(ebook-german) Pilze

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psilocybinhaltigen Pilze

Quelle: Brockhaus Biologie Ronald Rippchen: "Zauberpilze" Dr. V. Kindt: "Speisepilze selbst angebaut" VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin

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Die Pilze, die hier betrachtet werden sollen gehren zu den Stnderpi lzen. Basidiomycetes, eine Klasse der Pilze, die sich durch die Ausbildung eines typischen Sporenstnders (Sporangium), der Basidie, kennzeichnet. Sie haben meit ein gut ausgebildetes, ausdauerndes Mycel, das aus vielen septierten, chitinhaltigen Hyphen besteht, deren Querwnde tonnenfrmige Tpfel (doliporus) aufweisen, die auf beiden Seiten von einem Parenthosom bedeckt sind. Die ungeschlechtliche Vermehrung ist bei den meiten Arten nicht so stark ausgeprgt wie bei den Schlauchpilzen. Dafr ist die geschlechtliche Fortpflanzung sehr einheitlich und charakteristisch fr alle Stnderpilze. Typisch ist dabei die vllige Unterdrckung von Geschlechtsorganen; dabei bleibt jedoch die Sexualitt erhalten, da die Basidiosporen verschiedengeschlechtlich sind und sich auf die aus ihnen entstehenden Hyphen, die einkernige Zellen aufweisen, bertrgt. Diese haploide Phase, die dem Gametophyten entspricht, ist bei den Stnderpilzen relativ kurz. Sobald sich nmlich zwei verschiedengeschlechtliche Hyphen nhern, findet eine Zellverschmelzung (somatogamie) statt. Die Kerne vereinigen sich jedoch noch nicht, und es kann eine sehr lange Paarkernphase (Dikaryophase) des Mycels auftreten. Am Paarkernmycel der Stnderpilze erfolgt jede Zellteilung unter sogenannter Schnallenbildung. Dieses Schnallenmycel kann praktisch unbegrenzt weitervermehrt werden, und es bildet unter bisher ungeklrten Bedingungen Fruchtkrper aus. Im Gegensatz zu den Schlauchpilzen wird bei Stnderpilze der Fruchtkrper vom Dikaryotischen Mycel ausgebildet. Bei rckgebildeten Gruppen knnen die Fruchtkrper auch fehlen. Die Kernverschmelzung (Karyogamie) geschieht erst in der Basidie, die an ihrer Spitze nach der Reduktionsteilung meist vier endogen angelegte Sporen durch Sprossung abschnrt. Diese Basidiosporen stehen auf kleinen Stielchen, den Sterigmen. Die Stnderpilze werden in zwei Unterklassen eingeteilt, die Phragmobasidiomycetidae, von denen fast keiner einen Fruchtkrper ausbildet und die Holobasidiomycetidae, zu der fast alle der uns bekannten Speise- und Giftpilze gehren. Sie bilden fast alle ein ausdauerndes Mycel und einen ausgeprgten Fruchtkrper aus, nach dem die einzelnen Untergruppierungen dann auch sortiert sind. Hier soll vor allem die Unterordnung der Agaricales (Bltterpilze, Hutpilze) interessieren. Diese Unterordung enthlt die meisten der uns bekannten Speise- und Giftpilze. Sie zeichnet sich durch einen gestielten Fruchtkrper mit Hutfrmiger Kappe aus, an deren Unterseite sich das nicht nach und nach, sondern auf einmal angelegte Hymenium befindet. Es berzieht meit radial stehende Lamellen (Bltterpilze im engeren Sinne) oder bekleidet die inneren Wandungen von Rhren, die zu vielen zu einer leicht ablsbaren Fruchtschicht vereinigt sind, und porenartige ffungen aufweisen (Rhrenpilze). Bei den meiten Vertretern ist an den jungen Fruchtkrpern der Hutrand mit dem Stiel verwachsen und bildet ein Velum partiale,wodurch das sich darunter befindliche Hymenium erst bei Streckung des Hutes freigelegt wird. Das Velum bleibt als Ring oder als Schleier am Stiel zurck, es kann aber auch ganz verschwinden. Einige Arten haben ein Velum universale, das Hut und Stiel ganz einhllt. Viele der hierher gehrenden Pilze sind ausgesprochene Mycorrhizabildner und im Vorkommen an bestimmte Partner, meite Laub- und Nadelbume, gebunden.

