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1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, ein großer Teil von Ihnen lebt sicherlich im Ausland. Einige Leser unter Ihnen wiederum träumen davon, eines Tages zu neuen Ufern aufzubrechen. Die per- fekte Gelegenheit dazu wird es vermut- lich niemals geben. Das sagt zumindest unsere Interview-Partnerin Monique Isenheim, die inzwischen in ihrem Traumland Australien lebt. Was sie über diesen wichtigen Schritt und die He- rausforderungen erzählt, hat mich sehr beeindruckt. Deshalb möchte ich Ihnen das Interview auf der Seite 3 besonders ans Herz legen. Weniger beeindruckt war ich von einem aktuellen Gerichtsurteil, wonach Reisen- den, die ihren Flug aufgrund einer sehr langen Wartezeit am Check-in-Schalter verpasst haben, kein Schadensersatz zu- steht. Mehr zu dem Urteil erfahren Sie auf der Seite 7. In der Rubrik Rechtliches lesen Sie auch, welche Rechte Arbeit- nehmer im Urlaub haben, warum die Einreise nach Hongkong schwieriger wird und inwieweit die EU plant, die Verbraucherrechte im Flugverkehr ein- zuschränken. Sehr spannend ist auch unser Gastbei- trag zum Thema Verhandeln mit briti- schen Geschäftspartnern. Die Autorin gibt ab der Seite 8 hilfreiche Tipps für die erfolgreiche Kommunikation mit Bri- ten. Britische Expats werden Sie vor allem auch in den Vereinigten Arabi- schen Emiraten (VAE) treffen, wo es ebenfalls einige Neuerungen gibt. So plant beispielsweise Abu Dhabi eine Frei- handelszone nach dem erfolgreichen Vorbild in Dubai. Letzteres Emirat muss aufgrund der wachsenden Anzahl von Expat-Familien deutlich mehr Schulen bauen, um alle Kindern unterzubringen. Details dazu finden Sie auf der Seite 14. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lek- türe und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz NEWSLETTER AUG 13 INHALT BDAE INTERN Neu dabei ............................2 Verstärkung für unsere Auslandsberatungsstelle gesucht ..............................2 TravelSecure ist beste Reise- krankenversicherung ........2 Zahl des Monats ..................2 DAS INTERVIEW “Man darf nicht auf die vermeintlich perfekte Gelegenheit warten“ ..........3 RECHTLICHES Hongkong: Einreise wird schwieriger ........................5 Neues EU-Erbrecht auch für Auslandsimmobilien ...5 Keine Muscheln aus der Türkei ausführen ................6 Bundestagswahl: Deutsche im Ausland müssen sich registrieren..........................6 Kein Schadensersatz bei verpasstem Flug wegen Warteschlange ....................6 Rechte von Flugpassa- gieren könnten einge- schränkt werden .................7 Welche Rechte Arbeit- nehmer im Urlaub haben ..7 EXPATRIATES Richtig verhandeln mit briti- schen Geschäftspartnern .....8 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .......9 VERMISCHTES Pauschalurlaub bei Deutschen beliebt ...........11 Was Europäer im Urlaub lesen .................................11 Was Europäer über ihre Strandfigur denken.........11 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...

Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" August 2013

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Die August-Ausgabe des BDAE-Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" informiert unter anderem, weshalb Reisende keine Muscheln mehr aus der Türkei ausführen dürfen, welche Auswirkungen das neue EU-Erbrecht auf Immobilien im Ausland hat und weshalb man keinen Schadensersatz bekommt, wenn man seinen Flug wegen einer sehr langen Wartezeit am Check-In-Schalter verpasst hat. Zudem haben die ARAG-Rechtsexperten einen Beitrag über die Rechte von Arbeitnehmern, die sich im Urlaub befinden, verfasst. In einem sehr interessanten Interview, erzählt eine junge Auswanderin, wie sie es geschafft hat, in ihr Traumland Australien zu ziehen und dort überdies auch noch einen Traumjob ausübt. Wie Geschäftsreisende und Expats erfolgreich mit Briten verhandeln, erläutert der Gastbeitrag der interkulturellen Trainerin Iris Engler. Ebenfalls spannend ist der Artikel über eine Studie, die die Auswirkungen der Luftverschmutzung in China auf potenzielle und in China lebende Expats untersucht hat. Demnach drohen etliche Auslandsentsendungen nach China aufgrund der Umweltprobleme vor Ort zu scheitern. In einem weiteren Beitrag wird erläutert, weshalb eine Reisekrankenversicherung unverzichtbar für Urlauber und Reisende ist. Tatsächlich hat kürzlich selbst die kritische Zeitschrift „Finanztest“ auf die Notwendigkeit der Reisekrankenversicherung eindringlich hingewiesen und etwa 40 Reiseversicherungen getestet. Sieger mit der Note 1,1 ist übrigens das vom BDAE vertriebene Produkt TravelSecure geworden. Wir wünschen wie immer viel Spaß bei der Lektüre.

Text of Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" August 2013

  • 1.1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, ein groer Teil von Ihnen lebt sicherlich im Ausland. Einige Leser unter Ihnen wiederum trumen davon, eines Tages zu neuen Ufern aufzubrechen. Die per- fekte Gelegenheit dazu wird es vermut- lich niemals geben. Das sagt zumindest unsere Interview-Partnerin Monique Isenheim, die inzwischen in ihrem Traumland Australien lebt. Was sie ber diesen wichtigen Schritt und die He- rausforderungen erzhlt, hat mich sehr beeindruckt. Deshalb mchte ich Ihnen das Interview auf der Seite 3 besonders ans Herz legen. Weniger beeindruckt war ich von einem aktuellen Gerichtsurteil, wonach Reisen- den, die ihren Flug aufgrund einer sehr langen Wartezeit am Check-in-Schalter verpasst haben, kein Schadensersatz zu- steht. Mehr zu dem Urteil erfahren Sie auf der Seite 7. In der Rubrik Rechtliches lesen Sie auch, welche Rechte Arbeit- nehmer im Urlaub haben, warum die Einreise nach Hongkong schwieriger wird und inwieweit die EU plant, die Verbraucherrechte im Flugverkehr ein- zuschrnken. Sehr spannend ist auch unser Gastbei- trag zum Thema Verhandeln mit briti- schen Geschftspartnern. Die Autorin gibt ab der Seite 8 hilfreiche Tipps fr die erfolgreiche Kommunikation mit Bri- ten. Britische Expats werden Sie vor allem auch in den Vereinigten Arabi- schen Emiraten (VAE) treffen, wo es ebenfalls einige Neuerungen gibt. So plant beispielsweise Abu Dhabi eine Frei- handelszone nach dem erfolgreichen Vorbild in Dubai. Letzteres Emirat muss aufgrund der wachsenden Anzahl von Expat-Familien deutlich mehr Schulen bauen, um alle Kindern unterzubringen. Details dazu finden Sie auf der Seite 14. Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lek- tre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz NEWSLETTER AUG13 INHALT BDAE INTERN Neu dabei ............................2 Verstrkung fr unsere Auslandsberatungsstelle gesucht ..............................2 TravelSecure ist beste Reise- krankenversicherung ........2 Zahl des Monats..................2 DAS INTERVIEW Man darf nicht auf die vermeintlich perfekte Gelegenheit warten..........3 RECHTLICHES Hongkong: Einreise wird schwieriger ........................5 Neues EU-Erbrecht auch fr Auslandsimmobilien ...5 Keine Muscheln aus der Trkei ausfhren ................6 Bundestagswahl: Deutsche im Ausland mssen sich registrieren..........................6 Kein Schadensersatz bei verpasstem Flug wegen Warteschlange....................6 Rechte von Flugpassa- gieren knnten einge- schrnkt werden.................7 Welche Rechte Arbeit- nehmer im Urlaub haben ..7 EXPATRIATES Richtig verhandeln mit briti- schen Geschftspartnern.....8 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .......9 VERMISCHTES Pauschalurlaub bei Deutschen beliebt...........11 Was Europer im Urlaub lesen.................................11 Was Europer ber ihre Strandfigur denken.........11 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...

