Intuitive Psychologie – Untersuchung zur Theory of Mind Intuitive Psychologie – Untersuchung zur Theory of Mind

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    05-Apr-2015

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<ul><li> Folie 1 </li> <li> Intuitive Psychologie Untersuchung zur Theory of Mind Intuitive Psychologie Untersuchung zur Theory of Mind </li> <li> Folie 2 </li> <li> ToM Theory of Mind Theory of Mind bezeichnet die Fhigkeit, mentale Funktionen bei anderen wahrzunehmen sowie das Vermgen, eine Verbindung zwischen den mentalen Funktionen einer Person und ihren Handlungen herzustellen </li> <li> Folie 3 </li> <li> Mentale Funktionen Produkte des Denkens (beliefs): Ansichten, Meinungen, berzeugungen, WissensbestndeProdukte des Denkens (beliefs): Ansichten, Meinungen, berzeugungen, Wissensbestnde Antriebsfaktoren fr das Handeln (desires): Bedrfnisse, Wnsche, IntentionenAntriebsfaktoren fr das Handeln (desires): Bedrfnisse, Wnsche, Intentionen </li> <li> Folie 4 </li> <li> Entwicklung der Theory of Mind </li> <li> Folie 5 </li> <li> Vorlufer der Theory of Mind: Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Gefhlen bzw. HandlungszielenUnterscheidung zwischen eigenen und fremden Gefhlen bzw. Handlungszielen Entwicklung der Fhigkeit, anderen Personen bestimmte Wnsche zuzuschreibenEntwicklung der Fhigkeit, anderen Personen bestimmte Wnsche zuzuschreiben Alter: bis ca. 2 JahreAlter: bis ca. 2 Jahre </li> <li> Folie 6 </li> <li> First-order belief: Verstndnis, dass man eine falsche berzeugung ber einen Sachverhalt haben kann, d.h. Unterscheidung zw. berzeugung und RealittVerstndnis, dass man eine falsche berzeugung ber einen Sachverhalt haben kann, d.h. Unterscheidung zw. berzeugung und Realitt Alter: ca. 3 JahreAlter: ca. 3 Jahre </li> <li> Folie 7 </li> <li> Anne-und-Sally-Test </li> <li> Folie 8 </li> <li> Second-order belief: Entwicklung des Verstndnisses, dass jemand eine falsche berzeugung ber eine berzeugung haben kannEntwicklung des Verstndnisses, dass jemand eine falsche berzeugung ber eine berzeugung haben kann Alter: ca. 6 JahreAlter: ca. 6 Jahre </li> <li> Folie 9 </li> <li> Kinder mit Autismus haben hufig Schwierigkeiten, die Perspektive zu wechseln.Kinder mit Autismus haben hufig Schwierigkeiten, die Perspektive zu wechseln. Es gibt aber auch Autisten, die unterschiedlich stark ausgeprgte ToM-Fhigkeiten besitzen.Es gibt aber auch Autisten, die unterschiedlich stark ausgeprgte ToM-Fhigkeiten besitzen. Ungeklrt ist, welche Rolle die Intelligenz bei der Entwicklung der ToM-Fhigkeiten von Autisten spielt.Ungeklrt ist, welche Rolle die Intelligenz bei der Entwicklung der ToM-Fhigkeiten von Autisten spielt. </li> <li> Folie 10 </li> <li> ToM-Defizite bei anderen Erkrankungen </li> <li> Folie 11 </li> <li> SchizophrenieSchizophrenie Bipolar affektive StrungBipolar affektive Strung AD(H)SAD(H)S Apoplektischer InsultApoplektischer Insult </li> <li> Folie 12 </li> <li> Schizophrenie Patienten zeigen im Vergleich zu Gesunden signifikant schlechtere Leistungen in unterschiedlichen ToM- AufgabenPatienten zeigen im Vergleich zu Gesunden signifikant schlechtere Leistungen in unterschiedlichen ToM- Aufgaben Variation der Defizite innerhalb des schizophrenen Formenkreises sehr gro:Variation der Defizite innerhalb des schizophrenen Formenkreises sehr gro: Schwierigkeiten aus indirekter Rede korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen Schwierigkeiten aus indirekter Rede korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen mangelnde Fhigkeit die Ich-Perspektive einzunehmen mangelnde Fhigkeit die Ich-Perspektive einzunehmen Fehlende Einsicht in soziale Zusammenhnge Fehlende Einsicht in soziale Zusammenhnge </li> <li> Folie 13 </li> <li> Zusammenhnge zwischen Einschrnkungen der ToM- Kompetenzen und schizophrenen Symptomen bestehen im Einzelnen aus