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Lehrmittel Sporterziehung – Band 1: Grundlagen · 1 Inhaltsübersicht Band 1 Vorspann 3 1 Inhaltsübersicht Band 1 Broschüre Kapitel Seite Vorspann 1 Inhaltsübersicht Band 1 3

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  • 1Lehrmittel Sporterziehung Band 1

    Grundlagen

  • Lehrmittel Sporterziehung Band 1

    Vorspann

  • Autoren: Karl Ernst und Walter Bucher

    Grafische Gestaltung: Daniel Lienhard

    Projektleitung: Walter Bucher

    Herausgeber: Eidgenssische Sportkommission ESK

    Lehrmittel Sporterziehung Band 1

    Grundlagen

  • bersicht Lehrmittelreihe / Medien / Speziallehrmittel

    Band 1 Sporttheoretische und sportdidaktische GrundlagenForm. 323.001 d

    Lehrbeilage: CD-ROM mit Foliensatz; Modelle, Filmsequenzen u.a.m. Form. 323.001.1 d

    Band 2 VorschuleForm. 323.002 d

    Band 3 1. 4. SchuljahrForm. 323.003 d

    Lehrbeilagen: * Unterrichtshilfen* Sportheft 1. 3. Schuljahr

    Band 4 4. 6. SchuljahrForm. 323.004 d

    Lehrbeilagen: * Unterrichtshilfen* Sportheft 4. 6. Schuljahr

    Band 5 6. 9. SchuljahrForm. 323.005 d* Sportheft 6. 9. Schuljahr

    Band 6 10. 13. Schuljahr (inkl. Sportheft)Form. 323.006 d

    Lehrbeilage: Sportheft 10. 13. SchuljahrForm. 323.006.1 d (Broschre)

    Musik-CD * Begleitmusik zum Lehrmittel Sporterziehung Broschre 2: Bewegen, Darstellen, TanzenISBN 3-9521843-1-5

    VIDEO ** Lehrvideo zum Lehrmittel Sporterziehung Broschre 2: Bewegen, Darstellen, Tanzen

    Speziallehrmittel

    Schwimmen Lehrmittel fr alle Stufen inkl. TestunterlagenForm. 323.010 d

    Lehrbeilage: CD-ROM mit Reihenbildern, Filmsequenzen von Wassersportarten u.a.m. Nur als Macintosh-Version! Form. 323.011 d

    7. Auflage Band 1 (Grundlagen) 2005 Eidg. Sportkommission ESK

    Form. 323.001 d 2.05 4000

    Bezugsquellen:

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected] 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]* Lehrmittelverlag des Kt. ZrichE-Mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]* Lehrmittelverlag des Kt. ZrichE-Mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]* Lehrmittelverlag des Kt. ZrichE-Mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected] 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]

    * Lehrmittelverlag des Kt. ZrichE-Mail: [email protected]

    ** ISSW Bremgartenstrasse 145 3012 Bern

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]

    BBL 3003 BBBBeeeerrrrnnnnE-mail: [email protected]

    2Vorspann

  • 1 Inhaltsbersicht Band 1 3Vorspann

    1 Inhaltsbersicht Band 1

    Broschre Kapitel Seite

    Vorspann 1 Inhaltsbersicht Band 1 32 Geleitwort des Herausgebers 43 Vorwort 54 Didaktisches Konzept 65 Strukturelles und grafisches Konzept 76 Inhaltliches Konzept 87 Sachregister 98 Bearbeitungsteam Band 1 12 Didaktische Landkarte 3. Umschlagseite

    Bro 1 Sporttheoretische und sportdidaktische Grundlagen 1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 22 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 163 Lernen und Lehren 464 Sportunterricht planen 615 Sportunterricht durchfhren 666 Sportunterricht auswerten 74

    Bro 2 Bewegen, Darstellen, Tanzen1 Sinn und Bedeutung von Bewegen, Darstellen, Tanzen 22 Inhalt und Ziele 53 Lernen und Lehren 84 Unterrichten 13

    Bro 3 Balancieren, Klettern, Drehen1 Sinn und Bedeutung von Balancieren, Klettern, Drehen 22 Inhalt und Ziele 43 Lernen und Lehren 84 Unterrichten 9

    Bro 4 Laufen, Springen, Werfen1 Sinn und Bedeutung von Laufen, Springen, Werfen 22 Inhalt und Ziele 43 Lernen und Lehren 64 Unterrichten 8

    Bro 5 Spielen1 Sinn und Bedeutung von Spielen 22 Inhalt und Ziele 53 Lernen und Lehren 74 Unterrichten 13

    Bro 6 Im Freien1 Sinn und Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport im Freien 22 Inhalt und Ziele 33 Lernen und Lehren 44 Unterrichten 5

    Bro 7 bergreifende Anliegen1 Bewegte Schule 22 Behinderte und Sport 63 Interkulturelle Aspekte im Sportunterricht 74 Projekte 95 Sportanlsse und Feste 116 Lager 137 Didaktische Unterrichtshilfen und Medien 14

  • Neue Impulse geben in Bewegung bringen, konkret werden lassen, was inso vielen Kommissionen und anlsslich von Kongressen fr eine zeitgemsseSporterziehung postuliert und diskutiert worden ist genau das wollen dienun vorliegenden Lehrmittel. Sie sollen fr Lehrerinnen und Lehrer eineHilfe sein, gute Ideen und neue Einsichten der Sporterziehung in die Praxisumzusetzen.

    Die Lehrmittel lassen viel Raum fr Selbstndigkeit und fr eigene Gestal-tung. Letztlich ist es die Lehrperson, die fr den Unterricht verantwortlichist. Sie arbeitet mit den geeigneten Lehrmitteln, whlt aus einem reichenAngebot aus, regt an, beobachtet, plant, evaluiert und koordiniert. Wie heisstes doch so schn bei den koordinativen Fhigkeiten: orientieren, rhythmisie-ren, reagieren, differenzieren und dabei immer im Gleichgewicht bleiben.

    Mit grossem Aufwand und viel Engagement sind die neuen Lehrmittel erar-beitet worden. Das demokratisch breit abgesttzte Projekt von Walter Bucherwird erst dann zum Erfolg, wenn die Lehrmittel im Unterricht bei den Sch-lerinnen und Schlern etwas auslsen, wenn sie dazu beitragen, die Ziele freine sinnvolle Sporterziehung fr Kinder und Jugendliche zu erreichen.

    Fr die hervorragende Arbeit danken wir allen, die mitgeholfen haben, dieseLehrmittel mitzugestalten. Ganz besonders danken wir dem ProjektleiterWalter Bucher und seinem Team, der Arbeitsgruppe Lehrmittel mit ihremPrsidenten Martin Zirjen und dem Beurteilungsteam unter dem Vorsitzvon Raymond Bron.

    Die Eidgenssische Sportkommission (ESK) ist berzeugt, dass die Lehrmit-telreihe die hohen Anforderungen erfllen wird.

    30. Oktober 1996

    2 Geleitwort des Herausgebers 4Vorspann

    2 Geleitwort des Herausgebers

    Eidgenssische Sportkommission

    Heidi-Jacqueline Haussener Prsidentin

    Ausschuss fr Turn- undSportunterricht in der Schule

    Jrg KappelerPrsident

  • ber 50 Personen haben im Verlauf von 3 Jahren bei der Bearbeitung desvorliegenden Grundlagenbandes mitdiskutiert, geschrieben, korrigiert, Ideeneingebracht, Meinungen vertreten und fr ihre Ideen gekmpft. Dies hat denEntstehungsprozess verlngert, aber auch das Produkt bereichert.

    Der vorliegende Band 1 Grundlagen ist vor allem ein Didaktikbuch frdie Volksschullehrerinnen und -lehrer sowie eine Lehr- und Lernhilfe fr dieAusbildung der Lehrkrfte. In den Stufenbnden 26 werden die theoreti-schen Grundlagen stufenspezifisch in die Praxis umgesetzt. Im Grundlagen-band wird nicht auf Wissenschaftlichkeit verzichtet, wohl aber auf eine um-fassende Standortbestimmung der gegenwrtigen Forschung in Sportwissen-schaft und Sportdidaktik.

    Lehrpersonen und Studierende finden in diesem Lehrmittel pointierte Stel-lungnahmen, die Grundlage fr die Diskussion und damit fr das Erarbeiteneigener Positionen sein sollen. Die Aussagen sind als Impulse und nicht alsunumstssliche Dogmen zu betrachten. Jede Aussage ber Unterricht mussauf ihre Gltigkeit in Bezug auf die eigene Situation berprft und allenfallsangepasst oder zurechtgerckt werden.

    Lehrmittel knnen den Unterricht nicht grundlegend verbessern oder ndern.Entscheidend ist und bleibt die Lehrperson, einerseits als Vorbild, anderer-seits mit ihrem Engagement, ihrer Fachkompetenz und ihrer Begeisterungs-fhigkeit. Damit Lehrpersonen aber ihr Handeln begrnden knnen, brau-chen sie einen Orientierungsrahmen. Diesen aufbauen und sichern zu helfen,ist die Absicht der Autoren.

    Im Unterricht treffen sich Lehrende und Lernende. Beide Seiten haben Er-wartungen und bringen Erfahrungen mit. Es ist ein Anliegen des Autoren-teams, Lehrende und Lernende zu einem handlungsorientierten Lehr-Lern-Dialog anzuleiten. In einem so verstandenen Unterricht spielen die Leitideenganzheitlich, partnerschaftlich und selbstndig eine wichtige Rolle.

    Ich danke allen, die bei der Realisierung dieser hoch gesteckten Ziele mitge-holfen haben.

    St. Gallen, 10. Oktober 1996 Fr das BearbeitungsteamWalter Bucher, Projektleiter

    3 Vorwort 5Vorspann

    3 Vorwort

  • Im vorliegenden Lehrmittel gehen wir von drei Fragen aus, welche fr jedenUnterricht wichtig sind: WWWWoooozzzzuuuu???? WWWWiiiieeee???? WWWWaaaassss????

    Wozu? Lernende und Lehrende betrachten den Sportunterricht unterschiedlich. Des-halb hat er fr sie unterschiedliche Bedeutungen. Dementsprechend sind imUnterricht verschiedene Sinnrichtungen mglich, die in der Unterrichtsge-staltung zum Ausdruck kommen. Das Modell der sechs Sinnrichtungen solldies verdeutlichen und wird als Orientierungshilfe dienen.

    Wie? Fr das Lehren und Lernen von Bewegungen dient ein Stufen-Modell: vomErwerben ber das Anwenden zum Gestalten. Diese Idee wird in Band 1erklrt und in den Bnden 26 stufenangepasst umgesetzt.

    Die komplexen Zusammenhnge beim Lernen und Lehren von Bewegungenwerden als Handlung dargestellt. Darunter verstehen wir ein sinngeleitetes,ziel-, prozess- und ergebnisorientiertes Tun, welches auf einem bewusst ge-steuerten, partnerschaftlichen Lehr-Lern-Dialog aufbaut.

    Fr die Unterrichtspraxis bieten sich drei idealtypische Handlungsformen an,die aber in der Regel als Mischformen auftreten. Wir unterscheiden fremd-bestimmtes Handeln (das heisst von Lehrpersonen, Mitlernenden oder Lehr-mitteln geleitet), von den Lernenden mitbestimmtes und selbstbestimmtesHandeln.

    Die pdagogisch-didaktischen Leitideen ganzheitlich partnerschaftlich selbstndig ziehen sich wie ein roter Faden durch das Lehrmittel. Der Sportwird nicht nur aus der Sicht normierter Techniken betrachtet, sondern auchmit Blick auf den ganzen Menschen. Handlungsorientiertes Lehren und Ler-nen basiert auf einem partnerschaftlichen Dialog zwischen Lehrenden undLernenden. Der persnlichen Erfahrung und der Selbstndigkeit kommt einegrosse Bedeutung zu.

    Fr die Umsetzung in die Praxis dient der Dreischritt Planen Durchfhren Auswerten. Hier wird die bewusste Verbindung von Planen und Auswertenauf der Ebene des Verstehens und berdenkens betont. Das Handeln in derPraxis muss sich auf eine begrndete Theorie absttzen knnen: Von derTheorie zum Handeln in der Praxis; von der Praxis durch Nach-Denken zueiner weiterfhrenden Theorie.

    Was? Die Inhalte fr den Sportunterricht sind in den Broschren 27 in verschiede-ne Themenbereiche gegliedert. Dabei werden die oben erwhnten Modelleund Prinzipien praktisch und themenspezifisch umgesetzt.

    Sinnrichtungsmodelle:Vgl. Bro 1/1, S. 7 und Praxisbroschren 26/1

    Erwerben, Anwenden, Gestalten: Vgl. Bro 1/1, S. 48

    Handlungsorientiert lernenund lehren: Vgl. Bro 1/1, S. 51

    Fremd-, mit- und selbst-bestimmtes Handeln: Vgl. Bro 1/1, S. 54 f.

    Ganzheitlich, partner-schaftlich, selbstndig: Vgl. Bro 1/1, S. 60

    Planen, Durchfhren, Aus-werten: Vgl. Bro 1/1, S. 61 ff.und Bro 26/1, Kap. 4-6

    Inhaltliches Konzept: Vgl. Vorspann S. 8 und Bro 27/1

    4 Didaktisches Konzept 6Vorspann

    4 Didaktisches Konzept

  • Band 1:::: In Broschre 1 von Band 1 werden die sport-theoretischen und sportdidaktischen Grundla-gen entwickelt.

