Die Zweite Stimme Magazin

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Zweite Stimme

Text of Die Zweite Stimme Magazin

  • Das Magazin zum thema Eierstockkrebs

    In Kooperation mit dem Europischen Kompetenzzentrum fr Eierstockkrebs (EKZE)Charit / Campus Virchow-Klinikum

    Schwerpunktthema

    BAucHWASSErSucHt BEI EIErStOcKKrEBSExpertenrat Prof. Dr. Sehouli

    Aus dem Leben fr das Leben

    cArOLIN MASurKArIM SEBAStIAN ELIAS

    Die zweite Stimme

    DEr FILM

    Jahrgang 1 | 2010 | Ausgabe 1 | Stiftung Eierstockkrebs | www.stiftung-eierstockkrebs.de

    Die zweite Stimme

  • 2 Die zweite Stimme 01-2010 3Die zweite Stimme 01-2010

    Mut machen!

    Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

    Information und Wissen sind die besten Waffen gegen die Angst!

    Liebe Patientinnen, pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 8.000 Frauen an Ei-erstockkrebs (Ovarialkarzinom). Bedauerlicherweise wird die Erkrankung bei der Mehrzahl der Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, was die Chancen auf vollstndige Gesundung reduziert. Den betroffenen Frauen steht dann eine Zeit intensiver Therapien bevor, die oft von schweren Nebenerscheinungen und letztendlich auch von der mentalen Last, die eine schwere Erkrankung immer darstellt, berschattet wird.

    Wir mchten Ihnen Mut machen! Die Heilungschancen bei Eierstockkrebs sind in den letzten Jahren gestiegen und wir sind optimistisch, dass unsere intensive Forschungs- und Studienarbeit auch zuknftig zu einer Verbesserung der Prognose von Patientinnen mit Ovarialkarzinom fhren wird. In diesem Newsletter, der vier-teljhrlich erscheinen wird, wollen wir ber internationa-le Forschungsergebnisse berichten und Sie regelmig am Fortschritt teilhaben lassen. Darber hinaus greifen wir in-nerhalb eines Schwerpunktthemas einen Aspekt der Erkran-kung Eierstockkrebs heraus sei es nun ein bestimmtes Therapieverfahren, eine unerwnschte Nebenwirkung der Therapie oder eine fr Betroffene relevante psychologische Fragestellung und beleuchten dieses Thema intensiv fr Sie. Wir lassen auch Betroffene und Selbsthilfegruppen zu Wort kommen und geben Ihnen praktische Tipps, die helfen knnen, Beschwerden zu erleichtern.

    Ziel der Stiftung Eierstockkrebs ist es u.a., Ihnen regelmig fundierte, aktuelle Informationen zum Thema Eierstockkrebs zu geben und Ihnen jngste Forschungsergebnisse nahezu-bringen. Das machen wir mit diesem Newsletter, aber auch mit anderen Medien (z.B. unserer Internetseite www.stif-tung-eierstockkrebs.de oder unserem Informationsfilm Die zweite Stimme, siehe auch S. 10). Denn Information und Wissen sind die besten Waffen gegen die Angst. Wir hoffen, Sie dadurch ein Stck durch die Erkrankung be-gleiten und untersttzen zu knnen.

