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Themenzeitung 3/2010 - Web-Business

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Der ITK-Sektor zählt zu Deutschlands innovativsten Branchen. Die Aussichten sind gut. Wo liegen die Trends? Wie profitiert der Standort Deutschland?

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    tAusgabe Januar 2011

    VirtualisierungCloud Computing im Mittelstand

    WissenNeue Potenziale durch E-Learning

    Web-Business

    E-CrimeStrategien gegen den Datenklau

    WEB-BUSINESS Das Gewicht der ITK-Branche in Deutschland steigt. Schon jetzt liegt der Sektor mit rund 850.000 Beschftigten knapp hinter dem Maschinenbau. Und die Aussichten fr weiteres Wachstum sind gut.

    Wachstum 2.0

    Noch vor wenigen Jahren war Mark Zuckerberg ein unbekannter Student. Heute zhlt der 26-jhrige Facebook-Grnder mit einem Vermgen von rund sieben Milliarden US-Dollar zu den reichs-ten Menschen der Welt. Keine Frage, dass das 2004 gegrndete Unternehmen Facebook mit angegebenen 500 Millionen Nutzern inzwischen in einer Liga mit Global Playern wie Micro soft, Oracle oder Google spielt. Und keine Frage, dass es keine abgesteckten Mrkte zwischen den Weltkon-zernen mehr gibt. So drngt Google ab 2011 mit dem Betriebssystem Chro-me OS auf den Markt. Es luft als reine Web-Anwendung und startet anders als herkmmliche Betriebs systeme nicht mehr von der Fest platte aus. Das Google-Betriebssystem knnte weitaus mehr als das freie Linux zu einer Be-drohung fr den Platz hirsch Microsoft mit seinem Windows System werden. Auch im Mobile-Bereich will das Internetunternehmen wildern: Gerade hat Google das Smart phone Nexus S mit groem Touch-Display und NFC-Chip fr eine spezielle Funktechnik prsen tiert. Die Wachs tumsgeschwindigkeit in der ITK nimmt rasant zu: Google hat in krzerer Zeit die Bedeutung erreicht, fr die Microsoft 20 Jahre brau chte. Und der Nachfolger Facebook steht schon in den Startlchern.

    In Deutschland gibt es mit SAP nur einen IT-Weltkonzern. Die ITK-Bran-che ist hierzulande eher mittelstndisch geprgt hnlich dem Maschinen-

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  • editorial januar 2011 | 2

    Human Resources Gerade in der Zukunftsbranche ITK klagen Personalverantwortliche ber den Fachkrftemangel. Greencard und Zeitarbeit knnen Abhilfe schaff en. Seite 3

    Titelthema Der ITK-Sektor zhlt zu Deutschlands innovativsten Branchen. Die Aussichten sind gut. Wo liegen die Trends? Wie profi tiert der Standort Deutschland? Seite 4

    Cloud Computing Virtualisierungslsungen bringen viele Vorteile im Datenmanagement. Doch welche Bereiche sollten ausgelagert werden? Und vor allem: Wie sicher ist die Datenwolke? Seite 9

    Mobile Apps Die kleinen Programme haben sich zu wahren Allesknnern entwickelt. Mittlerweile sind sie auch aus dem Geschfts-leben nicht mehr wegzudenken. Seite 12

    E-Learning Ob Blended Learning, Serious Gaming oder virtuelles Klassenzimmer: Das Thema Learning on the job ist heute in vielen Betrieben unverzichtbar. Seite 14

    Business Intelligence Auch kleine Firmen setzen zur Datenaufberei-tung verstrkt auf BI-Lsungen. Standardisiert oder mageschneidert: Welche Anwendung ist die richtige? Seite 16

    IT-Security Die E-Crime-Bedrohung wchst. Der gesamtwirtschaftli-che Schaden geht in die Milliarden. Doch was tun, wenn der Verursacher aus dem eigenen Unternehmen kommt? Seite 19

    Product Information Management Multi-Channel-Commerce stellt Unternehmen vor Herausforderungen, bietet aber insbesondere dem Distanzhandel neue Chancen. Seite 22

    Inhalt

    Herausgeber und Verlag:Lombard Media Swiss AG www.lombardmedia.ch

    Konzept, Realisierung und redaktionelle Bearbeitung:newpublic communication Ver-waltungsges. UG (haftungsbe-schrnkt) & Co. KG, Marie-Cu-rie-Str. 11-1353332 BornheimTel: +49 (0) 2227/921242Net: www.newpublic.org

    newpublic-Redaktions-leitung (V. i. S. d. P.):Wolfgang Haselbauer,[email protected]

    newpublic-Schlussredaktion:Jens Vo,[email protected]

    newpublic-Projektleitung:Philipp Kesternich,[email protected]

    newpublic-Projektmanager:Sebastian Schmitz,[email protected]; Patrick Warmbier,[email protected]

    newpublic- Layout:Marcel Rohland, Michael Dhring, Andreas Schnittker

    Bildmaterial entnommen von istockphoto.com, sxc.hu

    Autoren:Dr. Ralf Magagnoli, Marko Rogge, Cornelia Hornschild, Ulrich Schmitz, Thomas Lucas-Nlle, Kirsten Seegmller

    Verbreitete Aufl age: 103.000 Exemplare als Fremdbeilage im Handelsblatt (inkl. Abo-Aufl age mit 79.193 Exemplaren)

    Die ITK-Branche zhlt zu Deutschlands innovativsten Wirtschaftszweigen. Einer Stu- die des Hightech-Verbands Bitkom zufolge ha ben 81 Prozent der Anbieter von Software und IT-Services sowie 78 Prozent der Hard-ware-Hersteller in diesem Jahr neue Produk-te oder Dienste auf den Markt gebracht. Das ist der mit Abstand hchste Wert aller Bran-chen in Deutschland. In diesem Jahr erwirt-schaften die rund 115.000 Firmen einen Um-satz von ber 141 Milliarden Euro. Das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der ITK-Markt zieht somit krftig an.

    Auch die Forschungsausgaben steigen. Jetzt knnen wieder Vorhaben angestoen wer den, die whrend der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Schubladen verschwan-den. Die positive Entwicklung wird sich auch im nchsten Jahr fortsetzen. Denn die Nach-frage nach Smartphones, mobilen Compu-tern, All-In-One-Gerten und vielen weiteren

    ITK-Trends steigt. Mehr mchten wir an die-ser Stelle nicht verraten. Lesen Sie unsere Titelreportage. Die Entscheider mittelstndi-scher Unternehmen profi tieren vom digita-len Innovationsschub: Immer mehr Firmen verlagern ihre Daten in die Cloud, entdecken Social Media als wichtigen Vertriebskanal, setzen auf E-Learning und nutzen mobile Apps zur Pro zessoptimierung.

    Wo sich unzhlige Chancen bieten, lau-ern bekanntermaen auch Risiken. Stichwort: E-Crime. In unserer IT-Security-Reportage erlutern wir, wie sich Unternehmen gegen Datenklau, Aussphung und Web-Angriffe schtzen. Eine weitere Herausforderung ist der Fachkrftemangel. Immerhin 30.000 of-fene Stellen knnen nicht besetzt werden. Jetzt gilt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Wie Firmen dem Problem wirkungs-voll entgegentreten knnen, erfahren Sie in der HR-Reportage. Ihre Redaktion

    Impulsgeber fr Innovation

    Impressum

    EDITORIAL

  • | januar 2011 human resources 3

    Die Zahlen sind drama-tisch: In zahlreichen Bran chen in Deutsch-land mangelt es an qua-lifi zierten Krften, etwa in der Pfl e-gebranche, aber auch in der Infor-mations- und Kommunikationstech-nologie. Laut Staatssekretr Hans-Joachim Otto vom Bundes wirt schafts- ministerium fehlen allein in der ITK-Branche bis zu 30.000 Spezialisten. Der Fachkrftemangel, so Otto, be-drohe das Wachstum. Immerhin ist der ITK-Sektor volkswirtschaftlich von betrchtlicher Bedeutung: Rund 850.000 Menschen arbeiten hierzu-lande in der ITK.

    Wie aber das Wachstum bewah-ren, wenn die Spezialisten fehlen? Eine Mglichkeit fr Unternehmen, denen IT-Fachkrfte fehlen, bieten spezialisierte Zeitarbeitsfi rmen. Sie knnen gezielt auf einen Pool von IT-Spezialisten zugreifen und somit personelle Engpsse beheben. Ge-samtwirtschaftlich gesehen knnen Fachkrfte aus dem Ausland hel-fen. Beispiel Greencard: Unter dem Namen Sofortprogramm zur De-ckung des IT-Fachkrftemangels hat-te die rot-grne Bundesregierung im Jahr 2000 ein Programm ins Le-ben gerufen, das die Zuwanderung von Experten regeln sollte. Damit wollte die Regierung kurzfristig dem Mangel an Experten aus der IT ent-gegentreten. An ders als das US-amerikanische Vor bild der Green-card war die Aufenthaltserlaubnis auf IT-Experten be schrnkt; sie war auf maximal fnf Jahre begrenzt; die Zahl der Greencards lag zunchst mit 10.000 vergleichsweise niedrig, wur de nach ei nem Jahr auf 20.000 erhht. 2005 berfhrte die Bun-desregierung die Regelung in ein all-gemeines Zuwanderungsgesetz, das Hochqualifi zierten auerhalb der EU den Zugang zum deutschen Ar-beitsmarkt erleich tern sollte, aber hohe Hrden an das Einkommen der Arbeitnehmer errichtete. Die Erfahrungen mit Aufent halts erlaub-nis und Zuwanderungs gesetz sind zwiespltig: Rund 18.000 Fachkrfte nutzten die Chance, ber die Green-card nach Deutschland zu kommen. Die meisten dieser Hochqualifi zier-ten haben die Bundesrepublik in-zwischen wieder verlassen. Harian-to Wijaya, der 2000 die erste Green-

    card erhielt, gehrt dazu. In einem Interview mit der Wirtschafts woche erklrte der Ingenieur, der in zwi-schen wieder in seiner Heimat Indo-nesien arbeitet, er habe Deutsch land den Rcken gekehrt, weil er an an-deren Orten deutlich bessere Be-dingungen fr seine Karriere gese-hen habe. berdies habe die Un si-cher heit, ob das Visum verlngert werde, keine Grundlage fr einen Verbleib in Deutschland geschaffen. Wi jaya sieht es wohl nicht als Einzi-ger so: Im vergangenen Jahr mach-

    ten ge rade einmal 689 Menschen von der Hochqualifi ziertenregelung Ge-brauch, immerhin 233 mehr als im Jahr der Einfhrung 2005, doch im-mer noch viel zu wenige angesichts des weiter steigenden Bedarfs.

    Wichtiger wird zudem die Qua-lifi zierung einheimischer Fachkrfte. So hat Siemens eine Ausbildungs-quote von jhrlich fnf Prozent fest-gelegt, um den Bedarf langfristig zu sichern. Daneben bieten auch die Ein stellung und Frderung von Frau-en in ITK-Jobs Mglichkeiten. Hier

    sind die Unternehmen aufgerufen, etwaige Hindernisse zu beseitigen. Dies hat auch der Trendreport des Verbandes der Elektrotechnik, Elek-tronik, Informationstechnologie zur Situation von Frauen in der Elektro- und IT-Branche deutlich gemacht: Nur 45 Prozent der befragten Unter-nehmen gaben an, Frauen als Inge-nieurinnen zu beschftigen und ber spezielle Frderprogramme zu ver-fgen. Nur etwas mehr als ein Vier-tel 27 Prozent bieten Wiederein-gliederungsmanahmen nach einer Elternzeit, Pfl ege oder Auslandsauf-enthalten an. Dabei wird die Frage, wie sich Mitarbeiter an das Unter-nehmen binden lassen, in Zeiten des Fachkrftemangels immer wichtiger. Neben harten Faktoren wie Ge halt zhlen laut Ansicht der meisten Ex-perten vor allem weiche Faktoren wie Werte. Auch fr den Mnchner Unternehmer Volker Maiborn blei-ben Beschftigte treu, wenn sie sich mit der Unternehmenskultur identi-fi zieren und die Arbeitsatmosphre schtzen. Fr die Geschftsfhrung sind Ehrlichkeit, Wertschtzung und Fairness ihren Mitarbeitern gegen-ber von hoher Bedeutung, erklrt Maiborn in einem Gesprch mit der Computerwoche.

    Als ultima ratio bleibt die Ver-lngerung der Arbeitszeiten eine 42- oder gar 45-Stunden-Woche, be-tont der Prsident des Instituts fr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum. Mittelfristig werde man um lngere Arbeitszeiten nicht her-umkommen. Dr. Ralf Magagnoli

    BESCHFTIGUNG Die ITK-Branche sucht hnderingend nach qualifizierten Mitarbeitern. Weiche Faktoren werden beim Recruiting immer wichtiger. Denn nicht nur das Gehalt zhlt.