    Die Broschren 25 orientieren sich an prakti-schen Handlungsfeldern. Die Broschren 6 und7 behandeln bergreifende Themenkreise. Letz-tere werden im Band 1 grundlegend und stufen-bergreifend erlutert.

    Stufenbnde 26: Sie haben dieselbe Struktur wie Band 1:In den Broschren 1 der Bnde 26 werdenstufenspezifische Fragen ber Sinn und Bedeu-tung, Inhalte und Ziele, Lernen und Lehren,Planen Durchfhren Auswerten behandelt.

    In den Broschren 27 folgen illustrierte Pra-xisseiten, ergnzt mit Theorie- und Didaktik-hinweisen.

    Fr den Schwimmunterricht empfehlen wir dasstufenbergreifende Lehrmittel Schwimmen.

    5 Strukturelles und grafisches Konzept 7Vorspann

    5 Strukturelles und grafisches Konzept

    Bandkonzept: 6 Bnde mit je 7 Broschren

    Grundlagen

    Vorschule

    1.4. Schuljahr

    4.6. Schuljahr

    6.9. Schuljahr

    10.13. Schuljahr

    Broschrenkonzept: 7 BroschrenBroschre 1: Sporttheorie und SportdidaktikBroschren 25: Praxisbeitrge Broschre 6: Spiel und Sport im FreienBroschre 7: bergreifende Anliegen

    Band 6 ist mit einem Sportheft ergnzt

  • Das Lehrmittel umfasst 6 Bnde mit je 7 Broschren.

    Die Broschre 1 von Band 1 enthlt sporttheoretische und sportdidaktischeGrundlagen fr einen sinngeleiteten Sportunterricht. In den Broschren 1 derBnde 26 sind die stufendidaktischen Grundlagen zu finden.

    Krperwahrnehmung sowie Krper- und Bewegungserfahrungen sind frden Menschen wichtige Elemente bewusster Lebensgestaltung. Kinder undJugendliche sollen den Zugang zu ihrem eigenen Krper finden, diesen ganz-heitlich wahrnehmen und erleben, sich mit dem Krper rhythmisch bewegenund sich in verschiedenen (Tanz-)Formen ausdrcken knnen. Die Grundttigkeiten Balancieren, Klettern, Schwingen, Fliegen, Drehen,Bewegung auf Rollen, Rutschen und Gleiten ermglichen viele Bewegungs-erlebnisse und -erfahrungen im Umgang mit der Schwerkraft an und mit Ge-rten. Die Broschre stellt im weiteren das Kmpfen und Kooperieren dar.

    Laufen, Springen und Werfen sind elementare Grundttigkeiten. Diese wer-den nicht nur als normierte leichtathletische Disziplinen, sondern auch in ih-rer Vielfalt beleuchtet. Dabei wird besonders auf den individuellen Leis-tungsfortschritt geachtet.

    Spielen ist ein Grundbedrfnis des Menschen. Alle Spiele sollen stufenge-recht und abgestimmt auf die jeweiligen Voraussetzungen unterrichtet wer-den. Auf diese Weise werden Fhigkeiten und Fertigkeiten gefrdert, dieber die Sportspiele hinaus auch im sozialen Umfeld wichtig sind.

    Bewegung, Spiel und Sport im Freien bietet viele Lernmglichkeiten: dieNatur zu entdecken, sich in ihr richtig zu verhalten, sie zu schtzen und zuschtzen. In dieser Broschre geht es vor allem um Sportarten, welche unab-hngig von normierten Sportanlagen auch in einfachen Verhltnissen durch-gefhrt werden knnen.

    bergreifende Anliegen umfasst eine Reihe von verschiedenen Beitrgen, indenen berlegungen zu folgenden Themenbereichen angestellt werden: Be-wegte Schule, Behinderte und Sport, Interkulturelle Aspekte des Sportunter-richts, Projekte, Sportanlsse und Feste, Lager, Einige didaktische Unter-richtshilfen.

    Fr den Schwimmunterricht wird die Verwendung des stufenbergreifendenLehrmittels Schwimmen empfohlen:

    Broschre 1: Grundlagen (fr den Einstieg in den Schwimmunterricht) Broschre 2: Schwimmarten (fr gut Wassergewhnte) Broschre 3: Weitere Schwimmsportarten (fr Schwimmer) Broschre 4: Nasse Theorie (fr die Lehrperson als Orientierungshilfe)

    Sporttheoretischeund sportdidak-tische Grundlagen

    Bewegen Darstellen Tanzen

    Balancieren Klettern Drehen

    Laufen Springen Werfen

    Spielen

    Im Freien

    bergreifende Anliegen

    Lehrmittel Schwimmen

    Bezugsquelle: Vgl. S. 2

    6 Inhaltliches Konzept 8Vorspann

    6 Inhaltliches Konzept

    Nr. Broschren-Titel

  • 7 Sachregister 9Vorspann

    7 Sachregister

    Begriff Bro Seite Begriff Bro Seite Begriff Bro Seite

    Abschliessen, Unterricht 1 73Adaption 1 35Adenosin-di-Phosphat 1 31Adenosin-tri-Phosphat 1 31Aerobe Leistungsfhigkeit 1 34Aggression 1 60Aggression undKonfliktlsung im Spiel

    5 12/15

    Akkommodation 1 16Anaerobe Energiebereitstel-lung

    1 34

    Analysatoren 1 32Angst (Fairness: ohneAngst spielen)

    5 12

    Angst (Risiko und Angstbe-wltigung -> Fliegen)

    3 5

    Anpassen (und Belasten) 1 35Anregung, Aufgabe 1 58Anwenden 1 49Aspekte, interkulturelle 7 7Assimilation 1 16Asthma 1 30Aufgabenstellung, anregendoder beruhigend

    1 58

    Aufgabenstellung, offene 4 95 9

    Aufwrmen, allgemeinesund spezielles

    1 66 f.

    Aufwrmen 2 2/133 104 9

    Ausdauerfhigkeit 1 361 41

    Ausdruck 2 6/7Ausfhrungszeit 1 44Aussensicht 2 15

    3 84 65 9

    Auswerten 1 74 ff.2 153 114 105 156 7

    Balancieren 3 4Behinderte 7 6Behindertensport 7 6Beidseitigkeit 4 4/6Belastbarkeit 1 37Belasten 1 27/35Beruhigung, Aufgabe 1 58Beurteilen / Beraten / Bewerten

    1 76 ff.

    Bewegen, rhythmisches 2 5/8Beweglichkeit 1 42Bewegter Unterricht 2 3

    7 2 ff.Bewegtes Sitzen 1 27Bewegungsapparat 1 26

    1 35Bewegungsapparat, aktiver 1 43Bewegungsapparat, passiver 1 44Bewegungsbedrfnis 1 5Bewegungserfahrungen 1 2

    3 2Bewegungsgefhl 2 3

    4 4Bewegungsgestaltung 2 3/9Bewegungs- und Trainingslehre

    1 37-42

    Bewegungslernen 1 484 6

    Bewegungsmangel 7 2Bewegungsqualitt 2 2Bewegungsquantitt 2 2Bewegungstheater 2 6Bewegungsvorstellung 1 47Bewerten 1 76 ff.Biomechanik 1 43-45Chemorezeptoren 1 32Darstellen 2 6Darstellendes Spiel 2 6/10Dehnen 1 27Denkfhigkeit 1 3Didaktikball 7 15Differenzieren 4 7Differenzierungsfhigkeit 1 39Dispensieren 1 18/30Disziplin, Unterrichts-strungen

    1 59

    Drehen 3 5Dreieck, didaktisches 1 59Durchfhren 1 66 ff.

    2 143 104 95 146 6

    Dysbalance, muskulre 1 40Einstellungen, soziale 1 23Einstimmen 3 10Einstimmen 1 66Energie, -stoffwechsel 1 31Energiegewinnung 1 34Entlasten 1 27Entspannen 2 5Entwicklung 2 3

    Entwicklung 1 2 ff., 165 2

    Entwicklungsebenen 1 3Erfolgskontrolle -> s. Aus-werten

    div. div.

    Erste Hilfe 1 29Erwerben 1 49Erziehen 1 58Evaluieren 1 76 ff.Fachbereiche, Allgemeines 7 4Fachbereiche, andere 7 4Fachbereiche und Fcher-verbindung

    7 4

    Fcherverbindung 1 25/56Fhigkeiten 1 49

    3 2/84 2/7

    Fhigkeiten, konditionelle 1 404 5

    Fhigkeiten, koordinative 4 51 37

    Fairness 3 75 12

    Fehlerkorrektur 4 6Fertigkeiten 1 49

    3 23 84 2/7

    Fertigkeitserwerb 1 374 6

    Fitness 2 5Fitness, motorische 1 37/41Fliegen 3 5Freizeitsport 4 2Fremdbestimmtes Handeln 1 54G-A-B-I (erste Hilfe) 1 29G-A-G (-Lernprinzip) 5 13Ganzheitlich 4 6

    1 60Geschlechterrollen 7 7Gestalten 1 9/49Gesundheit 1 25Gleichgewicht 3 4/7Gleichgewichtsfhigkeit 1 39Gleichstellung 1 15Grundttigkeiten 1 5

    4 4Haftung / Haftpflicht 1 30Hallenschuh 1 45Haltungserziehung 7 2Haltungsprobleme 1 26Handeln, Lernen und Lehren

    1 46 ff./50

  • 7 Sachregister 10Vorspann

    Begriff Bro Seite Begriff Bro Seite Begriff Bro Seite

    Handeln, gemeinsames 1 11Handlungsfhigkeit 1 23

    5 12Handlungsorientiert lernenund lehren

    1 50 f.

    Handlungsziele 1 56Heben und Tragen 1 28Helfen und Sichern 1 71Hygiene / Krperpflege 1 73Improvisieren 2 11Individualisieren 1 19/48 ff.

    3 104 75 7

    Informieren 1 66Innensicht 2 15

    3 84 65 9

    Interkulturelle Aspekte 7 7 f.Intervention bei Aggression 1 60Jahresplanung 1 64Kmpfen 3 7Kinsthetik 1 3/33Klassenfhrung 1 58Klettern 3 4Koedukativer Unterricht 1 20Kommunikation 1 59/62

    75 u.a.Kompass, didaktischer 7 14Konditionstraining 1 40

    2 2Konditionelle Fhigkeiten 1 40 ff.Konfliktpotentiale, Kon-fliktlsungen

    1

    7

    59 f. /75

    7Konflikte im Spiel 5 14 f.Konfliktpotentiale/-lsung 1

    7757

    Kooperationsfhigkeit 1 22Kooperieren 3 7Koordination, intermuskulre 1 36/40Koordination, intramuskulre 1 36/40Krperbalance 1 28Krpererfahrungen 1 2

    2 3Krperpflege, Hygiene 1 73Krperschema 3 5Krpersprache 2 6Korrektur -> s. Fehlerkorr.Kraftfhigkeit 1 40Kraftproduktion 1 31Kreatin-Phosphat 1 34Kreativitt 2 6

    Kulturelle Vielfalt 7 7Lager 7 13Lager, Checkliste 7 13Laktat 1 34Laufen 4 4Laufschuh 1 45Lehren 1 48 u.a.Lehrplne 1 56Leichtathletik 4 2Leisten 1 9 u.a.Leistung 4 4/10 u.a.Leistungsanforderungen,vgl. auch Auswerten

    1 9 u.a.

    Leistungsfhigkeit, aerobe 1 34Leistungssteigerung 4 10Lektionsplanung 1 64Lernaufgaben 1 67Lernbehinderungen 1 59Lernen 1 46Lernen, bewegtes 7 3Lernen, bewusstes 4 6Lernfhigkeit 1 3

    1 46Lernhilfen 1 71

    3 94 6/9

    Lernjournal 1 75Lernkontrolle 4 10Lernprinzip G A G 5 13Lernresultat 3 15

    5 15Lernspeicher 1 47Lernspirale 4 7Lernziel, individuelles 4 10Luftbelastung 4 4Menstruation 1 18Mitbestimmtes Handeln 1 54Motivation 1 11/19/

    58/62/66/73 u.a.

    Motive (s. Sinnrichtungen) 1 62Musik 1 19/72

    2 8/13Musik / Rhythmus 2 5/7-15

    u.a.Muskelfasertypen 1 31

    1 43Muskelkater 1 44Muskelmasse 1 36Muskulatur 1 43Nachahmen 1 68Nachbereitung 1 75Nachmachen 4 7

    Natur 6 3Neuromuskulres System 1 31Nervensystem 1 31Nerven, afferente/efferente 1 31Notfall 1 29 f.Offene Lernverfahren 1 63/69Organisation 1 70Organisieren / Fhren 1 58Orientierungsfhigkeit 1 39Ozon 4 4P-E-C-H (erste Hilfe) 1 30Pdagogische Wettkampf-formen

    1 7

    10 11

    Partnerschaftlich 1 60Persnlichkeitsbidlung 1 2Planen 1 61 ff.

