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Studie zur Umsetzung von Teilzeit- berufsausbildung in · PDF fileStudie zur Umsetzung von Teilzeitberufsausbildung in Berlin Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft,

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  • Gefrdert durch die Senatsverwaltung fr Wirtschaft, Technologie und Frauen und den Europischen Sozialfonds (ESF)

    Studie zurUmsetzung von Teilzeit-

    berufsausbildung in Berlin

  • Wir danken allen Interviewpartnerinnen und -partnern, insbesondere von den Projekten Mtter lernen (MLe, EJF Lazarus gAG) und Mtter in Berufe (SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin). Fr die besondere Untersttzung danken wir auerdem den Verbundpartnerinnen von LiSA e.V. und dem Ausbildungs- und Kulturcentrum e.V. (AKC e.V.). Unser Dank geht auch an die Frauen aus dem bundesweiten Netzwerk Teilzeitberufsausbildung, insbesondere Beatrix Hahner (IHK Lbeck) und Verena Albert (RE/Init e.V.), die uns bei den Recherchen aktiv untersttzt haben, sowie Angelika Puhlmann vom Bundesinstitut fr Berufsbildung (BIBB).

    Impressum:

    Herausgegeben von:LIFE e.V., Dircksenstr. 47, 10178 Berlin030 30 87 98 26 / - 15www.life-online.de

    V.i.S.d.P.: Dr. Barbara Schler-Macher

    Layout: Hilde Kerpen

    Bildnachweis (Titelfotos): Metin Yilmaz

    MLe, EJF Lazarus gAG

  • Studie zur Umsetzung von Teilzeitberufsausbildung in Berlin

    Gefrdert durch die Senatsverwaltung fr Wirtschaft, Technologie und Frauenund den Europischen Sozialfonds (ESF)

    Berlin Januar 2008

    Leitung: Anja Wolff, Projektverbund LiLA Berlin

    Redaktion: Martina Kretschmann, LIFE e.V., Berlin

    mit Beitrgen von: Prof. Dr. Marianne Friese, Justus-Liebig-Universitt Gieen

    Doreen Mrten, LiSA e.V.

    Statistische Auswertungen: Berliner Institut fr Sozialforschung GmbH (BIS)

  • Vorwort

    Liebe Leserinnen und liebe Leser,

    wir haben in der Stadt viele junge Mtter und Vter, welche tagtglich ein besonders hohes Ma an Engagement, Organisations- und Verantwortungsbereitschaft fr die persnliche und berufliche Situation leisten mssen. Nicht selten wird dabei aufgrund schwieriger familirer Bedingungen die eigene berufliche Entwicklung vernachlssigt oder sogar die Ausbildung abgebrochen. Insbesondere fr junge Mtter und Vter ist der Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses als Einstieg in das Berufsleben und fr die zuknftige selbstndige Lebens-gestaltung notwendig.

    Whrend die Vereinbarkeit von Beruf und Familie allgemein im Erwerbsleben zu einem zentralen gesellschaftlichen Anliegen geworden ist, bleibt der Aspekt von junger Elternschaft und dem Abschluss einer Berufsausbildung weitgehend unbercksichtigt. Dabei bietet das Berufs-bildungsgesetz 8 (BBiG) zur Aufnahme bzw. Beendigung einer bereits begonnenen Ausbildung teilzeitorientierte Formen an. Die Studie soll daher einen berblick ber die berufliche Situation junger Mtter und Vter in Berlin auch im Hinblick auf die Mglichkeiten zur Aufnahme einer Teilzeitberufsausbildung bzw. der Beendigung einer bereits begonnen Berufsausbildung in Teilzeitform geben.

