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made in Thüringen 2009 SPEZIAL Thüringen 2009 – Perspektiven im Bauhausjahr

Made in Thüringen 2009

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Der Freistaat thüringen - eine Standortreportage

Text of Made in Thüringen 2009

  • made in Thringen 2009

    SPEZIAL

    Thringen 2009 Perspektiven im Bauhausjahr

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:00 Uhr Seite 1

  • Unsere LeistungsangeboteDie GFAW Gesellschaft fr Arbeits- und Wirt-schaftsfrderung des Freistaats Thringen mbH untersttzt mit ihren Leistungsangeboten die Beschftigung und Berufsbildung. Wir setzen fast alle Thringer Richtlinien des Europischen Sozialfonds um. Seit dem 1. Mai 2008 zhlen zu unserem Leistungsspektrum auch Richtlinien, die vorher vom Landesamt fr Soziales und Familie (LASF) umgesetzt wurden. Das betrifft Bereiche der Sozial-, Jugend- und Familienpo-litik.

    Unsere Dienstleistungen sind umfassend: So besprechen wir mit Ihnen Ihre Konzepte und begleiten die Antragstellung bis zur Bewilli-gungsreife. Wird Ihr Antrag von uns bewilligt, dann zahlen wir Ihnen die Mittel auch aus. Zu unseren Aufgaben gehrt zudem die Kontrolle, ob die von uns gewhrten Zuschsse auch zweckentsprechend und ordnungsgem ver-wendet wurden.

    Der Mensch pro tiertWir bewilligen Frdergelder fr Unternehmen, Existenzgrnder, Bildungstrger, ffentlich-rechtliche Trger, Kammern, Vereine, Verbnde sowie Trger der Freien Wohlfahrtsp ege. Die Spannweite an Menschen, die von den bewil-ligten Geldern pro tieren sollen, ist gro. Sie reicht von Unternehmern und Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Existenzgrndern bis hin zu Frauen sowie am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen. Mit den Programmen des ehemaligen LASF werden Familien, Kinder und Behinderte, aber auch Schwangere und Schuldner unter-sttzt.

    Partner fr arbeitsmarkt- und berufsbildungspolitische AkteureWir arbeiten nicht nur eng mit unserem Auftrag-geber, dem Freistaat Thringen, oder unserem Gesellschafter, der Thringer Aufbaubank, zusammen. Auch mit der Landesentwicklungs-gesellschaft, den Industrie- und Handelskam-mern, den Handwerkskammern, den Kreisen, Kommunen, den Agenturen fr Arbeit, Thringer Bildungstrgern und Unternehmen p egen wir enge Kontakte.

    Wir kennen uns sehr gut mit den Belangen und Wnschen der arbeitsmarkt- und berufs-bildungspolitischen Akteure aus und verfgen ber entsprechend spezi sches Wissen. Unsere Erfahrungen bringen wir in verschiedenste Gremien ein, zum Beispiel in den Landesbeirat sowie die vier Regionalbeirte fr Arbeitsmarkt-politik, deren Geschfte wir fhren. Die GFAW-Fachtagungen Lebenslanges Lernen nden

    als Plattform des Wissens- und Erfahrungsaus-tausches auch berregional gute Resonanz.

    Wir beraten Sie vor Ort auch in Ihrer Nhe.GFAW Gesellschaft fr Arbeits- und Wirt-schaftsfrderung des Freistaats Thringen mbHServicecenterWarsbergstrae 199092 ErfurtTel.: 0361/2223-0Fax: 0361/[email protected]

    Regionalstellen und Geschftsstellen der Regionalbeirte fr Arbeitsmarktpolitik:

    MittelthringenWarsbergstrae 199092 ErfurtTel.: 0361/2223-251Fax: 0361/[email protected] fr die Landkreise Weimarer Land, Smmerda, Gotha, den Ilmkreis sowie die kreis-freien Stdte Erfurt und Weimar.

    NordthringenHpedenweg 5299734 Nordhausen Tel.: 03631/6182-0Fax: 03631/[email protected] fr die Landkreise Nordhausen und Eichsfeld sowie den Kyffhuserkreis und Unstrut-Hainich-Kreis.

    OstthringenFriedrich-Engels-Strae 707545 GeraTel.: 0365/82423-0Fax: 0365/[email protected] fr die Landkreise Greiz, Altenburger Land, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis, Saale-Holzland-Kreis und die kreisfreien Stdte Gera und Jena.

    Serviceangebote der GFAWFr Beschftigung, Berufsbildung und Soziales in Thringen

    SdwestthringenMauerstrae 898527 SuhlTel.: 03681/3933-30Fax: 03681/[email protected] fr die Landkreise Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg, Wartburg-kreis und die kreisfreien Stdte Eisenach und Suhl.

    Regionalbro RudolstadtProf.-Hermann-Klare-Strae 607407 RudolstadtTel.: 03672/3083-08Fax: 03672/[email protected] Dienstag und Donnerstag Sprechtag

    Regionalbro EisenachHelenenstrae 499817 EisenachTel.: 03691/2950-0Fax: 03691/[email protected] Donnerstag Sprechtag

    Regionalbro MeiningenCharlottenstrae 498617 MeiningenTel.: 03693/8763-14Fax: 03693/[email protected] Dienstag und Donnerstag Sprechtag

    Weitere Informationen erhalten Sie auf den Inter-netseiten der GFAW: www.gfaw-thueringen.de

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:00 Uhr Seite 2

  • Mit diesem Slogan wirbt der Fachkrfteservice Thringen des Thringer Wirtschafts -ministeriums fr den Standort Thringen. Zu recht, denn es gibt jede Menge guteGrnde nach Thringen zu kommen oder hier zu bleiben. Dazu gehren in allerersterLinie die vielfltigen Aufstiegschancen, die die wachstumsstarken Zukunftsbrachen bie-ten. Und auch das ausgezeichnete Schulsystem, die familienfreundliche Kinder betreu -ung, moderate Mietpreise und eine einzigartige Kulturlandschaft, die eine hohe Lebens -qualitt bringt, sprechen fr den Freistaat.

    Unter dem Titel Made in Thringen widmet der Wirtschaftsspiegel Thringen demStandort Thringen erneut eine Sonderausgabe. Aus gutem Grund: Der Freistaat hatsich positiv weiterentwickelt, es passiert eine Menge Erfreuliches, ber das sich zu be-richten lohnt. So ist Thringen in den letzten Jahren dank der attraktiven Infrastruktur,der exzellenten Forschungslandschaft, hochqualifizierter Fachkrfte und nicht zuletztdank einer weitsichtigen Ansiedlungspolitik zu einem der wichtigsten Solarstandortein Deutschland und Europa geworden. Ein Zehntel des weltweiten Umsatzes im Photo -voltaikbereich erzielen die Unternehmen in Thringen.

    Aber auch zahlreiche Unternehmen anderer Branchen haben sich in den vergangenenMonaten gut entwickelt sie nutzen die Standortvorteile Thringens. Einigen von ihnenschenkt der Wirtschaftsspiegel besondere Aufmerksamkeit: dem Maschinenbau, derAutomobilbranche, Mikrosystemtechnik, Kunststoff- und der optischen Industrie, so-wie dem Logistikbereich, aber auch der Landwirtschaft und Ernhrung.

    Gleichwohl besteht kein Anlass, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Dem Jahresberichtder Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2008 zufolge liegt 19 Jahre nachdem Fall der Mauer die Wirtschaftskraft der jungen Lnder erst bei 70 Prozent des West-Niveaus. Umso wichtiger bleibt es daher, die Rahmenbedingungen fr mehr Wachstumund Beschftigung in Thringen weiter zu verbessern.

    Herzlichen Dank den Herausgebern des Wirtschaftsspiegel Thringen, die mit der drit-ten Standortreportage Made in Thringen den Freistaat Thringen erneut in den Blicknehmen. Sie liefern viele Argumente, die zeigen: Thringen lohnt sich zum Leben,Arbeiten, Investieren und Urlaub machen.

    Dieter AlthausSeptember 2008

    Wirtschaftsspiegel Spezialwww.made-in-thueringen.com

    Made in Thringen

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    Dieter AlthausMinisterprsident des Freistaates Thringen

    Ich geh lieber nach Thringen.

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:00 Uhr Seite 3

  • Wirtschaftsspiegel Spezial www.made-in-thueringen.com

    Thringen

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    Der Freistaat Thringen

    Nordwestthringen

    Mittelthringen

    Ostthringen

    Sdthringen

    Foto: Barbara Neumann / TTG Foto: Toma Babovic / TTG Foto: CCS Suhl

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    Thringen

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    Aus dem Inhalt

    Themenjahr 2009 90 Jahre Bauhaus 07

    Interview mit dem ThringerWirtschaftsminister Jrgen Reinholz 08

    Neue Wege auf Strae und Schiene 09

    Interview mit dem Sprecherder LEG, Andreas Krey 10

    THRINGER KOMPETENZEN

    Automobilbau 11

    Maschinenbau 12

    Logistik 14 15

    Solarindustrie 16

    Mikrosystemtechnik und Keramik 17

    Forschungsstandort Thringen 18

    Interview mit dem ThringerAgrarminister Dr. Volker Sklenar 20 21

    Optik und Kunststoffe 22 23

    Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel:Ein wunderbares Stck Deutschland 24

    Kultur und Ideen 26 27

    Tourismus 28 29

    Tagungsstandort 56 57

    THRINGER REGIONEN

    Die Regionen im berblick 30 31

    OSTTHRINGEN 32 35

    NORDWESTTHRINGEN 36 41

    MITTELTHRINGEN 42 45

    SDTHRINGEN 46 49

    JENA 50 51

    LANDESHAUPTSTADT ERFURT 52 55

    Impressum 58Foto: Krebs Glas Lauscha GmbH

    Foto: Toma Babovic / TTG

    Foto: Maik Schuck / TTG

    Foto: Maik Schuck / TTG

    Foto: Guido Werner / TTG

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:00 Uhr Seite 5

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    Thringen

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    Frdermittel fr den Mittelstand:

    Thringer Aufbaubank

    Der Freistaat Thringen stellt bis 2013 frdie einzelbetriebliche Technologiefr -derung sowie fr die Verbund- und Clus -ter frderung knapp 300 Millionen Eurobereit davon werden etwa drei Viertelber die Europischen Strukturfonds ko-finanziert.

    Mit den Technologie-Millionen werdeninsbesondere kleine und mittlere Unter -nehmen gefrdert. Fr sie ist es aufGrund ihrer geringen Budgets schwierig,Geld fr Forschung und Entwicklung lok-ker zu machen. Deshalb untersttzt sieder Freistaat bei FuE-Projekten, Investi -tionen in neueste Technologien, Techno -lo gie transfer und den Mieten in Techno -logie- und Grnderzentren. Frderfhigsind unter anderem materielle und im-materielle Wirtschaftsgter, Instrumente,Ausrstungen, Fremdleistungen oderSchutzrechte. Die Frderstze sind gro-zgig bemessen: Bei kleinen Unterneh -men (weniger als 50 Mitarbeiter und ei-nem Jahresumsatz bis zu 10 Mio. Euro)betragen sie bei industrieller Forschungbis zu 70 Prozent der Projektkosten.

    Ausgebaut wurde das Instrument der so-genannten Forschungsschecks. Damitkn nen kleine und mittlere Unterneh -men auch ohne eigene Entwicklungs -abteilung Forschungs- und Entwick -lungs auftrge an Hochschulen undForschungseinrichtungen vergeben und zwar sowohl im In- und Ausland.Dafr erhalten sie bis zu 35 Prozent derKosten erstattet.

    Sie ist die Frderbank des Freistaates Thrin gen: Die 1992 gegrndete Thringer Aufbau bank(TAB) mit Sitz in Erfurt. Das aktuelle Aufgabenspektrum der Bank umfasst insbesondere dieWirtschafts- und Infra struk tur-, die Wohnungsbau- sowie die Land wirt schafts fr derung. In derWirtschaftsfrderung knnen vor allem kleine und mittlere Unternehmen auf die Untersttzungder TAB zhlen ein groer Teil der Frdermittel geht an diese Zielgruppe.

    Die Frderung be ruht auf drei Sulen:Zuschsse fr Investitionen und TechnologieprojekteFrderkredite, um Fremdkapital bereitzustellen bzw. ber Brgschaften abzusichernBeteiligungs-/Risikokapital, um Eigenkapital bereitzustellen bzw. Hightech-Unternehmen zu finanzieren

    Die Frderbilanz der TAB kann sich sehenlassen: Allein 2007 untersttzte sie dieThringer Wirtschaft mit 320 MillionenEuro an Frdergeldern. Damit konntenknapp 4.000 neue Arbeitspltze geschaffenwerden. In der Investitionsfrderung stehtdie Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA) an ers ter Stelle. GA-Zuschsse sind insbeson-dere fr Industrieunternehmen und pro-duktionsnahe Dienstleister bestimmt.