    2 133 94 85 136 5

    Planungsebenen 1 64Politik 5 2Prparation (s. Planen) 1 65Probleme im Unterricht 1 59 f.Projekte 7 8Projektideen 7 9Propriorezeptoren 1 32Pubertt (s. Entwicklung) 1 18 ff.Reaktionsfhigkeit 1 39Reaktionszeit 1 44Reflektieren 1 61Regeln und Grenzen 1 59Rhythmisierungsfhigkeit 1 39Rhythmus 1 72

    2 5Rollen und Gleiten 3 6Sauerstoffschuld 1 34Schaukeln/Schwingen 3 6Schnelligkeitsfhigkeit 1 42Schwerelosigkeit 3 6Schwerkraft 3 2Schwierigkeitsgrad 1 38Selbstndig 1 60Selbstbestimmtes Handeln 1 54Semesterplanung 1 64Sensible Phasen 1 17Sensomotorik 1 32Sexuelle Belstigung 1 71Sicherheit 1 8/29/

    66/716 67 12/13/

    15

  • 7 Sachregister 11Vorspann

    Begriff Bro Seite Begriff Bro Seite

    Abk. Erklrung

    ADP Adenosin-di-PhosphatATP Adenosin-tri-PhosphatBd. BandBro Broschref. / ff. folgende Seite(-n)Hrsg. HerausgeberNr. Nummerrw. rckwrtsS. / s. SieheVgl. / vgl. VergleicheVlg. Verlagvw. vorwrtsu.a. und andere(-s), und

    andernortsZNS Zentralnervensystem

    Sinnessysteme 1 3Sinneswahrnehmung 1 2/32Sinnrichtungen 1 6 ff.

    2 43 34 35 46 2

    Sitzen als Belastung 7 2 ff.Sozialformen 1 70Sozialverhalten / Sozialent-wicklung (s. Entwicklung)

    1 16-24 v.a. 23

    Spannen 2 5Spiel 5 2Spielaufgabe 5 7Spiele, kleine 5 5Spielelemente 5 6Spielen, faires 5 11Spielerziehung 5 5Spielfhigkeit 5 6/8Spielgedchtnis 5 11Spielgruppen 5 14Spielleitung 5 14Spielregeln 5 12/14Spielspannung 5 2/9Spielstruktur 5 6/9/10Spieltrieb 5 5Spielverderber 1 59Spielverstndnis 5 6Sportanlsse, -feste 7 11Sportanlsse, Checkliste 7 12Sportbiologie 1 31-36Sportbiomechanik 1 43-45Sportheft 4 10

    7 14Sportmedizin 1 25Sportschuh 1 45Sportspiele 5 10Sporttreiben, gemeinsames 1 22Springen 4 5Stimmigkeit 2 9Stoffwechsel 1 31/34Stoffwechsel, aerober 1 34Strungen, Unterricht 1 59Strukturiert, Lernen/Lehren 4 6Strukturierte Lernverfahren 1 63Strukturverwandtschaft,Bewegungslernen

    1 38

    Taktile Wahrnehmung 1 3/33Tanzen 2 7/11Teamfhigkeit 1 22

    5 6 ff.

    Technik 1 374 6

    Toleranz (multikulturelle) 7 7 ff.Training 4 2Trainingskontrollen 1 41Trainingslehre 1 37Trainingszustand 1 35Trendsportarten 1 19

    7 11 ff.Tun, Ausfhren 1 61Turnlehrerausbildung 1 15Turnschulen, alte 1 14ben 1 9 u.a.bergreifende Anliegen 7 4 u.a.Umfeld 7 5Umwelt 6 3Unfall, Prohylaxe 3 7/9Unfall, Verhalten 1 29Unterricht, bewegter 7 3Unterricht, handlungs-orientierter

    3 8

    Unterricht, vernetzter 1 25/56Unterrichten 1 58Unterrichtsaufgaben undUnterrichtssituationen, an-regende/beruhigende

    1 58

    Unterrichtseinheiten 1 64Unterrichtsheft 7 14Unterrichtsplanung 1 63Unterrichtsprobleme, Strungen, Konflikte

    1 59

    Verhalten, faires 5 6/12Vestibulres System 1 3/33Visuelle Wahrnehmung 1 3/33Voraussetzungen, Planen(Balancieren, Klettern

    3 9

    Vorbild, Lehrperson (Tanzen) 2 11

    Vorbild, Lehrperson (allg.) 1 24Vorbildwirkung, Modell 1 24/69Vorzeigen 4 7Wachstum, Wachstums-schub

    1 16 ff./45

    Wahrnehmen 2 3Wahrnehmen, kinsthet. 1 33Wahrnehmen, taktiles 1 33Wahrnehmen, vestibulres 1 33Wahrnehmen, visuelles 1 33Werfen 4 5Werkstattunterricht, -> s.Unterrichten

    4 7

    Wettkampf 1 10Wohlbefinden 2 5Zentralnervensystem (ZNS) 1 31Zuckerkrankheit 1 30

  • 8 Bearbeitungsteam Band 1 12Vorspann

    8 Bearbeitungsteam Band 1

    Name Funktion Bro Beitrge / Mitarbeit

    Baumberger Jrg Mitarbeit 1111 3Bischof Margrit Mitarbeit

    Co-Redaktorin11112222

    2.4 (Kap. Sinnesorgane)14

    Bron Raymond Prsident Beurteilungsteam COMEV 00007777

    Bucher Walter ProjektleitungMitarbeitMitarbeitMitarbeitVerfasserCo-Redaktor

    111133335555777711117777

    1714147

    Bussard Jean Claude Mitarbeit 5555 1 (Kap. Spiel im Wandel der Geschichte)Egger Kurt Autor, Co-Redaktor 11117777 Grundlagenband 1 / Version 1994Eichenberger Lutz Mitarbeit

    bersetzung franzsich > deutsch11115555

    1.4 1 (Kap. Spiel im Wandel der Geschichte)

    Ernst Karl VerfasserRedaktionsteam

    111111117777

    Etter Max Co-Redaktor 6666 14

    Etter Max Co-Redaktor 6666 14Firmin Ferdy Mitarbeit

    MitarbeitMitarbeit

    111111112222

    2.3 (Kap. Gesundheit)32.1 (Kap. Spannen / Entspannen)

    Fluri Hans Mitarbeit 5555 1 (Kap. Wesensmerkmale des Spiels)Germann Peter Mitarbeit 3333 2 (Kap. Kmpfen)Hberli Roland Mitarbeit 7777 2Husermann Stefan Mitarbeit 7777 2Hegner Jost Mitarbeit

    Beurteilungsteam COMEV111111117777

    2.4 und 2.5

    Heitz Kathrin Mitarbeit 7777 1Hotz Arturo Mitarbeit 1111 3.2 (Bewegungslernen)Huber Ernst Peter Beurteilungsteam COMEV 11117777Illi Urs Mitarbeit

    Co-Redaktor11113333

    3.3 (Praxisbeispiel Bewegungslernen: Handstandberschlag)14

    Kappeler Jrg BeratungKsermann Daniel Fotos 11117777Keller Fredi Mitarbeit 3333 2 (Kap. Klettern)Kly Hans Co-Redaktor 5555 3 (Kap. Spiele lernen und lehren)Kmin Markus Mitarbeit 3333 2 (Kap. Drehen)Lienhard Daniel Grafik / Illustration / Fotos 11117777Lindig Susi Fotos 11117777Lffel Hans-Ruedi Sekretr ESK Administration / FinanzenMarti Fritz Mitarbeit 3333 2 (Kap. Schaukeln und Schwingen)Mengisen Walter Verfasser

    Mitarbeit11111111

    3.2 (Bewegungslernen)3

    Messmer Roland VerfasserMitarbeit

    11111111

    3.2 (Kap. Fremd-, mit- und selbstbestimmtes Handeln)3

    Mller Charlotte Mitarbeit 3333 2 (Kap. Klettern)Mller Roland Mitarbeit 1111 3Mller Urs Mitarbeit 1111 3Mrner Peter Mitarbeit 7777 5 und 6Perren Ruedi Lektor 11117777Phse Uwe Mitarbeit

    Verfasser11111111

    2.1 (Kap. Koedukation)2.2

    Reimann Esther Co-RedaktorinMitarbeit

    44441111

    143

    Schaffer Robert Mitarbeit 4444 13Schlittler David Fotos 11117777Schucan-Kaiser Ruth Mitarbeit 7777 3Schpbach Jrg Mitarbeit / Beratung 11117777Schpbach Walter Beurteilungsteam COMEV 11117777Spring Peter Mitarbeit 1111 2.3 (Kap. Sicherheit)Stacoff Alex Verfasser 1111 2.6Stocker Reto Mitarbeit 1111 3Vary Peter Co-Redaktor 5555 3 (Kap. Spiele lernen und lehren)Veith Erwin Co-Redaktor 7777 17Weber Rolf Mitarbeit 4444 13Weckerle Klaus Mitarbeit

    Mitarbeit11112222

    2.3 (Haltungsprobleme)

    Wick Gregor Texterfasser / Computer-Fragen u.a. 11117777Wohlgemuth Urs Co-Redaktor 6666 13Zirjen Martin Prsident Arbeitsgruppe ALESK

    Beratung11117777

  • Didaktische Landkarte

    normativeMenschenbild,

    Lehrplan

    situativeZeit, Material,

    Umfeld

    personaleLehrende, Lernende

    emotionaleErlebnisse

    Erfahrungen

    motorischeFhigkeitenFertigkeiten

    sozialeVerhaltensweisen

    Fairness

    kognitiveKenntnisseEinsichten

    Handlungsprozess

    Handlungsphasen Handlungsformen

    Selbst- und FremdevaluationWozu? Was? Wer? Mit Bezug worauf?

    Wahrnehmen Verarbeiten Ausfhren

    Handlungsfhigkeit

    ganzheitlich partnerschaftlich selbstndig

    sich wohl und gesund fhlen

    dabei sein und dazugehren erfahren und entdecken

    herausfordern und wetteifern gestalten und darstellen

    ben und leisten

  • 1

    Sporttheoretischeund sportdidaktische

    Grundlagen

    Lehrmittel Sporterziehung Band 1 Broschre 1

  • Broschre 1 auf einen Blick

    Die Broschre 1 von Band 1 enthlt theoretische und pdagogisch-didaktischeGrundlagen fr einen sinngeleiteten, handlungsorientierten Sportunterricht.

    In TTTTeeeeiiiillll 1111 (Kap. 13) der Broschre 1 geht es um Hintergrnde und Zusammenhngeder Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung (verstehen). In TTTTeeeeiiiillll 2222 (Kap. 46)

    folgen Grundlagen fr die Praxis des Sportunterrichts (unterrichten).

    Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung

    verstehen

    Bewegung, Spiel undSport

    unterrichten

  • In der Broschre 1 von Band 1 sind die sporttheoretischen undsportdidaktischen Grundlagen beschrieben. In den Broschren 1der Bnde 26 werden diese Grundlagen stufenspezifisch umge-setzt. Viele Lehrpersonen bentzen nur ihren Stufenband (z.B.fr die 3. Klasse Band 3). Deshalb werden wesentliche Aspektein den einzelnen Stufenbnden bzw. Broschren 1 wiederholt.Die Struktur aller Broschren 1 in den Stufenbnden ist gleich.

    1 Sinn und Bedeutung der Bewegungserziehung2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 3 Lernen und Lehren4 Planen5 Durchfhren 6 Auswerten

    1 Sinn und Bedeutung der Bewegungs- und Sporterziehung2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften3 Lernen und Lehren4 Planen5 Durchfhren6 Auswerten

    1 Sinn und Bedeutung der Bewegungs- und Sporterziehung2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften3 Lernen und Lehren4 Planen5 Durchfhren6 Auswerten

    1 Sinn und Bedeutung der Bewegungs- und Sporterziehung2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften3 Lernen und Lehren4 Planen5 Durchfhren6 Auswerten

    1 Sinn und Bedeutung der Bewegungs- und Sporterziehung2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften3 Lernen und Lehren4 Planen5 Durchfhren6 Auswerten

    6 Schler-Sportheft

    Broschren 1 in den Stufenbnden 26

    Vorschule

    1.4. Schuljahr

    4.6. Schuljahr

    6.9. Schuljahr

    10.13. Schuljahr

    Sportheft

  • 1 Sinn und Bedeutung der Krper-,Bewegungs- und Sporterziehung1.1 Krper- und Bewegungserfahrungen 21.2 Der Sport in der Gesellschaft und in der Schule 41.3 Sinnrichtungen 61.4 Turnen und Sport im Wandel 14

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften2.1 Aspekte der Entwicklungspsychologie 162.2 Aspekte der Sportsoziologie 222.3 Aspekte der Sportmedizin 252.4 Aspekte der Sportbiologie 312.5 Aspekte der Bewegungs- und Trainingslehre 372.6 Aspekte der Sportbiomechanik 43

    3 Lernen und Lehren3.1 Lernen 463.2 Bewegungslernen 483.3 Handlungsorientiert lernen und lehren 513.4 Handlungsziele 563.5 Unterrichten und Erziehen 58

    4 Sportunterricht planen4.1 Planen Handeln Reflektieren 614.2 Aspekte der Unterrichtsplanung 634.3 Planungsebenen 64

    5 Sportunterricht durchfhren5.1 Vorbereitungen treffen und den Unterricht beginnen 665.2 Lernaufgaben stellen 685.3 Das Lernen inszenieren und begleiten 70

    6 Sportunterricht auswerten 6.1 Grundstzliche berlegungen 746.2 Das Unterrichtsgeschehen auswerten 756.3 Die Lernergebnisse ermitteln und beurteilen (Evaluation) 76

    Verwendete und weiterfhrende Literatur / Medien 79

    Inhaltsverzeichnis 1Band 1 Broschre 1

    Inhaltsverzeichnis

    Querverweise innerhalb desLehrmittels

    Andere Hinweise (Medien, Literatur, Material)

    fi Sicherheitsaspekt

    Durchfhrung auch imFreien empfohlen

    Als Lernkontrolle, Test,Treffpunkt empfohlen

    Sinnrichtung

    Achtung

  • Bedeutung der Krper- und BewegungserfahrungenDas Kind nimmt die Welt, in die es hineingeboren worden ist, zuerst durchKrpererfahrungen wahr, also ber Hautkontakt, Gerche, Gerusche, Bilderund andere Sinneswahrnehmungen. Es entwickelt seine Sinne und seine Be-wegungsfhigkeit, um das In-der-Welt-Sein zu bewltigen. Dies ndert sichnicht grundstzlich, wenn ihm spter die Sprache ermglicht, das Leben auchauf der Symbolebene von Wort und Schrift zu gestalten. Das ganze Lebenlang bleibt der Krper mit seinen Sinnen die wichtigste Grundlage der Erfah-rungen. Die heutige Anthropologie hat die Teilung in Leib und Geist aufge-geben. Die Welt und unsere Person verstehen wir ganzheitlich und unteilbar,wobei das Krperbewusstsein ebenso beteiligt ist wie die Fhigkeit des Ver-standes. Krperliche und geistige Erfahrungen werden als zusammenhngen-de Aspekte menschlichen Handelns und Seins verstanden. Wir haben nichteinen Geist und einen Krper, wir sind Krper und Geist.

