NL / 26 Nachlass Alois Johannes Lippl (1903-1957) ¢  NL / 26 Nachlass Alois Johannes Lippl (1903-1957)

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  • NL / 26 Nachlass Alois Johannes Lippl

    (1903-1957)

    Bearbeitet von

    Bettina Hasselbring Isabella Kratzer

    Nicole Sachmann

    Historisches Archiv

    Bayerischer Rundfunk

    München, September 2011

  • Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

    1. Rundfunk, Theater, Film 4

    2. Bayerischer Rundfunk / Rundfunkrat 21

    3. Residenztheater / Bayerisches Staatsschauspiel 22

    4. Sonstige Aktivitäten und Veröffentlichungen 25

    5. Persönliches / Varia 32

    Personenregister 39

    Sendetitelindex 51

    09.09.2011 1

  • Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

    Zur Person

    Alois Johannes Lippl (1903 - 1957) war vor allem als Bühnenautor bekannt, beschäftigte sich aber auch intensiv mit Rundfunk und Film, und später gelegentlich als Regisseur, Drehbuchautor und Dramaturg, besonders für Hörspiele. Geboren wurde Alois Johannes Lippl am 21. Juni 1903 in München. Er besuchte in München die Oberrealschule und studierte von 1922 bis 1928 Germanistik, Kunstgeschichte, Theater- und Musikwissenschaften, schloss aber ohne Zeugnis ab. Seit 1918 war er in der katholischen Quickborn Jugendbewegung aktiv, in deren Spielscharen seine Theaterlaufbahn begann. Von 1922 bis 1926 schrieb Lippl für den St. Jürg-Bann. Mit Bearbeitungen seiner populären Bühnenstücke (Die Pfingstorgel, Der Holledauer Schimmel u.v.a.) wandte er sich schon in den 1930er Jahren dem Rundfunk und dem Film zu und wurde als Drehbuchautor, Regisseur und Dramaturg tätig. Am 15. Oktober 1932 wurde er als Spielleiter an die Bayerischer Rundfunk GmbH berufen. Am 1. Mai 1933 wurde er Oberspielleiter und Leiter der Abteilung Hörspiel. Nach der Neuorganisation der Gruppe Sendung wurde er ab 1. Juli 1934 Leiter der Abteilung Unterhaltung. Zum 1. Oktober 1935 kündigte er seinen Vertrag beim Reichssender München. Laut Fragebogen des Military Government of Germany hätte ein weiterer Verbleib den Eintritt in die Partei nötig gemacht. Von 1935 bis 1944 war er als freier Schriftsteller und als Spielleiter im Film, bei der Ufa, Tobis und Bavaria-Film GmbH sowie an den Kammerspielen und am Staatsschauspiel tätig. 1944 trat er in den Dr. Heinrich Bauer Verlag, als Verlagsleiter für den gefallenen Inhaber Heinrich Buchner. Lippl schrieb in mehreren Stilarten, verfasste Laienspiele, wie z.B. "Überlinger Münsterspiel", "Totentanz" oder das "Salzburger Krippenspiel", Bühnenstücke, wie die "Pfingstorgel", "Der Engel mit dem Saitenspiel", "Das Schloß an der Donau" sowie die Freilichttheaterstücke "Andreas Hofer" und "Saldenreuther Weihnacht". Nach dem Krieg wurde Lippl Präsident des Bayerischen Jugendrings. Im Mai 1948 wurde er zum Intendanten des Bayerischen Staatsschauspiels als Nachfolger von Paul Verhoeven. In dieser Funktion erhielt er auch einen Sitz im neugeschaffenen Rundfunkrat des 1949 lizenzierten Bayerischen Rundfunks, desse erster Vorsitzender er von 1949 bis 1950 war. In dieser Funktion nahm er zusammen mit dem ersten Intendanten, Rudolf von Scholtz, am 25. Januar 1949 die Lizenzurkunde für den BR aus den Händen der amerikanischen Besatzungsmacht entgegen. Ende 1952 wurde sein Vertrag beim Bayerischen Staatsschauspiel auf eigenen Wunsch nicht mehr verlängert. Lippl arbeitete bis zu seinem frühen Tod 1957 als freier Autor und Regisseur, unter anderem für BR-Produktionen im Hörfunk und Fernsehen. Alois Johannes Lippl war seit 1931 mit Barbara Lippl, geb. Herrmann, verheirat und hatte vier Kinder. Am 8. Oktober 1957 starb er im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt.

