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retail 2005

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Text of retail 2005

  • medianet.at

    retail

    Martina Hrmer und Andreas Steidl von Ja! Natrlich, Helene Karmasin (Behavioural Insights; v.l.).

    Oligopolmarkt Die Metamorphose(n) des heimischen LEH 19

    Vierbeiner Hundebesitzer geben bis zu 100 mo-natlich fr Futter aus 23

    Gewinnspiel Gewinnen Sie eine Vintage Box von Roger&Gallet 24

    Finstere Brille Christian Novacek ber das Uptra-ding der Diskonter 24

    Freitag, 20. Mai 2016 cOVer 17

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    Das neue Bio ist nicht nur gut, sondern schn & fairKonsumenten essen gern Khe, die glcklich waren. Und die Bauern produzieren lieber Bio, als Pulver in den Milchsee zu schtten. 18

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    Freywille Wiener Schmuck wagt den Weg in exotische Mrkte.

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    Der medianet Sonder themenplan

    2016 ist hier abrufbar!

    (www.medianet.at)

    Alexander Birken

    Generationswechsel Alexander Birken bernimmt

    mit Jnner 2017 den Vorstands-vorsitz des internationalen

    Handels- und Dienstleistungs-konzerns Otto Group von Hans-

    Otto Schrader, der aus dem Unternehmen ausscheidet.

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  • medianet.at18 coverstory Freitag, 20. Mai 2016

    WIEN. Mit einem Plus von 3,6% und einem Umsatz von 368 Mio. inklusive Grohandel ist Ja! Natr-lich in 2015 die klare Nummer eins im Bio-Lebensmittelhandel. Das geht laut Chefin Martina Hrmer mit der hchsten Kuferreichweite und der hchsten Kundenloyalitt aller Biomarken einher. Und es soll sich fr 2016 mit einem Umsatz-plus von rd. 5% prolongieren.

    Seit vielen Jahren gilt der Le-bensmitteleinzelhandel als ei-ner der kompetitivsten Bereiche der heimischen Wirtschaft. Umso mehr freut es mich daher, dass Ja! Natrlich kontinuierlich, Jahr fr Jahr wchst, sich stndig verbes-sert und strker wird vor allem in Form von ungebrochenem Vertrau-en in die Marke als Basis fr unse-ren wirtschaftlichen Erfolg, sagt

    Hrmer. Strkster Vertriebspartner und Wachstumsmotor ist brigens Billa. Hingegen bleibt der Rewe-Diskonter Penny fr die Marke Ja! Natrlich weiterhin tabu.

    Breit im SortimentDie mit Abstand strksten Pro-duktgruppen von Ja! Natrlich waren 2015 Frisch waren wie Obst und Gemse, Brot und Gebck, Milch und Molkereiprodukte sowie Fleisch und Wurstwaren. Mit einer Produktpalette von 1.300 Artikeln bietet die Marke die mit Abstand breiteste Sortimentsvielfalt und gilt als wichtigster Partner in der Bio-Landwirtschaft. Hrmer: In unserer Position als Marktfhrer sind wir bestrebt, den Bio-Gedan-ken stetig voranzutreiben und neue Mastbe in der Bio-Landwirt-

    schaft und vor allem in der Tier-haltung zu setzen. Tierwohl wird demgem wichtiger: Mit dem Pro-jekt Moosdorfer Haushuhn & Go-ckelhahn wurde das Tten mnn-licher Kken in der Eierproduktion beendet; auch das Wohl der Kuh steht auf dem Programm. (nov)

    sagt Steidl. Deutschland, das in der Preis erosion weiter fortgeschritten ist als sterreich, illustriert eine dstere Milchpreis-Zukunft ergo beginnen in unserem wichtigsten Exportland bereits die Kuhschlach-tungen. Von Interessensvertretern unausgesprochen: Nach dem Kuh-schlachten kommt das Bauernster-ben.

