Hörnerdörfer Gästemagazin August 2014

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Herbert Vogler aus Bolsterlang ist einer der letzten Schellenriemenmacher des Allgäus und der einzige deutsche Kunsthandwerker, der den Metallschmuck für traditionelle Kuhgürtel noch per Hand fertigt. Konzentriert bearbeitet Herbert Vogler mit einem kleinen Hammer und einem Stanzeisen einen Riemen. Im Hintergrund läuft Volksmusik, es riecht nach würzigem Leder. Stünde zwischen altem Handwerksgerät, Gürteln, Kuhglocken und Schellen nicht auch eine elektrische Niet- und Stanzmaschine, fühlte man sich in der kleinen Werkstatt im Hörnerdorf Bolsterlang zurückversetzt in frühere Zeiten. Auf dem Lederriemen zeichnet sich inzwi- schen ein Muster ab. Schellenriemenmacher Herbert Vogler legt sein altgedientes Stanzeisen beiseite...

Text of Hörnerdörfer Gästemagazin August 2014

  • Gebhr: 1,50 Mit Gstekarte und fr Einheimische kostenlos www.hoernerdoerfer.de

    Hrnerdrfer

    Gstemagazin

    Fischen Bolsterlang Obermaiselstein Balderschwang Ofterschwang

    Ausgabe August 2014

    Vieh vor dem Besler

    Foto

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  • 2www.allguer-bergkaese.deSchweineberg 18 87527 OfterschwangTelefon 0 83 21/33 63 Telefax 67 61 64

    Bergks-Sennerei Schweineberg

    So erreichen Sie uns:An der B 19 von Sonthofen Richtung Oberstdorf biegen Sie am Alten Berg rechts ab nach Tiefenberg und erreichen nach ca. 2 km Schweineberg.

    Verkaufszeiten:Tglich von 8 bis 11.30 Uhr und 17.30 bis 19 Uhr.Sonn- und feiertags von 18 bis 19 Uhr.

    Sennereifhrung mit Kseproben: Jeden Dienstag 10.30 Uhr (auer feiertags) oder auf Anfrage:

    Kseversand

    Vielfalt. Qualitt. Genuss.

    87534 OberstaufenTel: 0 83 86 - 27 20www.huendle.deinfo@huendle.deffnungszeiten:Rodelbahn: 10 - 17 Uhr(bei trockener Witterung)

    Neue 8-er Gondelbahn: 9 - 1630 UhrVerlngerte ffnungszeitenin den Ferien

    Steibis - In der Au 1987534 Oberstaufen

    Tel: 0 83 86 - 81 12www.imbergbahn.deinfo@imbergbahn.de

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    Verlngerte ffnungszeiten in den Ferien

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    Premiumwanderweg Alpenfreiheit

    Expedition Nagelfluh

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    Sennalpen

    Gemtliche Einkehrmglichkeiten

  • 3EDITORIAL

    Thema des Monats 4 5

    Gesundheit 7

    Aktuelles 9

    A Z 10 11

    INHALT

    Liebe Gste in den Hrnerdrfern, sehr geehrte Damen und Herren,

    Veranstaltungen 13 38

    Aus den Hrnerdrfern 39 43

    Freizeittipps 44 45

    keine Wolke am Himmel, dieser noch dazu strahlend blau, die Sonne scheint, der Wind hat Schaffenspause. Das Wetter ist ein Traum schlechthin. Dunkle Wolken trben die Sicht aufden Himmel, schon sind dicke Regentropfen im Anmarsch, starker Wind sorgt dafr, dass der Regen wie eine schiefe Wand angebraust kommt. Ein Wetterumschwung in einer Urlaubswoche, ein verregneter Tag nach einer Reihe von so genann-ten Traumtagen, da kann man doch nicht klagen. Ja, wenn dem so wre! Aber den eingangs skiz-zierten Wetterumschwung durfte man heuer auch schon mal an einem Tag erleben. Frhmorgens los auf den Berg und wenige Stunden spter ist man dem Schlechtwetter nahezu ungeschtzt ausge-setzt. Welch ein Drama, meint der eine oder andere angesichts solcher Wetterkapriolen. Aber ist so etwas tatschlich ein Drama? Die deutsche Sprache bietet uns die Mglichkeit, sehr differen-ziert Worte einzusetzen. Das Wort Drama bei einer Wetterverschlechterung ist fehl am Platz.

