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    17-Aug-2019

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  • Transition Campus Konzept Seite - 1 -

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    Konzept v.1.2.

    Transition Campus Eine Akademie des Wandels

    Autoren Wolfgang Nieselt, Architekt Wolf Backhaus, Gestalter

    September 2016 Bad Sooden-Allendorf

    © 2016 Nieselt & Partner

  • Transition Campus Konzept Seite - 2 -

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    Briefpapier der Polsterfabrik Schrot aus den 1930er Jahren

    Das leerstehende, denkmalgeschütze Gebäude heute

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    Motivation

    Wir sind der festen Überzeugung, dass jetzt ein Paradigmenwechsel von der Wachstums- zur Postwachstums-Gesellschaft eingeleitet werden muss, um den Planeten vor der drohenden Klimakatstrophe zu bewahren. Die von den verantwortlichen Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft geplanten und eingeleiteten Maßnahmen, reichen selbst bei ihrer lückenlosen Einhaltung, bei weitem nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen, bzw umzukehren. Früher oder später wird sich die Gesellschaft auf Verzicht einstellen müssen. Weise wäre eine umfassende Vorbereitung auf diesen Wandel. Es gilt das wachtumsorientierte wirtschaftspolitische Weltbild, geprägt von Konkurrenz statt Kooperation, durch eine sozial-ökonomische Transformation zu wandeln, hin zu einer Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen Aller zum Ziel hat, einhergehend mit einem respektvollen Umgang im Verhältnis zur Natur und dabei folglich die natürlichen Grenzen der Ökosysteme wahrend. Eine zu kleine Zahl von Einsichtigen geht bereits heute diesen Weg des Verzichts und der Kooperation z.B. in der weltweiten Permakultur und Transition Town Bewegung. Diese Bemühungen werden in der Gesellschaft kaum wahr- geschweige denn ernst genommen. Hier setzt unser Konzept an. Es gilt einen Ort zu schaffen von dem verlässliche und nachahmenswerte Transition - Impulse ausgehen. Ein Lern und Studienort, um die praktische Umsetzung dieser Ansätze beispielhaft der Gesellschaft zu öffnen. Einen offenen Ort also, in dem erprobt und validiert wird, wie vernunftbasiertes Verhalten lustvoll und beglückend gelebt und kommuniziert werden kann.

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    Objektbeschreibung

    Ein infrage kommendes Objekt ist die stillgelegte, ehemalige "Polsterfabrik". Diese liegt mitten in Deutschland, in Bad Sooden-Allendorf, einer landschaftlich empfehlenswert gelegenen Kleinstadt, in ihren Altstadtkernen eine sehenswerte Fachwerkstadt, mit sehr guter Infrastruktur, als Bindeglied zwischen den Orten Sooden und Allendorf, auf einer Insel in der Werra, mit sehr guter Anbindung an alle Infrastrukturbereiche. Die Zuordnung der einzelnen Baukörper und ihre Abmessungen sind für den geplanten Zweck, - Transition Campus -, sehr gut geeignet. Das Objekt liegt auf einem ca. 11.000 m² großem Grundstück. Die Insel zwischen 2 Werraflussarmen, bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine ökologische Gartennutzung vielfältigster Möglichkeiten. Die Gebäude umfassen einen großen Verwaltungstrakt, geeignet für Gemeinschaftseinrichtungen sowie Räume für berufliche Tätigkeiten aus dem Kreis der Nutzergemeinschaft. 2 Geschosse, ehemalige Produktionshallen, in zwei Baukörper geteilt, sind zentral großzügig erschlossen und sind wie auch die Dachgeschosse gut für den Wohnausbau geeignet. Sämtliche Gebäude sind unterkellert, mit ausreichender Kopfhöhe und können damit weitgehend für die notwendigen Technikräume als auch für Werkstätten aller Art genutzt werden. Die Fenster der Kellerräume liegen alle über der Erdoberfläche. Im nördlichen, hinteren Teil befindet sich eine größere Halle, die als Mehrzweckhalle vielfältig genutzt werden kann. Das Verhältnis Wohngemeinschaft- und Berufsnutzung beträgt etwa 3/5 zu 2/5. Somit ein guter Ort für etwa 60 - 80 Campus-Bewohner und -Nutzer.

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    Das Objekt hier in der Mitte, Bundestrasse und Bahnhof links

    Kurort Bad Sooden links, Altstadt Allendorf rechts

    Das Grundstück hat eine Größe von ca. 11000m2 (Ab Brücke bis zu Spitze der Insel)

    Die bebaute Fläche umfasst ca. 5500 m2

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    Kurzbiographien der Initiativnehmer

