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Einstieg in Linux – Linux verstehen und einsetzen · te wieder aus! Linux ist bei Weitem nicht nur für die ewigen Rebellen unter uns, mitt-lerweile setzen immer mehr Firmen Linux

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Text of Einstieg in Linux – Linux verstehen und einsetzen · te wieder aus! Linux ist bei Weitem nicht...

  • LeseprobeSie möchten in die Linux-Welt eintauchen? Wir zeigen Ihnen, wie es geht! Diese Leseprobe fängt bei null an und hilft Ihnen beim Start mit Ihrem ersten Linux-System. Außerdem können Sie einen Blick in das vollständige Inhalts- und Stichwortverzeichnis des Buches werfen.

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner

    Einstieg in Linux – Linux verstehen und einsetzen422 Seiten, broschiert, mit DVD, 6. Auflage 2014 24,90 Euro, ISBN 978-3-8362-2975-3

    www.galileo-press.de/3667

    »Einleitung« »Installationsvorbereitung« »Installation« »Der Linux-Desktop«

    Inhalt

    Index

    Die Autoren

    Leseprobe weiterempfehlen

    Wissen, wie’s geht.

    https://www.galileo-press.de/einstieg-in-linux_3667/?GPP=lpnmailto:?body=Leseproben-Empfehlung:%20%C2%BBEinstieg%20in%20Linux%20%E2%80%93%20Linux%20verstehen%20und%20einsetzen%C2%AB%20von%20Galileo%20Press,%20http://gxmedia.galileo-press.de/leseproben/3667/leseprobe_galileocomputing_einstieg_linux.pdf&subject=Leseprobe:%20%C2%BBEinstieg%20in%20Linux%20%E2%80%93%20Linux%20verstehen%20und%20einsetzen%C2%AB

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 21 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1Kapitel 1

    Einleitung

    »Der Anfang ist der schwerste Teil der Arbeit.«

    – Platon

    1.1 Was ist Linux?

    Das fängt ja gut an. Da will man ein Buch schreiben und weiß nicht einmal, wie man

    das Thema grob umreißen soll. Dabei könnte alles so einfach sein – wir schreiben doch

    nur über ein Betriebssystem, das eigentlich keines ist, und über einen Begriff, der nicht

    mehr nur Technik, sondern mittlerweile eine ganze Philosophie umschreibt.

    Neugierig? Zu Recht! Kurz gesagt steht der Begriff Linux heute für ein sehr stabiles,

    schnelles, freies, UNIX-ähnliches Betriebssystem – obwohl Linux streng genommen nur

    der Kern (»Kernel«) dieses Betriebssystems ist. Doch eins nach dem anderen!

    Die Entwicklung von Linux begann 1991, als sich der finnische Student Linus Torvalds

    an die Programmierung eines Betriebssystemkerns machte. Und weil ein Betriebssys-

    temkern natürlich nicht so trivial zu programmieren ist, ließ er sich kurzerhand von

    anderen helfen. Damit das Ganze fair zuging, veröffentlichte Torvalds den Code unter

    der GNU General Public Licence, kurz GPL. Diese Lizenz besagt, dass jeder das Programm,

    das durch diese Lizenz geschützt wird, nach Belieben verändern und verbessern kann –

    mit einer Einschränkung: Das veränderte bzw. verbesserte Programm muss auch frei

    sein und sein Sourcecode muss frei zugänglich sein, sodass die Entwicklung weiterge-

    hen kann.

    Aber Ihr Leser, die Ihr jetzt schon freudig erregt und »Kommunismus!« schreiend aufge-

    sprungen seid, lasst Euch sagen: Steckt die rote Fahne wieder ein, hängt das FDJ-Hemd

    bitte zurück in den Schrank, und macht um Gottes Willen die Ton-Steine-Scherben-Plat-

    te wieder aus! Linux ist bei Weitem nicht nur für die ewigen Rebellen unter uns, mitt-

    lerweile setzen immer mehr Firmen Linux und andere freie Software ein. Und noch

    schlimmer: Sie verdienen damit auch noch Geld! Und es werden täglich mehr Firmen,

    sodass ihre Anzahl, wenn wir sie während des Schreibens des Buches in mühevoller Re-

    cherche ermitteln würden, bei seinem Erscheinen schon wieder hoffnungslos veraltet

    wäre.

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  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 22 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1 Einleitung

    Was kann Linux eigentlich, und was soll man damit anfangen? Nun, prinzipiell kann Li-

    nux erst einmal alles, was andere Betriebssysteme auch können. Oder es wird zumindest

    daran gearbeitet.

    Von Linus Torvalds 386er wurde Linux auf mittlerweile alle möglichen und unmögli-

    chen Rechnerarchitekturen portiert. Nicht nur aktuelle und historische Systeme wie die

    Power-PC-Architektur von Apple, die auf dem Atari verwendeten 68020- und 68000-Pro-

    zessoren des Amiga, die PalmPilots, SGIs MIPS-Systeme, ARM, DEC Alpha-CPUs oder die

    Sparc-Systeme von Sun Microsystems sind mittlerweile schon Bastionen des freien Be-

    triebssystems, ja, auch die Playstation oder die XBox sind nicht mehr vor Linux sicher.

    Der Kernel bietet Multitasking- und Multiuser-Fähigkeiten, um das gleichzeitige Arbei-

    ten verschiedener Benutzer sowie das parallele Ablaufen von Programmen zu ermögli-

    chen. Der Kernel ermöglicht dadurch, dass sich ein einzelnes Programm nicht um ande-

    re, auf dem System laufende Programme zu kümmern braucht. Weiterhin können alle

    Programme dank der im Kernel eingebundenen Treiber über einheitliche Schnittstellen

    und weitestgehend unabhängig von der vorhandenen Hardware agieren.

    Der Grund für die weite Verbreitung von Linux ist natürlich in erster Linie, dass sich jeder

    und jede sein bzw. ihr Linux so zusammenschustern kann, wie er oder sie es braucht. Und

    nach der Lektüre dieses Buches können Sie Linux zwar noch nicht unbedingt auf Ihre

    Armbanduhr portieren, aber doch zumindest Ihr System verstehen, nutzen und auch an

    Ihre Bedürfnisse anpassen.

    Unter Linux können Sie von Ihrem alten Koaxialkabel-Netzwerk über kabellose Wire-

    less-LAN-Verbindungen, Modem- und ISDN-Zugänge bis hin zum Gigabyte-FDDI- oder

    UMTS-Netzwerk und zu modernen DSL-Anschlüssen alle Möglichkeiten der Vernetzung

    nutzen – denn als Kind des Internets ist Linux im Netzwerkbereich nahezu unschlagbar.

    Verschiedene Serverdienste erlauben den Einsatz in jedem nur denkbaren Einsatzbe-

    reich für Server. Dabei kommt auch der Heimanwender nicht zu kurz, der mit Linux

    natürlich auch DVDs brennen, Filme anschauen und Musik hören kann.

    Aber hat Linux nur Vorteile? Natürlich nicht. Freie Software – und damit Linux – ist stän-

    dig auf die aktive und selbstlose Hilfe vieler Freiwilliger rund um den Globus angewiesen.

    Da kann es schon mal vorkommen, dass ein für Sie ganz wichtiges Feature in einer Soft-

    ware noch nicht implementiert oder ein Programm schlicht noch nicht ausgereift ist.

    Außerdem halten es viele Hardwarehersteller trotz stark steigender Nutzerzahlen im-

    mer noch für akzeptabel, Linux-Treiber für ihre Hardware erst mit großer Verzögerung

    oder in zweifelhafter Qualität anzubieten. Und so kann es sein, dass man eben nicht alle

    Features der neu erstandenen Grafikkarte nutzen kann oder vorerst auf original Dol-

    by-Digital-Sound aus seinen beiden Plastiklautsprechern verzichten muss. Allerdings

    bessert sich die Situation, was Treiber und Hardwareunterstützung anbelangt, ständig

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    1

    1.2 Die Linux-Distributionen

    und ist nicht mehr mit den Zuständen zu vergleichen, die herrschten, als wir Autoren

    damals angefangen haben, uns mit Linux zu beschäftigen.

    Mittlerweile findet man in Linux ein sehr modernes und leistungsfähiges Betriebssys-

    tem, das sich keinesfalls hinter Microsofts Windows oder Apples Mac OS zu verstecken

    braucht und für das man auch als Firma keine Lizenzgebühren zahlen muss. Wenn Sie

    also Linux-Software kopieren und an Ihre Freunde weitergeben, brauchen Sie nicht mal

    ein schlechtes Gewissen zu haben. Eine solche Verteilung ist nicht nur erlaubt, sondern

    ausdrücklich erwünscht.

    1.2 Die Linux-Distributionen

    Die extreme Konfigurier- und Skalierbarkeit von Linux ist zwar sehr schön, aber eigent-

    lich möchte man für den Anfang doch einfach nur ein System haben, das erst einmal

    funktioniert und mit dem man arbeiten kann. Die Arbeit, ein funktionierendes System

    zusammenzustellen, übernehmen sogenannte Distributoren. Sie packen den Kernel, ein

    Basissystem und nach Lust und Laune noch weitere Software zu einer Distribution zu-

    sammen, die sich dann mehr oder weniger einfach über ein grafisches Interface instal-

    lieren lässt.

    Manche Distributoren vertreiben ihre Produkte kommerziell, wobei sie jedoch nicht die

    Software an sich verkaufen. Sie lassen sich für das Zusammenstellen der Programme, für

    die schöne Installation und meist noch für die Handbücher, die einem Paket oft beige-

    fügt sind, bezahlen. Es gibt allerdings auch wie so oft kostenlose Distributionen, die im

    Internet heruntergeladen werden können. Des Weiteren haben die großen kommerziel-

    len Distributionen meist eine Art kostenlose Evaluationsversion, in der nicht die gesam-

    te Software des kompletten Pakets enthalten ist. Allen Distributionen ist aber in der Re-

    gel gemeinsam, dass sie über das Internet Updates und Patches bereitstellen, wenn zum

    Beispiel in der ausgelieferten Version eines Programms Bugs oder Sicherheitsprobleme

    entdeckt und behoben wurden. Diese Updates und Patches können dann automatisiert

    heruntergeladen, entpackt und installiert werden, sodass das System immer aktuell, sta-

    bil und sicher läuft. Im Gegensatz zu den »Windows-Updates« von Microsoft beziehen

    sich die Updates der Distributoren nicht nur auf das eigentliche Betriebssystem, d. h.