2. VERSTRKUNG FR UNSERE AUSLANDSBERATUNGSSTELLE GESUCHT Ab sofort suchen wir Verstrkung fr un- sere Auslandsberatungsstelle mit Schwer- punkt Auslandsentsendung. Das Team bert Unternehmen, die ihre Mitarbeiter als so genannte Expatriates ins Ausland entsenden, damit diese dort beispiels- weise ein Projekt umsetzen oder eine Niederlassung leiten. Schwerpunkte der Beratung sind Sozialversicherung, Ar- beits- und Steuerrecht sowie die Schu- lung von Personalern in Seminaren und Workshops. Als Assistenz unseres Beratungsteams untersttzen Sie Ihre Kollegen: in allen administrativen Angelegen- heiten, im operativen Tagesgeschft und bei aktuellen HR-Projekten unserer Kun- den, bei der Planung und Organisation von Messeauftritten und bei der Koordination der Unterneh- mensanfragen sowie bei der Recherche zu allen aktuell relevanten Themen- gebieten. Wenn Sie Interesse haben, unsere Aus- landsberatungsstelle zu untersttzen, senden Sie bitte Ihre Bewerbung inklu- sive Ihres mglichen Starttermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen an folgende Adresse: [email protected] Idealerweise bringen Sie einen entspre- chenden Hochschulabschluss oder bereits Erfahrung im internationalen HR-Bereich mit. Sollten Sie bereits Erfahrungen beim Management von Expatriates und Impa- triates haben, freuen wir uns ebenso ber Ihre Bewerbung. Weitere Informa- tionen zur Position finden Sie hier. TRAVELSECURE IST BESTE REISEKRANKENVERSICHERUNG In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (09/2013) ist die Auslandsrei- sekrankenversicherung TravelSecure AR- 365 vom BDAE-Partner Wrzburger Versicherung unter 40 analysierten An- geboten zur besten Versicherung gekrt worden. Als einziger Tarif erhielt Travel- Secure die Note 1,1. Die Versicherung bietet der BDAE bereits seit Jahren auf seiner Webseite zu besonders gnstigen Konditionen an. Nhere Infos dazu finden Interessierte hier. 2 BDAE INTERN ... GESUNDHEIT INTERNATIONAL Blasenentzndung nach Freibadbesuch: Trinken hilft ..................................12 Luftverschmutzung in China schreckt Expats ab...........12 Warum eine Reisekranken- versicherung sinnvoll ist .13 AUS ALLER WELT Spaniens Immobilienpreise sinken wieder..................14 Abu Dhabi grndet Frei- handelszone ....................14 Dubai muss mehr Schulen bauen...............................14 IMPRESSUM .................... 14 NEU DABEI Seit Juni dieses Jahres ist Philipp Belau verant- wortlich fr die IT-Administra- tion beim BDAE. Der 26-Jhrige ist ausgebildeter IT-Systemelektro- niker und hat in seinen mehr als sechs Jahren Berufserfah- rung namhafte Unternehmen in Fragen der Informationstechnologie betreut und beraten. Mit seiner Ttigkeit hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, denn bereits als Kind und Jugendlicher beschftigte er sich sehr gerne mit der Computer-Welt. Inzwischen haben sich seine Freizeitaktivitten auf we- niger virtuelle Ebenen verlagert. So trifft sich der ehemalige Leichtathlet gerne mit Freunden im Sommer bevorzugt zum Fuball und verbringt auch gerne Zeit mit der Familie oder entdeckt Deutsch- lands schnste Tierparks. Wie fast alle BDAE-Mitarbeiter zieht es auch Philipp Belau ab und an in die Ferne. Ein bis zweimal im Jahr muss es hinaus aus Deutschland gehen und einen anderen Flecken der Erde zu be- sichtigen geben. Ein besonderes Ziel fr die Zukunft ist dabei eine Reise nach Amerika. An seiner neuen Ttigkeit beim BDAE schtzt er vor allem die Vielseitigkeit, die jeden Arbeitstag zu einem anderen macht. Informationstechnologie ist in Dienstleistungsunternehmen wie unse- rem das Produktionsmittel schlechthin. Und dieses bedarf besonderer Sorgfalt und Pflege. Wir sind deshalb sehr froh, mit Philipp Belau einen Experten gewon- nen zu haben, der uns sowohl bei Hard- ware- als auch Software-Belangen profes- sionell untersttzt, sagt BDAE-Ge- schftsfhrerin Silvia Opitz. ZAHL DES MONATS: 21 % DER DEUTSCHEN GESCHFTSREISENDEN haben unterwegs Kontakt zu Hund, Katze & Co. und haben sogar schon einmal mit dem Haustier telefoniert oder geskypt. (Quelle: OnePoll, InterContinental Hotels Group) 3. BDAE: Aktuell engagieren Sie sich in Australien fr Tierarten wie den Orang- Utan. Wie kam es dazu? Isenheim: Mein Ziel war, eine Po- sition an der Schnittstelle zwi- schen Wirtschaft und Umwelt- schutz einzu- nehmen, in der ich ernsthaft et- was bewegen kann. Deshalb habe ich am Centre for Sustainability Management meinen MBA in Sustainability Management, also Nach- haltigkeitsmanagement, gemacht, par- allel zu meiner damaligen Arbeit bei Bayer Healthcare. Die Qualifikation durch den MBA ermglicht ja eine ganze Reihe spannender Arbeitsgebiete, beispiels- weise im Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen, als Beraterin, im Ma- nagement von grnen Start-Ups oder Unternehmen und im Non-Profit Be- reich. Dass ich jetzt fr den WWF in Au- stralien arbeite, ist fr mich persnlich sozusagen der Schokostreusel auf der Sahne auf dem Eis. Die Arbeit mit den Unternehmen reduziert nicht nur deren eigenen kologischen Fuabdruck, sie hat auch wichtige Signalwirkung fr Kunden, Lieferanten und Mitbewerber. Gleichzeitig helfen die Partnerschaften dabei, wichtige Projekte des WWF zu untersttzen wie zum Beispiel die Ar- beit im Herzen Borneos. BDAE: Sie verhandeln heute auf Au- genhhe mit Grounternehmen und bringen dort Umweltanliegen ein. Was ist aus Ihrer Sicht ausschlaggebend fr erfolgreiche Verhandlungen an der Schnittstelle Wirtschaft-Umwelt? Isenheim: Wenn man langfristig etwas zusammen bewegen will, muss man Partnerschaften aufbauen, von denen beide Seiten profitieren. In meiner Rolle ist es einerseits wichtig, die Perspektive und Motivation von Unternehmen zu verstehen, also ihre Sprache zu spre- chen. Gleichzeitig ist man Partner auf Augenhhe und formuliert konkrete und ambitionierte Ziele. Wenn man es schafft, Umweltanliegen so zu adressie- ren, dass dem Unternehmen daraus ein Wettbewerbsvorteil entsteht zum Bei- spiel durch niedrigere Kosten, ein redu- ziertes Geschftsrisiko oder Differenzie- rung von Mitbewerbern, erreicht man letztlich mehr als mit philanthropischen Hauruck-Aktionen. BDAE: Viele von uns trumen davon, einmal alles stehen und liegen zu lassen und ins Ausland zu gehen. Sie haben es gewagt. Sie waren bei den Bay Area Green Tours in Kalifornien und leben nun in Sydney Traumziele, Traumjobs fr viele Deutsche. Wie kommt man dahin? Isenheim: Ich wrde sagen, hartnckig sein und nicht auf die vermeintlich per- fekte Gelegenheit warten. Ich glaube, insbesondere wir Deutschen wollen gern alles zu 100 Prozent unter Kon- trolle haben, alles vorausplanen und jedes Risiko vermeiden. Wenn man im Ausland leben und arbeiten mchte, lsst sich aber nicht jedes Detail planen. Der Respekt vor Unsicherheiten kann lhmend sein. Natrlich sollte man nicht ins kalte Wasser springen, wenn man nicht schwimmen kann, aber man muss auch kein Ian Thorpe sein. Viele Berufs- einsteiger erhoffen sich von globalen Unternehmen die Mglichkeit, einmal im Ausland zu arbeiten. Entsendungen lohnen sich aber meistens nur bei Mit- arbeitern, die schon einige Jahre im Un- ternehmen gearbeitet haben. Wenn es dann soweit ist, hat man bei der Wahl des Ziels selten freie Auswahl oder mitt- lerweile andere Prioritten. Ich denke, wer es ernst meint, die ntige Ausbil- dung und ein wenig Berufserfahrung gesammelt hat, hat die besten Chancen, wenn er oder sie es direkt versucht. 