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Das Magazin der Lebenshilfe Werkstätten Forchheim 8. Jahrgang (2018), Ausgaben 1/2 SOZIALRECHT Anspruch auf Grundsicherung? WERKSTATT News Juli 2018 Foto: Martin Rossol PFLEGELEISTUNG Bayern beschließt Landespflegegeld

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  • Das Magazin der Lebenshilfe Werkstätten Forchheim

    8. Jahrgang (2018), Ausgaben 1/2

    SOZIALRECHT

    Anspruch aufGrundsicherung?

    WERKSTATTNewsJu

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    Foto: Martin Rossol

    PFLEGELEISTUNG

    Bayern beschließtLandespflegegeld

  • Die Edel-Fans der SpVgg Jahn ForchheimBei der SpVgg Jahn Forchheim verfolgen zwei nicht alltäglicheFans die Spiele. Unsere Kollegen Moni Schneider und BerndAdelmann sind der Mannschaft ans Herz gewachsen.

    DIESE AUSGABE

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    16 8SozialrechtStreit um Grundsicherungfür Teilnehmer desBerufsbildungsbereichs

    Corporate DesignIntegra mit neuem Logo

    15

    WERKSTATTLEBEN

    PANORAMAEpilepsie

    Diebstahl statt Hilfe17

    PflegeBayern beschließt eine neuePflegeleistung: Das Landes-pflegegeld

    Titelbild: Justitia urteilt über den Anspruch aufGrundsicherung im Berufsbildungsbereich (Seite 8)

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    GemeinwesenLebenshilfe bringt Gemeindeblatt

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    WohnformenBefragung durchgeführt

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    ModernisierungUmzug steht an

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    AbgestrampeltSpinning für die Aktion Lisa

    15

    Down-SyndromKinder verzaubern das Netz

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    Mount EverestBeine nicht erforderlich

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    PsychiatriegesetzDer gefährliche Irre

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    AutismusWirkstoff mit Potential

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  • Liebe Leser,

    twitter.com/lebenshilfe.fo

    facebook.com/lebenshilfe.forchheim

    EDITORIAL

    “Es herrschtKlassenkrieg, richtig,und es ist meine Klasse,die Klasse der Reichen,die Krieg führt, und wirwerden diesen Kriegauch gewinnen.”

    man muss es zweimal lesen, um es glauben zu können: Innerhalb derEU-Länder ist Deutschland der arme Mann des Kontinents. Der Mediandes geldwerten Vermögens liegt in Deutschland bei 47.000 Euro. Schonim krisengebeutelten Griechenland sind es 55.000 Euro, selbst die Franzosen(120.000) und Italiener (125.000) besitzen weit mehr als doppelt so vielwie die Deutschen. 40 Prozent der Deutschen besitzen faktisch nichts. Das Armutsrisiko unter Arbeitslosen liegt, einem Bericht des EU-Statis-tikamts Eurostat zufolge, hierzulande bei erschreckenden 70,8 Prozent unddamit so hoch wie in keinem anderen Land der Europäischen Union. AufPlatz 2 folgt Litauen. Deutschland, bei Steuern und Abgaben weltspitze,ist das Land mit dem größten Niedriglohnsektor in Europa. Es gönnt einemArbeiter, der 45 Jahre zum Mindestlohn gearbeitet hat, 626 Euro Rente,und überlegt, ob das Rentenalter auf 69 Jahre angehoben werden kann.Die mittlere Lebenserwartung eines Arbeiters beträgt 70 Jahre. Gesundheitsminister Jens Spahn, wir haben darauf gewartet, meldet sichzu Wort: Die zunehmende Schar der Rentner, die Nachts nach Pfandfla-schen sucht, könne man nicht arm nennen, weiß der Armuts-Insider.Bereits nach vierjähriger Amtszeit bekommt der Minister eine Pension inHöhe von 4.200 Euro. Mit 60 Jahren. Und ohne Beiträge zu zahlen. Die Volksparteien haben das Volk verlassen. An anderer Stelle sitzt dasPortemonnaie dafür locker: Hunderte Milliarden für zockende Banken,für unersättliche EU-Haushalte, oder, um unschöne Bilder zu vermeiden,bei der illegalen Einwanderung. Hier gelte es, „der Welt ein freundlichesGesicht zu zeigen.“ Und dem eigenen Bürger die neoliberale Fratze. Manchmal hilft der ungetrübte Blick von außen: „Hier leben keineHunde auf der Straße, aber soviele Menschen. Das gibt es bei uns nicht“,sagt ein Mann aus Syrien. Nun, so der Wille des Bundesministeriums,sollen den Teilnehmern des Berufsbildungsbereichs selbst die Leistungender Grundsicherung verwehrt bleiben (Seite 8).

    Reiches Land - arme Bürger

    Warren Buffett,amerikanischer Investor undMultimilliardär, in einem Interviewmit der New York Times

    14.07.2018Sommerfest der

    Lebenshilfe

    Martin RossolRedaktion Werkstatt-News

  • Maximilian Nowack, Marco Kramer und Bahadir Pervan freuen sich aufihre Arbeit: Das wöchentliche Austragen des Mitteilungsblattes der GemeindeWeilersbach. Das ermöglicht den Besuchern der Fördergruppen die Teilhabeam Arbeitsleben und trägt zu einem gelingenden Gemeinwesen bei.

