Rezepturen. Probleme erkennen, lösen, vermeiden. Von Gerd Wolf

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    06-Aug-2016

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<ul><li><p>N EU E B C H E R</p><p>256 | Pharm. Unserer Zeit | 3/2012 (41) www.pharmuz.de 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH &amp; Co. KGaA, Weinheim</p><p>mglichkeiten aus dem ersten Kapi-tel Bezug genommen und auf derenAnwendungsmglichkeiten verwie-sen. Diese Struktur erlaubt eine prg-nante bersicht in gestraffter Form,fhrt allerdings zu hufigem Zurck-blttern. Passend zur Informationsver-mittlung sind am Ende jedes Seg-ments Literaturangaben und weiter-fhrende Lektre angegeben, wasdem interessierten Laien sicherlichzupass kommen wird.</p><p>Speziell fr den Apotheker hltdieses Buch kostbar zu nennende Re-zepturvorschlge im Bereich der Aro-matherapie bereit, eine bersichtber die verschiedenen Bachblten-Tropfen, alte vielleicht auch verges-sene Hausmittel zur Behandlungkleinerer und grerer Krankheiten.Vielleicht nicht unbedingt ein musthave fr die normale Apotheke, aufjeden Fall aber hilfreich, wenn manNaturheilpraktiker in seinem Umfeldwei und durch eigenes Wissen Kom-petenz beweisen mchte.</p><p>Christian Redmann, Hochheim am Main</p><p>Therapie psychischer ErkrankungenDa der Anteil an psychischen Erkran-kungen in den letzten Jahren in denwestlichen Industrielndern einen er-heblichen Zuwachs erlebte, lohntsich ein Blick ber den praxisorien-tierten pharmazeutischen Tellerrandallemal.</p><p>Das von Voderholzer und Hoha-gen herausgegebene Buch Therapie</p><p>psychischer Erkrankungen ermg-licht interessierten Pharmazeuteneben diesen vertieften Einblick in dieWelt der psychiatrischen Diagnostikund Therapie. Wie so oft bei der Be-sprechung medizinisch orientierterFachliteratur empfielt sich voraus-schickend anzumerken, dass auf-grund der Lektre keine Eigenthera-pie oder -diagnose in der Offizin er-laubt ist. </p><p>Das Buch behandelt in 27 Kapi-teln in ausfhrlicher Weise unter-schiedliche geistige Erkankungen ge-m des International Catalogue ofDiseases und umfasst neben den be-kannten Rauschmitteldependenzen(Alkohol, Drogen) auch den groenFormenkreis der Depressionen, uni-und bipolaren Strung und widmetsogar neueren Krankheitsbildern eigene Kapitel. So ist auch der Ab-schnitt zur Internet- und Spielsuchtrecht interessant zu lesen. Ebenfallspositiv zu erwhnen ist der Abschnittzur Behandlung psychisch aufflligerStraftter.</p><p>Jedes Kapitel umfasst die Be-schreibung der Krankheit selbst, in-klusive ihrer Besonderheiten, stelltDiagnostik und klinische Symptoma-tik vor und gibt Therapieoptionen(medikaments und nicht-medika-ments). Der Aufbau der Einzelkapi-tel ist im Groen und Ganzen ein-heitlich und insgesamt werden diedargebotenen Informationen ver-stndlich vermittelt. Besonders inter-essant ist die Einbindung organischerKomorbiditten (wo auftretend) so-wie der Verweis auf alternative Be-handlungsoptionen (wo angezeigt). </p><p>Ein kleines Bonbon fr den Apo-theker gibt es auch: Im letzten Kapi-tel werden in Tabellenform Angabenzu Substanzen, Standarddosierungenund pharmakologischen Daten ge-macht. Sicherlich etwas, was man inanderer Form in praxisnheren Publi-kationen auch findet, aber definitiveine Bereicherung fr den Arzt andieser Stelle.