Skriptum Selbstmanagement Musiker 2013 14

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  • 7/24/2019 Skriptum Selbstmanagement Musiker 2013 14

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    Selbstmanagement/Rechtsgrundlagen

    fr MusikerInnen

    MMag. Cornelia Axmann, PhD

    Skriptum zur Vorlesung mit bungWintersemester 2013/14

    Joseph Haydn Konservatorium des

    Landes Burgenland

  • 7/24/2019 Skriptum Selbstmanagement Musiker 2013 14

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    Selbstmanagement/Rechtsgrundlagen fr MusikerInnenMMag. Cornelia Axmann, PhD

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    Selbstmanagement

    Da ich Zuflle nicht lenken kann, lenke ich mich selbst und richte mich nach ihnen, wenn sie sichnicht nach mir richten. (Montaigne)

    Der Begriff Management stammt aus dem Lateinischen manum agere, an der Hand fhren.(Kathrein Weinhod)

    Selbstmanagement heit sich selbst organisieren Prioritten setzen, Aktivitten und Strategienentwickeln, umsetzen und kontrollieren; wenn man so will: die gesamte Lebensorganisationmeistern. (Kathrein Weinhold)

    Selbstmanagement im Kunstbetrieb bedeutet im weitesten Sinne sich selbst fhren, im engerenSinne sich selbstndig Informationen beschaffen, sich selbst organisieren, sich selbst motivieren wirksam, systematisch, professionell, effizient, konomisch, mit dem Ziel der erfolgreichenPositionierung in diesem System. (Kathrein Weinhold

    Musikmanagement ist Aufmerksamkeitsmanagement (Martin Trndle)

    Dem Knstler, der sich selbst vermarktet, wird gesellschaftsbedingt die Rolle des Event- undEntertainmentproduzenten zugeschrieben, wenn er Aufmerksamkeit und Erfolg haben mchte.

    (Kathrein Weinhold)

    Knstler mssen zu Marken werden! (Kathrein Weinhold)

    Good business is the best art. (Andy Warhol)

    Der Musik- Manager in Personalunion bernimmt dann alle Aufgaben, welche die Leitung einesMusikbetriebs so mit sich bringt: Von der Planung und der Organisation bis hin zum Absatz und derFinanzierung. (Petra Schneidewind)

    Die Hauptfunktionen von Management sind: ZielsetzungPlanungEntscheidungRealisierungKontrolle. (Petra Schneidewind)

    Management lsst sich m it einem Handwerk vergleichen. Dem vorhandenen Ziel oder Problem

    entsprechend whlt der Handwerker sein Werkzeug aus. (Petra Schneidewind)

    Mit den gesellschaftlichen Transformationsprozessen haben sich auch die Anforderungen an denKnstler gewaltig verndert. Der Knstler ist nicht mehr das farbbekleckste, einsam schaffende Genie,das im schlecht beheizten Atelier Werke schpft, sondern gefragt ist der Unternehmertyp, der imAtelier, im Bro und auf den Ausstellungsbhnen agiert. Er muss gut vernetzt sein und zwischenKunstproduktion, Selbstprsentation und Vermarktungsstrategien jonglieren knnen. (KathreinWeinhold)

    Sich als Unternehmer, der eine Firma fhrt, zu begreifen, ist Grundlage des Erfolgs im 21.Jahrhundert. (Kathrein Weinhold)

    Der Knstler ist, betr iebswirtschaftlich betrachtet, ein marktabhngiger Knstlerunternehmer.(Marion Hirsch)

    Der Knstler der Zukunft ist ein One- Man oder Woman- Entrepreneur, der seine Kunst in einkomplettes Dienstleistungspaket integriert: Kunst+ Selbstinszenierung+ FacilitatingManagement+Medienauftritte. (Klaus Siebenhaar)

    Die Zukunft von Kunst und Kunstmarkt stellt sich eher als Management- und Marketing-Herausforderung denn als Frage von Inhalten, Stilen oder materialsthetischen Positionen dar.(KlausSiebenhaar)