    Un ter nehmen in der Wachstumsphase undExistenzgrnder knnen ebenfalls mit ei-ner Frderung durch den Freistaat rech-nen. ber das Programm GuW Plus bietetdie Thringer Aufbaubank zinsgnstigeKredite, um Investitionen und Betriebs -mittel zu finanzieren. Aber auch der Kaufeines Unternehmens oder die Anschaffungeines Warenlagers knnen ber GuW Plusfinanziert werden dabei gibt es fast keineBrancheneinschrnkungen. GuW Pluswird ber die Hausbank beantragt.

    Eine gute Eigenkapitalausstattung gewinntgerade fr kleine und mittlere Unter neh -men an Bedeutung. Banken setzen einebestimmte Eigenkapitalquote bei der Kre -ditvergabe voraus auch bei der Ermitt -lung der Kreditzinsen ist Eigen kapital einwichtiger Gradmesser. Hier setzt Th rin -gen-Kapital an die Thringer Aufbau bankgibt kleineren Unternehmen mit dieser ei-genkapitalhnlichen Finan zierung neuenSchub. Thringen-Kapital gibt es alsNachrangdarlehen bei einer Laufzeit vonzehn Jahren. Bankbliche Sicherheitenwie z.B. eine Grundschuld werden beiThringen-Kapital nicht verlangt eineBrgschaft des Unternehmers gengt.

    Voraussetzung ist allerdings ein solidesUnternehmenskonzept.

    Seit Jahresbeginn 2008 hat die ThringerAufbaubank ein neues Produkt im Kcher:Thringen-Invest. Es bietet die Mglich keit,einen Investi tionszuschuss mit einemzinsgnstigen Darlehen zu kombinieren.Vor allem der kleine Mittelstand alsoHandwerk, Dienstleister, Handel und wirt-schaftsnahe Freiberufler profitiert vonThringen-Invest. Der Zuschuss kann ma-ximal 20 Prozent des Investitions vorha -bens beziehungsweise bis zu 20.000 Eurobetragen, zustzlich ist ein zinsgnstigesDarlehen bis 100.000 Euro mglich. BeimVertrieb der Darlehen setzt die ThringerAufbaubank auf die bewhrte Zusammen -arbeit mit den Thringer Banken undSparkassen. Um den Finanzinstituten dieDarlehensvergabe zu erleichtern, ist mitdem Thringen-Invest-Darlehen eineHaftungsfreistellung der Hausbank von 50Prozent verbunden. Thringen-Invest wirdstark nachgefragt: Bis Ende August bean-tragten etwa 600 Unternehmer einen Zu -schuss und 180 ein Darlehen.

    KMU im Fokus

    Millionen fr Technologie

    Vor Ort die Kundencenter der Thringer Aufbaubank

    Mittelthringen: Regionalbro ErfurtRonald JostTel: +49 (0) 361 - 7447 445E-Mail: [email protected]

    Ostthringen: Regionalbro GeraMonika FulleTel: +49 (0) 365 - 437 070E-Mail: [email protected]

    Nordthringen: Regionalbro NordhausenWolfgang WagnerTel: +49 (0) 3631 - 46 255 520E-Mail: [email protected]

    Sdthringen: Regionalbro SuhlJan GssowTel: +49 (0) 3681 - 393 311E-Mail: [email protected]

    www.aufbaubank.de

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  • Die Wiege des Bauhauses steht in Weimarund der Geist der frhen Moderne befl-gelt Thringen bis heute. Ein Ding ist be-stimmt durch sein Wesen. Um es so zu ge-stalten, dass es richtig funktioniert einGef, ein Stuhl, ein Haus , muss seinWe sen zuerst erforscht werden; denn essoll seinem Zweck vollendet dienen, dasheit, seine Funktion praktisch erfllen,haltbar, billig und schn sein. So um-schrieb der Architekt und Bauhaus be -grn der Walter Gropius vor ber 80 Jah -ren seine Ideen von neuen Formen, Far benund Gestaltungen. Inspiriert durch die Of -fenheit fr Neu es und gedrngt von derVision einer klas sen losen Gesell schaftschu fen zu Be ginn des 20. Jahr hun derts ei-nige Knst ler undAr chitekten umden 1883 in Ber lingeborenen Gropiuseinen neuen Stil inder Kunst. KlareLi nien, zweckm-ige For men und eine frische Farbge stal -tung luteten eine neue ra ein, derenGrund gedan ken sich bis heute als roter Fa -den durch Kunst und Gestaltung ziehen.

    Auch wenn vor allem die Stadt Dessau alsBau hausstadt weltweit bekann ist, stehtdie Wiege der Idee doch in Weimar. Als imJahr 1919 Meister, so nannten sich die Pro -fessoren der Hochschule, und Studierendedas Bauhaus in Weimar grndeten, woll-ten sie die Trennung von Kunst und Pro -duktion aufheben. Sie wollten vorbildlicheGegenstnde und Rume fr eine knftige,humanere Gesellschaft schaffen. Zu Eh rendieser prgenden Umorientierung hat

    Th ringen das Jahr 2009 zum Bauhaus -jahr erkoren. Zum 90. Geburtstag des Bau -hauses wird an die Leistung von WalterGropius und seinen Meistern, darunterweltweit geachtete Knstler wie LyonelFeininger, Paul Klee, Wassily Kandinskyoder den in Gera geborenen Otto Dix erin-nert. Deren Geist ist in Thrin gen bis heute allgegenwrtig. So bietet die Bau -haus uni versitt Weimar bis heute Stu dien -gnge in Architektur und Ge stal tung anund garantiert damit ein experimentier-freudiges, kreatives und an der indus triel -len Praxis orientiertes Stu dien umfeld imSinne der Bauhausbegrnder. Gera hatmit dem Otto-Dix-Haus und der stdti-schen Kunst sammlung eine beeindru -

    ckende Reihe von Werken aller Schaf fens -phasen des Knstlers zusammengetragen.

    Thringen richtet 2009 den Blick nachvorn, vergisst dabei aber nicht die Idealevergangener Epochen, die das Land unddie Men schen prgten. Damals wie heuteist das Land offen fr Neues, strkt denKrea tiven den Rcken und profitiert vonder bun ten Mischung kultureller, indu-strieller und gesellschaftlicher Gedanken.Alles ganz nach den Idealen von WalterGro pius, der sagte: Bunt ist meine Lieb -lings farbe. (su)

    Buntes Jahr 2009

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    Der Freistaat Thringen ist Bundes prsi dentHorst Khler sehr vertraut. 2008 hat dasStaatsoberhaupt seinen 65. Ge burts tag imsdthringischen Ober hof gefeiert. Schonmehrmals hat Kh ler seinen Winterurlaubin Thrin gen verbracht.

    Whrend eines Regionalbesuches der StadtGotha im Jahr 2008 lobte Khler die Men -ta litt der Men schen dort:

    Ich bin begeistert von der Herzlichkeitder Menschen und dem kulturellen Reich -tum der Stadt.

    Und anlsslich des Festaktes zur Wieder -erffnung der abgebrannten und wiederaufgebauten Herzogin Anna Amalia Bib lio -thek in Weimar beschrieb Khler seine ganzpersnliche Sichtweise ber Thringen so:

    In Weimar schlgt das kulturelle HerzDeutschlands. Von Thringen und denehemals anhaltinischen Gebieten ist soviel ausgegangen, womit Deutschland dieWelt beschenkt hat. Luther, Bach, Goethe,das Bauhaus und vieles mehr. Hier hatsich in drei Jahrhunderten eine geistigeProdukti vitt entfaltet, fr die es inEuropa kaum Parallelen gibt.

    Ob zu Unternehmensbesuchen, zu Regio nal -rei sen, Erffnungen oder einfach nur zumEnt spannen und Urlaub machen: Die Th -rin ger sind stolz darauf, einen festen Platzim Herzen des Bundesprsidenten gefundenzu haben. Unsere herzliche Gastfreund -schaft hat sich offenbar bis an die SpitzeDeutsch lands erfolgreich herumgesprochen.(bo)

    Horst Khler

    Bundesprsident der Bundesrepublik Deutschland

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    Thringen

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    Farben und Formen, die das Bauhaus vor gut 90 Jahren fr die Welt schuf, berzeugen bisheute mit ihrer sthetik und schlichten Eleganz.

    Bunt ist meine Lieblingsfarbe.Walter Gropius,

    Architekt (18831969)

    Foto

    : dpa

    ! www.bauhaus2009.itsrv.de

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  • Wirtschaftsspiegel Spezial www.made-in-thueringen.com

    Thringen

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    ! www.thueringen.de/de/tmwta

    bildungszentrums fr die Solarwirtschaftund eines Forschungszentrums fr Pho -tonik. Das Wirtschaftsministerium hat zu-stzlich 20 Millionen Euro fr die Un ter -sttzung von Technologieprojekten derCoOptics-Initi ative zur Verfgung gestellt.Derzeit denken wir auch ber die Ein rich -tung eines Kompetenzzentrums fr Ferti -gungstech nik und Logistik nach, das vorallem die Metall- und Elektroindustrie beiihren Innovationsprozessen untersttzensoll. Denn nicht umsonst dreht sich jaauch in unserer Imagekampagne alles umdie Denkfabrik Thringen.

    Wirtschaftsspiegel: Was werden Herausforde -rungen und Projekte fr 2009 sein?Reinholz: Wir wollen unter anderem dieVereinbarkeit von Familie und Beruf ver-bessern, damit mehr Frauen am Arbeits-leben teilnehmen knnen. Dafr habenwir gemeinsam mit Wirtschaft und Ge-werkschaften die Allianz fr Familie ge-grndet. Und wir wollen die Abwande -rung aus Thringen stoppen was nurmglich ist, wenn es uns gemeinsam mitder Wirtschaft gelingt, gengend Perspek-tiven fr Ausbildung und berufliche Karri -eren im Freistaat zu schaffen. Mit un se -rem Fachkrfteservice UFaS spre chen wirauerdem gezielt Pendler und auerhalbdes Freistaats lebende Thringer an, umsie fr eine Rckkehr in ihre Heimat zuge winnen.

    Wirtschaftsspiegel: Inwieweit ist Thringenvom Fachkrftemangel betroffen?Reinholz: Derzeit gibt es noch keinen aku-ten Fachkrftemangel, aber bei meinenUnternehmensbesuchen hre ich immerfter, dass es schwieriger wird, offeneStellen zu besetzen. Das betrifft besondersdie Elektro-, Metall- und Kunststoffbran -che, und hier vor allem Techniker undIngenieure. Nach unseren Erkenntnissenliegt der Bedarf bis zum Jahr 2013 beirund 130.000 Fachkrften. Um dieseNach frage zu decken, arbeiten Wirtschaftund Politik im Thringer Aus bil dungs paktzusammen, ber den wir seit 2004 jedesJahr praktisch jedem Lehr stellen suchen -den eine Perspektive anbieten konnten.Das Land frdert die Aus- und Weiter bil -dung und die Berufs wahl vorbereitung mitmehr als 30 Millionen Euro pro Jahr.

    DAS INTERVIEW FHRTE CHEFREDAKTEUR DANIEL BORMKE

    Reinholz: 99 Prozent der Unternehmen inThringen sind KMU. Schon deshalb kannWirtschaftspolitik in Thringen immernur Mittelstandspolitik sein. Da geht esvor allem darum, Grennachteile auszu-gleichen. So gibt es in praktisch allen Fr -derprogrammen hhere Frderstze undbessere Konditionen fr kleine und mitt-lere Unternehmen. Unsere Technolo gie -frderung gibt Unternehmen, die keine ei-gene Forschung betrei ben knnen, dieMglichkeit, sich das notwendige Know-how auf anderem Wege zu beschaffen.Dazu frdern wir zum Bei spiel wirt-schaftsnahe Forschungs einrich tungenund Verbundprojekte mit Hoch schulen.