    Dipl. ing. Wolfgang Nieselt, Jahrgang 1926 Hat Architektur und Bauingenieurwesen in Oldenburg und Stuttgart studiert und im Laufe seines 50 jährigen Berufslebens zahlreiche Gebäude im In- und Ausland gebaut. Ab 2004 Beschränkung auf Arbeiten als Projektentwickler. Aktiv in lokalen Wandlungsprozessen durch Aktionen wie "Erhaltung durch Nutzung", um Verfall durch Leerstand entgegen zu wirken. Wolf Backhaus, Jahrgang 1947 Arbeitsschwerpunkt: Mediale Kommunikation komplizierter Zusammenhänge als Konzeptioner, Drehbuch - Autor, Regisseur. Realisierte große deutsche und internationale Industriefilme und Präsentationen für namhafte Auftraggeber. Ausgezeichnet u.a. mit dem World Media Award für Opel Video: New Vectra Zahlreiche Reisereportagen für TV, u.a. für ZDF über 'Mobile Schlachtanlagen'. Seit 2009 Herausgeber des Kultur-Blogs: "Die Auszeit" als regionale Unterstützung bei der Entwicklung und Verbreitung kultureller Ereignisse. Mitgründer des intakt eV, für eine vernunftbasierte Regionalentwicklung auf privater Initiative. Wir verwenden den englischen Begriff "Transition", übersetzt "Wandel", im Sinne des 'Transition Town Movements', wie von Rob Hopkins beschrieben. In zahllosen regionalen lokalen Initiativen werden diese Ideen bereits weltweit umgesetzt.

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    By design ! Der Transition Campus Eine Akademie des Wandels - Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis Die Theorie der Postwachstumsökonomie und die Praxis einer aufkeimenden Postwachstumsgesellschaft finden hier einen gemeinsamen Raum. In Form z.B. eines Instituts ist die Wissenschaft vor Ort integriert. Die praktischen Anwendungen der Theorie wie kleiner, lokaler Wirtschaftsformen, Reparaturwerkstätten, regionaler Währung, Gemeinschafts-Gärten, etc., können hier als Experimente gestartet, begleitet und im Hinblick auf ihre CO2 relevanten und sozialen Effekte validiert werden. Im Idealfall wird eine offene und transparente Gestaltung des ganzen Komplexes dazu beitragen, der Öffentlichkeit einen neuen, positiven Eindruck über die alternativen Prozesse vor Ort zu verschaffen, die zur Zeit noch häufig am Rande der Gesellschaft erprobt werden. Das inhaltliche, kommunikative, übergeordnete Ziel ist es, erlebbar zu machen, dass Vernunft und Verzicht durchaus beglückend und im sozialen Sinn bereichernd wirken können. Die laufenden Arbeiten und Projekte werden zeitgemäß kommuniziert, also z.B. über einen kontinuierlichen Internet Blog und über eine Zusammenarbeit mit den lokalen Medien. Dafür wird ein Medienbüro integriert. Die Gebäude werden auf einen zeitgemäßen aber bescheidenen Standard renoviert und mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet. Die Energieeffizienz wird entsprechend dem technischen Stand realisiert. Bewährte und neue Methoden der Energiegewinnung unter Nutzung der natürlichen Ressourcen Sonne, Wind und Wasser werden soweit möglich angewendet. Im Multifunktionssaal, einer 350m2 Halle, können Vorlesungen, Symposien, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Büros für Verwaltung und Lehre, sowie Wohnungen werden in den oberen Etagen errichtet.

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    E-bike & Fahrrad Verleih, Werkzeug Ausleihe, Bibliothek, Gemeinschaftsräume, Werkstätten und ein öffentliches Café sind im Innenhof sowie in den Kellerräumen vorgesehen. Ein zentraler Punkt soll auch geschaffen werden, um vorhandene, zum Teil bereits wieder eingestellte Regionalwährungen (Hänseltaler, Kirschblüten) wieder neu zu beleben und zu professionalisieren, z.B. durch eine neue Art von "Barter - Bank". Im Außenbereich werden Gemeinschaftsgärten weitgehend in Permakultur angelegt, die auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Eine Zusammenarbeit mit allen lokalen und regionalen Umweltgruppen und dem Transition Town Movement ist vorgesehen. Im Aussenbereich des Komplexes könnte ein Earthship gebaut und intensiv beforscht werden. Als Earthship (deut. Erdschiff) bezeichnet man Gebäude einer bestimmten Bauweise, die nur durch passive solare Wärmegewinne und die Speicherung dieser mittels Masse geheizt oder durch natürliche Luftzirkulation gekühlt werden. Sie zeichnen sich zudem durch eine weitgehende Nutzung natürlicher und recycelter Baustoffe sowie ihre völlige Autarkie hinsichtlich Wärme, elektrischer Energie, Wasser und Abwasser aus. (Erklärung von wikipedia) Eine Produktionsküche wird im öffentlichen Bereich integriert, um regionale Lebensmittel zu verarbeiten und haltbar zu machen. Ebenso sollen handwerkliche Fähigkeiten, wie z.B. Besenbinden, Korbflechten, etc. im Rahmen von "Reskilling Workshops", also Wiederbefähigungs-Seminaren, angeboten werden. Die Initiativnehmer tragen diese Idee dem anerkannten Postwachstums Ökonom Prof. Dr. Niko Paech vor, um ihn als "Spiritus Rektor" dieses Projektes zu gewinnen. Er und seine Studenten hätten im Transition Campus die Möglichkeit die einzelnen Projekte in der täglichen Praxis mitzuerleben und die sozial-ökonomischen und ökologischen Effekte zu valid

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