    Unsere Lebensweise erfordert kaum mehr nennenswerte Bewegungsfhigkei-ten Bewegung ist zum Luxus, zur Freizeitbeschftigung geworden. Mit f-fentlichen Spielpltzen und Angeboten wie Eltern-und-Kind-Turnen u.a.m.wird dem Bewegungsbedrfnis der Kinder Rechnung getragen. Eine Not-wendigkeit zum Bewegen, etwa lngere Mrsche zu bewltigen, besteht inder heutigen Zeit kaum mehr. Fr eine gesunde Entwicklung brauchen je-doch Kinder und Jugendliche Krper- und Bewegungserfahrungen. Sie ms-sen ihre Fhigkeiten und ihre Kraft erproben, etwas wagen, ihre Grenzen er-fahren, sich tummeln und zusammen spielen knnen. Leider behindern zivili-satorische Einschrnkungen die natrliche Entfaltung der Bewegungsfhig-keit. Der Sportunterricht in der Schule muss hier korrigierend eingreifen. Erist fr eine gesunde Entwicklung, fr ausreichende Bewegungserfahrungenund fr den Erwerb wichtiger motorischer Fertigkeiten unverzichtbar.

    Krper- und Bewegungserfahrungen und PersnlichkeitsbildungDie ersten Erfahrungen, welche Menschen mit der Umwelt machen, sind sen-somotorische. AYRES (19922, S. 84) zeigt, dass die Fhigkeit, sich in derWelt zurechtzufinden und mit der Umwelt umzugehen, davon abhngig ist,wie man im Verlaufe seiner Entwicklung lernt, Sinneseindrcke zu verarbei-ten oder passende Reaktionsweisen zu finden. Die Art und der Grad der Ver-netzung im Gehirn sind dabei die Grundlage, nicht nur fr die krperlichenFhigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch fr das Lernvermgen, die Denk-fhigkeit, die Konzentrationsfhigkeit und letztlich fr das Selbstvertrauen.

    Die Entwicklung der Vernetzungsvorgnge im Gehirn kann gnstig beein-flusst oder gestrt werden. Die Grundlage fr deren Aufbau bilden fnf Sin-nessysteme, die sich nach einem genetisch festgelegten Plan entwickeln. IhreFunktionstchtigkeit und ihr Zusammenwirken sind Voraussetzung fr dienachfolgenden Entwicklungsschritte.

    1.1 Krper- und Bewegungserfahrungen

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 2Band 1 Broschre 1

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-,Bewegungs- und Sporterziehung Bedeutung der

    Krper- und Bewegungserfahrungen

    Krper- und Bewe-gungserfahrungen und Persnlichkeitsbildung

  • Fehlen die Reize oder die entsprechenden Bettigungsmglichkeiten, so kn-nen Strungen in Bereichen auftreten, die keinen Zusammenhang mehr zurUrsache vermuten lassen. Man nimmt an, dass zahlreiche Schulschwierigkei-ten beim Sprechen, Lesen, Schreiben und Rechnen, aber auch Verhaltenspro-bleme ihren Ursprung in der mangelhaften Integration sensorischer Wahr-nehmungen haben. Als Grnde fr eine gestrte Wahrnehmungsverarbeitungkommen Veranlagung, eingeschrnkte Gehirnfunktionen oder eine zu weniganregende Bewegungsumwelt der Kinder in Frage. Der Sportunterricht in derSchule und die Psychomotoriktherapie versuchen, versumte Entwicklungs-schritte nachzuholen.

    AYRES (19922, S. 84 ) stellt die Lernfhigkeit, Denkfhigkeit und Konzen-trationsfhigkeit als Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses dar. Die-ser beginnt auf der ersten Ebene mit der Verarbeitung sensorischer Reize. Erist die Grundlage fr verlssliche Wahrnehmungs- und Koordinationsmuster(zweite Ebene). Diese Muster bilden die Voraussetzung fr differenzierte T-tigkeiten und Fertigkeiten (dritte Ebene). Sie fhren schliesslich auf der vier-ten Ebene zu ausgebildeten Haltungen und Fhigkeiten.

    Aspekte der Entwickungspsychologie: Vgl. Bro 1/1, S. 19 ff.

    Bedeutung der Sinne frdas Wahrnehmen und Bewe-gen: Vgl. Bro 1/1, S. 32 ff.

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 3Band 1 Broschre 1

    1. Ebene: 2. Ebene: 3. Ebene: 4. Ebene:

    Verarbeitung Entwicklung Differenzierte Ausgebildeteder sensori- verlsslicher Ttigkeiten, Persnlichkeits-schen Reize Wahrnehmungs- Entwicklung von merkmale und

    und Koordi- Fertigkeiten Fhigkeitennationsmuster

    Alter ca. 2 Monate ca. 1 Jahr ca. 6 Jahre Erwachsen

    Sehen Augen-(visuelle bewegungen Zielgerichtete Konzentrations-Wahrnehmung) steuern Krper- Bewegungs- fhigkeit

    wahrnehmung steuerungTastsinn Saugen, Essen, Lernfhigkeit(taktile Wohlbefinden Krperschema, GrobkoordinationWahrnehmung) spren Bewegungsplan ist ausgebildet und

    wird verfeinert SelbstkontrolleMuskel- und Bewegen, KoordinationGelenksinn Spannen, der Krper- Komplex- Ordnungsfhigkeit(kinsthetische Krperstellung partien bewegungen undWahrnehmung) spren und Automatismen Abstraktions-

    verndern Raumorientierung entwickeln sich fhigkeitGleichgewichtssinnRaumlage- Aufrichten, Zweckgerichtetes, Organisations-empfinden Haltung und Aufmerksamkeit verantwortungs- fhigkeit(vestibulre Gleichgewicht und volles HandelnWahrnehmung) spren Reaktions- Selbstvertrauen

    fhigkeit KommunikationHren Auf Gerusche in Bewegung, Verantwortung(akustische und Stimmen Verhalten undWahrnehmung) reagieren Sprache Selbstbewusstsein

    Die strungsfreie sensorische Integration bildet die Grundlage fr komplexe Fertigkeiten,grundlegende Fhigkeiten und souverne Haltungen.(Tabelle in Anlehnung an AYRES: Bausteine der kindlichen Entwicklung. 19922, S. 84)

  • Das Sportverstndnis der GesellschaftImmer mehr Kinder erleben heute schon vor der Schulzeit Spiel und Sport imRahmen des Eltern-und-Kind-Turnens, der gezielten Frderung in der Fami-lie und im Kindergarten oder in der Freizeit. Andererseits wird den Kindernvor allem durch die Medien ein Verstndnis von Sport vermittelt, in welchemdie eigentlich kindgemssen Elemente des Spielerischen, Lustbetonten undEigenttigen fehlen. Sie nehmen die Welt des Sports als Starenkult, als The-rapie sowie als Konsum wahr.

    Bewegungs- und Sporterfahrungen in der SchuleDie Schule hat die Chance, Kindern und Jugendlichen durch das Vermittelneigener unmittelbarer Erfahrungen die aktive und erlebnishafte Seite des Be-wegens und des Sporttreibens nahe zu bringen. Sie trgt durch einen gutenBewegungs- und Sportunterricht dazu bei, die Bewegungslust zu erhaltenund das Bewegungsrepertoire zu erweitern.

    1.2 Der Sport in der Gesellschaft und in der Schule

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 4Band 1 Broschre 1

    Sport als Starkult

    Sport wird reduziert auf das Sie-gen und das Besser-Sein. Erfolg-reiche Sportler und ihre Trainersind Stars, berhmte und begehrteHelden mit Spitzensalren; siestellen einen enormen Waren-wert dar. Wenn sie die erwarte-ten Leistungen nicht mehr erbrin-gen, verlieren sie ihren Wert.Dieser Aspekt des Sports ist inden Medien allgegenwrtig; erwird uns richtiggehend aufge-drngt.

    Sport als Therapie

    Der Umgang mit dem Krperund der Bewegung wird oft alseine mehr oder weniger lstigePflicht und eine stndige Belas-tung erfahren: Man muss et-was gegen den Bauch und frden Kreislauf tun, man solltesich mehr bewegen, regelmssigjoggen, schwimmen, turnen derGesundheit zuliebe.

    Sport als Konsum

    Wer Sport treiben will, fhlt sichgezwungen, entsprechende Klei-der, Schuhe und Sportgerte an-zuschaffen. Werbung und Handelbestimmen das Design. Mansucht die Sportanlage oder dasFitness-Studio auf und nimmt da-bei oft lange Anfahrtswege inKauf. Sport treiben erfordert indiesem Verstndnis einen be-trchtlichen finanziellen Auf-wand.

    Das Sportverstndnisder Gesellschaft

    Bewegungs- und Sporterfahrungen inder Schule

  • In der Vorschule und auf der Unterstufe geht es um vielfltige Grundttig-keiten wie Laufen, Springen, Werfen, Klettern, Rutschen, Schaukeln, aberauch um Darstellen und Spielen. Im Wechsel der Bewegungs- und Spielsitu-ationen erfhrt das Kind neue Daseinsformen: Es agiert als Teil einer Grup-pe, dann wieder allein; es wird gejagt, dann ist es wieder Fnger; es erlebtGelingen und Misslingen im Umgang mit Gerten und Materialien. In Bewe-gungssituationen erprobt das Kind neue Funktionen und erweitert so seineVerhaltensmglichkeiten.

    Auf der Mittelstufe der Primarschule veranlasst ein ausgeprgter Lern- undSpieltrieb vor allem zur Aneignung vielseitiger Bewegungsmuster. Eine ge-zielte Frderung bringt grosse Gewinne fr das Bewegungsvermgen. Aufdieser Stufe verfeinern die Kinder die koordinativen Fhigkeiten und die ele-mentaren sozialen Grundlagen fr das Bewegungslernen sowie fr das Sport-treiben.

    Auf der Oberstufe (Sekundarstufe I und II) werden die Sportfertigkeiten sta-bilisiert und weiter differenziert. Es prgen sich individuelle und geschlechts-spezifische Interessen aus. Die Jugendlichen entwickeln in dieser Phase hu-fig eine stabile (positive oder negative!) Beziehung zu Bewegung, Spiel undSport und zum Umgang mit dem Krper.

    Sport und Sportunterricht kann unterschiedlich erlebt und erfahren werden.Im Idealfall findet die Lehrperson gemeinsam mit den Schlerinnen undSchlern Inhalte und Formen des Sportunterrichts, die mglichst allen Betei-ligten gerecht werden. Aber auch ausserhalb des Sportunterrichts muss dieSchule das Bewegungsbedrfnis der Kinder und Jugendlichen mit folgendenMassnahmen bercksichtigen:

    Die Bewegung ist im kindlichen Erleben wichtig. Sie bereichert die Zeit,welche Kinder in der obligatorischen Institution Schule verbringen. In ei-ner kind- und jugendgerechten Schule ist Bewegung ein wichtiges Ele-ment. Deshalb plant die Lehrperson Bewegung im Unterricht ein.

    Im Sinne der Vernetzung mssen die vielfltigen Bezge des Fachs Sportzu anderen Unterrichtsfchern genutzt werden. Sport soll auch als Unter-richtsthema aufgenommen werden. So lernen die Schlerinnen und SchlerZusammenhnge herstellen sowie verschiedene Betrachtungs- und Bewer-tungsweisen verstehen.

    Auch ausserhalb der obligatorischen Sportstunden sind Gelegenheiten, diesich fr das Bewegen bieten, zu nutzen. In den Pausen und auch in allenUnterrichtsstunden sollten vielfltige Mglichkeiten zum Bewegen ange-boten werden.

    Sinnrichtungen: Vgl. Bro 1/1, S. 6 ff.

    Bewegter Unterricht:Vgl. Bro 7/1, S. 2 ff.

    Vernetzter Unterricht:Vgl. Bro 1/1, S. 56; Bezug zuanderen Fachbereichen: Vgl. Bro 7/1, S. 4 f.

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 5Band 1 Broschre 1

  • Wozu Bewegung, Spiel und Sport?Fr jedes Handeln hat der Mensch (bewusste oder unbewusste) Motive. Frdieselbe Ttigkeit sind die Motive verschiedener Menschen oft unterschied-lich, einerseits geprgt durch individuelle Neigungen oder Erfahrungen, an-dererseits beeinflusst durch das soziale Umfeld oder durch den Zeitgeist. Sielassen aber auch entwicklungsbedingte krperliche, emotionale und sozialeBedrfnisse erkennen, sind bis zu einem gewissen Grad alterstypisch und mitzunehmendem Alter auch geschlechtsspezifisch. Das heisst z.B., dass das Er-proben akrobatischer Fertigkeiten an Gerten den Kindern der Primarstufebesondere Lust bereitet oder dass sich die Sportbedrfnisse von Knaben undMdchen auf der Oberstufe zunehmend unterscheiden.

