MEHR Magazin Ausgabe Februar 2012

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MEHR Magazin Ausgabe Februar 2012

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    www.mehr-duesseldorf.de

    NEU! aktuelle Stadtteil-News auch auf:

    ANZEIGEFoto: Claus Fotografie | Haare und Make up: Dirk Rssler Team

    MENSCH DES MONATS Kathrin Schlender bringt Emotionen ins Veedel NEUE STADT IM STADTTEIL Wie die neue Fachhochschule Derendorf verndern wird VON LEICHTER HAND Das Pempelforter Multitalent Samir zeichnet den Stadtteil GANZ GROSS FR KLEINE TIERE Die Lesia-Tierklinik in Pempelfort STADTBILD IM WANDEL Erlebt die Derendorfer Strae einen Aufschwung?

    STADTTEILMAGAZIN

  • MENSCH DES MONATS

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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    Die Stadtteile Pempelfort, De- rendorf und Golzheim vern- dern schon seit Jahren stndig ihr Gesicht. In diesem Jahr stehen weitere Vernderungen bevor. So werden die Bagger auf dem Schsser-Areal an der Mnster-strae rollen, um den Campus der neuen Fachhochschule zu bauen (Seite 4). Auch auf dem Gelnde des ehemaligen Gter- bahnhofs entstehen weitere Ge- bude mit hochpreisigen Immo- bilien. Das hat durchaus auch sei- ne Schattenseiten, wie hohe Mie- ten und die Verdrngung bishe- riger Bewohner, die sich hier zu wohnen nicht mehr leisten kn- nen. Noch nicht erreicht hat die-

    MEHR! WANDEL mit witzigen Comics aus den Stadtteilen versorgen. Anregun-gen fr Geschichten sind auch hier immer herzlich willkommen.

    Herzlichst Ihr MEHR!-Team mehr-duesseldorf.de

    EDITORIAL

    Parkpltze in unseren Stadt- teilen sind knapp, parken ist teuer. Aber so teuer?

    Den Betrag wollte der Park- automat bei Aldi an der Mnsterstrae von meinem Freund Blacky haben, der daraufhin sehr bleich gewor- den ist. Acht Kilo Ein-Euro-Mnzen und fast 15 Stun- den Zeit bruchte man, um das zu bezahlen. Aber die Sache hat sich aufgeklrt. Es war ein ber drei Jahre alter Parkchip, der noch im Auto vegetierte, als er durch die damals offene Schranke fuhr, ohne ihn einzuwerfen. Er hatte den Chip einfach mit dem aktuellen vertauscht. Ansonsten htte er sich fr den Preis wohl besser ein- fach ein neues Auto gekauft.

    meint Lutz Sonntag

    DAS WORT VOM SONNTAG

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    EMOTIONEN

    Machen MEHR! Carmine Di Lucia, Lutz Sonntag, Uwe Thiss, Sebastiano Termine, Antonio Ienottico

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    I ch bin ein sehr gefhlsbetonter Mensch, bekennt Kathrin Schlender. Konsequent, dass ihr italienisches Restaurant dann auch Emozioni heit. Dazu gekommen ist die gelern-te Floristin wie die Jungfrau zum Kind: Das war eigentlich nicht geplant. Kathrin sammelt Weine und kocht sehr gern, und dann wurde der Laden an der Schwerinstrae frei. Fr sie ein drittes Kind, neben meinen beiden Shnen. Im Hinterhof betreibt ihr Mann Lothar brigens ein Autohaus fr (natrlich) italienische Marken. An Pempelfort und der Schwe-rinstrae schtzt Kathrin, dass es ein herzlicher Stadtteil ist und nicht arrogant. Halt eine Ecke mit Zukunft. Kein Wunder, dass ein emotionaler Mensch besonders die Menschlichkeit unter den Anwohnern und Geschftsleuten auf ihrer Strae mag.