    Im Land Berlin werden bereits seit Jahren verschiedene teilzeitorientierte Modellprojekte fr diese Zielgruppe erfolgreich untersttzt. Auch unter dem Aspekt des sich verndernden demographischen Entwicklungsprozesses sollten vorhandene Ressourcen von Ausbildung und Beschftigung sinnvoll genutzt werden. Die Studie stellt Forschungsergebnisse aus Berlin und anderen Bundeslndern vor, die zeigen, dass junge Mtter und Vter oft Untersttzung und Begleitung beim Einstieg bzw. whrend der Berufsausbildung bentigen, insbesondere wenn sie nicht ber hinreichende familire Netzwerke verfgen. Vorhandene (auer-)betriebliche und modellhafte Angebote von Teilzeitberufsausbildungen im Land Berlin werden aufgezeigt.

    Die Untersttzung junger Eltern in ihrer beruflichen Entwicklung und in ihren Bemhungen Familienpflichten und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bekommen stellt auch weiterhin ein wesentliches frauen- und arbeitsmarktpolitisches Ziel dar. Die Umsetzung von Teilzeitberufs-ausbildungen bietet auch den Betrieben Chancen im Rahmen der eigenen Mglichkeiten aktiv zu werden und an dem Zukunftsstandort Deutschland mitzuwirken. Die Berliner Unternehmen profitieren von gut ausgebildetem Personal und angesichts der demographischen Entwicklung hat dies auch weitreichende Konsequenzen fr das Innovationspotenzial der Berliner Wirtschaft.

    Almuth Nehring-Venus

    Staatssekretrin fr Frauen, Berlin

  • Inhalt

    Seite

    1. Einfhrung ....5

    1.1 Ausgangslage .......5

    1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise .6

    1.3. Entwicklung Teilzeitberufsausbildung bundesweit .....7

    1.4. Rechtliche Grundlagen.8

    2. Bestandsaufnahme Teilzeitberufsausbildung in Berlin ....11

    2.1. Einleitung .11

    2.2. Datenlage bei den Berliner Kammern ..11

    2.3. Ergebnisse der Betriebsbefragung .13

    2.4. Auerbetriebliche Berufsausbildung in Teilzeit in Berlin ...25

    2.5. Exkurs: Umschulung und Weiterbildung in Teilzeit ..32

    2.6. Fazit ...33

    3. Bedarfe und Problemlagen junger Mtter (und Vter .35

    3.1. Einleitung .35

    3.2. Lebenssituation und Bedarfe junger Mtter in Teilzeitausbildung

    (Prof. Dr. Marianne Friese) ..36

    3.2.1. Belastende Faktoren und Rahmenbedingungen aus Sicht junger Mtter ..36

    3.2.2. Ressourcen und Kompetenzen junger Mtter ...37

    3.2.3. Selbsteinschtzungen junger Mtter zur Lebens- und Ausbildungssituation ....38

    3.2.4. Ausgewhlte Empfehlungen des Projekts MOSAIK ..39

    3.3. Sicherstellung des Lebensunterhalts von Auszubildenden in Berufsausbildung

    in Teilzeit (Doreen Mrten) ....40

    3.4. Junge Mtter (und Vter) in Berlin Auswertung der Amtlichen Statistik und

    des Mikrozensus ...49

    3.4.1. Altersspezifische Fruchtbarkeitsziffern und Verteilung auf die Bezirke ..50

    3.4.2. Soziokonomische Daten zu jungen Mttern 53

    3.5. Fazit 59

    4. Ausweitung und Vernetzung von Teilzeitberufsausbildung in Berlin ..61

    4.1. Einleitung .61

    4.2. Stakeholder-Analyse ..61

    4.2.1. Ergebnisse der Gesprche mit IHK und HWK Berlin ..65

    4.2.2. Ergebnisse der Gesprche mit Wohlfahrtsverbnden ...67

    4.3. Das Vernetzungs-Modell Bremer Frderkette Junge Mtter

    (Prof. Dr. Marianne Friese) ...70

    4.4. Ideen fr die knftige Vernetzung zu Teilzeitberufsausbildung in Berlin ..77

    4.5. Fazit ...80

    5. Handlungsempfehlungen .81

    6. Literatur 85

    7. Adressen ..87

    Anhang .91

  • 1. Einfhrung

    1. Einfhrung

    1.1 Ausgangslage

    Wahrend die Vereinbarkeit von Beruf und Familie allgemein im Erwerbsleben immer mehr zu einem zentralen gesellschaftlichen und politischen Anliegen wird, bleibt der wichtige Aspekt der Vereinbarkeit von Elternschaft und Berufsausbildung weitgehend unbercksichtigt.