    Strukturbereinigung kommtZwar wird es in der Bio-Produktion ebenfalls zur Strukturbereinigung kommen, aber wenn irgendwo im Milchmeer Land in Sicht sein soll-te, dann ist es wohl tatschlich die Bio-Insel. Allein der Zuschlag bei unserer Premium-Milch ist so hoch wie bei anderen der Gesamt-milchpreis, bringt es Hrmer auf den Punkt. Das wonnige Gegen-

    Von Christian Novacek

    WIEN. Ein Fnftel der bei Rewe verkauften Milch ist der Bio-Mar-ke Ja! Natrlich zuzurechnen. Ein weiteres (gutes) Fnftel geht auf die Diskont-Marke clever. Dazwischen liegt der Lwenanteil (z.B. NM oder die Marke Billa) des mittleren Preissegments um knapp mehr als 1 . Zwischen Ja! Natrlich-Milch und clever klafft nicht nur eine Preiskluft von rd. 40 Cent auf, son-dern gleichsam zwei Welten: In der einen geht es dem Bio-Bauern gut, und in der anderen steht das kon-ventionelle Milchgeschft extrem unter Preisdruck. Der Zuschlag fr heimische Bio-Milch hat sich innerhalb eines Jahres von 7,5 auf 11 Cent netto erhht, bei der Ja! Natrlich Top-Qualitt wird den Bauern inklusive Heumilchzu-schlag sogar ein Aufpreis von 18,3 Cent netto zuerkannt, berichtet Ja! Natrlich-Geschftsfhrerin Martina Hrmer vom intakten Bio-Milchpreisgefilde.

    Kuhschlachten & BauernsterbenVon drei Mio. t Milch, welche die Bauern 2014 an die Molkereien geliefert haben, entfallen rd. 15% auf die Produktion von Bio-Milch-produkten. Ab 2015 fehlen valide Daten, fr 2016 schtzt Andreas Steidl, der bei Ja! Natrlich das Qualittsmanagement leitet, dass sich der Milchsee auf mindestens 3,5 Mio. t Milch aufstauen wird mit einer weiterhin steigenden Tendenz. In diesem Milchsee, der sich vor allem im Export nach Ita-lien spannenmig pulverisiert, wird der Bio-Anteil hher. Viele Bauern nehmen jetzt eine zweijh-rige Umstellung auf Bio in kauf, weil sie im konventionellen Be-trieb keine Zukunft mehr sehen,

    wartsbild knnte aber bald br-ckeln: Wir sehen, dass es momen-tan Tendenzen am Markt gibt, die darauf hinweisen, dass auch der Preis der Bio-Milch zurckgeht, berichtet Steidl. Das liegt vor allem daran, dass die Anlieferungen im Bereich der Bio-Milch noch strker gestiegen sind als im konventio-nellen Sektor. Die zustzlichen Bio-Milchmengen knnen aber aktuell nicht mehr so leicht exportiert wer-den. Den triftigen Grund dafr or-tet Steidl in Standards, die zu we-nig der Kundenerwartung entspre-chen und aus agrarpolitischen Motiven niedrig gehalten werden. Damit sei zwar der Umstieg auf Bio und die Leistungssteigerung innerhalb bestehender Biobetriebe einfach die berproduktion am Markt werde dadurch aber befeu-

    ert. Hrmer hlt dem ein Hher-schrauben der Ja! Natrlich-Stan-dards entgegen: Wir wollen 100 Prozent Freiheit fr alle Bio-Milch-khe in sterreich das ist unsere Vision fr die nchsten Jahre, sagt sie und fhrt weiter aus: Derzeit genieen bei Ja! Natrlich bereits alle Trinkmilch- und insgesamt 70 Prozent aller Bio-Khe diese Frei-heit. Unser erklrtes Ziel ist es, die Anbindehaltung so bald wie mg-lich fr alle unsere Bio-Milchkhe zu verbannen.