    Zum Bestand

    Der Nachlass ging als Teil des Nachlasses von Hellmuth Kirchammer (NL/24) in die Bestände des Historischen Archivs über. Damals arbeiteten Lippl und Kirchammer an einer Produktion. Sie kannten sich durch ihre Zusammenarbeit für die Turmschreiber. Im Juli 2007 und im Juni 2011 übergab der Sohn, Martin Lippl, dem Historischen Archiv acht Umzugsschachteln mit Manuskripten, Textbüchern, Schriftwechseln, Drehbüchern und persönlichen Dokumenten. Die darin enthaltenen Plakate (PL/10282-10300) und Fotos (F62.1-808) wurden gesondert im Sammlungsbestand verzeichnet. Der Nachlass umfasst insgesamt 40 Archivkartons mit Manuskripten, Typoskripten, Schriftwechsel, Textbüchern, Artikel über Werk und Person, Programmen, Einladungskarten, Zeitungs- und Zeitschriftenkritiken, Nachrufen sowie persönlichen Dokumenten, wie Hochschulzeugnisse, Tagebücher, Familienbriefe. Er reicht über den Tod Lippls hinaus bis 1993, da auch Nachrufe und Sendungen über das Wirken Lippls vorhanden sind. Ein Tonband mit Lippl-Gedichten, gelesen von Hellmuth Kirchammer, wurde dem Schallarchiv übergeben. Der überwiegende Teil enthält hand- und maschinenschriftliche Unterlagen, insbesondere Manuskripte, gedruckte Werke aus seiner Tätigkeit für den Bayerischen Rundfunk, zu Film und Theater sowie Abhandlungen, Gedichte und Erzählungen. Über die Tätigkeit als

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  • Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

    Rundfunkratsvorsitzender gibt der Nachlass nur wenig Aufschluss [NL/26.17-19], ebenso über seine Zeit als Präsident des Bayerischen Jugendrings und als Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels. Dokumentiert sind darüber hinaus seine darstellerischen bzw. dramaturgischen Anfänge in Studentenvereinigungen und den Spielscharen der Jugendbewegung. Neben Textbüchern, Manuskripten und Abhandlungen finden sich hier auch Fotos (verzeichnet unter F62.1-F62.808) sowie Realien, z.B. Karikaturen, Skizzen und Plakate (verzeichnet unter PL/10282-PL/10300), die gesondert im Sammlungsbestand des Historischen Archivs aufbewahrt werden. Zu den Besonderheiten gehören ein handschriftliches Particell von Richard Strauss vom Juni 1949, die er Alois Johannes Lippl mit Widmung geschenkt hat sowie der Original-Fragebogen des Military Government of Germany aus dem Jahr 1945.

    Die Dokumente wurden entklammert, sortiert und in archivgerechte Mappen und Kartons verpackt. Bedingt durch die zwei Nachlieferungen wurden gleiche Stücke teilweise unter verschiedenen Nummern abgelegt, lassen sich aber durch den Titelindex zusammenführen. Das Findbuch zum Nachlass ist unterteilt in folgende Themen:

    1. Rundfunk, Theater, Film 2. Bayerischer Rundfunk / Rundfunkrat 3. Residenztheater / Bayerisches Staatsschauspiel 4. Sonstige Aktivitäten (Bayerischer Jugendring, St.-Jürg-Spielschaft) 5. Persönliches / Varia

    Das Findbuch wird durch ein Personenregister und ein Sendetitelregister ergänzt. Das Sendetitelregister umfasst in diesem Fall auch Titel von Bühnenstücken oder Filmen, die nicht im Rundfunk gesendet wurden, lassen sich aber im Werk von Lippl nicht eindeutig unterscheiden, da es oft Fassungen für die Bühne, den Rundfunk und den Film gab.