    Lebenshilfe-Team bringtdas Gemeindeblatt

    ax, Marco und Bahadirsind drei fröhliche jungeMänner. Lachen gerne undfreuen sich auf ihre Arbeit:

    Das Austragen des wöchentlichen Mittei-lungsblattes der Gemeinde in der Sport-platzstraße in Weilersbach. Soweit so gut,alles in Ordnung. Was die jungen Leutejedoch von anderen unterscheidet - siesind behindert. Es ist Freitag Vormittag.Ein sonniger Tag. Pünktlich um 10 Uhrkommt das Auto der Lebenshilfe Weilers-bach angefahren und macht am Gloria-Parkplatz Halt. Die beiden Betreuer Stefa-nie Peinkofer und Alex Müller helfenMax, Marco und Bahadir aus dem Auto.Nicht so einfach - Marco sitzt im Roll-stuhl. Dann eine herzliche Begrüßung mitallen. Max und Marco können jedochnicht sprechen. Es ist eine beeindrucken-de Begegnung. Noch ein Blick auf den Ge-

    päckträger des Rollstuhles, ob der Zeitungs-stoß gut verstaut ist. Alsdann geht es los.Schön ihnen zuzuschauen, wie sie alle dieStraße entlanggehen. Max und Bahadir ander Hand von Alex und Steffi, Marco imRollstuhl voraus. Es geht von Haus zuHaus, Max und Bahadir stecken die Blätterin die Briefkästen. Gewissenhaft machen siees. Und schon geht es weiter.

    Wie Alex und Steffi erzählen, sind die jun-gen Leute bei den Bewohnern sehr beliebt.Oft warten diese schon auf ihre "Zusteller"und belohnen ihre Arbeit mit Süßigkeitenund kleinen Geschenken. Angefangen hattealles vor eineinhalb Jahren, als BetreuerAlex Müller eine Tagung besuchte mit demErgebnis: Dass Menschen mit Behinderungnicht nur innerhalb von Werkstätten derTagesförderstätten arbeiten, sondern ein

    Von Heidi Amon

    MZusteller werden belohnt

    4 I WERKSTATTNews

    GEMEINWESEN

    Heidi Amon berichtet für denFränkischen Tag und die

    Nordbayerischen Nachrich-ten. Für die freundliche Über-

    lassung von Text und Fotodanken wir herzlich.

    DIE AUTORIN

  • WERKSTATTNews I 5

    Recht haben, am Arbeitsleben teilzuhaben,das nicht an die Art und Schwere der Be-hinderung gebunden sei. Wie Müller er-klärt, seien die jungen Besucher der Le-benshilfe sehr motiviert und machen ihreArbeit gerne. Das Selbstwertgefühl sei beiihnen dadurch gestiegen, betonte er. Durchihre ehrenamtliche Arbeit unterstützen siein Weilersbach damit auch einmal in derWoche Manuela Lengenfelder, die als Zu-stellerin für die Straße zuständig ist und diesich über den Einsatz des Lebenshilfe-

    Teams freut. Doch für Max, Marco undBahadir bedeutet das Austragen der Mit-teilungsblätter ein Stück Mitgehen imganz normalen Arbeitsleben.

    Doch was muss passieren, damit Men-schen mit Behinderung am Arbeitslebenteilhaben können? Dazu Alex Müller:„Auch in den Förderstätten, wo Men-schen mit sehr hohem Assistenzbedarfbetreut werden, sollte Teilhabe an Arbeitermöglicht werden.“ So sollten Mitarbei-ter nicht immer vom Förderbedarf desBetreuten ausgehen, sondern überlegen,wo man dessen Fähigkeiten in der Gesell-schaft einsetzen könne. Die Gesellschafterlebe dann auch Menschen mit Behinde-rung nicht mit Defiziten, sondern alsMenschen, die im Gemeinwesen einesinnvolle Funktion ausüben.

    Die jungen Austräger derLebenshilfe sind bei denAnwohnern sehr beliebt. Oftwarten diese schon auf ihreZusteller und belohnen ihreArbeit mit Süßigkeiten undkleinen Geschenken.

    Foto

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    BELIEBTEZUSTELLER

    Die Weilersbacher Austräger des Gemeindeblattes. Nicht auf dem Bild ist Sally Günther, der auch zum Team gehört.

    Funktion im Gemeinwesen

    ”Auch in Förderstättensollte die Teilhabe amArbeitsleben möglichwerden.”

  • An einer Befragung zum Wohnbedarf beteiligten sich viele Teilnehmeraus der Hainbrunnenschule und den Werkstätten. Das Ergebnis: Der Bedarfan Wohnplätzen in den nächsten Jahren ist enorm.

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    Weitere Wohnformenwerden entstehen

    wischen dem 15. März und dem10. April 2018 wurde eine Ab-frage zum Wohnbedarf außer-halb der häuslichen bzw. famili-

    ären Umgebung durchgeführt. Befragtwurden 263 Personen, die entweder dieWerkstatt der Lebenshilfe besuchen odernoch schulpflichtig sind und in der Ober-stufe oder Berufsschulstufe der Hainbrun-nenschule sind.

    Die Abfrage richtete sich an die Betrof-fenen selbst, deren Eltern oder rechtlicheVertreter und wollte erfahren, wer inner-halb der nächsten drei, der nächsten fünfoder der nächsten zehn Jahre Wohnbe-darf haben wird. Doppelnennungen wa-ren möglich. Von den 263 verteilten Fra-gebögen wurden 114 zurück gesendet -das entspricht einer erfreulich hohen

    Rücklaufquote von 43 Prozent. Die Befra-gung förderte folgende Ergebnisse zu Tage:25 Personen gaben an, in den nächsten dreiJahren eine Wohnung zu benötigen, 26Personen werden voraussichtlich in dennächsten fünf Jahren Wohnbedarf anmel-den. 34 Personen glauben in den nächstenzehn Jahren an einen Wohnbedarf.

