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Studienhandbuch wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben · PDF file Wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere Seminararbeiten, behandeln spezifische und fachrelevante Themen und Fragestellungen

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  • Studienhandbuch

    wissenschaftliches Arbeiten

    und Schreiben

  • 2

    Schreibwerkstatt Soziologie/Sozialwissenschaften

    1. Aufl., November 2014

    Bergische Universität Wuppertal

    Fachgebiet Soziologie und Sozialwissenschaften

    Dieses Handbuch dient der Orientierung im wissenschaftlichen Arbeits- und Schreibprozess. Der Text

    geht auf verschiedene Richtlinien zum „wissenschaftlichen Schreiben“ von Jens Hiller zurück. Unter

    Zuarbeit und Ergänzungen vom Team Schreibwerkstatt Soziologie/Sozialwissenschaften, namentlich

    Anne Wiebel, Joschka Baum, Eva-Maria Görtz und Miriam Wagner.

    Satz: Joschka Baum

    Korrektorat: Joschka Baum, Miriam Wagner

    Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:

    Jens Hiller, Leiter der Schreibwerkstatt Soziologie/Sozialwissenschaften Mail: [email protected]

  • 3

    Inhaltsverzeichnis

    1. Anforderungen an das wissenschaftliche Schreiben ........................................................................... 4

    2. Themenfindung und Fragestellung ..................................................................................................... 5

    3. Formalia und Funktionen wissenschaftlicher Texte ............................................................................ 7

    3.1 Seminar- oder Hausarbeiten ......................................................................................................... 7

    3.2 Abstracts ...................................................................................................................................... 11

    3.3 Exposés ........................................................................................................................................ 12

    3.4 Essays........................................................................................................................................... 13

    3.5 Protokolle .................................................................................................................................... 14

    3.6 Handouts ..................................................................................................................................... 15

    3.7 Präsentationen ............................................................................................................................ 16

    3.8 Praktikumsberichte ..................................................................................................................... 17

    3.9 Abschlussarbeiten ....................................................................................................................... 18

    3.9.1 Bachelor-Thesis .................................................................................................................. 18

    3.9.2 Master-Thesis ..................................................................................................................... 19

    3.9.3 Doktorarbeit ....................................................................................................................... 20

    4. Zitation .............................................................................................................................................. 20

    5. Bibliographieren ............................................................................................................................... 25

    6. Katalog- und Datenbankrecherche ................................................................................................... 28

    7. Wissenschaftlicher Schreibstil ........................................................................................................... 29

    8. Kommunikation mit Hochschulangehörigen ..................................................................................... 31

    9. Umgang mit Schreibblockaden ......................................................................................................... 32

    Literaturverzeichnis ............................................................................................................................... 35

  • 4

    1. Anforderungen an das wissenschaftliche Schreiben

    Schreiben ist ein grundlegender Bestandteil eines universitären Studiums. Angefangen von

    dem Erstellen von Mitschriften in Vorlesungen über die schriftliche Kommunikation mit

    Hochschulangehörigen bis hin zum Anfertigen von Seminararbeiten, werden Studierende und

    insbesondere StudienanfängerInnen mit dem Schreiben im Studium konfrontiert. Vor allem

    Seminararbeiten sind von herausragender Bedeutung für das erfolgreiche Absolvieren eines

    universitären Studiums. Essays, Protokolle, Hausarbeiten etc. stellen nicht nur die gängigsten

    Schreibformen im wissenschaftlichen Betrieb dar, sondern dienen auch der Leistungskontrolle

    im Studium und der Vorbereitung der Studierenden auf die post-universitäre Laufbahn. Dabei

    unterscheidet sich das wissenschaftliche Schreiben deutlich von anderen Schreibformen, wie

    z.B. dem privaten oder dem journalistischen Schreiben. Studierende müssen diese

    Unterschiede kennen und die Grundlagen wissenschaftlichen Schreibens beherrschen, um für

    ein erfolgreiches Studium und darüber hinaus vorbereitet zu sein.