    Es ist auch kein Drama, ein Fuballspiel zu verlie-ren, selbst wenn es um den Weltmeistertitel geht. Ob Ronaldo mal daneben schiet oder Klose in die Erde haut statt den Ball zu treffen, ist bestenfalls eine Randnotiz beim Fuball, Drama ist etwas anderes. Wenn beispielsweise Menschen auf dem Weg zu einem fr sie vermeintlich besseren Leben an den Eingangstoren Europas vor der Pelagischen Insel Lampedusa sich selbst und damit dem Meer berlassen werden, dann ist das tatschlich ein Drama, auch wenn es uns als Brger Europas kaum juckt (leider). Es ist grotesk, wenn wir meinen, einen verregneten Urlaub als Drama bezeichnen zu mssen.

    Natrlich kann es im Urlaub auch vorkommen, dass man auf schlecht gelaunte Menschen trifft, Einheimische wie Urlaubsgste. Es ist zu verste-hen, dass ein Einheimischer, der eine Gipfelrunde auf seinem Hausberg machen will, alles andere als erfreut ist, wenn er eine Stunde auf die Auffahrt mit der Bergbahn warten muss. Es ist auch ein Gast zu verstehen, der meint, mit dem Geld, das er whrend seines Urlaubes in der Region lsst, Anspruch auf eine leicht bevorzugte Behandlung zu haben. Aber auch hier wre das Wort Drama

    Bertram Pobatschnig

    vllig fehl am Platz. Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, wohl in der Mitte. Fr eine Infrastruktur-einrichtung wie eine Bergbahn sind, sowohl im Sommer als auch im Winter, Einheimische wie Gste wichtig. Die Infrastruktur, welche Touris-musorte kenn- bzw. auszeichnet, steht Gsten wie Einheimischen gleichermaen zur Verfgung. Einheimische sollten zudem bedenken, dass die vorhandene Infrastruktur teils durch den Touris-mus erwirtschaftet wird, also auch von Gsten mitfinanziert wird. Ohne Gste wrde es in vielen Orten die heute vorhandene Infrastruktur in dieser Form nicht geben.

    Daher kann es bei der Nutzung nur ein sinnvolles Miteinander geben, ohne Anspruchs- oder Besitz-rechte einer Seite. Auch die natrlichen Schn-heiten, die sich uns durch eine Fahrt auf den Gipfel und den anschlieenden Rundblick erschlieen, sind letztendlich eine Leihgabe,

    meint Ihr

    Bertram Pobatschnig

  • THEMA DES MONATS4

    Herbert Vogler aus Bolsterlang ist einer der letzten Schellenriemenmacher des Allgus und der einzige deutsche Kunsthandwerker, der den Metallschmuck fr traditionelle Kuhgrtel noch per Hand fertigt

    Konzentriert bearbeitet Herbert Vogler mit einem kleinen Hammer und einem Stanzeisen einen Rie-men. Im Hintergrund luft Volksmusik, es riecht nach wrzigem Leder. Stnde zwischen altem Handwerksgert, Grteln, Kuhglocken und Schel-len nicht auch eine elektrische Niet- und Stanzma-schine, fhlte man sich in der kleinen Werkstatt im Hrnerdorf Bolsterlang zurckversetzt in frhere Zeiten. Auf dem Lederriemen zeichnet sich inzwi-schen ein Muster ab. Schellenriemenmacher Her-bert Vogler legt sein altgedientes Stanzeisen bei-seite.

