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SolidarMed Jahresbericht 2014

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"Die rasche Ausbreitung von Viren ist in erster Linie ein aussergewöhnlich deutliches Zeichen für Armut. Krankheiten wie Ebola oder HIV/Aids breiten sich dort aus, wo die Möglichkeiten zur Eindämmung strukturell fehlen." Dr. med. Svend Capol, Präsident SolidarMed Mehr in diesem Dokument...

Text of SolidarMed Jahresbericht 2014

  • Fr Gesundheit in Afrika.

    Jahr

    esbe

    richt

    201

    4

  • 3 05 Mit Blick nach vorne Bericht des Prsidenten

    06 Karte der Projektgebiete

    09 Der Blick zurck Wirkungsbericht 2014

    14 Zwei Schritte vor, einer zurck Das SolidarMed-Leiterlispiel

    17 Stimmen aus den Projekten

    19 Wir sind SolidarMed

    20 Jahresrechnung 2014

    21 Revisions- und Leistungsbericht

    22 Bilanz und Betriebsrechnung

    25 Mittelflussrechnung

    26 Rechnung ber die Vernderung des Kapitals

    27 Herzlichen Dank

    29 SolidarMed Fr Gesundheit in Afrika

    SolidarMed verbessert die Gesundheits- versorgung von 1,5 Millionen Menschen im sdlichen Afrika.

    Herausgeberin

    SolidarMed, Schweizer Organisation fr Gesundheit in Afrika Obergrundstrasse 97, CH-6005 Luzern Telefon +41 41 310 66 60, [email protected], www.solidarmed.ch

    Redaktionsteam: Benjamin Gross, Joel Meir, Murielle Drack Konzept: Benjamin Gross, Murielle Drack Gestaltungskonzept und Layout: Murielle Drack Kontrollstelle: Aregger Schleiss Bucheli, AG fr Wirtschaftsbe-ratung, Kriens Druckerei: Brunner AG, Druck und Medien, Kriens Auflage: 1500 Exemplare Titelbild: SolidarMed

    SolidarMed-Vereinsmitgliedschaft

    Jahresbeitrag: Einzelperson CHF 50.; Familie und Institution: CHF 80.Im Beitrag enthalten sind das Jahresabonnement (4 Ausgaben) der Zeitschrift SolidarMed aktuell und der Jahresbericht.

    Spenden und Jahresbeitrag

    Postkonto: 60-1433-9 lautend auf; SolidarMed, CH-6005 LuzernIBAN: CH0909000000600014339BIC: POFICHBEXXX

    Online spenden unter www.solidarmed.ch, Engagement (Postcard, VISA oder Mastercard)Bitte vermerken Sie, falls es sich um den Jahresbeitrag handelt.

    Jahresbericht 2014

    Inhalt

  • 4 5

    Die Projekte von SolidarMed laufen wie beabsichtigt, die Planung der nchsten Phase ist abgeschlossen und die entspre- chenden Lnderprogramme fr die Jahre

    2015 bis 2017 sind verabschiedet. Die internen Prozesse werden fortlaufend optimiert und die Struktur ist bestndig.

    Eigentlich knnte man in dieser Situation den Au-topiloten einschalten. Ein verlockender Gedanke angesichts der zahlreichen Stunden, die der ehren-amtlich engagierte Vorstand leistet. Doch kaum denkt man daran sich bequem zurckzulehnen, zerren uns Nachrichten ber den Ausbruch von Ebola, Flcht-lingsdramen, Natur- und andere Katastrophen aus dem bequemen Sitz. Wir schrecken auf und merken, dass die Welt sehr klein und kurzfristig geworden ist. Alle sitzen im gleichen Boot und sind vonein-ander abhngig. Alle sind von allen Geschehnissen irgendwie betroffen.

