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Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

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Bei der Onlinebroschüre handelt es sich um eine Zusammenstellung der verschiedenen Klassifizierungssysteme aller derzeit im paralympischen Programm befindlichen Sportarten. Seit der Erstveröffentlichung der BISp-Broschüre im Jahr 2006 wurde das Klassifizierungssystem international komplett überarbeitet. Hinzu kamen neue Sportarten wie Paracanoe, Paratriathlon oder Snowboard, die in das paralympische Programm aufgenommen wurden.Die Überarbeitung der vorliegenden Broschüre fand in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) statt, bei deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wir uns herzlich bedanken.

Text of Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

  • Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

  • Bundesinstitut fr Sportwissenschaft

    Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

  • Impressum

    Herausgeber

    Bundesinstitut fr Sportwissenschaft Graurheindorfer Strae 198 53117 Bonn [email protected] www.bisp.de

    Stand

    Dezember 2014

    Redaktion

    Michael Palmen

    Layout

    Elke Hillenbach

    Titelfoto

    Allianz

    Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.ddb.de abrufbar.

    Mit freundlicher Untersttzung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS)

  • 3Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Inhalt

    Inhalt

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen? ............................................................... 5

    Die paralympischen Sommersportarten ............................................................... 13

    Boccia (BISFED) ......................................................................................................................................... 13

    Bogenschieen (FITA): .............................................................................................................................. 15

    Fechten (IWAS) ........................................................................................................................................... 16

    Fuball fr blinde und sehgeschdigte Menschen (IBSA) ................................................................ 16

    Fuball fr Menschen mit Zerebralparese (CP / ISRA) ..................................................................... 16

    Gewichtheben (IPC) ................................................................................................................................... 17

    Goalball (IBSA) ............................................................................................................................................ 17

    Judo (IBSA) ................................................................................................................................................... 18

    Kanu (ICF) ..................................................................................................................................................... 18

    Leichtathletik (IPC) .................................................................................................................................... 19

    Radsport (UCI)............................................................................................................................................. 20

    Reitsport-Dressur (FEI) ............................................................................................................................. 22

    Rollstuhl Basketball (IWBF) ..................................................................................................................... 23

    Rollstuhl Rugby (IWRF)............................................................................................................................. 24

    Rollstuhl Tennis (ITF) ................................................................................................................................. 25

    Rudern (FISA) .............................................................................................................................................. 25

    Schwimmen (IPC) ....................................................................................................................................... 26

    Segeln (IFDS) ............................................................................................................................................... 29

    Sitzvolleyball (WOVD) ............................................................................................................................... 29

    Sportschieen (IPC) ................................................................................................................................... 30

    Tischtennis (ITTF) ...................................................................................................................................... 30

    Triathlon (ITU): ........................................................................................................................................... 31

  • 4Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Inhalt

    Die paralympischen Wintersportarten .................................................................. 33

    Ice Sledge Hockey (IPC) ............................................................................................................................ 33

    Rollstuhl Curling (ICF) ............................................................................................................................... 33

    Ski Nordisch, Biathlon und Ski Alpin (IPC) ........................................................................................... 33

    Snowboard (IPC) ......................................................................................................................................... 37

  • 5Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungen im Wettkampfsport sind notwendig, weil alle Sporttreibenden ein Anrecht auf grt-mgliche Chancengleichheit haben.

    Klassifizierungssysteme ordnen Sportlerinnen und Sportler mit hnlichen Voraussetzungen oder Fhig-keiten Gruppen zu, so dass die Leistungen untereinander vergleichbar sind und einzig und allein Fhigkeit, Fitness, Kraft, Ausdauer, taktisches Geschick und mentale Strke ber Sieg oder Niederlage entscheiden.

    Unterschiede in Alter, Geschlecht und bei den krperlichen Gegebenheiten (z. B. Gewichtsunterschiede), so sie denn bei der Ausbung einer bestimmten Sportart von Bedeutung sind, sollen ausgeglichen werden, um mglichst faire Voraussetzungen fr spannende sportliche Auseinandersetzungen zu schaffen.

    Im Sport fr Menschen mit Behinderungen, besonders im Leistungs- und paralympischen Sport, spielen Klassifizierungen eine groe Rolle, da hier die Unterschiede bei den krperlichen und geistigen Voraus-setzungen zur Ausbung einer Sportart besonders individuell und vielfltig sind. Um eine Vergleichbarkeit der Leistungen herzustellen und ein grtmgliches Teilnehmerfeld zu generieren, wurde ein umfangrei-ches Klassifizierungssystem entwickelt. Zu viele Klassen wiederum beeintrchtigen die Attraktivitt des Sports der Menschen mit Behinderungen. Die Wettkmpfe werden fr die Zuschauenden unbersichtlich, oder es fehlt die Spannung, weil zu wenige Sportlerinnen und Sportler in einem Wettbewerb gegeneinan-der antreten.

    Damit die Attraktivitt des Sports auch fr die Zuschauenden erhalten bleibt, gilt es, einen Kompromiss zu finden zwischen einer grtmglichen Differenzierung bei den Teilnehmenden einerseits und der ber-sichtlichkeit der Wettkmpfe andererseits. Verbesserungsmglichkeiten im Klassifizierungssystem wer-den daher stndig diskutiert.

    Beispielhaft fr die Suche nach Lsungen sind die Regelungen fr Sportlerinnen und Sportler mit Kr-perbehinderungen. In einigen paralympischen Sportarten werden diese funktionell klassifiziert, d. h. man achtet auf die vorhandenen Beeintrchtigungen bei der Ausfhrung von Bewegungen und beurteilt eher die Gemeinsamkeiten, weniger die Art der Behinderungen. In den meisten Rollstuhldisziplinen sind somit beinamputierte oder spastisch gelhmte Sportlerinnen und Sportler denen mit Querschnitt- oder Polio-lhmungen zugeordnet. Unterschiede bei den Handicaps knnen durch Zeitgutschriften oder Punktevor-teile ausgeglichen werden.

    Die Suche nach bestmglichen Lsungen fhrt zu andauernden Diskussionen, auch ber die Anzahl und Auswahl der Sportarten und der zugehrigen Wettbewerbe bei paralympischen Spielen. Bei den paralym-pischen Sommerspielen in Athen 2004 gab es 519 Entscheidungen verteilt auf 20 Sportarten. In Peking 2008 wurde die Anzahl der Wettbewerbe auf 472 reduziert und in London 2012 wieder auf 503 aufge-stockt. Fr die Paralympics in Rio de Janeiro 2016 beschloss das Internationale Paralympische Komitee (IPC) das Programm um zwei weitere Sportarten (Paracanoe und Paratriathlon) zu erweitern.

    hnliches ist bei der Programmgestaltung der paralympischen Winterspiele zu beobachten. Gab es bei den Spielen in Salt Lake City 2002 noch 86 Entscheidungen in 5 Sportarten, so waren es in Turin 2006 noch 52. Vier Jahre spter, bei den Winterparalympics in Vancouver, wurde auf 64 aufgestockt und in Sotschi 2014 noch einmal auf 72 Wettbewerbe (neu im Programm war das Snowboarden).

    Es liegt in der Natur der Sache, dass die Programmgestalter der paralympischen Spiele flexibel auf schwan-kende Teilnehmerzahlen reagieren mssen. Nicht in allen Disziplinen werden smtliche Startklassen ange-boten (beispielsweise in der Leichtathletik), da eine Mindestanzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorhanden sein muss um einen Wettkampf durchzufhren. Schlielich gibt es, wie im olympischen Sport auch, in einer Sportart, je nach Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmern paralympische und nicht paralympische Sportklassen.

  • 6Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Die vorliegende Broschre bietet eine bersicht ber die Klassifizierungen in den derzeitigen paralym-pischen Sommer- und Wintersportarten. Bitte bercksichtigen Sie, dass nicht immer alle nderungen, Novellierungen und Entwicklungen zeitnah eingepflegt werden knnen. Die vollstndigen, aktuellen Klas-sifizierungen in den einzelnen Sportarten sind ausgesprochen umfangreich. Informationen ber die ge-samten Klassifizierungssysteme mit allen Detailfragen erhalten Sie auf Anfrage bei den jeweiligen Sport-fachverbnden des paralympischen Sports oder beim Internationalen Paralympischen Komitee.

    Ausdrcklich bedanken mchte ich mich beim Deutschen Behinderten Sportverband (DBS) fr die Unter-sttzung bei der Erstellung dieser Broschre.

    Michael Palmen

    Bundesinstitut fr Sportwissenschaft Fachgebiet Sportanlagen und Sportgerte

  • 7Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Um eine erste, grobe Einteilung zu ermglichen, wurden die Handicaps von Sportlerinnen und Sportlern mit Behinderungen in bergeordneten paralympischen Klassen zusammengefasst. Athletinnen und Athle-ten sind bei paralympischen Spielen teilnahmeberechtigt, wenn sie eine berprfbare Primrbehinderung aufweisen, die sich einer dieser Beeintrchtigungsgruppen zuordnen lsst.

    Beeintrchtigung der Muskelkraft

    Reduzierte Muskelkraft bei willentlicher Kontraktion eines Muskels oder ganzer Muskelgruppen (z. B. in der Muskulatur einer Gliedmae, einer Krperseite, der unteren Krperhlfte etc.). Beispielhaft sind Para- und Tetraplegie (Querschnittlhmung), muskulre Dystrophie (Muskelschwche), Post Poliomyelitis (Fol-gen von Kinderlhmung), Spina Bifida (Neuralrohrfehlbildung).

    Die Klasseneinteilung erfolgt nach dem Wirbelsegment, unterhalb dessen die Lhmung besteht. Je nach den besonderen Ansprchen einer Sportart gibt es vier bis maximal acht Klassen.

    C5C8 Lhmungen der Halswirbelsule, wobei immer auch Arme und Hnde betroffen sind (Tetraplegie)

    TH1-TH12 Lhmungen der Brustwirbelsule mit unterschiedlicher Instabilitt des Rumpfes, aber normaler Armfunktion (Paraplegie)

    L1-S2 Lhmungen im Lendenbereich mit Ausfllen in den Beinen, aber guter Rumpfstabilitt (Paraplegie)

    Beeintrchtigung des passiven Bewegungsapparats

    Die Bewegungsmglichkeiten eines Gelenks oder mehrerer Gelenke sind systematisch eingeschrnkt. Zu beachten ist, dass Gelenkhypermobilitt, Gelenkinstabilitt (beispielsweise Schulterluxation) und akute Formen von Bewegungseinschrnkungen (z. B. Beeintrchtigungen arthritischer Art) von dieser Gruppe ausgenommen sind.

    Fehlen von Gliedmaen

    Komplettes oder teilweises Fehlen von Knochen oder Gelenken als Folge einer Verletzung (Amputation nach Unfall), als Folge von Krankheit (z. B. Knochenkrebs) oder angeborener Fehlbildung einer oder meh-rerer Gliedmaen (Dysmelie).

    Beeintrchtigung durch unterschiedliche Beinlnge

    Verkrzung des Knochens in einem Bein als Folge einer angeborenen Fehlbildung oder eines Unfalls.

    Kleinwuchs

    Die Krpergre ist durch Anomalien der Knochen in den oberen und unteren Extremitten oder des Rumpfes (Achondroplasie) reduziert.

    Muskelhypotonie

    Beeintrchtigung durch erhhte Spannung der Muskulatur und reduzierte Fhigkeit, einen Muskel zu stre-cken. Muskelhypotonie kann in Folge einer Verletzung, einer Krankheit oder einer Beschdigung des zen-

  • 8Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    tralen Nervensystems auftreten. Der Begriff Zerebralparese wird hufig gebraucht, wenn die Beeintrchti-gungen bei Kindern unter zwei Jahren auftreten. Die Schden knnen aber auch durch Gehirnverletzungen (durch Traumata oder Schlaganflle) oder Multiple Sklerose verursacht worden sein.

    Ataxie

    Verschiedene neurologisch bedingte Strungen der muskulren Bewegungskoordination, auch wenn kei-ne Lhmung vorliegt (Parese). Der Begriff Zerebralparese wird hufig gebraucht, wenn die Beeintrchti-gungen bei Kindern unter zwei Jahren auftreten. Die Schden knnen aber auch durch Gehirnverletzungen (durch Traumata oder Schlaganflle) oder Multiple Sklerose verursacht worden sein.

