Ein neuer Pulsabnehmer für Kleintiere

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    13-Aug-2016

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<ul><li><p>Arch. exper. Path. u. Pharmakol., Bd. 217, S. 399400 (1953). </p><p>Aus dem Physiologischen Institut Tiibingen. </p><p>Ein neuer Pulsabnehmer fiir Kleintiere. </p><p>Von K. BRECHT und H. BOUCKE. </p><p>Mit 1 Textabbildung. </p><p>(Eingegangen am 15. September 1952.) </p><p>Das Problem der Pulsregistrierung an kleineren Laboratoriums- tieren ist mit den bisher bekannten Methoden nur sehr schwer oder iiber- haupt nieht zu 15sen. So schreibt z. B. v. MtrRAr~TZ: ,,Fiir das Labo- ratoriumstier, z. B. die Ratte, diirfte es ein Ding der UnmSgliehkeit sein, etwa Puls oder SpitzenstoB stSrungsfrei abzunehmen." Er hat die Schwierigkeiten der Pulsfrequenzz~hlung an der Ratte (Bradycardietest zum Nachweis yon Aneurin) durch einen elektrisehen Pulsziihler fiber- wunden, bei dem die R-Zacke des Elektrokardiogramms verst~rkt wird und ein Z~hlwerk steuert. Aber auch diese an sich elegante Methode ist noch sehr stSrungsempfindlieh, da schon geringe Muskelbewegungen sich bemerkbar machen. </p><p>Wir haben nun vor kurzem ein neues Verfahren der Pulsregistrierung am Mensehen beschrieben 2, 3, a. Durch ein neuartiges, kleines, elastisehes Kondensatormikrophon (Kondensatorwickel mit pri~parierten Folien), das sich sehr einfach und schnell an beliebigen zur Pulsabnahme geeig- neten Stellen des KSrpers befestigen li~13t, kSnnen zentrale und periphere Arterienpulse (Subclavia, Carotis, Femoralis, Temporalis, Radialis, Daumen, Zehen usw.) und in spezieller Ausffihrung des Mikrophons auch Venenpulse miihelos abgenommen werden. Dieses Verfahren l~13t sich nun auch an Laboratoriumstieren mit Erfolg verwenden (z. B. Arterien- puls des Kaninchenohres, Atmung des Kaninchens). </p><p>Fiir kleinere Laboratoriumstiere miil3ten die Dimensionen des Mikro- phons noch weiter verkleinert werden. Diese Verkleinerung l~Bt sich allerdings nicht beliebig weir treiben. Sie ist aber bis jetzt so weir mSg- lich, dal~ man Arterienpulse vom Schwanz der Ratte registrieren kann. </p><p>In dieser Kleinausfiihrung ist das Abnehmermikrophon etwa 30 mm lang, 4 mm dick und 10mm breit. Es wird mit nicht dehnbaren Klebe- streffen oder schmalen Leinengurten am proximalen Teil des Schwanzes der Ratte befestigt. </p><p>Die Kapazitdt dieses kleinen elastischen Kondensatormikrophons be- tr~gt etwa 12000 pF. Das ergibt bei einem Gitterableitwiderstand yon 20 Megohm eine Zeitkonstante von etwa 0,25. Bei der hohen Pulsfrequenz </p></li><li><p>400 K. BRECHT und H. BOUCKE : Ein neuer Pulsabnehmer ftir Kleintiere. </p><p>der Ratte (350--400 pro Minute) ist diese Zeitkonstante ausreichend, um auch den Verlauf des Pulses wiederzugeben. Interessiert nur die Puls- frequenz, so kann die Zeitkonstante erheblieh kleiner sein, wodurch die ganze Anordnung gegen mechanische StSrungen noch weniger anfi~llig wird. </p><p>Was die Emp/indlichkeit betrifft, so liefert das Mikrophon bei einer Vorspannung yon 100 Volt eine elektrisch transformierte Pulsamplitude von etwa 0,5 mV. Es gibt also bereits an einem normalen Ekg.-Gerat ohne zusatzliche Verstarkung ein registrierbares Kurvenbild (Abb. 1 a). </p><p>a b </p><p>,q I se- - </p><p>Abb. l . Schwanzpuls der Rathe, a nur mit Ekg-Ger~t (Cardioscript der Firma Schwarzer), b mit zus~tzlichem einstufigem Vorvcrstarker (der geringfiigige 50-Hertz-Brumm ist zufalliger Art). </p><p>Sind grSl~ere Pulsamplituden erwfinscht, so ist dies durch Vorschaltung eines einstufigen RShrenverstarkers (z. B. 10fache Verstarkung) ohne weiteres mSglich (Abb. I b). Will man die Pulse nur zahlen, so kann an- start des Registrierschreibers ein Zahlwerk (etwa nach Art der v. MUR~LT- schen Methode) oder auch ein direkt anzeigender Frequenzmesser zum Ablesen oder zur fortlaufenden Registrierung verwendet werden. </p><p>Zusammenfassung. </p><p>Es wird ein neues Verfahren zur fortlaufenden Registrierung des Pulses yon Kleintieren (z. B. am Schwanze der Ratte) kurz beschrieben. </p><p>Literatur. 1 LIECHTI, A., A. v. MURALT U. M. I~EINERT: He lvet . Physiol. Actal, 79 </p><p>(1943). - - 2 BOUCI;E, H. , u. K . BRECHT: Dtsch . med. Wschr . 1952, 562. - - 3 BOUCKE, H., u. K. BRECHT: Experientia, Vol. VIII/7, 275 (1952). - - 4 BRECHT, K., u. H. BOUCKE: Pfliigers Arch. 256, 43 (1952). </p><p>Prof. Dr. K. BRECHT, Tiibingen, Physiologisches Institut. </p></li></ul>