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Knut Hansen – Akte 13: Puppenklau auf der Ostsee

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Knut Hansen macht Ferien ... Eine Tour nach Schweden mit der Stenaline ganz ohne Kriminalistische Arbeit? Denkste! Die kleine Anna wird erpresst und soll all ihre Süßigkeiten im Tausch für ihre Puppe abgeben ... Aber zusammen überlisten die beiden den Erpresser. Knut Hansen Geschichten erscheinen quartalsweise in der Gesundheit im Norden: www.issuu.com/GesundheitimNorden

Text of Knut Hansen – Akte 13: Puppenklau auf der Ostsee

  • Knut HansenAkte 13:Puppenklau auf derOstsee

  • Prolog:Allein die Anwesenheit von Knut Hansen in leitender Position der Kieler Polizeibehrde war fr deren Pressesprecher schon eine mittelschwere Katastrophe. Ein bisschen war es so, als wrde in den Niederlanden eine Frau Antje als Chef-Ermittlerin auftreten. Die meisten Menschen htten Knut Hansen wohl als Original bezeichnet sein Name klang wie der Knstlername eines Hafenmusikanten und seine Erscheinung stand dem in nichts nach. Die von ihm bevorzugte Kleidung, bestehend aus Jeans, Troyer und Seemannsmtze, zusammengenommen mit seiner etwas sprden, wortkargen Art lieen ihn wie den perfekten Leuchtturmwrter oder Fischkutterkapitn wirken einen Posten bei der Polizei, geschweige denn als Hauptkommissar traute ihm, auch auf den zweiten Blick, kaum jemand zu.Aufgewachsen war er auf der nordfriesischen Hallig Langeoog. Es gab nur ein anderes Kind in seinem Alter ein dickes, zickiges Mdchen namens Suse, das mit ihm nichts zu tun haben wollte daher beschftigte er sich in seiner Jugend nahezu ausschlielich mit dem Lesen von Kriminalromanen.Er verlie die Insel, um die hhere Schule in Kiel zu besuchen und absolvierte anschlieend die Polizeiausbildung wie im Fluge. Hansen, dessen Spitznamen in der lokalen Presse von Inspektor Kuddeldaddeldu bis Friesenbulle reichten, machte es nichts aus, unterschtzt oder belchelt zu werden Kollegen mutmaten, er wrde es vielleicht gar nicht merken aber da irrten sie sich

    An dieser Stelle von seinen groen Erfolgsfllen zu berichten, wrde den Rahmen sprengen, aus Platz-grnden begngen wir uns mit seinen kleineren Erfolgen:

    Kurzkrimi Unterhaltung

    2

    Die kleinen unbedeutenden Flle von Hauptkommissar Knut Hansen aus Kiel

    Knut Hansen grinste wie ein Honigkuchenpferd. Es war sein erster Urlaub seit langem und er war dabei, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfllen: eine Fahrt mit der Stena Line nach Gteborg und zurck. Er hatte gerade eingecheckt und schlenderte mit sei-nem uralten Reisekoffer durch den glsernen Tunnelaufgang zur Stena Germanica, einem imposanten Ungetm von einem Schiff. Dort angekommen, machte er sich zunchst auf die Suche nach seiner Kabine. Er hielt eine Schlsselkarte aus Papier in der Hand und suchte nach seiner Kabinennummer unterschiedliche Farben kennzeichneten zwar die verschiedenen Treppenaufgnge, aber es dauerte doch etwas, bis er den Aufbau des Schiffes durchschaut hatte. Als er seine Kabine gefunden hatte, steckte er die Karte ein und konnte sich einiger nostalgischer Erinnerungen an den guten alten Schlssel nicht erwehren. Es machte kurz klick, ein grnes Lmpchen leuchtete und schon stand er in seiner Kabine. Es war eine schlicht eingerichtete Kabine mit zwei Klapp-Betten, von denen nur das untere aufgeklappt war. Knut Hansen war nicht daran ge-whnt, sich Zimmer zu mieten; das letzte Mal, dass er eine lngere Fhrfahrt gemacht hatte, war ber 30 Jahre her und da hatte er mit Fremden zusammen in einer dunklen 4-Bett-Kajte in der Nhe des Schiffsmotors geschlafen. Daher beeindruckten ihn all die glnzenden Oberflchen, die Seifenspender, die Handtcher und das Fernsehgert. Aber er konnte es auch kaum abwarten, end-lich an Deck zu kommen, denn er liebte den Hafen der Stadt und das Meer im Allgemeinen. Er hatte in den letzten Jahren jede Se-kunde genossen, die er fernab seines Arbeitsalltags irgendwie am Wasser verbringen konnte und doch hatte es sich nicht ergeben, dass er auch nur einmal auf einem der groen Fhrschiffe nach

