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KOMPONISTiNNEN UNSERER ZEIT XX · PDF file Tirol wurde im Rahmen des Projekts klang_ ... welcher er 2012 sein erstes Konzertwerk Aestas uraufführen konnte. Seit 2015 ist ... in den

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  • KOMPONISTiNNEN UNSERER ZEIT XX

    STÜRMISCHE ZEIT 7. März 2020 (Sa)

    Innsbruck Canisianum 20 Uhr

    WERNER PIRCHNER | JOSEF SCHIECHTL MARGARETHE HERBERT | MANUEL ZWERGER | FRANZ HACKLA

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    Cello EDDA BREIT

    MELISSA COLEMAN MARGARETHE HERBERT

    GUDULA URBAN

    Blockflöte CAROLINE MAYRHOFER

    MAGDALENA SPIELMANN Trompete

    FRANZ HACKL

    Musikalische Leitung GERHARD SAMMER

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    Bereits zum 20. Mal stellt das Tiroler Kam- merorchester InnStrumenti unter der Lei- tung von Gerhard Sammer im Rahmen des Projekts „KomponistInnen unserer Zeit“ zeitgenössische Orchestermusik aus Tirol in den Mittelpunkt! Die Jubiläumsausgabe steht unter dem Motto Stürmische Zeit und präsentiert vier Uraufführungen von Orchesterwerken, die eigens für diesen Anlass in Auftrag gege- ben wurden sowie eine Österreichische Erstaufführung. Die leitgebende Thematik bietet Raum für eine Kontextualisierung, die von den KomponistInnen für eine An- bindung an aktuelle kulturelle aber auch gesellschaftspolitische Herausforderungen genützt wird. Eröffnet wird der intensive Konzertabend am Puls der Zeit durch ein Werk aus dem Privatarchiv des Tiroler Komponisten Wer- ner Pirchner, dessen 80. Geburtstag wir im heurigen Jahr gedenken. Erstmals erklingt in Österreich die Orchesterfassung der Büh- nenmusik (Arrangement Peter Wesenauer), die Pirchner für eine Inszenierung von „Der

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    Sturm“ von William Shakespeare am Wiener Burgtheater komponierte (Inszenierung Claus Peymann). Anschließend stellt sich mit Josef Schiechtl ein Komponist der jungen Genera- tion mit Brainstorm vor. Die Wiener Musikerin und Cellistin Margarethe Herbert kreiert ein neues Werk für das gefeierte österreichische Celloquartett eXtracello (Edda Breit, Melis- sa Coleman, Margarethe Herbert, Gudula Urban) mit Orchester, das insbesondere in sehr sensibler Weise Anknüpfungspunkte zur Me Too-Bewegung herstellt. Mit Manuel Zwerger widmet sich ein bereits sehr erfolg- reich tätiger junger Südtiroler Komponist der Herausforderung, ein Werk für Kammeror- chester und zwei Solistinnen mit der Block- flöte zu komponieren (Magdalena Spielmann, Caroline Mayrhofer). Abschließend erklingt eine Uraufführung des Jazztrompeters und Wahl-New Yorkers Franz Hackl für Orches- ter und Jazztrompete. Wir freuen uns, dass Thomas Nussbaumer im moderierenden Gespräch Zugänge zu den Uraufführungen des Abends und eine intensivere Begegnung mit den Künstlerpersönlichkeiten ermöglicht.

    WERNER PIRCHNER (1940-2001) / PETER WESENAUER Arr. (*1966) [12 min] Der Sturm – Österreichische Erstaufführung

    JOSEF SCHIECHTL (*1995) [5 min] Brainstorm – Uraufführung

    MARGARETHE HERBERT (*1964) [15 min] gloomy für 4 Celli und KO – Uraufführung

    PAUSE

    MANUEL ZWERGER (*1992) [10 min] Dance Collection 2020 für 2 Blockflöten und KO – Uraufführung

    FRANZ HACKL (*1966) [15 min] Snowball Earth für Trompete und KO – Uraufführung

    1. Satz: Don the Con & Ghouliani 2. Satz: five-eyed Opabinia & Wiwaxia 3. Satz: Cambrian Explosion

    THOMAS NUSSBAUMER Moderation

    eXtracello EDDA BREIT | MELISSA COLEMAN MARGARETHE HERBERT | GUDULA URBAN Cello

    CAROLINE MAYRHOFER | MAGDALENA SPIELMANN Blockflöte

    FRANZ HACKL Trompete

    GERHARD SAMMER Dirigent

    KOMPONISTiNNEN UNSERER ZEIT XX KOMPONISTiNNEN UNSERER ZEIT XX

  • „Er hat gepfiffen auf E und U, hat den Jazz, die Volksmusik, die Klassik, die Moderne so unter einen Hut gebracht, aber auf ganz neue, unverwechselbare Weise, immer aber ohne akademische Hochnäsigkeit, denn sich erheben über die Menschen, das wollte Werner nie“ bringt es Felix Mitterer auf den Punkt. Werner Preisgott Pirchner zählt zu den be- deutendsten Tiroler Komponisten des 20. Jahrhunderts. In Hall i. T. geboren, absol- vierte er bei der Tyrolia, von ihm ironisch als „katholisches Bleibergwerk“ bezeichnet, eine Schriftsetzerlehre und begann schon früh mit eigenen Kompositionen und Ar- rangements, eher er ab 1962 als freischaf- fender Jazzmusiker und Komponist arbeite- te, wobei er erst relativ spät (1981) begann, für „klassische Künstler“ zu schreiben:

