Hörnerdörfer Magazin Juli 2011

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Aktuelle Informationen und alle Veranstaltungen rund um die Allgäuer Hörnerdörfer für Juni2011.

Text of Hörnerdörfer Magazin Juli 2011

  • Gebhr: 1,50 Mit Gstekarte und fr Einheimische kostenlos www.hoernerdoerfer.de

    Hrnerdrfer

    Gstemagazin

    Fischen Bolsterlang Obermaiselstein Balderschwang Ofterschwang

    Ausgabe Juli 2011

    Alpauftrieb ein Stck Landschaftspflege

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  • 3EDITORIAL

    Wir wollen hier bernachten. Gegen bare Mnze, versteht sich. Einer der vielen Aus-sprche, mit denen Karl Friedrich Sattmann, gespielt von Dietrich Mattausch, im deutschspra-chigen Raum groe Bekannt-, Beliebt- und Berhmtheit erlangte. Man schrieb das Jahr 1990 und im Fernsehen nahm die Piefke-Saga, eine satirische Fernsehunterhaltung von Felix Mitterer, ihren Lauf. Erstmals zeichnete der Tiroler ein Bild, welches weder Gsten noch Einheimischen zur Ehre gereichte. Im Zentrum stand der blhende Tourismus und mit ihm der schnde Mammon sowie die Idee, dass alles nicht nur mglich, sondern auch machbar ist.

    Den Alpauftrieb haben wir hinter uns, die Bewirt-schaftung der Alpsennereien luft und auch das eine oder andere Alpenhaus hat seine Betten fr Gste gerichtet. Einmal mehr geht es um bare Mnze, versteht sich. Oder doch nicht?

    Gravierend hat sich die Alpbewirtschaftung im Laufe der letzten Jahrzehnte verndert. Dazu haben neue Technologien, klimatische Vernde-rungen und Nutzungskonflikte durchaus ihren Beitrag geleistet. Outdoor-Aktivitten, vom varian-tenreichen alpinen Wintersport ber Kletter- und Wanderaktivitten tragen zu diesen genderten Bedingungen bei. Wassersportarten wie Canyo-ning und Rafting sorgen fr Ergebnisse, bei denen die Natur nicht selten nur zweiter Sieger ist. Im Mittelpunkt stehen die Interessen der so genann-ten Nutzer, das sind Einheimische und Gste, die stets dem neuen, ultimativen Kick auf der Spur sind. Ja, auch Golfpltze in den Alpen haben teils ihre Unschuld verloren und ihren Beitrag zu einem Zurckdrngen des Natur- und Kulturraumes in den Alpen beigetragen. Abnehmende Bevlke-rungszahlen und dennoch zunehmende Mobilitt die Herausforderung, Alpbewirtschaftung nachhaltig fr unsere Kinder und Enkelkinder zu sichern, wird nicht geringer. Auch der Rckgang der landwirtschaftlichen Betriebe macht es fr jene, die Alpwirtschaft betreiben, nicht leichter.

    Es fllt leicht, als Einheimischer oder Gast zu jammern. Grnde lassen sich rasch finden, auch wenn sie nur die halbe Wirklichkeit abbilden. Man jammert, dass regionale Produkte aus der Alp-bewirtschaftung zu teuer sind. Frau raunzt, wenn

    Thema des Monats 4 5

    Aktuelles 7 9

    A Z 10 11

    Veranstaltungen 13 41

    INHALT

    das Angebot auf der einen oder anderen Alphtte nicht ganz well ist. Man klagt, dass Flchen nicht fr das Mountainbiken oder andere Aktivitten freigegeben werden. Man ist not amused, dass die Natur- und Kulturlandschaft nicht dem entspricht, was man als Bild vor sich hat.

    Aus meiner Sicht wrde es sich eher lohnen, ber Leistung und Leidenschaft zu sprechen, mit der die Alpbewirtschaftung bewltigt wird. Nach wie vor ist es fr die meisten harte Arbeit fr wenig Lohn. Schwerarbeit, die jedoch ungeachtet aller Brden in Kauf genommen wird, um die Natur- und Kulturlandschaft zu pflegen.

    Sicher jedoch ist, dass der Beitrag der Alpwirt-schaft alleine fr die Zukunft nicht ausreichen wird. Die kosoziale Marktwirtschaft, als Begriff vor vielen Jahren am politischen Himmel der Hoffnungen aufgetaucht, hat mit der realen Ent-wicklung wenig zu tun. kosoziale Marktwirtschaft heit: soziale Verantwortung (= finanzielle Hilfe) fr kologische Leistung. Davor wird sich die Gesell-schaft nicht lnger drcken knnen. Dieser Ruck-sack sollte so rasch als mglich zu unserem Gepck gehren,

