Roboter — Möglichkeiten und Grenzen

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    06-Jun-2016

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<ul><li><p>Nr. 1 | 33. Jahrgang 2002 | Physik in unserer Zeit | 3</p><p>| E D I TO R I A L</p><p>I ndustrieroboter, die monotone Arbeiten mit hoher Pr-zision unermdlich ausfhren, sind uns allen gelufig.Filmaufnahmen aus der Automobilindustrie zeigen sie beimSchweien, Lackieren oder bei derMontage.Allerdings ist bis heute nichtdie vor zwanzig Jahren vorhergesagtemenschenleere Fabrik realisiert, in derAutomaten alle Arbeiten ausfhren.Ne-ben dem hohen Preis sind bisherige Ro-boter zu wenig flexibel einsetzbar, alsdass sie heute beispielsweise ein ganzes Auto zusammen-bauen knnten. Es wre derzeit schlicht unwirtschaftlich,dies zu versuchen.Was heutigen Industrierobotern hierzunoch fehlt, ist zum Beispiel die berlegene Sensorik desMenschen,vor allem wenn es um die Handhabung von Ma-terialien wie Gummi,Stoff oder Folie geht,deren Form sichbei der Handhabung verndert.</p><p>Auerhalb des industriellen Einsatzes in der automati-sierten Fertigung mit ihren geschlossenen Anlagen ar-beiten Roboter bisher nur vereinzelt. Ein mobiler Roboter,der in einem Krankenhaus Essen holt, war vor ber zehnJahren ein erster Versuch,solche Helfer im Alltagsleben ein-zusetzen. Doch so richtig hufig begegnen uns Roboter imAlltag noch nicht. Sicher kennt jeder heute einige Spezial-roboter, wie Telemanipulatoren zur Bombenentschrfungoder zur Inspektion von Abwasserrohren, Serviceroboterzur Reinigung von Fubden in Supermrkten, Roboter inder Chirurgie, die bei Hftgelenksoperationen oder beimImplantieren neuer Zhne dem Arzt helfen, Unterhaltungs-roboter, die als Museumsfhrer eingesetzt werden oder so-gar fliegende Roboter, die autonom Erkundungsaufgabenbernehmen (siehe den Beitrag auf Seite 30). Aber wannwird jeder Haushalt seinen Roboter haben, der uns als uni-verselle Haushaltshilfe lstige Arbeiten wie Putzen, Bgelnoder sogar das Kochen abnimmt? Sind wir berhaupt aufdem Weg dorthin?</p><p>E rste Roboter zur Untersttzung im Haushalt sind imHandel erhltlich, wenn auch fr viel Geld. Sie saugenStaub oder mhen den Rasen.Aber es sind wieder Spezia-listen, die nur fr eine Arbeit zu gebrauchen sind. Eine Stufe in der Wohnung oder auf der Wiese ist fr sie ein unberwindbares Hindernis.</p><p>E in ernsthaftes Problem ist die Sicherheit. Der Arbeits-raum von Industrierobotern wird aus guten Grndenso abgesichert, dass Menschen nicht versehentlich in ihre</p><p>Reichweite kommen knnen. Roboter,die im Haushalt helfen oder gar chi-rurgische Eingriffe durchfhren sollen,bewegen sich zwangslufig in unmit-telbarer Nhe des Menschen. ZumSchutz des Menschen vor unbeabsich-tigten Aktionen von Robotern, die</p><p>durch Fehlbedienung, Ausflle in der Hardware oder Soft-warefehler verursacht werden knnen, mssen erheblicheVorkehrungen getroffen werden, die den Systempreis dras-tisch erhhen.</p><p>Der Roboter als universelle Hilfskraft,sei es im Haushaltoder in der Industrie, ist heute eine der Visionen, ander in den Forschungslabors gearbeitet wird. Eine der He-rausforderungen ist, dass mit den heute blichen Radan-trieben nur ein Bruchteil der Orte erreicht werden kann,an die der Mensch leicht zu Fu gelangt. Laufmaschinenmit einem oder mehreren Beinen waren die Antwort derForscher hierauf.</p><p>E ine Arbeitshypothese vieler Forscher ist heute,dass uni-verselle Hilfsroboter menschenhnliche Gestalt habensollten. Dann kann der Mensch am ehesten das Verhaltenseines Helfers abschtzen. Zweibeinige Roboter der FirmaHonda sind auf dem Markt, die sich zumindest vom Ausse-hen her den uralten Sciencefiction-Vorstellungen annhern.Noch sind wir aber weit davon entfernt, dass diese laufen-den Automaten intelligentes menschliches Verhalten zeigen.Hierzu wird es ntig sein, dass die Roboter ein erheblichesWissen ber ihre Umwelt besitzen und bestimmte Verhal-tensmuster erlernen. Diese Verhaltensmuster mssen danndurch Generalisierung an neue Situationen angepasst wer-den. Wie weit wir auf diesem Weg mit Hilfe von For-schungsergebnissen aus dem Bereich der Knstlichen In-telligenz kommen, wird die Zukunft zeigen.</p><p>Roboter Mglichkeiten undGrenzen</p><p>Prof. Dr.-Ing.Gnter Hommelist Leiter desFachgebiets Pro-zessdatenver-arbeitung undRobotik amInstitut fr Tech-nische Informa-tik und Mikro-elektronik derTU Berlin</p><p>ROBOTER ALS UNIVERSELLE</p><p>HILFSKRAF T SIND VISION.</p></li></ul>

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