    Kernel und Basissystem, sondern auch auf alle installierten Softwaretools.

    Für den allerersten Linux-Schnupperkurs eignet sich eine Distribution besonders: Knop-

    pix. Knoppix ist eine komplett von CD lauffähige Version der freien Debian-Distributi-

    on und benötigt keinerlei Plattenplatz. Nach dem Booten wird eine hübsche grafische

    Oberfläche geladen, unter der Sie viele Programme ausprobieren können, die unter Li-

    nux verfügbar sind und oft genutzt werden. Doch Knoppix ist nicht nur für einen ersten

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    1 Einleitung

    Eindruck sehr gut geeignet, denn selbst professionelle Anwender wissen den Nutzen

    von Knoppix als fast schon dekadente Luxusversion der Standard-Rettungsdiskette von

    anno dazumal zu schätzen.

    Bleiben wir gleich bei Debian. Debian ist die freie Distribution, auf der Knoppix und auch

    das besonders bei Einsteigern beliebte Ubuntu mit seinen Varianten (etwa Kubuntu und

    Xubuntu) aufbauen. Professionelle Anwender schätzen Debian vor allem wegen seines

    ausgereiften Paketsystems. Die Programme liegen dabei in Paketen vor, die sehr sauber

    ins System integriert und auch wieder entfernt werden können. Besonders erwähnens-

    wert ist dabei das ursprünglich für Debian entwickelte APT-System, das es ermöglicht,

    mit nur einer kurzen Zeile ein neues Softwarepaket automatisch (inklusive aller existie-

    renden Abhängigkeiten) aus dem Internet zu laden, zu installieren und konfigurieren zu

    lassen. Nur aufrufen müssen Sie das Programm noch selbst. Trotz alledem ist Debian kei-

    ne Distribution für Einsteiger, da die relativ schwierige Installation und Konfiguration

    eine gewisse Einstiegshürde darstellt.

    Möchte man es noch etwas freakiger haben, kann man Gentoo installieren. Diese Distri-

    bution liefert keine bereits übersetzten und damit lauffähigen Programme, sondern nur

    den Sourcecode, der dann auf dem lokalen Rechner übersetzt wird. Das stellt sicher, dass

    beim Übersetzen alle Optimierungen und Features genutzt werden können, die Ihr Pro-

    zessor und Ihr System bieten. Wem selbst das zu einfach ist, dem bleibt nur noch, Linux

    »from scratch« zu installieren. Das heißt, man baut alles selbst. Von Grund auf. Ohne

    Pakete, ohne Software, ohne Hilfe und ohne jede Installationsroutine.

    Das andere Extrem wären wohl die SUSE Enterprise Linux, openSUSE- und die Ubuntu-

    Distribution. Diese Distributionen legen ganz besonderen Wert auf Benutzerfreundlich-

    keit und einfache Bedienung. Und das konsequent. Lobenswert sind hier vor allem die

    vorbildliche Hardwareerkennung und die einfache Installation.

    Eine andere, auch sehr weit verbreitete Distribution, die ebenfalls besonders einsteiger-

    freundlich ist, nennt sich Fedora. Fedora hieß früher Red Hat Linux, wurde allerdings

    umbenannt. Neben Fedora gibt es noch Red Hat Enterprise Linux für den Einsatz in

    Unternehmen, auf das wir uns in diesem Einsteigerbuch jedoch nicht konzentrieren.

    Eine weitere, eher desktop-orientierte Distribution ist Mandriva. Sie baut auf Red Hat

    auf und bietet auch eine sehr einfache Installation und Konfiguration.

    Slackware ist eine der bekanntesten und ältesten freien Distributionen. Slackware bietet

    dem Anwender die Möglichkeit, bereits während der Installation einen Blick hinter die

    Kulissen auf die Funktionsweise zu werfen. Während Slackware noch aktiv weiterent-

    wickelt wird, gibt es auch eine Reihe von aktuellen Distributionen, die auf Basis dieser

    Distribution entwickelt werden.

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    1.3 UNIX- und Linux-Geschichte

    So bleibt zusammenfassend zu sagen, dass die Wahl der Distribution teilweise von ob-

    jektiven Gesichtspunkten, aber zu einem sehr großen Teil auch vom persönlichen Ge-

    schmack abhängt. Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht davon abhalten lassen, auch mal

    die eine oder andere Alternative auszuprobieren. Denn mit Linux haben Sie ja die Wahl.

    Nutzen Sie sie.

    Das Arbeiten ist dabei überall und unter jeder Distribution gleich – Unterschiede erge-

    ben sich nur bei der Installation, der Konfiguration und teilweise bei der Administration,

    wie zum Beispiel beim Aktualisieren des Systems.

    1.3 UNIX- und Linux-Geschichte

    Da Linux ein UNIX-ähnliches Betriebssystem ist und eine Unzahl von dessen Eigen-

    schaften besitzt, beschäftigen wir uns an dieser Stelle zunächst einmal mit der Entste-

    hungsgeschichte von UNIX. Wir beginnen dazu mit einem Rückblick in die graue Vorzeit

    der Informatik.

    1.3.1 UNIX

    Im Jahre 1965 begannen BELL, General Electric und das MIT an einem System namens

    MULTICS (MULTiplexed Information and Computing System) zu arbeiten. Als allerdings

    feststand, dass dieses Vorhaben scheitern würde, stieg BELL aus.

    Als 1969 das Apollo-Raumfahrtprogramm der USA im Mittelpunkt der Aufmerksam-

    keit stand, begann Ken Thompson (BELL) aufgrund zu primitiver Möglichkeiten der Pro-

    grammentwicklung mit der Entwicklung einer Zwei-User-Variante für den DEC PDP-7.

    Sein Ziel war es, raumfahrtbezogene Programme zu entwickeln, um Orbit-Berechnun-

    gen für Satelliten, Mondkalender und Ähnliches zu realisieren. Das Grundprinzip von

    MULTICS wurde dabei übernommen, und so bekam das spätere UNIX beispielsweise ein

    hierarchisches Dateisystem.

    Brian Kernighan nannte dieses System spöttisch UNICS (von uniplexed). Erst später be-

    nannte man es aufgrund der Begrenzung für die Länge von Dateinamen auf der Ent-

    wicklungsplattform GECOS in UNIX um.

    Ursprünglich waren alle UNIX-Programme in Assembler geschrieben. Ken Thompson

    entschied sich später, einen FORTAN-Compiler zu entwickeln, da UNIX seiner Meinung

    nach ohne einen solchen wertlos wäre. FORTRAN ist wie C eine Programmiersprache

    der dritten Generation und erlaubt das Programmieren auf einer höheren Abstrakti-

    onsebene. Nach kurzer Zeit entschied er sich allerdings, eine neue Programmiersprache

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    1 Einleitung

    namens B zu entwickeln, die stark von der Sprache BCPL (Basic Combined Programming

    Language) beeinflusst wurde.

    Da das Team 1971 ein PDP11-System bekam, das byte-adressiert arbeitete, entschloss sich

    Dennis Ritchie, aus der wortorientierten Sprache B eine byte-orientierte Sprache mit

    dem schlichten Namen »C« zu entwickeln, indem er u.a. Typen hinzufügte.

    1973 wurde der UNIX-Kernel komplett neu in C geschrieben. Dieses neue UNIX (mittler-

    weile in der Version 4) wurde damit auf andere Systeme portierbar. Noch im selben Jahr

    wurde UNIX zu einem Multiuser-Multitasking-Betriebssystem weiterentwickelt und der

    Öffentlichkeit vorgestellt. Da C gleichzeitig eine sehr portable, aber auch systemnahe

    Sprache war, konnte UNIX recht gut auf neuen Plattformen implementiert werden, um

    dann auch dort performant zu laufen. Die Vorteile einer Hochsprache wurden hier deut-

    lich: Man braucht nur einen Übersetzer auf einer neuen Hardwareplattform, und schon

    kann der Code mit nur wenigen Änderungen übernommen werden.

    1977 nahm man dann auch die erste Implementierung auf ein Nicht-PDP-System vor,

    nämlich auf ein Interdate 8/32. Dies regte weitere UNIX-Portierungen durch Firmen wie

    HP und IBM an, und die UNIX-Entwicklung begann, sich auf viele Abkömmlinge, soge-

    nannte Derivate, auszuweiten.

    Die UNIX-Variante von AT&T wurde 1981 mit der von BELL zu einem einheitlichen »UNIX

    System III« kombiniert. 1983 kündigt BELL das »System V« an, das primär für den Einsatz

    auf VAX-Systemen an Universitäten entwickelt wurde. Im Jahr darauf kündigte AT&T die

    zweite Version von System V an. Die Anzahl der UNIX-Installationen stieg bis dahin

    auf ca. 100.000 an. 1986 erschien System V, Release 3. Schließlich wurde 1989 System V

    Release 4 (SVR4) freigegeben, das noch heute als UNIX-Standard gilt.

    Neben SVR4-UNIX gab es noch eine Entwicklung von BSD-UNIX, auf deren Darstel-

    lung wir hier natürlich keineswegs verzichten möchten. Schließlich haben wir der BSD-

    TCP/IP-Implementierung mehr oder weniger das heutige Internet zu verdanken.

    Bereits 1974 verteilte AT&T Quellcode-Lizenzen an einige Universitäten. Auch das Com-

    puting Science Research Center (CSRC) der University of California in Berkeley bekam

    solch eine Lizenz.

    In Berkeley entwickelte ein Kreis von Programmierern der dortigen Universität in den

    folgenden Jahren einen neuen Code und nahm Verbesserungen gegenüber AT&T-UNIX

    vor, wonach 1977 »1BSD«, die erste Berkeley Software Distribution, von Bill Joy zusam-

    mengestellt wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde »2BSD« veröffentlicht, das über neue

    Software und Verbesserungen verfügte.

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    1.3 UNIX- und Linux-Geschichte

    1979 beauftragte die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) der amerika-

    nischen Regierung die Computer Systems Research Group (CSRG), die UNIX-Referenzim-

    plementierung der Protokolle für das ARPANET, den Vorläufer des Internets, zu entwi-

    ckeln. Die CSRG veröffentlichte schließlich das erste allgemein verfügbare UNIX namens

    4.2BSD, das unter anderem folgende wichtige Merkmale aufwies:

    E Integration von TCP/IP

    E Berkeley Fast Filesystem (FFS)

    E Verfügbarkeit der Socket-API

    Somit kann dieses BSD-Derivat als Urvater des Internets angesehen werden. Durch die

    Integration von TCP/IP und der Berkeley Socket-API wurden Standards geschaffen bzw.

    geschaffene Standards umgesetzt, die für das spätere Internet essenziell sein sollten.

    Wenn man bedenkt, dass selbst heute noch eben diese Berkeley Socket-API als Standard

    in allen netzwerkfähigen Betriebssystemen implementiert ist, wird erst das volle Aus-

    maß der Bedeutung dieser Entwicklungen deutlich.

    1989 entschloss man sich dazu, den TCP/IP-Code in einer von AT&T unabhängigen Lizenz

    als »Networking Release 1« (Net/1) zu vertreiben. Net/1 war die erste öffentlich verfüg-

    bare Version. Viele Hersteller benutzten den Net/1-Code, um TCP/IP in ihre Systeme zu

    integrieren. In 4.3BSD Reno wurden 1990 noch einmal einige Änderungen am Kernel

    und an den Socket-APIs vorgenommen, um OSI-Protokolle zu integrieren.

    Im Juni 1991 wurde Net/2 herausgegeben, das komplett neu und unabhängig vom

    AT&T-Code entwickelt wurde. Die wichtigsten Neuerungen von Net/2 waren:

    E komplette Neuimplementierung der C-Bibliothek

    E Neuimplementierung von vielen Systemprogrammen

    E Ersetzung des AT&T-Kernels bis auf sechs Dateien

    Nach einiger Zeit stellte Bill Jolitz, der nun auch die letzten sechs Dateien neu entwi-

    ckelt hatte, ein vollständiges, bootbares Betriebssystem zum freien FTP-Download zur

    Verfügung. Es trug den Namen 386/BSD und lief auf Intel-Plattformen.

    Die Berkeley Software Design, Inc. (BSDI) brachte 1991 mit BSD/OS eine kommerzielle

    Weiterentwicklung von 386/BSD auf den Markt. Diese Version konnte für den Preis von

    999 US-Dollar erworben werden.

    1992 entstand außerdem das freie NetBSD-Projekt, das es sich zum Ziel setzte, 386/BSD

    als nichtkommerzielles Projekt weiterzuentwickeln und auf möglichst vielen Plattfor-

    men verfügbar zu machen.

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    S. 28 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1 Einleitung

    Nachdem die UNIX System Laboratories, eine Tochtergesellschaft von AT&T, BSDI we-

    gen einer Urheberrechtsverletzung verklagt hatten, mussten einige Veränderungen am

    Net/2-Code vorgenommen werden. Daher mussten 1994 alle freien BSD-Projekte ihren

    Code auf den von 4.4BSD-Lite (auch als Net/3 bezeichnet) umstellen. Mit der Veröffent-

    lichung von 4.4BSD-Lite2 im Jahre 1995 wurde die CSRG aufgelöst. Allerdings werden die

    mittlerweile existierenden vier BSD-Derivate NetBSD, BSD/OS, FreeBSD und OpenBSD

    noch bis heute gepflegt und ständig weiterentwickelt.

    1.3.2 Die Geburtsstunde von Linux

    Wir schreiben das Jahr 1991, und Linus Torvalds kann die Version 0.02 von Linux bereits

    in der Newsgroup comp.os.minix posten. Zu diesem Zeitpunkt liefen bereits Programme

    wie der GNU C-Compiler (gcc), die bash und compress auf diesem System.

    Im Folgejahr veröffentlichte Torvalds Version 0.12 auf einem öffentlichen FTP-Server,

    wodurch die Anzahl derjenigen stieg, die an der Systementwicklung mitwirkten. Im glei-

    chen Jahr wurde die Newsgroup alt.os.linux gegründet. So wie das Internet mit BSD

    groß wurde, ist Linux also ein Kind des Internets.

    Im Jahre 1994 wurde Version 1.0 veröffentlicht. Der Kernel verfügte zu diesem Zeitpunkt

    schon über Netzwerkfähigkeit. Außerdem portierte das XFree86-Projekt seine grafische

    Oberfläche – das X-Window-System – auf Linux. Das wohl wichtigste Ereignis in diesem

    Jahr war jedoch, dass Torvalds auf die Idee kam, den Kernelcode unter der GNU General

    Public License zu veröffentlichen. Zwei Jahre später war Linux 2.0 zu haben. Erste Distri-

    butionen stellten ihre Systeme nun auf die neue Version um, darunter auch Slackware

    mit dem »’96«-Release.

    1998 erschien die Kernel-Version 2.2. Von nun an verfügte Linux auch über Multiprozes-

    sorsupport. Im Jahr 2001 erschien schließlich die Version 2.4 und im Dezember 2003

    Version 2.6. Und 2011 erschien Linux 3.0.

    1.3.3 Die Kernelversionen

    Der Linux-Kernel erschien bis Juli 2004 in zwei Versionskategorien: einer Entwickler-

    und einer Stable-Version. Die Entwicklerversionen hatten ungerade Zahlen als zweite

    Versionsnummern (etwa 2.1, 2.3, 2.5), die Stable-Versionen hingegen gerade Zahlen (2.0,

    2.2, 2.4, 2.6). Eine dritte Zahl nummeriert die unterschiedlichen kleineren Releases, die

    beispielsweise mit neuen Features ausgestattet sind. Seit Kernel 2.6.11 jedoch kann zur

    schnellen Bereinigung schwerer Fehler auch eine vierte Versionsnummer geführt wer-

    den. 2011 gab es einen Versionssprung von 2.6.39 auf 3.0.

    28

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 29 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1

    1.3 UNIX- und Linux-Geschichte

    Seit Linux 3.0 wird alle paar Monate die erste Stelle nach dem Punkt (3.x) erhöht, kleine

    Änderungen (Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates) werden mit der zweiten Stelle

    hinter dem Punkt angegeben (3.x.y).

    Entwicklerversionen des Kernels gibt es mittlerweile gar nicht mehr, und der Entwick-

    lungsprozess läuft nun folgendermaßen ab: Es gibt ein Zeit-Delta, innerhalb dessen neue

    Features in den Kernel eingebaut werden. Anschließend werden diese Features optimiert

    und auf ihre korrekte Funktionsweise hin überprüft. Steht fest, dass alle neuen Features

    ordentlich funktionieren, wird schließlich eine neue Kernelversion herausgegeben.

    Sollten Sie mal jemanden treffen, der Ihnen von irgendwelchen komischen Versionen à

    la »Linux 8.0« erzählen will, haben Sie ein seltenes Exemplar der Spezies Mensch gefun-

    den, die offensichtlich die falschen Bücher liest. Sie bringen nämlich die Versionen der

    Distributionen und des Kernels durcheinander.

    Aber keine Angst: Aktuelle Distributionen beinhalten natürlich immer die Stable-Ver-

    sion. Einige Distributionen beschäftigen auch intern Kernelhacker, die die Features des

    (eigenen) Kernels erweitern, um den Anwendern beispielsweise zusätzliche Treiber zur

    Verfügung zu stellen.

    Wie bereits erwähnt, gibt es Distributionen, die einen modifizierten Kernel beinhalten,

    und solche, die den unmodifizierten Kernel nutzen. Dieser unmodifizierte Kernel ohne

    zusätzliche Patches wird auch als Vanilla-Kernel bezeichnet.

    Auf kernel.org erfahren Sie zu jedem Zeitpunkt etwas über die aktuellen Versionen des

    Linux-Kernels.

    Das Linux-Maskottchen

    Da Linus Torvalds ein Liebhaber von Pinguinen ist, wollte er einen als Logo für Linux

    haben. Larry Erwing entwarf mit dem Grafikprogramm gimp einen Pinguin (siehe Abbil-

    dung 1.1). Er gefiel Torvalds, und fertig war Tux, der übrigens für Torvalds Unix steht.

    Abbildung 1.1 Tux

    29

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 30 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1 Einleitung

    1.4 Die Anforderungen an Ihren Rechner

    Damit Linux auf Ihrem Rechner laufen kann, muss er je nach Einsatzgebiet des Sys-

    tems gewisse Hardwarevoraussetzungen erfüllen. Da Linux jedoch sehr sparsam mit

    den Ressourcen umgeht, reicht für eine Minimalinstallation mit Nutzung der grafischen

    Oberfläche durchaus auch ein vielleicht schon ausrangiertes älteres Modell. Alternativ

    können Systeme auch ohne grafische Ausgabe genutzt werden, beispielsweise für File-

    serverdienste oder als Firewall für den heimischen Internetzugang.

    Beim Einsatz auf einem Desktop-System empfiehlt es sich, einen ganz normalen Stan-

    dard-PC heranzuziehen. Je nach Distribution und Ihren Wünschen reicht dabei eine 10

    bis 20 GByte große Partition der Festplatte aus – ein Witz im Hinblick auf die Kapa-

    zität aktueller Festplatten, die mehrere Tausend GByte Speicher bereitstellen können.

    Für speicherfressende Oberflächen wie KDE empfiehlt sich jedoch eine Rechenleistungs-

    und Hauptspeicherkapazität, die auch für aktuelle Windows-Versionen reichen würde.

    1.4.1 Hardwarekompatibilität

    Eines jedoch muss im Umgang mit diesem System beachtet werden: Kaufen Sie nicht

    ziellos neue Hardware ein. Hin und wieder kommt es vor, dass die neue Grafikkarte

    nicht von der grafischen Oberfläche unterstützt wird oder dass noch niemand einen

    Treibercode für eine neue Soundkarte geschrieben hat. Daher gilt: Erst nachfragen (oder

    mithilfe der Suchmaschine Ihrer Wahl recherchieren), dann kaufen!

    1.5 Über dieses Buch

    Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Themen der folgenden

    Kapitel und Hinweise zur Gestaltung des Inhalts.

    1.5.1 Was Sie in diesem Buch erwartet

    Die Kapitel 2 und 3 behandeln die Installation der populärsten Distributionen. Es geht

    dabei um die Partitionierung von Festplatten, die Konfiguration des Bootloaders grub,

    die Installation der Softwarepakete und des Kernels und um den anschließenden Test

    der Installation.