    Mit besten Wnschen

    Prof. Dr. med. Jalid SehouliPrsident der Stiftung Eierstockkrebs

    Neue Zeitschrift

    Die zweite Stimme

    Das Magazin zum thema Eierstockkrebs

    Mglicherweise sind Sie gerade ber den Titel dieses Magazins gestolpert und haben sich gewundert. Die zweite Stimme? Was hat denn das mit Eierstockkrebs zu tun?Die zweite Stimme ist eine Metapher fr einen neuen, intensiven und gleichermaen durch Hoffnung geprg-ten Lebensabschnitt, der mit der Diagnose Eierstockkrebs, Bauchfellkrebs oder Eileiterkrebs beginnt. Diese Diagnose stellt eine tiefe Zsur im Leben einer Frau dar. Angst, Ver-zweiflung, Hoffnung und Zuversicht wechseln sich ab nicht, ohne Spuren zu hinterlassen: Die zweite Stimme ist anders als die erste, sie ist reifer, tiefgrndiger, kraftvoller und durchdringender. Die zweite Stimme ist eine Meta-pher fr das zweite Leben, fr das Trotzdem, Jetzt erst recht und das Danach.Geprgt wurde die Metapher Die zweite Stimme durch die Sngerin und Patientin Carolin Masur, die whrend der Therapie des Eierstockkrebses im ganz wrtlichen Sinne ihre Stimme verlor und sie wieder neu finden muss-te. Mit der zweiten Stimme ist sie nun ebenso erfolg-reich wie zuvor. Aber auch andere Patientinnen finden durch die Erkrankung eine neue, eine zweite Stimme. Sie (er-)leben intensiver und bewusster, lsen sich von vermeintlichen Zwngen und setzen neue Prioritten. Oft ndert die Erkrankung das Leben entscheidend und zwar in eine positive Richtung! Das illustriert auch der aussergewhnliche Informations-film Die zweite Stimme, der vier Frauen mit Eierstock-krebs begleitet. Dieser Film entstand auf einer Initiative von Professor Jalid Sehouli aus Berlin und einer Koope-ration des Europischen Kompetenzzentrum fr Eier-stockkrebs an der Berliner Charit und der Stiftung Eier-stockkrebs, die sich als Hauptziele die Untersttzung von Projekten zur Information, Aufklrung und Forschung gesetzt hat. Diese exklusive Zeitschrift, die vierteljhrlich erscheint, in-formiert detailliert und aktuell zu den Themen Eierstock-krebs, Bauchfell- und Eileiterkrebs und kann Sie und Ihre Angehrigen im Umgang mit der Erkrankung unterstt-zen. In jeder Ausgabe stellen wir Ihnen Frauen vor, die mit einer dieser Erkrankungen leben und die jede auf ihre ganz individuelle Weise ihre zweite Stimme gefunden haben. Und natrlich lassen wir auch prominente Per-snlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft oder Politik zu Wort kommen, die sich fr die Ziele der Stiftung Eierstockkrebs einsetzen und Projekte der Stiftung aktiv untersttzen (in dieser Ausgabe: Filmmusiker Karim Sebastian Elias, der pro bono die Musik zu dem Film Die zweite Stimme komponierte, siehe S. 10).Wir mchten mit der Zeitschrift Informationen, Hoffnung und Lebensfreude transportieren und Ihnen so helfen, Ihre eigene zweite Stimme zu finden!

    Bauchwassersucht / AszitesEine hufige Begleiterscheinung von Eierstockkrebs

    Erst durch das Bauchwasser wurde mein Eierstockkrebs diagnostiziert

    Ich bin heute 62 Jahre und habe zwei Shne und fnf Enkelkinder. Ich war Zeit meines Lebens eine ak-tive und gesunde Frau bis mir im Jahr 2005 die schockierende Diagno-se Eierstockkrebs mitgeteilt wurde. Seitdem hat sich mein Leben komplett verndert. Aber neben viel Kummer habe ich auch sehr viel Schnes und Gutes erfahren!Bereits Mitte 2004 hatte ich leich-te Unterleibsbeschwerden, zudem hufig auch Rckenschmerzen und Verdauungsprobleme. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, aber als die Beschwerden dann strker wurden, ging ich zum Hausarzt. Der empfahl mir, mich gesnder zu ernhren und verschrieb mir etwas gegen eine Ma-genverstimmung. Allerdings nderte sich dadurch nicht viel. Die Beschwerden wurden nicht wirklich besser, ich wollte aber auch nicht als Hypochonder gelten und

