Ebook lernstories

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Text of Ebook lernstories

  • Lernstories oder mit Kindern ber Lernen sprechen

    Theorie

    Lerngeschichten

    Handlungsanleitungen

    Autoren und Autorinnen: Studierende der PH FHNW, Brugg Windisch, 2014 Begleitung: Brigitta Pfffli und Stephan Bruelhart

  • Vorwort

    Liebe Leserin, lieber Leser Knnen Kinder Lernen verstehen, beispielsweise . was sich dabei im Kopf abspielt, . warum ben so wichtig ist, . dass auch spielen zum Lernen gehrt, . warum es nicht immer auf Anhieb klappt, . warum eine gute Stimmung wichtig ist, . warum es in Gruppen nicht immer luft ? In diesem E Book zeigen Ihnen 26 Studierende der PH FHNW, dass sie ausgewhlte Lernkonzepte Kindern, und wohl auch Eltern, verstndlich und ansprechend darlegen knnen. Sie finden zu sechs Themenbereichen aktuelle theoretische berlegungen und ausgewhlte Forschungsergebnisse, eine dazu passende, stufengerechte Geschichte und Anleitungen fr die Schulpraxis. Hinter dieser Arbeit steckt viel. Die Studierenden haben sich in Gruppen vertieft mit Fragen des Lernens befasst. Sie haben sich in die Situation von Kindern versetzt und einfache Texte verfasst, dazu Geschichten erfunden und illustriert und ber die Konsequenzen der Theorie fr die Praxis als Primarlehrer/in nachgedacht. Die Arbeit verlangte Ideenreichtum und Entscheidung, Recherchierarbeit, Verstndnis von Inhalten, praxisbezogenes Denken und Handeln, Kooperation und persnliches Engagement, Planung und Umsetzung, Kreativitt und Phantasie, verstndliches Formulieren von abstrakten Aussagen, Illustration von Ideen, Umgang mit neuen Medien und Hilfsmitteln. Ich danke allen Studierenden fr die ausserordentlichen Leistungen, die Neugier und Lernhaltung, auch fr die hohe Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit. Der Dank geht auch an Stephan Bruelhart fr die Begleitung der Studierenden in gestalterischen und technischen Fragen und fr die unkomplizierte Zusammenarbeit, sowie an Daniel Wrana und Riccarda Reimer fr die Untersttzung dieses Projektes. Erzhlen Sie Ihren Kindern vom Lernen, auch den Eltern. Brigitta Pfffli Tanner 8.5.14

  • Inhaltsverzeichnis

    Frhenglisch erste Fremdsprache in der dritten Klasse Pia Ernst, Ursina Kramer, Jovana Milosavljevic, Rahel Schmutziger Gemeinsam stark Gruppenarbeiten - Verschiedene Verhaltensweisen in Gruppen Karatay zlem, Janine Nf, Lukas Reichert, Seraina Schwenk, Desire Suter Mias Traum Lernstrategien Camille Beurret, Julia Hartmann, Franziska Peterhans, Katharina Vasi , Simona von Arx Lernen durch Spielen Lerntagebuch Barbara Gutknecht, Michelle Grtter, Gabriela Schneider Jonathan der Postbote Lernen und das Gedchtnis Elena Binda, Miriam Hitz, Lauwrens Wynand, Andrea Mckel Tommy und Loris in der Schule Lernmotivation - Was beeinflusst die Lernmotivation bei Grundschulkindern? Giulio Boazzo, Tobias Bolliger, Jonas Brndli, Tobias Jggi, Pascal Moser