3 DAS INTERVIEW MAN DARF NICHT AUF DIE VERMEINTLICH PERFEKTE GELEGENHEIT WARTEN Nach ihrem berufsbegleitenden Studium Sustainability Management an der Leuphana Universitt Lneburg verschlug es Monique Isenheim, Grnderin von Green In Berlin nach Kalifornien und schlielich zum WWF nach Australien. Der BDAE sprach mit ihr ber den seit nunmehr zehn Jahren etablierten Studiengang Green Skills und die Herausforderungen beim Auswandern. heike_hultsch - Fotolia.com 4. 4 BDAE: Was waren die grten Hrden fr Sie, auf dem Weg zu Ihrem berufli- chen Ziel im Ausland? Isenheim: Die Entscheidung, von einer sicheren Position in einem Dax-Unter- nehmen mit guten Aufstiegsmglichkei- ten und einem tollen Team zu einem kleinen Non-Profit Start-Up in den USA zu wechseln, um dort nur einen Bruch- teil des bisherigen Gehaltes zu verdie- nen, habe ich mir nicht leicht gemacht. In meinem Umfeld hat das auch nicht jeder verstanden. Letztlich war es eine der besten Entscheidungen berhaupt. Bei Bay Area Green Tours habe ich das Non-Profit-Leben live erlebt und es gibt wohl kaum einen besseren Ort als Kali- fornien, um mit Start-Ups und grnen Pionieren zu arbeiten. Die Grndermen- talitt ist inspirierend und ansteckend, schlielich ist Green In Berlin eine On- line Plattform fr Berliner, Neu-Berliner und Berlin-Touristen, die umweltfreund- liche Alternativen fr alle Lebensbereiche aufzeigt entstanden. Beim nchsten Umzug nach Australien, war der Re- spekt vor dem groen Schritt schon nicht mehr annhernd so gro. Familie und Freunde sind jetzt allerdings noch weiter weg. In Zeiten von Skype, Viber und E-Mail kann man aber den- noch gut in Kontakt bleiben. Auerdem haben wir natrlich ein Schlafsofa fr Besucher. BDAE: Was hat Ihnen am meisten dabei geholfen, alle Durststrecken durchzuste- hen und der Umsetzung Ihres Traums unbeirrt zu folgen? Was knnen Sie an- deren empfehlen? Isenheim: Ich glaube, es ist wichtig, ein sehr klares Ziel vor Augen zu haben und konsequent zu verfolgen. Wenn man ganz konkret wei, was man mchte, kann man darauf hinarbeiten, sich wei- terbilden, bestimmte Herausforderun- gen bewusst suchen, Prioritten setzen. Dazu gehrt auch Geduld: Das Ziel, eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten, und ganz besonders in Australien, hatte ich schon als Teenager. BDAE: Was verstehen Sie unter dem fr Ihre Ttigkeit so wichtigen Begriff Green Skills? Isenheim: Eine der wichtigsten Green Skills in der Arbeit in oder mit Unter- nehmen ist aus meiner Sicht, die gr- ten Hebel fr unternehmerische Nach- haltigkeit zu identifizieren. Natrlich ist es toll, wenn ein Unternehmen seine Bros mit Energiesparlampen ausstattet, aber einen echten Unterschied wird man erst machen, wenn man die Dinge an- geht, die die grten Umweltauswir- kungen haben. Dazu muss man nicht nur das Unternehmen und die Prozesse in der Gesamtheit erfassen, sondern auch die gesamte Wertkette ein- beziehen. DAS INTERVIEW dervish15 - Fotolia.com INFO: Bewerbungsschluss fr den Studiengang Sustainability Management an der Leu- phana Universitt Lneburg ist der 30.09.2013. Fr weitere Informationen steht Frau Katrin Heeren zur Verfgung: Tel: +49 4131-677 22 10 Fax: +49 4131-677-21 86 E-Mail:[email protected] www.sustainament.de www.green-in-berlin.de 5. HONGKONG: EINREISE WIRD SCHWIERIGER Ab 1. September dieses Jahres gelten fr China und Hongkong verschrfte Visa- Regelungen. So soll es zum Beispiel statt bislang acht nun zwlf verschiedene Visa-Kategorien geben. Besonders dras- tisch: Bei falschen Angaben im Antrag sollen Gefngnisstrafen drohen. Darauf weist der Geschftsreise-Verband (VDR) hin. Bisher konnten von der Sonderverwal- tungszone Hongkong aus die Visa fr China einfacher beantragt werden. Re- gelungen, die dort bislang mglicher- weise umgangen werden konnten, werden jetzt wohl strenger eingehalten. Derzeit geben die chinesischen Behr- den keine Ausknfte zur Visa-Beschaf- fung. Der VDR empfiehlt, Visa nach China rechtzeitig zu beantragen und ge- duldig mit den Visa-Dienstleistern zu sein. Auch ihnen sind die Hnde ge- bunden, sagt VDR-Prsident Dirk Ger- dom. Wenn man sich berlegt, wie kompli- ziert die Einreise nach Deutschland oder gar die Beantragung einer Arbeitser- laubnis sein kann, muss man sich nicht wundern, wenn andere Lnder ebenfalls dicht machen, so Gerdom. Er appel- liert deshalb an deutsche Behrden, den Abbau von Brokratie oder die Ab- schaffung der persnlichen An- tragstellung ins Auge zu fassen. RECHTLICHES 5 NEUES EU-ERBRECHT AUCH FR AUSLANDSIMMOBILIEN Vor gut einem Jahr ist die neue EU-Erb- rechtsverordnung in Kraft getreten. Da sie erst auf Erbflle Anwendung findet, die ab dem 17. August 2015 eintreten, haben Personen mit zu vererbenden Be- sitz im Ausland noch die Mglichkeit, wichtige Anpassungen im Testament vorzunehmen. Darauf weist die Ham- burgische Notarkammer hin. Insbesondere Erbflle mit EU-Auslands- bezug haben es in sich. Denn durch die uneinheitlichen Regelungen der ver- schiedenen Staaten finden oftmals gleich mehrere Erbrechtsordnungen Anwen- dung, die allerdings zu unterschiedli- chen Ergebnissen fhren. Ein Beispiel: Verstirbt ein deutscher Staatsangehri- ger mit Immobilienbesitz in Frankreich, gilt nach franzsischem Recht mit Blick auf die Immobilie franzsisches Recht. Dagegen wird das in Deutschland be- findliche Vermgen sowie das bewegli- che Vermgen in Frankreich nach deut- schem Recht vererbt. Diese Situation soll durch die Erbrechts- verordnung verbessert werden. So ist knftig weder die Staatsangehrigkeit des Erblassers noch die Belegenheit einer Immobilie entscheidend. Vielmehr richtet sich das Erbrecht ausschlielich nach dem letzten gewhnlichen Auf- enthalt des Erblassers. Nach dem in die- sem Staat geltenden Recht wird das gesamte Vermgen des Erblassers ver- erbt. Dies kann laut der Hamburgischen Notarkammer insbesondere fr Deut- sche, die noch in fortgeschrittenem Alter ihren gewhnlichen Aufenthalt in ein anderes Land verlegen, zu berra- schungen fhren. Der Grund: Viele deut- sche Erblasser gehen aufgrund des momentan in Deutschland noch gelten- den Staatsangehrigkeitsprinzips davon aus, dass auf ihren Erbfall deutsches Recht Anwendung finden wird. Ist dies nach der neuen Erbrechtsverordnung nicht der Fall, weil der Erblasser inzwi- schen im EU-Ausland lebt, kann dies zu nicht gewollten Ergebnissen fhren, wenn beispielsweise das materielle auslndi- sche Recht ein anderes gesetzliches Erb- recht oder andere Pflichtteils- beziehungs- weise Noterb-Rechte vorsieht. Um dies zu vermeiden, ermglicht die Verordnung, eine Rechtswahl zu Gun- sten des Rechtes jenes Staates, dem die Person zum Zeitpunkt der Rechtswahl oder zum Zeitpunkt des Todes angehrt, vorzunehmen. Die Rechtswahl muss in Form einer Verfgung von Todes wegen erfolgen. Wird diese von einem Notar beurkundet, kann dieser zugleich ber verschiedene Gestaltungsmglichkeiten beraten. Da die Verordnung auch auf Alttestamente (solche, die vor dem 17. August 2015 entstanden sind) An- wendung findet, sollten bestehende Verfgungen von Todes wegen insbe- sondere solche, in denen es um Aus- landsimmobilien geht noch einmal berprft und gegebenenfalls gendert werden. Eine weitere Neuerung: Mit Hilfe des Nachlasszeugnisses, das dem deutschen Erbschein hnelt, kann die Stellung als Erbe, Vermchtnisnehmer, Nachlassver- walter oder Testamentsvollstrecker nach- gewiesen werden. Das Nachlasszeugnis, das neben den nationalen Erbschein tritt, erleichtert damit in grenz- ber- schreitenden Fllen das formale Proze- dere, da keine nationalen Dokumente der verschiedenen Staaten mehr be- schafft werden mssen. Mehr Informationen: [email protected] burgische-notarkammer.de Jrgen Flchle - Fotolia.com teresatky - Fotolia.com 6. 