Stress und Stressmanagement - Persnliche U. Stetina Matrikelnummer: 9405205. Inhalt Grundlagen zum Thema Stress.....1 Definitionen des Begriffes Stress

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    15-May-2018

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  • Stress und Stressmanagement

    Internet-Seminararbeit zum Fachliteraturseminar Gesundheit und Internet WS 2000/2001

    Leitung: Univ.Prof.Dr. Ilse Kryspin-Exner & Mag.Dr. Reinhold Jagsch

    Birgit U. Stetina

    Matrikelnummer: 9405205

  • Inhalt

    Grundlagen zum Thema Stress..............................................................................1 Definitionen des Begriffes Stress .........................................................................1

    Stress als Reiz................................................................................................................... 2 Stress als Reaktion............................................................................................................ 2 Stress als intervenierende Variable & Beziehungskonzept ............................................... 2 Definition von Stress nach ISO.......................................................................................... 3

    Historischer berblick ber die Stressforschung ...............................................3 Theorien und Modelle zum Thema Stress ............................................................4

    Allgemeines Adaptionssyndrom (AAS) nach Seyle ........................................................... 4 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus ..................................................................... 5

    Grundlagen zum Thema Stressmanagement ......................................................6 Definitionen und Verstndnis des Begriffes Stressmanagement ......................6 Hilfreiche Tips: Die drei Schritte des Stressmanagements.............................7

    Verfahren und Programme zum Stressmanagement.........................................7 Verfahren zur nderung des Verhaltens ..............................................................9 Verfahren zur nderung kognitiver Bewertungsmuster .....................................9

    Stress Inoculation Training / Stressimpfungstraining (SIT) nach Donald Meichenbaum... 9 Rationale-Emotive (Verhaltens-)Therapie nach Albert Ellis............................................. 10 Kognitive Umstrukturierung nach Beck............................................................................ 12 Problemlsetraining ......................................................................................................... 13

    Verfahren zur psychovegetativen Entspannung................................................13 Progressive Muskelentspannung..................................................................................... 14 Biofeedback ..................................................................................................................... 15 Autogenes Training.......................................................................................................... 16 Weitere Entspannungsverfahren ..................................................................................... 16

    Stressmanagement-Selbsthilfe via Internet .......................................................17

    Anwendungsbereiche von Stressmanagement................................................18 Stressmanagement am Arbeitsplatz ...................................................................18

    Stress Management Model of Strain nach Karasek......................................................... 18 Grnde fr Stress am Arbeitsplatz................................................................................... 20 Auswirkungen und Folgen von Stress am Arbeitsplatz ................................................... 21 Stressmanagement und betriebliche Gesundheitsfrderung........................................... 22

    Weitere Anwendungsbereiche von Stressmanagement ...................................22

    Abschlieende Bemerkungen...................................................................................22

    Quellenverzeichnis..................................................................................................24

    Anhang .........................................................................................................................I

  • Stress und Stressmanagement Seminararbeit zum FLS Gesundheit und Internet WS 00/01 1

    Grundlagen zum Thema Stress

    Definitionen des Begriffes Stress Der Begriff "Stress" stammt ursprnglich aus der Werkstoffkunde und benennt den Zu-

    stand eines Materials, das unter Zug oder Druck steht. Die herkmmliche Bedeutung des Beg-

    riffes entspricht also dem Alltagsverstndnis von Stress als Situation unter Druck und im Zu-

    stand besonderer psychischer und krperlicher Anspannung (Brandt, 1999a). Stress, aus dem

    englischen mit Beanspruchung, Spannung, Druck bersetzt, ist dem genau entsprechend, laut

    www.wissen.de, ein Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhhte

    Leistungsbereitschaft einstellt (www.wissen.de).