  • Frhenglisch

    erste Fremdsprache in der 3. Klasse

  • Die Autorinnen

    Ursina Kramer Idee + Illustration

    Yovana Milosavljevic Idee + Illustration

    Rahel Schmuziger Text + Idee

    Pia Ernst Text + Idee

  • Frhenglisch erste Fremdsprache in der dritten Klasse Wie gehen Kinder ans Frhenglisch heran? Welche Gefhle sind dabei im Spiel? Wo und warum entstehen Schwierigkeiten und was knnte dahinter stecken? Welche Motivation treibt die Kinder und wie kann sie erhalten oder gefrdert werden? Oder lernen Kinder gar im Kindergarten besser und schneller? Dies und noch viel mehr erfahren Sie in unserer Lernstory. A Was sagt die Theorie? Die Komplexitt der Sprache lsst sich mit dem Wort Text, das im Lateinischen Gewebe heisst, erkennen: die ineinander verwobenen Fden garantieren Festigkeit und stellen ein Muster dar, und zwar nicht nur von links nach rechts, sondern in alle Richtungen, und das Schicht fr Schicht. Erwachsene, die Auto fahren lernen, erkundigen sich zuerst, wie ein Auto denn genau funktioniert und welche Teile zum Fahren besonders wichtig sind. Dann mssen sie vor allem eines tun: ausprobieren, wie sie lenken, Gnge schalten, Gas geben oder bremsen mssen und dann ben, ben, ben. Kinder lernen zwar nicht mit einem bewussten Vorsatz, sie probieren einfach aus und erfahren so, ob und wie etwas funktioniert. Weil das alles mit viel Freude verbunden ist, wird dieses Lernen hufig unterschtzt oder eben nur als Spielen abgetan. Warum ist es so wichtig, dass Lernen berhaupt Spass macht? Wenn Kinder in die Schule kommen, dann ist fertig lustig, sagt der Volksmund. Wenn jedoch etwas neu und interessant ist, weckt es die Neugier, und die Gehirnforschung konnte zeigen, dass so empfundenes sehr schnell gelernt und auch tiefer verarbeitet wird, denn offensichtlich liebt das Gehirn Herausforderungen. Und es ist ihm egal, ob gerade Schule oder Freizeit ist, denn es gibt keinen Schalter. Ein wichtiger Aspekt, warum ein Kind lernen mchte, ist das Verstehen-Wollen, wie die Dinge funktionieren, zusammenhngen, wie sich seine Welt vergrssert. Es will sich messen, Regeln erfahren und Teil eines Ganzen sein. Es beginnt, vorstzlich und systematisch zu lernen und erkennt, dass hufig nicht mehr die Freude an erster Stelle steht. Zustzlich kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, nmlich die Beziehung zur Lehrperson. Fhlt sich das Kind angenommen und verstanden, kann es auch gut lernen. Dazu braucht es Lob und Anerkennung, und zwar vor allem fr seinen Einsatz, besonders auch dann, wenn die Leistung nicht den Erwartungen entspricht. Das nennt sich Lernen durch Verstrkung. Man hat nmlich herausgefunden, dass diejenigen Leute eintnige Arbeit lnger durchhalten, die vorher ehrlich gelobt wurden. Sie waren auch ausdauernder als jene, die vor Beginn einer langweiligen Ttigkeit sehr zufrieden waren. Wie sieht der Unterschied zum Erwerb der Muttersprache aus? Das Lernen der Muttersprache ist eng mit der Anpassung ans Leben verknpft. Das wachsende Verstehen geht einher mit dem natrlichen Lernprozess. Beim Fremdsprachenlernen ist diese Situation des Hineinwachsens jedoch nicht mehr gegeben. Es wird beeinflusst von beschrnkter Lernzeit und eingeengtem Umfeld und dem unterschiedlichen Entwicklungsstand der anderen Kinder. Unter diesen Umstnden soll die neue Sprache aktiv erworben werden, denn Wissen kann man nicht einfach vermitteln. Damit das gelingen kann, ist zu einem grossen Teil entscheidend, was das Kind vom Schulstoff aufnehmen kann (intake). Das wiederum hngt von den bei ihm vorher stattgefundenen verschiedenen Lernprozessen und den bereits gespeicherten Informationen ab, was offensichtlich nichts mit Begabung zu tun hat. Je mehr Anwendungsmglichkeiten dem Kind angeboten werden, je mehr Verbindungen mit Vorwissen sich ergeben, desto sicherer wird die Verarbeitung stattfinden und desto schneller wird das Kind das Wichtige herausfiltern knnen. So Aufgenommenes sollte nun ruhen, damit es mit hnlichem abgeglichen werden und sich so festigen kann.