    Wirtschaftsspiegel: Welchen Stellenwert neh-men denn Forschung und Entwicklung imFreistaat berhaupt ein?Reinholz: Innovation ist sozusagen dasWasser auf den Mhlen der ThringerWirtschaft. Nur mit innovativen, hoch-wertigen Produkten und Dienstleistungensind wir konkurrenzfhig gegenberMassenproduktion und Billigstandortenweltweit. Deshalb frdern wir einzelbe-triebliche Forschungs- und Entwicklungs-Projekte, Verbundprojekte und den Tech -nologietransfer bis 2013 mit rund 300Millionen Euro. Das sind rund 50 Millio -nen pro Jahr. Fortgesetzt wird auch derAusbau der Technologieinfrastruktur,zum Beispiel mit dem Centrum fr intel-ligentes Bauen in Weimar oder dem Kin -dermedienzentrum in Erfurt. Untersttztwerden in erheblichem Umfang auch dieThringer Cluster Optik und Solar zumBeispiel durch die Ein richtung eines Aus -

    Wirtschaftsspiegel: Wie positioniert sich derFreistaat im Bundes-Vergleich?Reinholz: Thringen gehrt zu den attrak-tivsten Investitionsstandorten in Ost -deutsch land und hat im Standortwett -bewerb auch gegenber den alten Ln -dern deutlich aufgeholt. Das liegt an derzentralen Lage in Deutschland und Euro -pa, an industriellen Kompe ten zen undFachkrften, aber auch an der hervorra-genden Verkehrs- und Forschungsinfra -struktur, die hier seit 1990 entstanden ist. Auch im Jahr 2008 luft es deshalb rundbei den Neuansiedlungen. Investoren vonSchaeffler ber die japanische IHI-Gruppeund den arabischen SolarzellenherstellerMasdar bis zur australischen Biotech-Fir -ma Plantic zeigen das. Die Landes ent -wick lungsgesellschaft ist mit rund ein-hundert potenziellen Investoren imGe s prch. Hinzu kommt eine erheblicheWachstumsdynamik aus dem vorhande-nen Unternehmensbestand heraus.

    Im vergangenen Jahr haben allein die GA-gefrderten Unternehmen knapp 1,1 Milli -arden Euro in Thringen investiert. Damitliegt Thringen - bei geringerer Ein woh -ner zahl - nur knapp hinter Sachsen-An haltund Sachsen. Mit einem Euro Frde rungwurden in Thringen fast sieben Euro anInvestitionen angeschoben. Das ist einSpit zen wert unter den neuen Lndern.Wir berzeugen eben nicht allein durchFrder ung, sondern auch durch andereFaktoren.

    Wirtschaftsspiegel: Welche Rolle spielt dabeider Mittelstand?

    Jrgen Reinholz (CDU)Wirtschaftsministerdes Freistaates Thringen

    Die Thringer Wirtschaftslandschaft hat sich international als attraktiver Investitionsstandortherumgesprochen. Der Freistaat berzeugt nicht nur mit finanziellen Zuschssen, sondernauch durch zahlreiche positive Faktoren findet Wirtschaftsminister Jrgen Reinholz (CDU).

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    Das Gesamtbild zhlt

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    Infrastruktur

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    Am 25. September 2008 war zu spren, esgeht voran in Thringen. Minister prsi -dent Dieter Althaus verfolgte an diesemTag den Tunnelanschlag fr den Jagd -bergtunnel der Autobahn A4 bei Jena.

    Bis zum Jahr 2012 soll die ber drei Kilo -meter lange Rhre auf sechs Fahrspurennutzbar sein. Ein ungeliebtes Nadelhr,die Querung des Jagdberges zwischenJena und Schorba, wird dann beseitigtsein. Thringen wird seinem Ziel, eineleis tungsfhige Verkehrsinfrastruktur vor-weisen zu knnen, einen wichtigen Schrittweiter sein. An anderer Stelle sind diewich tigen Neubaustrecken, die als Ver -kehrs projekte Deutsche Einheit bekanntsind, schon weiter gediehen, beziehungs-weise komplett fertiggestellt. Die Auto -bahn A71 ist ein solches Vorzeigeprojekt.Zwischen Smmerda und Schweinfurtrollt der Verkehr seit einiger Zeit mhelos.Seit Mitte 2008 das letzte Teilstck der vonSuhl abzweigenden Autobahn A73 freige-geben wurde, ist der Freistaat nun auch andas nrdliche Franken und die RegionCoburg angebunden. Fr diese beidenrund 223 Kilometer langen Strecken, wo-von 130 in Thringen verlaufen, waren be-sondere Planungen ntig, quert die Trassedoch kologisch sensible Teile desThringer Waldes. Zahlreiche Talbrckenund Tunnel, aber auch Wild brcken zurErhaltung von Lebensrumen fr Tierewurden bereits in der Planungs phase be-rcksichtigt. Auf Grundlage dieserMagaben entstand auch Deutsch landslngster Autobahntunnel unter dem

    Thringer Wald. Rund acht Kilometer langsind die beiden jeweils zweispurigen Rh -ren und verlaufen direkt unter demRennsteig. Die Topografie des ThringerWaldes machte es notwendig, dass in die-

    sem etwa 20 Ki -lo me ter langenAbschnitt berzwlf Kilo me -ter der Straeun ter der Erde

    ver laufen. Die Baukosten fr diesen Teilbetrugen mehr als 570 Millionen Euro.

    Parallel zur Autobahn A71 wurde undwird derzeit an einer weiteren wichtigenNord-Sd-Verbindung gearbeitet. AusGrn den des Natur- und Umweltschutzesver laufen auf einer Lnge von 25 Kilo -metern die Gleise der ICE NeubaustreckeHalle/Leipzig - Nrnberg zwischen Erfurtund Ilmenau direkt neben der Autobahn.Auch die Hochgeschwindigkeitsstreckeder Bahn muss die Hhenzge des Th -ringer Waldes berwinden und wird da-her vielfach in Tunneln und auf Brckenverlaufen. Die Fertigstellung dieser Ver -bin dung wird im Jahr 2017 erfolgen. InRichtung Halle/Leipzig und Berlin ist dieFertigstellung fr 2015 geplant; der Gro -raum Halle/Leipzig ist dann nur nochrund 30 Minuten Fahrzeit von Erfurt ent-fernt. Bis auf wenige Lckenschlsse sinddie Autobahnen in Thringen heute neuoder ausgebaut. Die Trassen haben nichtnur dazu gefhrt, dass Ort schaf ten entlas -tet wur den. Es entstanden in Auto bahn -nhe auch neue Ge werbege bie te, in denenArbeitspltze geschaffen wurden. Mit demweiteren Ausbau der Verkehrs adern wirddieser Prozess weiterlaufen. (su)

    Fortschritt auf Strae und Schiene

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    Zwischen Eisfeld-Nord und Schleusingenrollt der Verkehr. Damit wurde im Juli 2008die letzte verbliebene Lcke auf der A 73 inThringen geschlossen. Mein herzlicherDank gilt allen, die dazu beigetragen ha-ben, dieses technisch und wirtschaftlich au-ergewhnliche Projekt mit sechs Talbr -cken zu verwirklichen.

    Eine leistungsfhige Infrastruktur strktden Wirtschaftsstandort und die Wettbe -werbs fhigkeit. Fr die an die Autobahn an-grenzenden Regionen erffnen sich dadurchneue Chancen fr die Zukunft. Von dieserAutobahn profitieren vor allem die Auto -fahrer in der Region. Durch die leistungsf-hige und moderne Ver bindung RichtungSuhl/Erfurt und zu den sddeutschen Auto -bahnachsen sparen sie in Zukunft viel Zeit.Ich bin zuversichtlich, dass die A73 derWirtschaft und dem Tourismus in Sd -thringen und Franken zustzliche Impulsegeben wird. Das 220 Ki lometer langeVerkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16 istim September 2008 mit dem letzen L cken -schluss in Bayern komplett fertig gestellt.

    Die gute Verkehrsinfrastruktur ist ein we-sentlicher Standortvorteil fr die neuen Ln -der. In den Jahren von 1991 bis 2007 hatder Bund in Thringen insgesamt rund 11,2Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastrukturinvestiert. Diese Investitionen haben sichgelohnt: Auch dank gut ausgebauter Ver -kehrs achsen wie der A4 und der A 71 inThringen haben sich in den vergangenenJahren Grounternehmen wie N3 EngineOverhaul Services Lufthansa Technik AGund Rolls-Royce in Arnstadt angesiedelt.

    Wolfgang Tiefensee

    Bundesminister fr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

    Der Bau neuer Verkehrswege brachte Thringen eine leistungs-starke Infrastruktur. Whrend der Flughafen Erfurt die Luftver bin -dung sichert, fhrten die Straenverbindungen zu einer deutlichenEntlastung vom Durchgangsverkehr in vielen Orten.

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    Thringen

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    Neue Mrkte

    Neue Wege

    Neue Ansiedlungen

    Neue Potenziale! Das Jahr 2008 ist eine spannende Er folgs geschichte fr Thringens Unter neh men, welche in 2009 weiter geschrieben wird. Daran mitzuwir-ken ist Aufgabe aller Unternehmen. Was dafr getan wird und welche Potenziale sich daraus entwi ckeln, beschreibt Andreas Krey, Sprecherder Thringer Landesentwicklungsgesell schaft (LEG):

    Was sind die groen Aufgaben, Projekte undHerausforderungen fr 2009?Krey: Der kraftvolle Ausbau des Wirt -schafts- und Technologiestandortes Th -ringen wird weitergehen, und die LEGwird 2009 dazu einen wichtigen Beitragleisten. Wichtig ist dabei die Entwicklungvon Industrieflchen: Wir erschlieenweitere Areale am Erfurter Kreuz, sindam Grostandort Goldene Aue bei Nord -hausen ebenso ttig wie auf Gebieten inGera, Ilmenau oder Eisenach.

    Eine zwei te Aufgabe besteht in der Ver -knpfung von Technologiemanage mentund Ansiedlungsservice: Wir strken dieZusammenarbeit von Unter neh men sowieForschungseinrichtungen und schaffen soinnovative Netzwerke, die auswrtigeUnternehmen nach Thringen ziehen.Drittens verstrken wir die An strengungenzur Deckung des Fach krft ebedarfs: Unserhauseigener Unterneh mer- und Fach krf -te service (UFaS) bringt Unternehmer undArbeitskrfte zusammen, zudem verbes-sern wir die weichen Standortfaktorendurch Schaffung von Wohnbauland oderdie Aufwertung von Innenstdten, zumBeispiel in Oberhof und Zeulenroda.

    Die Spitzenbranchen der Thringer Wirt -schaft befinden sich derzeit im aktiven Clus -terprozess. Die Automobilbran che hat esbereits erfolgreich realisiert. Nun folgen Lo -gis tik branche und das Solarnetzwerk. WelcheVorteile sehen Sie in diesen Netzwerken undwie kann die LEG untersttzen?Krey: Mit den Clustern erzielen dieUnternehmer und Forscher Synergien, in-dem sie durch Technologietransfer inno-

    vative Produkte entwickeln oder mittelsArbeitsteilung ihre Produktivitt steigern.Die LEG untersttzt, indem sie weitereFirmen ansiedelt und damit die Netz -werke bereichert; sie stellt die Infra -struktur fr Cluster-Standorte bereit undorganisiert Veranstaltungen zu technolo-gieorientierten Branchen.

    Wie steht es im Jahr 2008 um das Inno va -tionspotenzial der vorwiegend mittelstn-disch geprgten und hauptschlich produzie-renden Thringer Wirt schaft?Krey: Das Innovationspotenzial ist ausge-zeichnet, und dies ergibt sich aus der mit-telstndischen Wirtschaftsstruktur: DieThringer Firmen sind flexible Einheiten,die sich schneller als manch Groer aufHerausforderungen einstellen knnen.Das belegen die steigenden Exportzahlenebenso wie die groe Anzahl an Erfin dun -gen.

    Neben endogenen Potenzialen haben wirauch Zufluss von auen, denken Sie nuran die Ansiedlung des Solarprodu zentenMasdar aus Abu Dhabi, der bei Erfurtauch Forschungskapazitten aufbaut. Zumehr Innovation fhren auch die neuenAutobahnen: Schon heute sind derMittelstndler aus Smmerda, der For -scher aus Ilmenau und die Fachkraft ausGotha durch kurze Wege miteinander ver-bunden das ist die Basis fr Koopera -tion, Technologietransfer und Innovatio -nen!

    Wie ist Thringens Wirtschaft internationalaufgestellt und anerkannt?Krey: Das gewachsene internationale

    Stan ding der Thringer Wirtschaft lsstsich am rasant gestiegenen Export able-sen. Positiv ist, dass unsere Unternehmenverschiedene Zielmrkte bedienen ne-ben der Ausrichtung auf Westeuropa gibtes auch erfolgreichen Handel gerade mitosteuropischen Staaten, zum Beispiel mitRussland.

    Die LEG Thringen leistet einen Beitragzur internationalen Prsenz, indem sieDe legationsreisen mit dem Thringer Mi -nis terprsidenten organisiert und damitden Firmen in Lndern wie USA, China,Japan oder eben Russ land Tren ffnet.

