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Wien am 7.7.2010 Lebenswelten Jugendlicher aus benachteiligten Lebenslagen

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Wien am 7.7.2010

Lebenswelten Jugendlicher aus benachteiligten Lebenslagen

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Die in der Sozialberichterstattung der EU gültige Definition: Der Begriff soziale Exklusion bezeichnet einen Prozess, durch den Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden bzw. an der vollwertigen Teilhabe gehindert werden – durch Armut, wegen unzureichenden Grundfertigkeiten, infolge von Diskriminierungen etc.

Der Bezugspunkt des Begriffs „soziale Exklusion“ ist „die Art und Weise der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, nicht der Grad der Benachteiligung nach

Was versteht man unter Exklusion?

Literatur-Tipp: Bude, Heinz: Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft, München, 2008

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, nicht der Grad der Benachteiligung nach Maßgabe allgemein geschätzter Güter wie Einkommen, Bildung und Prestige.“ (Bude 2008: 13)

Achtung � „die soziale Stufenleiter ist (...) glitschiger geworden. Der Absturz scheint von überall möglich.“(Bude 2008: 33):

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Über wen sprechen wir eigentlich?

Risikofaktoren soziale Benachteiligung/Exklusion:

• AlleinerzieherInnensituation

• Kinderreichtum

• Migrationshintergrund• Migrationshintergrund

• Niedrige formale Bildung / Drop-Outs

• Benachteiligte Jugendliche werden somit lediglich als Problemfälle und zu pädagogisierende Objektewahrgenommen, also auf ihre problematische Lage reduziert

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Was bedeutet Individualisierung?

Das postmoderne Individuum

Individuali-sierung

Drei Entwicklungen bestimmen das Leben der Menschen

Ulrich Beck:Risikogesellschaft

(1986)

ICH

Entsruktur-ierung

Pluralisie-rung

Menschen

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Faktor 1: Pluralisierung

• Unüberschaubare Vielfalt an Lebensentwürfen:Gothic, Emo, Skater, alles gleichzeitig oder nacheinander?

• Unüberschaubare Vielfalt an kommerziellen Angeboten: Weihenstephan, Landliebe oder lieber doch Danone?

• Unüberschaubare Vielfalt an Möglichkeiten der Biographiegestaltung:Uni, Beruf oder ein Freiwilliges soziales Jahr?

Entscheidungsfreiheit vs. Entscheidungszwang?

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Faktor 2: Entstrukturierung

• Traditionelle Institutionen der Wertevermittlung verlieren an Bedeutung

• Der Einfluss von Kirchen, Parteien, Verbänden etc. auf das • Der Einfluss von Kirchen, Parteien, Verbänden etc. auf das (Innen)leben der Menschen nimmt zunehmend ab

• Die Familie verliert, die Gleichaltrigengruppe gewinnt an Bedeutung

• „Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland“: Punx not dead?

Aber an wem oder was soll ich mich orientieren?

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Faktor 3: Individualisierung

• Der Einzelne wird der zentrale Bezugspunkt für die Gesellschaft und

für sich selber.

• Niederschwellige Angebote wie Konsum und undogmatische

Lebensstilgemeinschaften werden zu wichtigen Medien der

Sinnstiftung.

• Mehr Freiheit, mehr Selbstverantwortung -> mehr Unsicherheit

• „Ökonomisierung des Sozialen: auch im Privaten werden rationale

Kosten-Nutzen-Kalkulationen immer wichtiger (Stichwort:

„Beziehungsarbeit“)

• Posttraditioneller Materialismus: „Erst das Fressen, dann die Moral“

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Thema 1

Jugendszenen

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„everybody wants to be a part of it ...“

• Zwischen 80% und 90% der Jugendlichen integrieren

die Auseinandersetzung mit Jugendkulturen und

Szenen in ihre individuellen Identitätsprojekte

• Die so genannten „Normalos“ sind eine Minderheit,

die „AJOs“ (allgemein Jugendkulturorientierte)

repräsentieren die breite Mehrheit

Jugendkultur als Freizeitwelt und Leitkultur

repräsentieren die breite Mehrheit

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Deklarierte Szene-Zugehörigkeit nach Bildungsstand

Szene Panorama 2007

HipHop

Snowboard

Computerszene

Fußball

Institut für Jugendkulturforschung: elf/18 – die Jugendstudie 2007, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=880,

Ang. in %

0 5 10 15 20 25 30 35

Metal/Rocker

Mountainbike

Skateboard

Beachvolleyball

Inline-Skater

Fitness

Lehrling

AHS / BHS

HS / PS / BMS

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Aus der Praxis

Zwei Beispiele für sehr unterschiedliche

Jugendszenen: Krocha & Emos

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Die Krocha: der neue „Prolo-Stolz“

Style: Schirmkappen (Neonfarben ohne Logos; Van Dutch; Ed Hardy); Marken: Lacoste, Adidas (Schuhe), Dolce & Gabbana, Palitücher, De Puta Madre; T-Shirt-Aufdrucke: „cock of the year“, „italian boy; Solariumsbräune

Sprachcode: „Kroch ma eine in die Schicht!“, „Bam oida“, „Patienten“ (Nachschichtgänger)

Musik: Schranz (Krocha distanzieren sich von Gabba-Techno); Tanzstil: Jumpstyle (http://www.youtube.com/watch?v=wlALUel5e6w, http://www.youtube.com/watch?v=TxQAgZIo-Ds)

mehr auf youtube & www.krocha.at

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Dresscode: schwarz gefärbter Pony, Seitenscheitel, Röhrenjeans, enge T-Shirts, Schweißbänder, Buttons, Sportschuhe, dunkel geschminkte Augen, Nietengürtel.