    Fachkrfte gesucht

    Zeitarbeit ist Vertrauenssache, ist sich Rei ner Pientka sicher. Pientka ist Vorsit-zender der Geschftsfhrung der tecops personal GmbH, eines Personaldienstleis-ters mit ber 20 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Zeit- und Projektarbeit sowie der Arbeitnehmerberlassung. Es sind die Kunden, die das Gehalt des Zeit-arbeiters mitbestimmen, erklrt er. Aber wenn die Kalkulation nicht aufgeschls-selt wird, wissen sie nicht, wie viel dem Zeitarbeiter ausgezahlt wird. Deshalb ist Transparenz hier ungeheuer wichtig. Te-cops hat als eines der ersten Unternehmen neben klassischer Zeitarbeit auch die Ver-mittlung von frei berufl ichen IT-Spezialis-

    ten angeboten. Der Personaldienstleister setzt auf Schnelligkeit: So ist man dank eines ef fektiven Bewerbermanagements und eines RekrutmentCenters am Mnch-ner Firmensitz in der Lage, innerhalb von 48 Stunden 75 Prozent aller Projektan-fragen mit geeigneten Spezialisten zu be-antworten. Dabei nutzt das Unternehmen eine Datenbank mit mehr als 50.000 Pro-fi len. Um gegenber den Kunden Trans-parenz zu zeigen, hat tecops als vermut-lich erster Personaldienstleister bereits 2006 seine Kalkulationen offengelegt. Damit knnen Kunden, Bewerber und Mit arbeiter erkennen, wie sich die Gesamt-kosten zusammensetzen. www.tecops.de

    TRANSPARENZ ALS MARKENZEICHENPERSONALDIENSTLEISTUNG

    Tecops-Chef Reiner Pientka setzt auf Transparenz bei der Zeitarbeit: Smtliche Preiskalkulationen sind im Internet offengelegt.

  • titelreportage januar 2011 | 4

    Noch vor wenigen Jahren war Mark Zuckerberg ein unbekannter Stu-dent. Heute zhlt der 26-jhrige Facebook-Grnder mit ei-nem Vermgen von rund sieben Mil-liarden US-Dollar zu den reichsten Menschen der Welt. Keine Frage, dass das 2004 gegrndete Unternehmen Facebook mit angegebenen 500 Mil-lionen Nutzern inzwischen in einer Liga mit Global Playern wie Micro-soft, Oracle oder Google spielt. Und keine Frage, dass es keine abgesteck-ten Mrkte zwischen den Weltkon-zernen mehr gibt. So drngt Google ab 2011 mit dem Betriebssystem Chrome OS auf den Markt. Es luft als reine Web-Anwendung und star-tet anders als herkmmliche Betriebs-systeme nicht mehr von der Fest-platte aus. Das Google-Betriebssystem knnte weitaus mehr als das freie Li-nux zu einer Bedrohung fr den Platz-hirsch Microsoft mit seinem Windows- System werden. Auch im Mobile-Be-reich will das Internetunternehmen wildern: Gerade hat Google das Smart-phone Nexus S mit groem Touch-Display und NFC-Chip fr eine spezi-elle Funktechnik prsen tiert. Die Wachs tumsgeschwindigkeit in der ITK nimmt rasant zu: Google hat in krzerer Zeit die Bedeutung erreicht, fr die Microsoft 20 Jahre brau chte. Und der Nachfolger Facebook steht schon in den Startlchern.

    In Deutschland gibt es mit SAP nur einen IT-Weltkonzern. Die ITK-Branche ist hierzulande eher mittel-stndisch geprgt hnlich dem Ma-schinenbau. Mit 850.000 Beschftig-ten und 141,6 Milliarden Umsatz hat die Sparte jedoch ein beachtliches volks wirtschaftliches Gewicht Ten-denz steigend. Dieser Tatsache sind sich auch die politisch Verantwortli-chen bewusst. So hat die Bundesre-gierung das Projekt Deutschland Digital 2015 ins Leben gerufen, des-sen Koordination dem Bundeswirt-schaftsministerium obliegt. Vorgese-hen ist, die Wettbewerbsfhigkeit durch Einsatz von ITK in allen Ab-schnitten des Wirtschaftsprozesses zu strken, digitale Infrastrukturen und Netze auszubauen, die Schutz- und In-dividualrechte der Nutzer im knfti-gen Internet zu strken sowie For-schung und Entwicklung zu intensi-vieren und eine schnellere Umset-zung der Forschungsergebnisse in markt fhige Produkte und Dienstlei s-tungen sicherzustellen. Auerdem sol len die Kompetenzen der Nutzer ber Aus-, Fort- und Weiterbildungs-manahmen gefrdert und ITK bei

    der Lsung gesellschaftlicher Heraus-forderungen von der Gesundheit ber den Klimaschutz bis zur Mobilitt konsequent genutzt werden. Zu den Schwerpunkten staatlichen Han delns gehrt der fl chenmige Ausbau der Breitbandinfrastrukturen ber das ge-samte Bundesgebiet. Mit speziellen, auch fi nanziellen Frdermanahmen will der Gesetzgeber sicherstellen, dass ebenso strukturschwache Gebie-te, in denen sich ein Ausbau unter rein wirtschaftlichen Kriterien fr Anbie-ter nicht rentiert, angebunden wer-den. Dazu ist es ntig, gesetzliche Re-gelungen zu berarbeiten. Etwa muss eine klare gesetzliche Regelung ge-schaffen werden, dass der Netzbe-treiber, der die Vernetzung innerhalb eines Gebudes bernimmt, auch Eigentmer dieses Netzes ist. Das Stra tegiepapier der Bundesregierung spricht sich zudem fr Anreizmo-delle fr Privathaushalte und TK-Un-ternehmen durch symmetrische Zu-gangs- und Nutzungsregelungen aus.

    WEB-BUSINESS Das Gewicht der ITK-Branche in Deutschland steigt. Schon jetzt liegt der Sektor mit rund 850.000 Beschftigten knapp hinter dem Maschinenbau. Und die Aussichten fr weiteres Wachstum sind gut.

    Wachstum 2.0

    ITK-Trends

    Cloud ComputingExperten sind sich einig: Der Siegeszug der Datenwolke setzt sich fort. Jason Andrew, Vice President Customer Experience bei BMC Software, spricht von einer Cloud-Revolution. Immer mehr Unternehmen erkennen das enorme Potenzial von Virtualisie-rungslsungen.

    Social MediaUnabhngig von der Debatte um Datensicherheit gewinnen Facebook, Twitter und Co. nicht nur mit Blick aufs Marketing immer mehr an Bedeutung. Bevor sich Unternehmen jedoch ins Web 2.0 wagen, gilt es eine Strategie zu erarbeiten. Ansonsten knnen die negativen Folgen verheerend sein.

    Mobile BusinessDie tragbaren Endgerte werden immer leistungsfhiger und das Business wird mobiler. Folge: Spezielle Business-Applikationen erlauben eine Fortsetzung der Arbeit via Smartphone, Tablet-PC oder Netbook egal, wo sich der Mitarbeiter gerade befi ndet.

    E-LearningDer Mehrwert von kontinuierli-chen Weiterbildungsmanahmen im Berufsleben ist bekannt. Innovative Lernkonzepte wie Blended Learning, Serious Games oder Personal Learning Environment-Lsungen (PLE) treiben das Thema Wissens-management weiter voran.

    2010

    1,11,9

    4,5

    8,2

    2011 2013 2015

    +26%

    Umsatz mit Cloud Computingin Deutschland*

    in Mrd. Euro

    * Prognosen

    +15%

    +68%+48%

    Quell

    e: Bi

    tkom

  • | januar 2011 titelreportage 5

    Eine nationale Strategie tut Not, da sich Deutschland im Vergleich mit an-deren OECD-Staaten auf einem Platz im Mittelfeld bewegt. Zu diesem Er-gebnis kommt die aktuelle von Infra-test im Auftrag des Bundesministeri-ums fr Wirtschaft und Technologie (BMWI) durchgefhrte Studie Mo-nitoring-Report Deutschland Digi-tal. Danach liegt die Bundesrepub-lik gleichauf mit den Niederlanden, aber hinter Schweden, den USA, Ja-pan, Dnemark und Grobritannien auf Rang 7 von 15 in ternationalen ITK-Standorten. Zu den Strken Deutschlands zhlen ein hoher An-teil an innovativen Unternehmen so-wie die Hhe und Qualitt der Nach-frage, whrend die allgemeinen Rahmenbedingungen nicht so gnstig sind. Auf diesem Feld nimmt Deutsch land einen Platz im unteren Mittelfeld ein. Auch bei der Nutzung der ITK-Potenziale fr Politik und Verwal tung, dem sogenannten E-Go-ver nment, hinkt Deutschland eher hinter anderen Lndern her. Der nach Grobritannien zweitgrte ITK-Markt in Europa ist auf Ideen ange-wiesen, wie auch die Verfasser von Deutschland Digital 2015 betonen. Immer wichtiger werden da bei Ko-

    operationen zwischen Politik, Wirt-schaft und Forschung sowie soge-nannte Cluster-Regionen, in denen technologisches Know-how gebn-delt und ausgetauscht wird. Ein Bei-spiel fr solche Cluster-Regionen ist die Softwareregion Rhein-Main-Ne-ckar, in der nach eigenen Angaben ber 50 Prozent des Umsatzes der 100 grten Softwareunternehmen in Europa erwirtschaftet werden. Zum Vergleich: Die Umstze in der Region lagen im Jahr 2009 mit 12,5 Milliarden Euro weit vor denen in der Region Paris (rund 2,4 Milliarden Euro) und dem Groraum London (etwa 1,8 Milliarden Euro).

    Auch andere Gebiete in Deutsch-land streben nach vorne. Zum Bei-spiel Sachsen mit dem IT-Cluster Si-licon Saxony, der die Strken des Frei staats in den Bereichen IT- und Mikroelektroniksysteme ausbauen soll. Mikro- und Nanoelektroniksys-teme werden vom Fahrzeugbau ber den Maschinenbau und die Umwelt-technik bis zur Medizintechnik ein-gesetzt. Auch das Saarland mit dem Cluster it.Saarland unter Federfh-rung des Kompetenzzentrums Infor-matik ist zu nennen. Aufgabe des Clus ters ist die Bndelung der Akti-

    vitten der saarlndischen IT-Wirt-schaft. Zu den Feldern, in denen das Cluster besondere Erfolge vorzuwei-sen hat, zhlen unter anderem Wirt-schaftsinformatik, Unternehmenssoft-ware, Sprachverarbeitung, Sicherheits-lsungen und Knstliche Intelligenz. Fr den Sprecher des Kompetenzzen-trums Informatik, Professor Philipp Slusallek, ist das Exzellenzcluster eine der jngsten Erfolgsgeschichten. Nun gelte es, die IT-Wirtschaft nher an diese Forschungsthemen heranzubrin-gen und davon profi tieren zu lassen. Auf dem Gebiet Knstliche Intelligenz kann das Cluster mit Professor Wolf-gang Wahlster, dem einzigen deut-schen Informatiker im Nobelpreis- Ko-mitee, schon jetzt ein internationa les Schwergewicht vorweisen. Professor Wahlster hat sich ein ambitioniertes Ziel auf die Fahnen geschrieben: Com puter sollen einmal so mensch-lich kommunizieren knnen, dass sie nicht mehr als Computer wahrgenom-men werden und jeder soll Zugang zu den Segnungen der Informations-technologie bekommen. So unter-sucht die Forschungsgruppe In telli-gente Benutzerstellen des von Wahlster geleiteten Deutschen For-schungs zentrums fr Knstliche Intel-ligenz (DFKI) intelligente Web-Zu-gnge und barrierefreie Zugnge zu instrumentierten Umgebungen und vernetzten Welten fr Senioren und behinderte Menschen.

    Am DFKI in Saarbrcken arbei-ten zurzeit ber 270 festangestellte Beschftigte und ber 200 studenti-sche Hilfskrfte. Das DFKI arbeitet mit Industriepartnern wie der Daim-ler AG, der Deutschen Telekom AG und der Bertelsmann AG zusammen. Auch am Fraunhofer Institut fr Au-tonome Intelligente Systeme beschf-tigt man sich mit knstlicher Intelli-genz. Die zentrale Fragestellung dort lautet, wie sich die Leistungskraft technischer Systeme so steigern lsst, dass diese in Gebieten genutzt wer-den knnen, die fr den Menschen entweder unzugnglich oder zu ge-fhrlich sind. Auch die Ma chine- to-Machine-Kommunikation (M2M), der automatisierte Informationsaustausch zwischen Endgerten und einer zent-ralen Leitstelle, gewinnt in der deut-schen Forschungslandschaft an Be-deutung. Die Einsatzfelder sind viel-fltig vom Transportwe sen und der Sicherheitstechnik bis zur Produkti-on und zu Versorgungsunternehmen. Erhebliches Potenzial be sitzt da rber hinaus die sogenannte Green IT, vor allem die Smart Grids. Hier bei handelt es sich um Systeme, die die

    Glasfaser Der Breitbandausbau ist Voraussetzung fr eine belastbare ITK-Infrastruktur.