    Die erste Definition des Begriffes Stress stammt aus dem 17. Jahrhundert von Hooke

    (Jger, 2001), der in der Physik durch das Hookesche Gesetz wohl bekannt ist

    (www.wissen.de). Ladung (load) bezeichnet die Kraft (Eine bessere bersetzung fr load ist

    zumindest im bertragenen psychologischen Sinne der Begriff Last, der ebenfalls auch im

    physikalisch-technischen Bereich verwendet wird, wie beispielsweise auf http://www.tu-

    cottbus.de/Strukturmechanik/englisch.html. Anmerkung der Autorin), die auf ein Objekt gerich-

    tet wird, Stress bezeichnet die Art, in der die Kraft auf das Objekt bergreift, und Inanspruch-

    nahme (strain) meint die resultierende Verformung des Objekts (Jger, 2001). Unter

    http://www.maths.tcd.ie/pub/HistMath/People/17thCentury/RouseBall/RB_Math17C.html#Hook

    e ist weiter zu lesen, dass der Kern des Hookeschen Gesetzes besagt: [...] that the stress is

    proportional to the strain.[...], was nicht nur im physikalisch-technischen Sinne einleuchtend

    scheint.

    Der Brockhaus Gesundheit (www.xipolis.net) besagt, Stress sei eine ber das normale

    Ma hinausgehende krperliche und/oder seelische Belastung des Organismus mit bestimm-

    ten Reizen (Stressoren).

    Das Roche Lexikon Medizin enthlt unter dem Stichwort Stress folgende Definition

    nach Selye. Stress sei der Zustand erhhter Aktivitt des Endokriniums und Vegetativums mit

    diffuser Erregung des Sympathikus und Symptomen des Adaptationssyndroms

    (=Stresyndrom) als Ausdruck der Reaktion auf heftige, die Integritt des Organismus atta-

    ckierende Reize (z.B. Klte, [...]). http://www.gesundheit.de/roche/index.html

    Anhand genannter Definitionen wird schon ersichtlich, dass Stress als Begriff sehr um-

    fassend verwendet wird. So unterschiedlich die Ansichten auch sind, wie der Begriff verwendet

    werden sollte, so lassen sie sich doch zu einigen grundlegenden Anstzen zusammenfassen.

    Es werden folgende Definitionen und Anstze unterschieden:

    Stress als Reiz

    Stress als Reaktion

    Stress als intervenierende Variable

    Stress als Beziehungskonzept

    http://www.wissen.de/http://www.wissen.de/http://www.hausarbeiten.de/rd/archiv/psychologie/psycho-text72.shtmlhttp://www.wissen.de/http://www.tu-cottbus.de/Strukturmechanik/englisch.htmlhttp://www.tu-cottbus.de/Strukturmechanik/englisch.htmlhttp://www.hausarbeiten.de/rd/archiv/psychologie/psycho-text72.shtmlhttp://www.maths.tcd.ie/pub/HistMath/People/17thCentury/RouseBall/RB_Math17C.html#Hookehttp://www.maths.tcd.ie/pub/HistMath/People/17thCentury/RouseBall/RB_Math17C.html#Hookehttp://www.xipolis.net/http://www.gesundheit.de/roche/index.html

  • Stress und Stressmanagement Seminararbeit zum FLS Gesundheit und Internet WS 00/01 2

    Stress als Reiz

    Reizorientierte Definitionen betrachten Stress als belastendes Ereignis. Es handelt sich dabei

    um ein situatives Phnomen oder Reizphnomen im Sinne von mglichen belastenden Ereig-

    nissen, das teilweise auch Stressor genannt wird (Schmitt, 1998). Diese Sichtweise bernimmt

    die Stressdefinition von Hooke. Unter Stress wird im deutschsprachigen Raum blicherweise

    die psychische Belastung verstanden wird. Strain wird als psychische Beanspruchung er-

    fasst. Folglich wird zwischen den Anforderungen der ueren Umwelt (teilweise auch Stresso-

    ren genannt) als Stress und den wahrgenommenen Anforderungen (bei anderen Autoren auch

    Reaktionen auf Stress oder hnlich genannt) als Strain unterschieden (Jger, 2001) . Der An-

    satz entspricht laut http://www.hachtel.de/Volker/Texte/Ute/stress.html der behavioristischen

    Denkweise der S-R Tradition.