6 BUNDESTAGSWAHL: DEUTSCHE IM AUSLAND MSSEN SICH REGISTRIEREN Am 1. September 2013 luft die Frist fr Deutsche im Ausland fr die Eintragung in das Whlerverzeichnis aus. Die Ein- tragung ins Whlerverzeichnis ist Vo- raussetzung, um an der Bundestagswahl am 22. September 2013 teilnehmen zu knnen. Darauf weist der Bundeswahl- leiter hin. Betroffen sind Deutsche, die sich dauer- haft im Ausland aufhalten etwa als Ex- pats oder Auswanderer und keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben. Wenn diese sich an der Bundestagswahl beteiligen wollen, mssen sie so schnell wie mglich schriftlich mit einem be- sonderen Formular ihren Eintrag in das Whlerverzeichnis ihrer letzten Heimat- gemeinde in Deutschland beantragen. Der Antrag muss bis zum 1. September 2013 bei der Gemeinde eingehen. Auch Deutsche im Ausland, die bereits bei der letzten Bundestagswahl 2009 einen An- trag gestellt hatten, mssen diesen zur Bundestagswahl 2013 erneut anfor- dern. Nhere Informationen und das Antrags- formular erhalten Deutsche im Ausland bei fast allen Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder im In- ternetangebot des Bundeswahlleiters. Deutsche, die sich vorbergehend (zum Beispiel whrend einer lngeren Ge- schftsreise) im Ausland aufhalten, aber weiterhin in Deutschland gemeldet sind, werden automatisch in das Whlerver- zeichnis ihrer Gemeinde eingetragen und knnen per Briefwahl an der Bun- destagswahl 2013 teilnehmen. KEIN SCHADENSERSATZ BEI VERPASSTEM FLUG WEGEN WARTESCHLANGE Wer seinen Flug aufgrund einer langen Warteschlange am Abfertigungsschalter verpasst, hat keinen Anspruch auf Ent- schdigung. Das haben die Richter vom Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az.: X ZR 83/12). Geklagt hatte ein Reisender, dessen Flug um 11:15 Uhr starten sollte. Obwohl er bereits frh am Flughafen angekommen war, um einzuchecken, war es ihm auf- grund der extrem langen Warteschlange nicht mglich, sein Gepck pnktlich abzugeben. Gem der EU-Fluggast- rechteverordnung verlangte er von der Airline eine Entschdigung in Hhe von 400 Euro. Laut BGH stehen ihm diese jedoch nicht zu. Begrndung: Die Fluggastrechtever- ordnung enthlt kein umfassendes Re- gelwerk, das Ansprche auf Ausgleichs- zahlungen, Erstattung von Entgelten und Betreuungsleistungen fr smtliche Flle vorsieht, in denen der Fluggast nicht oder nicht zu dem geschuldeten Zeitpunkt befrdert wird. Durch die Ver- ordnung werden lediglich Mindestrechte fr Fluggste in den Fllen der Nichtbe- frderung gegen ihren Willen, der An- nullierung des Flugs und der Versptung des Flugs festgelegt. tang90246 - Fotolia.com pico - Fotolia.com KEINE MUSCHELN AUS DER TRKEI AUSFHREN Das Lebensmittel- und Veterinramt der Europischen Kommission hat in der Trkei eine Untersuchung durchgefhrt, bei dem die amtlichen Kontrollen der Produktion von Muscheln und Fischerei- erzeugnissen berprft wurden. Bei der berprfung wurden mehrere Mngel in der Durchfhrung der amtlichen Kon- trollen in der Trkei, insbesondere bei den Analysen der amtlichen Laborato- rien, festgestellt. Daraufhin hat die Europische Union mit der Verordnung (EU) 743/2013 ein Ein- fuhrverbot fr lebende und gekhlte Muscheln aus der Trkei verhngt. Fr gefrorene und verarbeitete Muscheln wurden umfangreiche Tests angeordnet, um die Einfuhrfhigkeit sicherzustellen. Die Verordnung gilt bis zum 4. Au- gust 2014. photocrew - Fotolia.com RECHTLICHES 7. 7 RECHTE VON FLUGPASSAGIEREN KNNTEN EINGESCHRNKT WERDEN Die EU Kommission hat berraschend eine nderung der Fluggastrechtever- ordnung vorgeschlagen. Diese bedeuten nach Angaben des Betreibers der Portale www.flugverspaetung.com und www. profluggast.de Verschlechterungen fr den Verbraucher, insbesondere im Hin- blick auf ausgleichspflichtige Flugver- sptungen. Wrde der EU-Vorschlag umgesetzt, wren beispielsweise fr das Jahr 2012 rund 60 Prozent der Flge nunmehr nicht mehr (ausgleichspflich- tig) versptet gewesen. Whrend andere Lnder (USA, Thailand etc.) zunehmend den europischen Vor- gaben und damit auch der EU-Recht- sprechung folgen und ihren Brgern einen Ausgleich fr die entstandene Wartezeit und den damit verbunden Zeitverlust auf den Flughfen bei groer Versptung gewhren, soll nun die An- zahl der bislang ausgleichspflichtigen Flugversptungen massiv zu Lasten der Verbraucher verringert werden. So soll knftig anstelle von drei Stunden erst ab einer Flugversptung von fnf Stunden von einer groen (ausgleichs- pflichtigen) Flugversptung gesprochen werden. Zudem sollen smtliche EU- Flge einen maximalen Ausgleichsan- spruch von 250 Euro begrnden (bislang 400 Euro), whrend dies bislang ledig- lich fr EU-Flge unter 1.500 Flugkilo- metern galt. Bei lngeren Flgen soll sogar erst ab einer Wartezeit von mehr als neun Stun- den (Flugstrecke zwischen 3.500 km und 6.000 km) oder erst ab einer War- tezeit von mehr als 12 Stunden (Flug- strecke mehr als 6.000 km) ein Ausgleich fr die lange Flugversptung erfol- gen. Giordano Aita - Fotolia.com WELCHE RECHTE ARBEIT- NEHMER IM URLAUB HABEN Mittlerweile hrt man auch von hoch- rangigen Politikern, Unternehmen mss- ten Mitarbeiter aus dem Urlaub zurck- holen, wenn akuter Personalmangel herrscht. Die ARAG-Rechts-Experten sagen, ob und wann ein Rckruf aus dem Urlaub mglich ist. Hintergrund sind die Probleme am Hauptbahnhof der Stadt Mainz, die in- zwischen Konsequenzen haben. Das Ei- senbahnbundesamt hat ein Verfahren gegen die Bahn eingeleitet. Dabei wird ein mglicher Versto der Bahn-Tochter DB Netz AG gegen die Betriebspflicht untersucht, denn wichtige Knoten- punkte wie die Landeshauptstdte ms- sen natrlich durchgngig erreichbar sein. Welche Rechte haben Arbeitnehmer ei- gentlich in Bezug auf ihren Urlaub? Grundstzlich hat jeder Arbeitnehmer bezogen auf eine Sechstagewoche einen gesetzlich verankerten Mindest- anspruch von 24 Werktagen Erholungs- urlaub pro Jahr; bei Schwerbehinderten sind es fnf Tage mehr. Whrend dieser Zeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Fortzahlung seines Arbeitsentgeltes. Der Arbeitgeber muss bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswn- sche des Arbeitnehmers bercksichti- gen, es sei denn, dass diesen drin- gende betriebliche Belange oder Ur- laubswnsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen wrden, entge- genstehen. Genau daran entzndet sich in den Ab- teilungen eines Unternehmens gerne mal ein handfester Streit. Dringend im Sinne des Gesetzes sind betriebliche Belange, wenn die Urlaubsgewhrung fr den Arbeitgeber zu einer erheblichen Beeintrchtigung des Betriebsablaufes fhren wrde. Mageblich ist dafr vor allem die konkrete Situation des Betrie- bes, aber auch die Bedeutung des Ar- beitnehmers und der von ihm ausge- bten Ttigkeiten fr den Betrieb. Vor diesem Hintergrund htten der Urlaubs- gewhrung die derzeitigen personellen Engpsse am Mainzer Hauptbahnhof entgegengestanden. Sind die Mainzer Stellwerksmitarbeiter und Fahrdienstleiter berhaupt im Ur- laub erreichbar? Wenn der Urlaub ein- mal gewhrt ist, muss man fr die Firma schlielich nicht auf Stand-by stehen. Wer sich im Urlaub befindet, soll sich er- holen; muss also nicht erreichbar sein und darf auch nicht ohne Weiteres