    Athetose

    Die Athetose variiert von einer leichten bis zur schweren motorischen Dysfunktion. Charakteristisch sind unwillkrliche, unkontrollierte Muskelbewegungen und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer symmetrischen Krperhaltung. Der Begriff Zerebralparese wird hufig gebraucht, wenn die Beeintrchti-gungen bei Kindern unter zwei Jahren auftreten. Die Schden knnen aber auch durch Gehirnverletzungen (durch Traumata oder Schlaganflle) verursacht worden sein.

    Muskelhypotonie Ataxie Athetose

    Klassen sitzender Athletinnen/Athleten:

    1 Spastische Tetraplegie, Ataxie, Athetose, gemischte Bilder. Schwerste Beeintrchtigung aller 4 Extremitten und des Rumpfes. Fortbewegung im manuellen Rollstuhl nicht mglich.

    2 Spastische Tetraplegie, Athetose. Schwere bis mige Beeintrchtigung aller 4 Extremitten und des Rumpfs. Selbstndige Fortbewegung im manuellen Rollstuhl ist auf kurzen Strecken mglich.

    3 Spastische Tetraplegie, schwere Hemiplegie. Mittlere Beeintrchtigung der Extremitten und des Rumpfs. Asymmetrie. Fortbewegung im manuellen Rollstuhl mit schnellen Rumpfbewe- gungen ist problematisch.

    4 Diplegie. Gute Funktion und minimale Beeintrchtigung der Arme und des Rumpfs. Mittlere bis schwere Beeintrchtigung der Beine. Der Sportler/die Sportlerin kann auf kurzen Strecken gehen, ist aber beim Sport auf einen Rollstuhl angewiesen.

    Klassen stehender Athletinnen/Athleten:

    5 Diplegie. Mittlere Beeintrchtigung der Beine. Bentigen meist Gehhilfen zum Gehen. Statisches Gleichgewicht ist gut (Stehen ist mglich). Dynamisches Gleichgewicht ist beein- trchtigt. Schwierigkeiten beim Laufen, Richtungswechsel, Stoppen.

    6 Athetose, Ataxie. Mittlere Beeintrchtigung aller 4 Extremitten. Fortbewegung ohne Hilfs- mittel. Gleichgewichtsstrungen, Koordinationsstrungen. Probleme mit explosiven Bewe- gungen (Springen), sowie beim Starten, Stoppen, Drehen whrend des Laufens.

    7 Hemiplegie. Halbseitenlhmung (rechts oder links). Strkere Beeintrchtigung des Arms als des Beins auf der betroffenen Seite.

    8 Minimale Diplegie, Hemiplegie, Athetose und Ataxie. Fast normale Funktion. Beeintrchti- gung muss whrend Klassifizierung sichtbar sein, basierend auf erhhtem Muskeltonus, Asymmetrie, positiven Reflexen.

  • 9Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Beeintrchtigung der Sehfhigkeit

    Die Sehfhigkeit ist entweder durch eine Strung der Funktion des Auges, des Sehnervs, der Augenstruk-tur oder des visuellen Cortex im Gehirn (visuelle Funktionen der Grohirnrinde) beeintrchtigt. Es sind folgende Startklassen vorgesehen:

    B1 Vollblind: Keine Lichtempfindung in beiden Augen bis zu einer Sehkraft von ausschlielich 2,6 LogMAR (1/400).

    B2 Wenig Sehrest: Von der Sehkraft von einschlielich 2,6 LogMAR (1/400) bis zu einer Sehkraft von einschlielich 1,5 LogMAR (2/64) und/oder einer Gesichtsfeldeinschrnkung mit einem Gesichtsfelddurchmesser von weniger als 10.

    B3 Sehbehindert: Von der Sehschrfe ausschlielich 1,5 LogMAR (2/64) bis einschlielich 1,0 LogMAR (6/60) und/oder einer Gesichtsfeldeinschrnkung mit einem Gesichtsfelddurch- messer von 10 bis weniger als 40.

    Smtliche Klasseneinteilungen erfolgen mit der Sehschrfe am besseren Auge und bei bestmglicher Kor-rektur. Bei den Gesichtsfeldern werden zentrale und periphere Zonen mit einbezogen.

    Intellektuelle Beeintrchtigung

    Die paralympische Bewegung beschreibt die intellektuelle Beeintrchtigung als Behinderung, die charak-terisiert wird durch signifikant limitierte intellektuelle Fhigkeiten und durch Defizite im adaptiven Ver-halten (konzeptionelles, soziales, und praktisches Anpassungsvermgen). Die Behinderung tritt vor dem 18. Lebensjahr in Erscheinung (American Association on Intellectual and Development Disability, 2010). Die Diagnose einer intellektuellen Beeintrchtigung und von Defiziten im adaptiven Verhalten muss unter Bercksichtigung international anerkannter und professionell gefhrter Einrichtungen erstellt werden., Diese Einrichtungen mssen von der INAS-FID (International Sports Federation for Persons with Intel-lectual Disability) anerkannt sein. Die Paralympische Bewegung fasst die Definitionen bezglich der Arten einer Beeintrchtigung zusammen in der World Health Organization (WHO) International Classification of Functioning, Disability and Health (WHO, Genf 2001).

    Hrgeschdigte

    Gehrlosigkeit mit einem Hrverlust von mindestens 55 Dezibel auf dem besseren Ohr. Die Sportlerinnen und Sportler drfen bei der Sportausbung keine Hrgerte tragen. Menschen mit Hrbehinderungen sind weltweit in einem eigenen Gehrlosensportverband dem Comit International des Sports des Sourds (CISS) organisiert. Sie fhren aus historischen und organisatorischen Grnden ihre eigenen Weltspiele (Deaflympics) durch und nehmen nicht an den Paralympics teil.

    Bewertung und Zuordnung der Athletinnen und Athleten

    Jede paralympische Sportart muss klare Angaben darber machen, fr welche Behinderungsgruppen sie Sportmglichkeiten bereitstellen mchte. Dies wird in den Klassifizierungsregeln jeder einzelnen Sportart festgelegt. Whrend in einigen Sportarten Athletinnen und Athleten aller Behinderungsarten vertreten sind (z. B. in der Leichtathletik oder im Schwimmen) werden andere Sportarten nur von Athletinnen und Athleten einer Behinderungsart ausgefhrt (z. B. Goalball oder Boccia), oder von einer Auswahl an be-stimmten Handicapklassen (z. B. im Reitsport oder im Radsport).

  • 10

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Das Vorhandensein einer zur Teilnahme berechtigende Beeintrchtigung ist zwar Voraussetzung, jedoch nicht das einzige Kriterium, um fr eine paralympische Sportart zugelassen zu werden.

    Vor der ersten Teilnahme unterzieht sich die Sportlerin/der Sportler der oben beschriebenen Klassifizie-rung. Diese wird von einem eigens eingerichteten Klassifizierungsgremium, bestehend aus Personen, die von den zustndigen Sportverbnden autorisiert und zertifiziert wurden durchgefhrt. Die Klassifizierun-gen beinhalten:

    Die berprfung des Vorhandenseins einer zur Teilnahme berechtigenden Beein-trchtigung

    Die physikalische und technische Bewertung der Einstufung der Bewegungsein-schrnkung

    Die Zuordnung in eine, der fr die Ausbung des Sports erforderliche Klasse Die Beobachtung der Athletin/des Athleten whrend des Wettkampfs.

    Die vorgenommene Zuordnung gilt nur fr eine bestimmte Sportart.

    Sollte eine Athletin oder ein Athlet keine Zulassung zur Teilnahme an den Wettkmpfen einer bestimmten Sportart erhalten so bedeutet dies nicht, dass das Vorhandensein einer ernsthaften Beeintrchtigung in Frage gestellt wird, sondern es bedeutet lediglich:

    dass die Athletin oder der Athlet keine primre Beeintrchtigung aufweist, die fr eine Startberechtigung in einer bestimmten paralympischen Sportart notwendig ist,

    dass der Schweregrad der Beeintrchtigung keinen wesentlichen Einfluss auf die Fhigkeiten hat, die fr die aktive Ausfhrung einer bestimmten Sportart bentigt werden.

    Abhngig von dem Fortschreiten einer Behinderung und der damit zusammenhngenden Auswirkungen auf die Fhigkeiten zur aktiven Ausfhrung einer bestimmten Sportart werden Athletinnen und Athleten in manchen Fllen mehrmals in ihrer Karriere klassifiziert.

    Sollten sich die medizinischen Voraussetzungen einer Athletin oder eines Athleten ndern, so ist diese/dieser verpflichtet, dieses zu melden und die entsprechenden Gremien um eine Neubewertung zu ersu-chen.

    Zur Teilnahme an internationalen Wettkmpfen ist es erforderlich, dass eine Athletin oder ein Athlet sich von einem Internationalen Klassifizierungsgremium klassifizieren lsst. Die Entscheidungen, welche in diesem Gremium getroffen werden, bertreffen vorhergehende Klassifizierungen nationaler Klassifizie-rungsgremien.

    Jede Sportart hat ein eigenes, spezifisches Klassifizierungssystem. Beispielsweise klassifiziert ein fr Ice Sledge Hockey autorisierter Experte der IPC ausschlielich Athletinnen und Athleten dieser Sportart und keinesfalls Sportlerinnen und Sportler anderer Sportarten.

  • 11Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Internationale Organisationen des Paralympischen Sports

    BISFED Boccia International Sports Federation

    CISS Comit International des Sports des Sourds

    CP-ISRA Cerebral Palsy International Sports & Recreation Association

    FEI Fdration Equestre Internationale

    FITA Fdration Internationale de Tir lArc

    IBSA International Blind Sports Federation

    ICF International Canoe Federation

    IFDS International Federation for Disabled Sailing

    INAS-FID International Sports Federation for Persons with Intellectual Disability

    IPC International Paralympics Committee

    ITF International Tennis Federation

    ITTF International Table Tennis Federation

    ITU International Triathlon Union

    IWAS International Wheelchair- and Amputee Sports Federation

    IWBF International Wheelchair Basketball Federation

    IWRF International Wheelchair Rugby Federation

    UCI Union Cycliste Internationale

    WA World Archery Federation

    WCF World Curling Federation

    WOVD World Organization for Volleyball for Disabled

    (Quelle: Deutscher Behindertensportverband e. V., DBS NPC. Die o. g. Organisationen wurden als Quel-len fr die nachfolgenden Angaben genutzt)

  • 12

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

  • 13Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    Boccia (BISFED)

    Athletinnen und Athleten mit schwersten Beeintrchtigungen aller 4 Extremitten und des Rumpfs. Klas-sen BC1 und BC2 sind ausschlielich Spielerinnen und Spielern mit Zerebralparese vorbehalten. In den Klassen BC3 und BC 4 starten auch Athletinnen und Athleten mit anderen Beeintrchtigungen.

    BC 1 Alle Formen massiver Beeintrchtigungen der Muskelkraft (Hypertonie, Ataxie, Athetose). Schwerste Beeintrchtigung aller vier Extremitten und des Rumpfes. Eine Fortbewegung im manuellen Rollstuhl ist nicht mglich. Die Kugeln knnen auch mit dem Fu gespielt werden. Der Einsatz einer Spielassistentin/eines Spielassistenten ist erlaubt.

    BC 2 Alle Formen starker Beeintrchtigungen der Muskelkraft (Hypertonie, Athetose). Schwere bis mige Beeintrchtigung aller vier Extremitten und des Rumpfs. Eine Fortbewegung im ma- nuellen Rollstuhl ist nur auf kurzen Strecken mglich. Der Einsatz einer Spielassistentin/eines Spielassistenten ist nicht erlaubt.

    BC 3 Wie BC 1 und Sportlerinnen/Sportler mit anderen Beeintrchtigungen, die nicht in der Lage sind einen Boccia Ball ber die v Linie mit ausreichender Kraft und Koordination zu werfen und/oder zu rollen. Eine Klasse fr Sportlerinnen/Sportler, die Hilfsmittel (Rampen) benut- zen. Die Rampe wird von einer Assistentin/einem Assistenten bewegt, die/der stets mit dem Rcken zum Spielfeld sitzt und ausschlielich den Anweisungen der Spielerinnen/Spieler folgt.

    BC 4 Beeintrchtigungen nicht zerebralen Ursprungs. Funktionell hnlich wie in den Klassen BC1 und BC2. Sportlerinnen/Sportler sind fr die meiste Zeit auf die Fortbewegung in einem Rollstuhl angewiesen. Herabsetzen der Muskelkraft whren des Spiels (Ermden) kann in die ser Klasse ein Faktor sein. Starke Beeintrchtigung aller vier Extremitten und des Rumpfs.