    Ist der oft zitierte Fachkrftemangel in Th -rin gen ein akut gefhrliches Thema?Krey: Das Thema Fachkrfte ist in Th -ringen nicht akut gefhrlich. Zum einenverfgen wir noch immer ber ein Reser -voir an qualifizierten Fachkrften. Vergli -chen mit Regionen in Sddeutschland, indenen der Arbeitsmarkt so gut wie leerge-fegt ist, haben wir bei uns noch Ar beits -krfte zur Verfgung. Zum anderen habenwir die Herausforderung in Thringenfrh erkannt, so dass wir Fachkrfte -mangel verhindern knnen. Unser UFaS(Unternehmer- und Fachkrfteservice)geht gerade auf kleinere Unternehmen zuund ermittelt mit ihnen ihren Fach krf te -bedarf. Er spricht gezielt Pendler undRck kehrer an und bringt diese Fach krf -te mit den Unternehmern zusammen. Sosichern wir Zukunft fr die ThringerWirtschaft.

    DAS GESPRCH FHRTE CHEFREDAKTEUR DANIEL BORMKE

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    Automotive

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    Gerade diese Unternehmen haben mit da-zu beigetragen, dass Thringen im OstenDeutschlands die Nummer eins bei denIndustriearbeitspltzen je einhundert Be -schf tigte ist. Lediglich Baden-Wrttem -berg liegt mit 42 vor Thringen, das auf 39kommt. Namhafte Hersteller wie Opel,BMW und Bosch produzieren im Frei -staat. Daneben sind es aber vor allem Un -ternehmen der Zulieferindustrie, die bei-nahe im Verbor ge nen wichtige Teile undKomponenten fr fast alle europischenAutomarken herstellen. Kurbelwellen ausNordhausen, Motoren aus Klleda, Zy -linderkpfe aus Ei senach oder Ein spritz -techniken aus Mark suhl; ber die gesamteWertschp fungs kette fertigen ThringerUnterneh men fr den Auto mobilbau.

    Die hohe Exportquote von mehr als 50Pro zent belegt, dass die Branche aufhchs tem Niveau und nach den Anfor -derungen des Weltmarktes produziert.Auch haben sich 50 auslndische Firmenin Thringen niedergelassen und beschf-tigen rund 10.000 Mitarbeiter. Ein Beweisdafr, dass der Automobilstandort alleKriterien fr eine erfolgreiche Unterneh -mens entwicklung erfllt. Investoren, diesich hier niederlassen wollen, erfahren eine umfassende Betreuung von derStand ortsuche, ber die Bearbeitung vonFr dermittelantrgen bis hin zur Personal -auswahl. Neben dem Branchenverbandautomotive thringen e.V. (at), der alsOr ganisation von Unternehmern fr Un -ternehmer auftritt und sich fr dieVerbesserung der Rahmenbedingungeneinsetzt, steht auch die Lan des entwick -lungs gesellschaft Thringen (LEG) an der

    Seite von potenziellen Investoren und be-reits ansssigen Herstellern. Thringenhat seit 1990 knapp 360 Investitions vor -haben der Automobilbranche mit mehr als600 Millionen Euro gefrdert. Dadurchwurden Gesamtinvestitionen von rund3,2 Milliarden Euro angeschoben, fhrtWirtschaftsminister Jrgen Reinholz anund verweist dabei auf die Rolle der Lan -desregierung als Frderer der Auto mobil -branche im Land.

    Neben der Produktion stehen auch dieForschung und die Entwicklung auf demGebiet Automotive in Thringen bestensda. Vor allem die Technische Uni versittIlmenau hat ihren For schungs schwer -punkt in diesem Sektor gesetzt. Die Ver bes serung des Wissens- und Innova -tion s transfers, interdisziplinre wissen -schaftliche Arbeit und die Sicherung desFachkrftebedarfs sind Initiativen der TU.So soll die Kommunikation zwischenHoch schule und Unternehmen verbessertund ein Informationsaustausch angeregtwerden. Vorurteile, kleinere Unterneh -men seien zu defensiv oder Hochschulenund Forschungseinrichtungen zu lang-sam, lassen sich nur ausrumen, wennbeide Sei ten miteinander sprechen undam Anfang bilaterale Projekte stehen, be-schreibt Prof. Dr. Klaus Augsburg von derTU Il menau die anstehenden Aufgaben.So sind in Ilmenau Innovations bot schaf -ter ttig, die in Unternehmen den Bedarfan Leistungen der Hochschule erfragenund Kooperationen vermitteln. Nur durchsolche Projekte ist eine weitere Strkungder th rin gischen Spitzenposi tion im Au -to mobilbau gewhrleistet. (su)

    Zukunft und Technologien

    Seit nunmehr drei Jahren ist die Automobil-und Automobilzulieferindustrie in Thrin -gen die umsatzstrkste Branche mit ber sechs Milliarden Euro und ber 45.000 Ar -beits pltzen. Das Thringen Cluster auto-motive thringen e.V. ist mit ber 110 Mit -glieds unter nehmen und mit zirka 23.000Mitar beitern, die knapp 2,8 Milliarden Euroerwirt schaften, der Reprsentant dieserSchls s el in dustrie. Und es geht weiter auf-wrts. Im Jahr 2007 ist der Industrie um satzum neun Prozent gestiegen und wir habenein Plus von fnf Prozent neuen so zial ver si -che rungspflichtigen Beschftigungs verhlt -nis sen.

    Um in der Zulieferindustrie immer nahe anden Trends zu sein, wird der Ausbau der Ver -netzung auch weiterhin unser wichtigstesZiel sein. Im Automobil Cluster Ostdeutsch -land e.V. (ACOD) ist uns dies schon einstck weit gelungen, wie der imposante Mes -se stand fr die IAA Nutzfahrzeuge 2008mit ber 40 Unternehmen aus den neuenBundeslndern belegt. Treibende Kraft derAutomobilzu lieferin du strie in Thringensind die mittelstndischen Unternehmer, de-ren Flexibilitt und Ideen reichtum dasRckgrat und das knftige Po ten zial dar-stellt. Um diesen Unternehmen neue Mrktezu erschlieen, beteiligt sich der at auchknftig auf internationalem Parkett. Messe -auftritte in Togliatti (Rus s land) und auf derZuliefermesse Z 2009 in Leipzig sind schonfest eingeplant, um die Exportquote, diederzeit in unserer Branche durchschnittlichbei 42 Prozent liegt, noch weiter zu erh-hen.

    Michael Lison

    Geschftsfhrer des Clusters automotive thringen (at)

    Mit sechs Milliarden Euro ist der Automobilbau und dessen Zulieferindustrie die umsatzstrks -te Branche Thringens. Hier sind in gut 440 Unternehmen ber 45.000 Menschen beschftigt.

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    Maschinenbau

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    Wie aus einfachen Werkzeugen moderne Maschinen wurden

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    Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagen -bau ist weiterhin der Wachstumsmotor derWirtschaft und setzt seine positive Ent wick -lung auf hohem Niveau fort. Seit mehr alszwei Jahren liegt die durchschnittliche Ka -pazittsauslastung des ostdeutschen Ma -schi nen- und Anlagenbaus ber 90 Prozentund damit ber dem optimalen Bereich.Auch im II. Quartal 2008 lag die Auslas -tung mit 92,6 Prozent auf konstant hohemNiveau. Dass 50 Prozent der Unternehmenbis Ende 2008 ihre Personalkapazittenausbauen wollen, ist eine gute Nachricht.Noch erfreulicher ist, dass der Saldo des ge-planten Beschftigungsaufbaus und ab-baus mit 46,8 Prozent der grte ist, den wirin der Historie unserer Konjunkturbefragungmessen konnten. Da die Einstellung zustz-licher Mitarbeiter in der Regel nur stattfin-det, wenn zumindest mittelfristig mit einerDauerauslastung der geschaffenen Kapazi -tten zu rechnen ist, kann auch von einerprosperierenden Branchenentwicklung aus-gegangen werden. Von den steigenden Ma -terial- und Energiepreisen sind der Maschi -nen- und Anlagenbau sehr stark betroffen.Den daraus resultierenden Kostendruck aus-zuhalten, ist derzeit eine der grten He -raus forderungen in unserer Branche.

    Hintergrund VDMADie bisherigen ostdeutschen VDMA-Lan des -verbnde Nordost und Sachsen-Th rin genschlossen sich im Mai 2008 im Rah men ei-ner gemeinsamen Mit glieder ver samm lungzum VDMA Ost zusammen. Der neue Ver -band umfasst 350 Mitglieds un ternehmender Investitionsgterindustrie. (bo)

    Die Werkzeugmacherei hat in Thringeneine sehr weit reichende Geschichte. Dieppigen Wlder lieferten ausreichendHolz, um zahl reiche Schmiedefeuer amLeben zu erhalten. Die Werkzeuge derModerne sind heute Maschinen.

    Mit einer Export quote von etwa einemDrittel erfreuen sich Maschinen aus Th -ringen auch auf den internationalen Mrk -ten stndig steigender Nachfrage. DieAuslastung der Bran che ist mit etwas ber90 Prozent mehr als positiv. Kernkom -petenzen bestehen dabei auf den Feldernder Lasertechnologie, Ra pid Tooling oderRobotik.

    Doch auch der Anlagen- und Aggregatbaunimmt in den letzten Jahren immer mehran Bedeutung zu. Dabei sttzt sich dieBran che nicht auf einzelne Leuchttrmeoder Konzerne im Freistaat. Grtenteils

    Mehr als einhundert Unternehmen schrau-ben, hmmern, bohren, stanzen und schwei-en ihre Produkte im Maschinen- und Werk -zeugbau. Damit liegen sie, gemessen amUm satz, an sechster Stelle in der ThringerWirtschaftslandschaft.

    mittelstndig geprgt sind die Betriebe fastgleichmig flchendeckend ber den ge-samten Freistaat verteilt.

    Auch wenn der anhaltende Fachkrfte -mangel vor dieser Erfolgsbranche im Frei -staat nicht halt gemacht hat, so gruppiertsich der Nachwuchs doch zahlreich umdie Branche herum. An fnf Hoch schulenThringens studiert derzeit mehr als einViertel aller Thringer Studenten entwe-der direkt in Maschinenbau-Inge nieur -wissenschaften oder deren artverwandteFcher. Allen voran die Tech ni sche Uni -versitt Ilmenau als einer der bedeutend-sten europischen Standorte technischerIngenieurwissenschaften. Die Aus bildungist aufgrund der direkten Nhe zur Bran -che sehr praxisbezogen.

    Neben den kleineren, teils traditionell ansssigen Firmen werden auch immermehr grere Konzerne auf die ThringerKompe tenzen aufmerksam. So vertrauenbei spiels weise BMW, BOSCH, der Schu -ler-Konzern oder die Jenoptik AG mit Ma -schi nen- und Werkzeugbau-Standor tenauf Kompetenzen Made in Thringen.(bo)

    Dr. Andreas BargVorsitzender VDMA Landesverband Ost Geschftsfhrer MWL ApparatebauGmbH Grimma

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    Kapazittsauslastung

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    Trotz leicht sinkender Auftrags -zahlen gegenber 2007 liegt dieAuslastung der Produktions kapa -zitten im ostdeutschen Maschi -nenbau weiter ber 90 Prozentund setzt sich mit erneutem An -stieg kontinuierlich fort.

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    Maschinenbau

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    Der Mittelstand, der in Thrin gen wie inkaum einem anderen Bundes land das wirt-schaftliche Profil gibt, ist innovativer Motorder gesamten Wirt schaft. Die mittelstndi-schen Unterneh men beschftigen in Thrin -gen 90 Prozent aller Arbeitneh mer, ber 75Prozent aller Pa tentan meldun gen kommenvon ihnen. Vor allem im Hoch technologie -bereich werden von diesen UnternehmenErfolgsgeschichten geschrieben, indem kleineSerien passgenau fr die jeweiligen Anfor -derungen und individuelle Lsungen fr jed-wedes Prob lem ausgetftelt werden. Wirbrauchen dabei nur an die vielen Auto mobil -zulieferer zu denken, die mit ihren System -lsungen einen guten Teil der In no vationenim Automobilbau verantworten.

    Die hohen Inves titionen und die Anstrengun -gen zur Markter o be rung knnen jedoch nurerfolgreich sein, wenn gengend ausgebilde-te Mitarbeiter zur Verfgung stehen. Das al-lerdings geht nicht ohne eine dafr ausgerich-tete Bildungs politik. Tatschlich bietet dieBildungs landschaft in Thrin gen beste Aus -

    Weder besonders ertragreiche Bodenschtze noch klimatische Exklusivitt haben Thrin genseit jeher ausgezeichnet dafr aber gut ausgebildete und hoch motivierte Menschen. Sosetzen wir auch heute auf diese Rohstoffe nmlich das Wissen und Kn nen der Mitarbeiter.