Ein Pilz besteht also aus dem Mycel und dem Fruchtkrper (das was gemeinhin als Pilz bezeichnet wird). Das Mycel selbst ist der vegetative Hauptteil des Pilzes, das geht sogar soweit, da das grte Lebewesen der Erde ein Pilz ist. In Kalifornien wurde ein Pilz (Hallimasch) als

einzelnes Lebewesen identifiziert, der ber eine Flche von etwas mehr als 15ha verteilt lebt und ein geschtztes Gewicht von 10 Tonnen hat. Sein Lebensalter wird auf ca. 1500 Jahre beziffert. Bei entsprechender Witterung kommt es dann vor, dass aus dem Mycel einzelne Verdickungen heranwachsen, die sich sehr schnell zu groen Fruchtkrpern ausbilden, den Pilzen (umgangssprachlich). Diese Fruchtkrper enthalten an der Unterseite Sporen (liegen auf den Oberflchen der Lamellen oder des Rhrenschwammes), die unter gnstigen Bedingungen wieder neue Pilze hervorbringen. Jeder Fruchtkrper enthlt mehrere hundert Millionen Sporen. Treffen sich nach dem Keimen der Sporen die Mycelien zweier solcher Sporen, so befruchten die sich, und es entsteht aus zwei monocaryoten Mycelien ein dicaryotes Mycel, welches unbegrenzt weitervermehrungsfhig und Fruchtungsfhig ist. Das monocaryote Mycel wrde recht schnell eingehen. Pilze enthalten kein Blattgrn, sie sind also nicht zu einer Photosynthese fhig, brauchen also organische Materie um zu leben. Deshalb findet man Pilze auch auf solchen Standorten, wo reichlich davon anzutreffen ist: auf Mist, vermoderten oder frisch abgestorbenem Laub und Holz, manchmal sogar als Parasiten auf lebenden Organismen wie Bumen oder auch Tieren. Der Fupilz oder einige Baumilze sind da schne Beispiele. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwnt, dass Pilze sowohl biologisch als auch wissenschaftlich nicht zu den Pflanzen gehren (das Wissen ber diesen Fakt ist in der Biologie seit Mitte der 70er Jahre allgemein anerkannt), was in Hinblick auf die, seit 01. 02. 1998 gltige nderungsverordnung des BtMG wichtig sein knnte. Es gibt zwei Arten von psychoaktiven Pilzen: einmal die Pilze der Amanitagruppe und dann noch die psilocybin- und psilocinhaltigen Pilze. Zu letzterer gehren einige Pilze der Gattungen Psilocybe, Panaeolus, Pluteus, Inocybe, Conocybe und Gymnopilus. Die Aktiven Arten der letzten beiden Gruppen sind in Europa nicht anzutreffen, die erste Gruppe bildet die in Europa am hufigsten vorkommende Gruppe psychoaktiver Pilze.