    Kompetenz statt PflsterliDie rasche Ausbreitung von Viren ist in erster Linie ein aussergewhnlich deutliches Zeichen fr Armut. Krankheiten wie Ebola oder HIV/Aids breiten sich dort aus, wo die Mglichkeiten zur Eindmmung strukturell fehlen. Gut ausgebildetes Gesundheits-personal, die notwendige Infrastruktur, eine ver-lssliche medizinische Ausrstung, funktionierende Informationssysteme, Labors und Diagnostik, zu-verlssige Transport- und Kommunikationsmglich- keiten sind unabdingbar, um eine Epidemie wie in Westafrika einzudmmen. In der Vergangenheit hat SolidarMed die Fhigkeit zum raschen und kreati-ven Handeln bei einer solchen Bedrohung mehr-fach bewiesen. Ein gutes Beispiel ist das Programm SMART zur Prvention und Behandlung von HIV/Aids in den Einsatzlndern. Durch das Programm verankerte SolidarMed viel Kompetenz im Umgang mit epidemischen Viruserkrankungen in lndlichen Gesundheitssystemen und die Behandlung der td-lichen Krankheit wurde vielerorts ins lokale medi-zinische Angebot integriert.

    SolidarMed im Jahr 2030Aktuell werden die Milleniums-Entwicklungszie-le der Weltgesundheitsorganisation WHO von den Nachhaltigen Entwicklungszielen abgelst. Ist SolidarMed auch bereit, auf knftige Herausforde-

    rungen effizient zu reagieren? Haben wir eine gute Strategie, um in einer sich stetig schneller drehen-den Welt unsere Aufgaben immer noch adquat zu erfllen? SolidarMed wagt den Blick in die Zukunft und hat im Berichtsjahr beschlossen, eine langfris-tige Strategie bis ins Jahr 2030 zu erarbeiten. Um fr die Zukunft gerstet zu sein, prft SolidarMed mehrere mgliche Szenarien unter Bercksichti-gung von globalen Trends und den mglichen Ent-wicklungen im direkten Umfeld.

    Es heisst: Es soll nur fragen, wer die Antwort nicht scheut. Wenn man sich mit einer langfris-tigen Strategie befasst, bei der es keine Tabus ge-ben soll und alle erdenklichen Szenarien diskutiert werden, wird auch Etabliertes und Gutes in Frage gestellt. Wir sind alle gefordert, denn nur in der ver- tieften, gemeinsamen Diskussion knnen wir he-rausfinden, welche Richtung SolidarMed fr eine erfolgreiche Zukunft einschlagen muss. Wir begeben uns auf eine sehr spannende und lohnenswerte Rei-se, um weiterhin ein verbindlicher und verlsslicher Partner fr Gesundheit in Afrika zu sein.

    Dr. med. Svend Capol, Prsident SolidarMed

    Bericht des Prsidenten

    Mit Blick nach vorne.

    Patientin mit ihrer neu-geborenen Tochter.

    Musiso Spital, Zimbabwe

    Bild: Olivier Brandenberg

  • 6 7

    Butha-Buthe

    Thaba-Tseka

    Zambia

    Tanzania

    Zimbabwe

    Lesotho

    Moambique

    Mbulu

    Babati

    Ulanga

    Namuno

    Bikita

    Zaka

    Chongwe

    Rufunsa

    Kafue

    Luangwa

    Auch im Jahr 2014 beschrnkte Solidar-Med seine Programme und Projekte be- wusst auf fnf Lnder im sdlichen und stlichen Afrika. Mit 25 Projekten konn-

    ten lokale Partner gemss ihren Bedrfnissen untersttzt und dadurch die Gesundheit von 1,5 Millionen Menschen verbessert werden. Durch die geografische und thematische Konzentration wurde die Qualitt der Programme hoch gehal-ten. Im Bereich der Mttergesundheit und bei HIV/Aids arbeitete SolidarMed im Rahmen eines Regionalprogramms.

