SKRIPT KOMPOSITORISCHE SPORTARTEN

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SKRIPT KOMPOSITORISCHE SPORTARTENTurnen: Biomechanik: Bewegungsarten: Rotationsbewegungen: Alle Punkte des Krpers rotieren um eine Achse und beschreiben konzentrische Kreise (Bsp.: Umschwung) Rotation/Drehung des Krpers wenn uere oder innere Krfte am KSP vorbei (exzentrisch) wirken Je grer der Abstand zum KSP (bzw. zur DA) und je strker und zeitlich lnger die wirkende Kraft, desto grer die Vernderung der Drehgeschwindigkeit Translationsbewegungen: Alle Punkte des Krpers durchlaufen parallele Bahnen (Bsp.: Strecksprung) Krfte wirken direkt auf KSP so das sich der Krper geradlinig verschiebt (translatorisch) Beim Gerteturnen wenig reine translatorische Bewegungen sondern berwiegend bergnge von Rotations- in Translationsbewgungen oder umgekehrt oder berlagerung beider Bewegungsarten Krperebenen: Frontalebene Sagittalebene (vertikale Ebene) Transversalebene (Horizontalebene) Krperachsen: Krperlngenachse (KLA) Drehung nach rechts oder links (Bsp.: Strecksprung mit Drehung, Schrauben) Krperbreitenachse (KBA) Drehung nach vorne oder hinten (Bsp.: Rolle, berschlag, Salto) Krpertiefenachse (KTA) Drehung nach links oder rechts seitwrts (Bsp.: Rad, Radwende)

Drehachsen im Gerteturnen: Drechachse (DA) = Punkt, um den ein Krper dreht Feste Drehachsen keine Vernderung der DA bei Bewegungen (Z.B. Reck) Kurzzeitig feste DA Krper dreht um Fe oder Hnde (Z.B. Abdruck am Boden, Sprung Annhernd feste DA Krper dreht um feste, aber stndig ihre Lage verndernde DA Schulter (Z.B. Sttzschwingen beim Parallelbarren) Mitpendelnde feste DA Hnde sind fest mit DA verbunden, pendeln jedoch ausgleichend vor-, seit- oder rckwrts mit (nur an den Ringen) Freie Drehachsen Krper dreht um seinen KSP im kontaktlosen Zustand (im Flug, z.B. beim Salto oder in Flugphasen im Sprung) Momentane Drehachsen finden sich an jeweiligen Kontaktpunkten (DA) des onvex gekrmmten Krpers zur Untersttzungsflche. DA wird stndig Verndert (bei Rollbewegungen vor- oder rckwrts z.B. am Boden) Gleichgewicht und Bewegung: Stabiles Gleichgewicht = KSP senkrecht unter der Drehachse (Bsp.: Hang)

Labiles Gleichgewicht = KSP senktrecht ber der Drehachse/Untersttzungsflche (Bsp.: alle Sttz-/Standpositionen)

Indifferentes Gleichgewicht = Drehachse durch den KSP (Bsp.: Lagerung mit Longe)

Wdh.: Newtonsche Axiome Biokinematische und Biodynamische Merkmale Rotation und Flug Je grer Krpervorlage im Moment des Abfluges, umso grer a und damit das Drehmoment (M=F*a)

Bei angenommener konstanter Anlaufgeschwindigkeit wird zwischen Aufsrpung und Absprung vom Brett eine gleichbleibende Sttzdauer (Fe-Brett-Kontakt) angenommen. Konsequenz: Starke Rcklage (groer Aufsprungwinkel) kleiner Absprungwinkel

Bewegungsanalyse Salto vorwrts biomechanische Aspekte

berschlagbewegung 360 Rotation um die Breitenachse, ohne Handsttz Drehachsen (kurzzeitig feste, freie) abhngig von Sprunghhe und Drehgeschwindigkeit Impulsbertragung von den Armen auf den Krper (je nach Armfhrung) Einsprung mit Krperrcklage geringe Vorlage im Absprung hohe Flugkurve exzentrischer Kraftsto mit einem Drehimpuls vorwrts evtl. Untersttzung der Rotation, je nach Armfhrung Flugphase: Trgheitsmoment verringern, Winkelgeschwindigkeit erhhen Landung: Trgheitsmoment vergrern, Winkelgeschwindigkeit verringern