    Einkauf Die Zukunft des Han dels liegt im Internet. Das Filialgeschft verliert an Bedeutung.

    Messetermine 2011

    Digitale Technologie CeBIT01.03. - 05.03., Hannover

    E-HealthConhIT05.04. - 07.04., Berlin

    Online-MarketingeMetrics Marketing Optimization Summit05.04. - 06.04., Mnchen

    E-GovernmentPublic IT Security12.04. - 13.04., Dsseldorf

    IT-, Mobile und Web-ServicesIT Profi ts 7.011.05. - 12.05., Berlin

    Internet goes TVIFA02.09. - 07.09., Berlin

    Software & InfrastrukturIT&Business20.09. - 22.09., Stuttgart

    Dokumentenmanagement DMS Expo20.09. - 22.09., Stuttgart

    RechenzentrumDataCentre Expo28.09. - 29.09., Dsseldorf

    IT-Security it-sa11.10. - 13.10., Nrnberg

    Elektrische AutomatisierungSPS/IPC/DRIVES22.11. - 24.11., Nrnberg

  • titelreportage januar 2011 | 6

    gesamte Erzeuger- und bertragungs-infrastruktur vernetzen und fr h-here Energieeffi zienz und Versorgungs-sicherheit sorgen. Zurzeit beluft sich der weltweite Umsatz der Smart-Grid-Software auf nur rund 500 Mil-lionen US-Dollar. Experten erwarten aber ein exponentielles Wachstum bis zu vier Milliarden US-Dollar in fnf Jahren. Die Siemens AG, die

    mit dem Durchbruch intelligenter Stromnetze in den nchsten Jahren rechnet, plant, ber sechs Milliarden Euro Umsatz in allen Bereichen zu erzielen, die mit Smart Grids zu tun haben. Bei der Deutschen Telekom sieht man es hn lich. Gabriele Ried-mann, Leiterin des Konzerngeschfts Energie: Smart Me tering bringt Trans-parenz in die Strom netze. Damit er-

    halten Verbrau cher ei nen berblick ihres aktuellen Stromverbrauchs. Fr Energieversor ger sind die elek-tronischen Stromzhler der erste Schritt zum intelligenten Strom-netz. Gerade auch bei Husern geht der Trend in Richtung Vernetzung, also weit ber Stromnetze hinaus. Zu den Software-Anbie tern fr digitale Huser, in denen sich von der Ener-gieeffi zienz bis zum Home Enter-tainment alles digital steuern lsst, zhlt Tobit Software. Das IT-Unter-nehmen prsentierte vor wenigen Jahren im mnsterlndischen Ahaus ein vollstndig digitales Haus: Das Einfamilienhaus Easy Living lie sich sogar extern, von einem Handy aus, steuern. Der Channelmanager von Tobit, Jochen Schnckler, sieht gerade in der Haus- und Gebudeau-tomation sowie im Entertainment groe Chancen fr den Fachhandel. Im Bereich Entertainment fi ndet ebenfalls eine starke Vernetzung statt, so Schnckler. Alle Endger-te knnen kommunizieren und brau-chen eine zentrale Plattform fr den multimedialen Con tent. Das ist eine

    Chance fr den Fachhandel. Zum entscheidenden Trend aber drfte die IT-Sicherheit av ancieren. Die Sch-den durch Com puterkriminalitt ge-hen in den zweistelligen Milliarden-bereich. In einer KPMG-Studie nann-ten 86 Prozent der befragten 500 Un-ternehmen E-Crime als groe Gefahr, darunter vor allem Firmen aus dem Maschinenbau und der Automobil-industrie. Bei den Delikten rangierte der Diebstahl von Daten an erster Stelle (61 Prozent), gefolgt vom Know- how-Diebstahl (51 Prozent). Die Ge-fahr, so ein Ergebnis der Studie, gehe hauptschlich von ehemaligen Mitar-beitern oder Insidern aus.

    Bei den Gefahren durch Externe wird von vielen Unternehmen auf das Ausland verwiesen. Laut Studie nannten die Befragten vor allem Chi-na (89 Prozent) und Russland (69 Pro-zent) als Gefahrenquellen. E-Crime geht aber weit ber Spionage hinaus; nicht selten wird auch Sabotage ge-gen Unternehmen eingesetzt, etwa, um Konkurrenten unschdlich zu machen. Die Angriffe auf PayPal und Amazon in der jngsten Zeit ver-

    Fr viele Verbraucher ist der Kauf im In-ternet die beliebteste Shopping-Mg-lichkeit geworden. So rechnet etwa der Bundesverband des Deutschen Ver sand-handels damit, dass 2010 hier zulande rund 24,3 Milliarden Euro im Netz ausge-geben werden. DHL hat das vernderte Konsumver-halten der Kunden erkannt und als erster Paketdienstleister ein eigenes Online-Shopping-Portal er ffnet. Mehr als 1.200 Hndler haben sich seit dem Start Mitte Oktober registriert. Vor allem an kleinere und mittlere Hndler richtet sich die Internetplattform MeinPaket.de und bietet ihnen einen zustzlichen Vertriebskanal, um Produkte im Internet zu platzieren. So gibt es unter anderem die Mglichkeit, einen eigenen Shop im Shop zu integrieren. Unterteilt in die The-menwelten Technik und Unterhaltung, Leben und Genieen, Haus und Garten, Freizeit und Hobby sowie Weihnachten bietet das Online-Shopping-Portal eine Vielfalt an Produkten. Redaktionelle Inhalte liefern Zusatzinformationen und Unterhaltung zugleich: Trendreportagen entfhren in interessante Lnder, Promi-

    nente verraten ihre Lieblingsprodukte, Experten geben Tipps. Das Besondere bei MeinPaket.de ist der cross-mediale Ansatz. So hat DHL Paket Anfang Dezember ein gedrucktes Kundenmaga-zin an 300.000 Empfnger bundesweit versendet. Damit sollen unter anderem auch weniger online-affi ne Kunden wie etwa die Verbraucher ab 50 Jah-

    ren erreicht werden. Wir bieten mit MeinPaket.de sowohl Hndlern als auch Verbrauchern einfache, bequeme und vor allem sichere Services. Mit diesem Portal haben wir unsere Leistungsversprechen Zuverlssigkeit und hohe Qualitt ins Internet bertragen, sagt Ingo Bohlken, Chief Marketing Offi cer Brief und CEO DHL Paket Deutschland. Sicherheit

    und Transparenz sind neben Punkten wie gnstige Preise, Produktvielfalt und Unabhngigkeit von ffnungszeiten die entscheidenden Kriterien fr den Einkauf im Web. So erfolgt die Kaufabwicklung bei MeinPaket.de ber ein einziges von DHL gesteuertes Login, den DHL Check-out. Es sind keine weiteren Anmeldun-gen bei einzelnen Hndlern erforderlich. Die persnlichen Daten der Kunden bleiben geschtzt. Alle Einkufe werden gebndelt bezahlt, unabhngig davon, in wie vielen oder welchen Shops einge-kauft wird. Hndler erhalten ausschlie-lich die fr die Bearbeitung der Bestel-lung notwendigen Daten wie Liefer- und Rechnungsadresse. DHL gewhrleistet durch dieses zentrale Modul eine hohe Sicherheit der Daten. Gleichzeitig ver-einfachen wir den Kaufprozess, betont Bohlken. Kunden von MeinPaket.de knnen auerdem auf alle DHL Service-Funktionen zugreifen. Per Mausklick erfahren sie ber die Sendungsverfol-gung, wo sich ihr Paket oder Pckchen gerade befi ndet. Auerdem ist die Lie-ferung an eine der 2.500 Packstationen mglich. Infos unter: www.meinpaket.de

    BEQUEM UND SICHER EINKAUFENSHOPPING-PORTAL

    Das Online-Shopping-Portal MeinPaket.de bietet Hndlern und Verbrauchern ebenso vielfltige wie sichere Services.

    Grter Markt fr ITK sind die USA mit einem Anteil von 28,7 Prozent. Deutsch-land belegt mit 5,1 Prozent Rang vier hinter den USA, Japan und China.

    20,1% EU25 (ohne Deutschland)28,7% Rest der Welt

    8,1% China

    9,3% Japan

    5,1% Deutschland

    28,7% USA

    Quell

    e: BI

    TKOM

    ITK-Weltmarkt

  • | januar 2011 titelreportage 7

    deutlichen die Dimension des Cyber Wars, sodass der Bund Deutscher Kriminalbeamter die Einfhrung ei-nes nur dem Parlament unterstellten Internetministers fordert. Lsungen sehen Fachleute etwa in der Nut-zung biometrischer Systeme sowie in klaren Regelungen fr die Nut-zung von Systemen und deren Kon-trolle. Als Herausforderung erweist sich auch die Nut zung mobiler Ger-te. Diese sind freilich nicht nur Ge-fahrenquelle, son dern auch Lsungs-instrument. So knnen sich etwa Ma-nager von ber all aus und in Echtzeit ber den Sicherheitsstatuts im Un-ternehmensnetz informieren. Auch

    das Cloud Com puting stellt in die-sem Zusammenhang eine Heraus-forderung fr die Sicherheit dar. Die Virtualisierung ermglicht es Unter-nehmen, wachs ende Datenmen gen zu hndeln, ohne Hardware oder Soft-ware verwalten zu mssen. Cloud- An-wen dungen werden ber einen Web-Browser gestartet; die Infrastruk tur stellen Anbieter zur Verfgung. Als Vorteile werden niedrigere Kosten fr Hardware, Software, Personal und Energie, hhere Flexibilitt sowie bessere Skalierbarkeit und Verfg-barkeit genannt. Was auf den ersten Blick wie die Lsung aller Probleme aussieht, offenbart sich auf den zwei-

    ten Blick als groe Herausforderung fr jedes einzelne Unternehmen. Ei-ne Her ausforderung, darber zu ent-scheiden, wo sensible Unter neh mens- daten am sichersten aufbewahrt sind in den Wolken oder auf einem Firmenserver: Fr den Prsidenten der Gesellschaft fr Informatik, Ste-fan Jhnichen, ist es besonders wich-tig, Risiken zu kennen und Handrei-chungen fr einen verantwortungs-vollen Einsatz von Clouds zu defi nie-ren. Mit Instrumenten wie dem neu-en Personalausweis und Ver fahren wie De-Mail oder dem E-Postbrief versuchen staatliche Institutionen und private Anbieter wie die Deutsche

    Der Autor

    Nach einem Studium der Geschichte und Politikwissenschaf-ten hat sich Dr. Ralf Magagnoli als Journalist und Berater fr Radiosender, Nachrichtenagen-turen und PR-Agenturen einen Namen gemacht. Er hat sich fachlich auf moderne Technologien und Beratungsunternehmen spezialisiert.

    Expertenpanel

    Welche Herausforderungen mssen angegangen werden, um Deutschlands Stellung im ITK-Sektor zu strken?

    Das ist insbesondere die gesellschaftliche Herausforderung. Das Bild des ITK-Sektors muss positiver und verstndlicher darge-stellt werden. ITK muss als Herzschlag und Chance unserer Gesellschaft verstanden werden - nicht als Basis fr Sorgen- und Verhinderungsdebatten. Ferner muss unser Mittelstand im globalen Wettbewerb bes-ser verankert werden, etwa im Kontext In-ternet of Services und Cloud Computing. In Kurzform: Made in Germany as a Service.

    Innovative Produkte mssen zu Export-schlagern ausgebaut werden, die weltweit nachgefragt werden und so fr die ge-samte dahinterstehende Technologie- und Wertschpfungskette positive Auswirkun-gen haben. Zu den notwendigen Rahmen-bedingungen gehren eine steuerliche Forschungsfrderung, Untersttzung der Firmen bei der Internationalisierung, Bildung und Qualifi kation sowie eine engere Zusammenarbeit von Universitten, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft.

    Deutschland hat einen ungewhnlich breit aufgestellten IT-Mittelstand. Neben der wichtigen Frderung von StartUps mssen zuknftig echte mittelstndische Unter-nehmen in ihrem nachhaltigen Wachstum gefrdert werden, die sich am Markt bereits etabliert haben. Wir schlagen eine gezielte Frderung von Mittelstndlern mit Poten-zial zwischen 25 und 250 Mitarbeitern vor. So entstehen Leuchttrme, die Deutsch-land vom Mittelfeldplatz aufsteigen lassen.

    Auch die ITK-Branche leidet unter Fachkrftemangel. Wie lsst sich dieses Problem lsen?

    Die Antwort heit hufi g Anreizsyste-me, um Fachkrfte ins Land zu holen. Wir mssen aber noch frher anfangen, denn viele Fachkrfte sind anfangs bei uns zur Ausbildung - wir bieten ihnen nur nichts, um sie zu halten. Warum lsst man etwa Forscher abwandern, um sie spter teuer zurck zu werben? Das macht keinen Sinn. ITK-Branche, Politik und Wissenschaft mssen gemeinsam eine Atmosphre schaff en, die Deutsch-land zum Fachkrftemagnet macht.

