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Deutsche Minderheit in Tschechoslowakei 1918-1938

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Deutsche Minderheit in Tschechoslowakei 1918-1938

Text of Deutsche Minderheit in Tschechoslowakei 1918-1938

Gymnasium F. X. aldy Liberec

Deutsche Abteilung Schuljahr 2011/2012

FacharbeitDie Rolle der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei 1918-1938

Verfasserin: Izabella Melkonyanov, Klasse 5.N Fach: Geschichte Abgabetermin: 6.2.2012

Die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei 1918-1938 1. 2. Einleitung Deutsche und Tschechen

2.1. Vom Mittelalter bis 1918 2.2. Europa nach dem Krieg 2.3. Erste Republik 2.4. Die deutsche Minderheit von 1919 bis 1938 3. 4. 5. 6. 7. 8. Das Mnchner Abkommen Konrad Henlein Fazit Eigene Meinung Quellen Eidesstattliche Erklrung

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1.

Einleitung

In dieser Facharbeit geht es um die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei in der 1. Hlfte des 20. Jahrhunderts. Die Deutschen und Tschechen viele Jahrhunderte gemeinsam gelebt. Aber erst am Anfang des 20. Jahrhundert entstanden ernstere Konflikte. In meiner Facharbeit mchte ich unter anderem auf folgende Fragen eingehen: Warum wollten sich die Deutschen von der Tschechoslowakei trennen? Welche Rolle spielten die Deutschen in der tschechischen Politik? Welche Rolle spielte Konrad Henlein? Ich werde auch hier untersuchen, wie das Mnchner Abkommen die Verhltnisse zwischen den Tschechen und der deutschen Minderheit verndert hat.

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2. 2.1.

Deutsche und Tschechen Deutsche und Tschechen vom Mittelalter bis 1918

In 13. Jahrhundert hat in Bhmen Pemysl Ottokar II. geherrscht. Es war die Zeit des Hochmittelalters. In dieser Zeit hat sich in Europa das Christentum verbreitet, Stdte werden gegrndet und es gab groen Fortschritt auch in der Landwirtschaft. Ottokar II. hat deutsche Kolonisten eingeladen. Die hatten die wichtige Aufgabe, Stdte zu grnden und dann Menschen fr die Besiedlung zu werben. Meistens waren es Gebiete in den Bergen und an den Grenzen. Bis zur Entstehung des Nationalismus in Europa war das Zusammenleben von Deutschen und Tschechen praktisch problemlos. Nach der Franzsische Revolution wurde in jedem europischen Land der Nationalismus geweckt. Am Ende des 18. Jahrhunderts fanden aber auch die Ideen zur Schaffung eines neuen Staates mit neuen Rechten, ohne Unterschied der Hautfarbe, Nationalitt oder Religion Eingang in das Denken. Der Wiener Kongress im Jahre 1815 vereitelte diese Hoffnungen, weil er die Macht der konservativen Herscher befestigte. Das Problem des Nationalstaates versuchte in den Jahren 1848 und 1849 die deutsche Nationalversammlung zu lsen. Die Nationalversammlung traf in der Paulskirche in Frankfurt am Main zusammen. Die Lnder des Deutschen Bundes, zu denen auch Bhmen und Mhren gehrte, sollte das Fderative Deutsche Reich geschaffen. Der 188 der Verfassung garantierte auch nicht-deutschen Nationalitten die sprachliche Gleichberichtigung in der Bildung, Religion, in den inneren Verwaltung und der Justiz. Die Wiener Regierung hat diese Lsung abgelehnt, weil sie forderte, dass alle bestehenden Lnder des Habsburgerreiches in das neue Gemeinwesen bernommen werden sollten. Tschechen und Deutsche in Bhmen, mit Bezugnahme auf die Geschichte des "tschechischen Staatsrechts", wollten in den Gebieten der tschechischen Krone einen Staat mit gemeinsamer Staatsangehrigkeit grnden. Die Menschen, die um den Historiker Franz Palack gruppiert waren, wollten aber, dass in diesem Staat die Tschechen die fhrende

