Einbruch - was nun?

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    08-Apr-2016

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Wie Sie die Folgen eines Einbruchs besser bewltigen knnen.

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  • Einbruch was nun?Wie Sie die Folgen eines Einbruchs besser bewltigen knnen

    Ihre Polizei und die Schweizerische Kriminalprvention (SKP) eine interkantonale Fachstelle der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD)

  • Ntzliche Adressen

    www.einbruch-diebstahl.ch Private Webseite einer betroffenen Brgerin mit

    vielen ntzlichen Informationen

    www.einbruch.police.be.ch Umfassende Themenseite der Kantonspolizei Bern

    www.schweizerpass.admin.ch Webseite des Bundesamtes fr Polizei zu Pass und

    Identittskarte mit Hinweisen zu Verlust und Erneuerungsmglichkeiten

    Kleine administrative Checkliste

    n Lassen Sie gestohlene Karten und Mobiltelefone sper ren. Nutzen Sie dafr die Hotline-Nummern Ihrer Dienst leister.

    n Viele Versicherungen bieten Notfallnummern an. Nehmen Sie mit den Beratern Kontakt auf. Teilen Sie der Ver-sicherung mit, welche Polizeidienststelle (inkl. Name des polizeilichen Sachbearbeiters) fr die Bearbeitung des Einbruchs zustndig war. Somit kann die Versicherung direkt eine Rapportkopie anfordern.

    n Falls Schlssel gestohlen wurden, lassen Sie die ent-sprechenden Schlosszylinder vorsichtshalber ersetzen.

    n Nutzen Sie die Sicherheitsberatungs-Angebote Ihrer Kan-tonspolizei. Fachpersonen in der Einbruchsprven tion beraten Sie gerne und kostenlos ber mgliche Verbes-serungen bezglich Einbruchschutz in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus. Die entsprechenden Kontakt adressen finden Sie unter www.skppsc.ch/link/polizei.

    n Gestohlene Ausweise knnen nach der Verlustmeldung bei den entsprechenden Behrden ersetzt werden.

    Bei Ihnen wurde eingebrochen?

    Einbrecher beschdigen und stehlen Ihr Eigentum. Materielle Schden zu beheben, Dinge zu ersetzen und alle ntigen Behrdengnge zu ttigen, ist an sich schon rgerlich und mhsam. Vielen Betroffenen macht aber zustzlich die Verletzung der Privat- und Intimsphre zu schaffen. Davor kann Sie keine Versicherung schtzen. Doch Sie knnen Hilfe in Anspruch nehmen und Ratschlge beachten, um besser damit fertig zu werden. Im Folgenden finden Sie Informa-tionen, die Sie dabei untersttzen.

    Wenn bei Ihnen eingebrochen wurde, rufen Sie bitte sofort die Polizei und rumen den Tatort nicht auf!

  • Die App der Schweizerischen Kriminal pr ven-tion ermglicht es Ihnen, auf ein fache Weise eine Wert sachenliste mit Bildern zu erstellen. Im Falle eines Einbruchs knnen Sie aus dieser Liste die gestohlenen Gter einfach heraus-filtern und der Polizei ber geben. Die App ist gratis unter dem Such begriff SKPPSC fr iOS im iTunes Store und fr Android bei Google erhltlich.

    Die Polizeiarbeit braucht Ihre Untersttzung

    Beim Einbruchdiebstahl handelt es sich um ein Offizialdelikt. Die Straftat wird also von Amts wegen verfolgt, sobald die Polizei davon Kenntnis erhlt. Sie mssen im Schadensfall also nicht persnlich eine Anzeige aufgeben. Die Polizistin oder der Polizist wird Sie detail-liert befragen, denn alle Informationen ber das (mgliche) Vorgehen der Tterschaft, den Tatort und die Tatzeit sind wichtige Elemente fr die Fahndung. Natrlich muss die Polizei auch Spuren suchen und sichern, gegebenenfalls unter Beizug des Kriminaltechnischen Dienstes.

    Auch wenn es verstndlich ist, dass Sie so rasch wie mglich die Wohnung wieder in Ordnung bringen mchten: Rumen Sie nicht auf und putzen Sie nichts weg, bevor die Polizei die Spuren sichern konnte! Ohne Spuren hat die Polizei keine Chance, die Einbrecher spter berfhren zu knnen.

    Ist die Spurensicherung der Polizei beendet, mssen die gestohlenen Gegenstnde erfasst werden. Die Wertsachen sollten so przise wie mglich beschrieben werden, denn die Informationen werden in einer polizeilichen Datenbank erfasst. Falls Diebesgut zu einem spteren Zeitpunkt wieder auftaucht respektive ermittelt wird, knnen Ihnen nach einer eindeutigen Zuordnung die Wertsachen wieder ausge-hndigt werden. Kaufbelege, Gertenummern etc. sind zum einen bei der Deliktsbeschreibung hilfreich und andererseits in der Regel auch fr Rckforderungen bei der Versicherung ntig.

    Auch Sie brauchen Untersttzung

    Eine fremde Person ist in Ihre Wohnung / in Ihr Haus eingebrochen, eine Tre oder ein Fenster sind wahrscheinlich kaputt, es herrscht Unordnung, und Wertsachen wurden gestohlen. Ihre eigenen vier Wnde sind aber mehr als nur eine Schutzhlle gegen Wind und Wetter, die man relativ rasch wieder reparieren lassen kann, und die gestohlenen Wertsachen knnen je nachdem auch nicht einfach ersetzt werden, da sie mglicherweise auch einen ideellen Wert haben. Ihre Wohnung / Ihr Haus mit der eigenen Einrichtung und Ihrer Habe ist Teil Ihrer Lebensgeschichte, Teil Ihrer Identitt. Fr Sie ist es ein Heim, das weit ber den rein materiellen Wert hinausgeht. Fr einen Einbrecher hingegen ist es nur irgendein Haus mit einer mg lichen Beute.

    Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass Opfer eines Einbruchs regelmssig berichten, der materielle Schaden sei weniger schlimm als der emotionale. Einbruchsopfer fhlen sich in ihrer Privat-, gar Intimsphre verletzt, ihr Schutzbedrfnis und ihr Grundver-trauen ist angeschlagen. Und ebenso regelmssig berichten Betroffene, dass sie mit ihren ngsten und emotionalen Verletzungen allein gelassen werden.

    Leider stimmt das auch, zumindest teilweise. Die Polizei ist lediglich fr die Einbruchsprvention und -ermittlung zustndig, und auch die Opferhilfe darf gemss gesetzlicher Grund-lage nur dann Untersttzung leisten, wenn Opfer direkt mit dem Tter konfrontiert wurden.

    Wir geben Ihnen deshalb im Folgenden einige Ratschlge1, wie Sie selbst nach einem Einbruch auch die emotionalen Wunden ver-sorgen und den seelischen Scherbenhaufen zusammenwischen knnen.

    1 Quelle: Rahel Bachem, Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker (2011): Ist es noch mein Zuhause? Ratgeber, um nach einem Einbruch zurck in das gewohnte Leben zu finden.

  • aber kleine Vernderungen wirken WunderNachdem Fremde Ihre Wohnung in Unordnung gebracht haben, mchten Sie vielleicht nicht alles wieder an den bekannten Platz stellen, sondern ein wenig umgestalten oder neu dekorieren. So er-obern Sie sich aktiv Ihre Wohnung zurck, was sehr hilfreich sein kann.

    Arbeiten Sie aktiv an Ihrer LebensqualittLassen Sie sich von einem Einbrecher nicht die Lebensfreude nehmen. Im Ratgeber2 Ist es noch mein Zuhause? finden Sie zahlreiche Selbsthilfemglichkeiten wie Entspannungsverfahren oder Anti- Grbel-Trainings. Sollten aber, wie gesagt, negative Symptome (z.B. Schlafstrungen, irrationale ngste, Zwangshandlungen, Furchtsam-keit) andauern, nehmen Sie bitte professionelle Hilfe in Anspruch.

    2 www.mobi.ch/static/mobi.ch/content/documents/SV_Ratgeber/einbruch_meinzuhause_ratgeber_de.pdf

    Gnnen Sie sich eine Verschnaufpause!Verfallen Sie nicht in Hektik. Nach den Aufrum- und allflligen Reparaturarbeiten und den notwendigsten administrativen Aufgaben sollten Sie sich Ruhe und Erholung gnnen. Dies hilft, den Vorfall besser zu verarbeiten.

    Geteiltes Leid ist halbes LeidZweifelsohne ist ein Einbruch eine belastende Erfahrung, auf die aber jede Person anders reagiert. Opfer eines Einbruchs erleben oft Stressreaktionen, fhlen sich unsicher, kmpfen mit ngsten oder haben Schlafstrungen. Schweigen ist nicht immer Gold. Reden Sie mit Freunden und Vertrauten ber den Einbruch und ber Ihre ngste und Sorgen. Es gibt auch Austauschplattformen im Internet (siehe Adressen). Sollten Sie sehr stark oder ber lngere Zeit mit negativen Reaktionen auf den Einbruch zu kmpfen haben, zgern Sie nicht, rztliche oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Ein gewohnter Lebensrhythmus gibt HaltGewohnheiten geben Schutz und Orientierungshilfe im Leben. Ver-suchen Sie deshalb, Gewohnheiten wie regelmssige Besuche, Essensrituale oder Spielabende beizubehalten. Es ist zudem wichtig, dass Sie sich weiterhin mit Freunden treffen, Veranstaltungen be-suchen und Einladungen wahrnehmen. Das Leben muss weitergehen, und Sie machen so auch wieder positive Erfahrungen und vermeiden ein Grbeln, das verschlimmernd wirken kann.

  • Schweizerische Kriminalprvention Haus der KantoneSpeichergasse 6Postfach 3000 Bern 7

    www.skppsc.ch

    Einbruch was nun?Wie Sie die Folgen eines Einbruchs besser bewltigen knnen

    Diese und alle anderen Broschren der Schweizerischen Kriminalprvention knnen Sie auf jedem Polizeiposten in der Schweiz beziehen. Grssere Mengen bestellen Sie bitte bei Ihrer Kantonspolizei. Sie ist in Deutsch, Franzsisch und Italienisch verfgbar und kann als PDF-Datei unter www.skppsc.ch heruntergeladen werden.

    Text/Redaktion Schweizerische Kriminalprvention SKP, Quelle: Flyer der Kantonspolizei Bern Einbruch und jetzt?

    Gestaltung Weber & Partner, www.weberundpartner.com Druck Stmpfli Publikationen AG, CH-3001 Bern

    Auflage D: 80 000 Ex. | F: 30 000 Ex. | I: 10 000 Ex.

    Copyright Schweizerische Kriminalprvention SKP Mrz 2015, 1. Auflage

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