    Armspielerinnen/-spieler: Whrend des Wurfs ist es ihnen nicht mglich den Ellenbogen oberhalb des Schulterlevels zu bewegen (volle Armelevation). Eine Pendelbewegung wird oft beobachtet.

    Fuspielerinnen/-spieler. Nicht ausreichende Arm Funktion um den Ball mit der Hand zu wer- fen z. B. durch herabgesetzte Greiffunktion. Die Beinfunktion ist ausreichend um den Ball ber die v Linie zu kicken. Eingeschrnkte Beweglichkeit und Kraft in der Hfte, im Knie und im Sprunggelenk. Die Kniebeweglichkeit sollte weniger als 50% des passiven und aktiven Bewe- gungsausmaes aufweisen (gemessen mit einem GoniometerWinkelmesser).

    Paar BC3 Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer mssen im Einzelwettbewerb in der Klasse BC3 spiel- berechtigt sein. Auch als Mixed spielberechtigt. Bedingungen wie unter BC3. Ersatzspielerinnen/-spieler sind erlaubt.

    Paar BC4 Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer mssen im Einzelwettbewerb in der Klasse BC4 spiel- berechtigt sein. Auch als Mixed spielberechtigt. Bedingungen wie unter BC4. Ersatzspielerinnen/-spieler sind erlaubt.

    Mannschaft Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer mssen in den Einzelwettbewerben in den Klassen BC1 oder BC2 spielberechtigt sein. Eine Mannschaft muss mindestens einen Spieler/eine Spielerin aus der Klasse BC1 auf dem Spielfeld haben. Jede Mannschaft darf eine Sportassistentin/ einen Sportassistenten einsetzen, die/der sich an die fr das Einzel BC1 festgelegten Regeln halten muss. Jedes Team startet mit drei Spielern/Spielerinnen am Feld und darf einen oder zwei Ersatzspielerinnen/-spieler einsetzen. Wenn zwei Ersatzspielerinnen/Ersatzspieler vorhanden sind, muss die Mannschaft zwei BC1 Spielerinnen/Spielern aufweisen.

  • 14

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Bogenschieen (Archery / FITA):

    Athleten/Athletinnen der Klassen ARW1, ARW2, ARST und SB sind startberechtigt.

    ARW1 Definiert als Tetra-Bogenschtzin/Tetra-Bogenschtze, im Rollstuhl oder mit einer ver- gleichbaren Behinderung.

    praktisches Profil:

    Arme: Einschrnkungen im funktionellen Umfang der Bewegung, Krfte oder Kontrolle.

    Rumpf: schlechte oder nichtvorhandene Kontrolle und/oder konstante Balance, beim Heben des Bogens in Richtung des Ziels.

    Untere Gliedmaen: angesehen als nicht funktionell, nach einer Amputation, Einschrn- kung des Umfangs der Bewegung, Kraft und/oder Kontrolle.

    Behinderungsprofil:

    Tetraplegie, Quadriplegie, Triplegie oder ernste Diplegie mit beschrnkter Kontrolle der oberen Extremitten oder eine Spastik in den oberen Extremitten (Einschrn- kung des Zuggewichts als Folge).

    Punkttabelle der Mindesteinschrnkungen:

    Linker Arm Rechter Arm Krper Beine

    5 5 15 -

    5 5 - 35

    5 5 8 20

    Die Unterklasse -C kann vergeben werden.

    Punkttabelle der Mindesteinschrnkungen fr -C:

    Linker Arm rechter Arm Krper Beine

    20 20 15 -

    20 20 - 35

    20 20 8 20

    ARW2 Definiert als Para-Bogenschtzin/Para-Bogenschtzen im Rollstuhl oder mit einer ver- gleichbaren Behinderung.

    praktisches Profil:

    Arme: keine Einschrnkungen im funktionellen Umfang der Bewegung, Kraft oder Kontrolle.

    Rumpf: von guter bis schlechter oder nicht vorhandener Kontrolle und statischer Balance, mit dem Bogen in Richtung Ziel gehoben.

    Untere Gliedmaen: betrachtet als nicht funktionell nach einer Amputation, Einschrn- kung im Umfang der Bewegung, Krfte und/oder Kontrolle.

    Behindertenprofil:

    Paraplegie ernste Diplegie ohne Einschrnkung in der Kontrolle der oberen Extremitten; einfache Funktionsstrung in der Rumpfbalance.

    Einfache Spastik in den unteren Extremitten; doppelte Amputation unter dem Knie.

    ARST Definiert als stehende Bogenschtzin oder Bogenschtzen die vom Stuhl aus schieen.

    praktisches Profil: untere Gliedmaen funktionieren; Amputationen unterhalb der Knie.

  • 15Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die Unterklasse -C kann vergeben werden wenn die Bogenschtzin/der Bogenschtze ernsthafte Behinderungen in den oberen Extremitten aufweist.

    SB Definiert als Bogenschtzin/Bogenschtze mit Sehbehinderung der Klasse B1 bis B3

    Fechten (Wheelchair Fencing / IWAS)

    Startberechtigt fr das paralympischen Fechten sind Athletinnen/Athleten wenn sie eine stndige Beein-trchtigung aufweisen, die es ihnen unmglich macht stehend zu fechten. Paralympische Fechterinnen und Fechter starten ausschlielich in einem Rollstuhl. Es existieren folgende Startklassen:

    Klasse 1A Die Athletinnen und Athleten verfgen ber keine Sitzbalance und haben einen beeintrch- tigten Fechtarm. Die Fhigkeiten zur Streckung des Ellenbogens und die Funktionsfhigkeit der Hand sind eingeschrnkt, sodass es erforderlich ist, die Waffe mit einer Bandage an der Hand zu fixieren (vergleichbar Tetraplegie C5/C6).

    Klasse 1B Die Athletinnen und Athleten verfgen ber keine Sitzbalance und haben einen beeintrchtig- ten Fechtarm. Die Fhigkeit zur Streckung des Ellenbogens ist vorhanden aber die Funktions- fhigkeit der Finger ist eingeschrnkt, sodass es erforderlich ist, die Waffe mit einer Bandage an der Hand zu fixieren (vergleichbar Tetraplegie C7/C8.

    Zur Zeit sind die Klassen 1A und 1B, wegen geringer Beteiligung, nicht bei Paralympics vertreten.

    Klasse 2 Die Athleten/Athletinnen verfgen ber schlechte oder mige Sitzbalance und ber keine vollstndige Kontrolle der Rcken- und Bauchmuskulatur. Die Athletinnen und Athleten ohne Sitzbalance haben keine Einschrnkungen am Fechtarm. Die Athletinnen und Athleten mit guter Sitzbalance haben eine geringfgige Beeintrchtigung des Fechtarms.

    Klasse 3 Die Athleten/Athletinnen verfgen ber eine gute Kontrolle der Rcken- und Bauchmuskula- tur und eine gute Sitzbalance ohne Untersttzung der Beine (z. B. Doppel-Oberschenkel-Am- putation). Der Fechtarm ist funktionell.

    Klasse 4 Die Athleten/Athletinnen verfgen ber eine gute Kontrolle der Rcken- und Bauchmuskula- tur und eine gute Sitzbalance mit Untersttzung der Beine. Der Fechtarm ist funktionell.

    Fuball fr blinde und sehgeschdigte Menschen (Football 5-a-side / IBSA)

    Fuball fr sehbehinderte Menschen. Spielerinnen bzw. Spieler, die in die Startklasse B1 klassifiziert wur-den, sind spielberechtigt. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielerinnen bzw. -spielern sowie einem sehenden Torwart. Der B2/B3 Fuball ist nicht paralympisch.

    Fuball fr Menschen mit Zerebralparese (Football 7-a-side / CP-ISRA)

    Fuball fr Zerebralparetiker. Jede Mannschaft besteht aus sieben Sportlerinnen/Sportlern. Whrend des Spiels muss immer mindestens eine Spielerin/ein Spieler der Klassen FT 5 oder FT 6 auf dem Spielfeld sein (meistens Torwart) und max. eine Spielerin/ein Spieler der Klasse FT 8.

    FT 5 Diplegie. Deutliche Erhhung des Muskeltonus in den Beinen whrend des Spiels. Reduzie- rung der Schrittlnge. Probleme mit dem Pivoting (Drehung). Schnelles Laufen ist nur auf kurzen Distanzen mglich.

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    FT 6 Athetose, Ataxie, gemischte Krankheitsbilder. Probleme beim Stoppen und Richtungswech- sel mit und ohne Ball. Probleme mit der Koordination beim Einfangen, Verfolgen, Dribbeln und Schieen des Balls. Die Fhigkeit zu explosiven Bewegungen (springen) ist stark einge- schrnkt. Gleichgewichtsprobleme im Standbein beim Passen.

    FT 7 Hemiplegie. Beim Laufen bewegt sich die Spielerin/der Spieler auf der betroffenen Seite immer auf den Zehenspitzen. Die Sportlerin bzw. der Sportler hat Probleme mit Richtungs- wechsel und Gleichgewicht auf der betroffenen Seite. Das Laufen wird mit Steigerung des Muskeltonus im betroffenen Arm begleitet. Asymmetrische Schrittlnge durch eingeschrnk- te Hftstreckung und das Heben der Knie. Das Kicken des Balls mit der betroffenen Seite ist teilweise mglich.

    FT 8 Minimale Hemiplegie, Athetose, Ataxie, milde Diplegie, Monoplegie. Sportlerinnen/Sportler zeigen fast normale Funktionen. Die Einschrnkung (Erhhung des Muskeltonus, Athetose, Ataxie) sollte bei der Klassifizierung sichtbar sein. Seitenunterschiede, Tremor oder Ein- schrnkungen im Bewegungsradius sollten in Bezug auf die Schwerkraft betrachtet werden. Andere Plus- Symptome: Differenz in der Beinlnge(ber 2cm.), asymmetrischer Muskelauf- bau, positiver Babinski-Test (Fusohlenreflexe die auf pathologische Beeintrchtigungen hin- weisen), Unterschiede bei den Reflexen, Wartenberg Zeichen, Dysdiadochokinese (Beein- trchtigung der Bewegungskoordination).

    Gewichtheben (Powerlifting / IPC)

    Athletinnen und Athleten treten in 8 Behinderungsprofilklassen (auer Sehgeschdigte und intellektuell Beeintrchtigte) in einer Startklasse gegeneinander an, jedoch unterteilt in 10 Gewichtsklassen.

    Um fr die internationalen Powerlifting-Wettbewerbe startberechtigt zu sein, mssen die Athleten/ Athletinnen die Kriterien der minimalen Krperbehinderung erfllen:

    Fehlen von Gliedmaen, diverse Beeintrchtigungen des Bewegungsapparates. Amputation durch das oder ber dem Fugelenk. Leichte Funktionseinschrnkun-gen der Beine und leichte Gleichgewichtsprobleme.

    Frhkindliche Hirnschdigung (CP-ISRA): Minimale, aber offensichtliche Sch-digung von Funktionen, Vorhandensein von spastischen Lhmungen und/oder unwillkrlichen Bewegungen wenigstens in einer Gliedmae.

    Rollstuhl-Athleten (IWAS): Athleten mssen wenigstens einen Verlust von 10 % der Muskelkraft in ihren Beinen haben. Zustzlich muss die Wettkmpferin/der Wettkmpfer die Fhigkeit besitzen, ihre/seine Arme vollstndig zu strecken, mit keiner geringeren Einschrnkung von der vollen Streckung als 20 in jedem Ellen-bogen, um einen gltigen Lift gem den IPC Powerlifting-Regeln auszufhren.

    Goalball (IBSA)

    Goalball ist ein Teamsport fr blinde und sehgeschdigte Spieler/innen. Die Klassen B1, B2, B3 spielen in einer Mannschaft. Whrend des Wettkampfes mssen alle Athleten/Athletinnen lichtundurchlssige Brillen und Okklusionspflaster tragen.

  • 17Wozu gibt es im Sport Klassifizierungen?

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Judo (IBSA)

    Judoka der Klassen B1, B2, B3 sind bei den Paralympics startberechtigt. Die Athleten/Athletinnen starten zusammen in einem offenen Wettbewerb. Bei den Herren gelten die sieben Gewichtsklassen des olympi-schen Judo auch fr das paralympische Judo. Bei den Frauen gibt es paralympisch nur 6 Gewichtsklassen: bis 48, 52, 57, 63, 70, ber 70 kg.

    Kanu (Paracanoe / ICF)

    Paracanoe ist ab den Paralympics 2016 in Rio Teil des paralympischen Programms.