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Position erhielten. Und deshalb begannen auch die tschechischen Deutschen sich zu organisieren, um ihre Interessen zu verteidigen. Zwischen den Jahren 1848 und 1849 begann der nationale Konflikt zwischen Tschechen und Deutschen an Bedeutung zu gewinnen. Keine Projekte des sterreichischen Reichstags auf interne Aufschlsselung nach ethnischen Bereichen konnten umgesetzt werden. Dem half auch die Manahme der Registrierung der Umgangssprache nicht. In der folgenden Zeit wurden groe gesellschaftliche Vernderungen durchgefhrt. Es wurde die Leibeigenschaft aufgehoben und die arme Landbevlkerung begann in die Stdte abzuwandern, wo sie sich mehr Beschftigungsmglichkeiten versprach. Bisher blieb die deutsche berlegenheit in den hheren staatlichen Organen unberhrt. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges, 1914, bestand die Monarchie in der alten nationalpolitischen Struktur. Erste militrische Erfolge sterreichs haben ethnische Konflikte zwischen Tschechen und Deutschen verstrkt, weil die Reichsregierung begann die Tschechen zu unterdrcken, die nicht genug "Patriotismus" zeigten. Dies fhrte zu einer Reaktion der Tschechen, die sich von der sterreichischen Unterdrckung befreien wollten. Auf der anderen Seite formulierten die deutschen nationalen Kreise eine neue Theorie des Staates, nach denen nach dem Krieg das Leben der nicht-deutschen Minderheiten erheblich eingeschrnkt werden sollte. Von 1914 bis 1918 versuchten die tschechischen Exialpolitiker in London, Paris und Washington die Forderungen der Tschechen auf einen selbststndigen Staat durchzusetzen. Thomas G. Masaryk und Edvard Bene gingen 1914 und 1915 ins Exil. Eine demokratische Verheiung des zuknftigen Staates und das Angebot mit tschechischen Freiwilligen die Truppen der Entente zu untersttzen, gewannen die notwendige Untersttzung der alliierten Mchte. Im Jahr 1915 wurde der tschechische Auswrtige Ausschuss gegrndet, in dem auch die Slowaken vertreten waren, die eine unabhngigere Slowakei anstrebten. Am 30.5. 1918 vereinbarte Masaryk mit Vertretern der amerikanischen Slowaken die slowakische Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei.Quellen: Bauer, Franz; Glassl, Horst; Tisc let esko-nmeckch vztah; 2.berichtigte Auflage; Prag; Panevropa Praha; 1995; Hoensch, K. Jrg; Geschichte der tschechoslowakei; 3.berichtigte Auflage; Stuttgart; Verlag W. Kohlhammer, 1992; Richter, Karel; Sudety; Praha; Fajma; 1994;

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2.2.