zu- rckbeordert werden. Das Bundesar- beitsgericht hat ebenfalls besttigt, dass selbst spezielle Verabredungen zwischen Chef und Mitarbeiter dahingehend un- wirksam sind (BAG, Az.: 9 AZR 405/99). Die Richter halten es auch nicht fr not- wendig, dass der Arbeitnehmer auer bei Krankheit seine Urlaubsadresse mitteilt. Arbeitnehmer mssen also bei ihrer Pla- nung auf den Betrieb und dessen Be- lange Rcksicht nehmen. Eines darf ein Arbeitgeber allerdings nicht: Bereits ge- nehmigten Urlaub widerrufen oder An- gestellte aus den Ferien zurckholen. Ausnahmen hiervon gibt es nur im Ex- tremfall, beispielsweise, wenn der kurz- fristige Zusammenbruch des Betriebs droht. Und auch dann muss der Chef alle Kosten, die dem Arbeitnehmer und seiner Familie beispielsweise durch das Stornieren einer Reise entstehen, ber- nehmen, so die ARAG-Rechts-Exper- ten. Bloe organisatorische Probleme reichen jedenfalls nicht aus, um bereits erteilten Urlaub zu widerrufen (ArbG Frankfurt, Az.:22 Ca 4283/05). VRD - Fotolia.com RECHTLICHES 8. RICHTIG VERHANDELN MIT BRI- TISCHEN GESCHFTSPARTNERN I see where you are coming from ist eigentlich ein einfacher Satz, aber ver- stehen Sie ihn auch wirklich? Fr einen Briten ist das die elegante Einleitung, wenn er nicht Ihrer Meinung ist. Dieser Satz ist nicht nur ein Beispiel fr sprach- liche Unterschiede, sondern vor allem auch fr die kulturellen. Und diese be- ginnen gleich vor der Haustr. Wir wis- sen alle, dass der Menschenschlag in Bayern ein anderer ist als der in Nord- deutschland so ist es eigentlich kein Wunder, dass unsere Nachbarlnder auch anders ticken als wir. Nicht wahr? Die Kommunikation verluft in Grobri- tannien wesentlich indirekter als in Deutschland. In Gesprchen werden Konfrontationen gemieden und unan- genehme Botschaften so verpackt, dass niemand sein Gesicht verliert und man sich jederzeit neutral wiederbegegnen kann. Insbesondere diese Verpackung macht vielen Deutschen in ihrem Ge- schftsalltag zu schaffen. Oft empfinden die Deutschen die Aussagen ihrer briti- schen Kollegen und Kunden als wishy- washy, unprzise, nichts sagend und diffus. Besonders in Situationen, wo Pro- bleme angegangen werden mssen, verschrft sich dieser Eindruck noch. Ist es nun also besser, Unangenehmes zu verpacken oder sollte man die Dinge beim Namen nennen? Diese Frage wird mehrheitlich, je nach Land, anders be- antwortet. Kein Wunder, denn wirft man einen Blick auf die kulturellen Grundwerte die Antreiber des Den- kens und Handelns so stellt man fest, dass die deutsche Ehrlichkeit der bri- tischen Hflichkeitsetikette gegen- bersteht. Hier gilt es demzufolge nicht zu entscheiden, was besser ist, sondern sich dieser Unterschiede und Auswir- kung bewusst zu werden und einen ad- quaten Umgang damit zu finden. So ist es auch Gang und Gbe bei den Briten, die Schuld bei sich selbst zu suchen und nicht bei seinem Gegen- ber. Stze wie Its probably me oder Im not sure whether I understood all the details sind Beispiele, wenn je- mand auf die Unzulnglichkeiten seines Gesprchspartner indirekt hindeuten mchte. Man erhofft sich dadurch, dass das Gegenber seinen Fehler selbst er- kennt und darauf reagiert mit Oh no no, it must have been me oder Im sorry, I think I didnt make myself clear enough oder hnlichem. Auerdem ist es wichtig, optimistisch zu bleiben. Kri- tik alleine kommt nicht gut an, sie sollte immer nur in Verbindung mit einem konkreten Lsungsvorschlag angespro- chen werden und wie gesagt, nett ver- packt sein. WIE SMALL IST DER TALK? Small talk ist ein wichtiges Kommunika- tionsinstrument bei den Briten, um sich auf lockere Art und Weise nher zu kommen. Es wird sehr hufig als Eisbre- cher eingesetzt und dient auch immer gerne als Auftakt fr Besprechungen und Beziehungspflege fr zwischen- durch. Small talk hat einen angesehenen Stellenwert in Grobritannien, wer ihn beherrscht, ist deutlich im Vorteil. Dabei wird man nicht zu persnlich, sondern versucht sich auf einer neutralen Ebene zu bewegen. Man sucht nach Solidaritt beziehungsweise Gemeinsamkeiten und nicht nach abweichenden Meinungen. UNDERSTATEMENT DER BRITEN Sich selbst nach auen hin nicht so wichtig nehmen. Die Verwendung des Vornamens, auch bei Menschen, die man geschftlich vorher noch nie ge- troffen hat, ist an der Tagesordnung. So werden auch Titel im persnlichen Ge- sprch nicht genannt. Understatement bedeutet auch, dass man die eigene Zweifel runterspielt mit Stzen wie That might be a bit tricky oder Well, we quite like that, however Auch in den schwierigsten Situationen wrden die meisten Briten ihre Conte- nance bewahren und sich nur selten zum Jammern und Beklagen hinreien lassen. Kurzum: Ein khler Kopf kommt immer gut an und eine unauffllige, zu- rckhaltende Art (low key). ABER BITTE MIT HUMOR Der britische schwarze Humor ist weit ber seine Landesgrenzen hinweg be- kannt. Darin spiegelt sich viel britische Seele wider. Humor ist auch im Ge- schftsleben weit verbreitet und sorgt insbesondere in ernsten Situationen fr Leichtigkeit und eine positive Atmo- sphre. Wer ber sich selbst lachen kann, sammelt Pluspunkte. Wenn Sie zu serious wirken, verbindet der Brite damit Unbeweglichkeit und Spalosig- keit. Bessere bersetzungen fr das deutsche seris sind brigens trust- worthy, respectable oder reliable. Auch sollten Sie wissen, dass man mit dem Spruch same procedure as last year nur fragende Blicke ernten wird statt Gelchter. Dinner for one ist eine Fernsehproduktion des NDR aus dem Jahr 1963 und in Grobritannien vllig unbekannt. Wer die Welt verstehen will, sollte fter mal die Perspektive wechseln. Im inter- nationalen Geschft geht es nicht darum zu entscheiden, wer Recht hat, sondern darum, zu akzeptieren, dass es mglicherweise noch andere Arten gibt ber die Welt zu denken, als die unsere! Wenn Sie das Potenzial der Kulturvielfalt fr sich und Ihr Unternehmen nutzen mchten, dann lassen Sie sich in inter- kulturellen Trainings oder Coa- chings dafr fit machen. 8 EXPATRIATES Tim - Fotolia.com DIE AUTORIN: Iris Engler fhrt seit 15 Jahren interkulturelle Management- Trainings, Coaching und Be- ratungen fr Fach- und Fhrungskrfte durch. Sie ist Mitinhaberin des Unterneh- mens Kulturadvantage. E-Mail: [email protected] tage.com Tel.: +49-162-2932997 9. 9 AIRBERLIN Mit neuen Verbindungen und hheren Frequenzen auf bestehenden Routen er- weitert Airberlin mit dem kommenden Winterflugplan ihr Spanien- und Russ- land-Angebot. Airberlin fhrt im Winter neue Nonstop- Verbindungen von Frankfurt, Mnchen, Stuttgart und Zrich nach Alicante ein und bietet so ein ganzjhriges Flugan- gebot in die spanische Hafenstadt an der Costa Blanca. Daneben stockt die Airline im Vergleich zum Vorjahreswin- ter die Nonstop-Flge nach Alicante von Berlin und Dsseldorf von drei auf vier beziehungsweise von fnf auf sieben wchentliche Flge auf und erweitert damit ab dem 1. November dieses Jah- res ihr Streckennetz. Auch nach Malaga fliegt Airberlin in die- sem Winter fter als bisher. Ab Berlin geht es anstelle von dreimal nun viermal pro Woche in die zweitgrte Stadt An- dalusiens, ab Dsseldorf statt sechsmal nun siebenmal und ab Stuttgart wird an- stelle von einmal nun zweimal die Woche ein Flieger an die Costa del Sol starten. Daneben bietet die Airline im Vergleich zum letzten Winter 13 zustz- liche Flge pro Woche ab Deutschland auf die Kanarischen Inseln an. Ab dem 1. September dieses Jahres kommen ebenso drei Flge auf der Strecke von