    Er habe auch neueres Handwerkszeug aber das benutze er kaum, erzhlt der 46-Jhrige im tiefs-ten Oberallguer Dialekt. Altes Gert sei nun mal unverwstlich. Stolz zeigt Herbert Vogler Model, Locheisen und einen mindestens 120 Jahre alten Hocker fr Schellenriemenmacher. Manches Werkzeug kaufte der Oberallguer bei Flohmrk-ten auf, andere Bestnde bekam er angeboten, wenn wieder ein Sattler oder ein Schmied seine Werkstatt aufgab. Alte Traditionen und Altherge-brachtes bewahren: Das ist es letztlich auch, was den Familienvater antreibt. Herbert Vogler ist einer der letzten Schellenriemenmacher im Allgu und sorgt seit einem Vierteljahrhundert dafr, dass die Schellen und Glocken der Allguer Khe zu ech-ten Blickfngen werden. Und: Er ist der einzige verbliebene Kunsthandwerker in Deutschland, der noch den Metallschmuck fr so genannte Allguer Kuhgrtel von Hand fertigt.

    Genht, gestanzt und

    ziseliert

    Doch erst einmal ein Blick auf die schweren Fest-tagsschellen, die am Holzbalken von der Werk-stattdecke baumeln; genauer auf die breiten, kunstvoll gestalteten Zierriemen. Herbert Vogler graviert die schweren Messingschnallen, verziert und bestickt das Leder, nht flauschige Fransen aus Wolle und bei besonders edlen Stcken auch einmal aus Dachshaar an. Gott segne unsere Herde steht auf einem besonders aufflligen Rie-men 12 bis 13 Stunden Arbeit stecken in dem gestickten Segensspruch. Auch wenn Herbert Vogler in seinem Hauptberuf als Raumausstatter vor allem mit Polstermbeln zu tun hat, kommt die Affinitt zu den Schellenriemen nicht von unge-fhr: Als Hirte kmmerte er sich einst immer mal wieder um die ein oder andere Reparatur. Was anfangs Hobby war, wurde zum Zweitberuf: Seit mehr als 25 Jahren fertigt der 46-Jhrige inzwi-schen Schellenriemen, Kuhgrtel und auf Wunsch auch mal ein individuelles Hundehals-band.

    Zum einen huft sich die Arbeit in Herbert Voglers kleiner Werkstatt im Frhjahr vor dem Alpsommer. Dann bentigen lpler und Hirten vor allem Rie-men fr die schlichteren Weideschellen. Diese haben laut Vogler auf den Bergen bis heute einen ganz praktischen Nutzen: Der lpler hrt auf den zum Teil sehr groen Weideflchen sein Vieh das ist gerade bei Nebel und Unwettern wichtig. Und auch im Herbst nimmt die Arbeit fr den Schellen-riemenmacher zu dann sind vor allem Festtags-schellen und -glocken fr die Viehscheide gefragt. Vogler geht die Arbeit nicht aus. Trotzdem spricht er beim Schellenriemenmacher vom aussterben-den Beruf und bedauert den Niedergang einer uralten Tradition: In den Tlern sehe man kaum

    Herbert Vogler fertigt mit altem Handwerksgert Lederriemen fr Schellen und Glocken.

    Aus Schellen und Glocken werden in Herbert Voglers Werkstatt echte Schmuckstcke.

  • THEMA DES MONATS 5

    Einblicke in alte HandwerksbetriebeWer dem Bolsterlanger Schellenriemenmacher Herbert Vogler einmal ber die Schulter schauen mchte, kann seine Werkstatt in der Stuibenstrae 2 immer am Freitagnachmittag nach Voranmeldung ab 14 Uhr besichtigen. Telefon: 0171/3857656. Unter dem Motto Ein Bergdorf ffnet sich wir ffnen mit Ihnen

    geheime Tren knnen Urlauber in Bolster-lang den Sommer ber regelmig viel inter-essantes ber Handwerksbetriebe und das Brauchtum im Allgu erfahren. Treffpunkt ist immer mittwochs um 16.30 Uhr bei der Gste-information Bolsterlang, Anmeldung jeweils sptestens Dienstag um 16 Uhr.

    ... mehr als 4 Wnde !

    e.k.

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