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Burnout Leitfaden BMG

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Burnout Leitfaden zur betrieblichen Gesundheitsfrderung in GrobetriebenMit Fokus auf die Rolle von Fhrung und Schichtarbeit

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1 2 3 4 5 6 ZurVerwendungdesLeitfadens.........................................................................................2 Vorwort...............................................................................................................................3 WasistBurnout?............................................................................................................................4 1.1 Belastung..............................................................................................................6 1.2 Stressverarbeitung................................................................................................6 1.3 Erholung..............................................................................................................7 . 1.4 Beanspruchung.....................................................................................................8 1.5 WorankannmanBurnouterkennen?..................................................................8 DiePraxis-StudiealsBasisdesbetrieblichenBurnout-Prventionsleitfadens...........................11 2.1 Ergebnisse:Gesamt.............................................................................................11 2.2 Ergebnisse:SchichtarbeitundBurnout-Risiko...................................................12 2.3 Ergebnisse:FhrungundBurnout-Risiko..........................................................14 2.3.1 Ergebnisse:Burnout-RisikoalsFhrungsthema...............................................15 . 2.3.2 FhrungalsSupportfrpassendeAnforderungen ..........................................16 . 2.3.3 FhrungalsSupportfrStressverarbeitung......................................................16 2.3.4 FhrungalsSupportfrErholung....................................................................16 . 2.4 Ergebnisse:PrventionsangeboteundBurnout-Risiko......................................17 2.4.1 BestehendeAngebote........................................................................................17 2.4.2 FehlendeAngebote............................................................................................18 2.4.3 AusmaderAngebote.......................................................................................18 2.4.4 InanspruchnahmederAngebote........................................................................18 2.4.5 ZusammenhangzwischenBurnout-RisikoundbetrieblichenAngeboten........18 BetrieblicheHandlungsmglichkeiten.........................................................................................19 3.1 PrventionvonBurnout....................................................................................20 3.1.1 Primrprvention...............................................................................................20 3.1.2 Sekundrprvention..........................................................................................20 3.1.3 Tertirprvention...............................................................................................20 3.2 EbenenfrprventiveManahmenimBetrieb................................................21 3.2.1 Unternehmenskultur-Gesellschaft..................................................................21 3.2.2 BetrieblicheStrukturenundProzesse...............................................................22 3.2.3 IndividuellesVerhaltenundKompetenzen.......................................................23 3.3 Zusammenfassung:PrventiveManahmenaufunterschiedlichen EbenenimBetrieb..............................................................................................24 3.4 ZielgruppenspezifischeManahmenundHandlungsempfehlungen................25 3.4.1 Zielgruppe:Schichtarbeitende...........................................................................25 3.4.1.1 IndividuelleManahmen....................................................................................25 3.4.1.2 BetrieblicheManahmen....................................................................................25 3.4.1.3 UnternehmenskulturelleManahmen...............................................................25 3.4.2 Zielgruppe:Fhrungskrfte................................................................................26 3.4.2.1 IndividuelleManahmen....................................................................................26 3.4.2.2 BetrieblicheManahmen....................................................................................26 3.4.2.3 UnternehmenskulturelleManahmen...............................................................26 Checklisten......... .........................................................................................................................27 . 4.1 WiebemerkeichersteWarnzeichenbeimirselbst?..........................................27 4.2 Waskannichtun,wennichBurnout-Anzeichenbeimirfeststelle?.................27 4.3 WiebemerkeichersteAnzeichenbeimeinenMitarbeitenden?.......................28 4.4 Waskannichtun,wennichersteAnzeichenbeimeinen Mitarbeitendenwahrnehme?.............................................................................28 4.5 WiekannichalsFhrungskraftinmeinemBereichvorbeugen?......................28 4.6 FhrungsgesprchebeiBurnout-Risiko-Verdacht.............................................29 . 4.7 Fhrungskrfte-Workshop:Burnout-Prvention.............................................31 . 4.8 InnerbetrieblicherBurnout-Prventionsleitfaden..............................................32 4.9 AnlaufstellenundKontaktadressen..................................................................33 RechtlicheGrundlagen.................................................................................................................33 5.1 FrsorgepflichtderArbeitgeber/in....................................................................33 5.1.1 AllgemeinesbrgerlichesGesetzbuch................................................................33 5.1.2 Angestelltengesetz.............................................................................................33 5.2 Arbeitnehmer/innenschutz-Gesetz...................................................................33 5.2.1 AllgemeinePflichtenderArbeitgeber/in...........................................................33 5.2.2 Prventivfachkrfte:Arbeitspsycholog/innen..................................................34 Literaturverzeichnis.....................................................................................................................35 Abbildungsverzeichnis.....................................................................................................36

Burnout Leitfaden zur betrieblichen Gesundheitsfrderung in Grobetrieben

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Verwendung des Leitfadens, Impressum

Zur Verwendung des LeitfadensDervorliegendeLeitfadendientalsEmpfehlungfrall jeneOrganisationen,diesichmitdemThemaBurnout bzw.Burnout-Prventionbeschftigenwollen.Erbildet denSukkusderPraxis-StudieBurnout-Gefhrdungin Grobetrieben&dieRollevonFhrungundSchicht, diedasIBGmitFrderungdesFGdurchgefhrthat (Gabrieletal.,2009). Das Burnout-Syndrom geriet in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld der ffentlichen aber auch betrieblichenAufmerksamkeit.Manverstehtdarunter sowohldenProzesszunehmender,wieeinenZustand vlliger Erschpfung. Heutzutage ist Burnout weder eintypischesPhnomeninMensch-zu-Mensch-BerufennocheinetypischeManagerkrankheit:Jedeund jederkanndavonbetroffensein. Die Auswirkungen von Burnout knnen fr die Betroffenen sowie die Betriebe enorm sein. Aufgrund dessen wurde der vorliegende Leitfaden entwickelt, um Betrieben mgliche Prventions- und InterventionsmanahmenaufverschiedenenEbenenvorzustellen.DerFokusliegtdabeiaufdenBereichenFhrung und Schichtarbeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die BeschreibungdeskonkretenVorgehensimAnlassfall, sowieChecklistenmitWarnzeichenfreineBurnoutGefhrdungundrechtlicheGrundlagen. DownloadsdesgesamtenLeitfadenssowiederChecklisten (als pdf und alsWorddatei) finden Sie auf der Homepage des Fonds Gesundes sterreich unter www.fgoe.org/presse-publikationen/downloads/forschung

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Fonds Gesundes sterreich

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!In nur wenigen Jahren hat sich das Burnout-Syndrom von einer Managerkrankheit zu einer Erkrankungsform vieler unterschiedlicher Berufsgruppen entwickelt. Neben individuellen und sozialen Faktoren tragen psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz zur Entstehung bei. Beispiele sind Schichtarbeit, Druck, mangelnde Anerkennung oder betriebliche Vernderungen. Betriebe - mit ihren klaren Strukturen und Prozessen - bieten ein sehr gutes Umfeld, um BurnoutPrvention zu implementieren. Der Burnout-Leitfaden zur betrieblichen Gesundheitsfrderung ist ein wertvolles Produkt, das Betriebe dabei untersttzt, die Work Life Balance der Beschftigten zu frdern. Checklisten helfen dabei, Anzeichen von Burnout bei sich oder Mitarbeitenden zu erkennen. Fr verschiedene Zielgruppen werden spezifische Manahmen beschrieben, mit denen dem BurnoutRisiko auf individueller, betrieblicher und unternehmenskultureller Ebene begegnet werden kann. Mag. Christoph Hrhan Leiter des Fonds Gesundes sterreich

Die Studie, die dem vorliegenden Prventionsleitfaden zugrunde liegt, bietet neues serises Datenmaterial bzgl. Burnout-Risiko im Zusammenhang mit Schichtarbeit und Burnout als Fhrungsthema die wichtigsten Ergebnisse werden hier zusammengefasst. Wer Betroffene kennt oder gar selbst einmal Burnout durchleben musste, wei um das persnliche Leid und auch die

Schwierigkeiten, die Unternehmen dadurch entstehen knnen. Immer mehr Unternehmen engagieren sich daher in der Gesundheitsfrderung und Prvention. Dieser Leitfaden will betrieblich Verantwortliche ermutigen und untersttzt diese mit vielen praktischen Checklisten, Anleitungen und Tipps (die auch als Download zur Verfgung stehen). Mag.a Dr.in Theresia Gabriel IBG Institut fr humankologische Unternehmensfhrung

Burnout Leitfaden zur betrieblichen Gesundheitsfrderung in Grobetrieben

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Was ist Burnout?

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Was ist Burnout?DasModellvonGeyerhofer&Unterholzer(2008)untersttztdieseSichtweiseundunterscheidetzwischen individuellen,privaten,organisationalenwieauchsozialenAspekten,dieeinBurnout-Risikomindernoder auchfrdernknnen.

DemLeitfadenliegteinsystemischesVerstndnisvon Burnoutzugrunde.Entgegender(leiderimmernoch) weitverbreitetenMeinung,Arbeitsvermgenseietwas reinIndividuellesundPrivates,konntedasIBGinvielenProjektenundStudiendieinternationalanerkannteSichtweisederbetrieblichenGesundheitsfrderung nachweisen, dass neben individuellen Faktoren auch betriebliche Prozesse und unternehmenskulturelle Faktorenausschlaggebenddafrsind,obMitarbeitendearbeitsfhigsindodernicht.EineoptimalePassung zwischendenAnforderungenunddenBewltigungsmglichkeiten ermglicht Gesundheit und Arbeitsvermgen ber verschiedene Lebensphasen. Dabei mssen die drei Eckpunkte bercksichtigt werden: die individuellen Personen mit ihrem Verhalten, die betrieblichenProzesseundStrukturen,dieUnternehmenskulturundFhrung(sieheAbbildung1).Abbildung 1. Nachhaltiges Arbeitsvermgen (IBG)

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Kultur Leitbild, Team Kultur, Fhrung ...

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Prozesse Arbeitsinhalt, Arbeitszeit, Arbeitsablufe ...

Arbeitsbewltigung Arbeitsinteresse Zusammenarbeit

Individuum Gesundheit, Kompetenz, Biografie ...

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Fonds Gesundes sterreich

Was ist Burnout?

Abbildung 2. Das Trichtermodell: eine systemische Sichtweise von Burnout (nach Geyerhofer und Unterholzer, 2008)

Organisationsaspekte Individuelle Aspekte Soziale Aspekte

Private Aspekte

Burnout-Risiko entsteht aus einem Mix von mehreren Belastungen: im Betrieb (z.B. Zeitdruck, Arbeitsberlastung, mangelnde Pausen, schlechtes Fhrungsverhalten), in der Person (z.B. ineffektives Stressmanagement, mangelnde Entspannungsfhigkeit), im privat-familiren Bereich (z.B. Belastungen durch Beziehungskrisen, Betreuungspflichten von Kindern,Pflegebedrftigen,...),aberauchimsozialen Bereich(z.B.Leistungsgesellschaft,hoheArbeitslosigkeitbeiproblematischerwirtschaftlicherLage). Jeder Mensch, der Belastung erlebt, muss diese Belastung verarbeiten - mit dieser Belastung umgehen. Keine konstruktiveVerarbeitungsstrategie zu finden, stellteinweiteresRisikomomentdar. AuerdemwirdErholung,dasAuffllenderReserven, einwesentlichesAusgleichsmoment.

Burnout-Risiko resultiert aus einer Dysbalance von BelastungundErholung:(KallusundJimenz,2008) Langanhaltender Stress Ineffiziente Stressverarbeitung Mangelhafte Erholung

Burnout Leitfaden zur betrieblichen Gesundheitsfrderung in Grobetrieben

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Was ist Burnout?

Abbildung 3. Burnout-Risiko-Modell (nach Kallus und Jimenz, 2008)

1.1

Belastung

Der Studie liegt die normierte Definition zugrunde, entsprechend der psychische Belastung die GesamtheitdererfassbarenEinflsse,dievonauenaufden Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken ist1. Stress kennzeichnet hier einerseits auslsendeBedingungen(z.B.Zeitdruck)undandererseits Reaktionenaufdiese.SolcheBelastungenknnenaus verschiedenenLebensbereichenherrhren (sieheAbbildung2). 1.2 Stressverarbeitung

Im Folgenden werden u.a. die Begriffe Belastung, StressverarbeitungundErholungtheoretischerlutert undmitBeanspruchunginBeziehunggesetzt.

Coping- oder auch Stressverarbeitungs-Strategien sind2 psychische Vorgnge, die ungeplant oder auch geplant, unbewusst oder auch bewusst bei Stress in Gang gebracht werden,umdiesen Zustandentweder zu verringern oder zu beenden. Die Literatur kennt mehrereModelle,dieseStrategiendifferenziertzubetrachtenz.B.inBezugaufderenZiel,derenFunktion oder auch derenWirksamkeit. Relevant erscheint imZusammenhangmitderStudiev.a.dieUnterscheidungzwischenpositiver(zielfhrender)undnegativer Stressverarbeitung(z.B.GrbelnoderderBurnout-Dimension Depersonalisation, Zynismus, Rckzug), die hufigimKontextvondepressivenVerstimmungenzu findenist.WeitersherauszugreifenistdasderStudie zugrundeliegendeModellvonBurisch3,dasverschiedeneFormenderStressverarbeitungbeschreibt,esgilt fr die jeweilige Situation die jeweils passendste zu finden.

(DIN Norm 33405 ISO 10075) (Landau, 2007, S. 301) (Janke, Erdmann, Kallus, 1985) 3 (1994)1 2

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Fonds Gesundes sterreich

Was ist Burnout?

Abbildung 4. Vier Arten der Stressbewltigung (nach Burisch, 1994)

ImZusammenhangmitderVerarbeitungvonSchichtarbeit-bezogenenBelastungenwurdedieAuswirkung von aktiver bzw. passiver und direkter bzw. indirekter Stressverarbeitung untersucht4. Dabei zeigte sich, dassaktive(z.B.mitVertrautensprechen)unddirekte (nderung der Arbeitsbedingungen bzw. Schichtplne)Strategienerleichterndwirken.PassiveStrategien (z.B. Alkoholkonsum) wirken dagegen nicht erleichternd und sind mit hheren Stresswe...