Leitfaden zur Nutzung Neuer Medien in der Elternbildung ... auf die digitalen Medien. Sie sowie die

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    Leitfaden zur Nutzung

    Neuer Medien in der

    Elternbildung

    Erstellt im Rahmen des EU Projekts „Parenting Fit For Future“

    www.parenting-fitforfuture.eu

    Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

    Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung tragen allein die

    VerfasserInnen; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin

    enthaltenen Angaben.

    http://www.parenting-fitforfuture.eu/

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    EINLEITUNG

    Der vorliegende Leitfaden versteht sich als ein Arbeitspapier, das im Rahmen der EU

    Lernpartnerschaft „Parenting Fit For Future“ entstanden ist. Die Partnerorganisationen

    sind:

    - Elternbildung CH (CH)

    - Fédération des Associations de Parents d’Élèves au Luxembourg – FAPEL (L)

    - Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich (A)

    - Landesarbeitsgemeinschaft Bayerischer Familienbildungsstätten – LAG (D)

    - Verein Pro Educatione (RO)

    Die Lernpartnerschaft nahm im Herbst 2012 ihre Arbeit auf und arbeitete bis Juli 2014.

    Während der gemeinsamen Treffen im Rahmen der Lernpartnerschaft wurde das Wissen

    laufend durch Vorträge, Vorstellungen von Good Practice Modellen und Diskussionen

    erweitert. Die Ergebnisse wurden in diesem Leitfaden zusammengetragen. Sie werden

    durch die Veröffentlichung auf der Website des Projekts auch allen an der Thematik

    Interessierten zur Verfügung gestellt. Zusätzliche Informationen bietet die Projektwebsite:

    http://www.parenting-fitforfuture.eu/produkte-projektergebnisse/

    http://www.parenting-fitforfuture.eu/produkte-projektergebnisse/

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    ZUSAMMENFASSUNG

    Neue Medien gehören zu unserem Alltag. Sie entwickeln sich rasant weiter,

    bieten immer neue Möglichkeiten und prägen zunehmend unsere

    Kommunikation und unser tägliches Leben. Die in der Elternbildung tätigen

    EU LernpartnerInnen aus Bayern, Luxemburg, Österreich, Rumänien und

    der Schweiz hatten sich im Rahmen des Grundtvig Programms 2012 bis

    2014 zum Ziel gesetzt, Chancen und Stolpersteine der Neuen Medien für

    die Elternbildung zu erarbeiten. Rasch einigte man sich auf die Fokussierung

    auf die digitalen Medien. Sie sowie die Erreichbarkeit von Eltern mit

    Migrationshintergrund und Väter waren die Hauptthemen des Projekts.

    Alle Organisationen nutzen die digitalen Medien zur internen

    Kommunikation, dem Marketing und der Kommunikation nach außen. Sie

    informieren über ihre Webseiten und tauschen sich per E-Mail aus. In den

    Aus- und Weiterbildungsangeboten werden elektronische Plattformen zur

    Bearbeitung von Texten, der Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und

    zur Dokumentation von Erarbeitetem genutzt.

    In Elternbildungsangeboten, die sich an Familien mit Migrationshintergrund

    richten, werden visuelle Medien genutzt. Illustrierte Unterlagen anstelle

    von textlastigen Materialien, Filme mit mehrsprachigen Tonspuren und

    Informationen auf You Tube erreichen die Zielgruppen besser. Erziehungs-

    Apps und Online-Seminare werden erprobt. Sie erreichen bisher eher

    bildungsnahe Familien. Die Evaluation zeigt, dass gerade Online Seminare

    sehr wirkungsvoll sind.

    Die von Trendone im Auftrag des österreichischen Familienministeriums

    erarbeitete Studie „Digitale Medien in der Elternbildung – Ergebnisse der

    Trendforschung“, 2014, bestätigt unsere Erfahrungen und weist deutlich

    darauf hin, dass die digitalen Medien in der Elternbildung noch mehr

    Bedeutung erlangen werden. Herausforderungen stellen der Datenschutz,

    die Qualität der technischen Hilfsmittel und die hohen Kosten für die

    Produktion der Angebote sowie die Erreichbarkeit der definierten

    Zielgruppen dar.

    Wichtige Qualitätskriterien von Elternbildungsangeboten sind der

    Austausch unter den Eltern, die Adaption der Inhalte an die aktuelle

    Lebenssituation der Familien und eine zeitnahe Reaktion auf konkrete

    Herausforderungen. Diese Qualität muss erhalten bleiben. Das wird

    bedeuten, dass mediale Angebote kombiniert werden sollten, mit Face-to-

    Face Angeboten.