    Untersuchungen des Bundesinstituts fr Berufsbildung (BIBB) haben gezeigt, dass ein groer Teil junger Eltern dauerhaft ohne qualifizierte Ausbildung bleibt (vgl. Puhlmann 2007). Dies liegt sowohl an starren Strukturen der dualen Berufsausbildung als auch an dem nach wie vor dominierenden, traditionellen gesellschaftlichen Leitbild der familienzentrierten Mutter und Hausfrau. Dieses steht in starkem Gegensatz zu den Interessen junger Frauen: Alle Befra-gungen zeigen, dass junge Frauen und auch eine wachsende Zahl junger Mnner heute selbstverstndlich davon ausgehen, Kinder und Berufsttigkeit miteinander zu verbinden (vgl. DJI Bulletin 02/2006).

    Dabei gibt es gesetzliche Vernderungen, die fr die Verbesserung der Situation nutzbar gemacht werden knnen. So haben Betriebe mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) 8 seit dem 1. April 2005 rechtlich die Mglichkeit, zeitmodifizierte bzw. zeitreduzierte Formen der Berufsausbildung anzubieten. Bisher allerdings sind die Kenntnisse ber Teilzeit-berufsausbildung bei Betrieben wie auch jungen Menschen mit Erziehungsverantwortung noch sehr lckenhaft. Daher beschrnkt sich diese Form der Ausbildung bisher weitgehend auf Modellprojekte und den Bereich auerbetrieblicher Ausbildung.

    Angesichts der dramatischen demographischen Entwicklung rechnet die Wirtschaft mit einem groen Fachkrftemangel der in Berlin und den neuen Bundeslndern auch schon sprbar ist , dem nur durch Wertschtzung und Nutzung aller personellen Ressourcen in Ausbildung und Beschftigung entgegengewirkt werden kann. Die Gruppe junger Frauen (und Mnner) mit Kindern stellt eine solche bisher nicht ausreichend erkannte und gefrderte personelle Ressource dar.

    Der Groteil junger Menschen mit Erziehungsverantwortung sind Frauen. Viele sind auf sich selbst gestellt, ohne familiren Rckhalt und Untersttzung. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2001 kommt zu dem Schluss, dass sich vor allem Alleinerziehende wegen der hohen und wachsenden Zahl der Sozialhilfeabhngigkeit1 zur zentralen Problem-gruppe entwickeln. Die Folgen fr die Kinder sind gravierend. So belegen statistische Befunde, dass Kinderarmut zu groen Teilen in Einelternfamilien zu finden ist. Junge Mutterschaft wird mehr und mehr zum Strukturprinzip kumulativer Ungleichheit fr Frauen und ihre Kinder, wie es Frau Prof. Friese vom BQF-Projekt Kompetenzentwicklung fr junge Mtter (MOSAIK) treffend ausdrckt.2 Dies ist umso alarmierender vor dem Hintergrund der generationsweisen Wiederholung frher Mutterschaft und Verfestigung von Sozialhilfekarrieren3. Um dies zu verhindern, mssen auch und gerade junge Eltern die Mglichkeit haben, eine qualifizierte Berufsausbildung zu erlangen. Die 2005 geschaffenen Mglichkeiten zeitmodifizierter Aus-bildung bieten dafr eine wichtige Grundlage, da eine tglich oder wchentlich verkrzte Arbeitszeit ermglicht wird.

    1 Aufgrund der Vernderungen in der Sozialgesetzgebung finden sich heute viele dieser jungen Mtter im ALG II-Bezug.2 Vgl. F

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