf welche Aktien die Experten jetzt setzen und wie es im 2. Halbjahr weitergeht. Foto: APA/ROBERT PARIGGER

    Was jetzt?+ 13,38 % - Brse Wien:

  • BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT - INTERVIEW

    BRSE EXPRESS: Europas Renditen haben sich zuletzt deutlichnach oben bewegt. In sterreich gab es etwa seit April eine mehrals Versechsfachung im Zehnjahresbereich auf mehr als 1,2 Pro-zent was aber noch immer ein historisch niedriges Niveau ist.Wie ist hier Ihr weiteres Bild in Bezug auf die Renditen und hatdas dann Auswirkungen auf Ihren sterreich-Aktienfonds. Immo-bilienaktien etwa wurden in den vergangen Jahren durch den Nie-dergang der Renditen befeuert ist da so etwas wie eineTrendwende in Sicht? Und wo sonst knnte es Auswirkungengeben?ALOIS WGERBAUER: Wer wei noch was wir vor exaktzwei Jahren diskutiert haben? Die Anleihe- und Aktien-mrkte waren massiv verunsichert, da der damalige FED-

    Chef Bernanke die mglicheUS-Zinswende thematisierthat. Und heute? Die Leitzin-sen sind immer noch nicht er-hht; die langfristigenRenditen gehen seitwrts.Zinswenden dauern und wirerwarten in der EURO-Zoneeine hnliche Entwicklung.Die Renditetiefs liegen wohlhinter uns; Negativrenditenber weite Teile des Staatsan-leihebereiches machen ko-

    nomisch auch keinen Sinn. Vor uns liegt aber vorerst einSeitwrtstrend und keine nachhaltigen Steigerung derRenditen. Wir drfen nicht bersehen: Das EZB-Anleihe-kaufprogramm luft 18 Monate bis September 2016 ge-rade mal 4 Monate sind absolviert.

    Welche sterreichische Immobilienaktien gefallen Ihnen?Immofinanz fr die Mutigen, CA Immo fr die Geduldi-gen und Buwog fr die Dividendensammler. In unserem

    sterreich-Fonds sind alle drei wesentlich gewichtet. Diejngsten Korrekturen aufgrund der angeblichen Zins-wende teilen wir nicht, da wir die Zinswendethese nichtteilen.

    Da ist dann das Stichwort Russland etwas, das ein fundamentalorientierter Fondsmanager wie Sie ohnehin bereits im Kopf bei denAssets herausgerechnet hat?Ja. Das ist das bliche Spiel zwischen Fundamentalda-

    ten und Sentiment. Kein Investor wre gut beraten ange-sichts der Risikolage fr die Immofinanz aktuell denNAV/Buchwert zu bezahlen. Die Frage ist ja nur mssenes wirklich 50 Prozent Abschlag sein oder reichen 25Prozent auch. Neben dem zitierten Mut wird wohl auchGeduld ntig sein.

    Von Russland ist es nicht weit zur Raiffeisen Bank International:Wie beurteilen Sie den europischen Bankensektor an sich und dieheimischen Institute im Speziellen?Ich denke die Talsohle ist durchschritten, vieles hat sich

    stabilisiert. Die Erste Group hat die Bilanzbereinigungenwohl abgeschlossen und auch Raiffeisen Bank Internatio-nal hat zuletzt klare Statements abgegeben. Die RBI istderzeit wohl das mutigste, aber sicherlich auch das chan-

    ALOIS WGERBAUER

    Die RBI ist derzeit wohl das mutigste, aber sicherauch das chancenreichste Wiener Investment

    Alois Wgerbauer war ein Fan von AT&S, Porr und FACC - beiSBO ist noch nicht die Zeit des Investierens. Foto: beigestellt

    Robert Gillinger robert.gillinger@boerse-express.com

    3 Banken-Generali Invest-Geschftsfhrerund Fondsmanager Alois Wgerbauer berdas Wie sein Fonds zum Outperformerwurde, obwohl die Index-Entwicklung da-gegen sprach, seine weiteren Favoriten -und welche Immoaktie fr wen geeignet ist.

    Kein Investorwre gutberaten, ange-sichts der Risi-kolage fr dieImmofinanz ak-tuell denNAV/Buchwertzu bezahlen.

  • BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT - INTERVIEW

    cenreichste Investment amWiener Markt. Auch hier mussman sich auf die Kennzahlen konzentrieren. Wie hochsind die Non-Performing-Loans, wie viel ist bereits rck-

    gestellt, wie hoch ist das Ei-genkapital usw. Auf demaktuellen Kursniveau wird dieRBI in Relation zum Eigenka-pital ja fast wie Distressedbewertet und das ist einfachUnsinn. Aber auch hier: KeineAhnung wo die Aktie in 3 Mo-naten steht aber in 2 Jahrenwohl deutlich hher.

    Die erfolgreichste Bankaktie warzuletzt die Oberbank. Ist die Aktie damit fr Sie auch in den In-vestment-Radar gerckt?Aus Compliance-Grnden gebe ich keinen Kommentar

    zu Aktien von Eigentmern der Fondsgesellschaft ab. Nurso viel: Mit der Bankengruppe Oberbank, Bank fr Tirolund Vorarlberg und BKS Bank sowie der Generali HoldingVienna haben wir die beste Eigentmer-Struktur, die mansich im aktuellen Umfeld nur wnschen kann.

    YTD ist die Erste Group ein klarer Outperformer zum ATX. Unddamit das Indexschwergewicht Nr. 1, das Sie laut Fondsregularienim Fonds gar nicht entsprechend abbilden knnen. Jetzt ist IhrFonds trotzdem gegen den ATX ein Outperformer. Womit habenSie das erreicht und sind das auch jene bergewichtungen, mitdenen Sie ins zweite Halbjahr gehen?Outperformance ergibt sich immer durch ber- und Un-

    tergewichtungen. Klar geholfen haben die wesentlichenGewichtungen von Porr, AT&S und DO&Co alle drei Titelbleiben interessant. Auch an ams halte ich nach der jngs-ten Korrektur fest. Im Gegenzug waren schlecht laufendeTitel wie Verbund oder Vienna Insurance Group deutlichuntergewichtet.

    Da habe ich jetzt wenig von Energietiteln gehrt. Wie beurteilenSie die Situation am lmarkt? Und ist jetzt die Zeit noch nicht ge-kommen, sich etwa fr OMV oder SBO zu interessieren?Bei OMV fehlt mir derzeit noch der klare Blick, wohin

    das Unternehmen mit der neuen Fhrung will also warteich ab und bin deutlich untergewichtet. SBO ist ein tollesUnternehmen aber ich denke, im Zyklus ist es fr In-vestments noch zu frh.

    Derzeit liegt der ATX YTD 16,4 Prozent im Plus. Erwarten Sie bisJahresende eine weitere Steigerung, oder ist eher mit einer Korrek-tur des Gesamtmarktes zu rechnen?Die Griechenland-Thematik berstrahlt derzeit leider

    alles - Volatilitt wird bleiben. Grundstzlich hat der Marktaber Potenzial fr Outperformance. Die Banken-Themati-ken haben sich wie beschrieben stabilisiert, die Immo-Ak-tien kamen durch die bernahmethematiken ins Gerede.Internationale Investoren sind teilweise noch deutlich un-tergewichtet.

    Ein Schwenk zu Ihrer 'anderen Ttigkeit' - als Geschftsfhrer der3Banken-Generali Invest KAG: Wenn Sie die aus Ihrer Sicht drei aus-sichtsreichsten Fonds fr das zweite Halbjahr nennen mssten ...Als Fondsgesellschaft verwalten wir derzeit 8,6 Mrd. Euro,

    aufgeteilt auf viele Segmente und Strategien Produkt-empfehlungen ohne den Anlegerhintergrund zu kennensind daher nicht immer zielfhrend. Nur so viel: Der Fondssollte eine klare Philosophie haben und nicht nur irgend-wie den Markt abbilden und innerhalb des Fonds solltedas Fondsmanagement viele Mglichkeiten haben auchtemporr aus demMarkt zu gehen. Mit unserer Value-Stra-tegie suchen wir international nach tief bewerteten Aktienund mit unserer Dividenden-Strategie suchen wir nachnachhaltigen Dividendenzahlern. Und Anlegern, die sichnicht festlegen wollen, bieten wir unsere Best-of-3Banken an wir stellen je nachWeltbild ein Portfolio ausunseren Fonds zusammen.