    LTA Paddlerinnen/Paddler mit Behinderungen, die ber zielgerichtete motorische Funktionen in den Beinen, Armen und im Rumpf verfgen. Dadurch sind sie in der Lage whrend des Pad- delns Kraft auf das Stemmbrett oder den Sitz im Kanu auszuben.

    Typische Mindestbehinderungen: Amputation (mindestens drei Finger einer Hand fehlen komplett, Fu im Bereich tarsal metatarsal),

    Dysmelie,

    neurologische Ausflle, die einer inkompletten Querschnittlhmung im Bereich S1 entspre- chen,

    leichte Di- oder Hemiplegie, leichte Athetose oder Ataxie, leichte koordinative Strungen.

    Um als Paracanoe Athletin/Athlet anerkannt zu werden, mssen bei der berprfung an- hand von Funktionstests (im ICF Classifier Manual beschrieben) wenigsten 10 Punkte auf einer Krperseite zur vollen Punktzahl fehlen, oder 15 Punkte fr beide Krperseiten,

    TA Paddlerinnen/Paddler, die Arme und Rumpf zielgerichtet benutzen knnen. Sie knnen auf Grund deutlich schwcherer Funktion der unteren Gliedmaen whrend des Paddelns keine kontinuierliche Kraft auf das Stemmbrett oder den Sitz im Kanu ausben.

    Typische Mindestbehinderungen: Amputation (beidseitig auf Kniehhe), funktionseinge- schrnkter Quadrizeps, Dysmelie, neurologische Schdigungen vergleichbar mit einer kom- pletten Querschnittlhmung im Bereich L3 oder einer inkompletten Querschnittlhmung im Bereich L1, Kombination aus den o. g. wie z. B. ein Bein mit Amputation ab dem Knie und am anderen Bein eine deutliche Schdigung des Quadrizeps, Diplegie, Gehhilfen werden meist bentigt.

    A Paddlerinnen/Paddler, die ausschlielich ber Schulter- und Armfunktion und keine Funk- tion der Rumpfmuskulatur verfgen. Kraft zum Vortrieb kann berwiegend mit den Armen und Schultern ausgebt werden. Die Athleten/innen haben meistens eine schlechte Sitz- Balance.

    Typische Mindestbehinderungen: neurologische Schdigungen, die einer kompletten Rckenmarksschdigung auf der Ebene T12, oder einer inkompletten auf der Ebene T10 ent- sprechen, Diplegie, mittlere bis schwere Beeintrchtigung der Beine.

    Das beschriebene Klassifizierungssystem befindet sich derzeit in Bearbeitung und wird voraussichtlich Ende 2014 angepasst.

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    Leichtathletik (Athletics / IPC)

    Das IPC (International Paralympic Committee) veranstaltet die ranghchsten internationalen Meister-schaften (Paralympics, Europa- u. Weltmeisterschaft). Hier werden Disziplinen fr alle Behinderungsklas-sen angeboten.

    Weitere internationale Veranstaltungen fr die jeweiligen Behinderungsklassen werden durch die interna-tionalen Verbnde IWAS, IBSA, INAS-FID angeboten.

    Die Klassen sind entsprechend strukturiert:

    Der Buchstabe T (Track) bezeichnet Bahn- und Sprungdisziplinen, der Buchstabe F (Field) die techni-schen Disziplinen. Die niedrigere Klassennummer bezeichnet den hheren Grad der Behinderung. Je gr-er die Klassennummer, desto geringer ist der Grad der Behinderung.

    Es gibt sechs Behinderungskategorien:

    T/F11, 12, 13 verschiedene Grade der Sehbehinderung.

    T/F 20 Athleten/Athletinnen mit intellektuellen Beeintrchtigungen entsprechend den interna- tionalen Klassifizierungskriterien.

    T 32-38, F31-38 verschiedene Schweregrade der frhkindlichen Hirnschdigung (Zerebralparese).

    F40-41 Kleinwchsige Menschen.

    T/F42-46 verschiedene Schweregrade von Amputierten und anderen Krperbehinderungen.

    T51-54, F51-57 verschiedene Schweregrade der Rckenmarkverletzungen.

    T/F 11 Vollblinde: Keine Lichtempfindung in beiden Augen bis zur Lichtempfindung, aber unf- hig, eine Handbewegung wahrzunehmen in irgendeiner Entfernung oder Richtung (Athle- ten/Athletinnen tragen lichtundurchlssige Brillen).

    T/F12 Wenig Sehrest: Von der Fhigkeit, eine Handbewegung wahrzunehmen, bis zu einem Seh- rest von 2/60 und/oder einer Gesichtsfeldeinschrnkung von weniger als 5 (smtliche Einteilungen erfolgen am besseren Auge und bei bestmglicher Korrektur).

    T/F13 Sehbehindert: Von der Sehschrfe ber 2/60 bis 6/60 und/oder einer Gesichtsfeldein- schrnkung von 5 bis 20 (smtliche Einteilungen erfolgen am besseren Auge und bei bestmglicher Korrektur).

    T/F20 Athleten/Athletinnen mit geistiger Behinderung/intellektuellen Beeintrchtigungen ge- m den internationalen Klassifizierungskriterien.

    F31 Spastische Tetraplegie, Ataxie, Athetose, gemischte Bilder. Schwerste Beeintrchtigung aller vier Extremitten und des Rumpfs. Fortbewegung im manuellen Rollstuhl nicht mglich.

    T/F32 Spastische Tetraplegie, Ataxie, Athetose, gemischte Bilder. Schwerste Beeintrchtigung aller vier Extremitten und des Rumpfs. Fortbewegung im manuellen Rollstuhl nicht mglich.

    T/F33 Spastische Tetraplegie, schwere Hemiplegie. Mittlere Beeintrchtigung der Extremitten und des Rumpfs. Asymmetrie. Die Sportlerin bzw. der Sportler hat Probleme mit schnellen Rumpfbewegungen beim Rollstuhlfahren.

    T/F34 Diplegie. Gute Funktion und minimale Beeintrchtigung der Arme und des Rumpfs. Mitt- lere bis schwere Beeintrchtigung der Beine. Die Sportlerin bzw. der Sportler kann auf

  • 19Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    kurzen Strecken gehen, ist aber beim Sport auf einen Rollstuhl angewiesen.

    T/F35 Diplegie. Mittlere Beeintrchtigung der Beine. Bentigen meist Gehhilfen zum Gehen. Gutes statisches Gleichgewicht. Dynamisches Gleichgewicht ist beeintrchtig. Schwierig- keiten beim Laufen, bei Richtungswechsel, beim Stoppen.

    T/F36 Athetose, Ataxie. Mittlere Beeintrchtigung aller 4 Extremitten. Fortbewegung ohne Hilfsmittel. Gleichgewichtsstrungen, Koordinationsstrungen. Probleme mit explosiven Bewegungen (springen), sowie beim Starten, Stoppen, Drehen whren des Laufens.

    T/F37 Hemiplegie. Halbseitenlhmung (rechts oder links). Strkere Beeintrchtigung des Arms als des Beins auf der betroffenen Seite.

    T/F38 Minimale Diplegie, Hemiplegie, Athetose und Ataxie. Fast normale Funktion. Beeintrch- tigung muss whrend Klassifizierung sichtbar sein basierend auf erhhtem Muskeltonus, Asymmetrie, positiven Reflexen.

    F40/41 Kleinwchsige Menschen.

    T/F42 Oberschenkelamputierte und diesen Einschrnkungen Gleichgestellte (z. B. kombinierte Arm-/Bein-Amputationen).

    T/F43 Doppelt Unterschenkelamputierte, Unterschenkel- und Vorfuverlust, Doppelvorfu- verlust und diesen Einschrnkungen Gleichgestellte.

    T/F44 Einseitig Unterschenkelamputierte, Vorfuverlust und diesen Einschrnkungen Gleich- gestellte (z. B. mige Funktionseinschrnkung, die das Gehen mit einem oder beiden Beinen ermglicht).

    T/F45 Doppelt Oberarmamputierte, Oberarm- und Unterarmverlust, Doppelunterarmverlust und diesen Einschrnkungen Gleichgestellte.

    T/F46 Oberarmamputierte, Unterarmverlust und diesen Einschrnkungen Gleichgestellte (z. B. normale Beinfunktionen mit einem Krperschaden am Rumpf und/oder den Armen).

    T/F51 Tetraplegie (Schdigung Halswirbelsule) mit schlechter Arm- und Schulterfunktion und keinen Fingerfunktionen Keine Sitzbalance.

    T/F52 Tetraplegie mit guter Arm- und Schulterfunktion, aber reduzierter Fingerfunktion, Lhmung der Rumpf- und Beinmuskulatur geringe Sitzbalance.

    T/F53 Paraplegie mit normaler Arm- Schulter- und Fingerfunktion, Lhmung der Rumpf- und Beinmuskulatur geringe Sitzbalance.

    T/F54 Paraplegie mit normaler Arm- Schulter- und Fingerfunktion, Bewegungsumfang des Rumpfs von gering bis normal, einige Beinfunktionen knnen vorhanden sein geringe bis sehr gute Sitzbalance.

    F55 Paraplegie (Schdigung untere Brustwirbelsule) mit fast vollstndiger Rumpffunktion und Sitzbalance.

    F56 Paraplegie (Schdigung untere Lendenwirbelsule) mit schlechter Beinfunktion.

    F57 Paraplegie (Schdigung untere Steibeinregion) mit guter Beinfunktion.

    Radsport (Track and Roadcycling / UCI)

    Startberechtigt sind Athletinnen/Athleten mit Sehbehinderungen (Tandem), Zerebralparese (Zwei- und Dreirad) und Amputationen sowie Sportlerinnen/Sportler mit Rckenmarksverletzungen (Handbike). In den Handbike- Wettbewerben starten auch Menschen mit Beeintrchtigungen der unteren Extremitten,

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    die kein konventionelles Fahrrad oder Dreirad benutzen knnen.

    Tandem

    B B1, B2, B3 Die Athletinnen/Athleten starten alle in einer offenen Klasse und fahren auf einem Tandem mit einem Piloten/einer Pilotin ohne Behinderung.Cycling

    C1 Athleten/Athletinnen mit sehr schweren Behinderungen, z. B. schwere Hemiplegie, Spas- tizitt Grad 3 von Arm und Bein, schwere Bewegungsstrungen mit kombinierten Einschrn- kungen, hochgradige Einschrnkung der Rumpffunktion, und/oder aller Extremitten, Mehr- fachamputationen, vergleichbare inkomplette Querschnittlhmung, vergleichbare Mehrfach- behinderung.

    C2 Athleten/Athletinnen mit schweren Behinderungen, z. B. Hemiplegie, Spastizitt Grad 2 mit unterschiedlich stark betroffenen Extremitten, Mige bis schwere Diplegie, Spastizitt Grad 2 in beiden Beinen, Mehrfachamputationen mit oder ohne Nutzung von Prothesen. Ein- seitig Oberschenkelamputiert ohne Prothese, vergleichbare Mehrfachbehinderungen.

    C3 Athleten/Athletinnen mit schweren bis migen Behinderungen, z. B. Hemiplegie, Spastizitt Grad 3, Beine mehr betroffen, Monoplegie in einem Bein, mige Diplegie, Grad 2 in beiden Beinen, vergleichbare einseitige oder Mehrfachamputationen mit Gebrauch von Prothesen, vergleichbare Mehrfachbehinderungen.

    C4 Athleten/Athletinnen mit migen Behinderungen, z. B. Hemiplegie mit Spastizitt Grad 2, ein Bein mehr betroffen, leichte bis mige Diplegie, Spastizitt Grad 1 in beiden Beinen, ein- seitige Amputation mit Prothese, beidseitige Unterarmamputationen mit und ohne Benut- zung von Prothesen, vergleichbare Mehrfachbehinderungen.

    C5 Klasse fr Athleten/Athletinnen mit geringster Behinderung, z. B. geringe Diplegie, Spastizi- tt Grad 1 bis 2, Hemiplegie mit guter Gehfhigkeit, Monoplegie eines groen Gelenks, ein- seitige Armamputation mit und ohne Nutzung einer Prothese, einseitige Unterarm- amputationen mit Benutzung einer Prothese, Finger- oder Fuamputationen, vergleichbare Mehrfachbehinderungen.Tricycle

    T1 Athleten/Athletinnen mit sehr schweren Behinderungen, z. B. schwere Hemiplegie, Spas- tizitt Grad 3 in oberer und unterer Extremitt, schwere Diplegie, Spastizitt Grad 3 in beiden Beinen, inkomplette Querschnittslhmung, vergleichbare Mehrfachbehinderungen (z. B. Am- putation mit Hirnverletzung), nicht fhig mit dem Zweirad zu fahren.