</p><p>Zugegebenermaen ist diesesBuch primr fr die Offizinttigkeiteher nicht zu empfehlen, zu spezi-fisch diagnostisch ausgelegt ist es</p><p>Ulrich Voderhol-zer, Fritz Hoha-gen (Hrsg.)Urban &amp; FischerVerlag, Mn-chen 2011ISBN 978-3-4372-4903-739,95 Euro</p><p>und zu wenige Mglichkeiten bietensich dem Pharmazeuten, das enormeWissen, das dieses Buch bereithlt inpraxi zu verwerten. Geht man abervon der bloen Praxisnutzenbewer-tung weg und arbeitet man was frdie Zukunft des pharmazeutisch-me-dizinischen Miteinanders wnschens-wert ist intensiv mit Fachrzten zu-sammen, dann kann das Buch durch-aus seine Berechtigung im Fundusdes Apothekers haben.</p><p>Christian Redmann, Hochheim am Main</p><p>Gerd WolfDeutscher Apo-theker Verlag,Stuttgart 2011ISBN 978-3-7692-5400-634,- Euro</p><p>RezepturenProbleme erkennen, lsen, vermeidenDie Anfertigung von Cremes, Salben,Kapseln und auch Suppositorien istgeschichtlich betrachtet die ureigens -te Domne des Apothekers. </p><p>Auch heute noch stellen Rezeptu-ren in deutschen Apotheken einennicht zu vernachlssigenden Teil derpharmazeutischen Arbeit dar, fllensie doch Lcken im Fertigarzneimit-telangebot insbesondere hinsichtlichdermatologischer und pdiatrischerFormulierungen.</p><p>In einem bersichtlich gehalte-nen Einfhrungsteil wird zunchstauf den aktuellen Stand der Rezepturin der Apotheke eingegangen, wobeiein Blick auf den Stellenwert ebensoPlatz findet wie Regeln zur Arbeits -hygiene und zur Weiterverarbeitungvon Fertigarzneimitteln. </p><p>Gerd Wolf deckt in seinem BuchRezepturen gekonnt die wichtigs -ten Themen im Bereich der Herstel-lung von halbfesten und flssigen Re-</p></li><li><p>N EU E B C H E R</p><p> 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH &amp; Co. KGaA, Weinheim www.pharmuz.de 3/2012 (41) | Pharm. Unserer Zeit | 257</p><p>zepturen ab. In bersichtlicher Weiseund mit Beispielen aus der alltg-lichen Praxis illustriert, stellt er imgroen zweiten Kapitel zunchst dieSystematik der dermatologischenGrundlagen vor und erlutert derenHerstellung. Sehr bersichtliche Ta-bellen helfen dem interessierten Le-ser bei der Auswahl der Grundlageund informieren ber das Anwen-dungsgebiet der Grundlage. So ist esschnell mglich, bei Problemen imAustausch mit dem Verordner sinn-volle Alternativen anzubieten sowiegalenische Problematiken zu erken-nen und zu kommunizieren. Be-sonders interessant, wenngleich auchsehr kurz (aber prgnant in seinenAussagen) ist hier die Bewertung der modernen Rhr- und Rollier -systeme. </p><p>Ebenso bersichtlich ist auch dasanteilsmig grte Kapitel zu nen-nen, das gezielt auf die am hufigstenauftretenden Herausforderungen beider Herstellung einer halbfesten Zu-bereitung eingeht. Es werden Kompa-tibilitts- und Stabilittsprobleme mitreichhaltigen Beispielen erklrt undLsungsvorschlge bzw. mglicheOptimierungen angeboten. Nebenden Erluterungen zu den verschie-denen Problemursachen werdenauch immer besonders diffizile Stoffeeinzeln betrachtet, sowie deren Verar-beitungsmglichkeiten en dtail er-rtert. Neben den bereits erwhntenProblemkomplexen um chemischeund physikalische Instabilitten so-wie der breiten Palette an Inkompati-bilitten widmet Wolf sich auch demoftmals vielleicht vernachlssigtemThema der Konservierung dermatolo-gischer Zubereitungen bzw. derenAuswirkungen und geht prgnant er-klrend auf die Grnde und Proble-matiken einer solchen ein. Sehr ge-lungen ist auch das vorletzte Kapitel,das Rezepturen aus der Fax-Hotlinezum Thema hat und auch die letztenProbleme in der pharmazeutischenPraxis kompetent und