    Lesotho - Untersttzung der Spitler Seboche und Paray - Medizinische Grundversorgung fr die Berg-

    bevlkerung (2 Distrikte) - Durchfhrung von angewandter Forschung

    Moambique - Wiwanana** - SMART* II (im Distrikt Ancuabe) - SMART* III (im Distrikt Chire) - Hilfe zur Selbsthilfe durch HIV/Aids-

    Patientengruppen - MAMA Gesundheit fr Mtter und

    Neugeborene - Aufbau eines Operationssaals in Metoro - Sicherstellung der Wasserversorgung fr die

    Gesundheitszentren (im Distrikt Ancuabe) - Durchfhrung von angewandter Forschung

    Tanzania - Untersttzung des Dareda-Spitals

    (inkl. SMART*) - Untersttzung des Entwicklungsplans im

    Lugala-Spital (inkl. SMART*, Wasserver- sorgung und Malaria-Prvention) - Untersttzung der Krankenpflegeschule in Lugala - Strkung der medizinischen Grundversorgung

    in Mbulu (PHCM) - Strkung der medizinischen Grundversorgung

    in Ulanga (PHCU)

    bersicht 2014

    Die 25 Projekte

    Zambia - Ausbildung von nichtuniversitren rzten

    (Medical Licentiates) - Ausbildung von Pflegepersonal in abgelegenen

    Spitlern - Umsetzung eines Geschftsmodells fr Personal-

    huser (im Distrikt Chongwe)

    Zimbabwe - Sicherung der medizinischen Grundversorgung

    im Musiso-Spital - Sicherung der medizinischen Grundversorgung

    im Silveira-Spital - Untersttzung fr die Krankenpflegeschulen

    Musiso und Silveira - SMART* III in 2 Distrikten (inkl. Vorbeugung

    und Behandlung von HIV bei Kindern) - Gesundheit fr Mtter und Neugeborene - Ausbau des Gesundheitszentrums in Bota

    * SMART: Regionale Programme zur HIV/ Aids-Prvention und Behandlung in Spitlern, lndlichen Gesundheitszentren und Drfern.** Wiwanana: Lokale, mosambikanische Partner-organisation fr Gesundheitspromotion in den Drfern.

    Chire

    Ancuabe

  • Wirkungsbericht 2014

    Der Blick zurck

    8 9

    Die internationale Solidaritt trgt viele Frchte doch noch reichen diese nicht fr alle. SolidarMed engagierte sich des-halb auch im Jahr 2014 erfolgreich fr die

    gesundheitliche Grundversorgung von Kindern, Schwangeren und Menschen mit Infektionskrank- heiten.

    Weltweit konnte die Kindersterblichkeit seit 1990 von ber zwlf auf 6,3 Millionen jhrliche Opfer halbiert werden, 14 Millionen Menschen sind unter lebenserhaltender HIV-Behandlung, 4 Millionen Menschen konnten seit 2001 vor dem Malaria-Tod gerettet werden. Das sind gute Nachrichten, aber sie bedeuten auch: Noch immer stirbt in jeder Minute ein Kind an Malaria. Alle 20 Sekunden steckt sich ein Mensch neu mit HIV an, ber eine Million Menschen sind 2014 in Afrika daran gestorben. Und weltweit stirbt alle zwei Minuten eine Frau an den Folgen ihrer Schwangerschaft. Dies alles, obwohl genau bekannt ist, wie Malaria, HIV und Geburtskompli-kationen behandelt werden knnen. Nicht ausser Acht lassen darf man die neue Herausforderungen wie nicht-bertragbare Krankheiten oder temporre Krisen wie die Ebola-Epidemie, die uns deutlich vor Augen fhren, wie fragil afrikanische Gesund-heitssysteme sind.

    Gut ausgebildet und motiviert Whrend die Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 25 Pflegefachkrfte pro 10'000 Einwoh-ner fordert, kmmern sich in Lesotho, Moambique, Tanzania, Zambia und Zimbabwe nur deren 7 um diese Anzahl von Menschen bei den rzten ist die Situation nochmals dramatischer. SolidarMed unter- sttzte deshalb im vergangenen Jahr fnf Pflege-schulen und das sambische Chainama College, um eine hhere Zahl kompetenter Gesundheitsfachleute

    auszubilden. Im Jahr 2014 erhielten insgesamt 144 Pfleger/innen, Hebammen oder Hilfsrztinnen und -rzte dank SolidarMed ihr Diplom als medizini-sche Fachkraft. Orientiert man sich an den Hoch-rechnungen der WHO (1 Pflegefachkraft sorgt fr 1000 Patienten), verbesserte SolidarMed dadurch die medizinische Versorgung von 144'000 Menschen.

    Neben der Ausbildung von neuem Personal lag SolidarMed im