    Chancenland Thringen

    gang s bedin gun gen fr einen Technologie -stand ort per excellence. Auch das Bil dungs werkder Thringer Wirtschaft hat sich auf dieseHeraus forderung eingestellt und Projekte initi-iert, die zum einen Lust auf Selbst stndigkeitmachen sollen, aber auch die Qua litt derBerufs be werber verbessern hilft.

    An den Unternehmen liegt es, sich fr Mit ar -beiter interessant zu machen. So ist bei vielenUnternehmen die hohe Familien freund lichkeitein wichtiges Plus. Aber auch die Be teiligungam Unternehmen, flexible Arbeits zeit modelle,Begrungsgeld fr neu geborene Kinder oderdie bernahme der Kinder betreu ungsgebhrendurch den Betrieb es gibt viele individuell ge-staltete Modelle. Hier zeigen kleine Unter neh -men, ebenso wie bei ihren Produkten, Strke,Flexibilitt und Einfallsreichtum.

    Man kann mit Fug und Recht behaupten, dassder Erfolg der Wirtschaft Thringens auf einemKonzept von Moderne und Tradition, von Flexi -bilitt und Kontinuitt steht und damit habendie Thringer immer zu berzeugen gewusst.

    Stefan Fauth

    Hauptgeschftsfhrer des Verbandes der Wirtschaft Thringens e. V. (VWT)

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    Global angebunden

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    Die Logistik hat sich in Thringen zu einerWachs tumsbranche und zum Jobmotor ent-wickelt. Nach einer Studie der Helaba ist dieLogistik mit ihren vielfltigen Dienstleis tun -gen das viertgrte Cluster in Thringen mitzirka 36.700 Beschftigten, einem Stand -ort vorteil in der Mitte Deutschlands, an derNaht stelle zwischen Ost- und Westeuropaund der zukunftsorientierten Infrastruktur.

    Weil diese Bedingungen und die Leistungs -f hig keit der einzelnen Produktionsbetriebeund Logistikunternehmen noch viele Po ten -ziale fr innovative Entwicklungen bieten,wurde am 16.06.2008 das Logistik Netz -werk Thrin gen e.V. gegrndet.

    Handlungsfelder ergeben sich unter ande-rem daraus, dass erst 65 Pro zent der deut-schen Unternehmen Logistik als Faktor derProzessoptimierung wahrnehmen. In engerZusammenarbeit mit Forschungs ein richtun -gen, Wirtschaftsfrderern und anderenNetz werken werden innovative logistischeKon zepte entstehen. Weitere Handlungs -felder sind die langfristige Sicherung desFachkrfte bedarfs und bedarfsorientierteAus- und Wei terbildungsstrukturen, Lobby -arbeit und In teres senvertretung fr dieThringer Logis tik branche. Unsere Vision frden Logistikstandort Thringen 2018 ist:Wenn Unternehmen innovative logistischeLsungen brauchen, gehen sie nach Th -ringen. Hier gibt es ein Netzwerk von Lo gis -tikspezialisten, die neue Lsungen entwi -ckeln und umsetzen.

    Das Auftakttreffen des Logistik Netz wer -kes Thringen e.V. wurde fr den 14. Okto -ber 2008 im Com center Erfurt angesetzt.

    Folgt man den Angaben des ThringerWirt schaftsministeriums, so sind etwa9.000 Mitarbeiter in etwa 250 Unter neh -men der Logistikbranche beschftigt. Da -bei sind allerdings nur Firmen ab einerGre von 50 Mitarbeitern und mehr be-rcksichtigt. Die Hessisch-ThringischeLandesbank (HELABA) kommt in ihrenaktuellen Erhebungen auf 36.700 Beschf -tigte und beziffert dabei auch kleinereUnternehmen. Die HELABA definiert dieLogistik als viertgrte Branche im Frei -staat.

    Dabei ist Logistik heutzutage weit mehrals nur Waren und Gter von A nach B zutransportieren. Auch die Thringer Logis -tiker sind mittlerweile bedeutsamer Teilder Wertschpfungsketten ihrer Kundenund bernehmen die gesamte Waren dis -tribution direkt vom Produzenten bis zumVerkauf. Alle Branchen im Freistaat profi-tieren davon. Ob Ma schinenbau, die Au -to mobilindustrie oder auch die Photovol -taik, fast jeder Pro du zent hat logistischeProzesse mittlerweile sekundengenau inseine Produktions ab lufe eingetaktet. Dasfordert einerseits ein hohes Ma an Flexi -bilitt aber auch qualitative Kompetenz.

    Die den Freistaat querende Autobahn A4verbindet den Groraum Frank furt/Mainund die Wirt schafts ru me um Chemnitz,Dresden und Prag. Auch zwei Nord-Sd-Ach sen des Straenverkehrs pas sierenden Freistaat. Die A9, welche Sd deutsch -land mit den Oberzentren Mittel deutsch -land und Berlin verbindet und die 2008fertig gestellten A73 und die A71 bindenThrin gen als festes Glied in europische

    Joachim Werner

    Vorstandsvorsitzender des Logistik Netzwerkes Thringen e.V.

    Thringens vielfach zitierte Mitte Europas avancierte in den letzten Jahren vom weichenStandortfaktor zur harten Nenngre der Wirtschaftslandschaft des Freistaates.

    Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschftigten an Logistik, Juni 2007

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    Logistik

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    Waren strme ein. Auch die neue Auto bahnA38, welche die Wirtschafts rume Gttin -gen und Leip zig/Hal le verflechtet, sorgtimmer mehr dafr, dass durch Thringennicht nur durchgefahren, sondern auchKompetenz rund um Warenstrme allerArt etabliert wird. Auch die Bahnan bin -dung an die Ksten von Nord- und Ostseesowie an die sd- und westdeutschenIndustrie- und Bal lungs zentren schaffenideale Branchen voraus setzungen. DieNhe zum Mittel deut schen Luftfracht -dreh kreuz Leipzig/ Halle ergnzt das logi-stische Potenzial. Doch auch der Flug -hafen in Erfurt zog mit der TNT Gruppebereits Dienstleister der Luftfrachtbrancheerfolgreich an.

    Dabei entwickeln sich ganz unterschiedli-che Geschftsfelder. Grolo gis ti ker mitdeutschland- und europaweit ge stricktenFilialnetzen wie die Schenker AG oder dieAxthelm-Zufall Grup pe oder Spe zialistenwie beispielsweise die Motex Gruppe alsSpezialist fr Textilwaren, bieten ein brei-tes Spektrum und abgerundetes Portfolioan Dienstleis tungen.

    Und der Freistaat lockt mit attraktiven Ge -werbestandorten. So wurde beispielswei-se im September 2008 das Internatio naleLogistikzentrum (ILZ) im Norden derLandeshauptstadt Erfurt erschlossen.Unternehmen wie die Schaeff ler Gruppe,Fiege, oder die BLG-Logistics haben ge-meinsam mit hunderten anderen Logisti -kern eine attraktive logisch-logistischeHeimat im Feistaat Thringen gefundenund setzen auch 2009 ihre Erfolgs ge -schichte fort. (bo)

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    Logistik

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    Im Netzwerk Krfte bndeln Die Logistikbranche hat sich Mitte des Jahres 2008 zu einem brancheneigenen Netzwerk zusammengeschlossen.

    BLG Logistics Solutions GmbH in Eisenach und Erfurt

    Thringens Wirtschaft wchst Logistik ist der Motor

    www.blg.de | [email protected]

    Yours. Globally

    Die Automobilbranche macht es schon seit mehren Jahren erfolg-reich vor: In Netzwerken kooperieren und in ClusternKompe tenzen bndeln. Das klingt wie direkt demLehrbuch fr Be triebs wirtschaft entnommen,drckt aber in wenigen konkreten Wortenaus, was den Erfolg ganzer Branchen -zweige ausmacht.

    Denn Logistikdienstleistungen sind es,die Waren und Dienstleistungen zurrichtigen Zeit in der bentigten Reihen -folge, in der gewnschten Menge, mitder passenden Verpackung an den rich-tigen Ort bringen und das weltweit zuProduzenten und Verbrauchern. Dazu ge-hren oftmals eng in einander verzahnteTransportketten, teils unterschiedlicher logisti-scher Kompe ten zen. Dies zu bndeln und ge-meinsam an neuen Ent wick lungen zu arbeiten, hatsich das neue Logistik Netzwerk Thringen e.V. (i.G.) auf dieFahnen geschrieben. Mitte Juni 2008 gegrndet, wollen dieInitiatoren die Potenziale der Logistik darstellen, gemeinsampassfhige Lsungen entwickeln und bei der Umset zung unter-sttzen. In enger Zusammenarbeit mit Forschungs einrichtungen,Wirtschafts frderern, Kommunen und anderen Netzwerken wer-den innovative logistische Konzepte entstehen. Weitere Hand -

    lungsfelder sind die langfristige Sicherung des Fach krftebedarfsund Ent wicklung zukunftsfhiger und bedarfsorientierter

    Aus- und Weiterbildungs struk turen, Lobbyarbeitund Interessen vertretung fr die Logistik bran -

    che in Thringen.

    Wirtschaftsminister Jrgen Reinholz be-grt die Initiative dieser Unterneh -mensbranche:Die Grndung des Lo -gistik Netzwerks Thringen e.V. in derMitte Deutschlands und Europas bietetbeste Aus gangsbedingungen fr Lo -gistikunternehmen, wie der jngste An -

    siedlungserfolg der Schaeffler-Gruppebelegt. Der Sprecher der Landes ent wick -

    lungsgesellschaft LEG, Andreas Krey, sichertden Logistik-Spe zia listen Unter stt zung bei

    der Netzwerk bildung zu und freut sich: dass die-se Initative direkt aus der Wirtschaft kam und nicht

    staatlicherseits angeschoben wurde. Und Reinholz ergnzt: Mitder Grndung des Netzwerkes erhlt die Branche einen wichtigenSchub fr neue Formen der Kooperation, Infor mation undKommunikation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Bil -dung. (bo)

    Logistik Netzwerk Thringen e.V. (i.G.), Mail: [email protected] !Foto: Gerd_Altmann

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    Solarindustrie

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    Tragende Sule Mitteldeutschlands

    Die Thringer Photovoltaik-Industrie er-zielt derzeit mit knapp 2.500 Beschf tig -ten einen Umsatz von 800 Millionen Euro.48 Unternehmen darunter zwlf produ-zierende und eine Vielzahl von For -schungs einrichtungen zhlt die Branchederzeit. Organisiert sind sie im ThringerInteressenverband SolarInput e.V.

    Nach Auffassung der Thringer Lande s -regierung hat die Solarwirtschaft dasPotenzial, eine Leitindustrie hnlich demAutomobil- oder Maschinenbau zu wer-den. Die Photovoltaik kann zu einer tra-genden Sule der knftigen Industrie -struktur Mitteldeutschlands werden. Dasist auch eine enorme Chance fr den Auf -bau Ost, sagt Thringens Wirtschafts mi -nister Jrgen Reinholz.

    Um die weitere Entwicklung der So lar -industrie im Freistaat zu untersttzen, hatThringen im Jahr 2007 eine Solar ini -tiative gestartet und beteiligt sich gemein-sam mit Sachsen und Sachsen-Anhalt amIndustrie- und Forschungscluster Solar -

    ersol Solar Energy AG Schott SolarGSS Gebude-Solarsysteme Sunways AGPV Crystalox Solar AGMasdar-Gruppeasola Advanced and Automotive Solar Systems GmbHALTEC Solartechnik WACKER SCHOTT Solar GmbH

    Wichtige Solarunternehmen in Thringen

    Der Verein SolarInput e. V. ist ein Zusam -men schluss von Thringer Solarunterneh -men, Forschungs- und Bildungseinrich tun -gen, Solarinitiativen, Gewerbetreibenden,Kom munen und anderer ffentlicher Ein -rich tun gen aus Thringen. Er bildet einePlattform fr diese Akteure um gemein sa -me Projekte zu generieren und die Zusam -menarbeit zu intensivieren.

    Hintergrund: SolarInput e.V.

    47 Unternehmen im Solarclusterdavon 11 Produzenten von Zellen, Modulen oder Komponenten etwa 2.500 Arbeitspltze700 Millionen Euro Investitionen800 Millionen Umsatz in 2007 Bis 2010 Verdopplung der Arbeitspltze geplanteingespeiste Solarstrommenge inThringen 2006: 15.002 MWh

    Eckdaten der Solarbranche in Thringen

    Thringen hat sich innerhalb von nur zehn Jahren zu einem der wichtigsten Solar-Standortein Deutschland und Europa entwickelt.