    Stress als Reaktion

    Reaktionsorientierte Definitionen sprechen von Stress als Reaktion auf bestimmte Ereignisse,

    die Stressreaktion, Stressemotion oder Stresserleben genannt werden kann (Schmitt, 1998).

    Dieser reaktionsorientierte Ansatz entspricht der oben schon erwhnten Sichtweise von Selye.

    Stress ist nach Hans Selye ein Begriff fr generelles Reaktionsmuster, das Tiere und Men-

    schen auf erhhte Beanspruchung zeigen

    (http://www.hachtel.de/Volker/Texte/Ute/stress.html). Selyes Allgemeines Anpassungssyndrom

    wird im Folgenden noch genauer erlutert.

    Stress als intervenierende Variable & Beziehungskonzept

    Diese beiden Anstze folgen der Annahme, dass die Eigenschaften einer Person auf die

    Wahrnehmung und die kognitive Strukturierung einer Situation Einfluss nehmen.

    Nimmt die Person ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen der Umwelt und der eigenen

    Reaktionskapazitt oder Bewltigungsmanahmen fest, tritt Stress auf (Jger, 2001). Bei die-

    sen Ungleichgewichtskonzeptionen von Stress sind zwei Anstze zu unterscheiden:

    1. Definitionen die Stress als intervenierende Variable betrachten und sich auf den Zustand

    zwischen Reiz und Reaktion konzentrieren (Schmitt, 1998). Dieser Ansatz wird auch als in-

    teraktionistisch bezeichnet. Mit Interaktion ist im psychologischen Sinne eine wechselseiti-

    ge Bedingtheit von Verhaltensweisen gemeint, indem sich Personen durch Kommunikation

    gegenseitig beeinflussen und dadurch ein Verhalten entwickeln, welches das Ergebnis die-

    ser Interaktion darstellt (Schmitz, 1999).

    2. Beziehungsorientierte Definitionen, die das Konzept Stress als Beziehungskonzept sehen

    und sich auf die Anpassungsprozesse in der Organismus-Umwelt-Beziehung konzentrieren

    (Schmitt, 1998). Bei diesem Ansatz wird auch hufig vom transaktionalen Stresskonzept

    gesprochen (Jger, 2001). Bei einer Transaktion geht die Beeinflussung ber die Interakti-

    on hinaus, indem bei der Interaktion mit Personen, Gegenstnden oder Situationen ein ak-

    http://www.hachtel.de/Volker/Texte/Ute/stress.htmlhttp://www.hachtel.de/Volker/Texte/Ute/stress.html

  • Stress und Stressmanagement Seminararbeit zum FLS Gesundheit und Internet WS 00/01 3

    tives, vernderndes Eingreifen miteingeschlossen wird. Der zentrale Punkt ist also das ak-

    tive Eingreifen einer Person in eine wechselseitige Beziehung, was qualitative Vernde-

    rungen fr die Person nach sich ziehen kann (Schmitz, 1999). In der Psychologie beson-

    ders bekannt ist das transaktionale Stressmodell von Lazarus, das im Folgenden noch ge-

    nauer erlutert werden wird.

    Definition von Stress nach ISO Die ISO 10075 greift das in der deutschsprachigen Arbeitswissenschaft bliche Ursa-

    che-Wirkungsmodell mit der Unterscheidung der Begriffe "Belastung" (stress, load) und "Be-

    anspruchung" (strain) auf. Demnach ist:

    "Psychische Belastung: Die Gesamtheit aller erfassbaren Einflsse, die von auen auf

    den Menschen zukommen und psychisch auf ihn wirken".

    "Psychische Beanspruchung: Die unmittelbare (nicht die langfristige) Auswirkung der

    psychischen Belastung im Individuum in Abhngigkeit von seinen jeweiligen berdauernden

    und augenblicklichen Voraussetzungen, einschlielich der individuellen Bewltigungsstrate-

    gien" (http://www.lfas.bayern.de/am/psycho/checkl_ix.htm).