Farben: schwarz kombiniert mit rot und pink. Karomuster. Mix von niedlichen Dingen (z.B. Hello Kitty-Accessoirs) und Düsterem (Totenköpfe)

Die Emos: Teenage-Angst der Mittelschichten

Marken: Converse, Vans (Schuhe)

Musikstil: „emotional Hardcore“ – Wechsel im Gesang (Clean und Schreien), im Tempo und der Lautstärke; melodiöse und komplizierte Gitarren-Riffs; emotionale Texte, in denen es um Liebe, Trauer, Verzweiflung aber auch oft andere Alltagsprobleme geht; weniger politisch als andere mit Punk assoziierte Genres.

Acts: Panic! at the disco, My bloody Valentine, boysetfire

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Thema 2

Mediennutzung

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Mediennutzung nach Bildungsstand

Mediennutzung von Jugendlichen

Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest: JIM 2009, rep. für 12- bis 19-Jährige in Deutschland,

n=1200, Ang. in %

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Nutzung von Online Communitys

Doch im Detail ist das Bild weniger klar.

myspace

facebook

netlog

Institut für Jugendkulturforschung: Safer Internet 2009, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=421, Ang. in %

0 10 20 30 40 50 60

schuelervz

studivz

szene1

sonstige

HS/PS/BMS

AHS/BHS

Lehrling

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Nutzung von Online Communitys: Nutzungsarten („mache ich oft“)

Wie nutzt man Communitys?

Musik suchen

Kommentare abgeben

Bilder von Freunden/Freundinnen ansehen

Chatten

Profile von Freunden/Freundinnen ansehen

Institut für Jugendkulturforschung: Safer Internet 2009, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=421, Ang. in %

0 10 20 30 40 50 60 70 80

Videos von meinen Freunden und Freundinnen ansehen

möglichst viele Leute adden

Bilder von anderen Profilen ansehen

Games spielen

Profile von Leuten ansehen, die ich noch nicht kenne

Musik suchen

HS/PS/BMSAHS/BHSLehrling

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Nutzung von Online Communitys: Nutzungsarten („mache ich oft“)

Wie nutzt man Communitys?

Statusmeldungen abgeben

mich Gruppen anschließen

mein Profil bearbeiten

Bewertungen abgeben

Bild von mir und/oder Freunden/Freundinnen reinstellen

Institut für Jugendkulturforschung: Safer Internet 2009, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=421, Ang. in %

0 10 20 30 40 50 60 70 80

Wenn jemand glaubt, er/sie ist was besseres, ihn/sie verarschen

Videos, die andere reingestellt haben, ansehen

mich über ungute Leute auslassen

mich über andere lustig machen

Mädels/Burschen aufreißen

Statusmeldungen abgeben

HS/PS/BMS

AHS/BHS

Lehrling

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Problematische Aktivitäten im Netz („ist mir selbst schon einmal passiert“)

Gefährdungspotentiale

Jemand hat mir Werbung geschick, was mich genervt hat

Jemand hat meine Freunde/Freundinnen beschimpft

Jemand hat in meine Profil Aktionen gesetzt wie bsp. Kommentare abgeben oder Nachrichten versenden

Jemand hat bei anderen über mich geschimpft

Ich habe einen Virus bekommen

Institut für Jugendkulturforschung: Safer Internet 2009, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=421, Ang. in %

0 10 20 30 40 50 60 70 80

Jemand hat Unwahrheiten über mich verbreitet

Jemand hat mich blöd angemacht

Ich habe einmal meine Telefonnummer angegeben und daraufhin dauernd Anrufe bekommen

Jemand hat Bilder ins Internet gestellt, die nicht echt, sondern bearbeitet waren

Jemand hat sich besser dargestellt, als er ist

Jemand hat mir Werbung geschick, was mich genervt hat

HS/PS/BMSAHS/BHSLehrling

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Gefährdungspotentiale

Jemand hat Fotos von mir reingestellt, die mir unangenehm waren

Jemand hat mich persönlich beschimpft

Jemand ist in mein Profil eingestiegen und hat meine Daten geändert

Jemand hat mir gegenüber rassistische Äußerungen gemacht

Jemand hat mir Nacktfotos geschickt

Problematische Aktivitäten im Netz („ist mir selbst schon einmal passiert“)

Institut für Jugendkulturforschung: Safer Internet 2009, rep. für 11- bis 18-Jährige, n=421, Ang. in %