    Um dem Fachkrftemangel langfristig zu begegnen, fordert der Bitkom schon seit Langem eine Modernisierung des Bildungswesens. Um die Situation kurzfristig zu verbessern, haben wir jngst einen Drei-Punkte-Plan zur Zuwande-rungspolitik vorgestellt. Der sieht eine Verbesserung der Gesetzeslage und den Abbau brokratischer Hemmnisse vor. Zudem bentigen wir eine internationale Marketingkampagne, die die Mglichkei-ten der Zuwanderung im Ausland bewirbt.

    Es sollte dringend die Verdienstgrenze fr zuwandernde IT-Fachkrfte von derzeit ber 60.000 Euro auf 35.000 Euro gesenkt werden. Langfristig muss sich das Verstndnis der Informatik verndern weg vom Verstndnis eines blassen Programmierers hin zum Verstndnis eines IT-Ingenieurs, welcher die Schlsseltech-nologie der Zukunft vertritt. So kann die Anzahl der Studiengnger erhht werden.

    In welchen ITK-Bereichen schlummern fr KMU noch unge-ahnte Sparpotenziale?

    Sparpotenziale tun sich im Bereich Virtualisierung und Cloud auf. Wenn noch nicht geschehen, dann muss hier kurzfristig und strategisch umfassend und mit Blick nach vorne gerechnet werden. Strom, Skalierbarkeit, Abschreibungen, Wartung, Sicherheit sind nicht die einzigen Faktoren, die bercksichtigt werden drfen. Interes-santer wird die Thematik mobiles Internet, soziale Netzwerke und Verknpfung mit Geschftsprozessen hier stehen wir erst am Anfang von Effi zienz und Eff ektivitt.

    Deutliche Einsparmglichkeiten bietet das bereits erwhnte Cloud Computing. Darber hinaus haben KMU hufi g Nachholbedarf bei der Nutzung professio-neller Unternehmenssoftware. Wichtig zur Vermeidung unplanmiger Kosten sind zudem Investitionen in die IT-Sicherheit. Auch mit Investitionen in Green IT lassen sich Kosten sparen: Der Stromverbrauch sinkt, und damit auch die Energiekosten.

    ber 50 Prozent der Produktivittsstei-gerungen der letzten Jahre in der EU gehen auf das Konto der IT. Effi zientere Software oder das Cloud Computing ermglichen KMU ressourcenschonen-deres und nachhaltigeres Arbeiten. Die hierdurch erzielten Produktivittsstei-gerungen sind fr Europa der Schlssel zu einer erfolgreichen Zukunft.

    Prof. Dr.-Ing. Martin Gaedke, Fakultt fr In formatik an der TU Chemnitz

    Dr. Dipl.-Ing. Oliver Grn, Vorstandsvorsit-zender des Bundesverbands IT-Mittelstand e.V.

    Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Prsident des Hightech-Verbands Bitkom.

  • titelreportage januar 2011 | 8

    Post AG, die Sicherheit im Netz fr den Verbraucher zu erhhen. Dane-ben entwick elt sich die Deutsche Post AG zu einem Flaggschiff auf dem Feld des E-Commerce. Ingo Bohlken, CEO DHL Paket Deutsch-land, sieht Potenzial vor allem beim Einkauf: DHL erarbeitet gerade ei-ne grenzberschreiten de, bequeme Retourenlsung und ent wickelt au-erdem ein B2C-Produkt, das Trans-parenz und Qualitt auch im europi-schen Zustellnetz garantiert.

    Viele Aufgaben von der IT-Si-cherheit bis zur knstlichen Intelli-genz lassen sich aber nur mit geeig-neten Fachkrften bewltigen. Der-zeit fehlen rund 30.000 Spezialisten allein in der ITK-Branche in Deutsch-land. Eine Arbeitsgruppe unter Lei-tung von Annette Schavan und dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzen-den der SAP AG Jim Hagemann Sna-be hat sich die Sicherung des Fach-krftenachwuchses auf die Fahnen geschrieben. Dabei setzen die Ver-antwortlichen sowohl auf den er-leichterten Zuzug von Spezialisten aus dem Ausland als auch auf Quali-fi zierungsmanahmen fr einheimi-sche Fachkrfte. Lebenslanges Ler-nen in der IT mssen wir veran-kern, betonte Bundeskanzlerin An-

    gela Merkel auf dem fnften IT-Gip-fel in Dresden. Eine Mglichkeit da-zu sind E-Learning-Programme, mit deren Hilfe sich Mitarbeiter in Insti-tutionen und Unternehmen ber ak-tuelle Entwicklungen auf dem Lau-fenden halten knnen. Das Lernen selbst hat sich mit den E-Learning-Programmen verndert nicht mehr das Pauken von viel Faktenwissen ist gefragt, son dern das gezielte Schlie-en vorhandener Wissenslcken.

    Wie wird die Zukunftsgesellschaft aussehen? Wie wird sie sich durch den fortschreitenden Eingriff von ITK in alle Lebensbereiche verndern? Wie verndern neue Technologien Lebens- und Konsumgewohnheiten? In der Delphi-Studie der Deutschen Post AG wird versucht, einige Trends der Zukunft zu benennen: Der Mensch der Zukunft, so eines der Ergebnisse, wird immer lnger online sein. Off-line zu sein, wird ein Luxus werden. Der Zugang zum Internet wird dank immer kleinerer und mobilerer Ge-rte von fast berall aus mglich sein. Daten und Programme werden nicht mehr lokal, sondern auf gigan-tischen Internetserver-Farmen ge-speichert sein. Nicht auszuschlieen ist die Gefahr eines Zwei-Klassen-In-ternets, in denen bestimm ten Inhal-ten Vorfahrt gegenber anderen ein-gerumt wird. Die Zeit berichtet, ei-nige Netzbetreiber wrden darber nachdenken, die bis heute geltende Netzneutralitt aufzugeben. Damit wre das demokratische Medium In-ternet verloren. Klar ist bei allen Vorhersagen nur eines, was bereits Mark Twain wusste: Prognosen sind schwer, besonders wenn sie die Zu-kunft betreffen.

    Dr. Ralf Magagnoli

    Informatikprofessor Wolfgang Wahlster forscht fr das Cluster it.Saarland auf dem Gebiet der Knstlichen Intelligenz.

    newpublic communication Verwaltungsges. UG (haftungsbeschrnkt) & Co. KG Ansprechpartner: Philipp Kesternich E-Mail: [email protected]

    Unser Anspruch

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    Bilanz des 5. IT-Gipfels

    Seit 2006 fi ndet der Gipfel auf Initiative von Bundeskanzlerin Merkel statt. In Dresden kamen am 7. Dezember rund 1000 Spitzen-vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung zusammen.

    Mit Blick auf den Halbleiter-standort Sachsen (Silicon Saxony) sprach sich Bundes-kanzlerin Angela Merkel dafr aus, die ITK-Branche weiter mit politisch richtig gesetzten Anreizen zu frdern.

    Wirtschaftsminister Rainer Brderle will im Zuge der Wikileaks-Enthllungen eine Arbeitsgruppe fr IT-Sicherheit in der Wirtschaft ins Leben rufen.

    Der Branchenverband Bitkom kndigt Investitionen von 130 Milliarden Euro in den nchsten Jahren an. Investiert werden soll vor allem in die Infrastruktur von Verkehr und Energie sowie in Bildung und Medizintechnik.

    Die deutsche Industrie erwartet allein fr den Breitband-Ausbau Investitionen von 30 Milliarden Euro, der zu rund 250.000 neuen Stellen fhren knnte.

  • | januar 2011 cloud computing 9

    N ichts wird so hei ge-gessen, wie es gekocht wird. Wahrscheinlich gilt dies auch fr Cloud Computing. Zuletzt hochgekocht durch Microsofts Cloud-Computing-Initiative, stellt sich fr Unterneh-men immer hufi ger die Frage, in welche Richtung sie abbiegen sol-len: Programme weiter kaufen und auf eigenen Rechnern betreiben oder Onlinelsungen aus der Rech-nerwolke ziehen? Beim Cloud Com-puting vollzieht sich laut Steve Ball-mer, Chief Executive Offi cer von Microsoft, derzeit ein Paradigmen-wechsel. Dies erklrte er krzlich auf dem Software Strategy Summit 2010 in Kln. Chef-Softwarearchi-tekt Ray Ozzie hatte den Trend be-reits 2005 erkannt: In einer in der IT-Szene sehr beachteten und zu-nchst intern verbreiteten Analyse-E-Mail prophezeite er einen drama-tischen Wandel in der Computer-branche durch die immer bedeuten-dere Rolle der Internet-Dienste. Auf diesen Zug, so Ozzie damals, msse auch Microsoft aufspringen.

    Hier be gann Microsofts dua-ler Weg: On premise, also im Ei-genbetrieb in den eigenen Mauern, knnen die Kunden Anwendungen einsetzen, oder eben per Cloud Com-puting, Diens te und Software, die nicht mehr auf dem eigenen Rech-ner laufen, sondern zum Beispiel ber Webplattformen wie etwa Mi-cro softs Azure aufgerufen wer-den. Doch es gibt einen Wermuts-tropfen und damit zumindest ein Fragezeichen. Der erste Ausrufer des Paradigmenwechsels, Ray Ozzie, ver-kn dete vor kurzem seinen Rckzug von Microsoft. Ging es nicht schnell genug? Oder war der Paradigmen-wechsel doch nicht so deutlich?

    Ungeachtet dessen ist Microsoft unter dem Motto Were all in in-zwischen auf den Cloud-Zug mit viel Medien- und Anzeigenrummel aufgesprungen. Microsoft und die ganze IT-Industrie stehen am Schei-deweg. Fundamentale Vernderun-gen liegen vor uns, fasste Steve Ballmer in Kln zusammen. Die Go Cloud-Initiative von Microsoft hat ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro bis 2013. Durch die Skalierbarkeit des Cloud-Angebots haben Kunden die individuelle Wahl, ob sie Lsungen im Eigenbetrieb, ganz in der Cloud oder in Mischmo-dellen nutzen mchten. Das Thema wird also hei gekocht doch wie warm wird es gegessen? Eine der Kernfragen dabei: Wo sind meine

    Unternehmensdaten besser aufge-hoben auf dem Firmenserver und den PCs der Mitarbeiter? Oder ir-gendwo in einer ominsen Wolke? Nicht von ungefhr hat Anfang De-zember die Gesellschaft fr Infor-matik e.V. (GI, Bonn) zehn Thesen zu Sicherheit und Datenschutz ber Cloud Computing vorgestellt. Cloud Computing ist in aller Munde und wird heute in vielfltigen Umgebun-gen eingesetzt. Deshalb ist es sehr wichtig, Risiken zu kennen und Hand reichungen fr einen verant-wortungsvollen Einsatz zu defi nie-ren, sagte dazu GI-Prsident Stefan Jhnichen. Und ganz klar: Clouds knnen ein Sicherheitsrisiko darstel-len: wegen der auerhalb des Unter-nehmens fehlenden Durchsetzungs-mglichkeit unternehmenseigener Sicherheitspolitiken, -strategien und -verfahren sowie Sicherheitsma-nahmen und ihrer Kontrollierbar-keit. Zur Beherrschung der Risiken durch gemeinsame Nutzung von

    Hard- und Software gleichzeitig mit unbekannten Dritten muss Cloud Computing dem Wert der verarbei-teten Daten entsprechend abgesi-chert werden, lautet zum Beispiel These 10. Anbieter offerieren etwa webbasierte Datenrume, mit de-nen die Ablage, Bearbeitung und Verteilung von streng vertraulichen Dokumenten im Unternehmen und ber Unternehmensgrenzen hinweg abgesichert werden knnenn.

    Daraus resultieren ein hoher Schutz vor internen und externen Angreifern sowie die vollstndige Nachvollziehbarkeit durch Protokol-lierung aller Zugriffe und Aktionen. Denn: Wenn es darum geht, einem Dienstleister unternehmenskritische Dokumente via Internet anzuver-trauen, muss die nach wie vor hohe Hemmschwelle berwunden wer-den. Oft genug aber hngt die Wett-bewerbsfhigkeit von der Gestal-tung des effektiven und insbesonde-re sicheren Informationsaustausches

    ab. So sind denn Storage und Spei-chervirtualisierung sicherlich ein Ein-stiegsthema in die Welt des Cloud Computing.

    Schon heute nutzen viele Un-ternehmen externe Rechner in der virtuellen Wolke als Backup-Mg-lichkeit fr die eigenen Daten. Sie spiegeln diese etwa jede Nacht auf die Festplatten von Fremdanbietern, damit sie im Falle eines internen To-talausfalls nicht ohne dastehen. Ei-ner der Vorteile, den das Cloud-Computing Unternehmen bietet, ist zudem die Mglichkeit, Belastungs-spitzen kosteneffi zienter als mit un-ternehmenseigener IT-Infrastruktur zu bewltigen. Dimensioniert man seinen Rech nerpark selbst fr Spit-zenlast, wre er im Alltag die meiste Zeit nicht aus genutzt.