Europa nach dem Krieg

Die Ententemchte hatten nach dem ersten Weltkrieg keine konkreten Plne fr ein Nachkriegs-Mitteleuropa. Die Anerkennung der Tschechoslowakei als kriegfhrende Partei sollte durch die Errichtung der Tschechischen Legion erreicht werden. Tschechische Plne fr einen unabhngigen Staat werden indirekt durch die Revolution in Ruland untersttzt. Whrend der Kerenski-Regierung zum Beginn des Jahres 1917 kmpfte die Tschechische Legion erfolgreich gegen die Rote Armee. Am 26.6. 1918 anerkannte Frankreich die "tschechoslowakischen Nation" als kriegfhrende Partei und kurz darauf folgt die Anerkennung von England und den USA . Mit diesem Schritt anerkannten die westlichen Alliierten Masaryks Tschechoslowakischen Nationalrat als Regierung. In dem Bemhen, den Zerfall des Reiches abzuwenden, startete der sterreichische Kaiser Karl I. in der Endphase des Krieges eine nationale Initiative. Er entlsst die inhaftierten Fhrer der tschechischen Politik, Kram und Ran, und den bhmischen Deutschen versprach er den Aufbau von deutschen Provinzen. In der Tschechischen Republik unter der Leitung von Karel Kram wurde am 13.7. 1918 das tschechoslowakische Nationalkomitee gegrndet, in der Solidaritt mit den Exil-Politikern rief es am 16.10. 1918 die Republik aus. Kaiser Karl I. unterschrieb es in seinem Manifest bis zum Prinzip der nationalen Selbstbestimmung und die Monarchie wechselte in einen neuen Nationalstaat. Am 21.10. 1918 wurde im sterreichischen Parlament ber die Schaffung von Deutschsterreich entschieden. Die Provinzen der von Deutschen besiedelten Gebiete Nord-und Westbhmen (Deutschbhmen Provinzen) und Nordmhren (Sudetenland Provinz) sollten dazu gehren. Das gesamte Deutsch-sterreich wurde am 12.11.1918 als Teil der deutschen Republik ausgerufen. Die Tschechen lehnten das kaiserliche Manifest ab. Sie akzeptierten Entscheidungen nur in bereinstimmung mit den Siegermchten, die zur Grndung tschechoslowakischen Republik fhrten. Im Versailler Vertrag (28.6. 1918) und St. Germain Vertrag (10.9. 1919) wurde beschlossen, dass das Sudetenland an den tschechoslowakischen Staat angeschlossen wird. Gleichzeitig trat auch der Vertrag ber den Schutz der nationalen Minderheiten in Kraft, den der Vlkerbund garantierte. der

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Quellen: Hoensch, K. Jrg; Geschichte der tschechoslowakei; 3.berichtigte Auflage; Stuttgart; Verlag W. Kohlhammer, 1992; Richter, Karel; Sudety; Praha; Fajma; 1994;

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2.3.

Erste Republik

Erste Republik ist die Bezeichnung fr die Tschechoslowakei im Zeitraum seit seiner Grndung im Jahr 1918 bis dem Mnchener Abkommen von 1938. Die Hauptstadt war Prag. Der erste Prsident war Thomas G. Masaryk. Die Tschechoslowakei bestand aus den Lndern Bhmen, Mhren und Mhrisch-Schlesien, der Slowakei und bis 1939 Karpatenrussland. Der Staat hatte Grenzen zu sterreich, Ungarn, der Ukraine, Rumnien, Polen und Deutschland.

Mape der Tschechoslowakei 1918-1928 Quelle: www.wikimedia.org

In dem 1918 entstandenen Staat bildeten die Tschechen und Slowaken nicht die gesamte Bevlkerung etwa ein Drittel gehrten anderen Nationalitten an. Der Vielvlkerstaat umfasste bei einer Volkszhlung 1921 mit 8,761 Mio. Tschechen und Slowaken auch 3,1 Mio. Deutsche (23 %), die damit die Anzahl der Slowaken berstiegen, sowie groe Minderheiten von Magyaren, Russinen, Ukrainern, Juden und Polen. Das Sudetenland war bis 1945 mehrheitlich deutsch besiedelt. Die Tschechoslowakei wurde als Tschechoslowakische Republik nach dem Zweiten Weltkrieg und den Jahren der deutschen Besatzung als Staat der slawischen Vlker der Tschechen und Slowaken wieder gegrndet. Die Amtssprachen waren Tschechisch und Slowakisch.Quellen: Augusta, Pavel; eskoslovensko 1918-1938; Prag; Albatros; 1992 www.wikipedia.org

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Nationalitten der Tschechoslowakei 1921Gesamteinwohnerzahl Tschechoslowaken Deutsche Ungarn Russen (Grorussen, Ukrainer, Karpatorussen) Juden Auslnder Polen und andere 0,180 Mio. 0,238 Mio. 0,102 Mio. 1,32 % 1,74 % 0,75 % 13,613 Mio. 8,761 Mio. 3,123 Mio. 0,745 Mio. 0,461 Mio. 64,35 % 22,94 % 5,47 % 3,38 %

Quelle: Augusta, Pavel; eskoslovensko 1918-1938; Prag; Albatros; 1992

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2.4.

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