Jacob Taubes_Dialektik Und Analogie

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  • 8/19/2019 Jacob Taubes_Dialektik Und Analogie

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    Jacob

    Taubes

    Vom

    Kult

    zur Kultur

    Bausteine

    zu

    einer

    Kdtik der

    historischen

    Vernunft

    Gesammelte

    Aufsätze zur

    Religions-

    und

    Geistesgeschichûe

    herausgegeben von

    Aleida

    und Jan

    Assmann

    Wolf-Daniel

    Hartwich

    und

    Winfried

    Menninghaus

    Wilhelm

    Fink

    Verlag

  • 8/19/2019 Jacob Taubes_Dialektik Und Analogie

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    III.

    Tmorocm,

    NACH

    DER

    KoPERNTKANIscHpN

    \ípNos,

    DialektikundAnalogie

    I

    Seit Kopernikus,

    hat

    Nietzsche

    einmal bemerkt,

    fillt der

    Mensch aus dem

    Zentrum

    des

    Universums

    in Richtung

    auf

    ein

    X. Der Mensch

    hat

    seinen

    Ort

    im kopernikanischen

    Kosmos

    noch nicht

    gefunden. Mit

    der

    koper-

    nikanischen

    \flende

    wa¡

    nicht

    nur

    eine astronomische

    Theorie veraltet,

    sondern

    eigentlich

    auch

    für

    den

    Menschen die Ordnung

    seines

    Univer-

    sums zerstört.

    Seit

    Kopernikus

    ist

    die

    Frage nach dem Ort des

    Menschen

    im

    Kosmos

    offen,

    und die

    moderne Philosophie

    ist

    seither unablässig

    bemüht,

    auf

    diese

    Frage

    eine

    Antwort

    zu

    geben.

    Kant

    interpretierte seine

    Kritíþ

    der

    reinen Vernunft

    imLîcht

    der

    kopernikanischen

    \)Øende, und

    dies zu Recht.l Denn

    was

    Kant

    hier

    entfaltet,

    ist

    eine

    Philosophie der

    Innedichkeit,

    eine Verlagerung

    vom Universum

    auf

    menschliche

    Kate-

    gorien.

    Da

    die externe Ordnung

    des Universums

    bedeutungslos

    gewor-

    den

    ist,

    ist

    die

    einzþe

    Dimension,

    in

    der der Mensch

    seinen

    \ùÜ/ohnsitz

    haben

    kann,

    sein eigenes Seìbst.

    Der Innerlichkeit des

    Menschen ent-

    spricht

    àieZeit

    als der

    ,,innere

    Sinn ;

    dementsprechend

    wird,

    nachdem

    sein

    Ort im

    natiirlichen

    Kosmos

    erschüttert

    ist,

    die

    Geschichte

    zu

    seinem

    \ùíohnort.

    Die

    historische Methode

    der

    Moderne

    kann nicht einfach

    als Erkun-

    dung vergangener Ereignisse verstanden

    werden.

    Diese

    Methode wu¡de

    erst im Rahmen

    eines spezifischen,

    für

    die

    moderne

    Zeit charakteristi-

    schen

    Geschichtsverständnisses

    möglich.

    Unsere

    These

    ist

    daher, daß

    I

    L

    Kant,

    K.ritiþ

    der rciøenVernun{t,

    Vo¡rede

    zur

    zweiten

    Avf\age,in:

    Kants-Verke,

    Bd.

    III,

    Berlin 1913,

    S. 12.

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