    Wie ein solches Modell funk-tionieren kann, zeigt das Beispiel des Prozessorentwicklers AMD. Das Unternehmen nutzt Cloud Compu-ting etwa, um den Rechenkapazi-ttsbedarf seiner Entwickler effi zi-ent zu decken. Ziel von Cloud-Sto-rage ist es also, die bestehende Inf-rastruktur zu entlasten. Um nicht weitere teure Speicherkapazitten hinzukaufen zu mssen, wird ein Teil der vorhandenen Datenmenge in die Wolke verlagert. Unterneh-men sind sehr an der Desktop-Virtu-alisierung und der damit verbunde-nen Mglichkeit einer Kosteneinspa-rung und eines vereinfachten Ma-nagements interessiert, sagt der IT-Experte Rolf Schauder. Darber hi-naus muss bei derartigen Projekten auch ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit und Benutzer-freundlichkeit gelegt werden.

    Effi ziente Lsungen knnten dann so gestaltet werden, dass sie die schnelle Einbindung neuer Tech-nologien wie die Desktop-Virtuali-sierung ermglichen. Die Ergebnis-se einer IDC-Befragung in Deutsch-land zeigen, dass bereits ber ein Drittel der Unternehmen E-Mail und Kalenderfunktionen per Cloud-Ser-vice nutzen. Darauf weist Matthias Kraus, Research Analyst bei der IDC Central Europe GmbH, hin. Auch die Bundesregierung puscht Cloud Computing: Sichere Inter-net-Dienste Sicheres Cloud Com-puting fr Mittelstand und ffentli-chen Sektor (Trusted Cloud) heit die Initiative des Bundeswirtschafts-ministeriums, das Projektideen mit rund 30 Millionen Euro frdert. Die-se knnen bis Mitte Januar nchsten Jahres eingereicht werden. Sie wer-den im Rahmen der CeBIT 2011

    DATENRUME Cloud Computing steht derzeit im Zen trum des Interesses. Doch ohne entsprechenden Schutz kann die

    Datenwolke schnell auch ihre dunklen Seiten zeigen.

    Sicherheit in der virtuellen Wolke

  • cloud computing januar 2011 | 10

    vorgestellt. Wer noch nicht dabei ist, kann sich trsten: Die ra des Cloud Computing ist zwar schon eingelutet, aber man steht noch ganz am Anfang. Dies ist ein Ergeb-nis der aktuellen Studie XaaS Check 2010 Status Quo und Trends im Cloud Computing, welche die Forschungsgruppe Serviceoriented Computing der TU Universitt Darmstadt mit den Analysten von Wolfgang-Martin-Team und IT Re-search fr den deutschsprachigen Raum durchgefhrt hat. Demnach ist erst bei gut einem Drittel der be-fragten Unternehmen (38 Prozent) Cloud Computing im Einsatz. 31

    Prozent sind noch in der Planungs-phase, weitere 19 Prozent haben mit der Umsetzung gerade erst be-gonnen. 25 Prozent der Firmen ha-ben noch keinen, weitere zwlf Pro-zent nur einen einzigen Mitarbeiter, der sich derzeit Vollzeit mit dem wolkigen Thema beschftigt. Diese Zahlen klingen nach einem Paradig-menwechsel, den noch nicht alle gemerkt haben. Aber es gibt auch positivere Ausblicke: Bei den Trei-bern des Cloud Computing liegt das Motiv Kostensenkung (22,4 Pro-zent) vor besserer Skalierbarkeit und Verfgbarkeit (20,4 Prozent), gefolgt von Steigerung der Flexibili-

    tt (19,9 Prozent). Durch die virtu-elle Nutzung von Software, Speicher- und Rechenleistung sowie allgemein Infrastrukturen ber das Internet knnten Unternehmen bis zu 25 Pro-zent ihrer IT-Kosten einsparen. Das geht aus einer Studie der Manage-mentberatung A.T. Kearney hervor. Die Consultants hatten mehr als 50 IT-Manager aus Deutschland, ster-reich und der Schweiz befragt.

    Und es gibt Untersttzung fr Unterneh men: Der aktuelle Leitfa-den Cloud Com puting: Recht, Da-tenschutz & Com pliance will so-wohl Anbietern als auch Anwen-dern von Cloud-Services bei der si-cheren Vertragsgestaltung und der Auswahl des richtigen Dienstleis-ters helfen. Die Rechtsexperten von EuroCloud Deutsch land, dem Verband der Cloud-Services-Indust-rie in Deutsch land, vermitteln in ihm wichtige Grundlagen zu Daten-schutzfragen, Vertragselementen so-wie produkt- und branchenspezifi -schen Besonderheiten. Neben den Kernpunkten fr einen rechtssiche-ren Vertrag ist den einzelnen Ver-tragselementen ein eigenes Kapitel gewidmet: In Form einer Checkliste knnen die Vertragsparteien ber-prfen, ob alle wichtigen Punkte beachtet sind.

    Ulrich Schmitz

    Wissenswertes

    StrategieCloud Computing steht fr eine IT-Strategie mit verteilten Hard- und Software-Ressourcen, die von einem oder mehreren Providern bereitgestellt, genutzt werden knnen. Diese Nutzung erfolgt ber Datennetze (aus der Wolke) in Echtzeit. Die Leistungen werden dynamisch an den Bedarf des jeweiligen Nutzers angepasst und knnen On-Demand abgerufen werden. Damit bernehmen IT-Infrastrukturen, Plattformen und Anwendungen immer mehr Auf-gaben eines lokalen Rechners und entlasten diesen.

    MarktCloud Computing hat sich in krzester Zeit zu einem Milliar-denmarkt entwickelt. Laut einer aktuellen Studie der Experton Group fr den Bitkom wird der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland von 1,14 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 8,2 Milli-arden Euro im Jahr 2015 steigen. Das Umsatzwachstum liegt bei jhrlich durchschnittlich 48 Pro-zent. Damit werden in fnf Jahren etwa zehn Prozent der gesamten IT-Ausgaben in Deutschland auf Cloud Computing entfallen.

    VertragMit einem Vertrag, den ein Anwender mit einem IT-Dienst-leister abschliet, kann der Bedarf des Kunden ermittelt und eine genaue Defi nition der bezogenen Cloud-Computing-Dienste auf Papier gebracht werden. Die Leis-tungsbeschreibung entscheidet darber, welche gesetzlichen Ver-tragstypen anzuwenden sind und welche gesetzlichen Vorschriften bei Leistungsstrungen gelten.

    Das Ziel von Cloud-Storage besteht darin, die IT-Infrastruktur zu entlasten. Deshalb wird zumindest ein Teil der Datenmenge in die virtuelle Wolke verlagert.

    Im Gesprch mit newpublic erlutert Peter Weger, Chief Executive Offi cer der Brainloop AG, Stra tegien fr die Document Compliance.

    Ist eine Document-Complian ce-Stra -tegie heute ein Muss oder Luxus?Mit einer solchen Strategie knnen Un-ternehmen Dokumente nach Corporate-Compliance-Regeln verwalten, somit Sicherheitsinitiativen einfhren und ge-setzliche Anforderungen erfllen. Inso-fern ist dies keineswegs ein Luxus, son-dern vielmehr ein notwendiges Muss.Physikalische oder virtuelle Daten-rume: Wo liegen die Vorteile?Virtuelle Datenrume wie etwa der Brainloop Secure Dataroom bieten viele Vorteile. Er ist web-basiert und ent-spricht mit seiner weltweiten 24/7-Ver-fgbarkeit der heutigen Arbeitsweise. Er untersttzt DCM, um die Sicherheitsricht-linien im Umgang mit vertraulichen Do-kumenten einzuhalten.Ist die Cloud sicher? Weit mehr als 50 Prozent der DAX-30-Unternehmen haben sich bereits fr

    Dienste aus der IT-Wolke entschieden. Wenn es um den Austausch und die Bearbeitung sensibler Dokumente geht, stellt der web-basierte Datenraum fr Document Compliance Management einen Knigsweg dar. Vertrauen oder Kontrolle?Vertrauen ist die Basis jeder Zusammen-arbeit. Viele Studien zeigen aber, dass das Informationskapital durch Wirt-schaftskriminalitt oder illoyales Verhal-ten von Mitarbeitern bedroht wird. Um die Wettbewerbsposition zu strken, muss der Zugriff auf unternehmenskriti-sche Inhalte abgesichert und im Detail protokolliert werden.Raten Sie zu On-Demand-Lsungen?Wenn es schnell gehen muss, bevorzu-gen unsere Kunden die On-Demand-L-sung. Sie erfordert keine Installationen, sie ist leicht zu bedienen und ad hoc verfgbar. www.brainloop.com

    VERTRAULICHE INFORMATIONEN SCHTZENDOKUMENTENMANAGEMENT

    Document Compliance Management hilft Unternehmen, ihre Kom mu ni ka tion abzusichern, wei CEO Peter Weger.

  • | januar 2011 cloud computing 11

    Stetes Datenwachstum und die damit verbundenen Kosten sind in jedem Unternehmen Realitt. Ana-lysten von IDC sagen sogar einen Anstieg unstrukturierter Daten um den Faktor 44 bis zum Jahr 2020 vo-raus. Die stndig wachsenden Datei-speicher-Umgebungen sind ineffi zi-ent und werden immer komplexer. Im Detail betrachtet besteht die Sto-rage-Landschaft aus drei Kernberei-chen: Die erste Sule umfasst die Storage-Infrastruktur, bestehend aus Storage Head und Disk Arrays. Dann gibt es die zweite Sule der Backup-Infrastruktur mit den Tape-Laufwer-ken und den dazu gehrenden Tape-Libraries. Die dritte Sule schlielich bilden die Mitarbeiter, die fr den Be-trieb der Storage- und Backup-Admi-nistration sowie fr die File services verantwortlich sind.

    Bei sorgfltiger Planung besteht in jeder Sule ein gewisser Spiel-raum fr Erweiterungen, die keine umfangreichen Vernderungen der Infrastruktur bedingen. Hierbei ist aber zu beachten, dass die einzelnen Sulen miteinander interagieren und sich somit bei Vernderungen gegen-seitig beeinfl ussen. Um die im Zuge des Datenwachstums bentigten An-schaffungen gering zu halten und die bereits gettigten Investitionen aus-zunutzen, ist es unumgnglich, die grundlegenden Komponenten wie Storage Head, Tape-Laufwerke und die bestehenden Human Resources nicht zu verndern. Hier begegnen Unternehmen einer echten Heraus-forderung: Der Zukauf von Storage

    geht einher mit weiteren Investitio-nen in Tape-Libraries und Personal. Datenwachstum bedeutet also: Mehr Kosten fr die Storage-Infrastruktur, Backup-Infrastruktur und Adminis-tration. Um dem Problem der Spei-cherung wachsender Datenmengen entgegenzutreten, bieten viele Her-steller im Markt stndig neue Tech-nologien und Services an. Diese Viel-zahl an Mglichkeiten stiftet biswei-len Verwirrung. Erschwerend hinzu kommt, dass die geeigneten Techno-logien meist untereinander nicht kom batibel sind.

    Der neueste Trend im Bereich Storage-Lsungen ist die Verlagerung von Infrastruktur in die Cloud. Das Konzept existiert schon seit einigen Jahren. Doch erst jetzt wird die Fra-ge beantwortet, ob man es nicht auch fr jene Daten, die teilweise unge-ordnet auf Backup-Servern liegen, nutzen kann. Das Ziel von Cloud Storage besteht darin, die bestehen-de Infrastruktur zu entlasten. Um nicht weitere teure Speicherkapazi-tten hinzukaufen zu mssen, wird ein Teil der vorhandenen Datenmen-ge in die Cloud verlagert. Das Wachs-tum an unstrukturierten Daten wr-de somit in der vorhandenen Infra-struktur abgebildet. Investitionen in diese lieen sich schtzen und im op timalen Fall sogar minimieren. Durch die Verlagerung der Daten kann ein Unternehmen den Effekt der Interaktion der einzelnen Infra-strukturen nutzen und Investitionen minimieren. So wird der primre Sto- rage entlastet, um etwa auch Reco-

    very-Zeiten zu verringern. Allerdings macht es die traditionelle Sto rage-In frastruktur schwer, unterschiedli-che Formen von Storage-Mischmodel-len zu nutzen. Das Unternehmen F5 Networks etwa begegnet die sem Pro-blem, indem es Daten mobil macht. Denn Datenmobilitt ist die Voraus-setzung fr die Auslagerung von Da-ten in die Cloud. Dazu etabliert F5 die Dateivirtualisierung. Die Cloud be fi ndet sich letztlich an einem an-deren Ort als die Clients, die User oder das Unternehmen. Dieser Ort kann in einem anderen Rechenzent-rum oder bei einem Drittanbieter lie-gen. Potenzielle Cloud-Storage-Nut-zer ms sen sich nun entscheiden: Mchten sie ihre Daten in einer Pri-vate Cloud verwalten also gema-naged durch eigenes IT-Personal in einem unternehmenseigenen Rechen-zentrum? Oder setzen Unternehmen besser auf eine Pub lic Cloud, die

    im Internet durch einen Drittanbie-ter bereitgestellt wird?