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    Thringen hat sich binnen weniger Jahre zueinem Solarstandort entwickelt, der welt-weit in der ersten Liga spielt: InnovativeIndustriepartner entlang der Wertschp -fungs kette Photovoltaik erwirtschaften einZehntel des weltweiten Absatzes. Bei einemMarktwachstum von ber 20 Prozent proJahr, dem stetigen Ausbau der Forschungs-und Produktionskapazitten sowie einer er-warteten Verdopplung der Beschf tigten -zahlen auf 5.000 Personen bis 2010 stehendie Zeichen auf Expansion. Das vorhandenebranchen- und die Lnder Th rin gen, Sach -sen und Sachsen-Anhalt bergreifendeNetz werk aus Industrie, For schungs- und Bil -dungspartnern wird im deutschen Spitzen -cluster Solarvalley Mittel deutsch land dieNetzparitt bis sptestens 2015 in Deutsch -land erreichen. Das bedeutet, dass dann derStrom von der Sonne fr den Ver brau cher zugleichen Preisen wie kon ven tio neller Stromangeboten wird. Darber hinaus steht dieThringer Solar industrie mit dem ProjektBauhaus.SOLAR fr die stethische undfunk tionale Inte gration solarer Ener giege -win nung in Archi tektur und Landschaft.

    Dr. Hubert Aulich

    Vorstand PV Crystallox Solar AGVereinsvorsitzender SolarInput e.V.

    ! www.solarinput.de

    ! www.solarvalley.org

    Valley Mitteldeutschland. Ziel ist es, diePhotovoltaik zur bedeutendsten Energie -technologie dieses Jahrhunderts zu ma-chen, beschreibt WirtschaftsministerRein holz die Vision hinter diesen Akti -vitten.

    Das Ziel des Projekts SolarValley Mit -teldeutschland besteht in der Erhaltungund dem Ausbau des Technologie vor -sprungs im Bereich der Photovoltaik inMitteldeutschland, um die Netzparitt vonSolarstrom bis zum Jahr 2015 zu errei-chen. Beteiligt sind 27 Solarfirmen und elfForschungseinrichtungen aus Thringen,Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ein groerErfolg war dabei die Ansiedlung eines wei-tern Grounternehmens der Branche. Frrund 150 Millionen Euro baut die ausDubai stammende Masdar Gruppe naheErfurt ein Werk zur Produktion von Dnn -schicht modulen. Die Produktion soll Ende2009 beginnen, etwa 180 Arbeitspltzeentstehen. (su)

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    Keramik / MST

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    Die Mikrosystemtechnik gehrt zu denSchls seltechnologien, die fr Produkt- undProzessinnovationen in vielen Bereichen derIndustrie ausschlaggebende Bedeutung hat.Klimawandel und demografische Entwick -lung sind nur zwei Felder, aus denen He raus -forderungen erwachsen, die unter an deremdurch Einsatz mikrosystemtech nischer L -sungen bewltigt werden knnen. Die Th -rin ger Mikro systemtechnikszene wird nebeneinigen greren Unternehmen vorwiegendgeprgt durch eine Vielzahl von kleinen undmit telstndischen Firmen mit einem vielfl-tigen Technologie- und Produktmix. Dane -ben bestehen leistungsfhige Forschungs-und Entwicklungs kapa zitten an Universi t -ten, Hochschulen, Fach hochschulen sowieaueruniversitren und wirtschaftsnahenForschungseinrichtungen. Regionaler Fokusist dabei das Technologie dreieck Ilmenau Erfurt Jena mit Auslufern bis in das ost -thringische Herms dorf. Im Ergebnis der viel-fltigen wirtschaftlichen und strukturellenVer nderungen der zurckliegenden Jahrevollzog sich eine kontinuierliche Vernetzungvon Forschung, Tech nologie und Wirtschaft,die die Basis fr von der Indus trie gefhrteClus terinitiative Mik ro technik Thringen e.V. bildet. Dieser Verbund aus Technologie -firmen und wissenschaftlichen Instituten ver-folgt das Ziel, Impulse fr Innovatio nen zusetzen, um die technologische Infra strukturThringens auszubauen und eine Bndelungvon Kom petenzen im Marktsegment derMik ro sys temtechnik voranzutreiben. Dazusoll das Netzwerk auch durch Workshops mitpotenziellen Partnern anderer industriellerBranchen in Thringen gestrkt werden.

    Dr. Brbel Voigtsberger

    Geschftsfhrerin Hermsdorfer Institut fr Technische Keramik e.V.

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    Einsatzfelder technischer Keramik

    Was vor rund 120 Jahren mit der Pro -duktion von Haushaltsporzellan begann,wandelte sich schnell hin zur technischenKeramik, die weltweit gefragt war.

    Die Erfindung der Deltaglocke, einemIsolator, der auch fr Hochfrequenz an -wendungen geeignet war, brachte ab 1897einen rasanten Aufschwung der Branchemit sich. Hermsdorf wurde zu einem boo-menden Keramikzentrum.

    Bis heute werden technische Keramiken inHermsdorf produziert. In der Herms dor -fer Porzellanfabrik, der ltesten am Stand -ort, werden beispielsweise Wabenkrperhergestellt, die als Wrmetauscher in Ab -luftanlagen zum Einsatz kommen.

    Daneben haben sich zahlreiche Unter -nehmen sehr viel tiefer spezialisiert undarbeiten und forschen auf dem Gebiet derMikrosystemtechnik. Namen wie bei-spielsweise TRIDELTA, VIA electronicoder Micro-Hybrid stehen fr kleinste ke-ramische Bauteile, die in der modernenMess-, Steuer- und Sen sortechnik uner-lsslich sind. Und da der Trend zu immerkleineren, gleichzeitig aber leistungsfhi-geren Komponenten geht, haben die Un -ternehmen alle Hnde voll zu tun, den An -sprchen und Anfor derungen der Kundengerecht zu werden. Hier kommt ihnen dieKompaktheit des Standortes zugute. Fastalle Betriebe sitzen auf dem Gelnde desfrheren Porzellan-Kombinates und pfle-gen ihre frheren Kon takte. Koopera tio -nen aller Art sind an der Tagesordnungund auch die For schung wird vor derHaus tr erledigt. Am Hermsdorfer Institut

    Vor allem rund um das Hermsdorfer Kreuz, im Osten Thringens, haben sich zahlreiche Unter -nehmen der keramischen Industrie niedergelassen.

    fr Technische Ke ramik (HITK) arbeiten90 Mitarbeiter im Auftrag ihrer Kollegenaus dem Umfeld. Sie erforschen beispiels-weise die Grund lagen fr transparente Ke -ra mik, die gegenber Glas Vorteile in Sta -bilitt, Gewicht und Formbarkeit hat. Aberauch das CO2-freie Kraftwerk ist im HITKFor schungs thema. Luft, die in eine Brenn -kammer ein geleitet wird, strmt durchdnne Rhr chen, in denen nur der Sauer -stoff herausgefiltert wird. Stickstoff undandere Bestandteile werden herausgefil-tert, dadurch der Verbrennungs pro zessoptimiert und Schad stoffe vermieden. Nurkeramische Bauelemente, die hohe Tem -pe ra tu ren von ber 800 Grad berstehen,knnen hier effizient arbeiten.

    Weiterhin stellt die Mikrosystemtechnikeine Alternative zu den herkmmlichenHalb leitern dar, die in der Daten verarbei -tung unerlsslich sind. Da immer grereDatenmengen immer schneller bertragenwerden mssen, stoen diese Materialienan ihre natrlichen Grenzen. LTCC (LowTemperature Cofired Ceramic) erfllt ge-nau diese Anforderungen. Rohe Keramik -folien werden in eine entsprechende Formgebracht, Leitungsstrukturen eingestanzt,mit Metall verfllt und bei 900 Grad zu ei-nem kompakten Gehuse gebrannt.

    Von der Automobilindustrie, ber die Me -dizintechnik, bis hin zur Luft- und Raum -fahrt kommen die Komponenten zum Ein -satz. Die VIA electronic ist auf diesemGe biet ein Spezialist und hat ihren Un -ternehmenssitz in Hermsdorf. (su)

    ! www.hitk.de! www.mikrotechnik-thueringen.de

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  • So sieht Thringens Kultusminister Bern -ward Mller den Forschungs- und Bil -dungs standort Ilmenau. Doch nicht nurdort, sondern berall im Land strahlenHochschulen und Institute. Viele Thrin -ger, aber auch weltweit agierende Unter -nehmen schtzen die ingenieurwissen-schaftliche Kompetenz ihrer Absolventen. Es ist erklrtes Ziel der Landesregierung,die Region Ilmenau zu einer Wirtschafts -region mit hohem Anteil an technologie-orientierten und innovativen Unterneh -men weiter aufzubauen. Die TU Ilmenausoll dabei der wichtigste Partner undMotor sein. So haben sich in den vergan-genen zehn Jahren zirka einhundert tech-nologieorientierte Unternehmen im Um -feld der TU Ilmenau angesiedelt, die vonAbsol venten und Mitarbeitern der Univer -sitt gegrndet wurden. Somit konn ten et-wa 800 Arbeitspltze geschaffen werden.

    Heute gehren zur Forschungslandschaftin Thringen neben neun HochschulenEinrichtungen renommierter Institutionenwie der Max-Planck-Gesellschaft, derFraun hofer-Gesellschaft und der Wissen -schaftsgemeinschaft Gottfried WilhelmLeibniz sowie weitere aueruniversitreForschungsinstitute. Ihre erfolgreiche wis-senschaftliche Arbeit trgt wesentlichzum hervorragenden Ruf des Landes alsTechnologiestandort bei.

    Neben Ilmenau hat sich vor allem Jena inden zurckliegenden Jahren zu einemZentrum fr Spitzenforschung entwickelt.Neben der Universitt und der Hoch -schule, an beiden studieren insgesamt

    rund 25.000 Studenten, haben sich hier 30weitere Forschungsunternehmen etab -liert. Am Beutenberg-Campus (Bild oben)der Saale stadt haben sich unter anderemzwei Institute der Max-Plank- sowie einesder Fraunhofer-Gesellschaft angesiedelt.Zwei Institute der Leibnitz-Gesellschaft,ein Landesforschungsinstitut und Einrich -tungen der Friedrich-Schiller-Universittrunden das Bild ab. Medizin und Natur -wissenschaften, Biotechnik und OptischeIndustrie sind die Themen aus Jena.

    Das CIS Institut fr Mikrosensorik oderdas IMMS Institut fr Mikroelektronik-und Mechatronik-Systeme haben sich imBereich der Automotive-Forschung einenNamen gemacht. Diese Schlssel branchesetzt auf Neuerungen, die aus den Insti -tuten in die Unternehmen kommen undprofitiert von den Wettbewerbs vorteilenpraxisnaher Forschung.

    An neuen Materialien, die nicht nur imAutomobilbau, sondern auch in der Sen -sorik, der Optik, der Mikrosystem technikund der Medizintechnik wird auch stn-dig weiter entwickelt. Das Herms dorferInstitut fr technische Keramik, HITK, fin-det immer neue Anwendungsgebiete frKeramik. Immer kleiner, fester und an-spruchsvoller werden Bauteile, die durchden Einsatz keramischer Baustoffe herge-stellt werden knnen.

    Hochschulen und private Einrichtungenhaben Thringen ganz nach vorn ge-bracht. Der Forschungsstandort hat sichseinen guten Ruf verdient. (su)

    Forschung bringt Wettbewerbsvorteile

    Die Optik/Photonik bildet einen Schwer -punkt der Industrie in Jena, der sich auch inden Forschungsbereichen der Hochschulenund aueruniversitren Forschungseinrich -tun gen vor Ort widerspiegelt. Von besonde-rer Bedeu tung als Forschungsfeld ist hierheute die Mikro- und Nanooptik. Sie bildetdie Grundlage fr einen Paradig men wech -sel in der Optik/Photonik, vergleichbar derEntwicklung in der Elektronik in den 60erJahren des vergangenen Jahrhunderts, alsder Schritt vom einzelnen Bauelement zumintegrierten Schaltkreis vollzogen wurde.Wirtschaft und Wissenschaft in der RegionJena wollen diese Entwicklung mitgestaltenund haben sich daher in einer strategischenAllianz zur Frderung der Mikro- undNanooptik in der Tradition von Zeiss, Abbeund Schott zusammen geschlossen, einBeispiel fr aktive Clusterarbeit.

    Prof. Dr. AndreasTnnermann

    Direktor am Fraunhofer-Institut frAngewandte Optik und Feinmechanik.