    Für mehr als 30 Personen kommt aus heu-tiger Sicht ein Leben außerhalb der häus-lichen bzw. familiären Umgebung nicht inFrage - oder sie befinden sich bereits in ei-ner alternativen Wohnform. Die Abfragehat nicht ermittelt, wie jeder einzelne sei-nen Wohnbedarf definiert. Nachdem derindividuelle Wohnbedarf von mehrerenFaktoren abhängig ist - vom Grad der Selb-ständigkeit, vom persönlichen Hilfebedarf,vom Pflegegrad, vom Angebot auf dem

    Von Norbert Fischer

    Von 263 angeschriebenenPersonen nahmen 114 an

    der Umfrage teil. Dasentspricht einer Teilnahme-

    quote von 43 Prozent.

    BEFRAGUNG

    6 I WERKSTATTNews

    114 TEILNEHMERGABEN AUSKUNFT

    Thema Wohnen auf der Agenda

    Rückläuferquote von 43 Prozent

  • WERKSTATTNews I 7

    Wohnungsmarkt, von der Finanzierbarkeitund anderem mehr - müssen nun in einemnächsten Schritt die Erkenntnisse der Ab-frage aufgearbeitet werden.

    Die Lebenshilfe Forchheim wird sichernicht in der Lage sein, alle Wünsche zu er-füllen und jedem Bedarf gerecht zu werden- aber die Lebenshilfe wird sich in dennächsten Monaten verstärkt mit dem The-ma "Wohnen" beschäftigen und versuchen,den - immerhin fast 100 - Wohnungssu-

    chenden innerhalb der nächsten zehnJahre Perspektiven aufzuzeigen.

    Das Thema "Wohnen" konzentrierte sichbisher entweder auf ein Wohnen zu Hau-se oder im Wohnheim. In den letzten Jah-ren entwickelte sich ein Bereich, der sich"ambulant unterstütztes Wohnen" nennt.In den nächsten Jahren werden sichweitere - neue - Wohnformen, auch inForchheim, entwickeln. Wohngemein-schaften, Wohnbegleitung, Wohnassis-tenz, Wohnen mit ambulanter Pflege undviele weitere Varianten werden entstehen.Dazu braucht die Lebenshilfe und die An-gehörigen der Lebenshilfe professionelleUnterstützung und ein kompetentesTeam. Wir werden über die gemachtenFortschritte berichten.

    Seit 1997 bietet die Lebenshil-fe Forchheim „Ambulant un-terstütztes Wohnen“ fürerwachsene Menschen mitgeistiger und körperlicher Be-hinderung, sowie mit psy-chischen Erkrankungen an.Die Bewohner haben hier dieMöglichkeit in kleinen Wohn-gruppen, in der eigenenWohnung oder zu Hause mitder erforderlichen Assistenzselbständig zu leben.

    AMBULANT UNTER-STÜTZTES WOHNEN

    “In den nächstenJahren werdensich neueWohnformenentwickeln - auchin Forchheim.”

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    ”Die Lebenshilfe wirdversuchen, den beinahe 100WohnungssuchendenPerspektiven aufzuzeigen.”

    Ambulante Wohnformen

  • 8 I WERKSTATTNews

    Einen Muster-Widerspruchgegen ablehnende Bescheide,

    eine Musterklage sowie dasAntragsformular für die Bera-

    tungshilfe können auf unsererHomepage (“Aktuelles“) down-

    geloadet werden.

    Menschen, die mindestens 18 Jahre alt und im Eingangsverfahren oder Berufsbil-dungsbereich einer Werkstatt beschäftigt sind, hatten bisher Anspruch auf Grund-sicherung bei Erwerbsminderung nach dem Sozialgesetzbuch XII. Buch. DasBundesministerium BMAS vertritt nun eine andere Auffassung.

    Ministerium machtGrundsicherung streitig

    or einigen Monaten ist jedocheine Rechtsänderung in Kraftgetreten, über deren Rechts-auslegung Uneinigkeit besteht,

    und die dazu führen kann, dass entspre-chende Anträge abgelehnt werden. Gegenablehnende Bescheide sollten Betroffenefristgerecht reagieren.

    Das Bundesministerium für Arbeit und So-ziales (BMAS) vertritt die Rechtsauffas-sung, dass erst nach der Absolvierung desBerufsbildungsbereichs endgültig über diedauerhafte und volle Erwerbsminderungentschieden werden kann. Weil nur dauer-haft voll erwerbsgeminderte MenschenAnspruch auf die Leistungen der Grundsi-cherung bei Erwerbsminderung haben,führt dies in der Regel zur Ablehnung ent-sprechender Anträge.

    Die Rechtsauffassung des BMAS, der sichdie Sozialämter per Weisung anschließenmüssen, halten alle Verbände der Behin-dertenhilfe, darunter auch die Lebenshilfe,für unrichtig. Selbst die Bundesländer ha-ben die neue Regelung auf der 94. Arbeits-und Sozialministerkonferenz ASMK be-reits abgelehnt. Wir empfehlen betroffenenAntragstellern daher, gegen Bescheide,welche die beantragte Grundsicherungablehnen, Widerspruch einzulegen. DerBundesverband für körper- und mehrfach-behinderte Menschen hat einen Muster-Widerspruch formuliert, der hierfür ge-nutzt werden kann.

