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116 BTH Heimtex 11 / 2019 www.raumausstattung.de Der deutsche Farben- und Bodenbelagsgroßhandel steht vor großen Herausforderungen. Digitalisierung, Fachkräftemangel und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zwingen die Unternehmen zum Handeln. Bei der Jahreshauptversammlung des Bundesverbands Großhandel Heim & Farbe (GHF) in Hamburg erhielten sie Antworten auf ihre drängenden Fragen und prakti- kable Lösungsansätze. Ein Jahr, bevor der Verband sein 120-jähriges Bestehen feiert, begrüßten die Vorsitzende Christina Engelhard und Geschäftsführer Niels Ehme Lehmann 251 ordentliche sowie außerordentliche Mit- glieder und Gäste, wobei die Zahl der Großhändler in diesem Jahr die der Industrievertreter überschritt. Das zeigt, dass die Verbandsarbeit angenommen wird. Bei einem atemberaubenden Blick auf die Elbe und vorbeiziehende Schie vergaßen Mitglieder und Gäste zwei Tage lang im Hotel Hafen Hamburg ihre Sorgen und verelen in verhalten optimistische Grundstimmung. Während sie bei inspirierenden oder unterhaltsamen Vorträgen Ideen für ihre unter- nehmerische Tätigkeit entwickelten, trafen sie sich in den Pausen zwischen den Redebeiträgen zum entspannten Gedankenaustausch. Höhepunkt war wie immer der Gesprächsabend am Ende des ersten Versammlungstags. Alles in allem erlebten sie wieder eine perfekt organisierte Veranstaltung, erstmals unter Mithilfe von Geschäftsführer Lehmann, der im ver- gangenen Jahr sein Amt übernommen hatte. „Der Markt verändert sich“ Bevor er als Mann der Zahlen die wirtschaftliche Ent- wicklung im allgemeinen und speziell im Großhandel präsentierte, ging Christina Engelhard auf die Ver- änderungen im Verband ein. Sie erinnerte daran, dass sowohl der Farben- als auch der Bodenbelagsgroßhandel Firmenübernahmen zu verzeichnen hat. Als Beispiel nannte sie den Erwerb von Veeser durch Jordan. „Durch die Übernahmen verändern sich der Markt und die Vor- gehensweisen“, betonte Engelhard. „In diesem Prozess hat der GHF auch in Zukunft eine wichtige Rolle.“ Lehmann machte darauf aufmerksam, dass sich die Zahl der Großhändler im Verband von 2009 bis 2019 um 25 % auf nur noch 88 verringert hat, während es im selben Zeitraum 20 % mehr Niederlassungen gibt. Aktuell sind es 623, zumindest 0,5 % weniger als 2018. Ein Neuzugang in der Gruppe der außerordentlichen Mitglieder im GHF ist das elsässische Unternehmen Mauler, das Spezialfarben für Holz und Metall her- stellt. Im kommenden Jahr werden Knauf Gips, Friess-Techno-Pro, die Leco-Werke und die P-D- Industriegesellschaft den Verband verstärken. GHF sorgt mit Lösungsansätzen für verhaltenen Optimismus Farben- und Bodenbelagshandel haben im ersten Halbjahr 2019 nur noch ein leichtes Plus erwirtschaftet. Bei der GHF-Jahreshauptversammlung wurden ihnen Ideen serviert, wie sie sich den heutigen Problemen stellen und die Herausforderungen der Zukunft annehmen können. Die GHF-Vorsitzende Christina Engelhard begrüßte die Gäste und moderierte die Tagung. GHF-Tagung 2019

GHF sorgt mit L sungsans tzen f r verhaltenen Optimismus · Michael Späth (Späth Knoll), Volker König (Mega), Bernd von Pachelbel (CD-Color) Annette Levy (Messe Hannover), Dr

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116 BTH Heimtex 11 / 2019 www.raumausstattung.de

Der deutsche Farben- und Bodenbelagsgroßhandel steht vor großen Herausforderungen. Digitalisierung, Fachkräftemangel und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zwingen die Unternehmen zum Handeln. Bei der Jahreshauptversammlung des Bundesverbands Großhandel Heim & Farbe (GHF) in Hamburg erhielten sie Antworten auf ihre drängenden Fragen und prakti-kable Lösungsansätze. Ein Jahr, bevor der Verband sein 120-jähriges Bestehen feiert, begrüßten die Vorsitzende Christina Engelhard und Geschäftsführer Niels Ehme Lehmann 251 ordentliche sowie außerordentliche Mit-glieder und Gäste, wobei die Zahl der Großhändler in diesem Jahr die der Industrievertreter überschritt. Das zeigt, dass die Verbandsarbeit angenommen wird.

