Click here to load reader

Die Verwandlung by Franz Kafka

  • View
    220

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Die Verwandlung by Franz Kafka

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    1/38

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    2/38

    The Project Gutenberg EBook of Die Verwandlung, by Franz Kafka

    This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with

    almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or

    re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included

    with this eBook or online at www.gutenberg.org

    Title: Die Verwandlung

    Author: Franz Kafka

    Release Date: August 21, 2007 [EBook #22367]

    Last Updated: February 7, 2011

    Language: German

    *** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE VERWANDLUNG ***

    Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the OnlineDistributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    3/38

    DIEVERWANDLUNG

    VON

    FRANZ KAFKA

    KURT WOLFF VERLAG

    LEIPZIG

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    4/38

    BCHEREI DER JNGSTE TAG BAND 22/23GEDRUCKT BEI DIETSCH & BRCKNER WEIMAR

    COPYRIGHT KURT WOLFF VERLAG LEIPZIG. 1917

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    5/38

    I.

    A LS Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Trumen erwachte, fand er sich inseinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartigharten Rcken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewlbten, braunen, vonbogenfrmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Hhe sich die Bettdecke, zumgnzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zuseinem sonstigen Umfang klglich dnnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.

    Was ist mit mir geschehen? dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges,nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wnden.ber dem Tisch, auf dem eine auseinandergepackte Musterkollektion von Tuchwarenausgebreitet war Samsa war Reisender , hing das Bild, das er vor kurzem aus einerillustrierten Zeitschrift ausgeschnitten und in einem hbschen, vergoldeten Rahmenuntergebracht hatte. Es stellte eine Dame dar, die, mit einem Pelzhut und einer Pelzboa

    versehen, aufrecht dasa und einen schweren Pelzmuff, in dem ihr ganzer Unterarmverschwunden war, dem Beschauer entgegenhob.Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trbe Wetter man hrte

    Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen machte ihn ganz melancholisch. Wiewre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten verge, dachte er,aber das war gnzlich undurchfhrbar, denn er war gewhnt, auf der rechten Seite zuschlafen, konnte sich aber in seinem gegenwrtigen Zustand nicht in diese Lage bringen. Mitwelcher Kraft er sich auch auf die rechte Seite warf, immer wieder schaukelte er in dieRckenlage zurck. Er versuchte es wohl hundertmal, schlo die Augen, um die zappelndenBeine nicht sehen zu mssen, und lie erst ab, als er in der Seite einen noch nie gefhlten,leichten, dumpfen Schmerz zu fhlen begann.

    Ach Gott, dachte er, was fr einen anstrengenden Beruf habe ich gewhlt! Tag aus,Tag ein auf der Reise. Die geschftlichen Aufregungen sind viel grer, als im eigentlichenGeschft zu Hause, und auerdem ist mir noch diese Plage des Reisens auferlegt, dieSorgen um die Zuganschlsse, das unregelmige, schlechte Essen, ein immerwechselnder, nie andauernder, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr. Der Teufel solldas alles holen! Er fhlte ein leichtes Jucken oben auf dem Bauch; schob sich auf demRcken langsam nher zum Bettpfosten, um den Kopf besser heben zu knnen; fand die

    juckende Stelle, die mit lauter kleinen weien Pnktchen besetzt war, die er nicht zubeurteilen verstand; und wollte mit einem Bein die Stelle betasten, zog es aber gleich zurck,denn bei der Berhrung umwehten ihn Klteschauer.

    Er glitt wieder in seine frhere Lage zurck. Dies frhzeitige Aufstehen, dachte er,macht einen ganz bldsinnig. Der Mensch mu seinen Schlaf haben. Andere Reisendeleben wie Haremsfrauen. Wenn ich zum Beispiel im Laufe des Vormittags ins Gasthauszurckgehe, um die erlangten Auftrge zu berschreiben, sitzen diese Herren erst beimFrhstck. Das sollte ich bei meinem Chef versuchen; ich wrde auf der Stelle hinausfliegen.Wer wei brigens, ob das nicht sehr gut fr mich wre. Wenn ich mich nicht wegen meinerEltern zurckhielte, ich htte lngst gekndigt, ich wre vor den Chef hingetreten und htteihm meine Meinung von Grund des Herzens aus gesagt. Vom Pult htte er fallen mssen! Esist auch eine sonderbare Art, sich auf das Pult zu setzen und von der Hhe herab mit dem

    Angestellten zu reden, der berdies wegen der Schwerhrigkeit des Chefs ganz naheherantreten mu. Nun, die Hoffnung ist noch nicht gnzlich aufgegeben, habe ich einmal das

    Geld beisammen, um die Schuld der Eltern an ihn abzuzahlen es drfte noch fnf bis sechsJahre dauern , mache ich die Sache unbedingt. Dann wird der groe Schnitt gemacht.Vorlufig allerdings mu ich aufstehen, denn mein Zug fhrt um fnf.