    Mit einem erstinstanzlichen Urteil weistauch das Sozialgericht Augsburg die Auf-fassung des BMAS zurück: Bei dem im Ein-

    Von Martin Rossol

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    SOZIALRECHT

    WIDERSPRUCHUND KLAGE

    Rechtsauffassung des BMAS

    Sozialgericht weist Auffassungdes Ministeriums zurück

  • gangsverfahren und Berufsbildungsbereicheiner Werkstatt für behinderte Menschenbeschäftigten Personenkreis könne einevolle Erwerbsminderung auf Dauer unter-

    stellt werden, urteilte das Gericht. Somitmüsse auch die Grundsicherung bei Er-werbsminderung gewährt werden (SGAugsburg, S 8 SO 143/17). Das Urteil istallerdings noch nicht rechtskräftig. Zweiweitere Verfahren in der gleichen Sachesind an den Sozialgerichten Nürnbergund Würzburg anhängig.

    Bürger mit geringem Einkommen, alsoauch die Teilnehmer des Berufsbildungs-bereichs, können Beratungshilfe bekom-men, um sich rechtlich beraten und, so-weit erforderlich, vertreten zu lassen. ImRahmen dieser Beratungshilfe könnenBerechtigte auch anwaltliche Hilfe beider Formulierung des Widerspruchs er-halten. Wird der Widerspruch abgelehnt,kann für eine Klageerhebung Prozesskos-tenhilfe beantragt werden.

    Wer schon vor der Aufnahmein den Berufsbildungsbereichdie dauerhafte Erwerbsminde-rung feststellen lässt, musssich keine Sorgen machen: Fürdiesen Personenkreis wird dieGrundsicherung bislang weitergewährt. Die Grundsicherungkann ab dem 18. Lebensjahrbeantragt werden.

    GRUNDSICHERUNGVOR AUFNAHMEBEANTRAGEN

    “Das Gericht will ferner demBundesgesetzgeber nicht dieAbsicht unterstellen, sozusagenüber die Hintertür der Neugestalt-ung des Verfahrens in § 45 Satz 3Nr. 3 SGB XII Einsparungen zuerzielen, indem im Verwaltungs-verfahren objektiv unberechtigteAnspruchsablehnungenprovoziert werden.”Aus der Urteilsbegründung des SG Augsburg

    WERKSTATTNews I 9

    Bei einem ablehnenden Widerspruchsbescheid steht Betroffenen der Klageweg offen. Ein erstes Urteil des Sozialgerichts Augsburg bejaht denAnspruch auf Grundsicherung für Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs. Gegen das Urteil wurde mittlerweile Berufung eingelegt.

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    Beratungshilfe nutzen

  • 10 I WERKSTATTNews

    FOLKLORE

    Die Jugendgarde TanzRhythmus Hirschaid legte bei der Faschingsfeier inder Werkstatt Forchheim einen gekonnten Auftritt auf’s Parkett. Bereits einigeTage zuvor waren die Narren der Werkstatt ausgerückt: Als Teilnehmer desForchheimer Faschingszuges.

    Zwischen Schlümpfenund närrischen Weibern

    Von Martin Rossol

    eben dem Auftritt der Jugendgarde,die mit ihren gerne gesehenen Auf-

    tritten für ein Highligt der Faschingsfeiersorgten, war mit Bar, Musik, Tanz undschillernden Kostümen für gute Stimmung

    gesorgt. Den Wettbewerb um das schönsteFaschingskostüm gewannen in diesem JahrSonja Meixner, Walther Eh, KatharinaHeim und Ilham Özcavdar. Die Gewinnererwartete ein Kellerbesuch, der wegen des

    Den Wettbewerb um dasschönste Faschingskostümgewannen Sonja Meixner,

    Walther Eh, Katharina Heimund Ilham Özcavdar.

    ORIGINELLEKOSTÜME

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    Marlene und ihre Kolleginnen der Jugendgarde TanzRhythmus Hirschaid legten in der Hauptwerkstatt einen exzellenten Auftritt auf’s Parkett.

    Wetters freilich erst im Frühjahr eingelöstwerden konnte. Auch am offiziellen Fa-schingszug in Forchheim waren die Werk-stätten, gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Offenen Behin-

    dertenarbeit beteiligt. Zwischen blauenSchlümpfen und närrischen Weibern erin-nerten die Teilnehmer an die aktuellenBaustellen der örtlichen Behindertenhilfe:Werkstatt, Wohnen und Inklusion.

    Gemeinsam mit der OffenenBehindertenarbeit OBA unddem Arbeiter-Samariter-BundASB beteiligten sich die Werk-stätten unter dem Motto „Un-sere Baustellen: Werkstatt,Wohnen, Inklusion“ am Fa-schingsumzug in Forchheim.Ein Video des Zuges findensich auf der Internetseitevon Radio Bamberg.

    FASCHINGSZUGIN FORCHHEIM

  • Dass der Fußball neben dem Sportauch noch andere schöne Ge-schichten schreiben kann, zeigt einBeispiel der Sportvereinigung JahnForchheim. Dort verfolgen zweinicht alltägliche Fans die Spiele -sehr zur Freude der Mannschaft,denen unsere Kollegen MoniSchneider und Bernd Adelmannans Herz gewachsen sind. SebastianBaumann, Redakteur vonanpfiff.info, berichtet von derFreundschaft (“Bei der Trainings-beteiligung sind die beiden die bes-ten“) und vom Auswärtsspiel inAschaffenburg, bei dem sich MoniSchneider alleine auf den Weg ge-macht hat um die Mannschaft zuunterstützen. Den Artikel, den unsder Autor freundlicherweise zuVerfügung gestellt hat, lesen sie aufunserer Homepage. Das Bild untenzeigt die Edelfans mit SpielleiterMesut Kimiz (l.) und Torwarttrai-ner Thomas Oppelt (3.v.l.). red

