Die Welt verändern - Ausgabe 2

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DESCRIPTION

Zwei Dutzend Universitäten, Hochschulen und Akademien, mehr als 59.000 Studierende und zahlreiche öffentliche und private Forschungseinrichtungen machen die Region Stuttgart zu einem herausragenden Hochschul- und Wissenschaftsstandort. Mit Porträts, Meldungen, Infos und vielen unterhaltsamen Elementen steht beim neuen Magazin "Die Welt verändern" die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart im Mittelpunkt.

Text of Die Welt verändern - Ausgabe 2

  • N2Max Lang

    Oscar nominierter RegisseurBrbel Renner

    Beliebte ProfessorinDirk Winter

    Ausgewiesener Pferdekenner

    Karl SchlechtSpendabler Unternehmer

    Frank AllgwerPreisgekrnter Systemtheoretiker

    Elfriede KrgerLeidenschaftliche Lehrerin

    Mohammed Ayman Abou El EzzWeit gereister Doktorand

    Kathrin LehmannStudierende Nationalstrmerin

    AUSGABEJUNI 2011

    die welt verndern.

    typisch Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart.

  • 2Weitere Informationen rund um Studienmglichkeiten, Forschungseinrichtungen und kooperierende Unternehmen in der Region Stuttgart finden Sie in unserem Internetportal:

    www.die-welt-veraendern.de

    +

    2

    Brbel Renner | vom Verlagsbro in den Vorstand der Dualen Hochschule

    Reise ohne Wegweiser Seite 4Frank Allgwer | vom Glcksucher zum renommierten Forscher

    Der dynamischeProfessor Seite 8Kathrin Lehmann | vom Fuballnationalteam zur AKAD in Stuttgart

    Heute Ballmorgen Puck Seite 12Dirk Winter | von der Lneburger Heide zum Pferdeprof in Nrtingen

    Im gestrecktenGalopp Seite 16Karl Schlecht | vom Gipsergesellen zum Global Player

    Der guteHerr Schlecht Seite 20Mohammed Ayman Abou El Ezz | vom Gefrderten zum Geforderten

    Zwischen Neckarund Nil Seite 24Max Lang | von der Filmakademie nach Hollywood

    Der Max und der Oscar Seite 28Elfriede Krger | von der Lernenden zur Lehrenden

    Eine Klassefr sich Seite 32

    Studierende bers Studieren Seite 36Lehre und Forschung in der Region Stuttgart Seite 38Die Region Stuttgart Seite 44Die Hochschul- und Wissenschaftsregion Seite 46Impressum Seite 46

    N2AUSGABE

    JUNI 2011

  • 3Editorial

    s herrscht Aufbruchstimmung an den Univer-sitten und Hochschulen der Region Stutt-

    gart. Wir untersttzen das nach Krften. Im Dezember 2010 wurde die Initiative zur Grndung der Hochschul- und Wissenschaftsregi-on Stuttgart in der Regionalversammlung des Ver-bands Region Stuttgart vorgestellt. Rainer Franke, Professor und Rektor der Hochschule fr Technik Stuttgart, konnte stellvertretend fr die Hochschu-len der Region die Notwendigkeit des Projekts und die groe Bedeutung fr den Standort aufzeigen. Mit der bergabe der ersten Ausgabe des Maga-zins die Welt verndern typisch Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart an die Regionalrte wurde im Rahmen der Versammlung ein erstes, nach auen sichtbares Zeichen gesetzt. Gegen-wrtig steht die Grndung eines Vereins an, die bis zum Sommer vollzogen werden soll. Wir drfen alle Hochschulen, Wissenschaftseinrichtungen, Kam-mern, Verbnde, Gemeinden und Unternehmen der Region herzlich einladen, Mitglied zu werden. Die erste Ausgabe des Magazins ist von den Leserinnen und Lesern sehr gut angenommen wor-den. Viele haben sich gefreut, Portrts erfolgreicher, besonders engagierter oder einfach nur auerge-whnlicher Menschen studieren zu knnen, die al-lesamt aufgrund ihrer Vita mit Hochschulen in der Region verbunden sind. Ergnzt wurden die Portrts durch Informationen zu ausgewhlten Studienange-boten, Kooperationen und interdisziplinren Projek-ten sowie Wissenswertem zum Ballungsraum.