    Kathrin Schlender (48) ist unser Mensch des Monats.

    se Entwicklung die Derendorfer Strae, die den Glanz frherer Tage noch nicht wiedererlangt hat (Seite 11). Auch MEHR! vern-dert sich stndig: Der Comiczeich- ner Samir, den wir auf Seite 6 vorstellen, wird uns in Zukunft

  • Studieren mit Hunger?

    Apropos Funktionsfhigkeit: Laut Rheinische Post liegt die Ursache fr die Bauverzgerung daran, dass bei den Planungen sowohl die Tiefgarage und (fr Studenten wohl noch wichtiger) die Mensa schlicht vergessen worden seien. Der BLB dagegen spricht von langwierigen Geneh- migungsverfahren, die fr ein Projekt dieser Gre nicht unge-

    Der Schlachthof im Wandel der Zeit

    Es wird eine eigene kleine Stadt im Stadtteil: Die Fach- hochschule Dsseldorf auf dem ehemaligen Schlachthof- und

    Schlssergelnde zwischen Bahn- linie und Rather Strae. Auf dem 8,5 Hektar groen Areal soll ein neuer Campus fr rund 8.000 Studenten entstehen. Baubeginn? Eigentlich schon vor zwei Jahren. Der erste Bauabschnitt sollte schon Ende 2012 fertiggestellt sein. Jetzt, so heit es, sei mit 2014 zu rechnen, vorausgesetzt, die Grundsteinlegung findet im Frhjahr oder Sommer dieses Jahres noch statt, womit der Bau- und Liegeschaftsbetrieb NRW (BLB) fest rechnet.

    Aus zwei mach eins

    Die Fachhochschule ist bisher zweigeteilt; ein Bereich befindet

    sich auf dem Campus der Hein- rich-Heine-Universitt, der ande- re Teil in Golzheim. Die geplante Umnutzung sieht fr die Zukunft vor, dass die sieben Fachbereiche der Fachhochschule nun an ei- nem Standort vereint werden. Das bedeutet, Hrsaal- und Semi-

    narflchen, Labore, eine Biblio-thek, Verwaltungs-und Ausstel-lungsflchen und eine Mensa und mehrere Cafeterien werden hier unterkommen. Die rumli-che Nhe ermglicht eine Zusam-

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    URBANES

    DIE STADT IN DER STADT EINE VIELVERSPRECHENDE PLANUNGmenarbeit der verschiedenen Facheinrichtungen, das heit, Multimediaeinrichtungen etc. knnen gemeinsam genutzt werden.

    Sieben Gebude um den Campus

    Insgesamt sind sieben neue Ge- bude mit 113.600 Quadratme-tern geplant, zwei denkmalge-schtzte davon werden umge- baut. Die ehemalige Pferde- schlachthalle soll zu einem Mehr- zweckraum werden und die Groviehhalle wird die Bibliothek beherbergen. Hier soll ebenfalls eine Gedenksttte fr die mehr als 6.000 Juden, die whrend der NS-Zeit deportiert wurden, entstehen. bergeordnetes Ziel des Entwurfes des Architekten-bros Nickl und Partner ist es, einen zentralen Campus zu bil- den und eine kleinteilige Stadt- struktur zu entwickeln.

    Schlacht- und Viehof an der Rather Strae, 1932

    Denkmalschutz: Die Groviehhalle bleibt erhalten und in das Konzept integriert

    Das freigerumte Areal . . .

    . . . und seine Verplanung

  • Die geplante Umnutzung des alten Schlachthofes und der Schlsser-Brauerei haben zwei Studenten als Anlass genommen, ein interessantes Projekt zu ent- wickeln. Piotr Zapasnik (23) und Tim Schmeer (27) studieren Design an der FH Dsseldorf. Im Zuge des Kurses New Quarter (Neues Viertel/Quartier) kam ihnen die Idee dazu. Auf knstle- rische Art und Weise wollen sie die Vernderungen rund um den Schlachthof dokumentieren.