    Die digitalen Medien waren auch für die Umsetzung der EU

    Lernpartnerschaft sehr wertvoll, Informationen konnten kostengünstig und

    zeitnah ausgetauscht werden. Auf Facebook erfolgte eine interessante

    Vernetzung. Die Organisationen wurden bei den Austauschtreffen und den

    Diskussion zum einen in ihrer Ausrichtung und Arbeit bestätigt, zum

    anderen angeregt, Neues zu entwickeln und Bestehendes vermehrt zu

    unterstützen.

    Die Kontakte werden über das Projekt hinaus weiter gepflegt. Neue

    Kooperationen sind bereits definiert. Bedauerlicherweise ist es der Schweiz

    nicht möglich, in neuen EU-Projekten als gleichberechtigte Partnerin

    teilzunehmen. Wir sind dankbar, dass wir die Partnerschaft in der

    geplanten Form umsetzen und viele Anregungen für unsere Arbeit erhalten

    konnten.

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    INHALTSVERZEICHNIS

    Einleitung ........................................................................................................ 2

    Zusammenfassung .......................................................................................... 3

    1. Ausgangslage .............................................................................................. 5

    2. Erreichbarkeit von Eltern mit digitalen Medien ....................................... 12

    3. Praxis in den Partnerländern .................................................................... 19

    4. Good Practice ........................................................................................... 29

    5. Erreichbarkeit von Migrantenfamilien ..................................................... 32

    6. Erreichbarkeit von Vätern ........................................................................ 39

    7. Zukunftsperspektiven und Schlussfolgerungen........................................ 43

    Anhang 1: Konkrete Angebote für Interventionsmethoden in den

    Partnerländern ............................................................................................. 54

    Anhang 2: Beispiele für DVDs und Filme als Medien in der Elternbildung ... 58

    Anhang 3: Beispiele für CD-Roms in der Elternbildung ................................ 63

    Anhang 4: Beispiele für Online-Kurse als Medien in der Elternbildung ....... 64

    Anhang 5: Beispiele für Apps als Medien in der Elternbildung .................... 66

    Literaturverzeichnis ...................................................................................... 69

    file:///F:/Leitfaden.docx%23_Toc397345271

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    1. AUSGANGSLAGE

    1.1. neue Medien – digitale Medien

    1.1.1. Definition

    Als „Neue Medien“ werden Medien bezeichnet, die Daten in digitaler Form

    übermitteln oder auf Daten in digitaler Form zugreifen. Im Zuge der

    Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat sich herausgestellt, dass die

    Bezeichnung digitale Medien im hier vorliegenden Kontext passender

    erscheint. Daher wird im Folgenden dieser Begriff verwendet.

    Die Verwendung digitaler Daten geschieht entweder über stationäre (z.B.

    Computer) oder mobile (z.B. Smartphones, Tablets) Geräte oder über

    Datenträger (z.B. CD, DVD, CD Rom, Blu-ray, Wechseldatenträger,…). Im

    engeren Sinn sind Dienste über das World Wide Web gemeint.

    Diese Technologien haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und

    werden das weiterhin tun. Aus diesem Grund hat sich auch das

    Medienverhalten der Menschen verändert: Quelle: http://www.film30.de/tag/media-evolution/

    Digitale Medien kommen zunehmend in Lehr-/Lernsettings zum Einsatz und

    bergen ein großes Potenzial zur Ermöglichung neuen Lernens in sich. Sie

    werden auch für die Bewerbung von Bildungsangeboten eingesetzt. Nach

    Art ihrer Nutzung lassen sie sich folgendermaßen einteilen, wobei sich die

    Anwendungsfelder teilweise überlappen:

    - Medien zur Sammlung von Wissen und zur Wissensvermittlung:

    Darunter fallen digitale Medien, die in erster Linie dazu dienen, Wissen zu

    einem bestimmten Wissensgebiet zu sammeln und zu systematisieren und

    dabei auch Wissen zu vermitteln (z.B. Wikis, Lernplattformen wie moodle,

    E-Books und Audio- und Video-Podcasts wie iTunes). Hier spielt die

    Thematik des UrheberInnenrechts eine wesentliche Rolle.

    - Medien für die soziale Vernetzung: Dieser Rubrik werden digitale

    Medien zugeordnet, die soziale Vernetzung nach thematischen

    Gesichtspunkten ermöglichen, indem alltägliche und/oder berufliche

    (Lern-)Erfahrungen und Fundstücke aus dem Internet mit anderen geteilt

    werden (z.B. Facebook, XING, Social Bookmarks,…). Soziale Netzwerke

    eignen sich besonders für Bildungsmarketing.

    - Medien für die Reflexion von Arbeits- und Lernprozessen: Hier

    werden digitale Medien subsumiert, die sich besonders dafür eignen,

    Prozesse in Lern-, Arbeits- oder Projektsettings zu reflektie