    Für 40jährige Mitarbeit ausgezeichnet

    WERKSTATTLEBEN

    Vor 40 Jahren, 1978, trat Elisabeth Neubauer (3. von rechts) in dieWerkstätten ein. Seither hat sie in verschiedenen Werkstätten, im altenLandratsamt und im ehemaligen Zweigbetrieb in Oesdorf, an unzäh-ligen Aufträgen mitgearbeitet. Für diese Treue wurde sie jetzt aus-gezeichnet. Michael Burkard dankte der Jubilarin, die sich in der Werk-statt großer Beliebtheit erfreut, für ihre Treue. Ihre vielfältigen Verdien-ste hob Abteilungsleiter Heiner Krier hervor. Oliver Kupfer, in dessenArbeitsgruppe die Jubilarin seit vielen Jahren arbeitet, überreichte einenPräsentkorb. Zahlreiche Gratulanten übermittelten Glückwünsche. red

    Die Edel-Fans derSpVgg Jahn Forchheim

    12 I WERKSTATTNews

    Eine freundliche Zuschrift erreichte uns von Jutta Franke, Inhaberinvon JulRon’s Küchenhandwerk in Oesdorf. Sie beobachte seit geraumerZeit das große Engagement der Lebenshilfe in Forchheim. "Über Face-book habe ich dann Kenntnis von Aktion Lisa bekommen und möchtediese gerne unterstützen", so Jutta Franke. "Wir sind zwar nur einkleines Unternehmen, dennoch helfe ich gerne, die Aktion bekannt zumachen." Aus diesem Grund habe sie bereits das Aktions-Logo aufihren Homepages veröffentlicht. Außerdem würden künftig fünfProzent von jedem verkauften Produkt für die Aktion Lisa beiseite ge-legt und der Betrag am Ende des Jahres der Aktion gespendet. red

    Fünf Prozent für Lisa beiseite gelegt

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  • Theorie und Praxisverständlich vermittelt

    Erstmals haben Nadine Baum, JörgWalsch, Thomas Endres und RolandSendelbeck, Mitarbeiter der Metall-gruppe, das arbeitsbegleitende Ange-bot Teichwirtschaft mit ihrem Grup-penleiter geplant und durchgeführt.Ziel war das Erlernen der Pflegeeines Karpfenteichs sowie des Be-satzes des Weihers mit Karpfen.Zudem wurde auch das notwendigetheoretische Wissen vermittelt, bei-spielsweise über den Aufbau einesTeiches, das Fangen eines Fisches,der fachgerechten Aufzucht derKarpfen bis hin zur Zubereitungeines wohlschmeckenden Menüs. jw

    Der REWE-Markt Tobias Krause organisierte einen Verkauf selbstge-stalteter Kerzen für die Aktion Lisa. Christina Dauer (2.v.l) vom REWE-Markt kam auf die Idee für den Benefiz-Verkauf und übernahm auchgleich dessen Organisation. "Viele Kunden beteiligten sich sehr gerne,und so sind schließlich 350 Euro zusammengekommen", freute sichTobias Krause (l.), Geschäftsführer des REWE-Marktes. red

    Kreative Ideen für Aktion Lisa

    Mit guten Wünschen und Geschenken-wurde Reinhold Lieberth in den wohl-verdienten Ruhestand verabschiedet.Geschäftsleitung und Gruppenleitungdankten für die langjährige Mitarbeitund überreichten Präsente. Auch dieAngehörigen ihrerseits sprachenDankesworte aus: “Reinhold hatte beiEuch das Gefühl ein wertvoller Menschzu sein. Er erlebte Gemeinschaft undZusammenhalt. Vergelt’s Gott!”

    In den Ruhestandverabschiedet

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  • 14 I WERKSTATTNews

    Mitarbeiter der Werkstätten fürjahrzehntelange Treue ausgezeichnet

    Die Planungen für die Modernisie-rung der Hauptwerkstatt am John-F.-Kennedy-Ring nehmen Gestaltan. Der Umzug in die Ausweich-standorte für den ersten Bauab-schnitt wird im Juli beginnen. AlsAusweichwerkstätten dienen dreiMietobjekte in Forchheim. Daserste befindet sich auf dem Be-triebsgelände der Firma Piasten,dort werden zwei Arbeitsgruppeninstalliert. Im alten Blank-Gebäudein der Äußeren Nürnberger Straßewerden zwei weitere Arbeitsgrup-pen eine Bleibe finden, in einemdritten Mietobjekt in der Hain-brunnenstraße werden drei weitereArbeitsgruppen einquartiert. DieVerwaltung wird in den Räumender Außenstelle Schritt für Schrittin der Jahnstraße zu finden sein.Metallbereich, Schreinerei undHolzmontage bleiben während desersten Bauabschnittes in den bishe-rigen Räumen der Werkstatt amKennedy-Ring. Detaillierte Infor-mationen wurden auf dem letztenElternabend bekannt gegeben. red

    Im Rahmen der Weihnachtsfeier der Lebenshilfe Werkstätten in derJahnhalle wurden Mitarbeiter für ihre lange Zugehörigkeit zu denWerkstätten ausgezeichnet. Bereits seit zehn Jahren sind KerstinAmon, Andreas Ertel, Gabriel Fix, Eric Jany, Marco Kramer, ChristineNeubauer, Nina Reh, Stefanie Richter, Anja Roßmark und Markus