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    Forschung und Entwicklung

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    Die TU Ilmenau steht heute deutschlandweit fr eine erstklassige Lehre und Forschung. Inzahlreichen Rankings belegt die TU Ilmenau Spitzenpltze. Und dass die besten IngenieureDeutschlands hier ausgebildet werden, drfte sich bereits herumgesprochen haben.

    Erbst-Abbe-Zentrum auf dem Beutenbergcampus in Jena

    Max-Planck-Institut in Jena

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  • Ob in Robotern oder Sportwagen, Mh -dreschern oder Werkzeugmaschinen, dieProdukte von Kern Technik finden beralldort Einsatz, wo mit Hydraulik, Pneuma -tik oder anderen Medien gesteuert, gere-gelt und angetrieben wird. Dabei liegt derFokus auf der Entwicklung innovativerund kundenindividueller Lsungen.

    Der Standort Thringen weist fr dasFamilienunternehmen dabei im weltwei-ten Vergleich optimale Standortbedin gun -gen auf. Nirgendwo auf der Welt knntenwir bessere Leistungen fr unsere Kundenerbringen als hier, so der FirmeninhaberHans-Jrgen Kern. Nicht allein, dassdurch die neue, verbesserte Verkehrs infra -struktur (Autobahn anbindung zur A71/A73) Kunden noch schneller vor Ort betreut werden und die Transportlogistikweiter optimiert werden knnen. Viel -mehr ist es die direkte Nhe zu Uni ver si t -ten, Fachhochschulen und renommiertenwirtschaftsnahen Forschungs einrichtun -gen, welche den Stand ort fr Kern Tech -nik so interessant und attraktiv macht.Seit vielen Jahren arbeitet die unterneh-menseigene Forschungs- und Entwick -lungs abteilung intensiv mit diesen Ein -rich tungen zusammen.

    Hier wei man etwas mit Magnettechnikanzufangen. Die Grundlagenforschunghinsichtlich der Produkt- und Prozessin -no va tion wird hier optimal auf unserProduktspektrum abgestimmt betrieben.Dies hilft uns, die erlangte Technologie -

    Seit etwa einem halben Jahrhundert beschftigt man sich in der sdthringer Firma Kern Technik GmbH & Co. KG intensiv mit der Erforschungund Weiterentwicklung der Magnettechnologie.

    fhrerschaft zu sichern und auszubauen,erklrt Hans-Jrgen Kern.

    Im Zuge der Globalisierung und des im-mer schrfer werdenden Wettbewerbssind, gerade fr mittelstndige Unter neh -men wie der Kern Technik GmbH & Co.KG, Unternehmens netzwerke zur Bnde -lung von Kompeten zen eine Alternative,um Wettbewerbs vorteile zu generieren.Kern Technik nutzt unter anderem Im -pulse aus der Zusammenarbeit mit ande-ren Unternehmen im WachstumskernVER DIAN fr produkttechnische Inno -vatio nen und neue Einsatzmglichkeitenfr bereits existierende Produktgruppen.Dabei geht es innerhalb dieser Entwick -lungskooperationen neben der weiterenMiniaturisierung und Leistungssteigerungder Produkte unter anderem um die Funk -tions- und Volumenintegration bei elek-tromagnetischen Direktantrieben sowiedie Reduzierung des notwendigen Ener -gie bedarfs dieser Gerte. Neue Wirkprin -zipien, neue Materialien, neue Herstel -lungs verfahren all dies untersucht KernTechnik mit seinen Partnern. Die Chancendieser Kooperationen zeigen sich deutlichin der Reduzierung von Entwicklungszei -ten und in der damit verbundenen ver-gleichsweise kurzfristigen Vermarktungs -fhigkeit der Produkte, aber vor allemauch in der Know-how-Bndelung insbe-sondere bei komplementren Kompe -tenzen. Ziel fr die Kern Technik GmbH &Co. KG ist es nicht nur, technische Trendszu erkennen, sondern sie auch selbst zu

    setzen und mit zu gestalten. Dazu liefertdie Denk fabrik Thringen die bestenRah menbedingungen fr das sdthrin-ger Traditionsunternehmen.

    Das man sich in Schleusingen auf einemerfolgreichem Weg befindet, zeigt unteranderem, dass Kern Technik zum sech-sten Mal mit dem Prdikat TOP 100 derinnovativen deutschen Mittelstands unter -nehmen ausgezeichnet wurde.

    Leistung durch Innovation aus Traditionist nicht nur seit jeher ein fester Bestand -teil der Firmen phi losophie, vielmehr ist esheute auch eine Artberlebensstrate-gie, um auch zu-knftig am Stand -ort Schleu sin genbe stehen zu kn-nen.

    Kern Technik setzt auf Innovationen aus der Denkfabrik Thringen

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    Thringen

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    Kontakt

    Kern Technik GmbH & Co. KGFischbacher Strae 17D-98553 SchleusingenTel.: +49 (0) 36841 - 21 0Fax: +49 (0) 36841 - 47995E-Mail: [email protected] Internet: www.kern-technik.de

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:01 Uhr Seite 19

  • $IE4HRINGER,ANDGESELLSCHAFTMB(BETREUTALS&LCHENMANAGERVITALE2UMEFR5NTERNEHMENDER,ANDWIRTSCHAFT)NDUSTRIEUND,OGISTIK2UNDE$ETAILKENNTNISSEZUDEN3TANDORTENSICHERNUNSEREN0ARTNERNEINESCHNELLEKOSTENGNSTIGE"EARBEITUNGALLER6ORGNGE5NSERE3PEZIALISTENPLANENMIT)HNENDETAILLIERT)HR6ORHABENUNDBEGLEITEN3IEBEIDER2EALISIERUNGVON)NVESTITIONSUND%NTWICKLUNGSMANAHMENVOM'RUNDSTCKSVERKEHRBER'RUNDERWERB"ODENBEVORRATUNG/BJEKTMANAGEMENT"ODENORDNUNG&LURBEREINIGUNGUND'RUNDSTCKSRECHT)N:USAMMENARBEITMITDER3TADTENTWICKELTDIE4H,'DASLOGISTISCHHERVORRAGENDANDEN&ERNVERKEHRANGESCHLOSSENE'EWERBEGEBIETAM,UDWIGSTEINVARIABELPARZELLIERBARFRGEWERBLICHE!NSIEDLUNGEN7ILLKOMMENAM,UDWIGSTEIN

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    NEUMEISTERDE

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    Agrar / Ernhrung

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    einer Exportquote von 12 Prozent desGesamtumsatzes widerspiegelt. Seit Be -ginn der Wirtschaftsstatistik 1992 hat dieBranche ihren Umsatz verdoppelt und dieAnzahl der Arbeitspltze um ein Drittelgesteigert. Whrend andere Wirtschafts -bereiche wie Elektronen um industrielleKerne gruppiert sind, ist die Ernhrungs -wirtschaft ber ganz Thringen verteilt.

    Wirtschaftsspiegel: Was heit im KonkretenThringer Kompetenz rund um Lebens -mittel? Bratwurst. Kle. Und?Sklenar: Thringen hat lange Traditionenin der Herstellung verfhrerisch guterLebensmittel. Und wir legen nicht erst seitMitgliedschaft in der EU Wert auf Qualittund Sicherheit unserer Lebensmittel. Dasknnen wir sogar belegen. Denken Sie nuran das Reinheitsgebot fr Bier aus Wei -ensee, das lter ist als das der Bayernoder das Reinheitsgebot fr Bratwurst ausWeimar, dass die 600jhrige Geschichtedieser Thringer Spezialitt um eine inter-essante Facette erweitert. Thringer kn-nen herzhaft genieen.

    Die Fleischverarbeitung ist das absoluteSchwergewicht in der Branche, gefolgt vonBackwarenherstellern und den Molke rei -en. Die Bierbrauer und Hersteller alkohol-

    freier Getrnke bilden eine zweite groeGruppe.

    Thringen hat einen hervorragenden Ruf,wenn es um regionale Spezialitten undgute Lebensmittel geht. Anders als imFuball spielen wir hier in derselben Ligawie die Bayern, das heit in derChampions league. Wie im Fuball ist derErfolg hart erkmpft und muss tglich neuerarbeitet werden. Qualitt ist das A undO und der Preis muss stimmen. Ob Th -ringer Kle oder Rostbratwurst, obWeihnachtsstollen oder Kse oder Fertig -gerichte aus der Tief khltruhe, ob Marme -lade oder Hochpro zentiges alles ausThringen. Die Er nhrungsbranche hat al-les zu bieten, was Genuss verspricht.

    Wirtschaftsspiegel: Erneuerbare Energiensind im Kommen. Wie ist denn die Aufteilungzwischen Nutzflchen fr Lebensmittel erzeu -gung und Energiegewinnung? Sklenar: Die Gesamtflche Thringenswird zu 54 Prozent als Landwirtschafts -flche genutzt, davon sind etwa 614.000Hektar Ackerflche und zirka 176.00 Hek -tar Grnland. 12 Prozent der Acker flche(AF), also zirka 72.800 Hektar wurden2006 mit nachwachsenden Rohstof fen frdie energetische und stoffliche Ver wer -

    Wirtschaftsspiegel: Wie ist die Ernhrungs -bran che in die Gesamtstruktur der ThringerWirtschaft einzuordnen?Sklenar: Die Ernhrungsbranche in Th -ringen ist eine der tragenden Sulen imverarbeitenden Gewerbe Thringens. AlleJahre wieder, so knnte man sagen, liefertsie sich ein Kopf an Kopf Rennen mit derFahrzeugindustrie. Im letzten Jahr wur-den in 76 Unternehmen 13.000 Menschenbeschftigt, 3,9 Milliarden Euro Umsatzerzielt und zu 50 Prozent exportiert.Zunehmend wird exportiert, was sich in

    Mehr als nurBratwurstund KleInternational bekannt, deutschlandweit be-gehrt, regional geliebt Thringer Speziali -tten. Doch die Kompetenzen rund um Le -bensmittel gehen im Freistaat weit ber dasAlt-Bekannte heraus, besttigt Dr. VolkerSklenar, Minister fr Landwirtschaft, Natur -schutz und Umwelt:

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    Agrar / Ernhrung

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    www.thueringen.de/de/tmlnu

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    Rinderbestnden ein kontinuierlicherRck gang zu verzeichnen.

    Wirtschaftsspiegel: Der Fachkrftemangelund -bedarf ist ein gesamtwirtschaftlichesPro b lem der Bundesrepublik. Inwieweit ist dieErnhrungswirtschaft davon betroffen?Sklenar: Die Thringer Ernhrungs wirt -schaft verfgt ber hohe Kompeten zenbei der Ausbildung von Nachwuchs im ei-genen Unternehmen. Die Betriebe habenbisher keinen Mangel signalisiert, wohlaber einen Rckgang an potenziellen Be -werbern. Berufe im Lebensmittelbereichsind anspruchsvolle Berufe, die den Ju -gend lichen nach der Ausbildung auchMg lichkeiten fr die eigene Entwicklungbieten. Die Ernhrungswirtschaft hltauch engen Kontakt mit den wissenschaft-lichen Zen tren in Thringen, nicht weni-ge Absol venten der Ernhrungswissen -schaften der Universitt Jena sind heute inThringer Unternehmen angestellt oderauch Absol venten der Fachhochschulen inErfurt oder Jena haben gute Chancen inder Ernhrungswirtschaft, im Agrar mar -ke ting oder in der Qualittssicherung.

    DAS GESPRCH FHRTE CHEFREDAKTEUR DANIEL BORMKE

    Futtermittel zustzlich zur Verfgung. Frdie Erzeugung von Bio energie ist Holz auseiner nachhaltigen Waldnutzung, auchaus Thringer Wl dern, von Bedeutung.Die Wald flche im Freistaat Thringen be-trgt 546.630 Hektar, das sind 33,8 Pro -zent der Gesamt flche.

    Wirtschaftsspiegel: Wie ist die Entwicklungder Thringer Tierproduktion einzuschtzen?Sklenar: Den Ergebnissen der Vieh zh -lung des Jahres 2007 zufolge standen inden landwirtschaftlichen Betrieben Th -rin gens 347.000 Rinder, 774.000 Schweineund 215.000 Schafe; das sind 2,9 Prozentdes Schweinebestandes, 2,7 Prozent derRin der und 8,8 Prozent der Schafe ganzDeutsch lands. Seit der politischen Wendehaben sich die Tierbestnde in Thringenetwa halbiert. Der mittlere Viehbesatz be-trug 2007 nur noch 47,5 Grovieh ein hei -ten pro 100 Hektar LF, das sind 62 Prozentdes durchschnittlichen Vieh besatzes inDeutschland beziehungsweise 41 Prozentim Vergleich zum viehstrksten Bundes -land NRW.