    Letztlich veranschaulicht folgen-der Vergleich, dass sich der Auf-wand lohnt: Eine Bio-Milchkuh, die pro Jahr 6.000 Kilo Milch pro-duziert, bringt mehr Ertrag als die konventionelle Kraftfutter-Genos-sin mit 9.000 Kilo.

    Der Konsument liebt BioDer Grund, dass sich Bio-Milch berhaupt lohnen kann, liegt grundstzlich beim Konsumenten. Dieser entscheidet, ob fr ihn der Mehr-Preis den Mehr-Aufwand rechnet. Helene Karmasin von Be-havioural Insights sieht das so: Menschen sind zunehmend dazu bereit, fr Produkte mit emotio-nalem Wert und solchen, die ihren Vorstellungen von der Welt ent-sprechen, in der sie leben mchten, mehr zu bezahlen. Damit wr-den die Produkte und Marken zu Trgern von Werthaltungen. Die Gruppe von Konsumenten, die sich wnscht, dass soziale Werte wie Umweltschutz, soziale Fairness und zunehmend Tierschutz berck-sichtigt werden, wird immer gr-er, folgert Karmasin weiter. Ihrer Meinung nach ist der Konsument nicht nur egoistisch und preislich fixiert. Sie nennt auch solche, die einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten wollen.

    Der natrliche Weg zum MilchparadiesDie Milchproduktion steht vor einem Dilemma: Der Absatzmarkt wird mit der Produktion nicht mitwachsen. Bio ist derzeit der beliebte Ausweg.

    stark auf hohem NiveauIm 22. Bestehensjahr gibt es rund 1.300 Ja! Natrlich-Produkte. Das steht fr 368 Mio. Euro im Erls mit steigender Tendenz.

    High end-MoproDie Ja! Natrlich- Milch stammt groteils aus Salzburg, der Hochburg der Bio-Milchbauern. Die Kombination Bio+Heumilch steht letztlich fr das Nonplusultra der Trinkmilch.

    Ja! Natrlich-Geschftsfhrerin Martina Hrmer rechnet 2016 mit rd. 5% Umsatzplus.

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    MilchstraeExklusive Direkt-vermarktung wer-den hierzulande rd. 3,5 Mio. t Milch produziert; ein Viertel davon geht in den LEH, drei Viertel in Export, Gastronomie und Grokchen. 15% der angelieferten Milch sind biologi-schen Ursprungs.

    15%

    Ja! Natrlich

    Facts & Figures 2015

    Erls 368 Mio. Vernderung zum Vorjahr +3,6%

    Produktpalette 1.300 Artikel

    Marktanteile in einigen Warengruppen bis zu 20%

    Wichtigste Warengruppen: Obst, Gemse, Brot & Gebck, Milch, Molkereiprodukte, Fleisch und WurstQuelle: Ja! Natrlich

  • medianet.at Freitag, 20. Mai 2016 LebensmitteLhandeL 19

    WIEN. Laut neuesten Branchen-kennzahlen von RegioData ent-wickelt sich der sterreichische Lebensmitteleinzelhandel auer-gewhnlich gut. Knapp 20 Mrd. wrden die sterreicher und sterreich-Besucher jhrlich fr Lebensmittel und lebensmittelnahe Produkte ausgeben. Wie aus dem Bericht hervorgeht, verzeichnet der Markt seit mehr als zehn Jahren Zuwchse, die zumeist doppelt so hoch sind, wie die jeweilige Infla-tionsrate. Whrend der Lebens-mittelhandel Steigerungsraten verzeichnet, entwickelt sich der Einzelhandel insgesamt eher flau, sagt RegioData-Geschftsfhrer Wolfgang Richter im Gesprch mit medianet.

    sterreicher und die QualittRichter zufolge wrden die hei-mischen Konsumenten mehr Geld fr Lebensmittel ausgeben, da sie mehr Wert auf Qualitt legen und nicht nur, weil die Produkte hierzu-lande teurer sind als im Nachbar-land Deutschland.

    Die hohen Qualittsansprche der sterreicher sind auch eine Er-klrung f