    Jetzt drfen wir Ihnen die zweite Ausgabe dieses anspruchsvollen Magazins prsentieren. Im Mittel-punkt stehen wieder interessante Kpfe, die bei der Lsung globaler Fragen engagiert sind, besondere Projekte verantworten, wissenschaftlich exzellente Leistungen vollbringen und gesellschaftliche Ver-antwortung zeigen. Kurz gesagt: Menschen, die helfen, die Welt zu verndern! Sie sind einfhlsam von Michael Ohnewald portrtiert, von Reiner Pfis-terer auergewhnlich im Bild festgehalten und von Michael Holzapfel kreativ ins Layout gesetzt. Mit Max Lang, einem im Jahr 2011 fr den Os-car nominierten Filmschaffenden des Ludwigsburger Studios Soi, sowie dem gyptischen Studierenden Mohammed Ayman Abou El Ezz haben wir zwei ak-tuell besonders interessante Portrts aufgenommen. In Dirk Winter hat unsere Redaktion den ersten Professor fr Pferdewirtschaft in Deutschland be-sucht; in Frank Allgwer einen renommierten Wis-senschaftler und Leibniz-Preistrger. Neu ist bei der zweiten Ausgabe die Darstellung ausgesuchter Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen des Standorts. Wir wollen dieses Portrtmagazin wei-terentwickeln und deshalb in den nchsten Folgen zudem Platz schaffen fr Forschungsinstitute von Firmen in der Region Stuttgart. Wer gerne dabei wre, mge uns Bescheid geben. Wir wnschen Ihnen viel Freude mit der zwei-ten Ausgabe unseres Magazins. Lassen Sie uns weiter gemeinsam versuchen, in vielen kleinen und groen Schritten die Welt zu verndern!

    e

    Dr. Walter RoggGeschftsfhrer

    Wirtschaftsfrderung

    Region Stuttgart GmbH

    Thomas S. BoppVorsitzender

    Verband Region

    Stuttgart

    DIE WELT VERNDERN.

  • 44

  • 5FORTSETZUNG

    DIE WELT VERNDERN.

    s gibt Geschichten, die mit einer Frage be-ginnen mssen. Diese ist so eine. Die Frage

    lautet: Wie fhrt man ein ausgeflltes Leben? Georg Christoph Lichtenberg, ein Philosoph vor dem Herrn, der in seinen Sudelbchern so man-chen klugen Rat unter die Leute brachte, wusste zwei Mglichkeiten. Die erste bestehe darin, dass man die beiden Punkte geboren und gestorben weiter voneinander bringt und also den Weg ln-ger macht. Die zweite knne darin liegen, dass man sich in sein biologisches Schicksal fgt und die bei-den Punkte stehen lsst, wo Gott will, dabei aber den Schritt verlangsamt, was einem gleichfalls den Eindruck vermittle, lnger auf Erden zu sein. Brbel Renner kennt noch eine dritte Mglich-keit. Sie fgt sich zwar dem biologischen Schicksal, bringt aber mglichst viel Leben zwischen die bei-den Punkte. Schaut man sich an, was die Frau so alles treibt, scheint ihr das recht gut zu gelingen. Mutter, Professorin, Verbandsfunktionrin, Jurorin, Dialektpflegerin. Anderen wrde es schwindelig werden. Ihr nicht. Es macht mir nichts aus, viele Dinge gleichzeitig zu machen, sagt sie. Ein Vormittag in Stuttgart. Brbel Renner sitzt an einem unspektakulren Schreibtisch. Ein Compu-ter, eine Flasche Wasser, ein Schild. Ich muss weg! Drauen auf den Gehwegen schlendern Studenten vorbei. Drinnen erzhlt eine Erfolgreiche von ihrem ganz persnlichen Pfad, auf dem es keine Wegwei-ser gab. Dass ich einmal hier landen wrde, sagt Brbel Renner, htte ich nie gedacht. Es ist ein langer Marsch, der vor fnfzig Jahren auf der Ostalb beginnt und ber so manche Bo-denwelle fhrt. Brbel Renner kommt am 1. Januar 1961 in Ellwangen zur Welt. Der Vater arbeitet bei Bosch, die Mutter fhrt einen Familienbetrieb fr Holzwaren. Es gibt dort Weinbergpfhle, Jgerzu-ne und eine emanzipierte Chefin, die ihren Kindern vorlebt, dass man einiges hinkriegen kann, wenn man sich gut organisiert. Mit Bruder und Schwester wchst Brbel Ren-ner in einer katholischen Gegend auf, in der man als Protestantin nicht ganz der Norm entspricht. Auf dem Peutinger Gymnasium lernt sie, dass es A-Klas-sen und B-Klassen gibt. A bedeutet katholisch. B heit evangelisch. Eins a ist das Brbele immerhin als Funkenmariechen und Gardemdchen, allerdings nur vom elften Elften bis zum Aschermittwoch. Nach dem Abitur studiert sie Germanistik und Geschichte in Tbingen und Wien. Ihr Ziel ist nicht das Lehrerpult, sondern ein literarischer Verlag. Versehen mit der reichen Aussteuer eines scharfen Verstands, heuert Brbel Renner nach dem Staats-examen in Niedersachsen als Redakteurin fr Ge-sellschaftswissenschaften an. Wie das ihre Art ist,