    Wölfel in den Werkstätten beschäftigt. Für 25jährigeTreue zum Betrieb wurden Markus Dötzer, Karl-Heinz Erlwein, Tanja Hübschmann und Tanja Lus-tig geehrt. Besondere Erwähnung fanden GertrudDorn und Georg Spörl, die bereits seit 40 Jahren denWerkstätten die Treue halten. GeschäftsführerWolfgang Badura hob die Leistungen der geehrtenMitarbeiter hervor und überreichte Urkunden undPräsente. Hermann Ulm, Vorsitzender der Lebens-hilfe, dankte für die Treue und sprach Glückwün-

    sche aus. Das Bild oben zeigt (von links) Karl-Heinz Erlwein (25 Jahre),Geschäftsführer Wolfgang Badura, Vorsitzenden Hermann Ulm, Mar-kus Dötzer und Tanja Hübschmann (beide 25 Jahre). Das Bild linkszeigt Gertrud Dorn, die für 40jährige Mitarbeit geehrt wurde. red

    WERKSTATTLEBEN

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    Umzug zumersten Bauabschnitt

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  • Viele Sportler haben am Spinning-Marathon des Fitnessclubs Fit undFun Forchheim teilgenommen. "1250 Euro sind für die Aktion Lisa zu-sammengekommen", freut sich Lisa Kupfer (rechts), die für die Organisa-tion der Veranstaltung verantwortlich gewesen ist. "Wir waren selbstüberrascht, wie gut es gelaufen ist. Über 100 Teilnehmer haben sich fürden guten Zweck abgestrampelt." Manfred Schmerer (links), Geschäfts-führer von Fit und Fun, übergab die Spende an Wolfgang Badura. red

    Für den guten Zweck abgestrampelt

    Das Inklusionsprojekt Integra Forchheim firmiert mit neuem Logo.Damit soll die Inklusionsinitiative der Lebenshilfe Werkstätten auchoptisch einen eigenes Markenzeichen bekommen. In Integra Forchheimarbeiten derzeit 25 behinderte Menschen aus den Werkstätten auf Ar-beitsplätzen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts. Im vergangenenJahr konnten drei Mitarbeiter der Werkstätten in sozialversicherte Be-schäftigungsverhältnisse im allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.

    WERKSTATTNews I 15

    Integra Forchheim mit neuem Logo REWE-Markt Tobias Krause oHG350 Euro, Monika Stühler 100 Euro,Hertha Liebert 100 Euro, ReinholdLieberth 100 Euro, Ulrike Schriefer50 Euro, Fit und Fun Forchheim1250 Euro, Oliver Reuber und Sab-ine Schmitt-Reuber 260 Euro, Ver-triebsstelle Endres Hannes Endres50 Euro, Nikl-Bräu Pretzfeld MikeSchmitt 100 Euro, Hellmann Ener-gietechnik Hans-Jörg Hellmann 50Euro, 123 People Michaela Endres100 Euro, Die Fahrschule LeoNeidhard 100 Euro, KatharinaVellguth-Hesselbarth 50 Euro, Ro-land Anders 2000 Euro, Eggolshe-imer Adventsfenster 2017 500 Euro,Thomas Weber 30 Euro, Gesellig-keitsverein Ehrabocha Kerwasbur-schen 250 Euro, Ev.-Luth. Kirch-engemeinde Wannbach 20 Euro,Dr. Julia Koehl 250 Euro, ThomasHossfeld 150 Euro, Erhard Brehm200 Euro, Markus Bauer 200 Euro,Architekturbüro Stephan Schwarz-mann 300 Euro, Keck DSB GmbH30 Euro, Hans und Anneliese Amon200 Euro, KrankengymnastikpraxisGabriele Erlwein-Knetzger 250Euro, Renate Sperber 200 Euro,Gabi Deckert 30 Euro, hier könnteIhr Name stehen, Hornschuch-Klaus-Stiftung 6.325 Euro, BarbaraGradel 100 Euro, Hans Jahl 10 Euro,Susanne Alberth 200 Euro, LinusWittich Medien KG 500 Euro, sowieeinige anonyme Spender.

    Aktion Lisa: VielenDank für die Spenden

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  • "Mehr Demokratie wagen" formulierte Willy Brandt den Leitfaden, derden Bürgern in Deutschland eine Zukunft in Freiheit, Toleranz undWürde garantieren sollte. Heute, rund 50 Jahre später, steht unser Landvor dem demokratischen Ruin: Abschaffung des Sozialstaats, Außer-kraftsetzen der Rechtstaatlichkeit, Niedergang des Parlamentarismus,Militarisierung der Außenpolitik. Dazu das kollektive Versagen dergroßen Medien. Wie konnte es dazu kommen? Willy Wimmer, Parla-mentarischer Staatssekretär a. D., erklärt die Hintergründe dieser Ent-wicklung aus seiner Erfahrung als Experte für Sicherheitspolitik. SeineAnalysen sind gewürzt mit biografischen Anekdoten aus seiner Zeit alsAbgeordneter und ehemaliger Vizepräsident der OSZE. zg

    Buchtipp: Deutschland im Umbruch

    PANORAMA

    Bayern hat das Landespflegegeld beschlossen: Ab September sollenPflegebedürftige, die ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben und min-destens Pflegegrad 2 nachweisen können, einmal jährlich pauschal 1000Euro ausbezahlt bekommen. Die Antragstellung ist ab sofort möglich.Für das derzeit laufende Pflegegeldjahr endet die Antragsfrist am31.12.2018. Ein einmal gestellter Antrag wirkt für die nachfolgendenPflegegeldjahre fort. Das Antragsformular und weitere Informationenfinden Sie auf unserer Homepage (Aktuelles). red