Berlin nach Madrid hinzu. Bereits seit Februar bedient Airberlin die Strecke zwischen Berlin-Tegel und Ma- drid tglich nonstop. Nun hebt jeweils montags, freitags und sonntags ein zu- stzlicher Flieger ab. Neben Spanien stockt Airberlin ab dem Winterflugplan ebenso das Flugangebot nach Russland auf. Die Airline fliegt dann zweimal tglich von Berlin nach St. Petersburg und von Berlin nach Moskau. ++++++++++++++++++++++++++++ FLUGHAFEN HEATHROW Auf dem Flughafen Heathrow wurde ein neues System eingefhrt positive bo- arding, mithilfe dessen verzgerte Ab- flge aufgrund von verspteten Flug- gsten reduziert werden sollen. Gleich- zeitig informiert dieses neue System ber einen Bildschirm die verspteten Passagiere ber die schnellste Mglich- keit, ans Gate fr ihren Anschlussflug zu gelangen. Reisende, die so spt sind, dass sie gar nicht mehr mitgenommen werden, erfahren dieses ebenfalls ber positive boarding. Mittels des neuen Systems wei die Fluggesellschaft rechtzeitig, ob ein Flug- gast pnktlich ist oder nicht, dadurch kann das entsprechende Gepck schnel- ler als bisher wieder ausgeladen werden und so der Flugplan besser eingehalten werden. Nach umfangreichen Tests ist die briti- sche Airline Virgin Atlantic die erste Fluggesellschaft, die positive boarding am Terminal 3 fr ihre Langstreckende- stinationen und am Terminal 1 fr ihre Little Red-Inlandsverbindungen ein- gefhrt hat. Laut Aussagen des Flughafenbetreibers von Heathrow wurden in der ersten Woche ber 35.000 Reisende dank po- sitive boarding schneller zu ihrem Flug gebracht. Bei 44 % der Virgin Atlantic- und Little Red-Flgen wurden Flug- gste registriert, die aufgrund ihres Ver- haltens zu einem verspteten Start gefhrt htten. Ab September wird das neue System ebenfalls am Terminal 4 eingefhrt und kann zuknftig von allen Airlines genutzt werden. ++++++++++++++++++++++++++++ EMIRATES Emirates bietet ihren Fluggsten bei Rei- sen nach China ab sofort einen neuen Service: Auf dem Weg von und zu den Flughfen Beijing Capital Airport und Shanghai Pudong International Airport stehen Passagieren der First Class und Business Class der Emirates Chauffeur- Service zur Verfgung. Dieser neue Service ist an beiden Flug- hfen fr 60 Kilometer kostenlos. Zu- stzliche Entfernungen werden mit 5,00 CNY pro Kilometer berechnet. Der Chauffeur-Service kann in Deutsch- land bereits seit mehreren Jahren in An- spruch genommen werden. Ein persn- licher Fahrer holt den Fluggast in und um Frankfurt, Mnchen, Hamburg und Dsseldorf ab und bringt ihn zum Flug- hafen. Nach seiner Rckkehr fhrt er in wieder nach Hause oder ins Bro. Fr Deutschland ist dieser Service fr Passa- giere der Business Clas fr 40 Kilometer und fr Gste der First Class fr 80 Kilo- meter kostenlos. Der Emirates Cahauffeur-Service kann in insgesamt 55 Destinationen weltweit in Anspruch genommen werden. Reisende der First Class und Business Class kn- nen den Service ohne Zusatzkosten on- line auf www.emirates.de, telefonisch unter +49 69 945192000 oder im Rei- sebro bestellen. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRLINE NEWS whitelook - Fotolia.com 10. 10 AIRLINE NEWS Brad Pict - Fotolia.com FLUGHAFEN HAMBURG Der Flughafen Hamburg bietet seinen Gsten als erster deutscher Flughafen ab sofort einen neuen digitalen Service. Passagiere bekommen die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle in Echtzeit unter der Hamburg Airport App und ber die Internetseite des Hamburger Flughafens in der Rubrik Ankunft/Abflug live an- gezeigt. Der Status der Wartezeit wird alle 15 Minuten von den Mitarbeitern vor Ort aktualisiert. Dabei gibt es die Schritte 0-3 Minuten, 4-10 Minu- ten oder ber 10 Minuten. Nach Einschtzung des Flughafen Ham- burgs bietet es einen Mehrwert zu wis- sen, wie viel Wartezeit an der Sicherheitskontrolle eingerechnet wer- den muss. Dies kann vor allem fr Ge- schftsreisende attraktiv sein, da dieser neue Service eine effiziente Reisepla- nung ermglichen kann. Ebenso haben Fluggste vor Ort die Mglichkeit, bes- ser kalkulieren zu knnen wie viel Zeit sie noch nach dem Check-in und vor der Sicherheitskontrolle verbringen knnen. Besonders wichtig kann dies sein, wenn Passagiere sich vor lngeren Auslands- aufenthalten von ihren Verwandten und Bekannten verabschieden mchten. Die Hamburg Airport App steht kosten- los auf Deutsch, Englisch und Dnisch auf der Webseite des Flughafens (www.hamburg-airport.de) und im App Store zum Download bereit. ++++++++++++++++++++++++++++ CONDOR Ab dem 1. September dieses Jahres er- weitert die deutsche Fluggesellschaft Condor ihre Menauswahl an Bord um eine vegane Variante. Bisher konnten Passagiere zwischen einem vegetari- schen, diabetischen, gluten- oder lakto- sefreien Sondermen whlen. Mit dieser Erweiterung reiht sich die Air- line in eine wachsende Anzahl von Flug- gesellschaften ein, die ihren Bordservice in der Vergangenheit an vernderte Kundenwnsche angepasst haben. Die Art des neuen veganen Sonderme- ns hngt von der Flugzeit ab und um- fasst beispielsweise eine Antipasti- Variation mit Couscous-Salat, mit Gur- kenwrfeln gefllte Tomaten, Gemse- terrine Italia und Oliven, Obstsalat, Sonnenblumenbrot, pflanzliche Brotauf- striche und Margarine und Nsse sowie Mineralwasser. Das vegane Sondermen gibt es auch als Kindervariante. Alle Sondermens knnen bis 48 Stun- den vor dem Abflug online unter www.condor.com, telefonisch unter 01806 707606 oder im Reisebro be- stellt werden. Die Mens kosten auf der Kurzstrecke sieben Euro, auf der Mittel- strecke zehn Euro und auf der Lang- strecke 15 Euro. ++++++++++++++++++++++++++++ AIR DOLOMITI Die italienische Gesellschaft der Luft- hansa Gruppe Air Dolomiti ist ab so- fort ber eine Mnchener Festnetz- nummer zum Ortstarif erreichbar. Unter der Rufnummer 089 97580497 steht ein deutschsprachiger Kundenservice zur Verfgung, der Reservierungen und Anfragen aller Art bearbeitet. Erreichbar ist der deutschsprachige Kundenservice montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, auf Englisch gibt es lngere Kundenbetreuungszeiten. 11. 11 VERMISCHTES WAS EUROPER IM URLAUB LESEN Welche Urlaubslektre bevorzugen die Europer? Dies hat das Online-Reisepor- tal Opodo mehr als 500 Personen in Deutschland, Frankreich, Italien und Eng- land gefragt. Die Ergebnisse: 41 Prozent der Deutschen nutzen die Urlaubslektre, um sich ber ihr Reiseziel genauer zu in- formieren. Die Inspiration dafr holen sie sich am liebsten im Netz rund 35 Pro- zent recherchieren online nach dem pas- senden Buch. Franzosen wiederum lesen im Urlaub ei- nerseits am liebsten Abenteuerromane, die knapp jeder zweite aus der Bibliothek oder Bcherei ausleiht. Andererseits geben aber auch rund 60 Prozent an, dass sie bei der Urlaubslektre eigentlich der neueste Klatsch & Tratsch interessiert. Allerdings sind nur ganze sechs Prozent mutig genug, sich zum Kauf von entsprechen- den Magazinen ffentlich zu bekennen. Ihr Urlaub ist den Italienern heilig und die Hlfte von ihnen gibt an, dass Ent- spannung und dem Alltag entfliehen das oberste Gebot fr die Lektre an freien Tagen ist. Deshalb kommen Zei- tungen und Nachrichtenmagazine als Lesestoff im Urlaub nicht infrage. Mehr als 50 Prozent bevorzugen Romane als Reiseliteratur, um sich zu entspannen. Fr 45 Prozent sollten es aber nicht ir- gendwelche Romane, sondern explizit Liebesgeschichten sein, die mit ins Ge- pck kommen. Die Briten wiederum trennen sich selbst im Urlaub nicht