formalen Denkstrungen und Defiziten der verbalen GedchtnisleistungenZusammenhnge zwischen Einschrnkungen der ToM- Kompetenzen und schizophrenen Symptomen bestehen im Einzelnen aus formalen Denkstrungen und Defiziten der verbalen Gedchtnisleistungen Schizophrene haben geringere ToM-Defizite als AutistenSchizophrene haben geringere ToM-Defizite als Autisten z.B. bei der Wahrnehmung von Emotionen z.B. bei der Wahrnehmung von Emotionen </li> <li> Folie 14 </li> <li> Trotz normaler Entwicklung der ToM vor Beginn ihrer Erkrankung, gibt es bei ihnen hnliche zerebrale Aufflligkeiten, wie sie auch bei Autisten auftretenTrotz normaler Entwicklung der ToM vor Beginn ihrer Erkrankung, gibt es bei ihnen hnliche zerebrale Aufflligkeiten, wie sie auch bei Autisten auftreten hnliche biologische Basis?hnliche biologische Basis? </li> <li> Folie 15 </li> <li> Affektive Strungen Lediglich zwei Untersuchungen zu ToM-Defiziten:Lediglich zwei Untersuchungen zu ToM-Defiziten: Eine stellte deutliche ToM-Defizite fest, die sich allerdings nach der Remission der bipolaren Symptomatik deutlich zurckbildeten oder gar vllig verschwanden Eine stellte deutliche ToM-Defizite fest, die sich allerdings nach der Remission der bipolaren Symptomatik deutlich zurckbildeten oder gar vllig verschwanden eine Zweite stellte keine Einschrnkungen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe mit milden Lernschwierigkeiten (IQ 50-70) fest eine Zweite stellte keine Einschrnkungen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe mit milden Lernschwierigkeiten (IQ 50-70) fest </li> <li> Folie 16 </li> <li> AD(H)S Kein Unterschied bei der Verarbeitung von ToM-Aufgaben zweiter Ordnung zwischen Asperger-Autisten, Patienten mit atypischem Autismus und Patienten mit AD(H)SKein Unterschied bei der Verarbeitung von ToM-Aufgaben zweiter Ordnung zwischen Asperger-Autisten, Patienten mit atypischem Autismus und Patienten mit AD(H)S Nachteil: lediglich 9 Kinder mit AD(H)SNachteil: lediglich 9 Kinder mit AD(H)S Befund dennoch bedeutsam, da 40% aller autistischen Kinder zustzlich eine Aufmerksamkeitsstrung aufweisenBefund dennoch bedeutsam, da 40% aller autistischen Kinder zustzlich eine Aufmerksamkeitsstrung aufweisen Bei Genomscans von Familien mit AD(H)S wurden Regionen identifiziert, die auch als relevant fr den Autismus beschrieben werdenBei Genomscans von Familien mit AD(H)S wurden Regionen identifiziert, die auch als relevant fr den Autismus beschrieben werden </li> <li> Folie 17 </li> <li> ToM-Fhigkeiten knnen auch nach Schlaganfllen selektiv beeintrchtigt sein, besonders bei einer rechtsfrontalen Schdigung </li> <li> Folie 18 </li> <li> Bei den beschriebenen ToM-Defiziten handelt es sich nicht um autismusspezifische StrungenBei den beschriebenen ToM-Defiziten handelt es sich nicht um autismusspezifische Strungen Im Gegensatz zu anderen psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen, liegt die Strung bei Autisten jedoch schon von Geburt an vorIm Gegensatz zu anderen psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen, liegt die Strung bei Autisten jedoch schon von Geburt an vor Keine Verlaufsuntersuchungen zu AD(H)SKeine Verlaufsuntersuchungen zu AD(H)S </li> <li> Folie 19 </li> <li> Neuronale Beziehungen der ToM </li> <li> Folie 20 </li> <li> ToM-Leistungen beinhalten viele mentale Prozesse, welche mit hchster Wahrscheinlichkeit nicht in einer einzigen Hirnregion lokalisiert sindToM-Leistungen beinhalten viele mentale Prozesse, welche mit hchster Wahrscheinlichkeit nicht in einer einzigen Hirnregion lokalisiert sind Verschiedene Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (PET und fMRT)Verschiedene Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (PET und fMRT) klassische ToM-Aufgaben klassische ToM-Aufgaben Aufgaben zur Gesichterverarbeitung Aufgaben zur Gesichterverarbeitung </li> <li> Folie 21 </li> <li> Signifikant weniger Aktivitt im Bereich der AmygdalaSignifikant weniger Aktivitt im Bereich der Amygdala zustndig fr die Verarbeitung von emotionalen Prozessen und Belohnungsreizen zustndig fr die Verarbeitung von emotionalen Prozessen und Belohnungsreizen </li> <li> Folie 22 </li> <li> Weniger Aktivitt im Bereich des Gyrus fusiformis:Weniger Aktivitt im Bereich des Gyrus fusiformis: besonders bei der Betrachtung von Gesichtern aktiv Stattdessen hhere Aktivitt in zerebralen Bereichen der ObjekterkennungStattdessen hhere Aktivitt in zerebralen Bereichen der Objekterkennung </li> <li> Folie 23 </li> <li> Funktionelle Abweichungen des Gesichtererkennungssystems, sowohl in der quantitativen Aktivierung bestimmter Hirnregionen, als auch der qualitativenFunktionelle Abweichungen des Gesichtererkennungssystems, sowohl in der quantitativen Aktivierung bestimmter Hirnregionen, als auch der qualitativen Ist die Aktivittsminderung ein primres Phnomen und die erhhte Aktivierung des Objekterkennungssystems kompensatorischer Natur oder wenden Autisten vllig andere Strategien zur Gesichtererkennung an?Ist die Aktivittsminderung ein primres Phnomen und die erhhte Aktivierung des Objekterkennungssystems kompensatorischer Natur oder wenden Autisten vllig andere Strategien zur Gesichtererkennung an? </li> <li> Folie 24 </li> <li> Methodische Aspekte und Ausblick auf die Zukunft </li> <li> Folie 25 </li> <li> Bisher drei Publikationen ber testtheoretische AspekteBisher drei Publikationen ber testtheoretische Aspekte Ergebnis:Ergebnis: eher unbefriedigende Test-Retest-Reliabilitt eher unbefriedigende Test-Retest-Reliabilitt Moderate interne Geschlossenheit Moderate interne Geschlossenheit Kritik:Kritik: Schwieriger Vergleich mit bisherigen Untersuchungen, da in einem Fall statt mit Bildern, mit Videos gearbeitet wurde Schwieriger Vergleich mit bisherigen Untersuchungen, da in einem Fall statt mit Bildern, mit Videos gearbeitet wurde </li> <li> Folie 26 </li> <li> Erhebungen ber ToM-Kompetenzen sind besonders dann reliabel und valide, wenn die genannten false- belief-tasks mit belief-desire reasoning-Aufgaben verknpft werden </li> <li> Folie 27 </li> <li> Weitere Theorien Theorie der schwachen sozialen Kohrenz:Theorie der schwachen sozialen Kohrenz: Autisten haben Schwierigkeiten einzelne Komponenten zu einem zusammenhngenden Ganzen zusammenzufgen. Sie erfassen Stimuli eher einzeln und detailkonzentiert und nicht kontextgebunden Zwei Arbeitshypothesen: Zwei Arbeitshypothesen: kausaler Zusammenhang zur ToM kausaler Zusammenhang zur ToM Inverser Zusammenhang zur ToM Inverser Zusammenhang zur ToM </li> <li> Folie 28 </li> <li> Theorie der defizitren Exekutivfunktion:Theorie der defizitren Exekutivfunktion: Schwche, Handlungen willentlich und zielgerichtet planen zu knnen Autisten schneiden auch hier vergleichsweise schlechter ab, so dass dies ein Beleg fr Zusammenhnge zur ToM sein knnteAutisten schneiden auch hier vergleichsweise schlechter ab, so dass dies ein Beleg fr Zusammenhnge zur ToM sein knnte Defizite in der Exekutivfunktion treten allerdings auch bei anderen psychiatrischen Strungen auf (besonders bei Kindern mit AD(H)SDefizite in der Exekutivfunktion treten allerdings auch bei anderen psychiatrischen Strungen auf (besonders bei Kindern mit AD(H)S berlappung von Autismus und AD(H)S? berlappung von Autismus und AD(H)S? </li> <li> Folie 29 </li> <li> Zusammenfassung Anpassung der ToM-Tests an das jeweilige Entwicklungsniveau des Kindes vonntenAnpassung der ToM-Tests an das jeweilige Entwicklungsniveau des Kindes vonnten Da nach neueren Studien (die ebenfalls den high- functioning-Autismus umfassen) zwischen 25%-50% die Kriterien fr eine geistige Behinderung erfllen, sind selbst false-belief-tasks erster Ordnung nicht fr alle drei bis fnf-jhrigen Kinder angemessen Da nach neueren Studien (die