    T2 Athleten/Athletinnen mit schweren Behinderungen, z. B. Hemiplegie, Spastizitt Grad 2 untere Extremitten strker betroffen, mige bis schwere Diplegie, Spastizitt Grad 3 in beiden Beinen, inkomplette Querschnittslhmung, vergleichbare Mehrfachbehinderungen, nicht fhig, mit dem Zweirad zu fahren.Handbike

    H1 H1.1 Athleten/Athletinnen mit Tetraplegie Klasse 6. Vollstndiger Funktionsverlust von Rumpf und unterer Extremitt. Eingeschrnkte Ellbogenextension. Eingeschrnkter Hand- griff. Eine liegende Position im Handbike ist vorgeschrieben (AP bikes).

    H2 H1.2 Athleten/Athletinnen mit Tetraplegie Klassen 7 und 8 und schwerer spastischer Quadri- plegie. Vollstndiger Funktionsverlust von Rumpf und unterer Extremitt. Eingeschrnkte

  • 21Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Ellbogenextension. Eine liegende Position im Handbike ist vorgeschrieben (AP bikes).

    H2.1 Athleten/Athletinnen mit Paraplegie entsprechend kompletter Lsion Th1-Th3, Hoch- gradig eingeschrnkte Rumpfstabilitt. Behinderung im Sympathischen Nervensystem. Mige Quadruplegie mit/ohne Athetose/Ataxie. Eine liegende Position im Handbike ist vor- geschrieben (AP bikes).

    H3 H2.2 Athleten/Athletinnen mit Paraplegie entsprechend kompletter Lsion Th9/Th10, eingeschrnkte Rumpfstabilitt. Behinderung im Sympathischen Nervensystem. Mige Quadruplegie mit/ohne Athetose/Ataxie. Schwere Hemiplegie (nicht frei gehfhig). Schwere Diplegie (nicht frei gehfhig). Eine liegende Position im Handbike ist vorgeschrieben (AP bikes).

    Athleten/Athletinnen mit Paraplegie entsprechend kompletter Lsion Th11 oder darunter. Schwere Diplegie. Hemiplegie mit Spastizitt Grad 2-3, untere Extremitten mehr betroffen. Normale oder fast normale Rumpfstabilitt. Teilweiser Verlust der Funktion in den unteren Extremitten mit anderen Behinderungen, die den Gebrauch eines Zwei- oder Dreirades, oder die kniende Position im Handbike nicht erlauben. Liegende Position im Handbike.

    H4 Athleten/Athletinnen mit Paraplegie entsprechend kompletter Lsion Th11 oder darunter. Leichte bis mige Diplegie. Hemiplegie mit Spastizitt Grad 2, untere Extremitten mehr be- troffen. Normale oder fast normale Rumpfstabilitt und obere Extremitt. Beidseitige Ampu- tationen des Unterschenkels oder beiderseits durch die Knie. Einseitige Oberschenkel- oder Unterschenkelamputation. Teilweiser Verlust der Funktion in den Beinen mit anderen Behinderungen, die das sichere Fahren eines Zwei- oder Dreirades nicht erlauben. Knieende Position im Handbike (ATP-bike). Liegende Position im Handbike wie in H3 unter Umstnden erlaubt.

    Reitsport-Dressur (Equestrian / FEI)

    Grade Ia/Ib bezeichnet die Reiterinnen/Reiter mit schwersten Behinderungen. Die Reiterinnen/Reiter sind hauptschlich Rollstuhl-Benutzerinnen/-benutzer, entweder mit geringer Rumpfba- lance oder mit begrenzten Arm- und Beinfunktionen. Athleten/Athletinnen mit fehlender Rumpfbalance, aber guten Armfunktionen sind auch in dieser Klasse startberechtigt. Geritten werden Prfungen in Grade Iamit Schrittsequenzen undin Grade Ibmit Schritt- und Trab- sequenzen.

    Grade II Die Reiterinnen/Reiter sind hauptschlich Rollstuhl-Benutzer/-benutzerinnen oder solche mit schweren Behinderungen des Bewegungsapparats, welche die Rumpfbalance betreffen, aber mit guten bis leicht behinderten Armfunktionen. Athleten/Athletinnen ohne Bewe- gungsfunktionen des Armes und des Beines an der gleichen Krperseite sind auch in dieser Klasse startberechtigt. Die Prfungen bestehen aus Schritt- und Trabsequenzen und wahl- weise in der Kr mit bestimmten Galopplektionen.

    Grade III Die Reiterinnen/Reiter knnen in der Regel ohne Untersttzung gehen. Sie haben Behinderungen an einem Arm und Bein der glei chen Krperseite, mige Behinderungen in beiden Armen und bei den Beinen oder schwere Behinderungen der Arme. Athleten/Athletinnen, die als B1 (blind) klassifiziert sind, knnen auch in dieser Klasse starten. Die Prfungen bestehen aus Schritt- Trab-und Galoppsequenzen.

    Grade IV Die Reiter/Reiterinneninnen haben Behinderungen nur in einem oder zwei Glied maen oder Einschrnkung der Sehfhigkeit. Die Prfungen bestehen aus Schritt- Trab- und Galopp-

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    sequenzen, wobei die Kr annhernd alle vorstellbaren Dressurlektionen enthalten kann, wie z. B. Serienwechsel etc.

    Rollstuhl Basketball (Wheelchair Basketball / IWBF)

    Es gilt das Klassifizierungssystem des internationalen Rollstuhl-Basketball-Verbandes (IWBF). Durch die-se Klassifizierung werden die Spieler/Spielerinnen, entsprechend dem Ausma der krperlichen Funktio-nen, anhand eines Punktesystems von 1,0 bis 4,5 fr das Basketballspielen eingestuft. Es gibt auch Spieler/Spielerinnen, die nicht genau in eine der Klassen eingruppiert werden knnen. In diesen Fllen kann das Reglement einen halben Punkt mehr oder weniger zu einer bestimmten Klasse hinzufgen. Somit ent-stehen auch Wertungen mit 1,5, 2,5 und 3,5 Punkten. Die Summe der Bewertungspunkte der 5 Spieler/Spielerinnen auf dem Feld darf die Zahl 14 zu keiner Zeit des Spiels berschreiten.

    Bewertungen der Rumpfbewegung und der Sitzstabilitt whrend des Wettkampfs, ohne medizinische Diagnose, bilden die Basis der Klassifizierung.

    Spielerinnen/Spieler haben eine dauerhafte Krperbehinderung in den unteren Gliedmaen, die sie daran hindern zu laufen und zu springen wie nicht behinderte Spielerinnen/Spieler.

    Klasse 1 1,0-Punkte-Spieler/Spielerinnen knnen die Beine nicht bewegen und nur geringe oder gar keine Rumpfkontrolle ausben. Die Sitzbalance ist sowohl vorwrts als auch seitwrts deut- lich beeintrchtigt und sie benutzen die Arme, um in eine aufrechte Position zurckzukehren, wenn sie die Balance verloren haben. Diese Spielerinnen und Spieler verlieren bei geringf- gigem Rollstuhlkontakt die Rumpfkontrolle und rebounden in der Regel ber dem Kopf mit nur einer Hand, whrend die andere Hand zur Stabilitt des Rollstuhls eingesetzt wird. Beispiele: TH1TH7 Paraplegie ohne Muskelkontrolle ber den Unterleib. Polio mit Ein- schluss der Arme und ohne Kontrolle der Rumpfmuskulatur.

    Klasse 2 2,0-Punkte-Spieler/Spielerinnen besitzen in der Regel keine Beinfunktion, haben aber teil- weise eine Rumpfkontrolle nach vorne. Sie verfgen nicht ber freie Seit- und Vorwrts- bewegungen. Eine Rotation mit dem oberen Rumpf ist mglich. Sie besitzen begrenzte Sitz- stabilitt in Kontaktsituationen, dabei greifen oft die Hnde an den Rollstuhl oder die Ober- schenkel, um bei Kollision aufrecht zu bleiben. Beidhndiger Rebound ber dem Kopf ist mglich. Beispiele: TH8 L1 Paraplegie, Polio ohne Kontrolle der unteren Extremitten.

    Klasse 3 3,0-Punkte-Spielerinnen/Spieler verfgen ber gewisse Beinfunktionen und ber eine gute bis ausgezeichnete Rumpfstabilitt beim Beugen nach vorne bis zum Boden, beim Aufrichten sowie etwas Rumpftorsion. Diese Spielerinnen und Spieler haben keine gute Rumpfstabilitt zur Seite, sie sitzen jedoch relativ stabil in Kontaktsituationen und knnen ohne Mhe mit beiden Hnden ber dem Kopf rebounden. Beispiele: L2 L4 Paraplegie mit Kontrolle der Hftbeugung und Zusammendrcken der Knie ohne Kontrolle der Hftstreckung oder Sprei- zung. Polio mit minimaler Kontrolle der unteren Extremitten.

    Klasse 4 4,0-Punkte-Spielerinnen/Spieler besitzen normale Rumpffunktionen, aber aufgrund von gewissen Schwchen in den Beinfunktionen sind sie nicht in der Lage, nach beiden Seiten in gleicher Weise kontrollierte Rumpfbewegungen auszufhren. Sie verfgen ber Stabilitt beim Rollstuhlkontakt und knnen sich beim Rebound ber dem Kopf mit beiden Hnden nach vorne und komplett zu einer Seite lehnen, mit normalen Vorwrts-Torsionsbewegun- gen. Beispiele: L5 S1 Paraplegie mit Kontrolle der Hftabspreizung und vllige Streckbewe- gung zu auf einer Seite. Polio mit einem betroffenen Bein oder einseitig Oberschenkelampu tierte.

  • 23Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Klasse 4,5 4,5-Punkte-Spielerinnen/Spieler haben die geringste Behinderung auf dem Spiel feld. Nor- male, kraftvolle Rumpfbewegungen in alle Richtungen sind mglich und sie sind stabil in allen Kontaktsituationen. Die Spielerinnen und Spieler knnen sich mit den Armen ber dem Kopf zum Rebounden in alle Richtungen bewegen. Der Rollstuhl kann mit maximaler Vor- wrtsbewegung des Rumpfes stark beschleunigt und angetrieben, bzw. gestoppt werden. Kann Richtungswechsel auch anhand Rumpfdrehungen vornehmen ohne whrend des Dribblings die Stabilitt zu verlieren. Der Rollstuhl hat eine niedrige Rckenlehne, die die volle Rumpfrotation zulsst. Beispiele: einseitig Unter-Knie-Amputierte, einige doppelt Unter-Knie-Amputierte. Polio mit minimalen Einschrnkungen (Kchel oder Fu) auf einer oder beiden Seiten. Spielerinnen/Spieler mit funktionellen Einschrnkungen der Hften, Knie oder Knchel und sogenannte Minimalbehinderte.

    Rollstuhl Rugby (Wheelchair Rugby / IWRF)

    Um die primren Beeintrchtigungen zu ermitteln, werden die Athletinnen/Athleten innerhalb eines Punktesystems eingestuft, dass von 0,5 Punkten fr schwerste Funktionseinschrnkung bis zu 3,5 Punk-ten, dem hchsten Grad der funktionellen Fhigkeiten reicht. Insgesamt gibt es somit sieben Klassen.

    Die Summe von 8 Punkten (fr 4 mnnliche Spieler) ist whrend des Spiels auf dem Spielfeld erlaubt. Beim Einsatz einer Spielerin erhlt ein Team einen Bonus von 0,5 Punkten auf das Mannschaftspunktelimit von 8 Punkten. Rollstuhl-Rugby-Spieler/Spielerinnen zeigen unterschiedliche Fhigkeiten an Bewegung, Kraft und Kontrolle der Arme, des Rumpfs und der Beine.

    Die Klassifizierung ist fr alle krperbehinderten Spielerinnen und Spieler gltig, unabhngig von der Art der Behinderung, die zumindest einen Rollstuhl selbststndig bewegen knnen und maximal dem Funk-tionsprofil eines komplett und symmetrisch gelhmten Tetraplegikers (Lsion C8 komplett) entsprechen.

    Gespielt wird Rollstuhl-Rugby somit hauptschlich von Athletinnen und Athleten mit schweren Rcken-markverletzungen, oder mit anderen Behinderungen, mit verschiedenen Graden von Lhmungen, wie frhkindliche Hirnschdigung, Kinderlhmung etc. Mnner und Frauen treten in gemischten Teams an.