  • 7/24/2019 Skriptum Selbstmanagement Musiker 2013 14

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    Selbstmanagement/Rechtsgrundlagen fr MusikerInnenMMag. Cornelia Axmann, PhD

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    bung: Zehn Fragen, die Ihr Leben verndern

    1. Was wrden Sie tun,wenn Sie nur mehr 12 Monate zu leben htten, bis zum Ende vlliggesund und schmerzfrei und im Vollbesitz Ihrer krperlichen und geistigen Krfte wren?(Sie haben auch schon alle fr Sie interessante Pltze der Welt gesehen und alleVerwandten und Freunde ber Ihren Zustand informiert.)

    2. Was wrden Sie tun, wenn Sie 10 Millionen Euro ausgeben knnten und schon allepersnlichen Finanzfragen geklrt htten, Ihrer Familie und Freunden bereits genuggegeben htten, ebenso fr wohlttige Zwecke gespendet htten und bei bester persnlicherGesundheit wren?

    3. Was wrden Sie tun, wenn Sie wssten, es knnte nichts schief gehen, alles was Sie-unabhngig davon, wer Sie heute sind und in welcher Situation Sie Leben- machen undanpacken, Ihnen gelingt?

    4. Welche Person wrden Sie gerne sein, wenn Sie es sich aussuchen knnten? (Egalaus welchem Bereich, ob Kunst, Kultur, Politik, Geschichte, Literatur, egal ob mnnlich oderweiblich, lebendig oder bereits gestorben, real oder erfunden)

    5. Wenn Sie ein Tier oder ein Gegenstand sein knnten, was wren Sie dann am liebstenund warum? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

    6. Was erwarten Sie von Ihrem Leben?Nur wenn Sie wissen, was Sie selbst von Ihrem

    Leben erwarten, knnen Sie auch Erwartungen an Ihr Berufsleben formulieren.

    7. Was bedeutet fr Sie Erfolg?Definieren Sie mglichst genau, was Erfolg fr Siebedeutet- Geld, Anerkennung, luxurises Leben, Ruhm, vielen Menschen helfen usw. ?

    8. Was mchten Sie im Leben allgemein,fr sich privat und beruflich, erreichen? WelcheZiele verfolgen Sie in Ihrem Leben?

    9. Wem mchten Sie imponieren, wen durch Ihre persnlichen Eigenschaften undberuflichen Leistungen beeindrucken? Weshalb wollen Sie bewundert werden und von wem?

    10. Was ist Ihr eigentlicher Plan, Ihr geheimer Wunsch, Ihr Traumziel: reich, bewundert,berhmt oder mchtig und einflussreich zu werden? Hier sollten Sie alles aufschreiben, wasSie vielleicht nicht in der ffentlichkeit preisgeben mchten. (Wer gibt schon zu, reichwerden oder Macht ausben zu wollen)

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    Selbstmanagement/Rechtsgrundlagen fr MusikerInnenMMag. Cornelia Axmann, PhD

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    Kultur und Wirtschaft

    - auf europischer wie auf nationaler Ebene wird Kultur verstrkt als wirtschaftlich

    bedeutender Faktor wahrgenommen -> Bedeutung von Kultur fr den Tourismus bzw. fr

    die Entwicklung florierender Wirtschaftszentren

    - Kultur hat eine zustzliche ideelle Dimension-> soziale Integration, Bildung, Identifikation,

    Freizeitaktivitten -> ein kulturell determinierter Wert bestimmt den konomischen Preiswert,

    wobei der Preis eines Kulturguts meist nicht seiner Funktionalitt entspricht

    Kulturwirtschaft

    - Der Kulturwissenschafter Michael Sndermann, erfasst Kulturwirtschaft in folgender

    Definition: Das zentrale Kriterium fr die Unternehmen, Betriebe und Ttigkeiten der

    Kulturwirtschaft ist, dass sie erwerbswirtschaftlichen Zielen nachgehen. Der Output der

    Kulturwirtschaft umfasst die Vorbereitung, Schaffung, Vermittlung, Verbreitung und Erhaltung

    von knstlerischen, kulturellen und medialen Produkten, Waren und Dienstleistungen.

