GUSTO AUF HANDEL (Taste for Trade)

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    28-Mar-2016

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In the austrian magazin FORMAT it is pointed out, how important the purchasing power of the focus group "migrants" is in Austria.

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  • Gusto auf HeimatE

    s ist nicht viel anders als in der Trkei. Saucen der Marke nc, Kse von Stdiyari und Marmelade von Tunas nden sich in den Regalen des tr-

    kischen Supermarkts Aycan am Wiener Mexikoplatz. Auch Kebab wird verkauft. Im Geschft tummeln sich Mtter mit Kin-dern, viele sind kopftuchtragende Musli-mas, meist Trkinnen. Sie sprechen alle trkisch, nur vereinzelt sind ein paar Brocken Deutsch zu hren. 15 Lden zhlt Aycan landesweit; damit ist der Filialist gemeinsam mit Mitbewerber Etsan die grte trkische Handelskette sterreichs. Das Potenzial fr trkische Supermrkte ist noch lngst nicht ausgeschpft, sagt Amin Reda, ein Experte fr Ethno-Food.

    Auch Handelsketten wie Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) und Spar wol-len die Kaufkraft der Migranten nutzen, doch der Ausbau des Ge-schfts luft schleppend. Zu gro scheint die Angst, Schiffbruch zu erleiden. Ausgerechnet Ziel-punkt, lange Jahre das Sor-genkind im Lebensmittel-handel, zeigt nun, dass sich mit den Zuwanderern doch Geld verdienen lsst.

    In sterreich leben derzeit 1,54 Millionen Menschen mit Migrati-onshintergrund; das sind 18,6 Prozent der Gesamt-bevlkerung. Etwas mehr als eine Million sind im Ausland geboren, 404.600 gehren der zweiten Generation an.

    Die grte Gruppe mit mehr als 410.000 Menschen stammt aus dem frheren Jugo-slawien, dahinter kommen die Deutschen (220.000) und die Trken (185.000).

    Nachholbedarf. Experten schtzen, dass die Kaufkraft von Migranten bei 20 Mil-liarden Euro im Jahr liegt. Gut 35 Prozent davon, also sieben Milliarden, werden fr Lebensmittel ausgegeben. Wie Branchen-kenner Reda sagt, wrden sich viele Zu-wanderer ber ein greres Angebot an Ethno-Food freuen. Derzeit werden wegen der geringen Auswahl nur rund 700 Mil-lionen Euro fr Produkte aus der Heimat ausgegeben.

    Reda, selbst syrischen Backgrounds, ist seit 2002 im Geschft. ber die Wiener Brajlovic GmbH vertreibt er vor allem

    Marken aus Ex-Jugoslawien, darunter dort bekannte Namen wie Don Caf, Medela (Feigen-Strudel) und Jami-Burek (Tiefkhlteig mit Spinat oder Kse). Reda beliefert Ethno-Mrkte

    ebenso wie groe Handelsket-ten, darunter Rewe und Ziel-punkt. Auch die kroatische Firma Kreis, die Produkte wie Plasma (Kekse) und Vegeta (Gewrzmischung) fhrt, liefert Waren vom Balkan nach sterreich.

    Whrend das Geschft mit Ethno-Food in Europas

    groen Handelsketten bestens luft, beson-ders in Schweden und Frankreich, sind die heimischen Filialisten beim Einkauf noch zurckhaltend. Der Grund dafr liegt wie of ziell allerdings niemand besttigen will im damit verbundenen Risiko: Vor allem Migranten trkischer Abstammung shop-pen lieber in eigenen Mrkten, wie der tg-liche Andrang bei Aycan am Wiener Me-xikoplatz zeigt. Unternehmen wie Rewe und Spar frchten, dass sie auf der Ethno-Ware sitzen bleiben oder gar den National-stolz der sterreicher verletzen knnten.

    Pionier. Zielpunkt hat nun dennoch ei-nen erfolgreichen Alleingang gewagt: Die Handelskette setzt auf die Kaufkraft der sterreichweit ber 410.000 Ex-Jugo-slawen und fhrt immer mehr Artikel, die auch sterreicher aus ihrem Kroatien-Ur-laub kennen. Die Artikel kommen sehr gut an, sagt Zielpunkt-Geschftsfhrer Jan Satek, sowohl bei Alteingesessenen als auch bei den Migranten.

    Satek setzt in allen 300 Filialen auf mehr Ethno-Sortiment. Einen ersten Test-lauf gab es im Vorjahr in knapp hundert Mrk ten. Das Angebot reicht von Gewr-zen, Swaren, Kaffee-Sorten und Fertig-produkten wie Packerlsuppen bis zu Li-monaden und Energy-Drinks, erzhlt er, der an dieser Offensive festhalten will. Zum Vergleich: Whrend die mit Ethno-Food befllten Regale bei Billa und Spar

    Brocken Deutsch zu hren. 15 Lden zhlt Aycan landesweit; damit ist der Filialist gemeinsam mit Mitbewerber Etsan die grte trkische Handelskette sterreichs. Das Potenzial fr trkische Supermrkte ist noch lngst nicht ausgeschpft, sagt Amin Reda, ein Experte fr Ethno-Food.