    versuchte, mich zusammenzureien. Ein paar Wochen spter schwoll mein Bauch immer mehr an, und ich be-kam auch Probleme mit dem Essen. Bereits nach ein paar Happen wurde mir bel, ich fhlte mich aufgeblht und voll. Meine Familie machte schon Witzchen ber Schwangerschaft im Rentenalter, whrend ich noch ver-suchte, mit Gymnastik dagegen anzu-kmpfen soweit das meine Mdig-keit und Abgeschlagenheit zulie. Ich ging dann zu meinem Frauenarzt, weil die Unterleibsbeschwerden strker ge-worden waren, ich oft richtige Bauch-krmpfe hatte und sich dazu noch ein Brennen in der Blase beim Wasserlas-sen gesellt hatte. Auerdem fhlte ich mich abgeschlagen und mde. Die normale Untersuchung lieferte aber keinerlei Befund, der auf eine ernst-hafte Erkrankung hindeute auch der Scheiden-Abstrich war in Ordnung. Doch mein Frauenarzt erkannte in der

    Ultraschalluntersuchung etwas Bauch-wasser und eine hckrige Raumfor-derung im Bereich des Eierstocks. Ich musste dann in eine Rhre namens CT. Das Ergebnis war schockierend ich hatte Eierstockkrebs und es hatten sich schon Absiedlungen im ganzen Bauch gebildet.Dann ging alles sehr schnell: Ich kam ins Krankenhaus und wurde operiert. Das habe an sich sehr gut berstanden, auch die Chemothe-rapien, die ich erhalten habe, habe ich relativ gut vertragen, viel besser als ich und meine Angehrigen und Freunde gedacht hatten!Mir als Krebspatientin ist es sehr wich-tig, dass ich stets informiert und auf-geklrt werde, sowohl ber die Mg-lichkeiten als auch ber Risiken der Therapie, dann ist man (Frau) viel bes-ser vorbereitet! Am Anfang war ich zu geschockt, um Fragen zu stellen, heu-te hre ich gar nicht mehr auf damit Information gibt mir Sicherheit!

    Erfahrungsbericht einer Betroffenen

    Wenn sich grere Mengen an Fls-sigkeit in der Bauchhhle sammeln, spricht man von Aszites oder auch Bauchwassersucht. Die Flssigkeit kann zur Gewichtszunahme, Bauch-schwellung (der Taillenumfang nimmt deutlich zu), Vllegefhl, Verdau-ungsproblemen, belkeit und Erbre-chen und mitunter auch zu Schwel-lungen an den Beinen mit der Bildung

    Information und Aufklrung

    Was ist Aszites?

    Editorial

    von Lymphstau (demen) fhren. Das abnorme Bauchwasser (Aszites) kann bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Etwa jeder zehnte Aszites-Fall ist krebsbedingt, hufig sind gas-trointestinale Tumoren oder aber Ei-erstockkrebs (Ovarialkarzinom) oder Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinom) die Ursache von Aszites. Man spricht dann von einem malignen Aszites,

    wenn das Bauchwasser aufgrund ei-ner Krebserkrankung auftritt. Meist lassen sich im Bauchwasser bestimm-te Krebszellen nachweisen. Der Nach-weis lsst sich z.B. ber eine Punktion mit Untersuchung des Bauchwassers (Zytologie) erbringen. Das Bauchwas-ser wird meist auch in der Ultraschall-untersuchung oder Computertomo-graphie (CT) erkannt.

    Schwerpunktthema

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    olia

  • 4 Die zweite Stimme 01-2010 5Die zweite Stimme 01-2010

    Wie entsteht bei Eierstockkrebs das bermige Bauchwasser?Bauchwasser wird generell von dem sogenannten Bauchfell und den Bauchorganen gebildet und ber fei-ne Lymphbahnen in den Blutkreislauf geleitet. Verschiedene Erkrankungen knnen diesen normalen Kreislauf der Wasserproduktion im Bauchraum und die Wiederaufnahme des Bauch-wassers in den Blutkreislauf stren.Nicht nur beim Bauchfellkrebs, son-dern auch beim Eierstock- und Eilei-terkrebs ist hufig das Bauchfell von Tumorzellen befallen, wodurch die Lymphbahnen des Bauchfells v