    Auch innerhalb der gleichen Klasse sind die Bedrfnisse in der Regel ver-schieden. Die Lehrperson muss sich bemhen, durch einen differenziertenUnterricht mit unterschiedlichen Bewegungsaufgaben die Interessen allerSchlerinnen und Schler anzusprechen. Dies fhrt zu einem Sport-Ver-stndnis, das sich an der individuellen Bedeutung orientiert, die der Sportfr die Handelnden, fr die Schlerinnen und Schler sowie fr die Lehrper-son, hat.

    Bewegung, Spiel und Sport soll vor allem als eine in sich sinnerfllte Ttig-keit erfahren werden. Sportliches Handeln darf nicht in erster Linie als Vehi-kel fr das Erreichen von Zielen verstanden werden, die ausserhalb desSports oder in ferner Zukunft liegen. Sport muss hier und jetzt bedeutsamsein. Ist dies nicht der Fall, dann werden die gegenwartsbezogenen Bedrf-nisse der Kinder und Jugendlichen missachtet.

    Sechs SinnrichtungenDie Sportwissenschaft kennt zahlreiche Anstze, mit denen versucht wird,die verschiedenen Perspektiven des Handelns bei Bewegung, Spiel und Sportzu ordnen. Im folgenden Modell werden sechs Sinnrichtungen unterschieden,welche fr Schlerinnen und Schler beim Bewegen, Spielen und Sporttrei-ben von Bedeutung sind:

    sich wohl und gesund fhlen erfahren und entdecken gestalten und darstellen ben und leisten herausfordern und wetteifern dabei sein und dazugehren

    Die sechs Sinnbereiche oder Sinnrichtungen hngen zusammen, wobei diebergnge fliessend sind. Das Sinnrichtungs-Modell auf der folgenden Seitewird in den Stufenbnden und in den Praxisbroschren aufgenommen unddem jeweiligen Thema angepasst. Mit dem Symbol wird im Lehrmittelimmer wieder auf die Sinnrichtungen hingewiesen.

    1.3 Sinnrichtungen

    Die sechs Sinnrichtungen aufdem Didaktikball

    Didaktikball: Vgl. Bro 7/1, S. 15

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 6Band 1 Broschre 1

    Wozu Bewegung, Spiel und Sport?

    Sechs Sinnrichtungen

    Die sechs Sinnrichtungenauf einen Blick

    Sich wohl und gesund fhlen

    Erfahren und entdecken

    Gestalten und darstellen

    ben und leisten

    Herausfordern und wetteifern

    Dabei sein und dazugehren

    Umsetzung in diePraxis

    Die sechs Sinnrichtungenmit Beispielen aus denPraxisbroschren 27

  • Die sechs Sinnrichtungen auf einen Blick

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 7Band 1 Broschre 1

    sich wohl und gesund fhlen

    sich aus Lust und Freudebewegen: als Ausgleich zumAlltag, fr die eigene Fitness

    und fr das eigene Wohlbefinden

    dabei sein und dazugehren

    gemeinsam etwas unter-nehmen und erleben;

    kooperieren; den Team-geist mittragen; mit-

    einander spielen und gestalten

    gestalten und darstellen

    Bewegungsablufe sthetisch gestalten,

    variieren und darstellen; sich

    ausdrcken

    erfahren und entdecken

    vielfltige Krper-, Sach- und Natur-

    erfahrungen sammeln;neue Bewegungen aus-

    probieren und lernen

    herausfordern und wetteifern

    etwas wagen; sich messen und wetteifern;

    gegeneinander spielen und

    kmpfen

    ben und leisten

    etwas systematisch ben; sportliche Leistung

    erleben; Erwartungen erfl-len; Leistungsgrenzen

    erfahren und respektieren

    Die sechs Sinnrichtungen: Der Sportunterricht ist so zu gestalten,dass fr alle Beteiligten verschiedene Sinnrichtungen erffnet werden.

  • Sich wohl und gesund fhlenWie kaum eine andere Ttigkeit in der Schule werden Bewegung, Spiel undSport von vielen Schlerinnen und Schlern als etwas unmittelbar Sinnvollesund Bereicherndes, als Lust und Wohlbefinden erfahren. Sie bringen Ab-wechslung, Spannung und Aktivitt in den Alltag und entsprechen einemGrundbedrfnis der Kinder und Jugendlichen. Wird dieses Bedrfnis unter-drckt, dann muss mit gesundheitlichen Strungen gerechnet werden. DieSchule soll darum einen ausgewogenen Rhythmus von Stillsitzen und Bewe-gen gewhrleisten. Sie trgt dazu bei, dass die Schlerinnen und Schler dieFreude an ihrem Krper und an dessen Krften entfalten knnen. Zudem sol-len sie sich mit ihrem Krper identifizieren und sich in ihrem Krper wohlfhlen knnen. Dadurch wird eine Grundlage fr Ausgeglichenheit undWohlbefinden geschaffen.

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Lehrpersonen mssen darauf bedachtsein, im Sportunterricht den Bedrfnissen der Schlerinnen und Schler nachBewegung, Spannung, Erlebnis und Sicherheit gerecht zu werden. Dies ge-lingt besser, wenn alle Beteiligten bei der Planung einbezogen werden undwenn ber den Unterricht gesprochen wird.

    Hinweis: Die Lehrperson sollte sich selber fr Bewegung, Spiel und Sportbegeistern. Eigenes, regelmssiges Sporttreiben ist eine gute Voraussetzungdafr, dass auch die Schlerinnen und Schler begeistert werden knnen. DieBegeisterungsfhigkeit ist eine wichtige Qualitt im Lehrberuf.

    Erfahren und entdecken Kinder entwickeln ein starkes Bedrfnis, sich immer wieder zu erproben undNeues zu lernen. Das Beherrschen des eigenen Krpers durch das Ent-wickeln motorischer Fertigkeiten wird auch deshalb als lustvoll erlebt, weiles die frhkindlichen Ohnmachtserlebnisse neutralisiert und dem Kind dasGefhl vermittelt, die Welt mit ihren Bewegungsanforderungen in den Griffzu bekommen. Dies ist eine wesentliche Grundlage fr das Selbstvertrauenund die Leistungsbereitschaft. Ein zeitgemsser Sportunterricht trgt demBedrfnis nach Erfahren und Entdecken Rechnung und leistet damit einenBeitrag zu einem eigenstndigen und ganzheitlichen Lernen.

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Im Kindergarten und auf der Primarstufeist in der Regel alles attraktiv, was mit Bewegung, Spiel und Sport zu tunhat. Die Kinder mssen kaum speziell motiviert werden. Oft bildet derenLust am Erproben der eigenen Mglichkeiten und die damit verbundene Leb-haftigkeit sogar ein Problem fr die Lehrkraft. Auf der Oberstufe wendensich die Jugendlichen hufig einer bestimmten Sportart zu, wobei vermehrtauch geschlechtsspezifische Tendenzen hervortreten.

    Hinweise: Das Erfahren und Entdecken braucht viel Freiraum, hufigeBewegungsmglichkeiten und gengend Zeit fr die Lernenden. Die Lehr-person muss durch geeignete Lehr-Lern-Verfahren einen Mittelweg findenzwischen dem Freiraum (offene und geschlossene Aufgabenstellungen) undder Anleitung der Lernenden.

    Bewegter Unterricht:Vgl. Bro 7/1, S. 2 ff.

    Fremd-, mit- und selbst-bestimmtes Lernen: Vgl. Bro 1/1, S. 54 f.

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 8Band 1 Broschre 1

  • Gestalten und darstellenBeim Gestalten erhlt die Bewegung eine Form; die innere Vorstellung wirdsichtbar. Dies erfordert ein kreatives, bewusstes Handeln. Es wird einerseitsals befriedigend und lustvoll erfahren, besonders wenn die Form dargestelltwerden kann und andere beeindruckt. Form und Gestalt zu finden gibt aberauch Sicherheit im Umgang mit Krper und Bewegungen. Gestalten und dar-stellen beschrnkt sich nicht auf Gymnastik, Tanz und Gerteturnen. Auchdas Laufen oder Spielbewegungen knnen qualitativ ausgeformt, unter demAspekt der sthetik erlebt und gezeigt werden.

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Eine umfassende Bewegungs- undSporterziehung bercksichtigt die sthetische Bewegungsausfhrung, denAusdruck und die Gestaltung auf allen Stufen, bei Knaben und Mdchen. Diegute, ausdrucksstarke Form soll immer auch ein Kriterium sein. Deshalb sol-len z.B. bungen im Rahmen des Aufwrmens auch fr eine gezielte, for-mende Bewegungsschulung genutzt werden.

    Hinweise: Bei Schlern der Oberstufe (speziell bei den Knaben) knnen Ge-staltungsaufgaben Hemmungen und Abwehr auslsen. Aufgaben zum Ge-stalten und Darstellen mssen zwar der alterstypischen krperlichen Verunsi-cherung Rechnung tragen. Sie sollen aber nicht entfallen, sondern mssensubtil und sorgfltig angeregt und entwickelt werden.

    ben und leistenben, Trainieren und Leisten heisst, die Grenze des Knnens erproben, sichselbst etwas abverlangen, sich eigene Ziele setzen und diese zu erreichen ver-suchen. Leisten ist fr den Menschen bedeutsam: Besonders im Alter der er-starkenden Individualitt ist die Frage Wer bin ich? immer auch an dieFrage Wie gut kann ich ... ? gebunden. Mit der Selbsteinschtzung hngtdas Selbstwertproblem zusammen. Es ist nicht so, dass nur der leistungsfhi-ge Mensch ein wertvoller Mensch ist. Aber eine erste Reaktion geht dochhufig dahin, Leistung und Selbstwert zu identifizieren. [] Es ist ein wich-tiges pdagogisches Ziel, Selbstwert und Leistungsfhigkeit zu differenzierenund den Menschen zu Bewusstsein zu bringen, dass es mehr als die Zunei-gung gibt, welche durch Leistung verdient wird. (AEBLI, 1987, S. 358)

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Lehrpersonen mssen mit den Leistungs-anforderungen bei Bewegung, Spiel und Sport bewusst und sorgfltig umge-hen. Sie sollen das Bedrfnis, sportliche Leistungen zu erbringen, unterstt-zen. Sie mssen sich aber vor allzu hufigen Leistungsvergleichen hten. Esist fr die Schlerinnen und Schler sinnvoller und motivierender, sich an ih-ren eigenen sportlichen Leistungen zu messen und diese zu vergleichen.

    Hinweis: Die Leistungsanforderungen mssen auf die Voraussetzungen derTeilnehmenden abgestimmt werden. Wer sich unerreichbar hohen oder l-cherlich geringen Anforderungen gegenbersieht, verliert die Motivation. Esist darum oft ntig, dass unterschiedliche sportliche Leistungsanforderungengestellt werden. Die Zuwendung der Lehrperson zu einzelnen Schlerinnenund Schlern darf nicht von deren Leistungsfhigkeit abhngig sein.

    Koedukativer Sportunter-richt: Vgl. Bro 1/1, S. 20 ff.

    Beurteilen /Bewerten: Vgl. Bro 1/1, S.76 ff.

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 9Band 1 Broschre 1

  • Herausfordern und wetteifernDer Wettkampf ist seit jeher ein wichtiges Bedrfnis vieler Menschen, be-sonders im Sport. Lehrkrfte drfen den Wunsch nach Leistungsvergleichaber nicht unreflektiert ausntzen und alles als Wettkampf gestalten; sonstwerden die Schwcheren immer wieder blossgestellt. Es wre verfehlt, imSportunterricht mit einem bergewicht an Wettkmpfen vom lustvollen Um-gang mit der Bewegung abzulenken sowie Spiel und Sport auf das Motiv desPrestigegewinns zu reduzieren. Vielmehr muss es in der Schule ein Ziel sein,mit dem Wetteifer als Aspekt menschlichen Verhaltens konstruktiv umgehenzu lernen: Zu einem Wettkampf gehren Sieg und Niederlage. Sich ber denSieg angemessen zu freuen und eine Niederlage zu ertragen, muss gelerntwerden. Geeignete Wettkmpfe fhren zu realistischen Selbsteinschtzungenund zu vernnftigen Erwartungshaltungen.

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Wettkmpfe sind fr viele Schlerinnenund Schler wichtig, damit sie ihren sozialen Wert erfahren und ihrenSelbstwert bilden knnen. Darber hinaus machen Wettkmpfe mancheSportstunden fr viele Schlerinnen und Schler intensiv und erlebnisreich.Fr andere sind Wettbewerbe aber mit negativen Erlebnissen verbunden(Ich bin schlecht, wegen mir verliert die Gruppe ).

    Hinweise: Bei falsch gewhlten Inhalten kann der Blick von der qualitativguten Bewegungsausfhrung abgelenkt werden, weil nur noch der Rangwichtig ist. Wettkmpfe drfen nicht zu nachlssiger oder risikoreicher Be-wegungsausfhrung verleiten (z.B. bei einem Hindernislauf).