    Ein Vorteil von Private Clouds: Anbieter und Nutzer der Cloud be-fi nden sich im selben Unternehmen, was viele Unternehmen im Hinblick auf die Datensicherheit bevorzugen. Vom technischen Aspekt ist zwischen Public und Private Clouds kein Un-terschied festzustellen. Im Gegen-satz zu Public Clouds sind Pri vate Clouds eben nicht ffentlich. Ma-nage ment und Betrieb werden in-nerhalb eines Unternehmens abge-wickelt. Der Zu gang ist beschrnkt auf Un ternehmensmitarbeiter, auto-risier te Ge schfts part ner, Kunden und Lieferanten. Er erfolgt in der Regel ber ein Intranet oder eine Virtual-Pri vate-Network-Ver bin-dung. Weitere Informationen erhal-ten Sie im Internet unter www.f5.com und www.f5networks.de sowie per E-Mail: [email protected]

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    File ServersNAS CIFS NFS

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    storage tiering

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    ZBTZZZZBBBB

    virtualizationports

    performance

    capacitycost $

    coolingpower

    Information Lifecycle Management

    object storeGBEthroughput

    IOPSStorage Resource Management

    10 GbE

    data

    mig

    ratio

    n

    optim

    izat

    ion

    disruption

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    archivetape

    SSD

    cach

    eco

    mpr

    essi

    onen

    cryp

    tion

    thin

    pro

    visi

    onin

    g

    clus

    ter

    back

    upsn

    apsh

    otre

    plic

    atio

    n

    FC SAS

    SATA

    STORAGE Immer mehr Unter neh men chzen unter der Daten-last. Tag fr Tag mssen sie stndig steigende Informationsmengen verwalten und speichern. Zugleich sollen smtliche Daten jederzeit abrufbar sein. Das treibt die Kosten fr die Storage-Infrastruk-tur und ihre Verwaltung in die Hhe. Doch es gibt einen Ausweg.

    Antworten auf die Datenflut

    Stor

    age

    Infr

    astr

    uctu

    re

    Back

    up In

    fras

    truc

    ture

    Hum

    an R

    esou

    rces

    BackupAdminis-tration

    Storage Adminis-tration

    User Help-desk File-services

    Die Storage-Landschaft lsst sich als Drei-Sulen-Modell beschreiben: Die erste Sule umfasst die Storage-Infrastruktur, die zweite den Backup-Bereich. Die Mitarbeiter, welche die Storage- und Backup-Administration sowie die Fileservices verantworten, bilden die dritte Sule.

  • mobile apps januar 2011 | 12

    Mit der zunehmenden Mobilitt im Berufs- und Privatleben ge-winnen Smart phones und Tablet-PCs immer mehr Bedeu-tung. Die speziell fr dieses Segment entwickelten Anwendungen soge-nannte Apps sind hei begehrt. Laut dem Mobile Consumer Brie-fi ng-Report der Mobile Marketing Association in Zusammenarbeit mit Lightspeed Research hat mehr als jeder vierte deutsche Nutzer eines Mobiltelefons schon einmal eine mo bile App heruntergeladen. Die Ana lysten von IDC rechnen damit, dass bis Mitte 2012 mehr Smartpho-nes, Media Tablets und andere mobi-

    le app-fhige Nicht-PC-Gerte aus-ge lie fert werden als PCs. Diese Ent-wicklung geht einher mit der explo-sionsartigen Verbreitung mobiler Ap-p li ka tionen: So wird die Zahl der Down loads nach Schtzungen von IDC im kommenden Jahr auf fast 25 Milliarden klettern; 2010 waren es gut zehn Milliarden. Unternehmen set zen dem entsprechend alle Hebel in Bewegung, um sich ein Stck vom profi tablen App-Kuchen zu sichern. Denn die di gitalen Helfer stehen nicht nur bei Verbrauchern hoch im Kurs, sondern knnen auch mageb-lich zur Optimierung von Geschfts-prozessen bei tragen. In diesem Be-reich ist zunehmend Spezialisierung gefragt. Die Frankfurter compeople AG bietet beispiels weise eigens fr Finanzdienstleister entwickelte Ap-plikationen zur Vertriebsunterstt-zung. Das Unternehmen, das bereits 2009 im Rahmen des bundesweiten Unternehmensvergleichs Top 100 als Top-Innovator im Mittelstand ausgezeichnet wur de, liegt damit voll im Trend.

    Sogar Institutionen versuchen, das Potenzial mobiler Anwendun-gen zu nutzen: So hat die Weltbank im Oktober dieses Jahres den Apps for Development-Wettbewerb aus-geschrieben. Software-Entwickler und internationale Experten sind aufgerufen, bis zum 10. Januar 2011 Software-Anwendungen, Datenvisu-a lierungen oder Mash-ups zu ent-werfen. Diese sollen mit Hilfe des Weltbank-Datenkataloges Lsungen zur Realisierung der Millennium De velopment Goals (MDGs) aufzei-gen. Die Berliner Senatsverwaltung fr Wirtschaft, Technologie und Frau en hat mit einer hnlichen Aus-schreibung bereits gute Erfahrun-gen gemacht: Im Rahmen der Initia-tive Projekt Zukunft hatte sie Un-ternehmen, Entwickler und andere Interessierte dazu aufgerufen, Ideen fr Apps einzusenden, die der Haupt-stadtregion und ihren Besuchern, Un ternehmen oder Einrichtungen einen lokalen Mehrwert bieten. Die Applikationen sollen dazu beitra-gen, neue Mrkte und Kundenkrei-se zu erschlieen. Bis zum Einsen-

    deschluss am 30. November gingen 72 Ideen ein, die nun bis Weihnach-ten von der Jury gesichtet werden.

    Wer mit der Entwicklung mobi-ler Anwendungen weniger vertraut ist, fi ndet Hilfe am Markt, der sich lngst auf die Nachfrage eingestellt hat. Mit BI.apps des Leverkusener Unternehmens GIA (Gesellschaft fr industrielle Automatisierung) lassen sich mobile Anwendungen nach dem Do-it-Yourself-Prinzip erstellen, ganz ohne Programmierkenntnisse. Mit-tels Drag and Drop knnen Anwen-der so Applikationen erstellen, die Daten aus Unternehmenssoftware, aus Lagerbestnden oder von Anla-gezustnden anzeigen oder mobile Genehmigungsprozesse ermglichen.

    Allerdings gilt: Je mehr betriebli-che Prozesse mobil abgewickelt wer-den, desto hher das Sicherheitsrisi-ko. Angesichts IP-basierter Mobil-funknetze und deutlich hherer Ge-schwindigkeiten in den modernen Drahtlosnetzen ist das Thema IT-Si-cherheit nicht zu unterschtzen. Die aktuelle Studie Outlook: Mobile Fu-ture 2010-2011 von Dr. Bettina Hors-ter, Vorstand Vivai AG, und Tho mas Lnendonk, Inhaber der Lnen donk GmbH, warnt daher vor Nach ls sig-keit hinsichtlich der mobilen Sicher-heit auf Betriebsebene. Sie ver weist auf die Vielzahl der Angriffspunkte, die aus der Komplexitt der Netze, der Vielfalt der Endgerte sowie den unterschiedlichen Protokollen und Zugangstechnologien resultieren. Ein modernes Sicherheitskonzept und entsprechende Schutz vorkehrun gen fr die mobilen Gerte sollten daher in allen Unternehmen ganz oben auf der Agenda stehen.

    Erfreulicherweise schreitet die Sensibilisierung der Unternehmen und Verbraucher diesbezglich vor-an. Und so sind die Wettbewerbs-chancen mobiler Anwendungen mit Zertifi zierung langfristig deutlich hher als ohne. Das Prfprogramm des TV SD Product Service, das speziell fr mobile Applikationen entwickelt wurde, stt daher in ei-ne Marktlcke. Anhand der Kriteri-en Funktionalitt, Usability und Da-tensicherheit fhlt der Konzern den

    Mobile Gerte wie das Apple iPad halten zunehmend in der Business-Welt Einzug. Sie erffnen insbesondere im Vertrieb neue Mglichkeiten fr die persnliche Kundenansprache. Ein Pionier in der Realisierung von Business-Applikationen (Apps) fr das iPad ist die compeople AG. Ihre Kernkompetenz ist die Realisie-

    rung vertriebsuntersttzender IT-Systeme fr Unternehmen des Finanzdienstleis-tungssektors. Die compeople AG hat die Eignung von mobilen Gerten zur Vertriebsunterstt-zung schon frh getestet und erkannt, dass sich das iPad mit seinem groen Display und Touchscreen besonders gut fr den Einsatz im persnlichen Kunden-gesprch eignet. Mithilfe entsprechender Geschftsan-wendungen lassen sich auf dem iPad komplexe Themen anschaulich darstellen und etwa durch die Simulation von Szenarien lebendig und nachvollziehbar vermitteln. So hat die compeople AG vertriebsuntersttzende Applikationen fr fhrende Finanzdienstleistungsunter-nehmen entwickelt und erste Business-Apps zur Vertriebsuntersttzung bereits zur Einfhrung des iPads im deutschen Markt bereitgestellt. Wir freuen uns, Finanzdienstleister mit modernster IT-Technologie dabei zu untersttzen, neue Wege in der Kundenberatung zu ge-hen, sagt Jrgen Wiesmaier, Vorstand der compeople AG. Mobile Gerte wie das iPad werden sich im Bereich der Ver-triebsuntersttzung weiter etablieren. Infos unter: www.compeople.de

    INNOVATIVE KUNDENANSPRACHEVERTRIEBSUNTERSTTZUNG

    Die Nachfrage steigt

    Am Ende des Jahres werden die deutschen Handy-Nutzer laut einer Studie des Marktforschungs-instituts research2guidance fr den Bitkom voraussichtlich 755 Millionen Zusatzprogramme auf ihre Mobiltelefone geladen haben. Das entspricht einem Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2010 wurden rund 157 Millionen Euro mit diesen Programmen umge-setzt. Fr die Software-Branche entsteht damit ein neuer Sektor, der bisher berwiegend von klei-neren IT-Firmen und selbststn-digen Entwicklern geprgt ist.

    Mobile Gerte werden sich im Bereich der Vertriebsuntersttzung weiter etablieren, prognostiziert compeople-Vorstand Jrgen Wiesmaier.

    ANWENDUNGEN Kleine Helfer, groe Wirkung: Mobile Apps sind wahre Allesknner. Auch in der Geschftswelt gewinnen sie rasant an Einfluss und Bedeutung.

    Digitale Butler

  • | januar 2011 mobile apps 13

    Apps auf den Zahn. Unternehmen erhalten so nicht nur Gewissheit ber die Qualitt ihrer mobilen An-wendung, sondern knnen das Sie-gel auch als wertvolles Marketing-instrument einsetzen.

    Auf politischer Ebene hat sich das Bundesministerium fr Wirtschaft und Technologie des Themas Sicher-heit und Qualitt angenommen: Im Rahmen des Frderprogramms Si-moBIT sichere Anwen dung der mo- bilen Infor ma tionstech nik (IT) zur Wertschpfungssteigerung in Mit-telstand und Verwaltung frdert es zwlf Projekte zur beschleunigten Entwicklung und brei tenwirk sa men Nutzung von sicheren, mobil ver-netzten Multimedia-Anwendungen in Unternehmen und ffentlichen Verwaltungen. Ziel: Produktivitts- und Qualittssteigerungen sowie Kos ten- und Zeitersparnisse.

    Dank Weiterentwicklung wer-den mobile Apps rasant an Bedeu-tung gewinnen. Die Vorreiter treffen sich im Januar in Frankfurt, um die nchsten Wegmarken zu defi nieren: Auf den M-Days werden 90 Aus-

    steller und 140 Referenten erwartet, um Trends und Perspektiven der mo-bilen Kommunikation zu errtern. Mit 1.650 Besuchern verzeichnete die ausgebuchte Kongressmesse 2010 einen Zuwachs von 122 Prozent ge-genber dem Vorjahr und spiegelt damit auch die steile Entwicklung des gesamten Marktes wider.