Fachsprache im Gerteturnen Krperachsen und Bewegungsrichtungen

Krperachsen: KLA, KTA, KBA Bewegungsrichtungen: Gesamtkrper: Vorwrts, Rckwerts, Seitwerts, Aufwrts, abwrts Krperteile: Vor-, Rck-, Seit-, Auf-, Ab-, ber, DurchStellung zum Gert:

Verhalten zum Gert: Vorlings: Krpervorderseite ist dem Gert zugewandt Rcklings: Krperrckseite ist dem Gert zugewandt Seitlings: rechte oder linke Seite weist zum Gert

Beziehung der KBA zur Lngenachse des Gerts

Seit: KBA (Schulterachse) verluft parallel zur Lngenachse des Gerts

Quer: KBA (Schulterachse) verluft senkrecht zur Lngenachse des Gerts

Schrg: KBA (Schulterachse) verluft im Winkel von 45 zur Lngenachse des Gerts

Links/Rechts: Die linke oder rechte Krperseite weist im Seit-, Querverhalten, im Schrgverhalten vorlings oder rcklings zum Gert

Beispiele fr Verhalten zum Gert

Beispiele Parallelbarren:

3 2 1

1. Auenschrgstand rechts vorlings 2. Auenquerstand rechts seitlings 3. Auenseitstand links seitlings

Reihenfolge bei der Bildung der Bezeichnung am Gert:

Verhalten des Krpers am Gert: Gestreckt auf Krper bezogen Gebeugt auf Arme bezogen Gewinkelt auf Hfte bezogen Gehockt auf beine bezogen

Liegen/Lage

Sitz

Stand

Hang

Sttz

Griffarten:

Seit- und Querspreizen der Beine que r

seit

Rumliche Arm- und Beinhaltungen/-positionen:

Zeitliche Ausdrucksmittel: Mit: Bewegungen verlaufen gleichzeitig Und: Bewegungen verlaufen nacheinander Durch: Bewegung geht flchtig/fr einen Moment durch eine Position In: Bewegung fhrt in eine Halteposition

Bewegungsgrundformen Turnerische Bewegungsgrundformen: Klettern, Steigen Arme u. Beine gleichzeitig aktiv Hangeln, Hngen versch. Variationen: Griffhaltung, Gert, Krperpos., BwRichtung Schwingen, Schaukeln z.B. am Reck mit Gertehilfe, f. Einstieg Schaukeln besser Balancieren Gleichgewichtsfhigkeit!!! Weiter unten genauer.. Rollen, Drehen Schulung Lageempfinden; kond. + koord. Voraussetzungen Gehen, Laufen, Springen, Landen Variationen: Richtung, Ruml. + zeitl. Aspekt, etc Sttzen Vorrauss. fr viele turnerische Elemente Lassen sich besonders gut z.B. in Hindernisparcours anwenden und um spielerisch Turnen zu vermitteln, Krper kennen zu lernen, ngste abzubauen, etc. Schwierigkeitsgrad sollte immer dem Knnen und Alter der Lernenden angepasst sein

Gleichgewicht: Gleichgewichtsfhigkeit ist die Fhigkeit des Menschen zur Erhaltung oder schnellen Wiederherstellung des Gleichgewichts gegen die Einwirkung der Schwerkraft bei wechselnden Umweltbedingungen. Statisches Gleichgewicht (am Ort) Dynamisches G. (Balancieren, in Fortbewegung) Objektgleichgewicht (z.B. Stab) Formen des G. unter biomech. Gesichtspunkten siehe weiter oben. Methodik der Gleichgewichtsschulung: Zunchst Grunderfahrung am Boden spter auf unterschiedlichen Untersttzungsflchen Erst viel Kontaktflche des Krpers mit Untergrund, spter reduziert Vernderung der Untersttzungsflche; Zunchst breit, waagerecht, feststehend zu schmal, schrg, beweglich

Schwierigkeitsgrad verndern; Vom Spielerischen zu Gestaltungen in der Gruppe Zunchst mit einzelnen Balanciermaterialien, spter mit Gertebahnen/ -Kombinationen