    Klasse 0,5 0,5-Punkte-Spieler/Spielerinnen sind Blocker und somit keine dominanten Ballfhrer/Ball- fhrerinnen. Fhren den Ball im Scho; nickende Kopfbewegungen beim Schieben (Ziehen am hinteren Teil des Rades). Benutzten das hintere Viertel des Rades (meist unter Gebrauch des Unterarms) zum Bremsen, Starten und Drehen. Passen den Ball gewhnlich mit zwei- hndigem Sto, vorwrts oder seitwrts. Schlechte Balance.

    Klasse 1,0 1,0-Punkte-Spieler/Spielerinnen sind Blocker und knnen den Ball gelegentlich annehmen, somit keine dominanten Ballfhrer/Ballfhrerinnen. Schwacher Brustpass oder Unterarm- wurf. Die Spieler und Spielerinnen besitzen einen lngeren Schub am Rad (eine Kombination von Ziehen und Drcken). Fangen mit dem Unterarm und Handgelenk. Schwacher oder nicht vorhandener Brustpass oder Unterarmpass.

    Klasse 1,5 1,5-Punkte-Spieler/Spielerinnen verfgen ber asymmetrische Armfunktionen. Bevorzugen- den strkeren Arm. Gute Schulterkraft. Gute Blocker, vereinzelt auch Ballfhrer.

    Klasse 2,0 2,0-Punkte-Spieler/Spielerinnen beherrschen einen guten Brustpass. Gute Ballbehandlung. Knnen den Ball mit dem Handgelenk festhalten. Die Handfunktion ist eingeschrnkt. Ent- wickeln eine gute Anschubgeschwindigkeit auf dem Spielfeld. Ballfhrer/Ballfhrerinnen.

    Klasse 2,5 2,5-Punkte-Spieler/Spielerinnen verfgen ber asymmetrische Arm- und Handfunktionen, weisen aber eine sehr gute Kraft und Stabilitt in der Schulter auf. Sie verfgen auch ber eine

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    gewisse Rumpfstabilitt beim Bedienen des Rollstuhls. Die eingeschrnkte Bewegungsfhig- keit der Finger erlaubt trotzdem ein sicheres Dribbeln mit dem Ball, berkopfpsse und eine relative Ballsicherheit. Hauptschliche Ballfhrer/Ballfhrerinnen. Relativ schnelle Spiel- macher/Spielmacherinnen.

    Klasse 3,0 3,0-Punkte-Spieler/Spielerinnen knnen den Ball sehr gut mit der Hand dribbeln. Sie ver- fgen ber Rumpfstabilitt, die eine stabilere Sitzposition im Rollstuhl ermglicht. Sehr guter Umgang mit dem Ball. Sie knnen den Greifreifen des Rollstuhls gut greifen, um den Roll- stuhl zu manvrieren. Schnelle Spielmacher/Spielmacherinnen, und sehr gute Ballfhrer/ Ballfhrerinnen.

    Klasse 3,5 3,5-Punkte-Spieler/Spielerinnen besitzen geringe Rumpffunktionen und sitzen deshalb sicher im Rollstuhl. Sie knnen mit dem Rumpf Bewegungen des Rollstuhls und bei der Ball- fhrung beeinflussen. Sie knnen den Ball gewhnlich gut sichern und sehr gut kontrollie- ren. Sie knnen mit einer Hand auch auf Distanz passen. Dominante Ballfhrer/Ballfhrerin- nen und sehr schnelle Spielmacher/Spielmacherinnen. Fhrende Rolle als Spielmacher/ Spielmacherinnen, und sehr gute Ballfhrer/Ballfhrerinnen.

    Rollstuhl Tennis (Wheelchair Tennis / ITF)

    Das Zulassungskriterium fr Sportler und Sportlerinnen, die wettkampforientiertes Rollstuhl-Tennis be-treiben mchten, ist der medizinische Nachweis ber eine Behinderung der Bewe gungsfhigkeit.

    Eine Einteilung der 8 zur Teilnahme berechtigenden Behinderungsprofile (auer Sehbehinderung und mentale Beeintrchtigung) in verschiedene Startklassen ist nicht gegeben. Eine Ausnahme bildet die so-genannte Quadklasse. In der Quadklasse starten Spielerinnen und Spieler, die in mindestens drei Ext-remitten Bewegungseinschrnkungen aufweisen. Ein Start in der Quadklasse ist aber, auch wenn die Voraussetzungen erfllt sind, nicht zwingend. Es gibt demnach Sportlerinnen und Sportler, die auch mit drei Bewegungseinschrnkungen zustzlich oder ausschlielich in der Damen- oder Herrenklasse starten.

    Rudern (Rowing / FISA)

    Eine Startklasse im Rudern setzt sich aus der Bootsklasse und der Behinderungsklasse zusammen. Ak-tuelle Bootsklassen sind der gesteuerte Riemenvierer (4+), der Doppelzweier (2x) und der Einer (1x). Bei den Behinderungsklassen handelt es sich um eine funktionelle Einteilung, die sich an der Fhigkeit des Sportlers/der Sportlerin orientiert, die Ruderbewegung vollstndig auszuben. Es wird nach der Fhigkeit unterschieden, die Beine (legs, L), den Rumpf (trunk, T) und die Armen (arms, A), bzw. Arme und Schultern (arms and shoulders, AS) einsetzen zu knnen. Entsprechend existieren die Behinderungsklassen LTA, TA und AS. In einzelnen Startklassen der LTA-Klasse sind Menschen mit Sehschdigung mit startberechtigt. Fr Menschen mit geistiger Behinderung gibt es die unten aufgefhrte nicht-paralympische Startklasse LTA-ID Mix 4+. Im Folgenden werden beispielhaft Behinderungen/Minimalbehinderungen fr die einzel-nen Behinderungsklassen aufgefhrt.

    LTA In der LTA Klasse starten Sportler/Sportlerinnen, die trotz ihrer Behinderung in der Lage sind mit Rollsitz zu rudern. Mgliche Einschrnkungen sind z.B.:

    Amputation: Ein Fu oder drei Finger einer Hand Gelhmte S1, Lhmung in einem Bein Frhkindlich Hirngeschdigte (Zerebralparese) Klasse 8

  • 25Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Sehgeschdigte Menschen (B1 bis B3). Sehgeschdigte mssen blickdichte Brillen tragen.

    Menschen mit geistigen Behinderungen (nicht paralympisch)TA In der TA Klasse sind Sportler/Sportlerinnen startberechtigt, die aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, die Beine fr die Ruderbewegung einzusetzen. Die Boote dieser Behinderungsklasse sind mit Festsitzen ausgestattet. Mgliche Einschrnkungen der Sport- ler/Sportlerinnen sind z.B.:

    Amputation: Beidseitig oberhalb der Knie Gelhmte L3 oder unvollstndig L1 Frhkindlich Hirngeschdigte (Zerebralparese) Klasse 5 Funktionale Muskelschdigungen mit einer vergleichbaren Bewegungsfhigkeit

    der Beine, wie bei einer vollstndigen Lhmung L3 oder einer unvollstndigen Lhmung L1.

    AS In der AS Klasse verfgen die Sportler/Sportlerinnen nur ber eine minimale Rumpffunktion. Die Ruderbewegung erfolgt in erster Linie aus den Armen und Schultern. In Startklassen die- ser Behinderungsklasse kommen standardisierte Boote mit Festsitz zum Einsatz. Am Festsitz sind Vorrichtungen zur Oberkrperfixierung der Sportler/Sportlerinnen befestigt. Mgliche Einschrnkungen der Sportler/Sportlerinnen sind z.B.:

    Gelhmte T12 oder unvollstndig T10 Frhkindlich Hirngeschdigte (Zerebralparese) Klasse 4. Athleten mit Diplegie und

    mit minimalen Schdigungen in den oberen Extremitten und im Rumpfbereich

    Funktionale Muskelschdigungen bis oberhalb der BauchmuskulaturIn den Mannschaftsbooten muss mindestens die Hlfte der rudernden Mannschaft weiblich sein (mixed, Mix). Insgesamt gibt es international die folgenden Startklassen: LTA Mix 4+, LTA Mix 2x, TA Mix 2x, AS W 1x, AS M 1x sowie die nicht-paralympische Startklasse LTA-ID Mix 4+.

    Schwimmen (Swimming / IPC)

    Schwimmen ist die einzige Sportart, die alle Arten von Behinderungen quer durch alle Klassen miteinander in Beziehung setzt. Somit werden die funktionellen Bedingungen der Amputationen, der Hirnschdigung (Koordinations- und Bewegungseinschrnkungen), der Rckenmarkschdigung (Schwche und Lhmung, die die Gliedmae in unterschiedlichem Ausma und Kombination betrifft) und andere Behinderungen (z. B. Kleinwuchs, Einschrnkungen an den Grogelenken, etc.) miteinander in Relation gebracht. Alle Klassen beginnen mit dem Grobuchstaben S.

    S1-S10 alle Schwimmerinnen/Schwimmer mit Krperbehinderungen.

    S11-S13 Schwimmerinnen/Schwimmer mit Sehbehinderung (entsprechend B1, B2, B3).

    S14 Schwimmerinnen/Schwimmer mit einer geistigen Behinderung.

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    Der Grobuchstabe S vor der Startklasse kennzeichnet die Klassen fr das Freistil-, das Rcken- und das Schmetterlingsschwimmen (zehn funktionelle Klassen, drei Klassen fr Sehbehinderte, eine Klasse fr geistig Behinderte und eine Klasse fr allgemeine Behinderungen). Die Abkrzung SB bezeichnet die Startklasse fr das Brustschwimmen (neun funktionelle Klassen, drei Klassen fr Sehbehinderte, eine Klas-se fr geistig Behinderte und eine Klasse fr allgemeine Behinderungen). Die Abkrzung SM bezeichnet die Startklasse fr das Lagenschwimmen (zehn funktionelle Klassen, drei Klassen fr Sehbehinderte, eine Klasse fr geistig Behinderte und eine Klasse fr allgemeine Behinderungen).

    Der Umfang der Klassifizierung reicht von den Schwerstbehinderten (S1, SB1, SM1) bis zur Startklasse 10. Je kleiner die Ziffer der Startklasse ist, desto grer ist die Beeintrchtigung der Athleten.

    Das Klassifizierungssystem verwendet bei den funktionellen Behinderungen eine nummerische Berech-nung der krperlichen Fhigkeiten als Richtlinie. Drei Tests sind dabei ausschlaggebend: Banktest, Was-sertest und Beobachtung whrend des Wettkampfs. Der Schwimmer muss an allen drei Tests teilnehmen.

    In jeder Klasse drfen Schwimmer, mit Rcksicht auf ihre Behinderung, mit einem Startsprung oder vom Beckenrand aus oder direkt aus dem Wasser starten. Dies wird durch einen Parameter bei der Klassifizie-rung bercksichtigt. Gleiches gilt fr die Wenden.

    Nachfolgend sind einige Beispiele der funktionellen Schwimmklassen aufgefhrt:

    S1, SM1 Schwimmerinnen/Schwimmer, die sehr schwere Koordinationsprobleme in allen vier Glied- maen, eine geringe Kontrolle ber den Rumpf und Kopf und eine sehr eingeschrnkte Vor- triebskraft durch die Bewegungen der Gliedmaen haben. Dies entspricht einer Tetraplegie oder Polio, vergleichbar mit einer kompletten Querschnittlhmung C5. Weiterhin sind auch Sportler und Sportlerinnen mit starken Gelenkvernderungen mit stark eingeschrnkter Bewegung und Vortriebskraft der Gliedmaen hier zusammen gefasst.

    S2, SB1, SM2 hnliche Behinderungen wie Klasse S1, aber diese Athletinnen und Athleten besitzen mehr Vortrieb, wenn sie ihre Arme und Beine benutzen, d. h. die Bewegungsamplitude der oberen Gliedmaen ist gering. Auerdem sind Sportler und Sportlerinnen mit schwerwiegenden Beeintrchtigungen der Skelettmuskulatur in dieser Startklasse vertreten. Dies entspricht den Einschrnkungen durch eine komplette Querschnittlhmung C6/7.

    S3, SB2, SM3 Schwimmerinnen/Schwimmer mit schwerer Spastik an allen Gliedmaen, schwacher Kon- trolle ber den Rumpf und den Kopf, einer geringen Vortriebskoordination in allen vier Glied- maen, schwere Dysmelien in allen vier Gliedmaen oder Amputationen aller vier Glied- maen mit kurzen Stmpfen, schwere muskulre Atrophie oder einer alle vier Gliedmaen betreffenden Arthrogrypose in dieser Startklasse. Dies entspricht den Einschrnkungen durch eine komplette Querschnittlhmung C 7.