    meint Ihr

    Bertram Pobatschnig

    Liebe Gste in den Hrnerdrfern, sehr geehrte Damen und Herren,

    Aus den Hrnerdrfern 42 47

    Aus der Region 49 50

    Kommentare/Meinungen 51

    Freizeittipps 52 53

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  • THEMA DES MONATS4

    Die Landschaft bildet nicht nur Lebensrume fr Tier- und Pflanzenarten. Landschaft und Bewoh-ner prgen sich auch gegenseitig. Heimat ist wesentlich an die Landschaft gebunden. Zudem: Auch Urlauber wissen eine attraktive Kulturland-schaft zu schtzen Landschaftspflege ist so gesehen vielleicht eine der wichtigsten langfristig wirksamen Manahmen zur Wirtschaftsfrderung fr eine vom Tourismus abhngige Region wie das sdliche Oberallgu und damit die Hrnerdrfer. Diese Einfhrung stammt vom Fotowettbewerb 2007 zum Thema Wandel der Landschaft und wurde von der Internationalen Alpenschutzkommi-sion CIPRA ausgelobt. Sie beschreibt weiter, wie maschinell nicht bewirtschaftbare landwirtschaftli-che Flchen aufgegeben wrden. In Folge sei der Wald an den Talhngen auf dem Vormarsch. Die Handarbeitslandschaft gehe verloren. Gemeint sind Berg- und Steilflchen sowie alpwirtschaft-liche Gebiete, die man landlufig als Naturraum wahrnimmt.

    Handarbeitslandschaft, die man schmecktDie Spurensuche nach dieser Handarbeitsland-schaft passt in die Zeit der Alpauftriebe und den Alpsommer in den Hrnerdrfern. Die Wochen, in denen die Alpen beschlagen werden, Alphtten wieder ihre Funktion bekommen und allmhlich das Vieh aus dem Tal fr rund einhundert Tage in die sogenannte Sommerfrische gebracht wird. Doch was steckt abseits von unserer Urlaubsro-mantik hinter dem Leben auf der Alp, wie Almen im Allguer Wortschatz heien? Die Suche nach Antworten, warum moderne Menschen die mhe-volle Handarbeit ohne geregelte Arbeitszeiten und

    teils abseits der Zivilisation auf sich nehmen, fhrte im Mai, stellvertretend fr viele andere Alpen, auf die Alpe Schattwald im Rohrmoostal. Mitte Mai haben dort Bernhard und Annelies Hartl aus Obermaiselstein ihren 23. Alpsommer angetreten. Erst ohne Vieh, wir brauchen ja schon drei Wochen, bis g`haged und dAlp eigricht isch, erklrt der gelernte Zimmermann. Dazu kommen die neun Alpgenossen, also die Bauern, deren Vieh er versorgt, hinauf, richten mit ihm die Zune auf, die den Winter ber niedergelegt wurden. 140 Hektar mssen mit den so genannten Beschlgern solide eingefriedet werden. Die anvertrauten Tiere, rund 250 Stck, sollen schlie-lich nur die Pachtflchen beweiden. Das war heuer dann Anfang Juni so weit, je nach Witterung und Vegetation. Die Eisheiligen um den 15. Mai htten dem ohnehin sprlicheren Wachstum in der Hhenlage einen Dmpfer gegeben. Deshalb wrden sich die Einschlagzeiten, also der Termin, wann Jung- und Milchvieh in die Hoch-lagen kommen, auch verndern. Je nach Standort knnen von der einen zur anderen Alpe bis zu drei Wochen Unterschied sein. Die Bewirtung der Gste setze aber allgemein frher ein, erklrt Hartl. Auch auf seiner Sennalpe. Bis dort aller-dings der erste Weichkse reif ist, wird es Ende Juni. Die Lieferanten, neun Milchkhe, reisten im Juni per Viehtransporter aus Obermaiselstein an. Bis auf einen Landwirt. Der treibt fnfzehn Rin-der noch zu Fu jedes Jahr die 12 Kilometer von Fischen herauf. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das die Regel. Heute haben Zeitnot, mangeln-de Helfer und die groe Verkehrsdichte diese Tra-dition weitestgehend verdrngt. Noch vor 15 Jah-

    Alpauftrieb in der

    Kulturlandschaft

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  • THEMA DES MONATS 5

    ren seien 90 Stck gelaufen, erzhlt Hartl. Beim Viehscheid im Herbst sei das anders. Dann wr-den Straen und Wege fr das gesmmerte und prchtig herausgeputzte Vieh eigens gesperrt. Und das sei nicht der einzige Unterschied zwi-schen Start und Ende. Zum Sommerbeginn mischen sich in die Freude, wieder mit dem Vieh oben zu sein, viel Zeit an der frischen Luft zu ver-bringen, auch die Sorge um die anvertrauten Tiere, wechselhaftes Wetter und andere Unwg-barkeiten. Deshalb fiebere man schon dem Ein-schlagdatum entgegen. Trockenes Wetter mache die Ankunft einfacher. Die neun Herden aus den Hrnerdrfern und die sechs Fremdbeschlger, von Bauern aus weiter entfernten Allguer Orten, mssten erst zusammenfinden. Nicht selten zer-trampelten sie auf der Suche nach Ihrer alten Herde bei Nsse den Futterbestand von drei bis vier Tagen. Da sei jede helfende Hand willkom-men. Denn die beiden Kleinhirten, Neffen aus dem Vorarlberger Sibratsgfll, stnden erst in den Sommerferien, Anfang Juli, zur Verfgung. So wie Isabell, die Anneliese Hartl bei der Bewirtung der Radler und Wanderer zur Seite steht. Bis dahin h