    Wettkmpfe sollen gezielt und bewusst eingesetzt werden. Es wre unsinnigzu sagen: Es ist zwar ein Wettkampf, aber es kommt nicht aufs Siegenan.... Die Erziehung zu sportlicher Auseinandersetzung und zum Gegenein-ander im Rahmen des gemeinsamen fairen Sporttreibens muss ein Gegenge-wicht erhalten: Durch die Ausbildung solidarischer und kooperativer Verhal-tensformen verwirklichen wir das Miteinander und Freinander.

    Aspekte der Sportsoziolo-gie: Vgl. Bro 1/1, S. 22 ff.

    Unfall- und Verletzungs-prophylaxe: Vgl. Bro 3/1, S. 7

    Die vier -einander: Vgl. Bro 1/1, S. 22

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 10Band 1 Broschre 1

  • Dabei sein und dazugehrenSozialen Anschluss zu finden und zu kommunizieren sind Grundbedrfnisseder Menschen. Sie knnen auch zu einem starken Motiv fr das gemeinsameSporttreiben werden. Gemeinsames Handeln ist ein konstitutives Merkmalfr viele Formen des Spiels und des Sports. Selbst Individualsportarten kn-nen durch das gemeinsame Trainieren den Charakter des gemeinschaftlichenTuns erhalten (z.B. Jogging in der Gruppe).

    Bedeutung fr den Sportunterricht: Der Sportunterricht kann einen Beitragzur Entwicklung der Sozialkompetenz leisten. Die Lehrperson muss dieGruppendynamik ihrer Klasse beobachten und mit den Schlerinnen undSchlern besprechen. Sportunterricht ist immer auch unter dem Gesichts-punkt zu planen, wie alle Beteiligten etwas beitragen knnen. Auf der Ober-stufe hngt die Zuwendung zu den Sportarten unter anderem davon ab, wasfr die Gruppe der Gleichaltrigen gerade aktuell ist.

    Hinweis: Die Lehrperson muss Mglichkeiten der Organisation und der Be-gleitung von Gruppen kennen. Sie schafft Gelegenheiten, bei denen zusam-mengearbeitet und aufeinander eingegangen werden muss und in denen Kon-flikte ausgetragen werden knnen. Beobachten und Begleiten von Gruppen-prozessen gehren zu den wichtigsten Aufgaben der Lehrperson.

    Umsetzung in die PraxisDie Schulklassen sind in den letzten Jahren zunehmend heterogener gewor-den. So schafft der Fernsehkonsum oft ausgeprgte individuelle Haltungenund Bedrfnisse. Im weitern bringen Kinder aus anderen Kulturkreisen einneues Verstndnis von Sport und Sportkultur mit. Die Lehrperson muss aberin erster Linie einen geordneten Sportbertrieb gewhrleisten und kann des-halb nicht immer auf alle Erwartungen eingehen. Unter Umstnden msseneinzelne Schlerinnen oder Schler auch einmal dazu angehalten werden, imUnterricht mitzutun, auch wenn sie im Augenblick den Sinn fr die Lernauf-gaben nicht erkennen knnen oder keine Bewegungslust verspren. Ein ab-wechslungsreicher Unterricht wird vielen Bedrfnissen gerecht und trgt da-zu bei, dass die Schlerinnen und Schler die Sportstunden als erlebnisreichund beglckend erfahren. Wenn die Lernenden mit der Sinnfindung Schwie-rigkeiten haben, gibt es verschiedene Reaktionsmglichkeiten:

    Thematisieren: Man kann mit der ganzen Klasse oder mit einzelnen Sch-lerinnen und Schlern darber sprechen. Grnde knnen z.B. Versagens-ngste oder soziale Spannungen in der Klasse sein. Die Lehrperson mussdie Ursache fr mangelnde Motivation erkennen, damit sie angemessenreagieren kann.

    Definierte Freirume gewhren: Es gibt Jugendliche, die sich durch denKlassenverband gestrt fhlen. Sie brauchen viel Freiraum, um zur Kr-perarbeit ein positives Verhltnis zu finden. So kann es hilfreich sein, ih-nen whrend des Unterrichts Raum fr eigene Sportprogramme zu geben.

    usseren Druck mglichst vermeiden: Das Sporttreiben sollte nicht durchusseren Druck (z.B. in Form von Noten) beeintrchtigt werden.

    Das Unterrichtsgeschehen reflektieren: ber den eigenen Unterricht nach-denken; mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten.

    Atmosphre des Wohl-befindens im Unterricht: Vgl. Bro 1/1, S. 24

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 11Band 1 Broschre 1

  • 1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 12Band 1 Broschre 1

    benund

    leisten

    sich wohl und gesund

    fhlen

    erfahrenund

    entdecken

    herausfordernund

    wetteifern

    dabei sein und

    dazugehren

    gestaltenund

    darstellen

    Aus Lust und Freude Sport treiben; dieBewegungslust ausleben; einen Ausgleichzum Alltag finden; die eigene Fitness verbessern; fr das eigene Wohlbefindenetwas tun

    Vielfltige Krper-, Sach- und Natur-erfahrungen sammeln; Bewegungsablufe erleben, lernen und verbessern; einigeSportarten kennen und ausben lernen;den Krper wahrnehmen und spren lernen

    Bewegungen gestalten und darstellen; sichmit dem Krper und mit Bewegung aus-drcken; Bewegungsablufe qualitativ be-zglich Wirkung und sthetik verbessern

    Gezielt ben und etwas systematisch lernen; sportliche Leistungen messen undauswerten; sich Leistungsanforderungen stellen; die eigenen Leistungsgrenzen erfahren und akzeptieren

    Sich und andere bertreffen; mit- und gegeneinander spielen und sich messen;Herausforderungen und Abenteuer suchen; die Spiel- und Wettkampf-spannung erleben

    Gemeinsam etwas unternehmen und erleben; dabei sein, mitmachen und dazu-gehren; den Teamgeist geniessen undmittragen; aufeinander eingehen und zusammenarbeiten

    Die sechs Sinnrichtungen . . .

  • 1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 13Band 1 Broschre 1

    Broschre 2: Krper- und Fitnesstraining, Circuittraining, Aerobic, Tanzformen ausben

    Broschre 3: Spielen und Erproben, Tummeln und Lernen an Gerten

    Broschre 4: Die Lust am Laufen, Werfen und Springen entdecken, erleben und pflegen

    Broschre 5: Sportspiele; Spiele ohne Sieger und Verlierer pflegen

    Broschre 6: Waldlufe, Spiel und Sport im Freien erleben

    Broschre 7: Projekte wie Gesunder Sport durchfhren

    Broschre 2: Haltungsschulung, Stretching, Tnze: Formen richtig lernen und ben

    Broschre 3: Neue Bewegungsformen mit und an Gerten lernen

    Broschre 4: Spielformen; Technik beim Laufen, Springen, Werfen ben und erleben

    Broschre 5: Technikelemente und Spielgesten, Spielablufe, Spieltaktiken lernen

    Broschre 6: Techniken von Sportarten im Freien kennenlernen; die Natur erleben

    Broschre 7: Projekte wie Eigenstndiges Lernen im Sport durchfhren

    Broschre 2: Gymnastische oder tnzerische Gestaltung vorbereiten und vorfhren

    Broschre 3: Traditionelle und eigene Gertebungen formen und gestalten

    Broschre 4: Leichtathletische Grundformen unter dem Aspekt der schnen Form lernen

    Broschre 5: sthetisch ansprechende und wirkungsvolle Spielablufe einben

    Broschre 6: Einen Parcours mit Materialien aus der Natur gestalten

    Broschre 7: Projekte wie Musik und Bewegung durchfhren

    Broschre 2: Fitnesstraining: Kondition gezielt verbessern, Tanzformen erarbeiten

    Broschre 3: Kunststcke an Gerten und bungsverbindungen verfeinern und ausformen

    Broschre 4: Tests, Trainingsformen, Trainingskontrollen: Ziele setzen und diese berprfen

    Broschre 5: Spielvariationen, Spielelemente zur Fertigkeit und zum Automatismus ausfeilen

    Broschre 6: Cross-Lufe, Waldslaloms, Kletterparcours-Formen trainieren

    Broschre 7: Projekte wie Sport und Biologie durchfhren

    Broschre 2: Fitnesstests als Wettbewerb; Gymnastik- / Tanzformen vorfhren und vergleichen

    Broschre 3: Gerteparcours-Formen und Gertewettkmpfe bestreiten

    Broschre 4: Leichtathletik-Wettkmpfe durchfhren

    Broschre 5: An Wettspielen und Spielturnieren teilnehmen

    Broschre 6: Stafetten im Gelnde, OL-Wettkmpfe, Duathlon- und Triathlonformen bestreiten

    Broschre 7: Projekte wie Schulsporttag durchfhren

    Broschre 2: Bewegungsfolgen, Tnze, Aufwrmprogramme gemeinsam erarbeiten

    Broschre 3: Rhythmus- und Synchronformen in der Gertegruppe einben und demonstrieren

    Broschre 4: Mannschaftslufe oder Gruppenwettbewerbe gemeinsam planen und durchfhren

    Broschre 5: Mannschaftsspiele veranstalten; Spielturniere gemeinsam planen und durchfhren

    Broschre 6: Miteinander Gruppenwettkmpfe und Spiele in der Natur planen und durchfhren

    Broschre 7: Projekte wie Pausenplatzgestaltung durchfhren

    . . . mit Beispielen aus den Praxisbroschren 27

  • Die AnfngeZwischen 1830 und 1855 fhrten die meisten Kantone die allgemeine Schul-pflicht ein. Basel (1852) und Zrich (1859) erklrten als erste fr die Knabenauch den Turnunterricht als obligatorisch. Mit der Erneuerung der Militrge-setzgebung im Jahr 1874 verfgte der Bund fr alle Kantone die Einfhrungdes obligatorischen Knabenturnens als Vorunterricht im Hinblick auf dieRekrutenschule.

    Jean-Jacques Rousseau und Heinrich Pestalozzi hatten in ihren Erziehungs-schriften die Bedeutung der Leibeserziehung hervorgehoben, allerdings nichtunter dem Aspekt der Wehrdiensttauglichkeit, sondern als pdagogische undpsychologische Forderung: Da der Mensch alles, was er begreift, nur durchdie Sinne begreift, so ist die erste Vernunft des Menschen eine sinnhafte Ver-nunft; sie bildet die Grundlage der intellektuellen Vernunft. Unsere erstenPhilosophielehrer sind unsere Fsse, unsere Hnde, unsere Augen. (ROUS-SEAU, 1762; 19753, S. 111)

    Die erste TurnschuleDer frhe Turnunterricht bestand vor allem aus Marsch- und Freibungen,dazu kam etwas Gerteturnen, Spiele fehlten ganz. Die erste vom Bund her-ausgegebene Turnschule fr den militrischen Vorunterricht der schweizeri-schen Jugend vom 10. bis 20. Altersjahre von 1876 hatte die Form einesExerzierreglements und enthielt vor allem die ntigen Kommandos. So kamkaum ein packender Sportbetrieb zustande. Nur halbherzig untersttzten dieKantone das Turnen, weil sie sich gegen die Einmischung des Bundes in diekantonale Erziehungshoheit zur Wehr setzten. Die (Turn-)Pdagogen be-kmpften eine allzu militrische Zielsetzung des Turnbetriebs. Die Ausbil-dung der Turnlehrer liess zu wnschen brig, ebenso der Bau geeigneterTurnpltze und -hallen.

    1.4 Turnen und Sport im Wandel

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 14Band 1 Broschre 1

    Eine Turnstunde um 1878 (Albert Anker: 18311910)

    Die Anfnge

    Die erste Turnschule

    Turnlehrerausbildung

    Gleichstellung von Knaben und Mdchen

    Sport heute

    Armbeugen zumHftsttz der Hnde. Kommando: Hnde an! Hnde los!(bungsbeschreibung 1898)

  • Dem vaterlndischen Turnen, wie diese das Schul- und Vereinsturnen be-herrschende Form mit einem Schwergewicht an Marsch- und Freibungengenannt wurde, erwuchs um die Jahrhundertwende Konkurrenz durch die neuaufkommende Wander-, Spiel- und Sportbewegung. Beide Lager, Turner wieSportler, kmpften jahrelang um den exklusiven Anspruch, die richtigeForm der Leibeserziehung zu vertreten. Die Frage z.B., ob die Sportspiele,insbesondere Handball und Fussball, ins Schulturnen aufgenommen werdensollten, fhrte zu einem Streit. Er spaltete den Schweizerischen Turnlehrer-verein, der 1858 als Vereinigung der Turnunterricht erteilenden Lehrkrftezur Hebung des Turnens und zur Frderung der Ausbildung gegrndetworden war. Der konservative Flgel verteidigte aus erzieherischen Grn-den das bisherige systematische Turnen, was die Vertreter des fortschritt-lichen Flgels als Formalismus und Schulsteifheit anprangerten. DieTurnschule von 1927 zeigt, dass sich der Sportgedanke schliesslich durchset-zen konnte. Immer mehr Kantone fhrten in den Zwanzigerjahren auch denTurnunterricht fr die Mdchen ein (nach KTTERER, 1958, S. 1839).

    Turnlehrerausbildung 1922 wurde die Turnlehrerausbildung der Universitt Basel angegliedert. Imgleichen Jahr entstand als Zeichen der Einigung ein Schweizerischer Landes-verband fr Leibesbungen. Unter dem Eindruck der faschistischen Bedro-hung verstrkte der Bund sein Engagement zugunsten des Sports. So wurde1944 mit der Eidgenssischen Sportschule Magglingen (ESSM) ein wichti-ges Instrument zur Sportfrderung geschaffen, das neben militrischen auchpdagogische und gesundheitspolitische Ziele verfolgt.

    Gleichstellung von Knaben und MdchenSeit Beginn der 60er Jahre hat die Turn- und Sportbewegung in der Schweiztiefgreifende Vernderungen erfahren. Dabei trat auch der Begriff Sportimmer strker als ein umfassender Oberbegriff in den Vordergrund. Auf derrechtlichen Ebene bildete die Verankerung des Sports in der Bundesverfas-sung (1970) einen Markstein: Sie brachte endlich im Schulturnen und inJugend+Sport die rechtliche Gleichstellung der Mdchen. Mit dem Depar-tementswechsel vom EMD zum EDI (1984) wurde unterstrichen, dass derSport heute in das Umfeld von Kultur, Bildung, Wissenschaft und Gesund-heit gehrt und nichts mehr mit militrischem Vorunterricht zu tun hat.

    Die Palette der Sportarten ist in den letzten zehn Jahren viel bunter gewor-den. Die Schule muss sich gegenber Trendsportarten ffnen, wenn sie sichauch an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientieren will.

    Sport heuteDie gesellschaftliche Bedeutung des Sports ist in den letzten Jahren enormangestiegen: Sport ist im Fernsehen jeden Tag prsent, Sport ist ein bedeu-tender Wirtschaftsfaktor und schliesslich ist er auch zu einem eigentlichenLebensstil geworden, der Jugendlichkeit, Attraktivitt und Sportlichkeit mit-einander verbindet. Der asketische Turnbetrieb frherer Jahre hat sich zu ei-nem bunten, modischen Freizeitbetrieb entwickelt, der fr viele Menschen zueinem Element der Sinnfindung wird. Die Auseinandersetzung mit dem Ph-nomen Sport ist heute eine Bildungsaufgabe der Schule.

    Spiel im Wandel der Geschichte: Vgl. Bro 5/1, S. 3

    1 Sinn und Bedeutung der Krper-, Bewegungs- und Sporterziehung 15Band 1 Broschre 1

    Rcke (Mntel), Westen und Hemdkragensind abzulegen, und das Hemd ist oben zuffnen.(Aus: Turnschule 1927)

  • Die Bewegung in der menschlichen Entwicklung Die Sportwissenschaft stellt die krperliche und motorische Entwicklung desheranwachsenden Menschen als ein vernetztes, dynamisches und variablesZusammenspiel genetischer und milieubedingter Krfte, ererbter und erlern-ter Fhigkeiten dar (GRSSING, 1993, S. 138 ff.). Die Entwicklung desKriechens, Stehens und Gehens im ersten Lebensjahr vollzieht sich nach ei-nem universellen, d.h. genetisch bedingten Programm, zwar in zeitlich unter-schiedlicher, aber ausfhrungsmssig gleicher Art. Auch die Tatsache, dasseineiige Zwillinge im motorischen Verhalten grssere hnlichkeiten zeigenals zweieiige, spricht fr den genetischen Einfluss.

    Bei der Entwicklung werden die vorhandenen Strukturen immer weiter diffe-renziert. PIAGET (1947) unterscheidet zwischen Assimilation, bei welcherder Mensch Informationen aufnimmt, verarbeitet und integriert, und Ak-kommodation, durch die er sich neuen Gegebenheiten anpasst. Die motori-sche Entwicklung beginnt mit unkoordinierten und ungerichteten Ganzkr-perbewegungen. Erst im Alter von 3 bis 4 Monaten beginnt die Hand desSuglings gezielt nach einem Gegenstand zu greifen: Sehen und Greifen wer-den koordiniert. Das vollstndige motorische Handlungsrepertoire wird erstmit etwa 10 Jahren erreicht.

    Als Orientierungshilfe werden nachfolgend stufentypische Verhaltensweisenbeschrieben. Es ist aber zu beachten, dass es sowohl in der motorischen alsauch in der kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung grosse Streu-ungen gibt. Die Lehrperson darf sich deshalb nicht nur an den als stufenty-pisch beschriebenen Merkmalen orientieren. Sie muss die individuelle Unter-richtssituation beobachten und analysieren, damit sie begrndete didaktischeEntscheide treffen kann. Phasentheorien drfen die Beobachtung der indivi-duellen Entwicklungsprozesse nicht ersetzen.

    2.1 Aspekte der Entwicklungspsychologie

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 16Band 1 Broschre 1

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften

    Die Bewegung in dermenschlichen Entwicklung

    Vorschule und Primarstufe

    Sekundarstufe I

    Sekundarstufe II

    Koedukativer Sport-unterricht ja odernein?

    Aktuelle Ergebnisse derKoedukationsforschung

  • Vorschule und PrimarstufeKrper- und Bewegungsentwicklung: Ein ausgeprgter Bewegungsdrangkennzeichnet das Bewegungsverhalten im Kindergarten und auf der Unter-stufe. Der ganze Krper ist an der Bewegung beteiligt, die Feinsteuerung istnoch wenig differenziert. Das Hauptaugenmerk im Bewegungs- und Sport-unterricht gilt der Entwicklung vielfltiger Bewegungsmuster (Grundttig-keiten) durch Entdecken und Erproben.

    Bis zur Mittelstufe haben die Kinder ihre Bewegungssteuerung so weit ent-wickelt, dass sich ihre Bewegungsqualitt derjenigen der Erwachsenen ange-glichen hat. In der Bewegungsquantitt (Kraft, Schnelligkeit, Schnellkraft,Ausdauer) kann jedoch das Niveau der Erwachsenen noch bei weitem nichterreicht werden. Die sensible Phase fr das Bewegungslernen dauert nochbis zum puberalen Wachstumsschub an. Besonders auf der Mittelstufe ist dieFhigkeit des Erlernens neuer Bewegungen ausserordentlich hoch. Es gilt,diese Situation fr den Sportunterricht systematisch zu nutzen. Wer hierGrundfhigkeiten wie Werfen, Schwimmen, Velo fahren und andere komple-xe Bewegungen nicht erlernt, hat spter Mhe, dies nachzuholen. Das Ler-nen vollzieht sich in dieser Phase noch eher spontan und intuitiv, nicht analy-tisch und reflektiert (z.B. rhythmisches Bewegen). Es ist darauf zu achten,dass die Unter- und Mittelstufenkinder in Bezug auf Tempo und Komplexittder Bewegungen nicht berfordert werden.

    Geistig-seelische Entwicklung: Die psychische Situation ist beim Unter- undMittelstufenkind gekennzeichnet durch eine ungebrochene Entdeckerfreude,verbunden mit einer grossen Bewegungslust. Diese kann in bermut undUnkontrolliertheit umschlagen, sobald die Kinder aus dem Schulzimmer indie Freiheit des grossen Turnhallenraumes oder auf die Spielwiese entlassenwerden. Eine positive Seite ist das grosse Interesse: Die Lehrkraft kann jedenLerninhalt anbieten, alles kommt an, alles wird spontan und ohne Einteilungder Krfte begonnen. Die Kehrseite ist, dass Unter- und Mittelstufenkinderoft schwer zu fhren sind: Sie brauchen feste Rituale (z.B. fr den Lektions-beginn), klare Richtlinien und eine konsequente Fhrung.

    Sozialverhalten: In diesem Bereich kann man in der Regel eine eindrckli-che Entwicklung beobachten: Whrend zu Beginn der Schulzeit meistensnoch jedes Kind fr sich spielt, ist auf der Mittelstufe ein reger Kontakt unterden Kindern vorhanden. Das gemeinsame Tun, der Bezug untereinander ineiner Gruppe, muss auf der Unterstufe gelernt und gebt werden.

    Auf der Mittelstufe fhrt das Empfinden fr die eigene Individualitt oft zueiner Dynamik, welche z.B. die Gruppenbildung zu einem Problem werdenlsst. Harmlose Parteispiele knnen zu Streitereien ausarten. Die natrliche,altersgemsse Selektion der Beziehungen (Freund-Feind-Bewusstsein) wirdbesonders in Konkurrenz- und Spielsituationen gut sichtbar.

    Didaktische Konsequenzen: Inhaltlich liegt im Sportunterricht auf der Un-ter- und Mittelstufe das Schwergewicht auf der Entwicklung der koordinati-ven Fhigkeiten. Die elementaren, ganzheitlich erlebten Bewegungserfahrun-gen stehen im Zentrum. Dagegen soll auf ein spezielles und systematisches

    Vorschule und Unterstufe:Vgl. Bro 1/Bnde 2 und 3

    Mittelstufe: Vgl. Bro 1/4

    Soziales Verhalten: Vgl. Bro 1/1, S. 22 ff.

    Koordinative Fhigkeiten:Vgl. Bro 1/1, S. 38 ff. undBro 1/4, S. 6

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 17Band 1 Broschre 1

  • Konditionstraining auf dieser Stufe verzichtet werden. Konditionelle Fhig-keiten, vor allem die Dauerleistungsfhigkeit, werden durch geeignete Belas-tungen gefrdert (integriertes Konditionstraining).

    In den unteren Klassen sieht der Lektionsverlauf einen hufigeren Wechselder Aktivitten vor, whrend gegen Ende der Schulzeit lnger an einer Auf-gabe gearbeitet werden kann (Rhythmisierung). Auf der Unterstufe hat dieEinleitung eher die Funktion des Einstimmens als die des Aufwrmens.

    Die Klassenfhrung muss so klar sein, dass ein zielgerichtetes Lehren undLernen mglich wird. An Ordnungsformen und Rituale gewhnte Klassensind leichter zu unterrichten. Der Kontakt der Lehrperson mit dem einzelnenKind, beispielsweise als regelmssige Rckmeldung ber Gelungenes oderber Unerwnschtes, ist auf der Unter- und Mittelstufe besonders wichtig.

    Sekundarstufe IKrper- und Bewegungsentwicklung: Der puberale Gestaltwandel leitet vonder Phase der Kindheit ins Jugendalter ber. Verluft die Entwicklung derKnaben und Mdchen im vorpupertren Alter weitgehend hnlich, so erge-ben sich mit der Pubertt deutliche Unterschiede.

    Der Wachstumsschub beginnt bei der Mehrzahl der Mdchen schon vor dem12. und dauert bis zum 15. Lebensjahr. Mit 14 bis 15 Jahren erreichen dieMdchen ihre Erwachsenengestalt und damit auch den Hhepunkt ihrer na-trlichen physischen Leistungsfhigkeit. Die Bildung von Unterhautfettge-webe fhrt zur rundlichen Krpergestalt. Die Bewegungssteuerung bleibtharmonisch. Wenn Bewegungsreize fehlen, beginnt die Leistungsfhigkeitallmhlich abzunehmen. Durch Training kann sie aber weiter gesteigert wer-den und langfristig erhalten bleiben. Mit dem ersten Auftreten der monatli-chen Blutung (Menstruation) ergibt sich fr die Mdchen eine neue Situa-tion. Im Normalfall bedeutet dies keine wesentliche Einbusse im Bereich derLeistung und der Belastbarkeit; die individuellen Unterschiede knnen aberrecht gross sein. Es besteht kein Grund, Mdchen in dieser Zeit vom Sport-unterricht zu befreien. Jedoch sollte kein Zwang bestehen, immer alle bun-gen mitzumachen. Zu den Aufgaben der Lehrperson gehrt auch, die Md-chen zu beraten und das Belastungsmass anzupassen.

    Bei den Knaben wird der Wachstumsschub spter ausgelst. Er dauert ln-ger, nmlich etwa vom 13. bis zum 18. Altersjahr. Dieses langdauerndeWachstum von Knochen und Muskeln hat zur Folge, dass die Knaben imDurchschnitt grsser, schwerer und krftiger werden, entwickeln sie doch et-wa ein Drittel mehr Muskelmasse als die Mdchen. Zudem verluft die pube-rale Wachstumsphase individuell sehr unterschiedlich und sie kann mit einerZeit der motorischen Verunsicherung verbunden sein: Oft kann die Bewe-gungssteuerung der schnellen Entwicklung der Extremitten nicht angepasstwerden. Die Bewegungen wirken dadurch eckig, schlacksig und schlecht ko-ordiniert. Allmhlich (und durch Bewegungstraining beschleunigt) ver-schwinden diese Unsicherheiten; die Gestalt wird ausgeglichen, der Bewe-gungsablauf kraftvoll und dynamisch. Mit etwa 18 Jahren erreichen die Ju-gendlichen den Hhepunkt ihrer natrlichen physischen Leistungsfhigkeit.

    Die Lektion planen: Vgl. Bro 1/1, S. 65

    Sekundarstufe I: Vgl. Bro 1/5

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 18Band 1 Broschre 1

  • Psychische und soziale Entwicklung: Das vernderte Erleben der Krper-lichkeit ist verbunden mit einer Neuausrichtung in Bezug auf Motivationenund Einstellungen oder mit einer Neugestaltung der sozialen Bezge. Diefrhere kindliche Konstanz und Stabilitt kann pltzlich verloren gehen. Des-halb sind die Pubertierenden oft unerklrlichen Stimmungsschwankungenunterworfen. Ihr Sozialverhalten ist gekennzeichnet durch eine verstrkteHinwendung zur Gruppe der Gleichaltrigen, whrend der Umgang mit denErwachsenen distanzierter wird. Trotzreaktionen, bertriebene und aggressi-ve Abwehrhandlungen knnen diese Phase der Ablsung und Neuorientie-rung begleiten. Lehrpersonen sollen fr diese Vorgnge Verstndnis aufbrin-gen und nicht jedes Aufbrausen als Angriff auf ihre Person betrachten.