    S4, SB3, SM4 Schwimmerinnen/Schwimmer, mit Beeintrchtigungen der Skelettmuskulatur, vergleichbar mit einer kompletten Tetraplegie unter C8 mit guter Fingerextension, inkomplette Tetraple- gien unter C7 oder vergleichbarer Polio, einer alle vier Gliedmaen betreffenden Arthrogry- pose mit migem bis ordentlichem Vortrieb aus den oberen Gliedmaen und Dysmelien von drei Gliedmaen. Fr die Startklasse im Brustschwimmen werden hier zustzlich komplette Querschnitte unter C8 mit guter Fingerextension, inkomplette Querschnitte unter C7, kom- plette Querschnitte T1-5 und T1-8 mit schrger Bauchmuskulatur T4/6 zusammengefasst.

    S5, SB4, SM5 Schwimmerinnen/Schwimmer mit angemessener Rumpfmuskulatur und ordentlicher Bewe- gungsfhigkeit in Schultern und Ellenbogen, Krpergren nicht mehr als 130 cm (Frauen) und 137 cm (Mnner) mit anderen Beeintrchtigungen und mit zustzlichen Problemen beim Vortrieb (nur S-Klasse), Dysmelien in drei Gliedmaen oder einer alle vier Gliedmaen be-

  • 27Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    treffenden Arthrogrypose mit migem bis ordentlichem Vortrieb in den oberen und unteren Gliedmaen und kompletten Querschnitten oder Polio unter T1-T8. Fr die Startklasse im Brustschwimmen werden hier zustzlich komplette Querschnitte unter T6-T10, T9-L1 mit schrger Bauchmuskulatur zwischen T4/6 und komplette Querschnitte unter C8 zusammen- gefasst.

    S6, SB5, SM6 Schwimmerinnen/Schwimmer mit moderaten Diplegien ohne geeignete Beinfunktion, mit ordentlicher Kontrolle ber den Rumpf bis guter Bewegungsfhigkeit in Schultern und Ellen- bogen, Hemiplegien mit schweren Einschrnkungen im strker betroffenen Arm (vergleich- bar mit kompletten Querschnitten oder Polio unter T9-L1 mit keiner Beinfunktion fr das Schwimmen), Amputationen ber dem Ellenbogen und ber dem Knie an der gleichen Seite, beidseitigen Amputationen ber den Ellenbogen mit Stmpfen weniger als 1/4, Amputa- tionen von drei Gliedmaen, Dysmelien mit Armverkrzungen (2/3 des normalen) und Am- putationen ber dem Knie zusammengefasst. Weiterhin sind Athletinnen und Athleten mit Koordinationsproblemen, Kleinwchsige bis 130 cm (Frauen) und 137 cm (Mnner) (nur SKlasse) in dieser Startklasse vertreten. Fr die Startklasse im Brustschwimmen werden hier zustzlich komplette Querschnitte unter T11-L1 mit ohne Beinfunktion frs Schwimmen, kompletten Querschnitten L2-L3 mit schrger Bauchmuskulatur T4/6 und Krpergren nicht mehr als 130 cm (Frauen) und 137 cm (Mnner) mit anderen Beeintrchtigungen und mit zustzlichen Problemen beim Vortrieb (nur SB Klasse) zusammengefasst.

    S7, SB6, SM7 Schwimmerinnen/Schwimmer mit kompletten Querschnitten oder Polio unter L2/L3, moderate Diplegien/moderate Hemiplegien mit Koordinationsproblemen und mit geringen Problemen in Oberkrper und Rumpf, beidseitigen Amputationen unter dem Ellenbogen, beidseitigen Amputationen ber dem Knie mit Stmpfen krzer als 1/2, Amputationen ber dem Ellenbogen und ber dem Knie der gegenberliegenden Seite und mit einer gelhmten oberen Extremitt und schwer eingeschrnkter Beinfunktion und , Kleinwchsige bis 130 cm (Frauen) und 137 cm (Mnner)-, nur SB Klasse, sind in dieser Klasse zusammengefasst.

    S8, SB7, SM8 Schwimmerinnen/Schwimmer mit kompletten Querschnitt oder Polio unter L4/L5, mit geringer Hemiplegie, geringer Hemiplegie, geringer Spastik in den vier Gliedmaen, beidsei- tigen Amputationen ber dem Knie (Stmpfe lnger als 1/2 und nicht lnger als 1/3), einsei- tige Amputationen ber dem Ellenbogen oder vollstndige Brachial Plexus Lsion, beidsei- tige Handamputationen und schweren Einschrnkungen an den Gelenken der unteren Glied- maen.

    S9, SB8, SM9 Schwimmerinnen/Schwimmer mit minimalen Schwchen in den Beinen, Polio mit einem nicht betroffenen Bein oder Athletinnen und Athleten mit leichten allgemeinen Koordina- tionsschwierigkeiten, einseitigen Amputationen ber dem Knie, beidseitigen Amputationen unter dem Knie mit Stmpfen lnger als 1/3 (SB- lnger als 1/4), einseitigen Amputationen unter dem Ellenbogen (SB-Stmpfe lnger als 1/4 und doppelten Amputationen unter dem Ellenbogen (Stmpfe lnger als 1/2)) und teilweisen Beeintrchtigungen der Gelenke in den unteren Gliedmaen oder mit dem Verlust der oberen Gliedmaen mit einer mehr betrof- fenen Seite.

    S10, SB9, SM10 Schwimmerinnen/Schwimmer mit Polio und Cauda-Equina Syndrom S1/2 mit minimalen Auswirkungen auf die oberen Extremitten, Paresen an einem Bein, schweren Einschrn- kungen eines Hftgelenkes, einseitigen Amputationen unter dem Knie (SB-Stmpfe ln- ger als 1/4), beidseitigen Amputationen der Fe, SB-einseitige Amputation unter dem Ellenbogen mit Stmpfen lnger als 1/4 und Handamputationen, SB-Erbschen Lhmungen,

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    Brachial Plexus Lsionen oder Verlust der 1/2 Handflche (SB- weniger als 1/3) sind in diesen Klassen startberechtigt.

    S11, SB11, SM11 B1-Athletinnen/Athleten

    S12, SB12, SM12 B2-Athletinnen/Athleten

    S13, SB13, SM13 B3-Athletinnen/Athleten

    S14, SB14, SM14 Schwimmerinnen/Schwimmer, die eine anerkannte intellektuelle Beeintrchtigung aufweisen (entsprechend der internationalen Kriterien von INAS-FID und IPC).

    Segeln (Sailing / IFDS)

    Segeln ist ein Sport fr Seglerinnen und Segler mit verschiedensten Behinderungen. Athletinnen und Ath-leten aus folgenden Behinderungsgruppen knnen zusammen starten:

    Amputierte (IWAS) Athletinnen/Athleten mit Rckenmarksverletzungen (IWAS) Frhkindliche hirngeschdigte (Zerebralparese) Athletinnen und Athleten (CP-

    ISRA)

    Sehbehinderte Athletinnen und Athleten (IBSA)Zur Zeit gibt es drei paralympische Bootsklassen: 2.4 m (Kielboot mit einer), SKUD 18 (Kielboot mit zwei) und Sonar (Kielboot mit drei Seglerinnen/Seglern Besatzung).

    Das Klassifizierungssystem basiert vollstndig auf den Funktionen, die zum Segeln erforderlich sind. Vier funktionelle Klassen sind ermittelt worden:

    Stabilitt (z. B. Gleichgewicht) Handfunktionen Mobilitt Sehvermgen

    In jeder funktionellen Klasse werden die Athletinnen/Athleten, entsprechend ihrer funktionellen Ein-schrnkungen, in eine Kategorie eingestuft und schlielich gem eines Punktesystems bewertet; dieses reicht von einem Punkt, womit die am meisten behinderte Funktionsfhigkeit festgelegt wird, bis zu sie-ben Punkten fr die grte Funktionsfhigkeit.

    Ein Team aus drei Seglerinnen/Seglern darf die Summe von 14 Punkten nicht berschreiten. Fr Teams aus zwei Seglerinnen/Seglern sind keine Punktobergrenzen festgelegt.

    Sitzvolleyball (Volleyball / WOVD)

    Athletinnen und Athleten fr Sitzvolleyball mssen die Kriterien fr eine minimale Krperbehinderung erfllen (Amputationen, diverse Formen der Krperbehinderung).

  • 29Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    JedeMannschaftkannmaximalnureineSpielerin/einenSpielermiteinerminimalenBehinderungeinset-zen.Athletinnen/AthletenweiseneineminimaleBehinderungauf,wennsienichtmehrimStehenspie-lenknnen(z.B.durcheininstabilesKniegelenk).DierestlichenSpielerinnenundSpielermsseneinenschwereren Grad der Behinderung aufweisen.

    Sportschieen (Shooting / IPC)

    Im Sportschieen werden drei Hauptklassen fr Menschen mit krperlichen Beeintrchtigungen unter-schieden:

    Pistole

    SH1 (Pistol) In dieser Klasse starten Schtzinnen und Schtzen mit Beeintrchtigungen der oberen und unteren Gliedmaen.

    Gewehr

    SH1 (Rifle) In dieser Klasse starten Schtzinnen und Schtzen mit Beeintrchtigungen der unteren Gliedmaen.

    SH2 (Rifle) Schtzinnen und Schtzen mit Beeintrchtigungen der oberen Gliedmaen (auch in Kombi- nation mit Beeintrchtigungen der unteren Gliedmaen, die es erfordelich machen, dass das Gewehr beim Schieen aufgelegt wird.

    Tischtennis (Table Tennis / ITTF)

    Im Tischtennis wird das Prinzip der funktionellen Klassifizierung angewendet. Die Klassifizierung orien-tiert sich dabei an der Auswirkung der Behinderung auf das eigene Spiel, unter Bercksichtigung von Sta-bilitt in der Bewegung, Rotation im Ball und Geschwindigkeit. Es wird unterschieden in stehende (Klassen 6 bis 11) und sitzende Wettkampfklassen (Klassen 1 bis 5). Generell gilt: je niedriger die Wettkampfklasse stehend bzw. sitzend, desto schwerer die Auswirkung der Behinderung auf das Tischtennisspiel. In der Wettkampfklasse 11 treten Menschen mit einer intellektuellen Beeintrchtigung gegeneinander an.

    Funktionelle Klassifizierung der sitzenden Klassen, Klasse 1 bis 5:

    Klasse 1 Der Spieler/die Spielerin hat keine Rumpfkontrolle, keinen funktionellen Griff des Schlgers, die Streckung des Ellbogens und der Hand werden durch eine schwingende Bewegung, die von der Schulter ausgeht, erreicht. Die Koordination der Armbewegungen ist bedeutend an- ders als die nicht beeintrchtigter Arme. Alle Rumpfbewegungen werden durch das Halten des Rollstuhls oder des Oberschenkels mit der Hand, oder durch das Halten der Stuhlrck- seite mit gekrmmtem Ellbogen gesichert.

    Klasse 2 Der Spieler/die Spielerin hat keine Rumpfkontrolle, keinen funktionellen Griff des Schlgers die Ellbogenstreckung ist ausreichend, und die Handbewegungen sind gut koordiniert aber ohne normale Kraft. Die Rumpfposition wird hnlich gesichert wie bei den Spielern und Spie- lerinnen der Klasse 1.

    Klasse 3 Der Spieler/die Spielerin hat keine Rumpfkontrolle, je nach Hhe der Verletzung an der Wirbelsule knnen minimale motorische Einschrnkungen der Schlaghand auftreten, aber diese Schden sind nicht schwerwiegend genug, um Einfluss auf eine der im Tischtennis be- kannten Schlagtechniken zu haben. Leichte Vernderungen der Rumpfposition werden ge- sichert, indem die freie Hand den Rollstuhl oder den Oberschenkel hlt, drckt oder sttzt.

  • 30

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Sommersportarten

    Der untere Teil des Rumpfes bleibt in Kontakt mit der Stuhlrckseite.

    Rckwrtige Armbewegungen sind eingeschrnkt, aufgrund der fehlenden Rumpfrotation. Bewusste Bewegungen des Rollstuhls sind in den meisten Fllen nicht mglich.