Bei einem atemberaubenden Blick auf die Elbe und vorbeiziehende Schiffe vergaßen Mitglieder

und Gäste zwei Tage lang im Hotel Hafen Hamburg ihre Sorgen und verfielen in verhalten optimis tische

Grund stimmung. Während sie bei inspirierenden oder unterhaltsamen Vorträgen Ideen für ihre unter-nehmerische Tätigkeit entwickelten, trafen sie sich in den Pausen zwischen den Redebeiträgen zum entspannten Gedanken austausch. Höhe punkt war wie immer der Gesprächsabend am Ende des ersten Versammlungstags. Alles in allem erlebten sie wieder eine perfekt organisierte Veranstaltung, erstmals unter

Mithilfe von Geschäftsführer Lehmann, der im ver-gangenen Jahr sein Amt übernommen hatte.

„Der Markt verändert sich“

Bevor er als Mann der Zahlen die wirtschaftliche Ent-wicklung im allgemeinen und speziell im Groß handel präsentierte, ging Christina Engelhard auf die Ver-änderungen im Verband ein. Sie erinnerte daran, dass sowohl der Farben- als auch der Bodenbelags großhandel Firmenübernahmen zu verzeichnen hat. Als Beispiel nannte sie den Erwerb von Veeser durch Jordan. „Durch die Übernahmen verändern sich der Markt und die Vor-gehensweisen“, betonte Engelhard. „In diesem Prozess hat der GHF auch in Zukunft eine wichtige Rolle.“

Lehmann machte darauf aufmerksam, dass sich die Zahl der Großhändler im Verband von 2009 bis 2019 um 25 % auf nur noch 88 verringert hat, während es im selben Zeitraum 20 % mehr Niederlassungen gibt. Aktuell sind es 623, zumindest 0,5 % weniger als 2018. Ein Neuzugang in der Gruppe der außer ordentlichen Mitglieder im GHF ist das elsässische Unter nehmen Mauler, das Spezialfarben für Holz und Metall her-stellt. Im kommenden Jahr werden Knauf Gips, Friess- Techno-Profi, die Leco-Werke und die P-D- Industriegesellschaft den Verband verstärken.

GHF sorgt mit Lösungsansätzen für verhaltenen OptimismusFarben- und Bodenbelagshandel haben im ersten Halbjahr 2019 nur noch ein leichtes Plus erwirtschaftet. Bei der GHF-Jahreshauptversammlung wurden ihnen Ideen serviert, wie sie sich den heutigen Problemen stellen und die Herausforderungen der Zukunft annehmen können.

Die GHF-Vorsitzende Christina Engelhard begrüßte die Gäste und moderierte die Tagung.

GHF-Tagung 2019

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Großhandel

Nur noch kleines Umsatzplus

Nachdem im vergangenen Jahr wegen Ungenauig-keiten keine Umsatzzahlen genannt wurden, hat der GHF zusammen mit dem Institut für Handels-forschung (IFH) in Köln einen neuen Geschäftsklima-index entwickelt. Demnach hat der Großhandel ins-gesamt im ersten Halbjahr 2019 gegenüber den ersten sechs Monaten 2018 ein leichtes Umsatzplus erwirt-schaftet, das aber geringer ausfällt als im vergleich-baren Vorjahreszeitraum, wie Lehmann ausführte.

Nach den Zahlen des IFH meldete der Farben-großhandel für 2018 ein Volumen von rund 1,4 Mrd. EUR. Seine Warengruppen wurden in acht Segmente unterteilt. Insgesamt stieg der Umsatz in der ersten

GHF-Geschäftsführer Niels Ehme Lehmann bedankte sich bei seiner Assistentin Andrea Zecchini, der neuen Mitarbeiterin Renate Semelrot und Zecchinis Tochter Lisa David für die Organisation der Jahreshauptversammlung.