    Auch Handelsketten wie Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) und Spar wol-len die Kaufkraft der Migranten nutzen, doch der Ausbau des Ge-schfts luft schleppend. Zu gro scheint die Angst, Schiffbruch zu erleiden. Ausgerechnet Ziel-punkt, lange Jahre das Sor-genkind im Lebensmittel-handel, zeigt nun, dass sich mit den Zuwanderern doch Geld verdienen lsst.

    In sterreich leben derzeit 1,54 Millionen Menschen mit Migrati-onshintergrund; das sind 18,6 Prozent der Gesamt-bevlkerung. Etwas mehr als eine Million sind im Ausland geboren, 404.600 gehren der zweiten Generation an.

    wanderer ber ein greres Angebot an wanderer ber ein greres Angebot an Ethno-Food freuen. Derzeit werden wegen Ethno-Food freuen. Derzeit werden wegen der geringen Auswahl nur rund 700 Mil-der geringen Auswahl nur rund 700 Mil-lionen Euro fr Produkte aus der Heimat lionen Euro fr Produkte aus der Heimat ausgegeben.

    Reda, selbst syrischen Backgrounds, ist Reda, selbst syrischen Backgrounds, ist seit 2002 im Geschft. ber die Wiener seit 2002 im Geschft. ber die Wiener Brajlovic GmbH vertreibt er vor allem Brajlovic GmbH vertreibt er vor allem

    Marken aus Ex-Jugoslawien, darunter Marken aus Ex-Jugoslawien, darunter dort bekannte Namen wie Don Caf, dort bekannte Namen wie Don Caf, Medela (Feigen-Strudel) und Jami-Medela (Feigen-Strudel) und Jami-Burek (Tiefkhlteig mit Spinat oder Burek (Tiefkhlteig mit Spinat oder Kse). Reda beliefert Ethno-Mrkte Kse). Reda beliefert Ethno-Mrkte

    ebenso wie groe Handelsket-ebenso wie groe Handelsket-ten, darunter Rewe und Ziel-ten, darunter Rewe und Ziel-punkt. Auch die kroatische punkt. Auch die kroatische Firma Kreis, die Produkte Firma Kreis, die Produkte wie Plasma (Kekse) und wie Plasma (Kekse) und Vegeta (Gewrzmischung) Vegeta (Gewrzmischung) fhrt, liefert Waren vom fhrt, liefert Waren vom Balkan nach sterreich. Balkan nach sterreich.

    Whrend das Geschft Whrend das Geschft mit Ethno-Food in Europas mit Ethno-Food in Europas

    Ware sitzen bleiben oder gar den National-stolz der sterreicher verletzen knnten.

    nen erfolgreichen Alleingang gewagt: Die Handelskette setzt auf die Kaufkraft der sterreichweit ber 410.000 Ex-Jugo-slawen und fhrt immer mehr Artikel, die auch sterreicher aus ihrem Kroatien-Ur-laub kennen. Die Artikel kommen sehr gut an, sagt Zielpunkt-Geschftsfhrer Jan Satek, sowohl bei Alteingesessenen als auch bei den Migranten.

    mehr Ethno-Sortiment. Einen ersten Test-lauf gab es im Vorjahr in knapp hundert Mrk ten. Das Angebot reicht von Gewr-zen, Swaren, Kaffee-Sorten und Fertig-produkten wie Packerlsuppen bis zu Li-monaden und Energy-Drinks, erzhlt er, der an dieser Offensive festhalten will. Zum Vergleich: Whrend die mit Ethno-Food befllten Regale bei Billa und Spar

    Merkur, Penny, Adeg) und Spar wol-len die Kaufkraft der Migranten nutzen, doch der Ausbau des Ge-schfts luft schleppend. Zu gro scheint die Angst, Schiffbruch zu erleiden. Ausgerechnet Ziel-punkt, lange Jahre das Sor-

    bevlkerung. Etwas mehr als eine Million sind im Ausland geboren, 404.600 gehren der zweiten Generation an.

    Marken aus Ex-Jugoslawien, darunter dort bekannte Namen wie Don Caf, Medela (Feigen-Strudel) und Jami-Burek (Tiefkhlteig mit Spinat oder Kse). Reda beliefert Ethno-Mrkte

    ebenso wie groe Handelsket-ten, darunter Rewe und Ziel-punkt. Auch die kroatische Firma Kreis, die Produkte wie Plasma (Kekse) und Vegeta (Gewrzmischung) fhrt, liefert Waren vom Balkan nach sterreich.

    mit Ethno-Food in Europas

    sterreichs Ethno-Mrkte boomen

    Hier leben 1,5 Millionen Migranten, aber leider nutzen die Handelsketten das Potenzial kaum.

    Amin Reda Verkaufsleiter Brajlovic GmbH Wien

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