Richard Wagner - Aufführungsmateriale und Fassungen

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Der heilige Gral fr professionelle Wagner-Interpreten: In dieser Broschre erfahren Sie alles rund um Auffhrungsmateriale, Ausgaben und Werkfassungen.

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  • RICHARD WAGNERAuffhrungsmateriale und Fassungen

  • Richard WagnerSmtliche WerkeHerausgegeben im Auft rag der Gesellschaft zur Frderung der Richard Wagner-Gesamtausgabe e.V., Mainzin Verbindung mit der Bayerischen Akademie der Schnen Knste Mnchen

    Begrndet von Carl DahlhausEditionsleitung: Egon VossWissenschaft liche Mitarbeiter: Klaus Dge, Christa Jost, Peter Jost, Gabriele Meyer

    Die Richard Wagner-Gesamtausgabe macht zum ersten Mal das gesamte Schaffen Wagners in zuverlssigen Ausgaben zugnglich. Ein erster Ver-such, das Werk Wagners fr Wissen-schaft und Praxis zu erschlieen, wur-de zu Beginn dieses Jahrhunderts von dem Dirigenten Michael Balling un-ternommen, gelangte aber ber die Edition von zehn Bnden, die ber-dies gravierende Mngel aufwiesen, nicht hinaus und wurde nach Ballings Tod (1925) eingestellt. Ein weiterer Versuch von Otto Strobel blieb in den Vorarbeiten stecken. Der nunmehr dritte Versuch einer Gesamtausgabe ist die erste kritische, wissenschaftlich fundierte Edition, erarbeitet auf der Grundlage smtli-cher heute erreichbarer Quellen und der neuesten Erkenntnisse der Wag-nerforschung. Zugleich ist sie fr die musikalische Praxis bestimmt. Der Notentext bleibt darum von philolo-

    gischen Kennzeichnungen frei. Der philologischen Rechtfertigung der Ausgabe dienen Kritische Berichte, die im Anhang der einzelnen Bnde erscheinen. Zahlreiche bislang vllig unbekann-te, zum Teil unverffentlichte Werke und vor allem Werkfassungen werden zum ersten Mal publiziert. Zugleich wird den Wagnerauffhrungen ein gesichertes Material und Wagnerfor-schern wie -liebhabern ein authen-tischer Text bereitgestellt; denn ent-gegen einer weitverbreiteten Ansicht liegen auch die bekannten Werke Wagners durchaus nicht durchweg in zuverlssigen Ausgaben vor. In aus-fhrlichen Dokumentationen zu allen Werken werden Entstehung, Werkge-schichte und von Wagner selbst gelei-tete Auffhrungen dargestellt, so dass sich ein nahezu lckenloses Bild der Intentionen Wagners ergibt.

    Projekthomepage auf den Seiten der Akademie der Wissenschaft en und der Literatur Mainz www.adwmainz.de

  • RICHARD WAGNERAuffhrungsmateriale und Fassungen

    Inhalt

    Orchestermateriale nach der Gesamtausgabe ..........................................................4

    Klavierauszge nach der Gesamtausgabe ...............................................................10

    Fassungsvergleich Der fl iegende Hollnder: 1841 und 1842-1880 .........................14

    Fassungsvergleich Tannhuser: Dresden und Paris-Wien........................................16

    Die reduzierten Fassungen von Abbass und Lessing ..............................................18

    Sinfonische Werke von Richard Wagner ................................................................21

    Auskopplungen aus den Opern fr den Konzertsaal ..............................................22

    Inspiration Wagner ................................................................................................24

    Impressum, Text- und Bildnachweise .....................................................................26

  • 4rchestermateriale

    Bei der Erstellung haben wir eng mit Theatern zusammengearbeitet, die unsere Orchester-materiale fr aktuelle Produktionen nutzen und uns mit den im Probenprozess gewonne-nen Erkenntnissen helfen, die neuen Stimmen optimal fr den Theatergebrauch einzurich-ten. So wurde das Material zu Lohengrin vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden probiert, das Mainfranken Theater Wrzburg arbeitete fr seine neue Tristan und Isolde-Produktion mit neu hergestelltem Orchestermaterial. Fr das Orchestermaterial des Ring des Nibe-lungen planen wir eine Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern.