    Literatur: Johanna Rösner, Alois Johannes Lippl. Darstellung seines Schaffens und Analyse der Strukturen seiner Stücke, Magisterarbeit München 1980 [B1-385]

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  • Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

    1. Rundfunk, Theater, Film

    NL/26.36 Bühnenstücke 1930er bis 1950er Jahre Enthält: Manuskripte, handschriflich und gedruckt: - Das Schloss an der Donau, o.D. [darin: hsl. Notizen]; - Schwefel, Baumöl und Zichorie oder die drei gefühlvollen Gewürzkrämer, o.D. [2 Ex., z.T. mit hsl. Korrekturen, hsl. Fsg.]; - Der Passauer Wolf, o.D. [Ex. mit hsl. Änderungen und hsl. Fsg., mit Notenmaterial]; - Die Pfingstorgel, Bühnenbearbeitung für die Volksschauspiele Ötigheim, o.D. [unvollständig]; - Die Pfingstorgel, o.D. [hsl. Fsg.];

    NL/26.62 Bühnenstücke 1926 - 13.02.1955 Enthält: - Notenmaterial zu "Die Apostelwascher" von Alois Johannes Lippl und Winfried Zillig, 13.2.1955; - Notenblatt "Ein schön deutsch Reiterlied: Sankt Jörg!", o.D.; - Bühnenskizzen "Jungfrauenspiel" und "Münsterspiel" v. Rudolf Schlick [?], 1926; - Notizen für Schallplattentext v. Alois Johannes Lippl "Einmal möcht' ein jeder gern mit dem Glück ein Rendezvous", o.D.; - Couplets für "Der Verschwender", o.D. [mit hsl. Anmerkung "Kuplets für den Verschwender gedichtet v. A.J.L."]; - Alois Johannes Lippl, Theater-Klima in Baiern. Bemerkungen zu einer Stamm-Leidenschaft;

    NL/26.49 Bühnenstücke 1926 - 1963 Enthält: "Totentanz", Salzburger Festspielhaus, 31.10.-2.11.1926; "Schutzengelspiel" [Regie: Alois Johannes Lippl], Salzburger Festspielhaus-Gemeinde, Weihnachten 1926; "Der Engel mit dem Saitenspiel", Städtische Bühnen Augsburg, Stadttheater, 4.12.1939; "Der Engel mit dem Saitenspiel", Schiller-Theater der Reichshauptstadt [Berlin], 1939; "Der blühende Lorbeer", Volksschauspiel Ötigheim, 1937; Broschüre Volksschauspiel Ötigheim bei Baden-Baden, Natur- und Kunstfreilicht-Bühne, Spielzeit Juni-Okt. 1929; Programm "Andreas Hofer", Volksschauspiel Ötigheim, Juni-Okt. 1930; Programm der Uraufführung v. "Der Schimmelkrieg von Holledau", Ufa-Theater Kurfürstendamm, 26.11.1937; "Schwefel, Baumöl und Zichorie", Schauspielhaus Hamburg, 1934; "Das Schloß an der Donau", Schauspielhaus Hamburg, 26.6.1943; "Bayerischer Abend" der Deutschen Akademischen Auslandsstelle München, 17.3.1931 [Einführung: Alois Johannes Lippl]; "Im Schatten der Manege", Pressevorführung, Berlin, 4.6.1931; "Autoren-Abend" des Kreis der Münchner Schriftsteller "Die Gegenwart", 25.11.1929 ["Die Insel", "Jonas mit der Handorgel", "Gesänge aus Babel"];

    Darin: 09.09.2011 4

  • Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

    - Einladung Musikveranstaltungen im Amerika-Haus, Sept. 1963; - Einladung Lesung von Alois Johannes Lippl im Künstlerkreis "Die Barke", München, 5.4.1956; - Programm der Schulungswoche des Görresrings in Rottmannshöhe, 1.-4.5.1930, "Heimatabend" unter Leitung und mit Gedichtvortrag v