    Wissenschaftliches Schreiben dient dem Zweck der Wissensverbreitung und

    Wissenssicherung (vgl. Grieshammer et al. 2012: 17ff). Das bedeutet, dass wissenschaftliche

    Texte nicht nur für den/die AutorIn selbst, sondern auch für Dritte verständlich und

    nachvollziehbar sein müssen. Die Verständlichkeit von wissenschaftlichen Texten ist äußerst

    wichtig. Selbst die interessantesten Gedankengänge und Informationen verblassen, wenn sie

    in einem schwer zu lesenden und noch schwerer zu verstehenden Textkorpus untergebracht

    sind. Daher ist es wichtig, das Medium, durch welches AutorIn und LeserIn miteinander

    kommunizieren, möglichst eingängig zu gestalten. Im Text enthaltende Informationen sollten

    in diesem Sinne kurz und präzise dargestellt werden. Je eindeutiger hierbei formuliert wird,

    desto kleiner wird der Interpretationsspielraum für den Leser und Missverständnisse werden

    vermieden (vgl. Ebster/Stalzer 2008: 88). Auch der Einsatz von Fachbegriffen und

    Fremdwörtern sollte gut überlegt sein. Fachbegriffe müssen klar definiert sein, um AutorIn

    und LeserIn auf die gleiche Verständnisebene zu bringen. Über die Bedeutung von

    Fremdwörtern sollte sich der/die AutorIn ebenfalls im Klaren sein. Andernfalls besteht die

    Gefahr, dass diese falsch oder unpassend benutzt werden. Zur Verständlichkeit von

    wissenschaftlichen Texten gehört ebenfalls eine zugängliche Struktur und Gliederung des

    Textes. Durch eine vernünftige Gliederung wird den Lesenden ersichtlich, welche Inhalte von

    Relevanz sind und wie der/die AutorIn vorgegangen ist. Die innere Struktur des Textes gibt

    den oft als „roten Faden“ umschriebenen Aufbau der Argumentation wieder. Diese sollte im

    Idealfall aufeinander aufbauen und sowohl aus Teilargumenten als auch aus

    Gegenargumenten bestehen, um dem/der LeserIn die ganze Bandbreite einer

    Argumentationskette zu präsentieren (vgl. ebd.: 89). Hierzu gehört auch, dass Argumente und

    Aussagen belegt werden. Das bedeutet, dass die Quellen der Argumente und Aussagen

    angeführt werden. Auf diese Weise wird für den/die LeserIn nachvollziehbar, woher einzelne

    Informationen oder Gedanken stammen und wer diese zuerst geäußert hat. Durch das

    Anführen von Quellen wird den LeserInnen die Möglichkeit geboten, die präsentierten

    Informationen zu überprüfen (vgl. Stickel-Wolf/Wolf 2011: 208ff; Kruse 2010: 99ff). Ein

    Auslassen eines solchen Quellenverweises kann als Plagiat angesehen werden. Plagiate

    bedeuten, dass fremdes, urheberrechtlich geschütztes Gedankengut als das eigene

    ausgewiesen wird. Das bewusste Plagiieren von Quellen ist sowohl ethisch verwerflich als

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    auch rechtlich strafbar. Quellenangaben in wissenschaftlichen Texten sollten daher nicht nur

    als Notwendigkeit, sondern auch als Selbstverständlichkeit angesehen werden (vgl. Sesink

    2003: 84).

    Einhergehend mit der Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit von wissenschaftlichen

    Texten rücken die verwendeten Quellen in den Fokus einer wissenschaftlichen Arbeit. Bei der

    Auswahl von Quellen sollte bedacht werden, dass nicht alle Quellen in wissenschaftlichen

    Arbeiten verwendbar sind. Daher sollten Quellen mit einer gewissen Sorgfalt ausgewählt

    werden. Hilfreich kann es dabei sein, zu prüfen, ob eine Quelle sowohl zitierfähig als auch

    zitierwürdig ist. Eine Quelle ist dann zitierfähig, wenn die in ihr verwendeten Informationen

    für jeden zugänglich und überprüfbar sind. Jede in der Arbeit verwendete Quelle muss für

    den/die LeserIn auffindbar und zugänglich sein. Zitierwürdig sind Quellen, wenn sie den

    wissenschaftlichen „Qualitätskriterien“ (siehe Kapitel 5. Bibliographieren) entsprechen (vgl.

    Ebster/Stalzer 2008: 63-64). Besondere Vorsicht ist bei Internetquellen gefordert. Da das

    Internet ein veränderbares Medium darstellt, ist die Nachvollziehbarkeit von Internetquellen

    schwieriger umzusetzen. Ebenfalls sollte beachtet werden, das