anschaulich zulsen wei. Jede gestresste PTA, dienicht jeden Tag Rezepturen herzustel-len hat, wird besonders fr diesenAbschnitt dankbar sein. </p><p>So wre das Bchlein auch nahe-zu perfekt, wenn der Autor sich nichtnur Salben, Cremes und Pasten ge-widmet htte, sondern auch die im-mer noch und in manchen Bereichenauch vermehrt vorkommenden Her-stellungen von Suppositorien undKapseln in seinen Fundus aufgenom-men htte was aber unverstndli-cherweise nicht geschehen ist undder Titel Rezepturen wohl bessereingeschrnkter formuliert wordenwre.</p><p>Dennoch kann man mit gutemGewissen sagen, dass Gerd Wolf mitder dritten Auflage von Rezepturender pharmazeutischen Praxis einenwertvollen Dienst erwiesen hat.Denn wenn vielleicht auch die Re-zeptur heutzutage etwas in denHintergrund gerckt sein mag soist und bleibt sie doch unverzicht -barer Bestandteil unseres Berufs undbietet in problematischen Situationen(Stichwort: Dosierung bei Kleinkin-dern, Suglingen) eine absolut legiti-me Alternative, die aber sach- undfachgerecht angefertigt werden muss. </p><p>Christian Redmann, Hochheim am Main</p><p>Wolfgang Kir-cher, Frank Tost,Lydia WalzDeutscher Apo-theker Verlag,Stuttgart 2011ISBN 978-3-7692-5320-729,80 Euro</p><p>AugenarzneimittelTherapie, Anwendung und BeratungDie Augen, so sagt man, sind die Fens -ter zur Seele und ebenso wie Fenstersind sie uerst fragil und leicht zubeschdigen. </p><p>Aus diesem Grund unterliegenArzneimittel zur Anwendung am Au-ge besonderen Herstellungskriterienund bedrfen im Apothekenalltagauch besonderer Beratung.</p><p>Das Autorentrio, bestehend auszwei fachkundigen Apothekern undeinem habilitierten Ophthalmologenwidmet sich im vorliegenden Buchden speziellen Thematiken rund umsSehorgan. Kircher, seit Jahren um dieVermittlung richtiger Applikations-weisen bemht, bernimmt hierbeidie Einfhrung in die physiologi-schen Grundlagen und steuert eingroes Kapitel zu Anwendungshilfenbei. Es mag unblich scheinen, amAnfang der Rezension die hinterenKapitel hervorzuheben, jedoch ist esdieser Teil, der dem Apotheker in derPraxis bisher unbekannte Hilfsmittelvorstellt, die er dem Patienten im Be-ratungsgesprch wortwrtlich andie Hand geben kann. Nicht nurschafft es Kircher recht analytischeinzelne Tropfsysteme vorzustellen,sondern er gibt auch die notwendigeZeitdauer der nasolakrimalen Okklu-sion fr einzelne Augentropfen an. Sicher mag man darber streiten, obdie zum Tropfen aufzubringendeKraft aufgefhrt werden muss, aberman gewinnt dadurch analytischbegrndete Argumente fr den Ein-satz der etwas spter vorgestelltenApplikationshilfen (inkl. PZN und/oder Bezugsquellen), was wiederumzu einem informativen und themati-schen Mehrwert fhrt. </p><p>Die fachliche Leistung der ande-ren Autoren soll und darf darberaber nicht vergessen werden. Diefrnkische Fachapothekerin LydiaWalz bespricht zusammen mit demdritten Autor, seines Zeichens leiten-der Oberarzt der Augenklinik Greifs-wald, sehr ausfhrlich die gngigenWirkstoffe in ophthalmischen Zube-reitungen, geht auf Neben- und Wech-selwirkungen ein und gibt sogar immer gut! praxisnahe Tipps undverweist auf nicht-medikamentseBehandlungsmglichkeiten. Auch dasfr die Praxis relevante Thema derKontaktlinsen sowie dem Umgangmit ihnen ist am Ende ein kurzes Kapitel eingerumt worden. </p><p>Das gesamte, durchaus gut zu le-sende und informative, Buch wirdabgerundet durch die schon er-whnte Beteiligung eines praktizie-</p></li></ul>