Standards und Patente - weltbekannter Standards, z.B: GSM, UMTS, DECT, DVB oder TETRA ... ETSI GSM 03.19

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    Standards und Patente

    Die ETSI IPR Policy

    (die geuerten Ansichten sind persnliche Meinungen des Autorsund stellen nicht zwangslufig jene des ETSI dar)

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    European Telecommunications Standards Institute, 2007GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 2

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    Einleitung

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 3

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    ETSI in KrzeETSI = European Telecommunications Standards Institute (Europisches Institut fr Telekommunikationsstandards)

    anerkanntes Europisches Normungsgremium (Richtlinie 98/34/EC)

    1988 gegrndet mit Sitz im sdfranzsischen Sophia Antipolis

    ber 650 Mitglieder aus mehr als 51 Lndern

    fhrende internationale technische Vereinigung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT)

    ca. 1.500 2.000 technische Spezifikationen pro Jahr

    Heimat weltbekannter Standards, z.B: GSM, UMTS, DECT, DVB oderTETRA

    Grndungspartner des 3rd Generation Partnership Project (3GPP)

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 4

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    STANDARDISIERUNGEckpfeiler in der Entwicklung des ICT-Marktes: Standardisierung wird zur Herstellung von Interoperabilitt in einem konvergenten Markt bentigt

    Unterschiedliche StandardtypenFormelle Standards (= Empfehlungen ohne Rechtswirkung) und Normen (= rechtlich bindend durch Inkorporation oder Bezugnahme in einem Rechtstext)

    technische Spezifikationen anerkannter Normungsgremien bzw. Standardisierungseinrichtungen

    Offene Standards

    Ad-hoc Standards Konsortien = Sektorieller Interessenverbund gleichgesinnter Unternehmen Teilnahme nicht fr jedermann offen (Mitgliedschaft teilweise mit hohen Kosten

    verbunden) Kein meinungsbildendes Verfahren technischen Spezifikationen nicht immer jedermann zugnglich

    De-facto Standards technische Spezifikationen eines Einzelunternehmens

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 5

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    KONFLIKTPOTENTIAL

    Diametral entgegengesetzten Zielsetzungen

    Patentrecht von den individuellen Verwertungsinteressen des Patentinhabers geprgt

    Standards zur kollektiven Verwendung bestimmt

    Potential fr Konflikte, wann immer der technische Inhalt einesStandards in den Schutzbereich eines Patents fllt

    Wesentliches Patent = Standard kann nicht verwendet werden, ohne dass zwangslufig eine Patentverletzung eintritt

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 6

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    HERAUSFORDERUNGStandardisierungseinrichtung muss Spannungsverhltnis zwischen Standards und Patente durch einen fairen Interessenausgleich lsen

    Interessenlage:Patentinhaber: hat das Recht, das Schutzrecht auch wirtschaftlich zu verwerten

    Dritte: haben das Recht standardfhige Produkte zu angemessenen Bedingungen herzustellen und anzubieten

    ffentlichkeit: Benutzer und Verbraucher sollen nicht unntig auf eine spezielle proprietre Technologieplattform festgelegt werdne

    Standardisierungseinrichtung: Standard soll ungehindert angewandt werden knnen und berflssiger Arbeitsaufwands soll vermieden werden

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 7

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    Konfliktlsung durch die ETSI IPR Policy

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 8

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    HAUPTMERKMALEKein Vorbehalt bei der Einbeziehung von Patenten in einen Standard

    Frhzeitige Identifizierung und Offenlegung von wesentlichen oder potentiell wesentlichen Patenten

    Sicherstellung der knftigen ungehinderten Anwendung des Standards durch FRAND-Lizenzierungserklrung (FRAND = fair, reasonable and non-discriminatory)

    Keine rechtlichen Diskussionen in den technischen Gremien und keine Beteiligung von ETSI an Lizenzverhandlungen zwischen Inhabern wesentlicher Patente und den potentiellen Anwendern des Standards

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 9

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    Offenlegungwesentlicher Patente

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 10

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    Bedeutung und Umfang der OffenlegungspflichtBedeutung:

    Identifizierung wesentlicher oder potentiell wesentlicher PatenteEntscheidung fr eine bestimmte Technologie in Kenntnis der vorhandenen PatenteVoraussetzung fr die hieran anknpfende FRAND-Lizenzierungserklrungentscheidendes Merkmal fr die Akzeptanz und den Erfolg der ETSI Standards am Markt