von Internet, Smart- phone und Tablet. Von allen Teilneh- mern der Opodo-Umfrage waren es die Englnder, von denen am meisten an- gaben, dass sie das Tablet zum Lesen mit auf die Reise nehmen, etwa um Nach- richten aus der Heimat wie die Geburt des britischen Prinzen nicht zu verpas- sen. Ein bemerkenswertes Ergebnis der Um- frage: Es lesen deutlich mehr Frauen (72 Prozent) als Mnner (28 Prozent) im Ur- laub. In der Top-Liste der beliebtesten Urlaubslektre sind wiederum nur mnn- liche Autoren vertreten. Die beliebteste Urlaubslektre in diesem Jahr ist Inferno von Dan Brown. Be- reits an den ersten beiden Verkaufsta- gen nach der Verffentlichung am 14. Mai dieses Jahres wurden 150.000 Ex- emplare verkauft. Zwei Romane, deren aktuelle Beliebtheit auf ihre Prsenz in anderen Medien zurckzufhren ist, sind Der groe Gatsby von F. Scott Fitzgerald, dicht gefolgt von Game of Thrones von George R. R. Martin, des- sen Bcher den Stoff fr die er- folgreiche TV-Serie liefern. WAS EUROPER BER IHRE STRANDFIGUR DENKEN Lediglich jeder dritte Deutsche (33 Pro- zent) geht zufrieden mit seiner Figur in den Urlaub - unter Frauen ist es nur etwas mehr als eine von fnf und unter Mnnern zwei von fnf (27 gegenber 40 Prozent). Die Folge: Fast jede vierte Frau (24 Prozent) fhlt sich etwas bis sehr unbehaglich in Badeklamotten bei Mnnern sagt das nur jeder zehnte. Das sind die Ergebnisse einer reprsen- tativen Umfrage von lastminute.de unter 7.000 Teilnehmern in sechs Lndern. Ein positives Ergebnis der Erhebung: Deutsche sind im Vergleich mit Urlau- bern aus anderen Lndern am zufrie- densten mit ihrem Beachbody und Frauen generell unzufriedener als Mn- ner: Unter den Briten findet nicht mal jeder Fnfte seine Strandfigur lovely und ohne Verbesserungsbedarf (19 Pro- zent, Mnner 24 und Frauen 13 Prozent) es folgen Franzosen (20 Prozent, Mn- ner 25 und Frauen 15 Prozent), Italiener (22 Prozent, Mnner 31 und Frauen 14 Prozent), Iren (24 Prozent, Mnner 17 und Frauen 31 Prozent) und Spanier (28 Prozent, Mnner 33 und Frauen 24 Pro- zent). Die Hlfte der Europer macht sich al- lerdings weniger Gedanken um den ei- genen Krper und findet, man sollte einfach den Urlaub genieen, egal ob fit oder schlank oder nicht. Darber hinaus ist es jedem Dritten (34 Prozent) voll- kommen gleichgltig, wie andere aus- sehen und fast gleich viele (31 Prozent) sind erleichtert, dass andere meist auch nicht so perfekt sind. Nur wenige (17 Prozent) denken ber ihre Strandnach- barn, sie htten ruhig ein bisschen ab- nehmen oder Sport machen knnen und eine kleine Minderheit von sieben Prozent ist stolz, so viel besser als andere auszusehen. magdal3na - Fotolia.com PAUSCHURLAUB BEI DEUTSCHEN BELIEBT Fast 18 Prozent aller privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2011 pau- schale Urlaubsangebote wahrgenom- men das ist fast jeder fnfte Haushalt. Dies hat das Statistische Bundesamt (De- statis) ermittelt. Es gibt jedoch auch viele Haushalte in Deutschland, die nach eigener Einscht- zung nicht ber die finanziellen Mittel verfgen, um wenigstens einmal im Jahr eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen. So gab im Jahr 2011 jeder vierte Haushalt (25 Prozent) in Deutschland an, sich eine solche Ur- laubsreise nicht leisten zu knnen. Unter den Haushalten von Alleinerziehenden war das sogar fr fast jeden zweiten Haushalt (47 Prozent) unerschwinglich. Dagegen waren bei 79 Prozent der Haushalte von Paaren mit einem oder mehreren Kindern die finanziellen Mit- tel fr einen Urlaub vorhanden. THesIMPLIFY - Fotolia.com 12. 12 GESUNDHEIT INTERNATIONAL BLASENENTZNDUNG NACH FREIBADBESUCH: TRINKEN HILFT Manchmal endet das Freibadvergngen mit einer Blasenentzndung. Besonders gefhrdet sind Frauen und Mdchen. Nicht immer muss sofort ein Antibioti- kum eingenommen werden. Das berich- tet das Apothekenmagazin Baby und Familie unter Berufung auf niederln- dische Mediziner. Diese stellten in einer Studie fest, dass 70 Prozent der Frauen mit einer leichten Blasenentzndung in- nerhalb einer Woche wieder gesund waren ohne Antibiotikum. Die Ab- wehrkrfte des Krpers reichen dafr. Wichtig: Betroffene sollten viel trinken am besten Blasen- und Nierentees, um die Bakterien auszusplen. gtranquillity - Fotolia.com LUFTVERSCHMUTZUNG IN CHINA SCHRECKT EXPATS AB Das Stellenportal SinoJobs hat Europer und Chinesen nach den Auswirkungen der akuten Luftverschmutzung in China in Bezug auf ihre Karriere und Lebens- planung befragt. 2.439 Nutzer haben sich an der Online-Befragung beteiligt. Diese Ergebnisse spiegeln laut Sinojobs ein Bild wider, das Firmen bei der Beset- zung von Stellen in China bereits zu sp- ren bekommen: 42 Prozent der be- fragten Europer leben derzeit in China, 45 Prozent von ihnen planen unter an- derem wegen der Luftverschmutzung ihren Aufenthalt zu verkrzen. 13 Pro- zent haben vor, in eine andere Stadt oder Provinz innerhalb Chinas umzuzie- hen. Fr 42 Prozent der Europer wirkt sich die Luftbelastung in China nicht auf Ihre Arbeits- und Lebensplanung aus. Fr Europer ohne China-Erfahrung er- gibt sich allerdings ein anderes Bild: Mehr als die Hlfte (62 Prozent) mit ak- tuellem Karriere- und Lebensmittelpunkt in Europa kann sich vorstellen, eine zeit- lich begrenzte Ttigkeit in China aufzu- nehmen. Aufgrund der Luftverschmutzung im Reich der Mitte knnen sich etwa 23 Prozent der befragten Europer, China als potenziellen Arbeits- und Lebensmit- telpunkt jedoch nicht vorstellen. Ledig- lich ein geringer Teil (15 Prozent) der befragten Europer hat in dieser Sache keine Bedenken. Das Thema Luftverschmutzung spielt tatschlich fr die befragten Chinesen mit Karriere- und Lebensmittelpunkt in China eine groe Rolle: Auf die Frage, ob ihre Zukunftsplne aufgrund der ak- tuellen Luftqualitt beeinflusst wird, sagten 41 Prozent, dass sie bereits pla- nen, auszuwandern oder fr eine ge- wisse Zeit ins Ausland gehen wollen. Weil insbesondere Chinas Grostdte sehr belastet sind, wollen knapp 40 Pro- zent innerhalb Chinas umziehen. Fr die restlichen 18 Prozent der Chinesen hat die Schadstoffbelastung in China keine Auswirkung auf die Zukunft. Fast jeder zweite Chinese (48 Prozent) mit aktuellem Karriere- und Lebensmit- telpunkt in Europa betrachten China trotz der Luftverschmutzung nach wie vor als einen potenziellen und knftigen Standort fr Arbeit und Leben. Es gibt allerdings Einschrnkungen. So lautete die Antwort: Ja, aber nur fr eine zeit- lich begrenzte Ttigkeit und nur 14 Prozent sagten ebenfalls Ja mit dem Zusatz, dass diese aber keinerlei Beden- ken haben und sich ein Leben in China vorstellen knnen. Ganze 38 Prozent der Chinesen sehen in China keinen Ar- beits- und Lebensmittelpunkt, da sie die Luftverschmutzung als zu gefhrlich an- sehen. Die grundstzliche Verunsicherung be- zglich der Schadstoffbelastungen in der Luft spren aktuell insbesondere auslndische Unternehmen. Diese sehen sich zunehmend mit Problemen kon- frontiert, Positionen in China zu beset- zen. Insbesondere Familien mit jungen Kindern wollen deren Gesundheit nicht der Karriere des Vaters oder der Mutter opfern. Aktuelle Feinstaubwerte in China unter: pm25.china-reisefuehrer.com Lane Erickson - Fotolia.com 13. 13 GESUNDHEIT INTERNATIONAL WARUM EINE REISEKRANKEN- VERSICHERUNG SINNVOLL IST Etwa 3,6 Millionen Deutsche werden jhrlich im Ausland krank und mssen dort in rztliche Behandlung. 