    Historischer berblick ber die Stressforschung Walter B. Cannon war 1932 der erste Wissenschaftler, der das Fight-Flight-Phnomen

    in Zusammenhang mit einem Stressor beschrieb

    (http://www.zeitzuleben.de/inhalte/wellness_gesundheit/stress/stress_1.html). Das bedeutet,

    dass bei Auftreten eines Stressors alle notwendigen Organe fr eine defensive Aggression

    bzw. Flucht in Bereitschaft gesetzt werden (http://www.stud.uni-

    wuppertal.de/~ya0023/phys_psy/stress.htm). In Bezug auf diese Reaktion des Krpers auf

    einen Stressor schtzte Seyle 1974, dass mindestens ein Drittel der Krankheiten in den Indust-

    riestaaten auf dem Boden derartiger Stress-Reaktionen entsteht (http://beratung-

    therapie.de/krankheitsbilder/stress/stress.html)

    Nach Selye war die Stressforschung zunchst physiologisch ausgerichtet (Schuhma-

    cher & Reschke, 1994). Es heit, dass der Begriff Stress von Selye 1936 geprgt wurde

    (www.wissen.de). Sein physiologisches Erklrungsmodell besagt, dass die Reaktion auf

    Stress hnlichkeit mit der normalen vom Sympathikus gesteuerten Aktivierungsreaktion hat.

    Die Stressreaktion verluft jedoch sehr viel schneller und strker als eben solche Reaktion

    bezeichnet Selye die unspezifische Reaktion des Krpers auf jede Art von Anforderung. Die

    gesamte Reaktion nannte er Allgemeines Anpassungssyndrom (General Adaption Syndrome),

    dessen detailliertere Beschreibung noch folgt (Schmitt, 1998). Selye betrachtet also das

    Stresskonzept vom reizorientierten Blickwinkel aus, im Gegensatz zu Cannon, der, wie oben

    stehender Beschreibung zu entnehmen ist, die Reaktionsseite betrachtet und die Strungsre-

    aktion als Stress beschreibt. (Schmitt, 1998).

    http://www.lfas.bayern.de/am/psycho/checkl_ix.htmhttp://www.zeitzuleben.de/inhalte/wellness_gesundheit/stress/stress_1.htmlhttp://www.stud.uni-wuppertal.de/~ya0023/phys_psy/stress.htmhttp://www.stud.uni-wuppertal.de/~ya0023/phys_psy/stress.htmhttp://beratung-therapie.de/krankheitsbilder/stress/stress.htmlhttp://beratung-therapie.de/krankheitsbilder/stress/stress.htmlhttp://www.wissen.de/

  • Stress und Stressmanagement Seminararbeit zum FLS Gesundheit und Internet WS 00/01 4

    In den 50er Jahren wurde die Stressforschung dann allmhlich in die damals vorherr-

    schende S-R-Psychologie, den Behaviorismus, integriert. Die Betonung externer Stimuli als

    entscheidend fr das Verhalten der Menschen bestimmte in diesem Zeitraum die psycholo-

    gische Forschung. 1966 sorgte das gerade erschienene Buch von Lazarus "Psychological

    Stress and the Coping Process" dafr, dass sich der Forschungsschwerpunkt von den extern

    auf das Individuum einwirkenden Bedingungen auf den intrapsychischen Bewertungs- und

    Verarbeitungsprozess verschob (Schumacher & Reschke, 1994).

    Theorien und Modelle zum Thema Stress

    Allgemeines Adaptionssyndrom (AAS) nach Seyle

    Das allgemeine Adaptionssyndrom ist die Gesamtheit aller (unspezifischen) Reaktio-

    nen des Organismus auf einen Stress. Unabhngig von der Art des einwirkenden Stressors

    kommt es zu krperlichen Anpassungsreaktionen, dem allgemeinen Adaptationssyndrom.

    Phasen des Allgemeinen Adaptionssyndroms (AAS)

    Es verluft in 3 Phasen: Der Alarmreaktionsphase, der Widerstandsphase und der Er-

    schpfungsphase (www.wissen.de).

    Abbildung 1: Allgemeines Adaptionssyndrom nach Selye [Quelle: http://www.psychologie.uni-trier.de/ABO/Lehre/unterlagen/folien/ws_stress.pd...

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