    Skandinavien gefahren war. Nun brannte er darauf, von Anfang an oben im Wind zu stehen. Er ging ber den roten Treppenaufgang nach oben und fand sich bald vor einer der schweren Auentren wieder. Er atmete noch einmal tief durch und betrat das Auendeck. Auch hiervon war er stark beeindruckt nichts erinnerte hier an die Inselfhren, die er aus seiner Kindheit auf Langeoog bestens kannte. Statt freudloser weier Kunststoffbnke gab es hier edle Holz-Sitzbnke und -Tische. berhaupt war Holz hier das vorherrschende Element. Er kam an einem Loungebereich vorbei, an dem Getrnke und frisches Grillfleisch angeboten wurden. Er hatte schon gegessen, deshalb konnte ihn der verfhrerische Grillgeruch nicht verlocken. Er gnnte sich aber ein Bier und fragte sich kurz darauf, wann er das letzte Mal Bier getrunken hatte. Mit dem Glas in der Hand schlen-derte er weiter und umrundete das Deck mehrmals, bis er glaubte, alles gesehen zu haben. Dann suchte er sich einen Platz, von dem aus er gemtlich auf die Frde schauen konnte.

    Knut Hansen fhlte sich wie ein Knig, er sog alle Eindrcke in vollen Zgen auf und rgerte sich nur ein bisschen, dass er sich diesen Traum nicht schon viel frher erfllt hatte. Von hier oben wurde einem erst richtig bewusst, wie gro diese Fhren eigent-lich waren. Er konnte auf viele Gebude herabsehen, die er sonst nur aus der Froschperspektive kannte. Aufgeregt erwartete er das Ablegen des Schiffes und dann ging es auch los: Ein sanftes Vib-rieren durchzog den sthlernen Koloss und kurze Zeit spter war eine sanfte Bewegung zu spren. Knut beobachtete staunend die sich bewegende Hafensilhouette die bewies, dass das Schiff zwar noch rckwrts, aber nichtsdestotrotz wesentlich zgiger fuhr, als

    *Auf den ersten Blick mochte berraschen, dass Knut Hansen als Inselkind nicht einmal ansatzweise friesischen oder plattdeutschen Dialekt sprach. Auer seiner 95-jhrigen Mutter und der dicken Suse gab es auch niemanden, der den Grund dafr wusste. Nmlich den, dass Knut schon frh anfing sich einen wertvollen Schatz an Kriminalzitaten anzueignen, und ein Satz wie Schlechte Leute werden nicht immer aus guten Grnden ermordet klang nun einmal eindrucksvoller als: Eische Ld warrn nech jmmers wegen goote Ursoken dotslogen.