Der Farbengroßhandel in ZahlenUmsatzverteilung

der Warengruppen 2018

Farben / Lacke / Lasuren

45 %

Sonstiges

4,1 %

WDVS

8,2 %

Bodenbeläge

16,3 %

Heimtextilien

0,6 %

Trockenbau / Baustoffe

5,7 %

Wandbeläge

10,2 %

Werkzeug / Maschinen

9,9 %

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Umsatzentwicklung Farbengroßhandel

0,0 %

0,5 %

1,0 %

1,5 %

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2,5 %

3,0 %

3,5 %

2018 1. Hj. 2018 1. Hj. 2019

0,7 %

1,8 %

3,2 %

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Umsatzentwicklung nach Warengruppen im ersten Halbjahr 2018/2019

-5 %

0 %

5 %

10 %

15 %

20 %

Farben / Lacke / Lasuren

WDVS Wandbeläge Bodenbeläge Trockenbrau / Baustoffe

Heimtextilien Werkzeug / Maschinen

Sonstiges

6,0 %

3,0 %

14,0 %

3,0 %3,0 %

-2,0 %

0,0 %

-1,0 %

6,7 %4,6 %

-1,3 %

4,0 %3,2 %1,8 %

2,6 %3,1 %

Januar - Juni 2018 / 2017Januar - Juni 2019 / 2018

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Großhandel und Industrie auf der GHF-Tagung 2019

Vassilios Goulios, Andreas Bley (Paul Jaeger), Stefan Huffer (Huffer Farben)

Achim Franck, Uwe Gerlach (Tesa)

Carolin Neffe (Schlau), Jörg Jordan (Jordan)

Ines Buchholz (Mega), Oliver Niederberger (Murschhauser)

Claus Hoffmann (Rigromont), Robert Horst (Jordan)

Jens Irmer, Martin Multhaupt (Vorwerk)

Alexander Krenczik (PPG Coatings), Christian Schuller (Mesko-Pinsel)

Tilo Höbel (Tarkett), Josef Führes (Copa)

Holger Twiehaus (Jansen), Thorsten W. Stollberg (Wistoba)

Klaus Schulz (Weigel), Richard Riepe (Bostik)

Klaus Meffert (Meffert), Frauke Wilts (Egbert Wilts), Karheinz Wirth (Meffert)

Ingo Stückmann, Manfred Fesenberg (Schlau)

Klaus Kulke (CMS), Margarete Sonnen (Sonnen-Herzog)

Jan Bauer (Bundesverband Farbe), Jörg Heinemann (Storch)

Jan-Stefan Rohde (Mega), Bernd Nehring (Findeisen)

Rorbert Horst (Jordan), Michael Heim (Mapei)

Guido Kuphal (Caparol), Frank Möller (MEG)

Markus von Keitz (Dura), Peter Leinweber (Edel Carpets)

Roland Bantel (A.S. Création)

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Großhandel und Industrie auf der GHF-Tagung 2019

Michael Späth (Späth Knoll), Volker König (Mega), Bernd von Pachelbel (CD-Color)

Annette Levy (Messe Hannover), Dr. Christian Schäfer (Dura)

Joachim Klein (Mega), Till Prenzel (CMS)

Rorbert Horst (Jordan), Michael Heim (Mapei)

Joachim Stock (Gebr. Rasch), Dietmar Böttger (Pufas)

Dirk Vossen (VFG), Andreas Rau (Farben Klotz)

Frank Böttner (Decor-Union), Alexander Jarosch (W. Schneck), Daniel Klein (Farben Klein)

Stefan Klinker (Akzo Nobel), Hans-Peter Steindor (Caparol)

Thomas Schwarzenstein (Kobau), Rainer Nüssgen (Erfurt & Sohn)

Markus Weigel (Weigel), Holger Seitz, Michael Stein (Gerflor)

Frank A. Kühnel (Maler-Einkauf Rhein-Ruhr), Martin Erfurt (Erfurt & Sohn)

Oliver Schröder (CD-Color)

Egbert Wilts (Egbert Wilts)

Martin Auerbach (Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie)

Rainer Virchow, (Zero-Lack) Thomas Niedermayr (Keimfarben), Jörg von Rhade (Südwest)