    Vorteile fr die Bhnen

    Bei der Neuherstellung bringt unser Lekto-rat die Regeln moderner Notenausgaben mit den spezifischen Erfordernissen in Einklang, die fr Orchestermaterial von Werken des 19. Jahrhunderts gelten. Das neue Orchester-material folgt dem wissenschaftlichen An-spruch der Gesamtausgabe und erfllt zugleich die hohen Anforderungen der modernen Orchesterpraxis.Das betrifft neben einem korrekten, der Gesamtausgabe entsprechenden Notentext besonders:

    PRAXISORIENTIERTE WENDESTELLENWir nhern uns dem tradierten Notenbild des historischen Stimmenmaterials an, ohne auf die Errungenschaften eines modernen Noten-bildes zu verzichten. Insbesondere bei der Herstellung der Streicherstimmen achten wir darauf, die einzelne Seite so zu befllen, dass musikalisch zusammenhngende Abschnitte ohne Wendestelle sichtbar werden und zu-gleich eine gute Lesbarkeit gegeben ist. Die proportionale Verteilung der rhythmi-schen Notenwerte wie sie bei Notensatz-programmen im Gegensatz zum alten Noten-stich blich ist wird dabei nur in seltenen Ausnahmefllen aufgegeben. Insbesondere achten wir darauf, dass genaue Dynamik

    platzierungen, beispielsweise ein Crescendo auf dem letzten Schlag einer ganzen Note, genau erkennbar bleiben. Seiten mit weniger als neun Systemen haben wir nach Mglichkeit vermieden; gegebenen-falls werden in kritischen Fllen Wendeseiten eingeschossen. Um ein bersichtlich-kompak-tes Notenbild zu erreichen, kann in Ausnah-mefllen auch die Aufteilung eines Taktes eine praktikable Lsung sein. In diesem Fall wird der Taktzhler am nchsten ganzen Takt in Klammern angegeben.

    STUDIERZIFFERN UND TAKTZHLERStudierziffern und Taktzhler werden aus der Gesamtausgaben-Partitur bernommen. Takt-zhler allerdings erscheinen in den Stimmen grundstzlich am Zeilenanfang, auch wenn dies in der Gesamtausgaben-Partitur anders gehandhabt wird.

    STICHNOTENBei den Stichnoten werden die historischen Orchesterstimmen der Opern bei der Neu-herstellung von Stimmen nach den Gesamt-ausgaben-Partituren als Vorlage genutzt. Da-bei werden im Gegensatz zu zeitgenssischen Stimmenmaterialen die Transpositionen der Stichnoten an die Stimmung jenes Instru-ments angepasst, in dessen Stimme die Stich-noten erscheinen. Das heit: In den Streicher-stimmen erscheinen z.B. alle Stichnoten in C, in der Klarinettenstimme wechseln sie jeweils von A zu B, je nachdem welche Klarinette ge-rade verwendet wird, im Englisch Horn in F.

    SCHLSSELDie Schlsselverwendung in der Gesamtaus-gaben-Partitur ist fr die Neuherstellung der Stimmen nicht ausschlaggebend.In Cello-, Fagott- und Posaunenstimmen wird der Tenorschlssel verwendet, wenn dadurch mehr als drei Hilfslinien vermieden werden knnen; generell wird jedoch der Bassschls-sel bevorzugt. Beim Cello und nur beim Cel-lo ist auch der Violinschlssel mglich.

    Taktzhler und Studierziffern passen zur Partitur

    der Gesamtausgabe.

    In der Praxis erprobte Stichnoten,

    auch von Gesangspartien, erleichtern die Probenarbeit.

    Das klare, ausgewogene Notenbild

    erleichtert die Lesbarkeit.

    Blendfreies und griffiges Papier

    sorgt fr optimale Lesbarkeit bei den spezifischen Lichtverhltnissen

    im Graben und angenehme Handhabung beim Blttern.

    Onach der GesamtausgabeUnser neues Orchestermaterial zu den Opern von Richard Wagner hat gegen-ber den bisherigen Materialen zahlreiche Vorteile. Vor allem ist es das erste Auffhrungsmaterial, das an die Partituren der Gesamtausgabe angeglichen ist.

  • 5303 pizz

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    Lohengrin WWV 75 Violine I, S. 12 (verkleinerte Darstellung)

  • 6 2012 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

    18

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    Ziemlich lebhaftErste SzeneErster Akt

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    27

    Horn 1 in F

    LangsamVorspiel

    1Fl. 1, 2

    Romantische Oper in drei Akten, WWV 75Lohengrin

    dim

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    Richard Wagner(18131883)

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    (Original in E)

    (Original in F)

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    Leb wohl! Leb wohl! Leb V.S.

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    Lohengrin WWV 75 Horn 1 / alternative Stimme in F, S. 1 (Ausschnitt in verkleinerter Darstellung)

    Lohengrin WWV 75 Violine I, S. 83 (Ausschnitt in verkleinerter Darstellung)

  • 7Ich halte es grundstzlich fr wichtig, wis-senschaft lich neu recherchierte Ausgaben zu benutzen, und im Falle des Lohengrin ganz besonders, da sich hier durch die neue Ausgabe Fragen, die sich in der Praxis etwa bezglich Phrasierung, Dynamik, Artikula-tion und einheitlichem Klangbild ergeben, im Vergleich mit lteren Ausgaben sinnvoll und natrlich erschlieen. Um ein Beispiel zu nennen: der Unterschied zwischen einem Punkt und einem Keil ber einer Note oder die genaue Angabe, auf welche Zhlzeit die

    Marc Piollet Generalmusikdirektor

    Hessisches Staatstheater Wiesbaden, im Juni 2012

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