    Umfang:Offenlegung bei eigenem technischen Vorschlag + zumutbare Anstrengungen all jene Schutzrechte offenzulegen von denen das Mitglied Kenntnis hatPatente und Patentanmeldung Problem: Verffentlichung der Offenlegungsschrift erst 18 Monate nach dem Anmelde- oder PriorittstagMitgliedsbezogen, d.h. nicht auf Kenntnis eines einzelnen Representanten beschrnktAber: keine Verpflichtung der Mitglieder zu Schutzrechtsrecherchen

    ETSIs Rolle:Grds. keine SchutzrechtsrecherchenKeine berprfung der offengelegten Patente auf deren Wesentlichkeit und/oderRechtsbestndigkeit Verffentlichung offengelegten Patente in der ETSI IPR Datenbank http://webapp.etsi.org/IPR/home.asp

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 11

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    VERSPTETE OFFENLEGUNG (PATENT AMBUSH)Verletzung der Offenlegungspflicht kann wettbewerbsrechtliche Konsequenzen haben

    Patent Ambush = versptete Offenlegung wesentlicher Patente zu einem Zeitpunkt an dem der Standard bereits eingefhrt und von der Industrie verwendet wird

    Problem: Patentinhaber kann Monopolmacht begrnden und Wertschpfung an sich reien, die sich nicht aus seiner eigenen Leistung ergibt, sondern erst durch den Standard entstanden ist.

    Flle eines Patent AmbushDell-FallRambus-FallETSI GSM 03.19

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 12

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    BERMIGE OFFENLEGUNNG (OVERDECLARATION)

    Overdeclaration = bermigende Offenlegung von Patenten, die tatschlich gar nicht wesentlich fr den Standard sind

    Flle einer Overdeclaration:ETSI GSM 03.19

    Nokia ./. Interdigital

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 13

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    FRAND-Lizenzierungserklrung

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 14

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    GRUNDLAGENFRAND = fair, angemessen und nicht-diskriminierend (fair, reasonable and non-discriminatory)

    Grds. verschiedene Mglichkeiten zur Sicherstellung der knftigen ungehinderten Anwendung eines Standards

    Beachtung der berechtigten Interessen des Patentinhabers ber sein Patent frei verfgen zu knnen und auch wirtschaftlich zu verwerten

    Konkludente Lizenzierung aufgrund Abstimmungsverhaltens

    Automatische Lizenzierung bei Beginn der Mitgliedschaft

    Gebhrenfreie Zwangslizenz

    Keine Verpflichtung im ETSI zur Abgabe einer Lizenzierungserkl.Einbeziehung eines Patents in eine Standard kann nur mitZustimmung des Patentinhabers erfolgen

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 15

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    VERWEIGERUNG DER LIZENZIERUNGSERKLRUNG

    Im gnstigsten Fall: Ausweichen auf eine alternative Technologie Lizenzierungsverweigerung vor Verffentlichung des Standards + Verfgbarkeit einer alternativen Technologie

    Im ungnstigsten Fall: Zurckziehung des verffentlichten Standards (letzte Konsequenz)

    Verweigerung der Lizenzierungserklrung nach lock-in + keine Verfgbarkeit einer alternativen Technologie

    ETSI verfgt ber detailliertes Verfahren (Art. 8 ETSI IPR Policy)

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 16

    World Class Standards

    Dr. Michael FrhlichLegal Affairs Director

    NON-AVAILABILITY PRIOR TO PUBLICATION (Clause 8.1 ETSI IPR Policy)

    As long as undertaking is not granted, TB should not approve

    GA to review requirements

    Viable alternative(Clause 8.1.1)

    No viable alternative(Clause 8.1.2)

    IPR owner = MemberWork on standard to cease +

    request to reconsider position

    IPR owner decides not to withdraw its refusal

    Member withdraws its refusal

    Resuming of the work on the standard

    Member inform DG and explain within 3 months

    GA shall satisfy itself that the Standard or TS:is not blocked by that IPRsatisfies ETSIs requirements

    ETSI Counsellors to consider explanations +

    minutes

    TB should not pursue development and should look for alternatives

    No licensing declaration can be obtained prior to the publication

    IPR owner = third-partyappropriate MEMBERS to use their

    good offices to find a solution

    IPR owner = third-partyappropriate MEMBERS to use their

    good offices to find a solution

    DG write to IPR owner for an explanation + requesting that license

    be granted

    ETSI Counsellors to consider explanations + minutes

  • GRUR Jahreshauptversammlung Kln, 17. Mai 2007 17

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    Dr. Michael FrhlichLegal