    Cornelia Hornschild

    Der Siegeszug der Smartphones und Tablet-Computer inspiriert Software-Entwickler weltweit, Unterhaltung, Information und professionelle Anwen-dungen mobil nutzbar zu machen. Immer mehr Unternehmen setzen auf mobile Applikationen, sogenannte Apps. Ob im Einkauf und Vertrieb, im Auendienst oder Personalmanagement, in der EDV-Abteilung oder der Chefetage: Die kleinen digitalen Helfer erleichtern die Arbeitsprozesse ber Branchen hinweg in unzhligen Geschftsbereichen. Doch ob der Anwender mit einer App zufrieden ist, hngt von vielen einzelnen Aspekten ab. Beispielsweise davon, ob er Vertipper einfach rckgngig machen kann oder ob er sich vor Hacker-Angriffen sicher fhlt. Vertrauen und Zufriedenheit der Zielgruppe sind insbesondere fr die App-Anbieter wichtig, die ihre Software nicht im Whltisch anbieten, sondern fr den Download mehr als 0,79 oder 0,99 Euro verlangen. Der internationale Dienstleistungskonzern TV SD hat ein spezielles Prfprogramm fr mobile Applikationen entwickelt. Im Fokus der Prfung stehen Qualitt, Funktionalitt,

    Ergonomie und Datensicherheit. Die erste Plakette von TV SD fr eine App hat sich die stoeger it GmbH gesichert. Und zwar fr ihre Online-Banking-Anwendung iOutBank fr iPhone, iPad und iPod touch. Wir knnen immer

    wieder betonen, dass wir Sicherheit gro schreiben, sagt Tobias Stger, Geschftsfhrer der stoeger it GmbH, zur Motivation fr die Zertifi zierung. Aber nun haben wir von einer unabhngigen und renommierten Institution den Beleg dafr bekommen. Auch ein mittelstn-disches Unter neh men knne sichere und zuver lssige Software anbieten. Mit dem TV-SD-Zertifi kat, so Stger, dokumentieren wir unser Streben nach einer langfristigen und nachhaltigen Arbeit im Bereich Online-Banking. Das Prfsiegel von TV SD Product Service signalisiert, dass eine App in der tglichen Anwendung das hlt, was sie beim Download verspricht. Auf dem Weg zum Siegel arbeiten die Experten fr Software-Qualitt und Escrow-Services beim TV SD einen umfangreichen Kriterienkatalog ab. Einschlgige Gesetze wie das Bundesdatenschutzgesetz, das Telekommunikationsgesetz und das Telemediengesetz bilden hierbei den Rahmen. Immer wichtiger werden auch international gngige Normen wie die ISO 25051 fr Software-Engineering und Software-Produktbewertung sowie

    die ISO 9241 fr die Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Stimmt die Funktionalitt? Hier reicht das Spekt-rum der Kriterien von der Benutzeran-leitung bis zum Fehlermanagement. Stimmt die Ergonomie? Darunter fllt im weitesten Sinne alles, was eine Software fr den Anwender intuitiv und einfach benutzbar macht. Stimmt die Datensicherheit? Bei dieser Frage achten die TV-SD-Fachleute einerseits auf den Ausschluss von technischen Sicherheitslcken und andererseits auf das IT- und Datenschutzkonzept des Unternehmens. Zudem berprfen die Experten auch, ob der Datenschutzbe-auftragte in seiner tagtglichen Arbeit den gesetzlichen Pfl ichten nachkommt. Unabhngig von einer Zertifi zierung stehen die TV-SD-Fachleute den App-Entwicklern auch beratend zur Ver-fgung. TV-SD-Experte Siegfried Mu-ckenschnabl erlutert die Vorteile des Be-ratungsangebots: Wer unser Know-how bereits in der Entwicklungs- und Pro-duktionsphase nutzt, minimiert Risiken und spart letztendlich bares Geld. Infos: www.tuev-sued.de/softwarequalitaet

    ZERTIFIZIERUNG VON MOBILEN APPSPRFPROGRAMM

    Wer unser Know-how bereits in der Ent wicklungsphase nutzt, spart bares Geld, betont TV-SD-Experte Siegfried Muckenschnabl.

    Der Umsatz an mobilen Applikationen wird sich von heute 14,3 Milliarden Dollar auf ber 40 Milliarden Dollar bis zum Jahre 2014 nahezu verdreifachen. Mobilitt ist die Anforderung Nummer eins an Unternehmen geworden. Aktu-elle und schnelle mobile Datenverfg-barkeit ist heute schon ein bedeutender Wettbewerbsfaktor und wird in den

    nchsten Jahren ber Erfolg oder Unter-gang eines Unternehmens entscheiden. Die Businesswelt verlangt nach mobilen Applikationen, universell und doch in-dividuell. Der Anwender will in die Lage versetzt werden, immer synchron mit den Prozessen seines Unternehmens zu sein, jederzeit zu kontrollieren und aktiv einzugreifen. GIA in Leverkusen hat eine Lsung fr komplexe mobile Anfor-derungen entwickelt: den laut eigenen Angaben weltweit ersten Business-App-Maker. Mithilfe von BI.apps lassen sich Apps ganz einfach per Drag und Drop selbst erstellen, zu mobilen Business-Anwendungen machen und wenn ntig jederzeit auch wieder an-passen. Weder Studium noch Program-mierkenntnisse sind hierfr erforderlich. Mit BI.apps haben Anwender die Schalt- und Steuerzentrale ihrer Firma buchstblich immer in der Hand. berall wo es GSM- oder WIFI-Empfang gibt, sind sie handlungsfhig in die Prozesse ihres Unternehmens eingebunden. Und wenn sich die Anforderungen an die App verndern? Dann modifi ziert man sie innerhalb weniger Minuten selber und arbeitet umgehend weiter. Weitere Informationen: www.biapps.info

    MOBILE BUSINESS-LSUNGENAPP-BAUKASTEN

    Mit BI.apps lassen sich mobile Applikationen ganz einfach selbst herstellen.

  • Es ist noch gar nicht so lan-ge her, da gingen Mitar-beiter zu einer Schulung und kamen mit dicken Ak-tenordnern voller Lern- und Arbeits-materialien zurck. Die wurden ins Regal gestellt, wo sie verstaubten. Dann kam die digitale Revolution: Die Mitarbeiter brachten CDs mit und legten sie in die Schublade, wo auch sie vergessen wurden. Nach sechs Wochen erinnerte sich viel-leicht noch ein Drittel der Seminar-teilnehmer an die Inhalte, und nur eine Handvoll konnte sie im Ar-beitsalltag tatschlich umsetzen. Mit einer Wissensgesellschaft hatte das wenig zu tun.

    Lernen im Internet-Zeitalter sieht anders aus: Es geht nicht mehr darum, mglichst viel Faktenwissen anzuhufen, sondern die Informati-onsfl ut zu fi ltern, zu bewerten und gezielt zu nutzen. Aus dem Lernen auf Vorrat wird ein Lernen auf Ab-ruf. Das heit: Konkrete Wissensl-cken aus dem Arbeitsprozess wer-den gezielt geschlossen, etwa durch kleine Lerneinheiten, Fragen an Kol-legen oder durch eigene Recherchen in einer Wissensdatenbank.

    E-Learning gehrt zu den wich-tigsten und aktuellsten Wei terbil-dungs formaten, betont Peter Hen-ning, Professor an der Hochschule Karlsruhe und Mitglied im Komitee der E-Learning-Messe Learn tec. Durch die rasante Entwicklung von Informations- und Kom muni ka tions -tech nologie werden stndig neue For mate entwickelt, welche jedoch

    zu nchst validiert werden mssen. In den kommenden Jahren werde es vermehrt Software as a Service-Anbieter (SaaS) geben, wodurch es auch KMU ermglicht werde, ihre Mit arbeiter parallel zum Arbeits-alltag fortzubilden.

    All das braucht jedoch eine gute Vorbereitung. Es gengt nicht, ein

    Lernmanagementsystem (LMS) zu installieren und zu hoffen, dass die Mitarbeiter ihre Weiterbildung ab sofort selbst in die Hand nehmen. Ein LMS ist zunchst nichts anderes als eine Plattform, auf der Inhalte, Teilnehmer und Schulungen verwal-tet werden. Zu einem echten Wis-sensmanagement gehrt aber viel

    mehr: zum Beispiel Qualifi kations-profi le der Mitarbeiter erstellen, mit Stellenbeschreibungen abgleichen, die passenden Trainings individuell zusammenstellen und ein Bildungs-controlling mit Einstiegs- und Ab-schlusstests durchfhren.

    Sptestens bei dem Begriff Test luten bei Mitarbeitern und Betriebsrten die Alarmglocken, denn niemand macht gerne seine Defi zite publik. Der Vorteil von Online-Kur-sen liegt darin, dass die Teilnehmer auf Fehler hingewiesen werden, oh-ne sich vor anderen blozustellen, erklrt Professor Henning. Diese An-onymitt ist vielen wichtig und fr-dert die Akzeptanz von E-Learning. Um den Mitarbeitern die Angst vor Tests zu nehmen, muss ein Unter-nehmen, noch bevor der erste Euro fr die Technik ausgegeben wird, seine Kultur umkrempeln und den Mitarbeitern Fehler zugestehen.

    Dann gilt es, Inhalte zur Verf-gung zu stellen, die alle Darstel-lungsformen nutzen also Texte, Videos, Simulationen, Animationen und interaktive Aufgaben in Form von Lckentexten oder Multiple-Choice-Fragen. Umfangreiche Schu-lungen etwa fr die Einfhrung einer neuen Software werden in der Regel von externen, didaktisch ge-schulten Autoren erstellt. Gute Lern-programme sind in Module einge-teilt, die man je nach Vorwissen in-dividuell zusammenstellen kann und die spter als Nachschlagewerk die-nen. Wer im Arbeitsprozess beispiels-weise wissen will, wie ein Bestell-

    Professionelle E-Learning-Lsungen, in denen Wissen durch spielerisches Lernen vermittelt wird, haben sich trotz vieler Vorurteile mittlerweile fest in Unterneh-men etabliert. Ein Beispiel: Die Einfh-rungs- und Einarbeitungsphase neuer Mitarbeiter, das Onboarding, ist nicht nur besonders wichtig, sondern zumeist auch mit hohen Kosten verbunden. Ziel ist es, dem Mitarbeiter mglichst schnell die re-levanten Informationen zur Verfgung zu stellen. DHL bndelte zu diesem Zweck die 170 wichtigsten Fakten in einem Se-rious Game (DHL Orientation Adventure Game). Der neue Mitarbeiter navigiert in einer Online-Umgebung in vier mal

    30 Minuten durch einzelne Unterneh-mensbereiche, etwa ein DHL Service Center, und lst ihm zugeteilte Aufgaben. Dazu sammelt er Informationen und entdeckt so sein neues Unternehmen: Er erhlt Faktenwissen ber Produkte und Dienstleistungen, Ablufe und Prozesse sowie zum Aufbau der Organisation. Ergnzend werden wichtige Werte der Unternehmenskultur sowie die Mission vermittelt. Durch die von TATA Interactive Systems entwickelte Lsung konnten die ursprnglich kostspieligen dreitgigen Prsenzseminare sinnvoll ersetzt werden. Weitere Informationen per E-Mail unter: [email protected]

    So macht Lernen Spa: Mithilfe von sogenannten Serious Games erfahren neue Mitarbei-ter spielerisch alle wichtigen Fakten ber das Unternehmen sowie dessen Produkte und Prozesse. Das ist effektiv und spart Seminarkosten.

    LERNEN MIT SPASSFAKTORWISSENSV ER MIT TLU NG

    WEITERBILDUNG Lerninhalte werden knftig nicht nur von Tutoren, sondern von den Mitarbeitern selbst erzeugt.

    E-Learning ergnzt die etablierten Lernformen.

    Wissen auf Abruf

    e-learning januar 2011 | 14

  • Learntec 2011

    Die internationale Leitmesse fr Bildung, Lernen und IT fi ndet vom 1. bis 3. Februar 2011 in Karlsruhe statt. Inzwischen hat sich die Mes-se zum wichtigsten Marktplatz fr professionelles Bildungsmanage-ment entwickelt und konnte 2010 erneut einen Besucherrekord ver-zeichnen: Mehr als 5.600 Fachbe-sucher nutzten die drei Messetage, um sich ber die neuesten Trends beim Lernen mit digitalen Medien zu informieren. Schwerpunkthe-men 2011 sind unter anderem Serious Games und die Kombinati-on von digitalen Medien mit klas-sischen Weiterbildungskonzepten, das Blended Learning.

    vorgang in SAP angelegt wird, will keine mehrstndige Schulung absol-vieren, sondern mit wenigen Klicks eine kurze Anleitung fi nden. In Lern-fi lmen, die nur wenige Minuten dauern, werden die einzelnen Schrit-te demonstriert. Im Idealfall ist das Originalprogramm mit dem Lern-programm verlinkt, sodass die Mit-arbeiter bei Fragen sofort zur Lern-sequenz gefhrt werden.

    Wenn sich mehrere Mitarbeiter dieselben Inhalte aneignen mssen, knnen sie sich in virtuellen Klas-senzimmern treffen. hnlich wie in Prsenzseminaren sind dort Prsen-tationen, bungen, Fragerunden und Diskussionen mglich. Fr die Grup penarbeit knnen sich die Teil-nehmer in kleinere virtuelle Rume zurckziehen. Am Ende trgt man die Ergebnisse zusammen, speichert das Material ab und kann in Be-sprechun gen jederzeit darauf zu-rckgreifen. Alle Inhalte, die dort neu erstellt wer den, fl ieen ebenso in die Wissensdatenbank wie das klassische Schulungsmaterial. So ver schwimmen die Grenzen zwischen

    Lernen und Arbeiten. Fr den infor-mellen Austausch gab es lange Zeit keine technische Lsung obwohl die Gesprche auf dem Flur und in der Teekche fr den Unterneh-menserfolg sehr wichtig sind: Bei welchen Kunden tauchen welche Probleme auf? Welches Vertriebs-konzept hat sich bewhrt? Und warum gibt es bei bestimmten Pro-dukten immer wieder Reklamatio-

    nen? Die Schwierigkeit liegt nun da-rin, dieses informelle Erfahrungs-wissen transparent zu machen und allen Mitarbeitern struktu riert zur Verfgung zu stellen. Global agieren-de Unternehmen richten deshalb vir-tuelle Teekchen ein, in denen jeder seine Erfahrungen weitergeben kann.