    Whrend die Schweinebestnde sich nacheinem starken Rckgang in der erstenHlf te der 90er Jahre wieder auf geringe-rem Niveau stabilisiert haben, ist bei den

    tung bestellt. 88 Prozent der AF stehen so-mit fr den Anbau von Nah rungs- undFuttermittel zur Verfgung. Mit der Ab -schaffung der Stilllegungs verpflichtung,stehen die tatschlich brachgelegten Fl -chen (in Thringen im Jahre 2006 etwa54.800 Hektar) nunmehr theoretisch wie-der fr den Anbau von Nahrungs- und

    Dr. Volker Sklenar Minister fr Landwirtschaft,

    Naturschutz und Umwelt

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  • Das Thringer Wirtschaftsministeriumwird den Thringer Optik-Cluster Co OP -TICS bis zum Jahr 2013 mit 20 MillionenEuro aus Landes- und EFRE-Mitteln unter-sttzen. Optik ist eine Kernkompetenzder Thringer Wirtschaft, die seit Jahrenfr Innovationen, Wachstum und Beschf -tigung sorgt, sagte Thrin -gens Wirt schafts ministerJr gen Rein holz Mitte Sep -tem ber 2008, als er die Fr -derung bekannt gab. Mitder gezielten Frderungwollen wir wichtige Pro -jekte zur Technologie ent -wicklung in der ThringerOptik-Industrie voranbrin-gen.

    Leitziel von CoOPTICS istes, die Optik-Region Jenazu einem Innovationsmotor fr optischeTechnologien in Europa auszubauen unddie Mastbe in der Aus- und Weiter -bildung in diesem Bereich mitzubestim-men. Beteiligt sind rund 250 Akteure Unternehmen, Hochschulen, Forschungs -einrichtungen und Bildungs einrichtungender Region.

    Die optische Industrie in Thringen um-fasst mehr als 160 Unternehmen mitknapp 12.000 Beschftigten, die einenjhr lichen Gesamtumsatz von zwei Mil -liar den Euro erwirtschaften. Prognosengehen von einer Steigerung des Umsatzesum zehn und der Beschftigtenzahl um

    fnf Prozent bis zum Jahr 2010 aus. DieExportquote von ber 60 Prozent belegtdie hohe internationale Wettbewerbs -fhigkeit. Die Anstrengungen der Clus ter -akteure konzentrieren sich auf Inno vatio -nen in den Wachstumsmrkten Umweltund Energie, Sicherheit und Mobilitt so-wie Lebenswissenschaften und Medizin.Konkrete Projekte sind ressourcenscho-nende Beleuchtung und CO2-neutraleEner gieerzeugung, Personenidentifikationund Gefahrstofferkennung und individua-lisierte Krankheitsdiagnose und -therapie.

    CoOPTICS strebt fr das Jahr 2015 bis zu25 Prozent Weltmarktanteile in diesenMrkten an. Die Basis fr diese Produkt -innovationen bilden mageschneidertenanostrukturierte Materialien in Kombi -na tion mit Freiformoptik sowie die Zu -sam menfhrung von Halbleiter techno lo -gie und Optik. Darber hinaus wirdCo OPTICS ein modernes Aus- und Wei -terbildungskonzept auf allen Ebenen derberuflichen Qualifikation etablieren, dasden Fachkrftebedarf der Th ringer Op -tik industrie und -forschung fr die nchs -ten zwei Jahrzehnte deckt. (su)

    www.cooptics.de!

    Millionen fr die Optik

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    Die optischen Technologien bilden ohneZwei fel eine der Wachstumsbranchen inTh ringen. Seit 1990 sind rund 150 neueUn ternehmen in der Region um Jena, Erfurt,Ilmenau und Gera entstanden. Mehr als12.500 Beschftigte arbeiten in Industrieund Forschung mit steigender Tendenz.Der Umsatz der Firmen wchst kontinuier-lich um zirka zehn Prozent pro Jahr, einedurchschnittliche Exportrate von 60 Prozentunterstreicht ihre internationale Marktaus -richtung. Die Dynamik der Branche wird mitgroer Mehrheit von kleinen und mittelstn-dischen Unternehmen getragen, die mithoch innovativen Produk ten und Technolo -gien den Weltmarkt mitbestimmen, ja sogarteilweise anfhren. For schungs- und Bil -dungs einrichtungen mit herausragendenKompetenzen runden das Profil unserer mo-dernen Optikregion ab. Die positiven Im -pulse der optischen Technolo gien, die alsQuerschnittstechnologien in vie le andereIndustriebereiche wirken, tragen damit ent-scheidend zur wirtschaftlichen Entwicklungdes Standortes Thringen bei.

    Rund 90 Un ternehmen, Bildungs- und For -schungs ein richtungen, Kapitalgeber undTech no lo gie frderer sind Mitglieder desKom pe tenz net zes OptoNet. Seit 1999 ist imRahmen des Netzwerkes eine Infrastrukturentstanden, die den Austausch, die Koope -ration und die Bndelung der Kompetenzenstrkt. Un tersttzt vom BMBF und dem Frei -staat arbeitet OptoNet als Dienst leister frseine Mitglieder im Bereich Information undKommunikation, Marke ting und ffentlich-keitsarbeit, Forschungs- und Entwicklungs -kooperation, Aus- und Wei terbildung sowieder internationalen Zusammenarbeit.

    Dr. Klaus Schindler

    Geschftsfhrer OptoNet e.V.Kompetenznetz Optische Technologien

    Nachdem das Optic-Cluster CoOPTICS in derEndrunde des Spitzencluster-Wettbewerbsdes Bundes Mitte 2008 knapp scheiterte,springt nun das Land Thringen mit einem ei-genen Frder programm ein.

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    Optik

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    Regionale Verteilung der Unternehmen in Thringen

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    Kunststoffindustrie

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    Im Freistaat hat sich die Kunststoffindus-trie in den vergangenen 15 Jahren so ra-sant entwickelt, dass sie inzwischen zuden grten Industrien des Landes zhlt.Von etwa einer Zehntelmilliarde (0,1 Mrd.EUR) Umsatz bis zu 2,2 Milliarden EURhat die Thringer Kunststoffindustrie von1992 bis heute einen fast einzigartigenEnt wicklungsprozess hinter sich.

    Gemeinsam ist man stark das hat sichdie K-Branche (K steht fr Kunstoff) zurMaxime gemacht. So sind beispielsweiseim PolymerMat e.V. Kunststoffcluster Th -ringen 64 Unternehmen der Kunststoff -branche zusammengeschlossen, um ihreInteressen zu bndeln. Die Anzahl ihrerMitarbeiter betrgt rund 4.000.

    Die K-Branche ist aber auch ber die Lan -des grenzen hinaus vernetzt, um im inter-nationalen Vergleich wettbewerbsfhig zubleiben. So ist PolymerMat Mitglied imKunststoff-Netzwerk MKN. Das MKN ist einZusammenschluss der Kunst stoff netz -

    werke aus Sachsen-Anhalt, Sachsen undThringen und reprsentiert rund 200Betriebe.

    Forschung und Entwicklung der meistmittelstndsich geprgten K-Branche inThringen ist oft nur im Verbund oder ex-tern realisierbar. So betreibt beispielswei-se das Thringische Institut fr Textil- undKunststoff-Forschung e.V. (TITK) als wirt-schaftsnahe Forschungseinrichtung so-wohl Vorlauf- als auch angewandte For -schung im industrienahen Bereich. DasTITK untersttzt klein- und mittelstndi-sche Unternehmen in deren Innovations -bestreben mit interdisziplinrem Fach -wissen, Branchenkenntnissen sowie mitBereitstellung moderner technischer Infra -struktur aus den Bereichen Chemie,Kunst stoff- und Textiltechnik. (bo)

    www.polymermat.dewww.mk-netz.net

    www.titk.de

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    Kunststoffindustrie: jung aber erfolgreich

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    Die Thringer Kunststoffindustrie ist Paradebeispiel der positiven Entwicklung in den neuenBundeslndern. Dabei ist Thringen erst nach 1990 zum Zentrum der Kunststoffverarbeitungaufgestiegen.

    Umsatz und Beschftigte in der Thringer Kunststoffindustrie 1991 2006

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    Geballte Kunststoffkompetenz Mittel-deutsch lands und natrlich auch Th rin -gens bedeutet Kompetenz von Kunst stoff -modifizierung ber Werkzeugbau undKunst stoffverarbeitung bis hin zu Anwen -dungen aus und fr Rezyklate, das ist re-cycelter Kunststoff. Wir haben mit unserenmitteldeutschen Nachbarn einen groengemeinsamen Nenner: Wir Kunststoff-Un -ternehmen aus Thringen, Sachsen undSach sen-Anhalt wollen erfolgreich seinund uns dafr einsetzen, dass die Kunst -stoffregion Mitteldeutsch land weiterhin at-traktive Wachstums bedingungen bietet.

    Matthias Grafe

    Geschftsfhrer GRAFE Advanced PolymersGmbH und Vorstandsvorsitzender Poly mer -Mat e.V. Kunststoffcluster Thringen

    Foto

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    e.V

    .Beispiele Thringer Kunststoff-Kompetenz

    Cabka: Breites Sortiment an Kunststoff pa -letten fr jede Anwendung, spezialisiert aufEntwick lung und Herstellung von Rezyklat -produkten (recycelter Kunststoff).

    kcd Kunststoffe, Additive und BeratungGmbH: Additivlsungen und Treib mittel frunterschiedlichste Anwen dungen, im Frei -zeit bereich, wie fr Industrie kunden.

    Schuster Kunststofftechnik GmbH: markt -fh rend beim In-Mould-Labeling (IML),der Kombi nation von Kunststoff und Farbefr hochwertige dekorative Kunst stoff pro -dukte. Bei dieser Technik werden bedruckte,teils dreidimensional vorgeformte Folien imSpritzgieverfahren berspritzt.

    Seifert Kunststoffverarbeitung GmbH: Vonder Entwicklung, Modellierung, Werkzeug -bau und Bemusterung bis zur Produkt her -stellung in Serie in nur 15 Wochen.

    LS_2008_rz:Layout 1 26.09.2008 13:01 Uhr Seite 23

  • Wirtschaftsspiegel Spezial www.made-in-thueringen.com

    Standpunkt

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    Ein wunderbares Stck Deutschland

    In ihrer Rede auf der 1. Thringer Zukunfts -konferenz 2008 in Erfurt beschrieb Bundes -kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre ganz per-snliche Sichtweise des Erfolges Made inThringen: Fot

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    Der Freistaat Thringen ist durch seinegeografische Lage in der Mitte Deutsch -lands nicht nur gekennzeichnet, sondernauch privilegiert. Thringen hat die Chan -ce, an seine Nachbarregionen anzuknp-fen. Und ich glaube, dass Thringen die-se Chance genutzt hat. Um Thringenmuss einem wirklich nicht bange sein,wenn man sich allein den kulturellenReichtum dieses Landes anschaut. DassDeutschland den Ruf hat, das Land derDichter und Denker zu sein, ist in hohemMa dem Land Thringen geschuldet. Dievielen Besucher Thringens knnen sichdavon ein Bild machen. Thringen ist alsoein Land, das schon allein aufgrund seinerVergangenheit optimistisch in die Zukunftblicken kann.

    Thringen ist berhmt und bekannt dafr,dass die optische Industrie hier eine groeTradition hat. Beim Thema Optik ist Jenanach wie vor ein Zentrum dieser Indus -trie. Unter der Lupe betrachtet um auchein optisches Instrument zu nennen istThringen wirklich gut aufgestellt. Daskann man sich auch um Erfurt herum an-schauen. Hier hat der Mbel konzern Ikeasein weltweit grtes Logis tik center er-richtet. Zu erwhnen ist auch das ErfurterKreuz. Dies ist geradezu eine Drehscheibein der erweiterten Europi schen Union ein Projekt, das mit Mitteln der Euro p -ischen Union, des Bundes und des Landesgefrdert wird. Was erfolgreiche Investi -tionen in Thringen anbelangt, so will ichnur wenige Beispiele anfhren. Ich warbei Lufthansa Technik in Ham burg undhabe mir angeschaut, was dort repariertund zuvor in Thringen behandelt wird.Das Opel-Werk in Eisenach ist ein weite-res Beispiel. Es ist eines der produktivstenWerke des Opel konzerns weltweit. Einweiteres Beispiel ist die Daimler AG, die in

    Thringen eine der modernsten Pro -duktionssttten von Ben zin motoren be-treibt. Zudem ist die