Die wichtigsten, und auf dem Schwarzmarkt am hufigsten angebotenen, Arten im Einzelnen:

Psilocybe semilanceata;Der "Spitzkeglige Kahlkopf" ist die hufigste Psilocybin bildende Art Europas, und auch gleichzeitig eine der potentesten. Der Psilocybingehalt liegt bei 0,8 bis 1 % der Trockenmasse.o

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Hut: 0,5-1,5 cm breit, typisch spitzkeglig, im Alter z.T. ausgebreitet und dann weniger charakteristisch aussehend, meit mit Buckel, der sehr oft spitz ausgeprgt ist, bei Nsse braun, ockerfarben austrocknend, feucht klebrig mit leicht abziehbarer Oberhaut, kann in durchntem Zustand leicht blaufleckig sein. Lamellen: zunchst lehmbraun, spter dunkel rostbraun, aufsteigend angeheftet. Fleisch: sehr dnnfleischig, bleich bis chremefarben, mild. Stiel: wei bis chremefarben, elastisch und fast immer gewellt, Basis oft blulich, bei Druck verfrbung des unteren Teils meist innerhalb einer Stunde, nicht alle Pilze verfrben jedoch aus diese Weise, somit ist dies kein verllicher Hinweis auf diese Art. Sporen: ellipsoid, glatt, dickwandig, 12-16 x 6-8 m, der Sporenstaub ist dunkelbraun. Vorkommen: zerstreut, an einzelnen Standorten hufig vorkommend, sehr gehufte Fruchtungsneigung (steht meit in Gruppen) auf feuchten Wiesen und Schneisen am Wald, auch an Wegrndern und gedngten Wiesen (kein Kunstdnger, das vertragen die nicht) in der Zeit von August bis September berall in Europa, besonders in Schottland, Wales und Norwegen, jedoch auch in Deutschland hufiger.

Stropharia cubensis;Wird auch mexikanischer Zauberpilz genannt und kommt natrlich in subtropischen Regionen vor. Durch Einschleppung sind jedoch auch in Europa Funde mglich, doch sehr unwahrscheinlich. Diese Pilzsorte wird jedoch heufig gezchtet. Der Nebenname "cubensis" bezeichnet den erstfubndort fr Europer, nmlich Cuba. Der Psilocybingehalt schwankt etwas, leigt aber im Mittel bei 0,8 bis 0,9 % der Trockenmasse. Vorkommen: Sdliche USA, Mittelamerika, wchst in der Natur auf Mist. Bei uns wird er knstlich auf Substrat unter Heimlaborbedingungen angebaut. o Hut: Gre 1 bis 8 cm, Farbe bla gelblich, spter brunlich. Form jung keglich, spter glockig, im Alter konvex (nach aben gebogener Rand), schmierig glatte Oberflche. o Lamellen: grau bis grau-violett, weiliche Kanten, adnat bis adnex angeordnet. o Fleisch: fest und weilich, luft bei Verletzung blau an.o

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Stiel: 4 bis 15 cm lang, 0,4 bis 1 cm dick. Gleichmige Dicke, an der Basis jedoch etwas strker. Farbe wei, bei Verletzung ebenfalls blau anlaufend. Reste des Velums sind als weier Ring zu sehen. Oberflche glatt und trocken. o Sporen: purpur bis braun, 10-17 x 7-10 m, elliptisch bis Oval, dickwandig. o Vorkommen: In tropischen und subtropischen Gebieten auf Weiden, meit auf Kuhdung. In Europa keine natrlichen Fundorte bekannt.

Psilocybe cyanescens wakefield;Der "Blaufrbende Kahlkopf" ist ein etwas leichter zu zchtender Pilz als Cubensis, da er auch erfolgreich im Freiland angebaut werden kann und dort recht pflegeleicht ist. Der Psilocybingehalt schwankt, kann aber bei Psilocybe cyanescens Wakefield bis zu 2% der Trockenmasse betragen.o

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Hut: 2-5 cm, anfangs gewlbt, spter flach ausgebreitet, eventuell nach oben unregelmig verbogen, bei Nsse braun, nach milchkaffefarben austrocknend, Hte alter Fruchtkrper meit mit blauen Flecken, junge Fruchtkrper verfrben in frischem Zustand bei Druck oder Verletzung schnell blaugrn bis reinblau. Lamellen: bla ockerbrunlich und spter dunkelbraun, schwach ausgebuchtet und kurz herablaufend, Blaufleckigkeit mglich. Fleisch: