آ»Fأ¼r die IV braucht es weitere Massnahmenآ« Interview Simonetta Sommaruga 1 Ja zur befristeten IV-Zusatzfinanzierung

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  • 1AusgAbe 3/09 mit nande

    Z e i t s c h r i f t f ü r M e n s c h e n M i t h A n d i c A p i A u s g A b e 3 / 2 0 0 9

    bern mit nande

    Inhalt Interview Simonetta Sommaruga 1 Ja zur befristeten IV-Zusatzfinanzierung 1 Geschäftsführung nun definitiv geregelt 2 Personelles 2 Reisen, Sport, Freizeit 2 Procap Adressen + Öffnungszeiten 3 Procap Rechtsecke 4 Gut zu wissen 4 Geburtstage + Todesfälle 5 Region Bern 5 Region Emmental 6 Region Thun 7 Neue Mitglieder 7 Region Interlaken-Oberhasli 9 Region Oberaargau 10 Antworttalons 10

    Impressum Mitenand, Zeitschrift für Menschen mit Handicap. Herausgeber: Procap Bern, Chut- zenstr. 68, 3007 Bern, Tel. 031 372 46 44. Redaktion: Sandra Ghisoni Schenk. Redak- tionsmitarbeit: Verena Alessio, Barbara Ber- ner, Manuela Daboussi, Sabine Blaser, Patricia Kühni, Vreni Minder, Nicole Schei- degger, Patrick Wille. Herstellung Adiuva Bern.

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    Procap Mitarbeiter Patrick Wille interviewte Ständerätin Simonetta Sommaruga zum Thema „Zusatzfinanzierung der IV“.

    PW: Die Zusatzfinanzierung der IV soll durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer befristet bis Ende 2017 erreicht werden. Wird diese Massnahme allein genügen, um das Defizit zu bekämpfen? SS: Nein, mit der vorübergehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer können nur die Schulden, welche die IV bei der AHV angehäuft hat, abgebaut werden. Das ist wichtig, denn auch die AHV braucht genügend Geld, um die Ren- ten langfristig zu sichern. Für die IV braucht es weitere Massnahmen: Einerseits schauen, wo noch Sparmöglichkeiten vorhanden sind, andererseits sollten wir in die Arbeitsintegra- tion investieren. Solche Investitionen kosten zwar am Anfang, sie zahlen sich aber im Laufe der Jahre wieder aus.

    Simonetta Sommaruga, Ständerätin

    »Für die IV braucht es weitere Massnahmen« PW: Sollte die Zusatzfinanzierung vom Volk nicht angenommen werden, was würde das für die IV und die Betroffenen bedeuten? SS: Das wäre letztlich für alle ein Rückschlag. Die Betroffenen müssten mit noch härteren Sparmassnahmen rechnen, was aber oft nichts anderes heisst, als dass die Kosten verlagert werden. Problematisch wäre die Situation aber vor allem auch für die AHV, denn die Schulden der IV könnten nicht abgebaut wer- den. Am Schluss würde man dann auch noch die Höhe der AHV-Renten in Frage stellen, was einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung direkt treffen würde. PW: Weshalb wird in Krisen meistens bei den Sozialausgaben gespart? Die Sozialausgaben haben in den vergange- nen Jahren stets zugenommen. In Krisenzei- ten versucht man, dieses Wachstum zu brem- sen, obwohl dann die Sozialausgaben am nötigsten sind. Gerade die aktuelle Wirt-

    schaftskrise trifft sehr viele Menschen, die mit der Finanzspeku- lation nichts zu tun hatten. Auf ihrem Buckel jetzt sparen zu wollen, finde ich zynisch. PW: Es gibt das Vor- urteil, dass es viele „Scheininvalide“ gibt. Wie begegnen Sie sol- chen Meinungen? SS: Wie bei allen Vor- urteilen lohnt es sich auch hier, stets genau nachzufragen. Welche Informationen stam- men aus erster Hand, was weiss man nur vom „Hören-Sagen“? Schliesslich weise ich stets darauf hin, dass gerade in den neun- ziger Jahren auch viele Arbeitgeber von der IV „profitiert“ haben, indem sie schwä- chere oder zum Teil unbequeme Mitar- beitende an die IV

    überwiesen haben. Das war für sie manchmal ganz bequem. PW: Was wünschen Sie persönlich den Mit- menschen, welche von einer Behinderung betroffen sind? SS: Unsere Gesellschaft spaltet sich immer mehr auf in junge, leistungsfähige Menschen und andere, die in dieser Arbeitswelt nicht oder ungenügend mithalten können. Diese Spaltung ist menschenunwürdig. Ich wün- sche deshalb Menschen mit sichtbaren und mit „unsichtbaren“ Behinderungen, dass sie sich auch in der Arbeit begegnen können und die Vielfalt verschiedener Lebensformen als Bereicherung erleben.

    JA zur befristeten IV-Zusatzfinanzierung Wir alle sind gefordert! Weil es jeden treffen kann!

    Nun wird es ernst: Die Abstimmung über die IV-Zusatzfinanzierung rückt näher. Nur ein JA am 27.9.2009 kann verhindern, dass der Schuldenberg der IV weiter anwächst und nur ein JA kann verhindern, dass der AHV-Aus- gleichsfonds weiter reduziert wird und früher oder später die Auszahlung der AHV-Renten gefährdet ist. Sollte die Zusatzfinanzierung nicht angenom- men werden, drohen zudem massive Leis- tungskürzungen zu Lasten von Menschen mit Behinderung! Der Versicherungsschutz der

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    gesamten Bevölkerung könnte nicht mehr gewährleistet werden, was das Fundament der IV als Volksversicherung erschüttern würde. Somit sind nicht nur Menschen mit Behinderung Betroffene dieser Abstimmung sondern die gesamte Schweizer Bevölkerung. Damit wir diese wichtige Abstimmung gewin- nen, sind wir auf Ihre aktive Unterstützung und Mithilfe angewiesen. Helfen Sie uns, auf die Wichtigkeit der IV als Volksversicherung aufmerksam zu machen, denn es kann jedem und jeder, überall und immer passieren, plötz- lich auf eine IV-Leistung angewiesen zu sein. Kommunizieren Sie diese Botschaft! Vom 3.-6. September finden gesamtschweize- risch Procap Aktionstage statt, an welchen sich auch Procap Bern beteiligt. Zusätzlich gibt es Standaktionen in Bern, Biel und Thun sowie mobile Aktionen im ganzen Kanton

    Geschäftsführung nun definitiv geregelt Seit Januar führte Sandra Ghisoni interimis- tisch die Geschäftsstelle von Procap Bern. Diese provisorische Regelung konnte nun in eine definitive überführt werden: Der Vorstand wählte Sandra im Sommer als Geschäftsfüh- rerin. Sandra arbeitet seit 1995 mit Herzblut für Procap. Dies nicht nur als Sozialversicherungs- beraterin, wobei sie zwischen 2002 und 2009 auch die Geschäftsführung von Procap Thun innehatte. Sie engagiert sich auch in diversen Gremien von Procap Schweiz, aktuell etwa als

    Mitglied in der Sozialpolitischen Kommission und in der Arbeitsgruppe Strukturentwick- lung. Der Vorstand ist überzeugt, dass mit Sandra Ghisoni eine überaus fähige und engagierte Persönlichkeit die Geschäftsführung von Pro- cap Bern übernommen hat. Im Namen des Vorstands und aller Mitglieder wünsche ich Sandra und ihrem Team viel Freude und Zufrie- denheit bei der anspruchsvollen und heraus- fordernden Arbeit für Procap Bern! Christoph Ammann, Präsident Procap Bern

    Bern. Möchten Sie sich lieber in Ihrem Dorf, Ihrem Quartier engagieren? Wir stellen Ihnen gerne Flyer zur Verfügung, die Sie in die Brief- kästen in Ihrer Nachbarschaft stecken kön- nen. Auf der letzten Seite des „mitenand“ finden Sie eine detaillierte Aufstellung der geplanten Aktivitäten. Zögern Sie nicht, sich für eine Aktivität einzutragen und den Talon bis Ende August der Geschäftsstelle zuzustellen. Ein JA zur IV-Zusatzfinanzierung ist für Men- schen mit Behinderung und ihre Angehörigen von existentieller Bedeutung. Helfen Sie mit, damit möglichst viele Leute über die bevorstehende Abstimmung infor- miert sind und am 27. September ein JA in die Urne legen. Weitere Infos unter www.proiv.ch. Herzlichen Dank! Vorstand und Mitarbeitende Procap

    Personelles Ich freue mich, dass mir der Vorstand sein Ver- trauen ausgesprochen und mich definitiv als Geschäftsführerin gewählt hat. Es sind anspruchsvolle Aufgaben, die meine Mitarbeitenden und mich erwarten. Wir müs- sen als Organisation, die u. a. auf Spenden- gelder angewiesen ist, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen, zu genügend finanziellen Mitteln zu kommen. Auch die Beratungstätigkeit wird zunehmend komple- xer und durch die verschärfte IV-Praxis wen- den sich immer mehr Ratsuchende an unsere Beratungsstellen. Ich freue mich, diese Aufga- ben zusammen mit dem Team zu meistern! Durch meine Wahl zur Geschäftsführerin gibt es einige personelle Veränderungen: Barbara Berner wird, da ich mein Beratungs- pensum reduziere, wieder in der Sozialversi- cherungsberatung in Thun tätig sein. Sie hat

    sich in den vergangenen Jahren intensiv und engagiert für den Aufbau der Freiwilligenar- beit in Thun und im vergangenen halben Jahr für den ganzen Kanton Bern eingesetzt. Herz- lichen Dank Barbara! Künftig sind die Regio- nalstellenleiterinnen für die Freiwilligen ihrer Region zuständig. Mit Manuela Daboussi konnten wir zusätzlich eine engagierte Mitarbeiterin gewinnen. Sie wird mich vor allem in der Öffentlichkeitsar- beit und Mittelbeschaffung unterstützen. Leider müssen wir auch eine Kündigung ent- gegennehmen. Susanne Koch, welche seit 2002 für Procap tätig ist, hat eine neue Her- ausforderung gefunden und wird Procap Ende August verlassen. Wir bedauern diesen Abgang, freuen uns aber mit ihr, dass sie eine neue spannende Aufgabe gefunden hat. Herz- lichen Dank Susanne für deinen langjährigen Einsatz zu Gunsten von Procap. Sandra Ghisoni Schenk, Geschäftsführerin

    Reisen, Sport, Freizeit REKA-Checks Einmal pro Jahr können Sie für CHF 90.- ein- hundert REKA-Checks (10%-ige Vergünsti- gung) auf der Geschäftsstelle und in jeder Regionalstelle beziehen. Anspruchsberechtigt sind Aktiv-, Familien- und Jugendmitglieder. Bei Zustellung per Post wird das Porto für ein- geschriebene Briefe (CHF 5.-) dazugerechnet und ein Einzahlungsschein geschickt. Sobald der Betrag bei uns eingetroffen ist, werden Ihnen die REKA-Checks zugestellt.

    Wir sammeln Fremdwährungen! Procap sammelt Fremdwährungen aus der ganzen Welt, auch ehemalige europäischen Währungen. Die Fremdwährungen können bei der Geschäfts- und den Regionalstellen abgegeben oder per Post zugestellt werden.

    La Viva Ende April haben