0 10 20 30 40 50 60 70 80

Jemand hat Dinge über mich herausgefunden, die mir unangenehm waren

Jemand hat Videos von Lehrern/Lehrerinnen reingestellt

Es wurde mir schon einmal mit einer Anzeige gedroht

Jemand hat Videos reingestellt, wo andere niedergemacht werden

Jemand anderer hat so getan als wäre er ich

Jemand hat Fotos von mir reingestellt, die mir unangenehm waren

HS/PS/BMSAHS/BHSLehrling

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Thema 3

Beruf und Ausbildung

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Typ 1: Die Not-Yet-AkteurInnen

� zeigen ein geringes Reflexionsniveau sowie geringe

Bereitschaft, über die berufliche Zukunft nachzudenken

� Bildungs- und Berufsentscheidungen werden

hinausgezögert

� häufig fatalistische Grundhaltung

� hohe Selbstverwirklichungsansprüche,

kaum konkrete Berufsziele

(auch und gerade bei höheren Bildungsabschlüssen)

Jugend und Beschäftigung (2005): Modul 3 – 40 qualitative Interviews mit 14- bis 29-jährigen

(auch und gerade bei höheren Bildungsabschlüssen)

Notwendige Maßnahmen:

� Betonung von finanziellen und Statusaspekten

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Typ 2: Die Eigeninitiativen

� setzen auf Eigenverantwortung und positives Denken

� sind flexibel und können mit Problemen gut umgehen, praktizieren effizientes Selbstmanagement

� „lebensbegleitendes Lernen“ in den beruflichen Selbstkonzepten fest verankert

� auf die „neue Arbeitswelt“ am vergleichsweise gut vorbereitet

� Gefahr, die eigenen Möglichkeiten zu überschätzen bzw. sich selbst zu überfordern

Jugend und Beschäftigung (2005): Modul 3 – 40 qualitative Interviews mit 14- bis 29-jährigen

Notwendige Maßnahmen:

� Hervorheben von Karrieremöglichkeiten� Betonung der Fortbildungs- und Weiterqualifikation� Schaffung von Möglichkeiten der Mitbestimmung und

Selbstgestaltung

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Typ 3: Die Orientierungslosen

� haben keine konkreten Ziele in Bezug auf ihre

(berufliche) Zukunft

� sind kaum in der Lage, für sich selbst

Perspektiven zu entwickeln

� Mangel an Qualifikationen, die in der heutigen

Arbeitswelt nachgefragt sind

� Mangel an mentaler Flexibilität, kaum

Selbstmanagement-Kompetenz Selbstmanagement-Kompetenz

Notwendige Maßnahmen:

� Förderung von Selbstorganisationsfähigkeiten, das gibt auch Selbstvertrauen

� Gezielte Qualifikations- und Weiterbildungsmaßnahmen� Zurücknahme der Betonung der Selbstverantwortung� Klares Vorzeichnen von Lösungswegen und

Lösungsvorschlägen

Jugend und Beschäftigung (2005): Modul 3 – 40 qualitative Interviews mit 14- bis 29-jährigen

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Typ 4: Die Traditionell-Soliden

� ähneln in ihrer Einstellung zu Erwerbsarbeit ihrer Eltern-und Großelterngeneration (Idee der linearen Bildungs- und Berufsbiographie)

� streben nach langfristigen Sicherheiten, Planbarkeit und Stabilität: Arbeitsplatzsicherheit wichtiger als Entwicklungs- bzw. Karrierechancen

� durch dynamischen Wandel verunsichert: geringeFlexibilitätsbereitschaft, hohes Bedürfnis nach Kontinuität

Jugend und Beschäftigung (2005): Modul 3 – 40 qualitative Interviews mit 14- bis 29-jährigen

Flexibilitätsbereitschaft, hohes Bedürfnis nach Kontinuität

Notwendige Maßnahmen

� Betonung von Sicherheits- und Stabilitätsaspekten� Flexibilität und Verantwortung sind keine Motivationstreiber

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Charakteristik und spezielle Bedarfslagen von Jugendlichen aus eherbildungsfernen Milieusbildungsfernen Milieus

� Weniger Selbstverwirklichungsansprüche, Prinzip „Eigenverantwortung“ steht weniger stark im Vordergrund

� Wichtig: gutes Betriebsklima, guter Verdienst� Ausbildung und Job als existenzsichernde Notwendigkeit; Freizeit und Konsum als

Orte der Selbstbe(s)tätigung� Spannungsträchtigere Eltern-Kind-Beziehungen, wenig Möglichkeiten zur

Unterstützung der Bildungskarrieren durch die Eltern� Stichwort „Bildungshabitus“ – die Jugendlichen treten ein schwieriges Erbe an ...

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Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Institut für JugendkulturforschungAlserbachstr. 18/7.OG – 1090 Wien

Tel: +43 (1) 532 67 95Fax: +43 (1) 532 67 95 20

http://www.jugendkultur.atE-mail: [email protected]