    Klasse 4 Der Spieler/die Spielerin hat Rumpfkontrolle, aufrecht sitzend, normale Arm- und Rumpf bewegungen sind mglich. Rumpfbewegungen, die der Vergrerung der Reichweite dienen, sind nur mglich, indem der freie Arm sich am Rollstuhl oder Oberschenkel hlt, drckt oder sttzt. Bewusste Bewegungen des Rollstuhls sind mglich. Mit einer Hand nach vorne ist der Rumpf nicht in der Lage, sich optimal nach vorne zu lehnen. Seitliche Bewegungen sind nicht ohne die Hilfe des freien Arms mglich.

    Klasse 5 Der Spieler/die Spielerin hat Rumpfkontrolle, der Rumpf kann in sagittaler Ebene bewusst und ohne die Hilfe des freien Armes nach vorne geneigt und aufgerichtet werden. Signifikante Stobewegungen mit den Oberschenkeln oder sogar den Fen sind mglich. Die Handha- bung des Rollstuhls ist optimal, aufgrund der guten Rumpfpositionierung nach vorne und nach hinten. Einige seitliche Bewegungen sind mglich.

    Funktionelle Klassifizierung der stehenden Klassen, Klasse 6 bis 11:

    Klasse 6 Kombination von schweren Behinderungen im Schlagarm und den unteren Gliedern, mit schweren dynamischen Gleichgewichtsproblemen.

    Klasse 7 Sehr starke Defekte der Beine, damit verbunden, schlechte statische und dynamische Balan- ce. Starke bis mige Defekte des Spielarmes. Gemigte CP, mit Beeintrchtigung des Spiel- armes und der Beine.

    Klasse 8 Einseitig oberhalb des Knies oder beidseitig unterhalb des Knies Amputierte. Schwere Behin- derungen in einer oder beiden unteren Extremitten, mit geringem dynamischem Gleichge- wicht. mittlere Behinderungen in den Beinen und leichte Behinderung im Spielarm.

    Klasse 9 Einseitig, unterhalb des Knies amputierte Spielerinnen und Spieler. Milde Beeintrchtigungen der Beine, oder leichte Behinderungen in den Beinen und leichte Behinderung im Spielarm. Starke Beeintrchtigung des Nicht-Spielarmes.

    Klasse 10 Sehr milde Beeintrchtigungen in den Beinen, oder Sehr milde Beeintrchtigung des Spiel- arms, oder schwere bis gemigte Beeintrchtigung des Nicht-Spielarms.

    Klasse 11 Sportlerinnen und Sportler mit intellektuellen Beeintrchtigungen entsprechend der inter- nationalen Kriterien.

    Triathlon (Paratriathlon / ITU):

    Paratriathlon wurde neu in das paralympische Programm aufgenommen. Die Athletinnen und Athleten starten ab den Paralympics in Rio 2016.

    Durchluft eine Athletin ein Athlet die Klassifizierung fr das paralympische Triathlon wird ihr/ihm ein er-mittelter Punktewert zugeordnet. Dieser Punktewert entscheidet darber, in welcher der fnf Startklassen die Athletin/der Athlet antritt.

    Den Groteil eines ermittelten Punktewerts machen Muskelfunktionstests aus, die fr die drei Disziplinen (Schwimmen, Radfahren und Laufen) herangezogen und gewichtet werden. Ein Drittel des Werts geht auf das sogenannte Functional Ability Profile(FAP) zurck, was sich aus Triathlon spezifischen Techniktests zusammensetzt (ITU).

  • 31Die paralympischen Sommersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    PT1 KlassederRollstuhlnutzerinnen/-nutzer.DieAthletinnenundAthletennutzeneinHandcycleaufderRadstreckeundeinenRennrollstuhl inderLaufdisziplin.FAPvonmaximal640Punkten.DieAthletinnenundAthletenhabenkrperlicheBeeintrchtigungen,diesicheresRadfahrenoderLau-fen unmglich machen.

    PT2 Klasse der Rollstuhlnutzerinnen/-nutzer. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oderhnlicheHilfsmittelaufderRadstreckeundinderLaufdisziplin.FAPvonmaximal454,9Punkten.

    PT3 Klasse der Rollstuhlnutzerinnen/-nutzer. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oderhnlicheHilfsmittelaufderRadstreckeundinderLaufdisziplin.FAPzwischen455und494,9Punk-ten.

    PT4 Klasse der Rollstuhlnutzerinnen/-nutzer. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oderhnlicheHilfsmittelaufderRadstreckeundinderLaufdisziplin.FAPzwischen495und557Punk-ten.

    PT5 KlassederAthletinnenundAthletenmitSehschdigungenentsprechendderEinteilunginB1,B2,B3.DadieAthletinnenundAthletenmitundohneRestsehfhigkeitgemeinsamandenStartgehen,hatdieITUeinFairStartSystem(FSS)erarbeitet,dassdieunterschiedlichenAusgangsbedingun-genausgleichensoll).InersterLinieistdabeieinverzgerterStartderB2undB3AthletinnenundAthletenvorgesehen,damitsichdiePlatzierungfrdieAthletinnen/AthletenundZuschauerauchimWettkampfgeschehenwiederspiegelt.SolltedieserversetzteStartausorganisatorischenGrn-dennichtmglichsein,sowerdendenB1Athletinnen/AthletennachtrglichdieentsprechendenMinutenvonderGesamtzeitabgezogen.DieVerwendungeinesTandemsaufderRadstreckeistobligatorisch.

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

  • 33Die paralympischen Wintersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Wintersportarten

    Ice Sledge Hockey (IPC)

    Die Athletinnen und Athleten bewegen sich auf einer Art Schlitten ber das Eis. Die Spieler haben irrepa-rable, offensichtliche, leicht zu bemerkende Schdigungen in der unteren Krperhlfte und erfllen die Kriterien eines minimalen Handicaps, die ihnen gewhnliches Schlittschuhlaufen oder Eishockey spielen unmglich machen.

    Rollstuhl (Wheelchair Curling (ICF)

    Die Athletinnen und Athleten starten im Rollstuhl. Die Sportlerinnen und Sportler mit den geringsten Be-hinderungen knnen bestenfalls kurze Strecken gehend zurcklegen. Hufige Behinderungen sind Multi-ple Sklerose, Querschnittlhmung, frhkindliche Hirnschdigungen, doppelseitige Beinamputation etc. In jedem Team muss mindestens eine Frau oder mindestens ein Mann vertreten sein.

    Ski Nordisch, Biathlon und Ski Alpin (Cross-country skiing, Biathlon, Alpine Skiing / IPC)

    IndiesenSportartenwurdemitdemsogenanntenProzentsystemeinerVerteilungaufzuvieleStartklas-senentgegengewirkt.InnerhalbvondreiKlassenwerdendieLeistungennachProzentengewichtetunddadurch vergleichbar gemacht.Klassifizierung der stehenden Klassen LW 1 bis 9 (stehende Klassen)

    Klassifizierung der sitzenden Klassen LW 10 bis 12 (sitzende Klassen)

    Klassen der Sportlerinnen und Sportler mit Beeintrchtigung der Sehfhigkeit B 1 bis B3

    Die Kategorie der Stehenden, also der Sportlerinnen und Sportler mit Amputationen an Armen und/oder Beinen, ist in sieben Klassen (siehe Seiten 34 bis 36 / Locomotor Winter) aufgeteilt. Die Athletinnen und Athleten fahren entweder auf einem Ski oder mit zwei Skikrcken. Mglich ist auch (z. B. fr Unterschen-kelamputierte) eine Gelenkprothese auf zwei Ski. Amputierte an den Armen fahren mit zwei Ski und einem oder ganz ohne Skistock.

    Die Kategorie der Sitzenden, also der Paraplegiker und Doppeltbeinamputierten, ist in drei Ski Alpin und fnf Ski Nordisch und Biathlon Klassen (siehe Seiten 36 und 37) aufgeteilt. Die Athletinnen und Athleten fahren mit einem Sitzschlitten bzw. einem Monoski. Die Sehbehinderten werden von einem Guide beglei-tet, welcher vor oder hinter ihnen fhrt und sie durch Zurufen oder per Funk durch das Rennen fhrt.

    Biathlon und Ski Nordisch

    Beim Biathlon werden liegend je fnf Schuss auf 10 Meter mit dem Luftgewehr oder Lasergewehr (B-Klassen) abgegeben. Athletinnen und Athleten mit Beeintrchtigung der Sehfhigkeit benutzen Laser-gewehre und werden durch die Hhe des durch einen Kopfhrer bertragenen Tones, der die Nhe zur Scheibenmitte angibt, untersttzt.

    Bei Fehlbildung oder Amputation der Arme knnen Auflagen oder Halterungen fr das Gewehr benutzt werden. Die Art der Auflage und die Gre der Auflageflche sind genau festgelegt.

    Rollstuhlfahrerinnen/-fahrer (LW10-12) und stark gehbehinderte Sportlerinnen und Sportler benutzen fr den Skilanglauf einen Sit-Ski und fr Ski alpin einen Monoski. Diese speziellen Skischlitten/Monoski werden den unterschiedlichen Bedrfnissen der Sportlerin/des Sportlers angepasst und richten sich nach dem Grad der krperlichen Behinderung.

    Die Athletinnen und Athleten folgender Klassen sind in den Sportarten Ski alpin, Ski nordisch und Biathlon teilnahmeberechtigt:

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    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Die paralympischen Wintersportarten

    Orientierende bersetzung der Klasseneinteilung des IPC (IPC Nordic Skiing Classification Rules and Re-gulations October 2013). Es gilt die englische Originalfassung.

    Stehende Klassen: Athletinnen und Athleten mit Beeintrchtigungen in den Beinen

    LW1 (nur Ski Alpin) Athletinnen und Athleten der Klasse LW1 haben Behinderungen beider unteren Extremitten. Eines der folgenden Minimum Kriterien muss erfllt sein:

    Verlust beider unterer Extremitt auf Hhe der Kniegelenke oder darber. Signifikanter Kraftverlust in beiden unteren Extremitten Die Athletin/der Athlet benutzt Prothesen und zwei Ski und zwei Stcke.

    LW2 Athletinnen und Athleten der Klasse LW2 haben Behinderungen einer unteren Extremitt einschlielich Becken. Eines der folgenden Minimum Kriterien muss erfllt sein:

    Verlust einer unteren Extremitt auf Hhe des Kniegelenkes oder darber. Aufgehobene Beweglichkeit im Kniegelenk und/oder Hftgelenk. Kraftverlust mit dem Resultat von 64 oder weniger aller Muskelgruppen der unte-

    ren Extremitt. Minimum Verlust von 16 Punkten der unteren Extremitten und Punktwert fr Knieflexion/Extension von 2 oder weniger.

    Einseitige Beinlngenverkrzung (nicht lnger als Femurknochen der nicht Betrof-fenen Gegenseite).

    Die Athletin/der Athlet benutzt Prothesen und zwei Ski und zwei Stcke.LW3 Athletinnen und Athleten der Klasse LW3 haben Behinderungen in beiden Beinen.

    Verlust beider unterer Extremitten zumindest proximal der Metatarsalia. Kraft Verlust beider Beine: maximal 65 Punkte beider Beine und mindestens Ver-

    lust von 5 Punkten in einem Bein und zumindest eine Muskelgruppe eines Beines mit Maximum Score von 2.

    Hypertonie beider Beine mit Grad 2 oder mehr der Asworth Skala in einer Bewe-gungsrichtung.

    Ataxie beider unteren Extremitten. Eindeutige Athetose bei den unteren Extremitten. Vorfussdysmelie. Bewegungsverlust beider Kniegelenke. Die Athletin/der Athlet benutzt Prothesen und zwei Ski und zwei Stcke.

    LW4 Athletinnen und Athleten der Klasse LW4 haben Behinderung in einem Bein unterhalb des Kniegelenkes.

    Verlust der unteren Extremitt auf Hhe oder oberhalb des Sprunggelenkes. Kraftverlust der unteren Extremitt mit Maximum 70 Punkten und Mindestverlust

    von 10 Punkten in einem Bein und mindestens einer Muskelgruppe eines Beines mit Maximum Score von 2.

  • 35Die paralympischen Wintersportarten

    Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten

    Ataxie eines Beines. Eindeutige Athetose einer unteren Extremitt. Beinlngendifferenz von mindestens 7 cm. Die Athletin/der Athlet benutzt zwei Ski und zwei Stcke.

    Stehende Klassen Athletinnen und Athleten mit Beeintrchtigungen in den Armen

    LW5/7 Athletinnen/AthletenderKlasseLW5/7habenBehinderunginbeidenoberenExtremitten.

    Verlust beider oberer Extremitten zumindest auf Hhe der Metacarpalia. Kra