    Und er sah zur Weckuhr hinber, die auf dem Kasten tickte. Himmlischer Vater! dachteer, Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwrts, es war sogar halb vorber,es nherte sich schon dreiviertel. Sollte der Wecker nicht gelutet haben? Man sah vom Bett

  • 8/7/2019 Die Verwandlung by Franz Kafka

    6/38

    aus, da er auf vier Uhr richtig eingestellt war; gewi hatte er auch gelutet. Ja, aber war esmglich, dieses mbelerschtternde Luten ruhig zu verschlafen? Nun, ruhig hatte er ja nichtgeschlafen, aber wahrscheinlich desto fester. Was aber sollte er jetzt tun? Der nchste Zugging um sieben Uhr; um den einzuholen, htte er sich unsinnig beeilen mssen, und dieKollektion war noch nicht eingepackt, und er selbst fhlte sich durchaus nicht besondersfrisch und beweglich. Und selbst wenn er den Zug einholte, ein Donnerwetter des Chefs warnicht zu vermeiden, denn der Geschftsdiener hatte beim Fnfuhrzug gewartet und dieMeldung von seiner Versumnis lngst erstattet. Es war eine Kreatur des Chefs, ohne

    Rckgrat und Verstand. Wie nun, wenn er sich krank meldete? Das wre aber uerstpeinlich und verdchtig, denn Gregor war whrend seines fnfjhrigen Dienstes noch nichteinmal krank gewesen. Gewi wrde der Chef mit dem Krankenkassenarzt kommen, wrdeden Eltern wegen des faulen Sohnes Vorwrfe machen und alle Einwnde durch den Hinweisauf den Krankenkassenarzt abschneiden, fr den es ja berhaupt nur ganz gesunde, aberarbeitsscheue Menschen gibt. Und htte er brigens in diesem Falle so ganz unrecht?Gregor fhlte sich tatschlich, abgesehen von einer nach dem langen Schlaf wirklichberflssigen Schlfrigkeit, ganz wohl und hatte sogar einen besonders krftigen Hunger.

    Als er dies alles in grter Eile berlegte, ohne sich entschlieen zu knnen, das Bett zuverlassen gerade schlug der Wecker dreiviertel sieben klopfte es vorsichtig an die Tram Kopfende seines Bettes. Gregor, rief es es war die Mutter , es ist dreiviertel

    sieben. Wolltest du nicht wegfahren? Die sanfte Stimme! Gregor erschrak, als er seineantwortende Stimme hrte, die wohl unverkennbar seine frhere war, in die sich aber, wie vonunten her, ein nicht zu unterdrckendes, schmerzliches Piepsen mischte, das die Wortefrmlich nur im ersten Augenblick in ihrer Deutlichkeit belie, um sie im Nachklang derart zuzerstren, da man nicht wute, ob man recht gehrt hatte. Gregor hatte ausfhrlichantworten und alles erklren wollen, beschrnkte sich aber bei diesen Umstnden darauf, zusagen: Ja, ja, danke, Mutter, ich stehe schon auf. Infolge der Holztr war die Vernderungin Gregors Stimme drauen wohl nicht zu merken, denn die Mutter beruhigte sich mit dieserErklrung und schlrfte davon. Aber durch das kleine Gesprch waren die anderenFamilienmitglieder darauf aufmerksam geworden, da Gregor wider Erwarten noch zuHause war, und schon klopfte an der einen Seitentr der Vater, schwach, aber mit der Faust.Gregor, Gregor, rief er, was ist denn? Und nach einer kleinen Weile mahnte er nochmalsmit tieferer Stimme: Gregor! Gregor! An der anderen Seitentr aber klagte leise dieSchwester: Gregor? Ist dir nicht wohl? Brauchst du etwas? Nach beiden Seiten hinantwortete Gregor: Bin schon fertig, und bemhte sich, durch die sorgfltigste Ausspracheund durch Einschaltung von langen Pausen zwischen den einzelnen Worten seiner Stimmealles Auffallende zu nehmen. Der Vater kehrte auch zu seinem Frhstck zurck, dieSchwester aber flsterte: Gregor, mach auf, ich beschwre dich. Gregor aber dachte garnicht daran aufzumachen, sondern lobte die vom Reisen her bernommene Vorsicht, auch zuHause alle Tren whrend der Nacht zu versperren.

    Zunchst wollte er ruhig und ungestrt aufstehen, sich anziehen und vor allem frhstcken,

    und dann erst das Weitere berlegen, denn, das merkte er wohl, im Bett wrde er mit demNachdenken zu keinem vernnftigen Ende kommen. Er erinnerte sich, schon fters im Bettirgendeinen vielleicht durch ungeschicktes Liegen erzeugten, leichten Schmerz empfunden zuhaben, der sich dann beim Aufstehen als reine Einbildung herausstellte, und er war gespannt,wie sich seine heutigen Vorstellungen allmhlich auflsen wrden. Da die Vernderung derStimme nichts anderes war als der Vorbote einer tchtigen Verkhlung, einer Berufskrankheitder Reisenden, daran zweifelte er nicht im geringsten.

    Die Decke abzuwerfen war ganz einfach; er brauchte sich nur ein wenig aufzublasen undsie fiel von selbst. Aber weiterhin wurde es schwierig, besonders weil er so ungemein breitwar. Er htte Arme und Hnde gebraucht, um sich aufzurichten; statt dessen aber hatte er nurdie vielen Beinchen, die ununterbrochen in der verschiedensten Bewegung waren und die er

    berdies nicht beherrschen konnte. Wollte er eines einmal einknicken, so war es das erste,da er sich streckte; und gelang es ihm endlich, mit diesem Bein das auszufhren, was erwollte, so arbeiteten inzwischen alle anderen, wie freigelassen, in hchster, schm

Search related