    Dabei suchen sie ganz gezielt das Gesprch mit den Anwoh-nern und Betroffenen im Stadt- teil Pempelfort. Schmeer ergnzt: Mit unserem Projekt wollen wir dem Betrachter einen Einblick in die Nachbarschaft gewhren. Einen Querschnitt der Charakte-re des Viertels festhalten, mit all ihren Ecken, Kanten und Geschich- ten. Quasi eine bebilderte sozio- kulturelle Studie. Hierbei liefert der Austausch mit den Anwoh-nern die Grundlage fr ihr Pro- jekt. Aus Gesprchen und einem Besuch in der jeweiligen Woh- nung verschaffen sich die beiden ein Bild der Situation, gehen da- bei auf jeden einzelnen persn-lich ein. Die Beteiligten knnen selbst entscheiden, was und wie

    viel sie von ihrer Geschichte er- zhlen wollen. Da ihr Schwerpunkt im Bereich Dokumentarfotogra-fie liegt, ist es Zapasnik und Schmeer sehr wichtig, dass die Personen damit einverstanden sind, sich in ihrem Heim ablich-ten zu lassen. Die grte Auf- gabe ist es, die Scheu der Leute abzubauen, betonen sie.Jeder Beteiligte erhlt als kleines Dankeschn ein gedrucktes Por- trait im 30 x 40 Format.Als Motivation fr ihr Vorhaben

    nennen Zapasnik und Schmeer ihre Affinitt zu authentischen Fotoreportagen und den Wunsch, etwas verwirklichen zu knnen, was sie schon immer ein- mal in die Tat umsetzen wollten.

    Wer also den Studenten bei ihrem Uniprojekt, dem sie sich mit viel Enthusiasmus und Mhe widmen, behilflich sein mchte, kann sich unter 0178 135 28 37 oder 0176 90 78 72 63 melden oder eine Mail an newquarter.fhd@google-mail.com schreiben.

    whnlich sind. Die veranschlag-ten 224 Millionen Euro werden dann wohl nicht fr den Bau der neuen Fachhochschule reichen.

    Keine Studentenwohnheime?

    Ein weiteres explosives Thema rund um den neuen Campus ist die Wohnsituation. Mehrheitlich beschloss die Bezirksvertretung 1, dass die Stadtverwaltung studen- tische Wohnprojekte frdern soll. Die Stadt msste dafr das Studen- tenwerk oder private Investoren

    ansprechen. Passiert ist allerdings seit zwei Jahren nichts. Dabei gehrt das nrdliche Gebiet des ehemaligen Schlachthofs der Stadt bereits. Wo haben wir sonst die Chance, bezahlbaren Wohnraum fr Studenten zu ermglichen, wenn nicht hier, so Philip Tacer (SPD).

    Ob mit oder ohne Studenten-wohnheime: Das Gesicht von Derendorf wird sich durch die neue Fachhochschule in den nchsten Jahren sehr verndern.

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    URBANES

    DIE STADT IN DER STADT EINE VIELVERSPRECHENDE PLANUNG

    Dokumentieren die Vernderungen des Schlachthofs: Piotr Zapasnik & Tim Schmeer

    . . . so . . .

    . . . und so aussehen

    Hier soll es mal . . .

    DIE MENSCHEN RUND UM DEN SCHLACHTHOF Studenten entwickeln Uniprojekt

  • 6TALENT

    Pempelforter Multitalent VON LEICHTER HAND . . .Der Mann hat viele Talente: Er ist Buchillustrator, Comic- zeichner, Karrikaturist und nicht zuletzt auch Musiker. Samir Bajrak- tarevic studierte in der Hochschu- le fr angewandte Kunst in Sara- jevo eigentlich Buchillustration.

    Danach schrieb er sich bei der Kunstakademie fr Industriede-sign ein, bevor der Krieg sein Studium beendete. Aber ich habe schon immer gezeichnet.

    Herr der Stile

    Dabei lsst er sich nicht auf einen Stil festlegen, sondern wechselt wild quer durch die Comictraditi-onen. Wer mehrere seiner Werke nebeneinander sieht, kann nicht glauben, dass sie von ein und der- selben Person stammen.

    Samir lsst sich eben nicht gern festlegen und ist auch offen fr Auftragsproduktionen: Ich werd