Didaktik und Methodik des Turnens Allgemein Didaktik und Methodik bla bla weggelassen Didaktische Konzepte im Gerteturnen Genormtes Turnen: engeres Begriffsverstndnis von Turnen (z.B. Sportartenkonzept) Alternatives, normfreies Turnen: weiteres Begriffsverstndnis (z.B. Krpererfahrungskonzept) Methodik: Wie wird Gerteturnen umgesetzt? Methodische Prinzipien im Turnen: Vom Leichten zum Schwierigen (z.B. durch Gertehilfen; Rolle vorwrts von einer Erhhung) Vom Einfachen zum Komplexen (Teilbewegungen erlenen; Rolle rckwrts in den Handstand beides erstmal getrennt) Vom Bekannten zum Unbekannten (Zunchst Bekannte bungen durchfhren und dann erschweren; Rad zur Radwende) Vom Langsamen zum Schweren (Bewegung durch Partner oder Gertehilfe verlangsamen; Flick Flack) Methodisches Vorgehen beim Erlenen von Fertigkeiten im Gerteturnen 1. Stufe: Allgemeine, vorbereitende bungen und turnspezifische Vorbungen Ziel: Schaffen von Lern- und Leistungsvoraussetzungen (LLV) 2.Stufe: Grobform der Elemente erlernen Ziel: Aneignen der Technik der Grobform 3. Stufe: Stabilisieren der Feinform der Elemente (ben) Ziel: Technik optimieren 4. Stufe: Gestalten, variieren und anwenden (festigen, variabel anwenden) Ziel: Automatisieren und variable Verfgbarkeit

Funktionsphasen Definition: ist, unselbststndiger, integrierter Bestandteil gegliederter Bewegungsablufe. Einzelne Funktionsphase kaum vom Turnenden selbst zu demonstrieren Fehlt eine Phase, misslingt gesamte Bewegung ohne Hilfen (Ausnahmen) Funktionsphasen: Einleitende Funktionsphase berleitende Funktionsphase

Haupt Funktionsphase Ausleitende Funktionsphase Amortisierende Funktionsphase Bauen aufeinander auf!

Sinnperspektiven beim Turnen Kennzeichnung von genormten Turnen: Standardisierung Spezialisierung Wettkampf- und Leistungsorientierung Da einzige Interpretation von Turnen fhrt dies zu: Reduzierung der pdagogischen Perspektiven Verarmung der Bewegungsvielfalt Kein oder wenig Interesse die Sportart asuzuben

Pdagogische Zielperspektiven (nach Lehrplan Sport NRW): Wahrnehmungsfhigkeit verbessern und Bewegungserfahrungen erweitern Sich krperlich ausdrcken und Bewegungen gestalten Wagen und verantworten Das leisten erfahren und einschtzen, Wettkmpfen Gemeinsam handeln; spielen, verstndigen Gesundheit frdern, Gesundheitsbewusstsein Mehrperspektivisches Turnkonzept (in Anlehnung an die Sinnperspektiven nach Kurz)

Eindruck Spannung (Risiko, Wagnis, Abenteuer) (krperl. Erfahrung, Wahrnehmung)

Leistung (Wettkampf, Erfolg)

Sinn- perspektiven

Gesundheit (Fitness, Wohlbefinden)

Ziel: Handlungsfhigkeit: Basiert auf Erfahren mglichst vieler pdagogischer Sinnperspektiven Vielzahl der Sinne lsst unterschiedliche Wahrnehmungsempfindungen zu Sportpdagogische Aufgabe umfasst das sinnliche Erleben von Bewegungen Beispiel Sinnperspektive: EINDRUCK Wertvolle Krper- und Bewegungserfahrungen im Gerteturnen Durch Krperpositionen und Raumlagen an Gerten und Gertearrangements mit eigenem Krper oder anderen Turnenden Bewegungsgrundformen bieten hierfr breites Feld Die grundlegenden Informationen nehmen wir ber innere und uere Sinnesreize wahr

Sinnesreize Innere Sinnesreize Gleichgewichtssinn/Raumla gesinn

Vestibulre Wahrnehmun g

Zur Er