    Die folgenden Kapitel bieten einen Einblick in die Funktionsweise des Systems. Kapitel 4

    widmet sich dem Linux-Desktop und gibt Ihnen eine Einführung in die Benutzung der

    grafischen Oberfläche. Kapitel 5 erklärt die grundlegende Funktionsweise, also das Zu-

    30

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 31 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1

    1.5 Über dieses Buch

    sammenwirken zwischen der Hardware, dem Kernel und den Userspace-Applikationen

    sowie den Einstieg in das Dateisystem. Kapitel 6 beschäftigt sich mit dem Startvorgang

    von Linux bis hin zum Login-Prompt. Kapitel 7 befasst sich schließlich mit der Thematik

    »Prozesse«, mit deren Umgebung, Hierarchie und Administration.

    Kapitel 8 setzt sich mit der grundlegenden Administration auseinander, so zum Bei-

    spiel mit der Benutzerverwaltung, der Installation neuer Software, dem Einspielen von

    Backups und dem Kompilieren eines eigenen Kernels. Wundern Sie sich nicht, wenn je-

    der zu Ihnen sagt, dass heutzutage kein Mensch mehr einen eigenen Kernel kompiliert.

    Das ist insofern richtig, als alle benötigten Funktionalitäten standardmäßig integriert

    sind oder durch Kernelmodule geladen werden können. Unserer Meinung nach ist es

    jedoch essenziell, sich als Anwender mit der Kernelkompilierung auseinanderzusetzen,

    wenn man wichtige Zusammenhänge verstehen will.

    Der wohl wichtigste Teil dieses Buches ist Kapitel 9, »Die Shell«. Leider wird in vielen

    Linux-Büchern kaum auf die Shell eingegangen. Stattdessen finden Sie sich auf Seite 1

    in der grafischen Benutzeroberfläche wieder und bekommen gesagt, wo Sie hinklicken

    müssen. Wir werden die Shell sehr detailliert behandeln, da diese nicht nur unter Linux,

    sondern auch auf allen anderen UNIX-Systemen das definitiv wichtigste und mächtigste

    Werkzeug für den Anwender, Administrator oder Programmierer darstellt.

    In Kapitel 10 lernen Sie mit dem vi einen der wichtigsten UNIX-Editoren kennen. Tat-

    sächlich ist der Editor nicht für die grafische Oberfläche ausgelegt, dafür ist er aber auf

    fast jedem System vorhanden und immer nutzbar. Wir verwenden diesen Editor selbst,

    da man bei der Konfiguration von Linux-Systemen über das Netzwerk hervorragend auf

    diese zurückgreifen kann.

    Kapitel 11 setzt sich anschließend mit der Netzwerk-Konfiguration auseinander. Die

    wichtigsten Netzwerkapplikationen (wie ping, traceroute und netstat) werden hier er-

    läutert. Auch die Einrichtung von Modems und DSL-Verbindungen wird an dieser Stelle

    besprochen. Unvermeidlich und daher natürlich auch mit dabei sind die DNS-Konfigu-

    ration, die wichtigsten Dienste, syslog, die Firewall und die Routingkonfiguration.

    Kapitel 12, »Netzwerk-Tools«, stellt die wichtigsten Web-, Usenet- und Mailprogramme

    wie firefox, knode und sylpheed vor.

    Verschiedene von Linux unterstützte Speichermedien und -verfahren werden in Kapitel

    13 erläutert. Darunter befinden sich SCSI- und RAID-Systeme sowie CD/DVD-Laufwerke,

    CD/DVD-Brenner und USB-Memorysticks.

    In Kapitel 14, »Multimedia und Spiele unter Linux«, erfahren Sie nun endlich – wir legen

    eben sehr großen Wert auf die spirituelle Reinigung eines jeden Users durch die Shell –,

    welche Software Sie für Audio, Video oder auch Webcams & Co. nutzen können.

    31

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    S. 32 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1 Einleitung

    Für Freunde des Raspberry Pi deckt Kapitel 15 dessen Grundlagen, Inbetriebnahme und

    Nutzung ab.

    Im Quellcode-Anhang finden Sie zudem noch Konfigurationsbeispiele einzelner Dienste,

    die in diesem Buch besprochen werden.

    1.5.2 Wie Sie dieses Buch lesen sollten

    Natürlich von links nach rechts und von oben nach unten. Aber auch, wenn Sie dann

    von vorn nach hinten lesen, kann es theoretisch noch vorkommen, dass Sie mit eini-

    gen Begriffen oder Bezeichnungen noch nichts anfangen oder die Beispiele nur schwer

    nachvollziehen können. Wir bemühen uns zwar, das Buch schrittweise aufzubauen, al-

    lerdings ist die Thematik viel zu komplex, als dass dies immer reibungslos gelingen

    würde. Wenn Sie an so einer Problemstelle sind, lesen Sie einfach weiter, aber merken

    Sie sich Ihr Problem. Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem wir jedes Problem

    im Detail behandeln und hoffentlich alle Fragen aus der Welt schaffen.

    Ein solcher Vorgriff auf später behandelte Probleme sei gleich an dieser Stelle getan:

    Wie bereits erwähnt, möchten wir viel mit der Shell arbeiten, auch wenn wir diese im

    Detail erst in Kapitel 9 behandeln. In den Kapiteln davor ist es daher notwendig, dass

    Sie wissen, dass die Shell eine Art Eingabeaufforderung oder Kommandointerpreter ist.

    Man tippt einen Befehl ein, drückt die Enter-Taste und wartet das Ergebnis ab. Diese

    archaische Methode der Bedienung eines Computers mag Ihnen vielleicht nicht ganz

    zeitgemäß vorkommen, aber wir schwören: Sie werden sie lieben lernen und später mit

    einem mitleidigen Blick auf alle mausgewöhnten Computerbenutzer schauen.

    In den Beispielen werden Sie also oft einen sogenannten Prompt, eine Eingabeauffor-

    derung, sehen. Dahinter schreiben wir dann jeweils den Befehl, den wir im aktuellen

    Beispiel benutzen wollen. Des Weiteren gilt: Jede Zeile ohne Prompt ist logischerweise

    das Resultat eines Befehls.

    In den Beispielen werden wir zwei unterschiedliche Prompts benutzen: # sowie $. An

    dieser Stelle reicht es, wenn Sie wissen, dass Sie alle Befehle, die nach einer Raute (#)

    stehen, nur als Systemadministrator ausführen können, alle Befehle nach dem Dollar-

    zeichen hingegen als x-beliebiger Nutzer. Was es sonst noch alles mit Administratoren

    und Benutzern auf sich hat, erfahren Sie zu gegebener Zeit.

    # Befehl

    Ausgabe des Befehls

    Listing 1.1 Ein Beispiel

    32

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    1

    1.5 Über dieses Buch

    In Listings führen wir hin und wieder einen Backslash (\) ein, um ein umbrochenes

    Zeilenende zu verdeutlichen. Wir haben künstliche Zeilenumbrüche nur dann eingefügt,

    wenn andernfalls Text über den Rand der Seite hinaus reichen würde.

    Icons

    Im Buch sind einige Icons zu finden:

    Dieses Icon leitet einen Hinweis ein. Im Buch werden Sie einige Hinweise finden, die

    zusätzliche Randinformationen geben.

    Dieses Icon leitet ein Beispiel ein. Oftmals werden wir verschiedene Themen erst bespre-

    chen und dann mit einem Beispiel verdeutlichen.

    Wenn Sie dieses Symbol sehen, möchten wir Ihnen etwas Wichtiges mitteilen oder Sie

    vor einem möglichen Problem warnen.

    1.5.3 Wo Sie weitere Informationen bekommen

    Im Laufe der letzten Jahre entstanden unzählige Dokumentationen und frei zugängliche

    Informationssammlungen zum Betriebssystem Linux.

    Wenn Sie eine gewisse Portion Mut aufbringen, auch einmal selbst etwas auszuprobie-

    ren, und eine Problemlösung gern konstruktiv angehen, dann stellt Ihnen Linux mehr

    als jedes andere Betriebssystem Möglichkeiten zur Selbsthilfe bereit, frei nach dem Mot-

    to: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

    Foren und Wikis: Hilfe von anderen Usern

    Eine Interaktion mit anderen Usern bieten dagegen Foren und Wikis. In Foren können

    Sie beispielsweise Fragen stellen oder Probleme mit anderen Usern diskutieren. In Wi-

    kis kann jeder (also auch Sie!) beispielsweise kleine Anleitungen oder Problemlösungs-

    schritte hinterlegen, um so anderen Benutzern das Leben ein wenig zu erleichtern.

    Bei einem akuten Problem füttern Sie idealerweise die Suchmaschine Ihrer Wahl mit

    einer möglichst genauen Problem- oder Fragestellung, um dann auf relevante Foren,

    Wikis oder auch Blogs zu stoßen.

    Alternativ können Sie auch auf den Webseiten Ihrer Distribution Hilfe und Infor-

    mationen finden. Für Ubuntu hilft Ihnen beispielsweise die deutschsprachige Seite

    www.ubuntuusers.de weiter.

    33

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    S. 34 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap01.tex , Aktueller Job: buch

    1 Einleitung

    Manpages

    Im späteren Verlauf des Buches kommen wir noch auf die Manpages zu sprechen. Man-

    page bedeutet so viel wie Handbuchseite (manual page). Manpages bieten Hilfe zu allen

    möglichen auf Ihrem Linux-System verfügbaren Kommandos, Syscalls und eigentlich

    allem, was immer mal schnell wichtig ist.

    Usergroups

    In vielen größeren Städten gibt es Linux-Usergroups. Usergroups treffen sich hin und

    wieder und tauschen die neuesten Linux-Probleme, Neuerungen und Eigenentwicklun-

    gen aus bzw. helfen einander. Die Mitgliedschaft ist in der Regel frei, und Anfänger sind

    willkommen.

    1.6 Zusammenfassung

    Linux entstand nicht ohne Vorgeschichte. Einige Jahrzehnte zuvor wurden mit der Ent-

    wicklung von UNIX und seinen Vorgängern bereits die Grundsteine für die Entwicklung

    von Linux gelegt. Das erste freie UNIX-ähnliche Betriebssystem war BSD. Erst Jahre spä-

    ter folgte Linux, das von Linus Torvalds entwickelt wurde. Später entstanden die ersten

    Distributionen (etwa SLS, Slackware und Debian), die als Grundlage und Vorgängerver-

    sionen vieler heute aktueller Distributionen dienen und teilweise noch immer aktiv

    weiterentwickelt werden.

    34

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    2

    Kapitel 2

    Installationsvorbereitung

    »Adventure is the result of poor planning.«

    (dt. »Abenteuer ist die Folge schlechter Planung.«)

    – Colonel Blatchford

    Bevor Sie zur Tat schreiten können und Ihr Linux-System installieren, sollten Sie zu-

    nächst einige Vorbereitungen treffen. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dieser Thema-

    tik. In diesem Kontext werden wir viele wichtige Fragestellungen anreißen und für eine

    ausführliche Klärung gegebenenfalls auch auf spätere Kapitel verweisen.

    Wozu dieses Kapitel?

    Dieses Kapitel ist in erster Linie als Sammlung von Hinweisen zu verstehen, die Ihnen

    während der Installation einer Linux-Distribution helfen sollen. Die eigentliche Installati-

    on besprechen wir am Beispiel einiger populärer Distributionen im nächsten Kapitel.

    Um ein System zu installieren, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, welche Hard-

    ware in Ihrem Zielsystem steckt. Die Kompatibilität dieser Geräte sollte geprüft werden.

    Eventuell werden Sie dann feststellen, dass einzelne Komponenten nicht oder nicht voll-

    ständig unterstützt werden. In diesem Fall können Sie entweder vorerst auf die Funktio-

    nen verzichten, oder Sie schaffen sich andere Hardware an – denn einen Kerneltreiber

    werden Sie ja wohl kaum programmieren wollen. Leider sind davon oft die neueren

    und superteuren Spielzeuge wie aktuelle Grafik- oder Soundkarten betroffen. Wenn man

    schon so ein Schmuckstück sein Eigen nennt, macht es nämlich überhaupt keinen Spaß,

    sich mit irgendwelchen qualitativ minderwertigen Kompatibilitätsmodi zufriedenge-

    ben zu müssen.

    Haben Sie die hardwaretechnischen Fragen vorerst geklärt, sollten Sie sich den Festplat-

    ten zuwenden. Ist eine oder sind mehrere Festplatten in das System integriert? Welche

    Daten befinden sich darauf? Müssen Backups erstellt werden? Soll neben Linux noch ein

    weiteres Betriebssystem auf der Festplatte installiert werden? Und die wohl wichtigste

    35

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    2 Installationsvorbereitung

    Frage ist: Wie soll die Partitionierung der einzelnen Platten gestaltet werden? Aber eins

    nach dem anderen.

    2.1 Die Anforderungen an Ihre Hardware

    Wie wir bereits im vorherigen Kapitel erwähnt haben, können Sie Linux durchaus auf

    älteren Systemen installieren. Welche Hardware Sie letztendlich benötigen, hängt aber

    vor allem von den Anwendungen ab, die Sie benutzen wollen.

    Für Netzwerk- oder Serverdienste sind auch kleine Rechner ausreichend, für 3D-Spiele

    und andere rechenintensive Aufgaben benötigen Sie aber eigentlich immer eine Hard-

    wareausstattung, wie unter Windows für dieselbe Aufgabe notwendig wäre.

    2.2 Hardwareunterstützung

    Auf dem Zielsystem – so bezeichnen wir in diesem Buch den Rechner, auf dem eine

    Installation erfolgen soll – muss natürlich die entsprechende Hardwarekompatibilität

    gewährleistet sein. Doch woher weiß man, welche Hardware überhaupt und, wenn ja,

    wie gut unterstützt wird?

    Die Frage der Hardwareunterstützung ist vor allem relevant, wenn Sie sich neue Kompo-

    nenten anschaffen und diese auch unter Linux nutzen wollen.

    In der Regel ist es so, dass ältere Hardware mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als

    neuere Hardware unterstützt wird. Das liegt daran, dass die Entwickler genug Zeit hat-

    ten, einen entsprechenden Treibercode in den Kernel zu implementieren. Es vergehen

    ca. 3 bis 6 Monate vom Erscheinen der Hardware bis zur Unterstützung im Kernel. Nur

    selten geben die Hardwarehersteller die nötigen Informationen über ihre Produkte frei

    – schließlich könnte ja die Konkurrenz davon profitieren. Bei der wachsenden Unter-

    stützung für Linux kann man sich eine solche Haltung aber bald nicht mehr leisten, da

    immer mehr Anwender eben schon vor dem Produktkauf auf Kompatibilität achten.

    2.2.1 Hardwarekompatibilitätslisten der Hersteller

    Der Distributor Novell stellt auf http://en.opensuse.org/Hardware eine Datenbank bereit,

    in der die Hardwarekomponenten verzeichnet sind, die mit dieser Distribution funktio-

    nieren. Der Besucher kann mithilfe der Weboberfläche aus diversen Kategorien wie Fire-

    wire-Karte, Netzwerkkarten, Scanner, Chipsets, Scanner oder Wireless-Geräte auswählen

    und/oder nach Begriffen im Bereich Hersteller und Modellbezeichnung suchen.

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    2

    2.2 Hardwareunterstützung

    Red Hat bietet für sein Enterprise Linux ebenfalls einen ähnlichen Service an. Unter

    hardware.redhat.com/hcl/ ist die aktuelle Hardwareunterstützungsliste (hardware com-

    patibility list, hcl) zu finden. Die gebotenen Suchmöglichkeiten sind ähnlich komfortabel

    wie bei der oben genannten Hardwareseite von openSUSE.

    Auch für die Ubuntu-Distribution sind entsprechende Informationen verfügbar – et-

    wa unter http://wiki.ubuntuusers.de/Hardwaredatenbanken und für offiziell für Ubuntu

    zertifizierte Hardware unter http://www.ubuntu.com/certification/.

    Wenn diese Ressourcen immer noch unbefriedigende Ergebnisse liefern, hilft Ihnen auf

    jeden Fall die Suchmaschine Ihrer Wahl weiter. Sicher hatte schon einmal irgendjemand

    auf dieser Welt ein ähnliches Problem und hat sich darüber ausgelassen. Allerdings er-

    fordert dieses Vorgehen durchaus Eigeninitiative – aber wenn Ihnen das nicht passt,

    schreiben Sie ruhig Ihrem Lieblingshardwarehersteller einen oder gern auch mehrere

    Brandbriefe. Letztendlich liegt es nämlich nicht an den Leuten, die Linux aktiv weiter-

    entwickeln, ob eine bestimmte Hardware unterstützt wird. In letzter Konsequenz ist

    dafür immer noch der Hersteller verantwortlich.

    2.2.2 X11 und Grafikkarten

    Eine ganz spezielle Bemerkung bezüglich unterstützter Hardware sei hier den Grafikkar-

    ten gewidmet. Wie kaum in einem anderen Segment der Hardwareentwicklung gilt hier

    seit Jahren das Prinzip »höher, schneller, weiter«. Die neuesten Karten müssen ständig

    noch höhere Auflösungen beim Arbeiten und eine noch bessere Performance bei 3D-

    Spielen liefern.

    Wie schön, dass Linux es im Kontrast dazu erlaubt, ein System vollständig ohne Bild-

    schirmausgabe in vollem Umfang zu nutzen – Linux selbst schert sich nämlich nur be-

    grenzt um die Ausgabe. Sie kann natürlich wie gewohnt lokal auf einem an den Rechner

    angeschlossenen Bildschirm oder auch auf einem Tausende Kilometer entfernten, über

    das Internet mit diesem System verbundenen Rechner erfolgen.

    Das impliziert natürlich, dass der Betriebssystemkern nur begrenzte Unterstützung für

    Grafikkarten jenseits des guten alten Textmodus bietet, der den Veteranen unter den

    Lesern sicher noch aus der MS-DOS-Zeit bekannt ist. Aus diesem Grund ist die grafische

    Oberfläche, auf die wir im übernächsten Kapitel noch intensiv eingehen werden, vom

    Kernel getrennt.

    37

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    2 Installationsvorbereitung

    NVIDIA, Intel und AMD bieten Kerneltreiber an, damit Sie deren High-End-Karten auch

    unter Linux voll ausnutzen können. Distributionen wie Ubuntu unterstützen solche

    Treiber entweder »out of the box« oder erlauben die Einbindung nach ein paar einfachen

    Mausklicks.

    Die unter Linux und einigen UNIX- und BSD-Derivaten verwendete grafische Oberflä-

    che ist das X-Window-System. Es wird oft einfach nur mit X oder X11R7 (X-Window-Sys-

    tem Version 11, Release 7) bezeichnet. Die Grafikkartentreiber dieser Oberfläche sind in

    der X.Org-Software selbst enthalten, die natürlich standardmäßig bei jeder Distribution

    mitgeliefert wird. Den aktuellen Status der Treiberentwicklung können Sie auf der Seite

    x.org nachlesen.

    Notieren Sie sich gegebenenfalls den Chipsatz Ihrer Grafikkarte, den Sie auf den Web-

    seiten des Herstellers finden sollten. Einige Grafikkarten sind zwar nicht in der Konfigu-

    rationsauswahl aufgelistet, beinhalten aber den gleichen Chip wie bereits unterstützte

    Karten. Ist dies der Fall, kann die Karte in den meisten Fällen trotzdem verwendet wer-

    den. Wenn dies nicht erfolgreich ist, bleiben Ihnen immer noch Kompatibilitätsmodi

    wie beispielsweise VESA. So wird zwar nicht das gesamte Potenzial der Karte ausgereizt,

    aber das System ist zumindest benutzbar.

    2.2.3 Linux auf Laptops

    Sofern Sie Linux auf einem Laptop betreiben möchten, sei Ihnen die Webseite

    www.linux-on-laptops.com wärmstens empfohlen. Die von Kenneth E. Harker ge-

    staltete Website enthält eine Liste nach Herstellern sortierter Laptops. Zu jedem dort

    eingetragenen Objekt gibt es eine Informationsseite, auf der eventuell zu ladende Ker-

    nelmodule und die (nicht) unterstützte Hardware aufgelistet sind. Ebenfalls auf dieser

    Seite zu finden sind das Linux-HOWTO für mobile Computer. Mit etwas Glück stößt

    man für das eine oder andere Modell auch auf eine komplette Installationsanleitung.

    Beachten Sie zudem, dass insbesondere USB-Docking-Stations oftmals Probleme mit

    Linux bereiten können.

    2.2.4 Andere Geräte

    Im Internet gibt es zahlreiche Informationsquellen, die sich mit der Hardwareunterstüt-

    zung vom Amateurradiogerät bis hin zum Webcamdreher beschäftigen. Wir möchten an

    dieser Stelle auch auf die Hersteller verweisen, die sich seit einigen Jahren immer mehr

    in Richtung Treiberentwicklung unter Linux bewegen und Ihnen oftmals schon auf den

    Webseiten der Produkte die entsprechenden Informationen geben. Andernfalls hilft nur

    Nachfragen weiter.

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    2.3 Festplatten und Partitionen

    An dieser Stelle Hardwarelisten zu publizieren, würde nicht nur den Umfang des Buches

    sprengen, sondern auch unmöglich sein, da nahezu täglich neue Treiber veröffentlicht

    werden, sodass unsere Liste wohl noch vor dem Druck schon wieder veraltet wäre.

    Fazit: Mit der Hardwareunterstützung unter Linux sieht es bei Weitem nicht mehr so

    schlecht aus wie noch vor einigen Jahren. Wenn Komponenten unterstützt werden, so

    laufen diese meist ohne zusätzliche Handgriffe. Falls nicht, müssen Sie sich als Linux-An-

    wender allerdings intensiver mit dem Thema »Kompatibilität« auseinandersetzen, als

    Sie dies unter anderen Betriebssystemen tun müssten.

    2.3 Festplatten und Partitionen

    Da eventuell der eine oder andere Leser ein kleines Problem mit der Unterscheidung

    zwischen Festplatte und Partition hat, wollen wir hier zuerst auf die kleinen, aber feinen

    Unterschiede hinweisen.

    Eine Festplatte ist zuerst einmal nur das physikalische Gerät, das irgendwo im Inneren

    Ihres Computers mit dem Rest der Technik verkabelt ist. Um eine Festplatte nutzen zu

    können, muss sie partitioniert werden, sprich: Die Platte wird in kleinere Teile (Parti-

    tionen) aufgeteilt. Jede dieser Partitionen wird dann beispielsweise unter Windows als

    eigenes Laufwerk behandelt.

    Damit ein Betriebssystem auf den Partitionen Daten speichern kann, muss es natürlich

    eine gewisse Ordnung einhalten, um die gespeicherten Informationen später auch wie-

    derzufinden. Eine solche Ordnung wird durch ein Dateisystem realisiert. Indem Sie eine

    Partition entsprechend formatieren, versehen Sie sie mit dem jeweiligen Dateisystem.

    Nun ist es aber so, dass Computer meist schon vorinstalliert verkauft werden. Es gibt

    dann oft genau eine Partition, die genauso groß ist wie die Festplatte. Das macht in

    fast allen Fällen ein Umpartitionieren der Festplatte erforderlich, wenn Linux installiert

    werden soll. Dazu aber später mehr.

    2.3.1 Funktionsweise unter Linux

    Erst einmal zurück zur generellen Unterstützung von Festplatten durch Linux: Die meis-

    ten modernen Festplatten laufen unter Linux völlig problemlos, nur beim Kauf von

    Controllern (insb. RAID-Controllern) sollten Sie sich vorher erkundigen, welche Hard-

    ware wie unterstützt wird. Auch hier hilft die Suchmaschine Ihrer Wahl, und auch die

    Linux-Foren sind der richtige Ort für solche Fragen.

    39

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 40 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2 Installationsvorbereitung

    Um Ihre Festplatte richtig partitionieren zu können, müssen Sie zuerst verstehen, wie

    Linux Ihre Festplatte(n) organisiert. Diese Organisation wird sich grundlegend von allem

    unterscheiden, was Sie bisher kennen – es sei denn, Sie hatten schon einmal mit einem

    UNIX-ähnlichen Betriebssystem zu tun.

    Das virtuelle Dateisystem

    Linux ist es gleichgültig, wie viele Festplatten bzw. ob Sie überhaupt Festplatten haben

    und wie diese partitioniert sind. Es ist Linux auch egal, ob Sie gerade Daten von einer

    DVD oder von einem Verzeichnis eines anderen Rechners aus dem Internet lesen. Linux

    organisiert seine Daten in einem großen »virtuellen Dateisystem«, dem VFS (virtual file

    system).

    Das VFS ist ein großer Verzeichnisbaum, in den alle vorhandenen Dateisysteme beim

    Systemstart oder auch später zur Laufzeit eingebunden beziehungsweise gemountet

    werden. Der Begriff »mount« kommt aus dem Englischen und bedeutet eben das Ein-

    binden eines Dateisystems. Das Dateisystem – egal ob von einer Festplattenpartition,

    einer DVD oder einem USB-Stick – wird während des Mountens unter ein bestimmtes

    Verzeichnis, den sogenannten Mountpoint, gehängt. Nach dem Mounten ist das Datei-

    system ganz normal unterhalb dieses Verzeichnisses zu erreichen.

    Sofern Sie zuvor ein Dateisystem wie Microsofts NFTS oder das alte FAT32 in einer Win-

    dows-Umgebung gewohnt waren, wird es Ihnen vielleicht zu Anfang etwas schwerfallen,

    die neue Verzeichnisorganisation zu verstehen. Jedoch legt sich das mit der Zeit und bei

    häufigerer Anwendung.

    Unter Windows werden Laufwerke mit Buchstaben, etwa C oder D bezeichnet, wobei das

    Laufwerk C üblicherweise die Systempartition ist. Unter Linux sind alle Laufwerke an

    Mountpoints (Einhängepunkten) im »Root«-Dateisystem, das mit »/« bezeichnet wird,

    eingehängt. Der Pfad C:\Test\Datei.txt würde unter Linux daher /Test/Datei.txt heißen.

    Würde die Datei hingegen auf einer in /media/cdrom gemounteten CD-ROM liegen, so

    ergäbe sich der Pfad /media/cdrom/Test/Datei.txt – und nicht D:\Test\Datei.txt wie unter

    Windows.

    Festplatten, Partitionen und Devices

    Eine Festplatte (wie auch jedes andere Gerät) wird unter Linux einem Devicezugeordnet.

    Ein Device ist nichts anderes als eine Datei, die ein Gerät repräsentiert. Normale Fest-

    platten werden mit sdx bezeichnet, wobei x für einen Kleinbuchstaben beginnend mit a

    (erste Festplatte), b (zweite Festplatte) usw. steht. Die einzelnen Partitionen werden über

    Nummern angesprochen: sda1 (Platte 1, Partition 1), sdb2 (Platte 2, Partition 2). Hiermit

    setzen wir uns aber noch genauer in späteren Kapiteln auseinander.

    40

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 41 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2

    2.3 Festplatten und Partitionen

    Für die typische Partitionierung eines Desktop-Systems gehen wir von einem Rechner

    mit einer 500-GByte-Festplatte aus. Wie Sie sehen, ist die typische Aufteilung der Par-

    titionen auch recht einfach (der Einfachheit halber hindert Sie aber auch nichts daran,

    eine riesige Partition »/« zu erstellen, auf der sich das ganze System samt aller Nutzdaten

    befindet):

    Partition Mountpoint Kapazität

    sda1 / 80 GByte

    sda2 Swap 2 GByte

    sda7 /home restlicher Speicher (418 GByte)

    Tabelle 2.1 Konfiguration eines Desktop-Systems

    Im Verzeichnis /home sind in der Regel die Heimatverzeichnisse der einzelnen Benutzer-

    konten hinterlegt. Jeder Benutzer (in diesem Fall also auch Sie selbst) darf seine eigenen

    Dateien persönlich an diesem Ort ablegen, daher die große Speichermenge in diesem

    Verzeichnis.

    Möchten Sie es sich allerdings ganz einfach machen und haben Sie – sagen wir mal –

    mindestens 4 GByte RAM, könnten Sie auch auf die SWAP-Partition verzichten. Außer-

    dem könnten Sie das System auf einer einzigen Partition (/) installieren, auf der auch

    die /home-Verzeichnisse liegen. Dies bringt Vorteile, aber auch Nachteile1 mit sich, und

    außerdem können Sie sich ruhig der Herausforderung stellen, verschiedene Partitionen

    und Mount-Points anzulegen.

    2.3.2 Die Partitionierung von Hand durchführen

    Wenn Sie einmal eine Festplatte unter Linux partitionieren möchten, weil Sie diese Fest-

    platte nicht schon während der Linux-Installation partitioniert haben (alle modernen

    Linux-Distributionen bieten Ihnen hierfür eine schöne Oberfläche), so können Sie eine

    Festplatte noch immer von Hand editieren.

    1 Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine andere Linux-Distribution ausprobieren, aber Ihre Benutzer-

    dateien allesamt behalten. Dann ist es praktisch, wenn / und /home unterschiedliche Partitionen

    sind – man braucht nur / zu formatieren und muss /home nach der Installation nur wieder korrekt

    einhängen.

    41

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    S. 42 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2 Installationsvorbereitung

    fdisk

    Zur Partitionierung verwendet man entweder das Programm fdisk oder die komforta-

    blere Variante cfdisk, die wir anschließend besprechen werden. Geben Sie einmal spa-

    ßeshalber diesen Programmnamen ein, und bestätigen Sie mit (¢). Das Ergebnis ist ein

    Fehler – Sie haben keine Festplatte angegeben – sowie eine Anleitung zur Nutzung des

    Programms. Keine Angst, noch ist nichts kaputt.

    Einem Programm können – wie auch unter anderen Betriebssystemen wie MS-DOS –

    Parameter und Argumente mit auf den Weg gegeben werden. In diesem Buch verwenden

    wir die beiden Begriffe der Einfachheit halber synonym. Im Falle von fdisk müssen wir

    die zu partitionierende Festplatte in Form eines Dateinamens (in diesem Fall /dev/sda,

    die erste Festplatte) übergeben:

    # fdisk /dev/sda

    Command (m for help):

    Listing 2.1 Aufruf von fdisk

    Es erscheint nun die Aufforderung zur Eingabe eines fdisk-Befehls, wobei dieser aus

    einem einzigen Buchstaben besteht. Eine Liste der verfügbaren Kommandos bekommen

    Sie durch Eingabe von m.

    Eine Partition löschen

    Falls Ihre Festplatte bereits partitioniert ist (zum Beispiel mit einer Windows-Partition)

    und diese gelöscht werden soll, um Speicher zu schaffen, sollten Sie den Buchstaben d

    eingeben.

    Anschließend wird Ihnen die Frage nach der zu löschenden Partitionsnummer gestellt.

    Die Partitionsnummer der Zielpartition erhält man, indem man im Kommandomenü

    print the partition table (p) auswählt und die Partitionsliste von oben abzählt.

    Eine Partition erstellen

    Eine neue Partition wird via n erstellt, wobei zunächst angegeben werden muss, ob es

    sich um eine logische oder um eine primäre Partition handelt. Anschließend sind die

    Größe und der Typ der Partition festzulegen. Beide Informationen sind weiter unten

    beschrieben.

    Der Partitionstyp

    Der Partitionstyp wird durch eine ID bestimmt. Jede ID ist einem Dateisystem zuge-

    ordnet und entweder direkt in der Eingabehilfe von fdisk für Partitionstypen oder in

    Kapitel 6 dieses Buches zu finden. Die Eingabehilfe bekommen Sie, indem Sie sich die

    Liste der möglichen IDs anzeigen lassen, was Sie mit dem l-Kommando bewerkstelli-

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 43 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2

    2.3 Festplatten und Partitionen

    gen. In der Regel sollte eine Linux-Partition (ID 83h) sowie eine Swap-Partition (ID 82h)

    erstellt werden.

    Bootflag setzen

    Das Bootflag wird für die zu bootende Partition gesetzt. Möchten Sie vielleicht lieber eine

    Windows-Partition booten? Dann setzen Sie mit a die aktive Partition auf die Nummer

    jener Partition. Linux ist dieses Flag nämlich egal, da man es – wie Sie später sehen

    werden – problemlos über einen Bootmanager booten kann.

    Die Partitionstabelle betrachten

    Wenn Sie p im Kommandomenü eingeben, erhalten Sie eine Liste der Partitionen Ihrer

    Festplatte wie in Listing 2.2:

    Device Boot Start End Blocks Id System

    /dev/sda1 * 1 535 4044568+ 83 Linux native

    /dev/sda2 536 559 181440 82 Linux swap

    Listing 2.2 Die Beispielpartitionstabelle

    Die erste Spalte gibt die Gerätebezeichnungen für die Partitionen der Platte an. Die zwei-

    te Spalte enthält das eventuell vorhandene Bootflag.

    Da eine Festplatte in Zylinder aufgeteilt ist (diese hier verfügt über 559 dieser Zylinder),

    werden die Partitionen durch diese abgegrenzt. Start und End geben jeweils den Anfangs-

    und Endzylinder einer Partition an.

    Die Blocks-Spalte gibt die Größe der Festplatte in Blockeinheiten an, Id gibt die Parti-

    tions-ID und System die Bezeichnung des Partitionstyps an.

    Speichern der Konfiguration

    Die Konfiguration wird mittels der Taste w in die Partitionstabelle geschrieben, und mit q

    wird fdisk beendet. Wurden einige alte MS-DOS- Partitionen modifiziert, muss zunächst

    ein Neustart erfolgen, bevor es weitergeht.

    2.3.3 Das Tool cfdisk

    Ist Ihnen fdisk zu kryptisch? Kein Problem. Das Programm cfdisk bietet eine konsolen-

    basierte grafische Oberfläche und ist mit den Cursor-Tasten bedienbar. Wobei (¼) und

    (½) zur Auswahl der Partition und (æ) und (Æ) zur Auswahl der Menüoption dienen.

    Die Bedienung ist selbsterklärend und einfacher als bei fdisk. Darüber hinaus wird die

    Nutzung durch bestimmte Details vereinfacht. So ist zum Beispiel die Größe der Parti-

    tionen in Megabyte dargestellt.

    43

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    S. 44 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2 Installationsvorbereitung

    Abbildung 2.1 cfdisk

    2.3.4 Vorinstallierte Systeme

    Was tun Sie, wenn schon ein anderes System installiert ist? Es kommt sehr oft vor, dass

    Anwender Linux parallel zu einem anderen System auf einem Einzelrechner installieren

    möchten. Das setzt voraus, dass Linux und das andere System auf getrennten Partitio-

    nen installiert werden.

    Linux muss dabei nicht auf der gleichen Festplatte installiert werden wie das andere

    System – es kann auch auf einer zweiten Festplatte abgelegt werden.

    Doch woher soll der Computer wissen, welches Betriebssystem er wann booten soll? Um

    diese Problematik zu lösen, muss man einen Bootmanager verwenden, der Sie auswäh-

    len lässt, welches System gebootet werden soll. Linux-Distributionen bringen bereits

    einen Bootloader mit, den Sie schon während der Installation konfigurieren können.

    2.3.5 Windows und Linux

    Falls bereits Windows auf Ihrem Rechner installiert ist und trotzdem Linux auf die glei-

    che Festplatte wie das Windows-System installiert werden soll, gibt es mindestens vier

    Möglichkeiten:

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    S. 45 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2

    2.4 Installationsmedien

    E Sie löschen die Windows-Installation und partitionieren die Festplatte erneut. Dann

    wird zunächst Windows und anschließend Linux mit einem Bootmanager (etwa

    GRUB) auf der Platte installiert.

    E Mit einigen Programmen lassen sich Windows-Partitionen verkleinern. So wird Platz

    für eine zweite Partition geschaffen, auf der sich dann Linux installieren lässt.

    E Bei einigen Windows-Versionen lassen sich übrigens die Partitionen direkt von der

    Systemsteuerung aus verkleinern. Den freien Platz können Sie dann während der

    Linux-Installation wieder füllen, indem Sie neue Partitionen anlegen.

    E Sie entscheiden sich letztendlich gegen die Installation auf der gleichen Festplatte

    und besorgen sich eine Zusatzplatte, auf der Linux gespeichert werden kann.

    2.3.6 Erstellen eines Backups

    Wenn Sie eine Festplatte neu partitionieren, sollten Sie vorher immer ein Backup aller

    wichtigen Daten machen. Wenn alles gut geht, erzielen Sie zwar das gewünschte Ergebnis

    auch so, aber sicher ist sicher.

    Ist die Festplatte schon partitioniert und damit eine Linux-Partition vorhanden, könnte

    trotzdem etwas bei der Installation schiefgehen. Es soll schon oft vorgekommen sein,

    dass bei der Auswahl für das Ziel der Installation die falsche Platte angegeben wurde.

    Daher gilt auch in diesem Fall: Sichern Sie zumindest die wichtigsten Daten.

    2.4 Installationsmedien

    Linux können Sie je nach Distribution auf verschiedenen Wegen installieren. Hierzu

    zählt zum Beispiel die Installation von CD oder DVD, aber auch die Installation über

    das Netzwerk. So kann je nach verwendeter Distribution beispielsweise eine Installation

    über FTP oder über das Network Filesystem (NFS) vorgenommen werden.

    Ebenfalls im Bereich des Möglichen ist die Installation von einer anderen Festplatte,

    einem USB-Stick oder teilweise sogar von einer Diskette2.

    Wie Sie von der mitgelieferten Buch-DVD installieren, verrät Ihnen das nächste Kapitel.

    2 Diese Möglichkeit war früher verbreitet, wobei allerdings Dutzende Disketten benötigt wurden,

    um eine Distribution vollständig zu installieren. Heutzutage finden Sie nur noch bei sehr exoti-

    schen Distributionen, etwa Monkey-Linux, eine Diskettenversion vor.

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    S. 46 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap02.tex , Aktueller Job: buch

    2 Installationsvorbereitung

    2.5 Zusammenfassung

    Bei einer Neuanschaffung eines Linux-Computers sollten Sie darauf achten, Hardware-

    komponenten auszuwählen, die von Linux unterstützt werden. Bei einer Testinstallation

    auf einem bestehenden Rechner ist dies nicht so notwendig, da meistens alle wichtigen

    Komponenten unterstützt werden.

    Weiterhin ist es wichtig, sich zu überlegen, ob und wie Sie Linux installieren möchten.

    Insbesondere müssen Sie hierbei entscheiden, auf welche Festplatte oder Partition ein

    Linux-System platziert werden soll. Sind bereits andere Betriebssysteme (etwa Windows)

    auf einem Rechner vorhanden, hilft oftmals nur der Kauf einer zweiten Festplatte oder

    eine Neuinstallation des Windows-Systems mit einer Partitionierung, die auch eine Par-

    tition für Linux bereitstellt.

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  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    3

    Kapitel 3

    Linux-Installation

    »Wenn man seine ganze Kraft auf das Studium von Irrlehren

    verwendet, so kann das großen Schaden anrichten.«

    – Konfuzius

    Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der eigentlichen Linux-Installation, genauer gesagt

    mit der Konfiguration der Festplatten, der Installation der Software und der Konfigurati-

    on des Bootloaders unter verschiedenen Distributionen. Wir orientieren uns in diesem

    Kapitel an den Distributionen, die auf der Buch-DVD enthalten sind: Ubuntu 14.04, open-

    SUSE 13.1 und Fedora Core 20.0.

    Der normale Weg, Linux zu installieren, beginnt damit, eine CD oder DVD der jeweiligen

    Distribution (bzw. die Buch-DVD) in den Rechner zu legen und von dieser zu booten. (Das

    heißt: Lassen Sie die CD/DVD im Laufwerk, und starten Sie den Computer neu, sodass

    er beim Hochfahren nicht das eigentlich installierte Betriebssystem startet, sondern ein

    Startprogramm zur Installation von der CD/DVD lädt.)

    Wenn die Installations-CD/DVD nicht startet

    Funktioniert das Booten von CD/DVD nicht, so müssen Sie die Bootreihenfolge in Ihrem

    BIOS anpassen. Das BIOS ist das Programm, das direkt nach dem Start des Computers

    ausgeführt wird. Sie gelangen meist über Tasten wie (F2), (Esc) oder (Entf) in Ihr BIOS.

    Wie die Bootreihenfolge der Laufwerke in speziell Ihrem BIOS umgestellt wird, erfahren

    Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Computers bzw. Mainboards. Mit etwas Ausdauer

    und Kenntnis der englischen Sprache dürfte es Ihnen aber auch ohne Hilfe gelingen.

    Die Veränderung der BIOS-Einstellung lässt sich jederzeit rückgängig machen. Zudem

    wird Ihr installiertes Betriebssystem automatisch gestartet, wenn keine bootbare DVD

    im Laufwerk liegt.

    Was für einen Computer benötige ich, damit Linux läuft?

    Für eine aktuelle Linux-Arbeitsumgebung mit Unity-, GNOME- oder KDE-Desktop soll-

    ten Sie mindestens einen Computer mit 1 GByte RAM und 10 GByte Platz für eine Fest-

    47

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 48 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap03.tex , Aktueller Job: buch

    3 Linux-Installation

    platten-Partition haben. Ein alter Prozessor mit 1,5 GHz sollte für das Allernötigste ge-

    nügen. Wir empfehlen Ihnen aus Erfahrung mindestens 2 GByte RAM, eine 40 GByte

    große Festplatte sowie einen mindestens 2 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor. Darun-

    ter macht das Arbeiten mit Linux nur begrenzt Spaß. Wie bei jedem anderen modernen

    Betriebssystem gilt also auch hier: Je mehr Rechenleistung und Speicherplatz vorhanden

    ist, desto besser.

    Beginnen werden wir in diesem Kapitel mit der Installation von Ubuntu, gefolgt von

    openSUSE und Fedora. Da die Installation von Ubuntu am ausführlichsten beschrie-

    ben ist (schließlich erklären wir hier viele erstmals auftauchende Fragen), sollten Sie

    zunächst diesen Abschnitt studieren.

    3.1 Installation von Ubuntu 14.04

    Legen Sie die Buch-DVD in Ihr Laufwerk, und geben Sie nach dem Start den Befehl »ubun-

    tu« ein, um Ubuntu auszuprobieren. Nach dem Start der DVD können Sie entweder nach

    Belieben mit dem von der DVD gestarteten Ubuntu-System spielen und seine Funktio-

    nen ausprobieren oder die Installation starten. Klicken Sie zunächst das Shortcut-Fens-

    ter weg (ein Klick auf das X bzw. die Tastenkombination (±)+ (F4) genügt) und klicken

    Sie dann auf Install.

    Nach dem Start des Installationsprogramms erscheint zunächst ein Menü zur Auswahl

    der Installations- sprache. Im Folgenden gehen wir davon aus, dass Sie als Installa-

    tionssprache Deutsch angeklickt haben. Die Ubuntu-Installation überprüft anschlie-

    ßend, ob Ihr Rechner die notwendigen Mindestanforderungen (Festplattenspeicher etc.)

    für Ubuntu bereitstellen kann. Im Normalfall müssen Sie an dieser Stelle einfach auf

    Weiter klicken. Wir empfehlen Ihnen zudem, die Häckchen bei Aktualisierungen

    während der Installation herunterladen (falls der Rechner mit dem Internet ver-

    bunden ist) und Software von Drittanbietern installieren zu setzen.

    3.1.1 Partitionierung der Festplatte

    Das Partitionierungsprogramm teilt Ihnen mit, ob bereits ein Betriebssystem auf Ihrem

    Rechner installiert ist. Ist dies der Fall, müssen Sie, wie in Kapitel 2 besprochen, die Ent-

    scheidung treffen, ob Sie an einer Stelle der Festplatte (oder auf einer zweiten Festplatte)

    Ihr zukünftiges Linux-System installieren möchten oder nicht. Alternativ können Sie

    auch, um Platz für Ubuntu zu schaffen, das bestehende System mit all seinen Daten lö-

    schen, was sich allerdings nicht rückgängig machen lässt. Wir gehen im Folgenden von

    einer Installation ohne vorhandenes Betriebssystem aus.

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    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

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    3

    3.1 Installation von Ubuntu 14.04

    Computereinsteigern empfehlen wir, die gesamte Platte für die Installation verwenden

    zu lassen. Das Setup-Programm wird für Sie automatisch Dateisystemtypen auswählen

    und ihre Partitionen formatieren und stellt keine komplizierten Fragen. Der Nachteil

    dieser Methode ist die geringe Einflussmöglichkeit auf Partitionsgrößen (etwa auf die

    Größe der Auslagerungspartition).

    Wenn Sie sich sicher sind, dass keine Daten überschrieben werden, klicken Sie auf Jetzt

    installieren.

    3.1.2 Zeitzone und Tastaturlayout festlegen

    Während der Installation der Pakete können Sie die Zeitzone auswählen, in der sich

    Ihr Computer standardmäßig befindet. Im Normalfall wird Berlin ausgewählt sein. Im

    nächsten Schritt muss die Tastaturbelegung ausgewählt werden. Wählen Sie in der linken

    Tabelle Deutsch und in der rechten ebenfalls Deutsch aus.

    Abbildung 3.1 Ubuntu-Installation: Anlegen eines Benutzers

    3.1.3 Anlegen eines Benutzers

    Der folgende Schritt hat das Anlegen eines Benutzer-Accounts zum Ziel (siehe Abbildung

    3.1). Der Name Ihres Rechners ist für den Anfang nicht so sehr von Bedeutung, und daher

    können Sie ruhig den vom Setup vorgeschlagenen Rechnernamen verwenden. Aus Si-

    cherheitsgründen empfiehlt es sich, keinen automatischen Login zu verwenden. Wenn

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    S. 50 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap03.tex , Aktueller Job: buch

    3 Linux-Installation

    Sie keinen allzu langsamen Computer besitzen, sollten Sie auch Ihr Heimverzeichnis

    verschlüsseln lassen (letzter Auswahlpunkt).

    Merken Sie sich auf jeden Fall den gewählten Benutzernamen und das gewählte Passwort.

    Ohne dieses können Sie nach der Installation nur über technische Tricks wieder Zugriff

    auf Ihr System erlangen!

    3.1.4 Systeminstallation

    Das Setup-Programm installiert nun das Basissystem mit grafischer Oberfläche und eine

    Arbeitsumgebung mit LibreOffice, E-Mail-Programm, Webbrowser und Co. und zeigt –

    besonders für Einsteiger – wichtige und interessante Informationen über Ihr zukünf-

    tiges Linux-System an. Sollten Sie über eine aktive Internetverbindung verfügen, wird

    Ihr Linux-System noch mit aktuellen Paketdaten und erweiterter Sprachunterstützung

    versorgt, was bei einer langsamen Internetverbindung eine Weile dauern kann.

    3.1.5 Fertigstellung

    Nach der Installation müssen Sie Ihren Computer nur noch neu starten. Entfernen Sie

    nun kurz nach dem Systemstart die Ubuntu-CD/DVD wieder aus Ihrem Laufwerk, um

    die Installation nicht erneut zu starten.

    Ihr Computer startet nun Ubuntu-Linux. Loggen Sie sich mit dem bei der Installation

    vergebenen Benutzernamen und Passwort ein, und haben Sie viel Freude mit Ihrem

    neuen Linux-Rechner. Herzlichen Glückwunsch!

    3.2 Installation von openSUSE 13.1 (KDE-Live-CD)

    Wie bei Ubuntu gestaltet sich auch die Installation von openSUSE über die KDE-Live-CD

    sehr einfach. Geben Sie den Befehl »opensuse« im Menü der Multiboot-DVD ein und

    wählen Sie dann den Menüpunkt Installation, nachdem das Startmenü geladen wurde.

    Sie können openSUSE auch als Live-System starten. Das bedeutet, dass openSUSE mit

    KDE-Oberfläche von der DVD startet. Wählen Sie dazu den entsprechenden Menüpunkt

    aus. Auf diese Weise können Sie openSUSE ausprobieren, ohne es installieren zu müs-

    sen. Dafür gestaltet sich das Laden der Programme (und damit die Reaktionszeit der

    Oberfläche) jedoch etwas langsamer.

    50

    Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 51 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap03.tex , Aktueller Job: buch

    3

    3.2 Installation von openSUSE 13.1 (KDE-Live-CD)

    3.2.1 Erste Schritte

    Nachdem die Installations-CD gebootet hat, wird zunächst die Sprache (Language) aus-

    gewählt, bei der Sie German – Deutsch wählen sollten. Auch das Tastaturlayout sollte

    auf Deutsch (DE) geändert werden. Klicken Sie zum Fortfahren auf Weiter.

    Es folgt die Auswahl Ihrer Zeitzone, die aller Wahrscheinlichkeit nach Europa/Deutsch-

    land ist. Sollte das angezeigte Datum oder die angezeigte Uhrzeit nicht stimmen, so

    können Sie diese jetzt ändern.

    Abbildung 3.2 openSUSE-Installation: Anlegen eines Benutzers

    3.2.2 Partitionierung

    Je nachdem, wie gut Sie sich mit der Partitionierung von Festplatten auskennen, kann

    diese entweder manuell oder automatisch vorgenommen werden. openSUSE schlägt

    Ihnen zunächst automatisch eine Partitionierungsmöglichkeit vor, die Sie entweder

    51

  • Steffen Wendzel, Johannes Plötner, Einstieg in Linux, 6. Aufl. Galileo Press, ISBN: 978-3-8362-2975-3Layout: gp.cls, Version 3.5.016 (27th June, 2014), (C) Dr. Daniel Lauer, Bonn Mit TEX bearbeitet am 4. August 2014, 11:29 Uhr Umlaut-Check: äöüÄÖÜ. Ligaturen: fl fi

    S. 52 Einstellungen: ohne Marginalien – ohne Seitenrand – mit Taben – mit Kapitel-Intro – Einsteiger – Zoom auf 100.0%Aktuelle Quelldatei: kap03.tex , Aktueller Job: buch

    3 Linux-Installation

    akzeptieren oder abwandeln können. Das Setup-Programm wählt für Sie außerdem

    ganz automatisch den Typ des Dateisystems und die Größe der Auslagerungspartiti-

    on (Swap-Partition). Sie können auch einen ganz eigenen Partitionsaufbau definieren,

    etwa um openSUSE auf einer zweiten Festplatte zu installieren und ein bestehendes

    Windows-System nicht zu löschen.

    3.2.3 Anlegen eines Benutzers

    Beim Anlegen eines Benutzers sind schlicht die vorgegebenen Felder auszufüllen. Es

    empfiehlt sich, das gewählte Passwort auch für den Administrator-Account zu verwen-

    den, um leicht administrative Aufgaben durchführen zu können. Auch das Empfangen

    von Systemmails ist sinnvoll. Eine automatische Anmeldung am Linux-Rechner ist hin-

    gegen aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. Die Standardmethode zur Passwortspei-

    cherung über eine passwd-Datei und der Standardalgorithmus (SHA-512) sind für den

    Anfang in jedem Fall die richtige Wahl. Alternativ kann eine Anmeldung jedoch auch

    durch eine Windows-Domäne, LDAP oder NIS erfolgen.

    3.2.4 Systeminstallation

    Im nächsten Schritt werden alle von Ihnen gewünschten Änderungen und Konfigura-

    tionen nochmals angezeigt. Nach einer Bestätigung beginnt die eigentliche Installation

    von openSUSE. Dabei wird Ihre Festplatte formatiert. Danach wird das openSUSE-Basis-

    system auf