  • Ist es einfacher, im Kindergarten die erste Fremdsprache zu lernen? Bei Kindergartenkindern hat man herausgefunden, dass der traditionelle Fremdsprachenunterricht nicht sehr geeignet ist, auch wenn damit die Sprache frh und spielerisch gelernt werden kann. Viel nachhaltiger ist es, wenn sie Englisch unbewusst lernen, integriert in den Alltag. So ist es fr sie einleuchtend, die neue Sprache als Kommunikationsmittel einzusetzen. Das Verstehen von Sprache steht dabei weit vor dem Sprechen. Mittels Gestik und Mimik verstndigen die Kinder sich und teilen so z.B. der Lehrperson mit, ob sie etwas verstanden haben oder nicht. Fortschritte zeigen sich erst nach Monaten oder gar Jahren. Ausserdem trgt die Stimmung viel zum Lernerfolg bei. Der lockere Umgang mit der Sprache wie auch mit Fehlern ebnet die Vertrautheit und schafft die Grundlage, damit die Kinder die Fremdsprache benutzen. Wie gehe ich mit Fehlern um? Wissenslcken sind keine Lernkatastrophen. So genannt mutige Fehler entstehen, wenn das Kind aktiv ausprobiert. Eine entsprechende Rckmeldung durch die Lehrperson wirkt sich positiv auf die Lernmotivation und den Mut zur Benutzung der Sprache aus. berhaupt knnen die Kinder die berbewertung ihrer Fehler von Seiten der Lehrperson hufig nicht verstehen. Denn die Kinder richten sich nach ihrem sprachlichen Repertoire, das noch unvollstndig ist. Was sie eher verunsichert, sind die Grenzen ihres eigenen sprachlichen Wissens und Knnens. Fehler bezeichnen also Unsicherheiten in ihrem Sprachverstndnis. Welche Schwierigkeiten gibt es in Bezug aufs Sprechen? Grundstzlich freuen sich die Schler auf das Englisch, das ihnen im Alltag sehr hufig begegnet in Form von Redewendungen, Songs oder beim Gebrauch des Computers. Die vermeintliche Einfachheit stellt sich dann hufig als Stolperstein heraus. Allein die korrekte Aussprache des th, allenfalls verbunden mit nachfolgendem r, kann die Motivation stark dmpfen und zu Verwirrung fhren. Wenn ein Kind nun zum Sprechen gezwungen wird, statt dass es zuerst nach seinem eigenen Gefhl zuhren und abwarten darf, kann dieses Bemhen die ganze Lern-Energie aufsaugen und damit die Aufnahme und Verarbeitung des soeben Durchgenommenen sogar verhindern. Zustzlich wird das Scheitern als Frustrationserlebnis empfunden, welches sich bis zur Angst steigern kann, und diese Negativspirale wird auch auf die Lehrperson bertragen, die trotz ihrer Bemhungen keinen Erfolg erkennen kann. Pop- und Rocksongs spielen im Fremdsprachenunterricht eine grosse Rolle. Sie gehren zur Jugend und lsen damit eine hohe (Lern-)Motivation aus. Diese Bedeutsamkeit fhrt zu sprachlichen Verarbeitungs- und Lernprozessen. Das aktive Hinhren und das Verstehen der Texte fhren zum Sprechen ber dieselben und damit auch zum Hinterfragen. Da die Kinder sie mit ihren Lebenserfahrungen oder mit der momentanen Lebenseinstellung in Verbindung bringen, braucht es von Seiten der Lehrperson einen behutsamen Umgang. Als Einstieg sind sie durchaus geeignet. Trotzdem gengt ein