    - Drei Sektoren Modelldes Kultur- und Kreativsektors:

    - privatwirtschaftlicher Sektor= Kulturwirtschaft, profitorientierte Kulturunternehmen

    -ffentlicher Sektor = kulturelle Aktivitten und Institutionen des Staates wie z.B. Museen,

    Bibliotheken, Archive, Orchester, Kunstunterricht und knstlerische Studien

    - intermedirer (gemeinntziger) Sektor= Non- Profit- Einrichtungen und Aktivitten wie

    z.B. Vereine, die nicht auf kommerzielle sondern auf gesellschaftsbildende Ziele ausgerichtet

    sind

    Creative Industries

    - Creative Industries als so genannte Content Industry -> Anwendung des

    Urheberrechts auf alle Produkte und Dienstleistungen -> Zusammenfassung von sehr

    heterogenen Wirtschaftszweigen, fr die Kreativitt der Ausgangspunkt fr die Herstellung

    von Produkten bzw. fr das Design von Dienstleistungen ist

    - laut Michael Sndermann gibt es drei Akteurstypen der Creative Industries:

    -> die zahlenmig grte Gruppe der Mikrounternehmen, die so genannten kleinen

    Creative Industries, z.B. selbstndige KnstlerInnen und Kleinstunternehmen

    -> die klein- und mittelstndischen Unternehmen, meist in der Form einer GmbH

    -> die groen Kultur- und Medienunternehmen, die so genannten Majors

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    Rahmenbedingungen der Kulturmrkte

    - grundlegende Unsicherheit der Kulturmrkte -> laut Tasos Zembylas sind nur ca. 10%

    der Produkte der Kulturindustrien gewinnbringend bzw. maximal ein Drittel kostendeckend

    - Richard Caves: nobody knows- Eigenschaftder Kulturmrkte

    - Relevanz derBegabung(Menger) -> Talentbewertung und Reputationsentlohnung in der

    Kunst -> Robert Frank : Winner-take-all- Mrkte -> jene, die fr eine bestimmte Zeit als

    die Talentiertesten bewertet werden, machen den Hauptanteil der Gewinne, z.B. hufig eher

    kurze Karrieren auf den Kulturmrkten, z.B. in den Bereichen Kino, Popmusik, Fernsehen

    - mehr Angebotals Nachfrage

    - hoher Konkurrenzdruck-> Einzelkmpfertum in Verbindung mit Ellenbogentechnik

    -Spezialisierung versus Multifunktionalitt

    Musikmarkt

    - fr 85% der sterreicherist Musik in ihrem Leben unverzichtbar, der wichtigste Faktor istder Erholungswert von Musik, gefolgt von der guten Qualitt einer musikalischen Darbietung

    - In der gesamten Musikwirtschaft(Produktion, Distribution, Ausbildung, Musikinstrumente)

    arbeiteten z.B. 2009 rund 42.000 Menschen mit einer Wertschpfung von 2.175 Mio. Euro

    - primre Produktion:Musikautoren, Komponisten, Texter, ausbende Knstler, Tonstudios

    - sekundre Produktion:Tontrgerindustrie, Musikverlage, Agenturen

    - Ausbildung: Musikschulen, Pflichtschulen, AHS, BAKIP, Konservatorien, Kindergrten,

    Musikuniversitten

    - Distribution: Bhne und Auffhrung, Festspiele, Musiktheater, Konzertveranstalter,

    Auffhrungsbetriebe (Bars, Restaurants, Discos), Tontrgerhandel, Onlinevertrieb, Handel

    mit Gerten,

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