    Dabei kann die betriebliche IT viel vom Web 2.0 lernen: Mit einer guten Suchmaschine ist es nicht ge-tan es muss auch mglich sein, Beitrge zu verfassen, zu kommen-tieren und zu taggen (also mit Meta-daten zu versehen). Es gibt so viele gnstige Autorentools auf dem Markt, dass quasi jeder zum Autor kleiner Lern- und Informationseinheiten werden kann. Auch Chats und Fo-ren sind unabdingbar. Gerade die jngeren Mitarbeiter sind mit Social Software aufgewachsen und erwar-ten sie auch am Arbeitsplatz. Der Chef sollte allerdings nicht mitlesen. Das bedeutet, dass Fhrungskrfte die Kontrolle teilweise aus der Hand geben mssen und das knnte sich als grte Hrde erweisen.

    Kirsten Seegmller

    Joachim Kunert, Geschftsfhrer von LernFilme.com, erlutert die Vorteile des E-Learnings und die Bedeutung von Filmen bei der Wissensvermittlung.

    E-Learning hat sich in den ver-gangenen Jahren rasant ent-wickelt. Wie erklren Sie sich das verstrkte Interesse?E-Learning ist deutlich leistungsfhiger als andere Lernformen. Immer mehr Menschen wollen von den Vorteilen des E-Learnings Gebrauch machen. Hinter dieser Entwicklung steht eine allgemeine Vernderung im Lernverhalten. Weg vom kursbezogenen und mehr hin zu einem situativen Lernen. Whrend in 2006 noch 60 Prozent unserer Lernvideos aus einem Kurs heraus aufgerufen wurden, sind es inzwischen nur noch 40 Prozent. 60 Prozent der Lernvideos werden heute ber die Online-Hilfe aufgerufen, bei der gezielt nach der Lsung fr ein bestimmtes Thema gesucht wird. Dieses stark arbeitsbezogene Lernen wird sich auch noch weiter verbreiten, nicht zuletzt aufgrund immer krzer werden-der Software-Aktualisierungszyklen.

    Wo liegen die wesentlichen Vorteile, insbesondere von Filmen, bei der Wissensvermittlung?Die audiovisuelle Erfassung also ber Bild und Ton funktioniert vom Kind bis ins hohe Alter hinein eigentlich bei allen Menschen am besten. Das Lernen auf diesem Wege ist einfach schneller. Zudem ist Lernen immer eine Frage der Motivation. Hier hat sich gezeigt, dass Lernen mit Filmen viel mehr Spa macht.Blended Learning liegt derzeit voll im Trend. Welche Angebote hat LernFilme.com in diesem Bereich?Wir glauben, dass Blended Learning eher eine bergangserscheinung auf dem Weg zur fl chendeckenden Verbreitung von reinen E-Learning-Angeboten darstellt. E-Learning hat sich im Markt etabliert. Stand man anfangs vorrangig vor der Herausforderung, das Thema E-Learning an sich zu vermitteln, stellt sich heute vor allem die Frage, wer das beste Angebot hat. Die Zukunft liegt im E-Learning auf breiter Ebene. Es gibt kaum noch Trainer, die in der Lage sind, mit guten und breit aufgestellten E-Learning-Angeboten mitzuhalten.

    Weiterbildungsbeauftragte in Unternehmen tun sich mit der Erstellung von Lerninhalten und deren Implementierung oft schwer. Wie schaffen Sie Abhilfe?Zunchst mal ist es nicht verwunderlich, dass die Content-Erstellung Schwierig-

    keiten bereitet. Die Erstellung von elek-tronischen Lerninhalten ist zeitintensiv und erfordert groe Erfahrung. Das sind zwei Komponenten, die die Lernbeauf-tragten in den Unternehmen in der Regel nicht haben. Unternehmen sollten daher mit Spezialisten zusammenarbeiten, die sowohl das Know-how als auch die entsprechenden Kapazitten fr den Kunden mitbringen. LernFilme.com ist hier ein guter Partner, der im Bereich IT sowohl Standardangebote als auch mageschneiderte Lsungen anbietet. Wo sehen Sie den Markt fr E-Learning in zehn Jahren?Eine spannende Frage! Zunchst mssen die Internetverbindungen noch leistungsfhiger werden. Eine Voraus-setzung, um innovatives E-Learning umsetzen zu knnen. Schon heute ist es mglich, am Bildschirm durch den menschlichen Krper zu reisen. Man kann sich gut vorstellen, wie effektiv und motivierend das zuknftige Lernumfeld sein wird. Die klassischen Lernanstze indes werden immer weiter zurckge-hen. Weitere Informationen fi nden Sie im Internet unter: www.lernfi lme.com

    LEISTUNGSFHIGER ALS ANDERE METHODENAU D I OV I S U E L L E S L E R N E N

    E-Learning-Experte Joachim Kunert rt: Unternehmen sollten bei der Wissens-vermittlung mit Spezialisten zusammen-arbeiten, die Know-how mitbringen.

    E-Learning gehrt zu den wichtigsten und aktuellsten Weiterbildungsformaten, sagt Klaus Henning, Professor an der Hochschule Karlsruhe.

    | januar 2011 e-learning 15

  • business intelligence januar 2011 | 16

    Obwohl bei Begriffen wie Business Intelli-gence, Bu siness Ana-lytics oder Business Performance Management ein je-der frei assoziieren kann, was da-mit gemeint sein knnte, ahnen doch alle Adressaten die wichtige Botschaft: Es gibt Werkzeuge am Markt, mit denen Geschftsprozes-se besser analysiert, verstanden und gesteuert werden knnen. Fr Dr. Frank Biendara, Vice President In-formation Management der Messe Frankfurt GmbH, ist die Sache klar: Wenn wir ein Problem im Unter-nehmen haben, brauchen wir eine konkrete Lsung, meinte er krz-lich auf der IBM Cognos Performan-ce 2010 in Darmstadt. Da ist es uns egal, unter welcher Begriffl ich-keit sie daherkommt.

    Zum Beispiel unter dem Schlag-wort BI: Business Intelligence hat sich in den vergangenen Jahren als geeignetes Instrument etabliert, um das Management schnell und effi zient mit ntzlichen Informatio-nen zu versorgen. Und die Annah-me, dass nur Grounternehmen mit einer Datenfl ut zu kmpfen ha-ben, ist lngst berholt, denn auch Mittelstndler sammeln eine Men-ge an Informationen und diese harren der Auswertung. Jenseits klas- sischer BI-Einsatzbereiche wie Fi-nanzcontrolling oder Konsolidierung fragen Fachbereiche wie Risiko-management, Marketing, Vertrieb, IT, Produktion sowie Einkauf und Logistik immer strker BI-Lsun-gen zur Untersttzung ihres ope-

    rativen und strategischen Ge-schfts nach. Dies ist ein Ergebnis der Marktstichprobe Business In-telligence als Kernkompetenz, die krzlich von der Lnendonk GmbH, Kaufbeuren, vor gestellt wurde. Die Experten ana lysierten BI-Standard-Software-Anbieter in Deutschland. Die Studie enthlt Software-Unter-nehmen, die mindestens 50 Pro-zent ihres Umsatzes mit Produkti-on, Vertrieb und Wartung eigener Standard-Software erwirtschaften. Und da ist von Krise keine Spur. Fr das laufende Jahr 2010 erwar-ten die BI-Anbieter laut Lnen-donk-Studie ein Marktwachs tum von 10,7 Prozent. Die Prognosen stt-zen sich dabei weniger auf die posi-tive Nachfrageentwicklung in ein-zelnen Branchen, sondern viel mehr auf die durchgngig verstrkte Durch-dringung von BI-Lsungen in allen Kundenunternehmen. Dass zumin-

    dest das Geschft der Anbieter brummt, zeigt eine andere Zahl: Der durchschnittliche Umsatzan-teil mit Neukunden am Gesamt-umsatz der von Lnendonk analy-sierten BI-Anbieter lag im abgelau-fenen Geschftsjahr bei 28,5 Pro-zent ein sehr hoher Wert, der zeigt, dass Investitionen der BI-An bieter in Marketing und Vertrieb erfolg-reich waren, stellt Mario Zill mann, Berater bei Lnendonk und Autor der Marktstichprobe, fest. Im Durch-schnitt htten die befragten BI-Soft-ware-Anbieter im Jahr 2009 knapp 30 Prozent ihres Umsatzes in Mar-keting- und Vertriebsaktivitten in-vestiert. Zillmann: Unabhngig von den Mar keting- und Vertriebsauf-wendungen zog allerdings auch die allgemei ne Nachfrage nach BI-Tools sehr stark an. Die Kunden bezogen im Jahr 2009 entsprechende BI-Werk-zeuge verstrkt von spe zia li sier ten Software-Anbietern.

    Doch welche Lsung eignet sich fr welches Unternehmen? Soll es ein mittelstndisches Paket wie SAS Edition M sein? Oder Insel-lsungen, die ad hoc Probleme wie Absatzzahlen-Analyse in Echtzeit oder Entwicklung der Beschaffungs-kosten adressieren? Die Praxis zeigt: Die Einfhrung von BI-Lsungen ist fr viele Unternehmen weiter-hin ein Projekt mit erheblichen Fall-stricken. Probleme bereiten nach einer von 2007 bis 2010 jhrlich durchgefhrten Vergleichsanalyse von Actinium Consulting, Lindau, nicht nur die Anforderungs- und Prozessanalysen, sondern auch die

    MANAGEMENTBusiness Intelligence ist im Mittelstand angekommen. Die Wahl der richtigen L sung, stellt aber immer noch ein Problem dar. Die Frage lautet: Insellsun-gen oder Komplettpaket?

    Business Intelligence

    fr FinanzmarktanalysenEin auf drei Jahre angelegtes For-schungsprojekt der Europischen Union widmet sich der Aufgabe, fi nanzmarktrelevante Daten aus ungefi lterten und unstruktu-rierten Internet-Informationen zu gewinnen. Entwickelt werden soll der Prototyp eines Informations-systems fr Marktberwachung und Risiko-Management, Online-Retail-Banking und Brokerage.

    im RechnungswesenFinancial Intelligence bezeichnet BI im Rechnungswesen. Das Datenmodell sieht vor, Finanz-daten aus den ERP-Systemen auszuwerten, und ergnzt somit die klassischen Business-Intelli-gence-Anwendungen zu Planung, Reporting und Analyse von geschftlichen Daten.

    in Social MediaDer Markt fr Analyse-Tools, die Online-Plattformen im Internet beobachten und analysieren, ist gro. Hierfr muss die klassische Business Intelligence mit den sozialen Netzwerken verknpft werden, genauer: das Webmonito-ring mit der Business Intelligence. Eine Kombination der beiden Technologien soll die vielen user-generierten Beitrge im Netz methodisch ordnen.

    Intelligente Geschfte

  • | januar 2011 business intelligence 17

    Auswahl der BI-Tools. Auffllig ist, dass sich immer mehr Unterneh-men falsche Entscheidungen bei der Auswahl eingestehen mssen. So geben in der diesjhrigen Erhe-bung vier von fnf der Befragten an, dass ihnen die bisherigen BI-Manahmen schwer gefallen seien. Vor drei Jahren waren es noch zwlf Prozent weniger. Kein Wun-der also, dass auch das Geschft der Beratungsunternehmen brummt, die sich auf BI spezialisiert haben. Denn regulatorische Anforderun-gen, Kostendruck, krzere Produkt-lebenszyklen sowie steigender Kon-kurrenzdruck veranlassen Gro un-ter nehmen, aber auch immer hu-fi ger Mittelstndler, ihre geschftli-chen Entscheidungen auf fundierte Informationen aus BI-Lsungen zu stellen. Eine Folge der Finanzkrise: Wer seiner fi nanzierenden Bank ge-genber alle relevanten Ge schfts -prozesse nicht plau sibel transparent machen kann, hat beim nchsten Kreditantrag schlechte Karten. Wer-den hier die gerade im Mittelstand noch weit verbreiteten Excel-Listen

    ausreichen? Die Entscheider in den Unternehmen werden sich also weniger damit beschftigen, ob das Tool Business Intelligence, Busi-ness Analytics and Optimization (IBM) oder gar Predictive Analy tics (SPSS) heit, sondern was es kann.

    Eine Hilfestellung bei der Aus-wahl geben zum Beispiel die Exper-ten des Business Application Re-search Cen ter (BARC Wrzburg). BARC schtzt, dass SAP, Oracle, SAS und IBM fast 50 Prozent An-te