    „In meiner Jugend orientierte ich mich an der jeweils neuesten Jazzmusik. […] Bis zu meinem 42. Lebensjahr hätte ich aber aus Respekt vor den größten Meistern nicht ge- wagt, auch nur einen Ton für ein klassisches Konzert zu schreiben. Als Komponist, Jazz- musiker und privilegierter Gelegenheits- arbeiter versuchte ich a) meine Ideen und Gefühle in mir zugänglichen Dimensionen auszudrücken und b) das rot-schwarze Far-

    WERNER PIRCHNER (1940–2001) DER STURM Österr. Erstaufführung

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    für die angespannte Stimmung gelten, sondern auch dafür, wie sehr er die Musik von Werner Pirchner schätzte; Peymann schrieb: „Mensch Pirchner Du bist verrückt die Lieder sind alle ganz toll, ich verstehe die Welt nicht mehr – fröhliche Weihnach- ten Klaus“. Die Premiere fand am 6. Februar 1988 im Burgtheater statt, mit Gerd Voss als Prospero, Kirsten Dene als Caliban und vielen anderen großen Schauspielern und Schauspielerinnen. Und mit einem echten Wassergraben, der die Bühne umschloss. „Ariels Musik in der Luft, die wiegt einen so in melancholische Träume ein, dass man ein gutes Weilchen da zu Hause ist“, schreibt Ulrich Bräker (1735 – 1798) in seinem Tage- buch, so als hätte er die Bühnenmusik von Werner Pirchner vorausgeahnt. Der Komponist und Dirigent Peter Wese- nauer hat auf meine Bitte hin aus dem vor- handenen Material (ein Tondokument und Notenfragmente) eine Fassung für Kam- merorchester in kleiner Besetzung geschaf- fen, die 2014 mit dem Kammerorchester Burghausen uraufgeführt wurde. Ihm ver- danken wir, dass diese Bühnenmusik auf- geführt werden kann.“

    Im Gedenken an den 80. Geburtstag des bedeutenden Tiroler Komponisten!

    benspiel auf meinem Bankkonto zu beein- flussen. Eines schönen Morgens teilte mir der Geiger Peter Lefor telefonisch mit, dass er für sein nächstes ORF-Konzert ein Stück von mir für Solo-Violine auf‘s Programm gesetzt hat. So betrat ich mit tastender Zehe … den Weg, den ich heute noch gehe. Ich versuche Musik zu schreiben, die aus- drückt, was ich im Augenblick denke, fühle … und bin. Oder das Gegenteil.“

    Viele Aufträge für Konzerte, Film, Fernse- hen und Theater folgten (u.a. für den Wie- ner Musikverein, das Wiener Konzerthaus, das Burg- und Akademietheater, die Salz- burger Festspiele und den ORF/Ö1). 2014 erschien der musikalische Dokumen- tarfilm D.U.D.A!, eine überaus sehenswerte Hommage an Pirchner und seine alpenlän- dische Heimat. www.duda-derfilm.at www.wernerpirchner.com Dem Tiroler Kammerorchester ist es ein be- sonderes Anliegen, die Musik von Werner Pirchner kontinuierlich in Konzertprogram- me zu integrieren und teilweise auch durch neue Aufnahmen nachhaltig zugänglich zu machen, soweit nicht schon geschehen: Auf der CD Gedächtniskristalle hat das Ensemb- le seine Choräle für Streichorchester PWV 85 c veröffentlicht, das Stück 100 prakti- sche Kompositionen für gutes Orchester erschien erstmals auf dem Tonträger volXsmusik InnStrumented. Der Sturm wurde von Werner Pirchner als Theatermusik unter der Werknummer PWV 27 angemeldet, die Uraufführung erfolg- te als Bühnenmusik zum gleichnamigen Drama von William Shakespeare 1988 im

    Wiener Burgtheater in der Besetzung für 3 Flöten, Harfe, Cello und Gesang. Elfriede Pirchner erinnert sich an den Ent- stehungsprozess:

    „Im Frühjahr 1987 hatte Werner Pirchner vom Burgtheater den Auftrag erhalten, eine Bühnenmusik zum Drama Der Sturm von William Shakespeare zu schreiben, und im Sommer darauf begann er, sich mit dem Stück näher zu befassen: zuerst wäh- rend unseres Urlaubs am Wörthersee, am Strand, bei strahlendem Sonnenschein und bei Windstille. Aber da wollte sich ihm Der Sturm einfach nicht erschließen. Also klappte Werner das Textbuch zu und wir schwammen zur so genannten „Kapuzinerinsel“ hinüber, einem kleinen, verwunschenen, naturbelassenen Eiland zwischen unserem Badeplatz und dem mondänen Pörtschach. Wenig später wusste Werner genau, wie die Musik klin- gen sollte. Mit der fertigen Bühnenmusik fuhr er nach Wien, wo im Herbst die Proben unter Claus Peymann begannen. Die folgenden Monate waren ein mühsamer und aufreibender Weg für alle, die bei dieser Inszenierung mitwirk- ten, aber speziell für den Komponisten, der nicht nur täglich pünktlich um zehn Uhr bei den Proben erscheinen musste (eine beson- dere Härte für ihn, den Nachtmenschen!), sondern vor allem, weil er sicher gewesen war, in seiner Musik den Geist des Stückes eingefangen zu haben, aber jetzt an seiner Arbeit zu zweifeln begann. Ein Telegramm von Claus Peymann kurz vor Weihnachten kann als Beleg nicht nur

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