    Didaktische Konsequenzen: Zu Beginn der Oberstufe herrscht oft noch einInteresse fr alle Sportbereiche vor. Die Mdchen erreichen hier hufig denHhepunkt ihrer technischen und konditionellen Leistungsfhigkeit, verbun-den mit einer kaum gebrochenen Bewegungs- und Leistungslust. Dann aberbeginnen sich mehr und mehr Neigungen fr spezielle Bereiche oder auch ei-ne Abwendung vom Sport abzuzeichnen. Viele Knaben dieser Stufe sindeher von Bewegungen angesprochen, die Kraft, Schnelligkeit und Ausdauererfordern. Mdchen bevorzugen hufig krperformende Aufgaben zu ihrerbevorzugten Musik. Bei einzelnen Jugendlichen kann die Bewegungs- undLeistungslust bis gegen das Ende der Schulzeit rapide abfallen. Fr das Ler-nen und ben bleibt somit wenig Motivation. Die geschlechtsspezifisch un-terschiedlichen Zugnge zum Sport schaffen einerseits Probleme, erffnenaber andererseits auch die Chance fr das Sporttreiben in Neigungsgruppen.

    Sekundarstufe IIKrper- und Bewegungsentwicklung: Nach der Pubertt hat der Krper sei-ne spezifische, genetisch weitgehend vorbestimmte Gestalt erreicht. Der Be-wegungsapparat und die inneren Organe erreichen auch bei den Knaben dieoptimale Funktionstchtigkeit. Eine Verbesserung ist nicht mehr entwick-lungsbedingt, sondern nur noch durch gezieltes Training erreichbar. Die kr-perliche Leistungsfhigkeit ist zwar trainierbar, aber die individuellen Vor-aussetzungen beeinflussen die Lern- und Leistungsfhigkeit sowie die Moti-vation fr Bewegung, Spiel und Sport immer deutlicher. Neigungen undWerthaltungen sind auf dieser Stufe stark ausgeprgt.

    Psychische und soziale Entwicklung: Die Gefhls- und Stimmungslage be-ginnt sich nach den Puberttswirren zu stabilisieren. Die Interessen verfesti-gen sich und nehmen markante individuelle Formen an.

    Didaktische Konsequenzen: Die Jugendlichen sollen gezielt in die Planungund Durchfhrung des Sportunterrichts einbezogen werden. Sie mssen alsPartner, die fr das Lernen mitverantwortlich sind, ernst genommen werden.Sportunterricht soll vermehrt nach Neigungen angeboten und individualisiertwerden. Die Schlerinnen und Schler entwickeln auch ihre eigenen Pro-gramme, fhren sie durch und arbeiten vor allem in jenen Bereichen an ihrerLeistungsfhigkeit und Meisterschaft, die ihnen entsprechen. Bewegungs-trge oder weniger motivierte Jugendliche sollen zum Bewegen angeregtwerden, etwa durch Spielformen oder durch Trendsportarten.

    Koedukativer Sportunter-richt: Vgl. Bro 1/1, S. 20 ff.und Bro 7/5

    Sekundarstufe II: Vgl. Bro 1/6

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 19Band 1 Broschre 1

  • Koedukativer Sportunterricht ja oder nein?Die Frage nach den Vor- und Nachteilen des koedukativen Unterrichtens inder Schule (d.h. Mdchen und Knaben in derselben Klasse) ist Gegenstandkontroverser Diskussionen. Mit der Revision der Bundesverfassung von1981 wurde in der Schweiz formell die Gleichberechtigung der Geschlechterhergestellt. Koedukation hat sich mittlerweile im schweizerischen Schul-wesen durchgesetzt und ist auch im Sportunterricht der Volksschule blich.

    Die Argumentation fr oder gegen Koedukation basiert auf Kriterien, dievom jeweiligen Welt- und Menschenbild, vom Erziehungs- und vom Sport-verstndnis abhngig sind.

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 20Band 1 Broschre 1

    Grnde fr koedukativen Sportunterricht

    Vorbereitung auf ein gemeinsames Sporttreibenin der Freizeit, im Verein, im Erwachsenenleben

    Annherung der Geschlechter (sozialintegrativeWirkung)

    Verfolgen von Zielen des sozialen Lernens wie z.B. Rcksichtnahme im Umgang mit-einander

    Abbau von Hemmungen und Spannungen Abbau von Rollenklischees Entwicklung von Einfhlungsvermgen und

    gegenseitiger Rcksichtnahme Abbau eines dominant leistungs- und konkurrenz-

    orientierten Verhaltens Frderung des Gesprs fr besondere Interessen

    und Anliegen beider Geschlechter

    Grnde fr geschlechtergetrennten Sportunterricht

    Unterschiede in der Entwicklung der konditio-nellen und koordinativen Leistungsfhigkeit, insbesondere whrend der puberalen Phase

    Genetisch bedingte Wesensunterschiede Unterschiedliche Bewegungs-, Spiel- und

    Sportinteressen von Jungen und Mdchen Entstehen von Hemmungen und Spannungen Unterdrckung der Entfaltungsmglichkeiten der

    Mdchen durch dominantes Verhalten von Knaben

    Grssere Aufmerksamkeit gegenber den Knabenals gegenber den Mdchen

    Mehrheitliche Ausrichtung der Themenwahl aufdie Interessen der Knaben

    Vorbehalte gegen Krperkontakte in der Pubertt Bedrfnis nach Lsung von geschlechts-

    spezifischen Problemen in geschlechtergetrenntenGruppen

  • Aktuelle Ergebnisse der KoedukationsforschungDiverse Publikationen haben in den spten 80er und frhen 90er Jahren diegngige Praxis koedukativen Unterrichtens erneut in Frage gestellt. Unter-suchungen ergaben, dass Mdchen durch die praktizierte Form von Koedu-kation benachteiligt werden. In geschlechtergetrennten Klassen werden ihreInteressen besser bercksichtigt und sie knnen ihre Fhigkeiten ungestrterentfalten. Sie sind interessierter und beteiligen sich intensiver am Unterricht.Ihre Leistungen liegen z.T. deutlich ber denen geschlechtergemischter Klas-sen.

    Das Selbstwertgefhl von Knaben und Mdchen wird durch koedukativenUnterricht unterschiedlich beeinflusst: Whrend die Knaben im geschlechter-gemischten Unterricht in ihrem Selbstwertgefhl gestrkt werden, entwickeltsich dasjenige der Mdchen eher nachteilig.

    Lehrerinnen und Lehrer leisten hufig unabsichtlich einen Beitrag zur Ge-schlechterpolarisation. Sie lassen geschlechtsspezifische Verhaltenserwartun-gen erkennen: Aggressivem, lautem und destruktivem Verhalten von Knabenwird mehr Verstndnis entgegengebracht. Von Mdchen wird hingegen einruhiges, aufmerksames, ausgleichendes, freundliches und kooperativesVerhalten erwartet. Mdchen erhalten im Unterricht signifikant weniger Lobund Aufmerksamkeit. Knaben wird in bestimmten Fchern (Mathematik, na-turwissenschaftliche Fcher, Sport) mehr zugetraut; manchmal erhalten siefr gleiche Leistungen bessere Noten.

    Auch die Wirkungen des heimlichen Lehrplans erzeugen und untermauernRollenerwartungen, die stark von einem mnnlichen Weltbild geprgt wer-den. Wenn der Sport schwergewichtig auf Konkurrenz und Wettbewerb aus-gerichtet ist, wird er weiblichen Vorstellungen und Forderungen nicht ge-recht. Viele Schlerinnen werden durch die Leistungs- und Wettbewerbs-strukturen benachteiligt. Eine Rollen zuweisende Polarisierung des Verhal-tens von Knaben und Mdchen kann schliesslich auch dazu fhren, dass Ei-genschaften wie Rcksichtnahme, Einfhlungsvermgen, Geduld und An-passungsbereitschaft unterentwickelt bleiben.

    Didaktische und pdagogische Konsequenzen: Falls auf der Oberstufe ko-edukativ unterrichtet wird, sollten Lehrpersonen bemht sein, auch die Be-drfnisse und Interessen der Mdchen gengend zu bercksichtigen und p-dagogisch reflektierte Angebote eines gemeinsamen Sporttreibens vonKnaben und Mdchen zu machen. Koedukation sollte so gestaltet werden,dass die Schlerinnen und Schler Freirume zum Ausleben ihrer spezifi-schen Bewegungsbedrfnisse erhalten. Dazu knnen die Mglichkeiten derDifferenzierung genutzt werden. Auf der Oberstufe ist es sinnvoll, von dreiSportlektionen eine koeduziert und zwei getrennt zu unterrichten.

    Lehrkrfte sollten ihr Verhalten gegenber Schlerinnen und Schlern imoben dargestellten Zusammenhang berprfen, indem sie ihren Unterrichtvon Kolleginnen und Kollegen beobachten lassen und mit ihnen einenstndigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch pflegen.

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 21Band 1 Broschre 1

  • Sport in der GruppeSport ist ein Handlungsfeld, das hufig von Situationen des Mit-, Gegen-,Fr- und Nebeneinanders geprgt ist. Er kann deshalb als ein Feld sozialenHandelns verstanden werden. Viele Formen des Sporttreibens sind auf sozia-le Handlungen angewiesen. Besonders die (Sport-)Spiele sind ohne ein Mit-und Gegeneinander von handelnden Personen nicht denkbar.

    Die vier -einander im Sport

    Sport wird auch aus sozialen Motiven betrieben. Viele Menschen sehen inden Formen der Geselligkeit, der Kommunikation und dem Miteinander, dieim Sport oder im direkten Zusammenhang mit ihm auftreten, einen oderauch ausschliesslich den Sinn ihres Sporttreibens.

    Bedingungen fr gemeinsames SporttreibenWer Sport treibt, setzt sich dabei mit anderen Menschen auseinander undhandelt sozial. Um mit anderen zusammen Sport treiben zu knnen, sind fol-gende Qualifikationen ntig:

    Motorisches Knnen: Es braucht Fhigkeiten und Fertigkeiten im techni-schen und taktischen Bereich, um zusammen Sport zu treiben. Ohne diesesKnnen kommen viele soziale Prozesse und Erlebnisse im Sport nicht zu-stande.

    Soziale Qualifikationen: Einfhlungsvermgen und Kooperationsfhigkeit,soziale Sensibilitt und Gemeinschaftssinn sind wichtige Voraussetzungenfr soziales Handeln. Eine wesentliche Qualifikation ist, sich in die Perspek-tive einer anderen Person hineinzuversetzen. Sie kann sich z.B. darin us-sern, dass ein Spieler den Ball an seinen Mitspieler abspielt, weil er erkennt,dass sich dieser in einer besseren Spielposition befindet. Nicht auf jeder Al-tersstufe ist die Fhigkeit zur Perspektivenbernahme in gleicher Form vor-handen. Sie unterliegt Entwicklungsprozessen, d.h. sie lst erst allmhlichein egozentrisches Verhalten ab. Geschult wird sie, indem gezielt Situationengeschaffen werden, die Perspektivenbernahmen notwendig machen. Dasgnstigste Lernalter dafr ist die Mittelstufe der Primarschule.

    2.2 Aspekte der Sportsoziologie

    Dabei sein und dazu- gehren: Vgl. Bro 1/1, S. 11

    Konditionelle und koordinative Fhigkeiten: Vgl. Bro 1/1, S. 38 ff.

    2 Grundlagen aus Bezugswissenschaften 22Band 1 Broschre 1

    Nebeneinander Im Circuittraining berprfen alle fr sich den aktuellen konditionellen Leistungsstand.

    Miteinander Im Zusammenspiel mit den Mitspielenden versuchen wir gemeinsam, ein Tor zu erzielen.

    Freinander Im Gerteturnen helfen und sichern wir uns gegenseitig.

    Gegeneinander Im Wettkampf versuchen wir, gegen andere zu gewinnen.

    Sport in der Gruppe

    Die vier -einander im Sport

    Bedingungen fr gemeinsames Sporttreiben

    Soziale Handlungs-fhigkeit durch Sport

    Die Lehrperson als Vorbild und Modell

  • Soziale Einstellungen und Haltungen: Im Sport ist es nicht nur wichtig,Techniken zu beherrschen oder zur Perspektivenbernahme fhig zu sein.Entscheidend ist vielmehr die Einstellung: Man muss Sport auch wirklich ge-meinschaftlich gestalten, sich engagiert einbringen oder selbstlos zurckhal-ten lernen. Einstellungen und Haltungen beziehen sich auch auf Gegenstndewie etwa das Sportmaterial, die Sportkleidung usw.

    Wenn in einer Klasse das Spiel- und Sportverhalten gestrt ist, liegt es oftdaran, dass die Leistungsstarken dominieren; die Schwcheren fhlen sichausgeschlossen und verlieren bald den Spass.

    Soziale Handlungsfhigkeit durch Sport Die Lehrperson kann Situationen nutzen oder bewusst schaffen, in denenSchlerinnen und Schler zur Zusammenarbeit und zur Auseinandersetzungmit anderen im Sport herausgefordert werden. Folgende Gesichtspunktemssen dabei bedacht werden:

    Geeignete inhaltliche Angebote machen Geeignete Methoden und Organisationsformen auswhlen Eine Atmosphre des sozialen Wohlbefindens im Unterricht schaffen

    Geeignete inhaltliche Angebote machen: Als Lernfeld fr soziales, insbe-sondere kooperatives Handeln bietet sich das Spiel an. Es gilt, in der Spieler-ziehung Verhaltensweisen und Einstellungen zu frdern, die fr mglichst al-le Beteili