ebenfalls den high- functioning-Autismus umfassen) zwischen 25%-50% die Kriterien fr eine geistige Behinderung erfllen, sind selbst false-belief-tasks erster Ordnung nicht fr alle drei bis fnf-jhrigen Kinder angemessen </li> <li> Folie 30 </li> <li> Zustzliche Einflussvariablen:Zustzliche Einflussvariablen: Sprache Sprache Gedchtnis Gedchtnis Keine gengende empirische BelegungKeine gengende empirische Belegung Beziehung zwischen verbalen Fhigkeiten und ToM- Fhigkeiten bewiesenBeziehung zwischen verbalen Fhigkeiten und ToM- Fhigkeiten bewiesen </li> <li> Folie 31 </li> <li> Fazit Weitere Forschung ntigWeitere Forschung ntig In wieweit finden Transmissionen von ToM-Kompetenzen innerhalb der Familie statt?In wieweit finden Transmissionen von ToM-Kompetenzen innerhalb der Familie statt? </li> <li> Folie 32 </li> <li> Replikationsstudie des Sally-und-Anne-Tests (nach Baron-Cohen, Leslie &amp; Frith (1985)) Ziel der Studie: Ziel der Studie: berprfung der Spezifittshypothese eines Theorie-of- Mind-Defizits beim Frhkindlichen Autismus auf der Basis einer gesicherten, nach Forschungskriterien ausgerichteten Autismus-Diagnostik. </li> <li> Folie 33 </li> <li> Methodik </li> <li> Folie 34 </li> <li> Stichprobe: 60 Kinder, aufgeteilt in drei Kategorien: Frhkindlicher Autismus Frhkindlicher Autismus Down-Syndrom Down-Syndrom normal entwickelte Kinder normal entwickelte Kinder </li> <li> Folie 35 </li> <li> Frhkindlicher Autismus 16 Probanden im Alter von 6;6 bis 15;9 Jahren.16 Probanden im Alter von 6;6 bis 15;9 Jahren. Diagnose: Frhkindlicher Autismus (F84.0) nach ICD-10Diagnose: Frhkindlicher Autismus (F84.0) nach ICD-10 qualitative Aufflligkeiten in der sozialen Interaktionqualitative Aufflligkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie begrenzte repetitive und stereotype Verhaltensmuster Interessen und Aktivitten. Manifestation vor dem dritten Lebensjahr fr die drei genannten Verhaltensdomnen.Manifestation vor dem dritten Lebensjahr fr die drei genannten Verhaltensdomnen. </li> <li> Folie 36 </li> <li> Down-Syndrom 24 Probanden im Alter von 6;6 bis 20;1 Jahren.24 Probanden im Alter von 6;6 bis 20;1 Jahren. Bei der zugrunde liegenden Chromosomenaberration handelt es sich in allen Fllen um Trisomie 21.Bei der zugrunde liegenden Chromosomenaberration handelt es sich in allen Fllen um Trisomie 21. Normal entwickelte Kinder 20 normal entwickelte Kinder im Alter von 3;2 bis 6;0 Jahren.20 normal entwickelte Kinder im Alter von 3;2 bis 6;0 Jahren. Auswahlkriterium: altersgemer EntwicklungsstandAuswahlkriterium: altersgemer Entwicklungsstand (Beurteilung durch die Kindergrtnerinnen) </li> <li> Folie 37 </li> <li> Untersuchungsinstrumente </li> <li> Folie 38 </li> <li> Sally-und-Anne-Test Sally-und-Anne-Test nach Baron-Cohen, Leslie &amp; FrithSally-und-Anne-Test nach Baron-Cohen, Leslie &amp; Frith Rcksprache mit dem Erstautor der Originaluntersuchung hinsichtlich Design und Auswertung.Rcksprache mit dem Erstautor der Originaluntersuchung hinsichtlich Design und Auswertung. Durchfhrung des Tests durch Studenten der Heilpdagogischen Fakultt der Universitt Kln.Durchfhrung des Tests durch Studenten der Heilpdagogischen Fakultt der Universitt Kln. </li> <li> Folie 39 </li> <li> CPM / SPM Baron-Cohen, Leslie &amp; Frith (1985) fhrten bei den autistischen Probanden und bei den Probanden mit Down-Syndrom ein handlungs- und sprachorientiertes Verfahren durch.Baron-Cohen, Leslie &amp; Frith (1985) fhrten bei den autistischen Probanden und bei den Probanden mit Down-Syndrom ein handlungs- und sprachorientiertes Verfahren durch. Ziel war die Bestimmung des Intelligenzalters (mental age).Ziel war die Bestimmung des Intelligenzalters (mental age). Grundlage fr Ableitung des IQ-quivalents bildete das handlungsorientierte Intelligenzalter (nonverbal mental age)Grundlage fr Ableitung des IQ-qu...</li></ul>