    Bayern beschließt Landespflegegeld

    Trenton McKinley, ein 13jährigerJunge aus den USA, galt nacheinem Unfall als hirntot. Docheinen Tag nachdem seine Elterneiner Organentnahme zugestimmthatten, wachte er wieder auf. Erspricht, läuft, lacht und trifft sogarden Basketballkorb wieder. red

    Das Klinikum Bayreuth hat sichvon zwei Ärzten getrennt, die dieBehandlung von Epilepsie--Pati-enten durch ihre Kollegen kritisierthatten. Die beiden Mediziner hat-ten schwere Vorwürfe gegen dasKrankenhaus erhoben. Im Nord-bayerischen Kurier sprachen sievon falsch befundeten Elektroenze-phalogrammen (EEG), technischenFehlern, von Epilepsie-Kranken,die gar keine seien und von Pati-enten, deren Krankheit nicht er-kannt wurde. Aus Sicht der Ge-schäftsführung ist die Kritik derbeiden Oberärzte unberechtigt. red

    Zweifel anHirntod-Diagnostik

    Ärzte üben Kritik -und werden gefeuert

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    Buchtipp: Deutschland im Umbruch

  • Der Pharmakonzern Roche hat von der US-Gesundheitsbehörde FDAden „Breakthrough“-Status für das orale Arzneimittel Balovaptan erhal-ten. Der Wirkstoff habe das Potenzial, die erste Pharmakotherapie zurVerbesserung der sozialen Interaktion von Menschen mit einer Autis-mus-Spektrum-Störung zu werden. Bei dem Wirkstoff handelt es sichum einen Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten. Mit dem Breakthrough-Status will die FDA die Entwicklung von Arzneimitteln beschleunigen,die wesentliche Vorteile gegenüber bestehenden Therapien in klinischenStudien zeigen. Das berichtet die Deutsche Apotheker Zeitung. red

    Autismus-Wirkstoff mit Potential

    Wie die Bundespolizei mitteilt, hatte ein 34 Jahre alter Bahnreisender imRegionalexpress nach Aschaffenburg einen epileptischen Anfall. DerMann wurde von dem im nächsten Bahnhof wartenden Rettungsdienstversorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort habe der Patient be-merkt, dass sein Smartphone fehle. Die Auswertung der Videoüberwac-hung des Zuges ergab schließlich, dass sich ein 19jähriger über den hil-flosen Mann gebeugt hatte. Doch statt dem Epileptiker zu helfen, tasteteer ihn ab und klaute ihm schließlich das Handy aus der Hosentasche. DerTäter, ein polizeibekannter 19jähriger Afghane, wird sich nun wegenDiebstahls und unterlassener Hilfeleistung verantworten müssen. red

    Epilepsie: Diebstahl statt Erster HilfeBetreuungsrecht: Koalitionkündigt Reform an

    Die Koalition aus CDU, CSU undSPD kündigt im Koalitionsvertrageine Reform des Betreuungsrechts an.Man wolle die Qualität der Betreuungund das Selbstbestimmungsrechtstärken. Für eine angemessene Ver-gütung von Berufsbetreuern wolleman ebenfalls Sorge tragen. red

    Inklusion: Landesrechnungshofbemängelt Defizit in Schulen

    YouTube: Kinder mit Down-Syndrom verzaubern das Netz

    Ein Video von 50 Müttern und ihrenKindern mit Down-Syndrom gehtum die Welt. Der Videoclip mit demTitel „50 Mums, 50 Kids, 1 extraChromosome“ zeigt Mütter, die mitihren Kindern im Auto sitzen undKaraoke „singen“. Mehr als vierMillionen Menschen haben es bereitsauf YouTube gesehen. Anlass warder Welt-Downsyndrom-Tag. red

    Der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein hat massive Defizite bei derUmsetzung der Inklusion an Schles-wig-Holsteins Grundschulen festge-stellt. Es fehlten, so die Präsidentindes Rechnungshofes, Gaby Schäfer,in erheblichem Umfang Lehrer undSonderpädagogen. Statt die Inklusi-onsquote zu erhöhen, müsse erst dieQualität verbessert werden, wofürdie personellen und finanziellen Res-sourcen aber fehlen würden. red

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    WERKSTATTNews I 17

  • Der Mount Everest war einst eine Herausforderung für die besten Berg-steiger. Inzwischen tummeln sich jedes Jahr Hunderte Touristen aufdem höchsten Berg der Welt. Da es immer wieder zu Todesfällenkommt, hatte Nepal neue Sicherheitsregeln beschlossen: Blinden undbeidseitig beinamputierten Bergsteigern wurde die Gipfelbesteigung un-tersagt. Nepals höchstes Gericht hat jetzt jedoch anders entschieden:Blinden oder doppelt amputierten Menschen den Zutritt zum weltweithöchsten Berg zu verwehren, verstoße gegen den Geist der nepalesischenVerfassung, heißt es in der Begründung. Bisher versuchten 29 Berg-steiger mit Behinderungen die Ersteigung des 8848 Meter hohen Gipfels,15 von ihnen schafften es. Zwei kamen ums Leben. red

    Vorsorglich entfernteOrgane geschallt

    Die individuellen Gesundheits-leistungen (IGEL) treiben mitun-ter amüsante Blüten. Die Süd-deutsche Zeitung berichtet voneiner Patientin, welcher dieUltraschall-Vorsorge der Eierstö-cke empfohlen wurde. Jedes Malsagte ihr die Gynäkologin, dieseArt der Krebsvorsorge sei nötig,auch wenn die Krankenkasse dieKosten nicht übernehme. DasProblem dabei: Die 60-Jährigehat gar keine Eierstöcke mehr -die Organe wurden ihr bereitsJahre zuvor entfernt. red

    Fachleute reagieren schockiert auf den bayerischen Entwurf eines neuenPsychiatriegesetzes. Wer in eine Psychiatrie eingewiesen wird, soll inBayern künftig der Polizei gemeldet und in einem Register geführtwerden, mitsamt diversen Patientendaten, unter anderen auch derDiagnosen. Psychisch Kranke, so die breite Kritik, würden dadurchkriminalisiert. Nach massiven Protesten von Ärzten, Fachverbänden undaus der Bevölkerung stellte die Bayerische Staatsregierung in Aussicht,den Entwurf nochmals nachzubessern. red

    Psychiatriegesetz: Der gefährliche Irre

    Mount Everest: Beine nicht erforderlich

    PANORAMA

    18 I WERKSTATTNews

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    Asperger an NS-Verbrechen beteiligt?