Martin Thewes (Forbo Flooring), Stephan Naacke (Findeisen), Christian Sporleder (Anker)

Stefan Weyer (Caparol)

Philipp Utz (Uzin Utz)

Gert Geusen (PCI)

Frank A. Kühnel (Maler-Einkauf Rhein-Ruhr), Dr. Frank Jung (Dinova)

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Jahreshälfte 2019 um 0,7 %. Über ein Plus freuen sich die Farbengroßhändler in den Bereichen Trockenbau/Baustoffe (+3 %), Heimtextilien (+14 %), Werkzeug/Maschinen (+3 %) und sonstige Produkte (+6 %). Ei-nen Umsatzrückgang gab es bei der größten Waren-gruppe (Umsatzanteil 45 %) Farben/Lacken/Lasuren mit -1 % und bei Wandbelägen mit -2 %. Der Umsatz mit WDVS blieb stabil.

Im Bodenbelagsroßhandel liegt das Meldevolumen für 2018 bei 240 Mio. EUR. Die Branche steigerte ihren Umsatz über alle vier Warengruppen hinweg in den ersten sechs Monaten 2019 um 1,2 %. Sie leidet nach wie nach wie vor unter dem Rückgang beim Umsatz mit textilen Bodenbelägen (-4,2 %). Für elastische Be-läge ergab sich ein Minus von 1 %, bei Laminat/Parkett

schlägt es mit 0,4 % zu Buche – nach einem Plus von 8,6 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz mit Zubehör stieg dagegen um 2,8 %. Größte Warengruppe sind mit 38,9 % elastische Bodenbeläge, gefolgt von Zubehör (32,9 %), textilen Bodenbelägen (14,3 %) und Laminat/Parkett (13,9%).

Die Vorzeichen für die weitere Entwicklung sind nega-tiv, wie auch der im August auf den niedrigsten Wert seit 2012 gefallene Ifo-Geschäfsklima-Index zeigt. Lehmann sprach von Anzeichen einer drohenden Rezession. Als positiv bewertete er aber die sinkende Zahl an Unternehmensinsolvenzen. Wirtschaftsmotor sei weiterhin die Baubranche: „Sie boomt“. Allerdings sind die Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2019 um 2,3 % zurückgegangen.

GHF-Tagung 2019

Umsatzverteilung der Warengruppen 2018

Textile Bodenbeläge14,3 %

Laminat u. Parkett13,9 %

Elastische Bodenbeläge38,9 %

Zubehör32,9 %

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Umsatzentwicklung nach Warengruppen im ersten Halbjahr 2018/2019

-10 %

-5 %

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5 %

10 %

Textile Bodenbeläge

Elastische Bodenbeläge

Laminat / Parkett Zubehör

2,8 %

-0,4 %-1,0 %

-4,2 %

8,0 %

-8,6 %

3,8 %

-4,5 %

Januar - Dez 2018 / 2017Januar - Juni 2019 / 2018

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Der Bodenbelagsgroßhandel in Zahlen

Umsatzentwicklung Bodenbelagsgroßhandel

0,0 %

0,5 %

1,0 %

1,5 %

2,0 %

2,5 %

2018 1. Hj. 2018 1. Hj. 2019

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Roger Ranke begeisterte die Zuhörer mit seinem informativen und gleichzeitig spannenden Vortrag über „Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler“.

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Großhandel

Quereinsteiger statt Facharbeiter

Das größte Risiko im gesamten Baugewerbe ist nach Einschätzung Lehmanns aber die Verfügbarkeit von Facharbeitern. „Es wird immer schwieriger, Aus-bildungsstellen zu besetzen“, sagte er. Als Gründe führte er die zunehmende Abkehr vom klassischen Lehrberuf hin zum Studium an sowie den demo-graphischen Wandel. „In der Skala der beliebtesten Ausbildungsberufe steht der Großhandelskaufmann nur noch auf Platz zehn“, hob Lehmann hervor. „Hier muss man etwas für das Image tun.“ Um Engpässe zu überbrücken, schlug er die Beschäftigung von Quer-einsteigern vor. „Das sind aber noch keine Fach-arbeiter, sie müssen fortgebildet werden.“