    bringt sie sich leidenschaftlich ein, wenn es darum geht, Publikationen fr Geschichte und Politik auf einen Weg zu bringen, der jetzt ihrer ist. Bei die-sem Job habe ich erlebt, welchen Einfluss die jewei-lige Landesregierung ber offizielle Genehmigungs-verfahren auf den Inhalt von Schulbchern nahm, sagt sie im Rckblick. In den Geschichtsbchern von NRW mussten berall Frauen auf der Bhne erscheinen, in Bayern waren dagegen ausfhrliche Kapitel ber Franz Josef Strau erwnscht. Ihre eigene landsmannschaftliche Herkunft verleugnet die Neue im Verlag nicht. Dies belegt eine Anekdote, die den Vorteil hat, wahr zu sein. Wenn sie mit schwbischem Zungenschlag mit Autoren aus dem Sdwesten telefoniert, kommen nicht selten Kollegen auf dem Flur zum Akustik-event zusammen und horchen vor ihrem Zimmer. Schnell kommt, die Brbel telefoniert wieder! Zu Hause sprechen alle so, auch Wolfgang Henler, den sie seit dem ersten Semester in Tbin-gen kennt. Der Lehrer ist die groe Liebe. Seinet-wegen entschliet sich die Reisende, beruflich die Rckfahrkarte zu lsen. Auch in Stuttgart werden schlielich gute Bcher gemacht. Brbel Renner bernimmt die Lektoratslei-tung des Theiss Verlags. Als der Betrieb umstruk-turiert wird, grndet sie ein eigenes Verlagsbro. An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser, hat Charly Chaplin einmal gesagt. Es dauert nicht lange, bis die nchste Gabe-lung vor ihr auftaucht. Der Hampp Verlag bietet ihr eine leitende Position an. Brbel Renner sagt zu und betreut unter anderem einen Bildband ber die 50 besten Kche in Deutschland. Als das Buch vorgestellt wird, gibt es standesgem ein kleines Men. Es umfasst 17 Gnge, was an der topfigrlichen Verlagsmanagerin keine Spuren hinterlassen hat. Wer sich in solchen Gesellschaften bewegt, kennt sich aus mit Manieren und mit Menschen, die keine haben. Eines Tages entsteht die Idee fr ein neues Buch, das zum Bestseller wird: Vorsicht , Fettnpfchen! Auch sonst fehlt es ihr nicht an Be-gegnungen der besonderen Art. Brbel Renner lernt Walter Schulthei kennen und betreut die Biografie des Schauspielers ebenso wie publizistische Werke des Dbel-Erfinders Artur Fischer. Heute Stern, morgen schnuppe. So geht es oft zu in dieser Bran-che. Brbel Renner hlt es anders. Mit vielen ihrer Autoren ist sie bis heute verbunden.

    Mit 15 war sie Funkenmariechen,

    mit 35 verlegte sie Bcher,

    mit 45 wurde sie Professorin an

    der Dualen Hochschule Baden-

    Wrtte