    Hans Asperger, österreichischerKinderarzt und Namensgebereiner Form des Autismus, desAsperger-Syndroms, war lauteiner Studie an den Verbrechendes Nationalsozialismus beteiligt:Er soll behinderte Kinder in eineTötungsanstalt überwiesen ha-ben. Das berichtet der HistorikerHerwig Czech von der Medizi-nischen Universität Wien. Asper-ger, der stets als Gegner der NS-Herrscher galt, starb 1980. red

    http://www.verlag-rossol.de/http://www.verlag-rossol.de/http://werkstaetten.lebenshilfe-forchheim.de/werkstatt-news.html

  • Als vor 60 Jahren die Bundesvereinigung Lebenshilfe gegründet wurde,hätten sich Eltern von Kindern mit Behinderung das nicht träumen las-sen: Menschen mit und ohne Behinderung, alte und junge, tanzen ausge-lassen durch die Straßen und stecken alle mit ihrer Lebensfreude an."Hey, Welt!" heißt das Musikvideo, das die Lebenshilfe zu ihrem Jubilä-um herausgebracht hat. Ein Film für alle, die auf's Miteinander stehen.Den Film sowie weitere Informationen zur Kampagne können unsererHomepage (“Aktuelles“) entnommen werden. red

    HerausgeberLebenshilfe Werkstätten Forchheimgemeinnützige GmbHJohn-F.-Kennedy-Ring 27c91301 ForchheimTelefon 09191 6509-0Telefax 09191 6509-190

    RedaktionRedaktion: Martin Rossol (red)V.i.S.d.P.: Wolfgang Badura (ba)eMail: [email protected]: 09191 6509-124Telefax: 09191 6509-190

    Konzept, Satz und LayoutMartin Rossol

    KorrektoratRobert Ulm

    DruckOnlineprinters GmbH91413 Neustadt a. D. Aisch

    Technischer SupportVerlag Martin Rossol91320 Ebermannstadt

    Internetwww.lebenshilfe-werkstaetten.de

    ErscheinungsweiseDie Werkstatt-News berichtet über dieLebenshilfe Werkstätten Forchheim sowie rundum die Themen Inklusion, Teilhabe und Behinderung.Sie erscheint vierteljährlich und ist kostenlos.

    BeiträgeNamentlich gekennzeichnete Beiträge gebendie Meinung der jeweiligen Autoren wieder.Die Werkstatt-News nimmt Beiträge, Leser-zuschriften und Leseranfragen entgegen.

    NewsletterAlle Ausgaben stehen auf der Homepage zumDownload bereit. Die Druckauflage beträgt1500 Exemplare. Zusätzlich erfolgt der Versandals eMail-Newsletter und via Social Media(2250 Impressionen).

    BezugDie Werkstatt-News wird auch als eMail-Newsletterversendet. Möchten Sie in den Verteiler aufgenommenwerden, rufen Sie uns bitte an (Gerlinde Wilhelm,Telefon 09191-6509120) oder schreiben Sie eineeMail an [email protected]

    SpendenWir setzen uns seit über 40 Jahren erfolgreich für dieBelange von Menschen mit Behinderung ein. Unserumfangreiches Leistungsangebot möchten wir erhaltenund ausbauen. Hierzu bitten wir um Ihre Hilfe. IhreSpende ist steuerabzugsfähig.

    SpendenkontenSparkasse ForchheimBLZ 763 510 40Konto 28 787IBAN DE80 7635 1040 0000 0287 87BIC BYLADEM1FOR

    Volksbank ForchheimBLZ 763 910 00Konto 18 635IBAN DE19 7639 1000 0000 0186 35BIC GENODEF1FOH

    AnerkennungDie Lebenshilfe Werkstätten Forchheim sind aner-kannte Werkstatt für behinderte Menschen nach § 142SGB IX und zugelassener Träger nach dem Recht derArbeitsförderung (SGB III).

    IMPRESSUM

    BILD und der rassistische Deutsche:„Sogar die Reifen haben gequietscht“

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    Ein Akteur aus dem Videoclip „Hey Welt!“ der Bundesvereinigung Lebenshilfe

    "Hey Welt!" - Die Lebenshilfe inDeutschland feiert den 60. Geburtstag

    Unter der Headline „Rolli-Fahrerin überfährt Flüchtling“ liefert BILDonline unfreiwillige Satire: „Hinterhältige Attacke mit dem Elektroroll-stuhl! Birgit S. (querschnittgelähmt) überfuhr in Zschertnitz einen21jährigen Flüchtling aus Afghanistan. Mit voller Absicht.“ Damit abernicht genug: „Zeugen berichten, dass sogar die Reifen quietschten.“ red

    http://www.verlag-rossol.de/http://www.verlag-rossol.de/http://werkstaetten.lebenshilfe-forchheim.de/werkstatt-news.html

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