    Puppenklau auf derOstsee

  • Illustrationen: www.ohnekopf.de, Text: G

    errit Hansen

    Unterhaltung Kurzkrimi

    es sich anfhlte. Donnerwetter, dachte der Hauptkommissar und wiederholte diesen Gedanken mehrfach leise: Donnerwetter .... Dooooonnnerwetter.Der Abend war wunderschn und es stand kaum eine Wolke am Himmel. Hansen trank gelegentlich einen Schluck Bier und leckte sich dann gedankenverloren den herben Schaum von den Lippen. Die Aussicht war ganz nach seinem Geschmack. Kurz auerhalb des Hafens wendete das Schiff und nahm volle Fahrt auf. Der Fahrtwind khlte angenehm und Hansen freute sich ber den ungewohnten Ausblick. Nachdem die etwas weniger schnen Werftanlagen pas-siert waren, hatte man einen prachtvollen Blick auf den Ostufer-bereich, der von Kiel bis Wendtorf durchgehend als touristischer Rad- und Wanderweg angelegt war und daher etwas malerischer als das gegenberliegende Ufer war. In regelmigen Abstnden folgten die kleinen Strandanlagen, Bootshfen und Fhranleger der Kieler Vororte und der Kommissar htte Schwierigkeiten gehabt, sie alle aus dieser Perspektive richtig zuzuordnen, wenn er nicht die Reihenfolge der jeweiligen Orte im Kopf gehabt htte. Erst kam der Wellingdorfer Yachthafen, die Dietrichsdorfer Hafenanlage in der Mndung der Schwentine, der Mnkeberger Strand und dann Mltenort, der Uferbereich von Heikendorf mit dem U-Boot Eh-renmal, einer 15 Meter hohen Gedenk-Sule mit einem riesigen bronzenen ... Hansen erschrak: Der Adler war weg. Dann fiel es ihm wieder ein: Der Adler war aus Sicherheitsgrnden abmontiert worden, weil irgendetwas an der Sule stabilisiert werden musste. Er hatte es vor einem Monat in der Zeitung gelesen. Whrend er noch darber nachdachte, fiel sein Blick auch schon auf das Laboer Marine-Ehrenmal, das jetzt gro hinter dem Promenadenbereich des Kurortes zu sehen war. Als er die vielen Menschen am und um den Laboer Strand sah, dachte er bei sich, dass er dort auch dringend mal wieder einen Spaziergang machen wollte ... fast automatisch kam ihm dabei der Gedanke an Krabbenbrtchen in den Kopf und er leckte sich die Lippen. Hmmm, Krabbenbrtchen, sagte er laut in Richtung des alten Marine-U-Bootes, das direkt vor dem Ehren-mal am Strand besichtigt werden konnte und nun vor seiner Nase vorberzog. Ihhh, Krabbenbrtchen sind ekelig, kam ein piepsen-des Stimmchen von rechts. Knut Hansen sah zur Seite und da stand ein kleines Mdchen um die acht Jahre alt und schaute ihn keck an. Knut Hansen sah sofort, dass sie bis eben geweint hatte, wollte sie aber zunchst einmal nicht darauf ansprechen. Deswegen antwor-tete er nur trocken: Nee, Krabbenbrtchen sind was Feines. Das Mdchen verzog das Gesicht zu einer angeekelten Fratze. Igittigitt, bah! Krabben sehen aus wie rosa Wrmer! Das sagt auch Jan, mein groer Bruder. Knut lchelte. Dann hat dein Bruder keine Ahnung, die sehen vielmehr aus wie rosa MADEN. Das Mdchen schttelte sich vor gespieltem Ekel und lachte dabei aus vollem Herzen ein herzerwrmendes Kinderlachen. Dann streckte sie dem

    Kommissar die Hand entgegen, machte einen kleinen Knicks und sagte: Ich bin Anna und wie heit du? Knut mochte das Md-chen auf Anhieb, er schttelte ihr sanft das kleine Hndchen und stellte sich mit einer angedeuteten Verbeugung vor: Ich bin Knut. Und? Bist du alleine nach Schweden unterwegs? Wieder gluckste sie kichernd und sagte dann mit gespielter Entrstung: Ich bin erst neun! Wir machen eine Klassenfahrt von dem Geld, das wir beim Zahnpflegewettbewerb gewonnen haben. Unsere Lehrer sind da hinten. Wir drfen hier oben auf dem Schiff herumlaufen wie wir wollen. Wir drfen nur nicht alleine ins Schiff zurckgehen. Knut sah sich um und sah auf dem Deck verteilt eine Menge Kinder herumlaufen und in der Richtung, in die Anna zeigte, standen zwei Erwachsene mit einer kleinen Ansammlung Kinder und unterhielten sich. Knut wollte es jetzt wissen: Du, Anna? Anna legte den Kopf schief. Ja? Warum hast du geweint? Jetzt biss sie sich auf die Unterlippe und sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. Ich habe ein dunkles Geheimnis. Wenn ich dir das verrate, hltst du dann dicht? Knut hob lachend die Hand. Ich schwre! Schie los. Das Mdchen zog schniefend die Nase hoch und setzte si

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