Der GHF hat sein Seminarprogramm um Angebote für Quereinsteiger ergänzt, aber auch für alle wei-teren Mitarbeiter im Großhandel finden sich in der neuen Broschüre die passende Schulung. Lehmann verwies auf die Praxis- und Kompaktseminare, die über Anwendung und Produkte informieren. Die Serie begann im vergangenen Jahr mit dem Boden-belag in Zusammenarbeit mit Infloor. Im November werden Desingbeläge einen Schwerpunkt im Bereich Boden bilden, Partner ist Wineo. Ein weiteres Semi-nar findet für das Farbensegment in Zusammenarbeit mit den Meffert Farbwerken statt und für das nächste Jahr ist ein Seminar geplant, das den Fokus auf die Tapete richtet.

Lehmann kritisierte, dass in Deutschland maximal 15 % aller Unternehmen in Weiterbildung investie-ren. „Eigentlich wäre eine Steigerung nötig, um dem erwarteten Fachkräftemangel zu begegnen“, appel-lierte er an Industrie und Handel.

„Großhandel ist Problemlöser“

Eine weitere Herausforderung ist seiner Meinung nach die Digitalisierung, die tiefgreifende Ver änderungen mit sich bringe. „Markt und Wettbewerber haben sich verändert, der Handel muss sich anpassen oder gar neu aufstellen“, meinte der Geschäfts führer. Er riet dem Großhandel, sein Portfolio auf allen Plattformen zu präsentieren. Im diesem Veränderungsprozess gelte es, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Der Groß-handel hat seine Stärken: Service, Beratung, Liefe-rung, Distribution.“ Er sei ein echter Problemlöser, doch neue Aufgaben kämen hinzu, die aber zu be-wältigen seien.

Nach Lehmanns Ausführungen begann ein teils sehr anspruchsvolles, manchmal lediglich

unterhaltsames Vortragsprogramm, das in frischer Weise im rotierenden Verfahren von den GHF- Vorstandsmitgliedern anmoderiert wurde. Ein Höhe punkt war sicherlich der Beitrag „Faires Hand-werk“ von Martin Diemerling. Der stellvertretende Obermeister und Geschäftsführer der Maler- und Lackierer innung Rhein-Main präsentierte den Ein-satz seiner Innung für mehr faire Wettbewerbs-bedingungen. „Nicht jeder darf malern“, betonte Diemerling. In seinem Handwerk gelte der Meister-zwang. Wer nicht in die Handwerksrolle eingetragen sei, dürfe spezifische Malerarbeiten nicht ausführen. Mache er es doch, handele es sich um Schwarzarbeit und der Auftraggeber trage das Risiko.

Das Finale gestaltete Roger Rankel mit einem fesseln-den Vortrag über „Die Geheimnisse der Umsatz-verdoppler“. Er empfahl dem Handel, seine Leis-tungen in Szene zu setzen, Komplementärprodukte anzupreisen und die eigene Webseite übersichtlich und einfach zu gestalten. „Weniger ist das neue Mehr angesichts der Reizüberflutung.“

Ob Vorträge, lebendiger Meinungsaustausch in den Pausen oder geselliges Abendessen – der GHF hat es wieder einmal geschafft, seine Mitglieder zu über-zeugen. Der Verband nimmt sich ihrer Probleme an, bietet Lösungsansätze und bringt einmal im Jahr Han-del und Industrie zusammen. Beflügelt gingen deren Vertreter nach Haus und freuen sich auf die nächste Jahreshauptversammlung, die zum 120-jährigen Be-stehen des Verbands am 15. und 16. September 2020 im Hotel Titanic in Berlin stattfindet.

❱❱ [email protected]

Gut gelaunt präsentierte sich der GHF mit Geschäftsführer Niels Ehme Lehmann und den Vorstandsmitgliedern Michael Späth (Späth & Knoll), Frank A. Kühnel (MEG Rhein-Ruhr), Christina Engelhard (Rolf Engelhard), Eberhard Liebherr (Ketterer+Liebherr) und Martin Geiger (Alois Geiger).

Martin Diemerling erläuterte die Kampagne „Faires Handwerk“ der Maler- und Lackierer-innung Rhein-Main: „Nicht jeder darf malern.“