230.000 deutsche Touristen mssen sogar statio- nr am Urlaubsort behandelt werden. Fehlt dann eine Reisekrankenversiche- rung, haben viele ein ernsthaftes Pro- blem. Darauf weist die Allianz Global Assistance (AGA) hin. rztliche Behandlung im Ausland kann richtig teuer werden. Denn die gesetzli- chen Krankenversicherungen bieten nur einen Basisschutz fr Behandlungen in- nerhalb Europas oder in Lndern, mit denen Deutschland ein Sozialversiche- rungsabkommen hat. Teure Rcktrans- porte sind nicht abgedeckt. In fernen Lndern besteht gar kein Versicherungs- schutz. Wer nicht bereits vor der Reise mit einer Reisekrankenversicherung vor- gesorgt hat, kann schnell in einem fi- nanziellen Fiasko enden. Angesichts des Risikos, ohne Schutz beispielsweise bei einem Krankenrcktransport aus Thailand auf Kosten bis zu 45.000 Euro sitzen zu bleiben, ist der Abschluss einer Reisekrankenversicherung ein relativ kleines Kostenbel, sagt Dr. Christian Finkenzeller, Leiter medizinischer Dienst der Allianz Global Assistance. Die Aus- lands-Reisekrankenversicherung sei die wichtigste Urlaubsversicherung ber- haupt, so der Mediziner. KRANKENRCKTRANSPORT AUS USA KOSTET BIS ZU 90.000 EURO Beispielsweise haben die USA das teuers- te Gesundheitssystem und die hchsten rztlichen Honorare der Welt. Die Kos- ten allein fr einen Krankenrcktrans- port schlagen dort schon mal mit bis zu 90.000 Euro zu Buche. Da das Sozial- versicherungsabkommen, das Deutsch- land mit den USA geschlossen hat, sich nicht auf die Krankenversicherung er- streckt, werden die anfallenden Be- handlungskosten von den deutschen gesetzlichen Krankenkassen nicht er- stattet. Im Krankheitsfall muss der Ur- lauber also die Kosten bar oder mit Kreditkarte selbst zahlen. In EU-Mitgliedstaaten oder in Lndern mit bilateralem Sozialversicherungsab- kommen wie Serbien, Montenegro, Tr- kei, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Marokko oder Tunesien ist die gesetzli- che Krankenversicherung kein Rundum- schutzpaket fr den Urlaub. Denn sie bernimmt nur Leistungen und Hono- rare, die auch in Deutschland erstattet werden wrden. In vielen europischen Reiselndern sind die Behandlungskos- ten jedoch um ein Vielfaches hher als hierzulande. Die Mehrkosten trgt in Folge der Urlauber selbst. Auch sind im Ausland andere Zuzahlungsregeln und Selbstbeteiligungen blich als in Deutsch- land. REISEKRANKENVERSICHERUNG SCHLIESST VERSORGUNGSLCKEN Mit einer Reisekrankenversicherung knnen die Lcken des gesetzlichen Ver- sicherungsschutzes ausgeglichen wer- den. Der ELVIA Reise-Krankenschutz kann ab neun Euro bei einer Reisedauer bis zu fnf Tagen inklusive Kranken- Rcktransport (mit Selbstbehalt 100 Euro) abgeschlossen werden. Wer fter im Jahr unterwegs ist egal ob ge- schftlich oder privat fr den lohnt sich der ELVIA Jahres-Reise-Krankenschutz ab 15 Euro (maximale Reisedauer 45 Tage je Reise). Fr weitere zehn Euro kann der Selbstbehalt von 100 Euro ge- spart werden. WICHTIGE REGELN FR DIE KOS- TENERSTATTUNG 1. Heben Sie alle Rechnungen und Quit- tungen der Behandlung auf, denn in den meisten Fllen mssen bei Be- handlungen im Ausland die Versi- cherten in Vorleistung gehen. Diese Kosten werden vom Versicherer zu- hause nur nach Vorlage der Leis- tungsbelege erstattet. 2. Halten Sie stets die Rufnummer der Hotline der Versicherung griffbereit, um bei Notfllen wie Operationen, Klinikaufenthalten oder Rcktrans- porten, die hohe Kosten verursachen, das weitere Vorgehen abzustimmen. 3. Vorsicht bei Behandlungen bei Privat- rzten mit teuren Honoraren. Sollte eine privatrztliche Behandlung un- umgnglich sein, fragen Sie vorab un- bedingt beim Versicherer nach, ob die Kosten vollstndig bernom- men werden. drubig-photo - Fotolia.com 14. SPANIENS IMMOBILIEN- PREISE SINKEN WIEDER Die Immobilienpreise in Spanien sind vom ersten Quartal 2012 bis zum Ver- gleichszeitraum 2013 um satte 12,8 Pro- zent eingebrochen. Dies ist der hchste Preisverfall in der gesamten Europi- schen Union (EU), berichtet das Portal vsspanien.info. Zwar sind die Hauspreise in der gesamten EU-Zone gesunken, aber dort durchschnittlich lediglich um 1,4 Prozent. Das hat das europische In- stitut fr Statistik Eurostat jetzt be- kanntgegeben. Die Behrde hatte die Hauspreisindizes (HPIs) der einzelnen Lnder verglichen, die die Preisentwick- lung aller von Haushalten erworbenen Wohnimmobilien enthalten. Die entsprechenden Daten liefern die nationalen Statistikmter im Falle von Spanien also das INE. Das Spanische Na- tionale Institut fr Statistik (INE) meldete dabei den strksten Preisverfall im 2. und 3. Quartal 2012, dort sanken die Preise um 16 Prozent. hnlich schlechte Zahlen schreibt im Augenblick nur die ungarische Immobilienwirtschaft, wo die Preise vom 1. Quartal 2012 bis zum 1. Quartal 2013 um 9,3 Prozent sanken. Fr Griechenland liegen keine Zahlen vor, ebenso wenig fr Deutschland. Ebenfalls einen Rckgang verzeichnen Portugal mit minus 7,3 Prozent und die Niederlande mit minus 7,2 Pro- zent. 14 AUS ALLER WELT Michael Schtze - Fotolia.com PictureP. - Fotolia.com Thomas Jansa - Fotolia.com IMPRESSUM HERAUSGEBER: BUND DER AUSLANDS- ERWERBSTTIGEN E.V. KHNEHFE 3 22761 HAMBURG TEL. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: ANNE-KATRIN SCHULZ (verantwortlich) [email protected] SANJA ZIVKOVIC GESTALTUNG / LAYOUT: PRADEEP DHARMAPALAN LEKTORAT: ANDREA KRAUS COPYRIGHT: DIE BEITRGE IM BDAE- NEWSLETTER SIND URHE- BERRECHTLICH GESCHTZT UND DRFEN NICHT OHNE SCHRIFTLICHE GENEHMI- GUNG DURCH DEN HERAUS- GEBER REPRODUZIERT WERDEN. DIE BEITRGE DES BDAE- NEWSLETTERS SPIEGELN DIE MEINUNG DER REDAKTION UND NICHT UNBEDINGT DIE DES BDAE WIDER. ABU DHABI GRNDET FREIHANDELSZONE Das Emirat Abu Dhabi hat beschlossen, hnlich wie in Dubai eine Freihandels- zone zu grnden. Heimat soll Al Marjah Island, bekannt unter dem ehemaligen Namen Sowwah Island, werden. Das be- richtet die Beratungsgesellschaft Inter- Gest MiddleEast. Die Insel besteht aus einer Flche von rund 114 Hektar und beherbergt bislang etwa 100 lokale in- ternationale Unternehmen. Der neue Standort ist eine Finanz-Freihandelszone und wird dem Dubai International Fi- nancial Centre aller Voraussicht nach Konkurrenz machen. Nach Angaben der Verwaltung von Abu Dhabi soll der Standort alle Vorzge der Free Zone haben angefangen bei der langfristig garantierten Steuerfreiheit bis zur Mg- lichkeit fr auslndische Investoren, Un- ternehmen ohne lokalen, emiratischen Partner und Mitgesellschafter zu grn- den ( so genannte 100 Prozent fo- reign ownership). DUBAI MUSS MEHR SCHULEN BAUEN Dubai muss das Schulangebot innerhalb der kommenden zehn Jahre aufgrund der dynamisch wachsenden Nachfrage nahezu verdoppeln. Das hat eine aktu- elle Studie einer Regierungskommission des Emirats Dubai ergeben. Wie die Be- ratungsgesellschaft InterGest MiddleEast berichtet, drfte die Zahl der Schulkin- der bis 2023 auf etwa 450.000 wach- sen. Momentan stehen den 225.000 Schlern in Dubai 250.000 Pltze zur Verfgung. Allerdings: Allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Schler um rund 8,8 Prozent (18.000 Kinder) gegenber dem Vorjahr erhht. Die Auslastung der bestehenden Schulen ist der Regierung zufolge zwischenzeitlich auf knapp 90 Prozent gestiegen. Nichtsdestotrotz ist Dubai beim Ausbau des Schulangebots auf einem guten Weg: Seit 2007 sind insgesamt nunmehr 30 neue Schulen im Emirat erffnet worden. Nachholbedarf sehen die Regenten Dubais jedoch im Bereich der Grundschulversorgung. Dort liegt die Auslastungsquote bereits bei mehr als 94 Prozent.